Nr. 38. Erstes Blatt. Sonntag den 14. Februar 1892 Der •ieftever Anzeiger erscheint täglich, mit Au-nahme deS Montags. Die Gießener AamitieiiölLiter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. GießenerÄnzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger AöonnementspreiAr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Sr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für dcn Aveis Gieficn. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießener Jamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Anrtlichev Theil. Bekanntmachung, betr. Veranstaltung einer Verloosung zum Besten des Wiederaufbaues der St. Rochuscapelle in Bingen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ans Gesuch des Comites für den Wiederaufbau der St. Rochuscapelle zu Bingen genehmigt hat, daß die auf 31. März d. I. bestimmte zweite Ziehung bis zu Ende des Jahres 1892 hinaus, geschoben werde. Gießen, den 11. Februar 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gag ern. Gefunden: Drei einzelne Handschuhe, 1 Zwicker, 1 Peitsche, 1 Taschentuch, 1 Manschettenknopf, 1 Theil eines Cigarren«Etuis, 2 silberne Fingerringe, 1 Lederriemen, 15 Pfennige, mehrere Schlüffe! und Hundeblechmarken. Gießen, dm 13. Februar 1892. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Darmstadt, 12. Februar. Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog sind in Begleitung des persönUchen Adjutanten Premierlieutenants v. Frankenberg u. Ludwigsdorff heute Vormittag hier eingetroffen. Berlin, 12. Februar. Der Senioren-Convent des Reichstages hat sich bei Besprechung des Arbeitsplanes dahin schlüssig gemacht, daß es nöthig sei, die endlos scheinende Session zu Ende zu bringen und dieselbe mit der zweiten Aprilwoche zu schließen. Bei Hofe. Einem umfangreichen Artikel, welchen Georg Horn unter dem Titel „Bei Hofe" in der „Post" veröffentlicht, entnehmen wir folgenden Abschnitt, der uns einen kleinen Einblick gewährt in die ungeheure Maschinerie, welche einem Hoffeste zu Grunde liegt: Die Beleuchtung! Viele Tausende von Kerzen sind dazu nöthig. Die electrischen Glühlampen thun es allein nicht. Eine Folge von 20 Sälen und großen Gemächern unter das nöthige Licht zu setzen — dazu ist eine Beleuchtungsmannschaft nöthig, so vollzählig und geschult, wie sie nur der Hof besitzt. Für den Festabend muß auch ein Hosarchitect am Platze sein, um, falls etwas versagen sollte, die nothwendigcn Anordnungen zu ertheilen, der Ches des königlichen Haushalts, Ober-Hof- und Hausmarschall Graf Eulenberg, bestimmt die großen Züge eines Hofballs. Von ihm gehen im Namen Ihrer Majestäten die Einladungen aus, die Bestimmungen, wo sich die verschiedenen Gäste nach ihrem Range versammeln sollen, und Bestimmungen über den Anzug. Ihm bleibt die Oberleitung, aber die Einzelheiten muß er den Hosmarschällen, dem Frhrn. von Lynker und dem Grafen Pückler überlassen. Zunächst wird das Festlocal in Betracht kommen, die Staatsgemächer des königlichen Schlosses. Ueber diese steht dem Hausmarschall Freiherrn von Lynker die Oberaufsicht zu. Hoflakaien gehen mit glühenden Schippen durch die Säle und gießen aus einer Flasche das präparirte Ambre aus das glühende Eisen. Die Bewirthung der Gäste gehört zur Oekonomie-Abtheilung des Ober-Hofmarschallamtes. Ueber diese ist der Hofmarschall Graf Pückler gesetzt. Sie begreift Küche und Keller in sich, auch die Sorge für die nöthige Bedienung. Nöthigensalls werden dazu noch geübte Leute aus der Stadt, meistens aber die Diener der prinzlichen Höfe herangezogen. Der hochselige Kaiser Wilhelm I. sah in den Rechnungen über ein Hoffest, das damals wohl nicht unter 50M0 Mk. zu haben war, ganz genau die einzelnen Posten durch, sah nach, wieviel Roth- und Weißwein, wieviel Flaschen Champagner verbraucht wurden, und die Kaiserin Augusta ließ sich jedes Mal ein Verzeichnis; der kalten Schüsseln vorlegen, mit denen die Buffets besetzt werden sollten. Die Zahl dieser Buffets, gewöhnlich sind es zwölf große, bleibt den Bestimmungen deö Oberhof- und HausmorschallS mit Genehnugung des Kaisers und der Kaiserin überlassen. Die Ausführung im Einzelnen ist dem Vorgesetzten des Oeconomie'Departements übertragen,^ und dieser wieder hat seine Organe in dem Küchenchef, dem