Nr. 291 Erstes Blatt. Dienstag Len 13. Dccember 1892 Der Ott»—« erscheint täglich, *h Lu-nahme d«S Montags. Die Gießmer Dertzen dem Lu-eiIer »Schemlich dreimal deißeteßt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. viertelsahriger ASeuuemeutrpreiss 2 Mark 20 Pfg. mV Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Redaction, Expeditim» und Druckerei: Kchutstr-teKr.,. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Avers Gieren. Hratiskeikag«: Kießmer JamikienLkätt«. clnrtlichev Theil Deutsches Reich «Le Lnnoacen-Bureaux des In. und LuSlaudeS nehm« «»-eigen für den ^Gießener lejciger* entgegen. Annahme Bob Anzeigen zu der Nachmittags für den falgenden Lag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Bekanntmachung, betreffend Schafräude zu Münster. Nachdem die zu Münster ausgebrochen gewesene Schafräude erloschen ist, werden die angeordneten Sperrmaßregeln hierdurch wieder aufgehoben. Gießen, den 10. December 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. sammtwerthe von 39 000, eventuell bis zu 65 000 Mark ver- loost werden sollen. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat den gedachten Unternehmern auf ihr Nachsuchen gestattet, die fraglichen Loose im Großherzogthum bis zum 2. Mai n. I. einschließlich zu vertreiben. Es wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, den 12. December 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. mehrere andere Herren eingetroffen. Um 9 Uhr sand der Aufbruch zur Suche mit der Findermeute auf Sauen im Sinngrün statt. Um 11 Uhr wird das Frühstück im Jagdzelt eingenommen, dann folgt ein abgestelltes Jagen auf Roth-, Dam- und Schwarzwild am Drakenberge