Hofkellermeister, in dem Verwalter der Silberkammer. Eine Woche vor dem Fest sind in der Schloßküche alle Bediensteten beschäftigt. Auch diese sind wieder in Unterabtheilungen organisirt, denen einzelne Chefs vorstehen, in solche für Dor- Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.): Verbrechen kommen in allen Gesellschaftskreisen vor: was er den Socialdemokraten zum Vorwurf mache, sei die officielle Vertheidigung des Verbrechens. Die von ihm ausgesprochene Meinung stehe in keinerlei Widerspruch mit der Gleichberechtigung; im Gegentheil handle er im Interesse der Gleichberechtigung, wenn er die freien Arbeiter gegen die Tyrannei der Arbeiter zu schützen suche. Was den Hinweis auf die Thalsache an- I lange, daß nur zwei Arbeiter im Ressort der Reichsbahnverwaltung I entlassen worden seien, so könne er darauf verweisen, daß er im letzten Jahre überhaupt keinen Arbeiter wegen soctaloemokratifcher Agitation entlassen habe. Er müßte also danach ein den Social- I demokraten sehr genehmer Arbeitgeber sein. Abg. Möller (nl.) hält sich für verpflichtet, einen Mann zu I vertheidigen, der hier in schärfster Weise angegriffen worden sei und I der sich nicht vertheidigen könne. Die Papiere, welche Herrn Baare I belasten sollten, seien der Staatsanwaltschaft überwiesen worden. I Da längst Verjährung eingetreten, habe eine Prüfung nicht statt- I gefunden; es sei also ganz falsch, wenn behauptet werde, die Prüfung I der Papiere habe die Richtigkeit der erhobenen Beschuldigungen ergeben. I Abg. Hirsch (dfr.) bekämpft den Standpunkt Stumms und I bittet die Verwaltung der Reichsbahnen, volle Gleichberechtigung I walten zu lassen; nur dadurch könnten die Arbeitermassm wieder I auf den Boden der bestehenden Ordnung zurückgeführt werden. I v . Abg. Hitze (Etr.) tritt einer Behauptung Bebels entgegen, daß dre focialdemokrattschen Arbeiter die zuverlässigsten, geschicktesten und fleißigsten seien; er nehme diese Eigenschaften für die christlichen und I gläubigen Arbeiter in Anspruch. Ter Standpunkt Stumms erscheine I ihm als zu weitgehend. Entlassungen wegen politischer Gesinnung I wirkten erbitternd. I Abg. v. Helldorff (conf.): Die politische Gesinnung der Ar- I beiter solle nicht getroffen werden, aber es sei Recht und Pflicht der I Arbeitgeber, der Agitation entgegenzutreten. I Abg. Bebel (Soc.): Soctaidemokratische wie politische Agttatioa I überhaupt innerhalb der Betriebe hielten auch seine Freunde für I unzulässig; eine solche brauche sich kein Arbeitgeber gefallen zu lassen 3u protestiren aber sei dagegen, daß Arbeiter wegen ihrer politischen Haltung außerhalb der Betriebe gemaßregelt würden. Man werde nie nachweisen können, daß ein Arbeiter seiner socialdemokrattschen I Gesinnung wegen seine Pflichten gegen den Staat und speciell auch I gegen seinen Betrieb nicht erfüllt habe. Abg. Hausmann (Vp.) oertheidigt die Linke gegen den Vorwurf, dre Socialdemokratte zu begünstigen; die Soctaldemokratte werde durch Diejenigen begünstigt, die Jnleressepolitik treiben. Der Regterungscommissar erklärt, daß von 2300 Arbeitern der Werkstätten der Reichsetsenbahnoerwaltung zwei entlassen worden seien, die als socialdemokratische Agitatoren ausgetreten seien. An dem damit eingenommenen Standpunkte muffe die Verwaltung । festhalten. Abg. Schrader (dfr.): Man schließe diejenigen Arbeiter aus, die innerhalb des Betriebes Unfrieden säen, aber entferne aus den Arbeitsordnungen jede Bezugnahme auf Bestrebungen irgend einer politischen Partei. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.): Von der Gesinnung sei keine Rede, sondern von der Bethättgung. Herr Will sei aus der social- demokratischen Partei ausgeschlossen worden, weil, wie Bebel sagte er die Partei verleumdet habe. Was thue denn aber die Social - demokratie gegenüber den Arbeitgebern? Gegen die Verleumdungen welche die Arbeitgeber von den Socialdemokraten fortgesetzt erführen, müßten sie sich wehren. Abg. Singer (Soc.): Die beiden entlassenen Arbeiter hatten nicht, wie behauptet worden, an einem soctaldcmokratischen Parteitag Theil genommen, sondern an einem Eongreß der Eisenbahnarbetter. Ein anderer entlassener Arbeiter, dem heute der Regterungsoertreter nachsage, er stehe im Verdachte der Unredlichkeit, sei mit den besten Zeugnissen entlassen. Die bei den reichsländrschen Werkstätten bestehenden Betriebsordnungen stünden im Widerspruch mit der mit April in Kraft tretenden Gewerbeordnungsnovelle. Abg. v. Kardorff (Rp.) erklärt, daß, wenn die Socialdemo- kratie in der bisherigen Weise ihre zersetzende Thätigkett fortsetze, an eine Verschärfung der Preß-, Versammlungs- und Vereinsgesetze gedacht werden müsse. Abg. Dr. Barth (dfr.): Damit würde man einen Zustand schaffen, der nahe an den Bürgerkrieg streife. Abg. v. Kardorff (Rp.): Nachdem die Freisinnigen bet der Wahl des Fürsten Bismarck für den socialdemokrattschen Eandidaten agttirt, brauchte Herr Barth den Socialdemokraten nicht noch daS Entgegenkommen seiner Freunde zu bescheinigen. Die Debatte wird geschlossen, die Wetterberathung des Etats der Reichsetsenbahnoerwaltung vertagt. Morgen: Etat, Wahlprütungen. essen, für Braten, für süße Speisen. Die Conditoreilieserungen für solche Abende sind dem Hosconditor Kranzler übertragen. Um die Schüsseln aus der Hosküche in die Festgemächer zu befördern, sind Soldaten der Berliner Garnison angenommen. In langen Zügen geschieht die Uebertragung der mit Blechstürzen und mit Servietten bedeckten Schüsseln durch die Schloßhöfe nach den Sälen, wo die mit Tafeltüchern bedeckten Buffets errichtet sind. Zu gleicher Zeit sind von Bediensteten des Hoskellers die mit Roth- und Weißwein und Champagner gefüllten verschließbaren Kisten und Weinkörbe dahin befördert worden. Die Buffets herzurichten, ist die Obliegenheit der Bediensteten der Silberkammer, da es am preußischen Hofe nicht Tafeldecker gibt, wie an anderen Höfen. Diese haben ihre Silberschätze heranzuschaffen und darüber das Auge offen zu halten. Die Organisation ist eine so vorzügliche, daß nach den größten Festen auch nicht eine einzige Serviette oder eine einzige Gabel aus der Silberkammer fehlt, die an reicher Ausstattung in Europa vielleicht nur noch von der englischen in Windsor übertroffen wird. Aber auch das Porzellangeschirr steht dem Silber nicht nach, und mit den auserlesensten Stücken sind sowohl die in der neuen Gallerie befindliche für die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften und für die Gäste vom höchsten Rang bestimmte Königliche Tafel, wie auch die Buffets für die anderen Gäste bestellt. Netteste llncbricbtcn. Wolff? telegraphisches Torrefpondenz-Hureav. Memel, 12. Februar. Heute Vormittag hatten sich vor dem hiesigen Rathhause etwa fünfhundert Arbeiter angesammelt, die Beschäftigung verlangten. Dieselben zerstreuten sich ruhig, nachdem ihnen thunlichste Unterstützung zugesichert worden war. Rom, 12. Februar. Die Kammer genehmigte die deutsch-italienische Convention, betreffend den Schutz deS industriellen Eigenthums, nach kurzer Berathung. Paris, 12. Februar. Nach einer Meldung aus Lissabon explodirte daselbst Nachts an der Thür des Hauses des spanischen Consuls eine hingelegte Bombe und zertrümmerte die Fensterscheiben der umliegenden Häuser. Personen wurden nicht verletzt. Manchester, 12. Februar. Die Conserenz des nationalen Bergarbeiter-Verbandes beschloß beute allgemeine Einstellung deö Grubenbetriebes für Mitte März, um eine weitere durch Ueberproduction veranlaßte Lohnherabsetzung zu verhindern. In der ersten Woche nach der Deutscher Reichstag. 170. Plenarsitzung. Freitag den 12. Februar, 2 Uhr. . e Auf der Tages-Ordnung steht zunächst die dritte Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Veretnsthaler österreichischen Gepräges. Abg Leuschn er - Eitteben (Rp.) bittet die Regierung, den Verkauf des disponibel we.oeuöen Silbers nicht zu beschleunigen, sondern bessere Preise abzuwarten. Staatssecretär Frhr. v. Maltzabn-Gültz erwidert, daß durch die Annahme dieses Gesetzes gar kein Präjudiz geschaffen werde. Die Außercourssetzung erfolge vorläufig überhaupt noch nicht, sondern erst dann, wenn der von Oesterreich Ungarn zu übernehmende Betrag auch wirk! ch übernommen sei. Dies werde erst nach längerer 8ett der Fall sein. Das Gesetz wird endgültig angenommen. DieBerathung desEtatsder Retchseisenbahnverwaltung wird fortgesetzt. ö Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) theilt den von Minister Thielen gegenüber den soctaldemokratischen Arbeitern eingenommenen Standpunkt. Er bestreitet, daß die Socialdemolratieüberhaupt eine politische Partei sei (lebhafter Widerspruch bet den Socialdemokraten) und weift darauf hin, wie die Socialdemokraten gegen Alles gesrimmt baden, was zu Gunsten der Arbeiter hier beschlossen worden Die Socialdemokratie habe sich gegen Religion und Ehe, für Meineid für Diebstahl ulw. erklärt. Sie erstrebe damit einen Zustand, der die Menschen zu Bestien mache. Redner verlieft den Brief eines alten Arbeiters, der entschiedene Abwehr gegen die socialdemokratische Agitation fordert. Was solle aus unserer Jugend werden unter dem Einfluß dieser Agitation? Der Briesschretber antwortet: Eine Räuberbande. Es sei Pflicht der Retchseisenbahnverwaltung, dafür zu sorgen daß nickt Socialdemokraten gezüchtet weiden. Die Tyrannei, welche Seitens der socialdemokrattschen Partei auf die freien Arbeiter aus- g--übt werde, übersteige Alles weitaus, was den Arbeitgebern in dieser Hinsicht je zum Vorwurfe gemacht worden sei. Eine Verwaltung | wie die der ReichSetsenbahnen müsse ihre Arbeiter vor solcher Tyrannei schützen und sie müsse einen Arbeiterstamm haben, auf den sie sich in Zeiten der Gefahr absolut verlassen könne. Er hoffe, daß das Beispiel der Reichsbahnverwaltung allgemeine Nachahmung finden werde. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Bebel (Soc.): Vielleicht solle die eben gehörte Rede bet dem Einflüsse des Herrn v. Stumm den Erlaß eines neuen Soctaltsten- gesehes etnläuten. Was er beigebracht, sei nicht beweiskräftig; es seien großenteils Eitate aus längst vergangener Zeit. Die Partei habe nur ihre offictellen Kundgebungen zu verantworten. Die Be- I bauptung, die Soctaldemokratte sei keine politische Partei, verdiene I keine Widerlegung angesichts der Thatsache, daß die Soctaldemokratte I im Mittelpunkt aller politischen Maßregeln stehe. Auch das neue Volksschulgesetz solle ja die Soctaldemokratte bekämpfen helfen. Die Partei Stumms dürfe sich nicht als Hort der Sitte aufspielen; wo I seien die Schienen-Stempel-Fälschungen, die falschen Steuerdeclarationen rc vorgekommen, wo herrsche eine Mattressenwirthschaft, die heute schon die freie Liebe zur Thatsache mache. Die Staatswerk I stätten sollten Musteranstalten sein; damit seien Maßregelungen wegen I politischer Gesinnung unvereinbar. Einen Arbeiter seiner politischen Gesinnung wegen zu chicaniren sei ebenso unanständig, als wenn dies wegen religiöser Ueberzeugung geschehe. Die Maßregelung von Arbeitern ihrer politischen Gesinnung wegen widerspreche der Eultur, I der Verfassung und der Wohlanftändtgkett. Abg. HauSmann (Vp.): Stumms Rede scheine der Ausdruck I der Meinungen zu sein, die heute in der Umgebung desselben und höher I hinauf herrschen. ES handle sich wohl um einen Fühler wegen einer I Verschärfung de« allgemeinen Strafrechts gegen die Parteien der Linken. In den höheren Schichten bestehe eine ganz immense Soctaltstensurcht,'nur I wolle man dieselbe nicht Wort haben. Er freue sich, daß der Chef I deS RetchsbahnamtS die Stumm'schen Grundsätze nicht theile, denn I er habe nur zwei Arbeiter wegen socialdemokrattscher Agitation ent- I lassen, während die Zahl der socialdemok.atischcn Arbeiter in seinem Ressort sicher eine große sein wird. Der Fall Peus erzeuge mehr I Socialdemokraten als alle Agitationsreden. Wenn man der Zu- I nähme der Socialdemokratie entgegentreten wolle, so werde sich I nächstens bei der Frage der Soldatenmißhandlungen dazu Gelegenheit finden. (Beifall links.) | Arbeitseinstellung findet eine weitere Conserenz statt, um Verlängerung deS Betriebsstillstandes zu erwägen. Depeschen deS „Bureau Herold"'. Berlin, 12. Februar. Der Kronprinz von Schweden gedenkt morgen nach Schweden zurückzukehren. Berlin, 13. Februar. Im Reichstage brachten die Abgeordneten Buhl und Richter, von den Nationalliberalen und Freisinnigen unterstützt, einen neuen Antrag wegen der Soldatenmißhandlungen betreffs einer Reform des Militärstrafrechts ein, lautend, der Reichstag wolle in einer Resolution beschließen: Im Interesse der größeren Sicherstellung und angemessenen Behandlung der Soldaten durch ihre Vorgesetzten erscheint es dringend erforderlich: 1) Die Bestimmungen über das Beschwerderecht der Militärpersonen einer Revision zu unterziehen, insbesondere mißhandelte Soldaten zur Erhebung der Beschwerde zu verpflichten- 2) bei der in Aussicht genommenen Militärgerichtsverfaffung die Grundsätze der Ständigkeit und Selbstständigkeit der Gerichte, sowie die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Hauptverfahrens, wie sie sich in Bayern bewährt haben, zur Geltung zu bringen. Bremen, 13. Februar. Der Kaiser richtete an den Norddeutschen Lloyd eine Beileidsdepesche, welche mit dem Bedauern über den unersetzlichen Verlust des mit weitem Blick begabten Directors Lohmann schließt: Möge der Lloyd auch ferner seine hohe Stellung behalten und die erhabenen Ziele verfolgen, welchen Lohmann ihn entgegenzuführen bestrebt war. Sein Verlust trifft nicht nur Bremen, sondern er erweckt im gesammten Vaterlande Antheil. Erfurt, 12. Februar. Die obersten Militärbehörden befürworten die Einführung der Zonenzeit für das ge- sammte Reich und ertheilten den Liniencommisfionen diesbezügliche Instructionen. Bayreuth, 12. Februar. Die ersten acht Festspiel- Aufführungen sind bereits ausverkauft. Wilhelmshaven, 12. Februar. Einem Gerüchte zufolge ist ein französischer Aviso an der Jademündung gesehen worden. Loudon, 12. Februar. Infolge eines Falliments eines ausländischen ersten Hauses, verbunden mit einer Be- trugsaffaire, erlitt die „Anglo Foreign Banking Corporation" einen starken Verlust. Sie entnimmt 30,000 Pfund der Reserve, womit jeder erwartbare Verlust gedeckt ist. London, 13. Februar. Die „Times" melden aus Kairo: Die von dem Deutschen Friedmann am Ostuser des Akabagolss gegründete kleine Judencolonie wurde von den egyptischen Behörden aufgelöst, weil dieselbe einen Grenzstreit zwischen der Türkei und Egypten zu verursachen drohte. Friedmann wurde ausgewiesen. Rom, 13.Februar. Die unb eschästigten Arbeiterin Turin wollen heute eine Versammlung abhalten. Die Polizei hegt ernste Besorgnisse wegen der Erregung der Theil- nehmer. Die Truppen werden bereitgehalten. Sitzung der Stadtverordneten am 11. Februar 1892. (Schluß.) Der Bezirksv ere in Seltersberg hat an die Stadt das Ersuchen gerichtet, die Ludwigstraße bis zu den neuen Kliniken durchzusühren. Begründet wird das Gesuch mit dem Hinweis aus eine Verbesserung der Verbindung der Stadt bezw. Universität mit den Kliniken und der künftigen Jrrenklinik, sowie auf die erhöhte Bauthätigkeit am oberen Seltersberg. Es wird auf Antrag der Baudeputation beschlossen, bei der bevorstehenden Erweiterung des Stadtbau- planes aus das Gesuch zurückzukommen. In der demnächst aus Grund des Gesetzes, betr. die Feuerlöschordnung für das Großherzogth um Hessen, zu erlassenden Ortsfeuerlöschordnung für die Stadt Gießen ist festgesetzt, daß die Freiw. Gail'sche Feuerwehr in den Gesammt-Organismus des Löschwesens derart eingefügt wird, daß sie die zweite Compagnie der künftigen freiwilligen Feuerwehr bildet. Was die Ausrüstung der Feuerwehr betrifft, so greifen hinsichtlich der zweiten Compagnie folgende Vereinbarungen Platz: Für die persönliche Ausrüstung der Mitglieder der zweiten Compagnie haben diese selbst oder die Familie Gail zu sorgen- für die Gerätheausrüstung und -Unterhaltung, sowie für den Ersatz abgängig gewordener Geräthe sorgt die Familie Gail- für den Ersatz abgängig gewordener Schläuche sorgt die Stadt, deren Eigenthum dann aber auch die neuen Schläuche bleiben. Die Geräthe der zweiten Compagnie dürfen nur an einem von dem Brand- director als geeignet anerkannten, vom Marktplatz nicht über 500 Meter entfernten Raum ausbewahrt werden ; die Stellung und Unterhaltung dieses Raumes übernimmt die Familie Gail. Nach zwei vorliegenden Schreiben der Gail'schen Feuerwehr und des Herrn Gail wird nochmalige Berathung in der Commission gewünscht, besonders zu dem Zwecke, um der Gail'schen Feuerwehr in Bezug auf ihre Organisation und Verwaltung eine größere Selbstständigkeit zu wahren. Es wird beschlossen, in die gewünschte Commissionsberathung unter der Voraussetzung einzutreten, daß die Gail'sche Feuerwehr sich bei Einräumung einer besonderen Stellung auch besonderen Verpflichtungen unterzieht. Eine Freigabe vom Dienst in der Pfl'chtseuerwehr soll im Falle Einräumung einer besonderen Stellung nicht gewährt werden. lieber den Befund der Rechnung der Stadt Gießen für 1890/91 berichtet Herr Hornberger als Aeltester der Finanzcommission. Danach beantragt die Finanzcommission die Genehmigung der im Bericht näher bezeichneten Credite und theilt mit, daß der Rechenschaftsbericht Anlaß zu Beanstandungen nicht gegeben habe. Betreffs des Gesuchs des Herrn W. M. Noll um Er- laubniß zum Verkälts von Branntwein über die Straße aus dem vom Gesuchsteller jetzt betriebenen früher Georg'schen Ladengeschäfte bejaht die Stadtverordnetenversammlung die Bedürfnißsrage. Hierauf trat die Versammlung in die Berathung des städtischen Voranschlags für 1892/93 ein. In der Generaldiscussion bedauert Herr Georgi die Noth« Wendigkeit einer Erhöhung der Communalsteuer trotz eingetretener Vermehrung der Steuercapitalien; er empfehle angesichts der zur Zeit ungünstigen Erwerbsverhältnisse möglichste Sparsamkeit. Herr Löb er spricht sich ebenfalls für möglichste Sparsamkeit, namentlich hinsichtlich kostspieliger Bauten aus - er bitte bei Straßenbauten der Ausbesserung des Schwarzlachweges näher zu treten. Herr Wallenfels bedauert gleichfalls die Erhöhung der Communalsteuern, betonend, daß der Ankauf des Schüler schen Gartens besser unterblieben wäre und empfiehlt Vorsicht bei Behandlung der Frage über die Canalisation und die Errichtung von Lagerhäusern. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt in längerer Rechtfertigung des Voranschlags: Die in demselben enthaltenen Ausgaben seien meist mit sehr großen Mehrheiten der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden- dem Rus nach Sparsamkeit vermöge er nicht eine zu allgemeine Berechtigung und Geltung zuzugestehen. Wenn die Lasten erhöht werden müßten, so komme dies daher, weil die Vor- gän'ger zu sparsam in der Aufwendung von Mitteln zur Entwickelung der Stadt gewesen seien, er möchte deshalb der jetzigen Verwaltung bei den Nachkommen den Vorwurf zu großer Sparsamkeit ersparen. Nichts ausgeben sei noch lange nicht gespart- die Ausgaben seien speculativer Art, denen sich auch ein umsichtiger Geschäftsmann nicht entziehe. Die Stadtverwaltung müsse, um unsere Stadt zu einer modernen zu gestalten, auch speculativ arbeiten - die Erhöhung des Steuercapitals um ca. 53000 Mk. könne wohl auch mit als Beweis für die Prosperität des städtischerseits gemachten Aufwandes gelten. Die Erhöhung der Communalsteuern betrage 3 %, was gegenüber anderen mit Gießen zu vergleichenden Städten als günstig zu bezeichnen sei. Seit sechs Jahren habe keine Erhöhung der Communalsteuer stattgesunden, trotzdem überall Erhöhungen eingetreten seien. Mainz habe die Communalsteuer erhöht, Offenbach vor zwei Jahren 20,9 Psg. von der Mark Steuercapital, im laufenden Jahre 23,4 Psg. erhoben, dort werde sich jetzt der Satz auf 25,9 Psg. erhöhen, trotzdem Offenbach z. B. hinsichtlich seiner Einnahmen aus Octroi im Verhältniß zu seiner Einwohnerzahl viel günstiger wie Gießen stehe, indem es weit über 200,000 Mk. erhebe, während Gießen nach Abzug der Ausgaben nicht viel über 80,000 Mk. verblieben. Da brauche sich unsere Verwaltung bei einer Erhöhung von 3 °/e nicht zu schämen. Obwohl die Frage, ob für dieses Jahr noch ohne Erhöhung der Communalsteuer auszukommen sei, nicht unbedingt verneint werden könne, so würde doch der Voranschlag für 1893/94 anders aussehen. Im Allgemeinen würde die Rechnung gegen das Vorjahr um ca. 22,000 Mk. ungünstiger abschließen. Zu berücksichtigen sei noch, datz es in der Natur der Sache liege, daß diejenigen Leute, die über Ausgaben beschließen, auch Fürsorge für deren Bestreitung zu treffen hätten und dies nicht einer neugewählten Stadtverordnetenversammlung überlassen sollten.' Wie alle hejsijchen Städte, so könnte auch Gießen sich dem Zuge der Zeit nicht entgegenstellen. Was die Beschlüsse über die in den Voranschlag eingestellten Aufwendungen betreffe, so könne wohl Niemand aus der Mitte der Versammlung sagen, nach irgend einer Seite hin überrumpelt worden zu sein- wenn Zweifel über die Tragweite eines Beschlusses aufgetaucht seien, so sei geäußerten Wünschen aus Vertagung in den meisten Fällen entsprochen worden. In der Spezialberathung bemerkte der Herr Oberbürgermeister bezüglich der pos. „Einquartierung" und „Straßenreinigung", daß wohl Niemand mehr die hierfür vorgesehenen Ausgaben bemängeln werde, nachdem diese Lasten auf die stärkeren Schultern der Stadt übergegangen seien. Herr Georgi bemerkt, daß das Schulhaus an der Nordanlage weniger kostspielig hätte hergestellt werden können, auch hätte man von der Heranziehung eines Spezialisten als Baumeister, der lediglich etwas Großartiges ohne Berücksichtigung der städtischen Mittel hat schaffen wollen, absehen können. Herr Dr. Ploch spricht sich in entgegengesetztem Sinne aus - das Schulhaus trage allen Anforderungen Rechnung, es sei hell, luftig und gesund, was von den kasernenartigen übrigen Schulbauten, die übrigens seit ihrem verhältnißmäßig kurzen Bestehen viel Reparaturkosten verursacht hätten, nicht behauptet werden könne. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß gerade die Heranziehung eines Spezialisten aus dem Gebiete des Schulhausbanes Vortheilhaft gewesen fei- ob überhaupt der Bau im Verhältniß zu den anderen ein so kostspieliger sei, werde die später erfolgende Rechnungslegung ergeben. — Der von Herrn Schwall gestellte Antrag, vorsorglich 5000 Mk. für die Niederlegung der Walther'schen Hofraithe in den Voranschlag einzustellen, wurde abgelehnt, der Voranschlag mit einigen vor Berathung getroffenen Aenderungen angenommen. (Wir werden nächstens einiges aus dem Voranschlag mittheilen. Red.) Localer «n- provinzielles. Gießen, 13. Februar 1892. — Der Theaterverein hatte zum kommenden Donnerstag den „Probepfeil" von Blumenthal fest in Aussicht genommen und alle erforderlichen Vorbereitnngen dazu getroffen. Zu seiner Ueberraschung erfuhr der Vorstand aus dem gestrigen „Anzeiger", daß Herr Reiners dasselbe Stück am Montag bringen will. Da der „Theaterverein" grundsätzlich dem hiesigen Theaterunternehmen keine Concurrenz machen will, so hat sich der Vorstand trotz der erheblichen Schwierigkeiten, die eine Programmänderung verursacht, doch zu einer solchen entschlossen. Näheres bringt am Montag das übliche Inserat. — Neues Theater. Wir wollen nicht verfehlen, nochmals auf die Vorstellung am nächsten Montag besonders ausmerksam zu machen. Frl. Amalie Cramer, ein uns stets willkommener Gast, wird zum Benefiz des trefflichen Bonvivants unserer Bühne, Herrn Adolf Peickner, die „Hortense" in Oscar Blumenthals reizendem Lustspiel „Der Probepfeil" spielen. Wir brauchen das hiesige Publikum diesmal wohl nicht besonders zu zahlreichem Erscheinen einzuladen, denn das amüsante Stück, der Name des gefeierten Gastes und der des bewährten Benefizianten werden wohl sicher eine große Zugkraft ausüben. Gerade in der Rolle der „Hortense" hat Frl. Cramer schon öfters glänzende Erfolge erzielt, da wird es ihr auch in unserer Stadt nicht an reichem Beifall fehlen. —h In dem mit Tannengrün und Fahnen sowie einem großen Transparent „das geflügelte Rad" als Sinnbild des Eisenbahn-Verkehrswesens, festlich und sinnig decorirten Saale des (Safe Leib hielt der hiesige Eisenbahn Beamten Verein am vergangenen Mittwoch den 10. Februar sein erstes Stiftungsfest ab, welches in jeder Beziehung als gelungen bezeichnet werden muß. Außer den von auswärts eingeladenen und zahlreich erschienenen Beamten, hatten sich auch aus allen Kreisen der Einwohnerschaft Gießens Gäste ein- gesunden- zur sichtlichen Freude der Mitglieder des sest- gebenden Vereins, ehrten auch die Herren der Oberhessischen Eisenbahn-Direction nebst ihren Damen, an ihrer Spitze der Betriebsdirector Herr Geheimer Baurath Altvater, das Fest durch ihre Anwesenheit. Der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Stationsvorsteher Heydt begrüßte in schwungvoller Rede die Anwesenden, dankte im Namen des Vereins und in herzlicher Weise für die zahlreiche Betheiligung, darauf hinweisend, daß sein Dank namentlich auch Denjenigen gelte, die trotz ihres anstrengenden und verantwortlichen Berufes in ihrer freien Zeit keine Mühe und Opfer scheuten, auch die Geselligkeit und das Familienleben zu pflegen. Zum Schlüsse brachte derselbe ein von sämmtlichen Anwesenden begeistert aufgenommenes Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König Wilhelm II., sowie unfern Landesherrn, Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Hessen Ludwig IV. aus. Eine bunte Reihe von gesanglichen, humoristischen und theatralischen Vorträgen wechselten alsdann ab, und hielten die Anwesenden in der fröhlichsten Stimmung. Den Glanzpunkt des Abends bildete ein auf dem Programm als Schauspiel verzeichneter Einacter: „Ein Deficit", welchen ich lieber als Lebensbild bezeichnen möchte, denn als solches wurde es uns vorgeführt- ein Bild eines echten deutschen treuen Beamten, an den die Verführung in der verschiedensten Art herantritt, der in Freud und Leid, in Glück und Noth stets seine Ehre als Beamter über Alles andere schätzt, ein Bild, aus dem Leben gegriffen. Als der Vorhang sich erhob, glaubte man sich in das Büreau einer Eisenbahnstation verseht. Billewerkaus, Telegraphenapparate rc., alles sunctionirte wie im Leben und als schließlich das Abfahrts-Glockenzeichen ertönte, die Coupe- thüren geschloffen wurden, der Zugführer fein „fertig" rief und die schrille Dampfpfeife der Locomotive ertönte und schwer pustend man den Zug absahren hörte, ließ sich das Publikum nicht mehr zurückhalten und applaudirte bei offener Scene. Es würde zu weit führen, über die Handlung des Stückes selbst zu sprechen, nur über das Spiel der Mitwirken- den noch einige Worte: Worte der größten und wohlverdientesten Anerkennung für die vorzügliche Einstudirnng und das meisterhafte Spiel - besser als meine Feder mag hierfür der allseitige Beifall und der dreimalige Hervorruf der Darsteller sprechen. Nach Beendigung des Programms trat die Jugend in ihre Rechte und das Tanzvergnügen hielt die Theilnehmer bis in die frühen Morgenstunden in bester Stimmung vereint. Möge der Gießener Eisendahnbeamten- Verein auch fernerhin wachsen, blühen und gedeihen zur Ehre des Beamtenstandes, zum Segen des Verkehrswesens zum Wohl unseres geliebten deutschen Vaterlandes! — Fernsprechverbindung mit Frankfurt. Es entspricht gewiß dem Wunsche vieler hiesigen Geschäftsleute, wenn eine Fernsprechverbindung zwischen hier und Frankfurt hergestellt wird. Um der Verwirklichung diesbezüglicher Wünsche näher zu kommen, rathen wir den Interessenten, sich recht bald mit dem Kaiser!. Postamte in Verbindung zu setzen, welches z. Z. Erhebungen über das Bedürsniß der bezeichneten Fernsprechverbindung anstellt. Mainz, 10. Februar. Neuerdings ist abermals ein Japaner, der Oberst Wosaco, zur Dienstleistung bei dem 27. Feld-Art.-Regiment commandirt worden. Auszug aus öen Stanöcsamtsregiftem der Stadt Gießen. Stusgedote. Februar: 6. Heinrich Valentin Phtlipp Henn, Handschuhmacher dahier, mit Margarethe Kämmerer hiersilbft. 6. Job. Kd. Will, Taglöhner zu Friedelhausen, mit Kalh. «Schneider dahier. 8. Karl Theodor Dorr, Telegraphen-Dtätar zu Hannover, mit Louise Christine Vockenberg zu E-nsthausen. 9. Kaspar Schwarz, Großh. Salinenbauaufseher zu Bad-Naubeim, mit susanna Philippine Mathilde Malkomesius von hier. 10. Johann Heinrich Hamel, Sergeant dahier, mit Sophie Jacobine Schneider Hierselbst. 11. Wilhelm Heinrich Carl Lange, Kaufmann dahier, mit Magdalene Schichte! von Frankfurt a. M. 12. Friedrich Nicolaus Peil, Maschinenschlosser bei der Main Weser-Bahn dahier, mit Jeannette Sand Hierselbst. 12. Ludwig Bernhardt, Schuhmacher dahier, mit Philippine Margarethe Elisabeth Auguste Johanna Kölle hierselbft. 13. Heinrich Grün, Kellner zu Frankfurt a. M.-Sachsenbausen, mit Dorothea Puth Hierselbst. Gheschließrrrrgerr. Februar: 10. Andreas Sorgenfrei, Wirth dahier, mit Elisabeth Hohbach von Atzbach. 12. Philipp Lemp, Bäcker dahier, mit Caroline Marie Auguste Malkomestus hierselbft. Geborene. Februar: 2. Dem Fabrikarbeiter Gerhard Jahres ein Sohn, Hermann Emil. 4. Dem Schreiner Ludwig Baum ein Sohn, Wilhelm. 5. Dem Graveur Max Rühl ein Sohn, Julius Christian Otto. 7. Dem Fabrikant Alfred Bock ein Sohn, Gustav Johannes Wolfgang. 7. Dem KreiSbauaufseher-Aspirant Ernst Schmidt eine Tochter. 8. Dem Jnstitutsdiener Wilhelm Rühl ein Sohn. 8. Dem Schuhmann Cail Zink eine Tochter. 9. Dem Jnfpector Julius Löbermann eine Tochter. 10. Dem Cultur-Techniker Albert Cullmann ein Sohn, Karl. Gestorbene. Februar: 5. Konrad Seipp, 44 Jahre alt, Schuhmachermeister dahier. 6. Heinrich Philipp Pfeil, 73 Jahre alt, Schlosser dahier. 6. Philipp Lüdeking, 75 Jahre alt, Rentner dahier. 8. Käthchen Becker, 27 Jahre alt, dahier, Tochter deS verstorbenen Gärtners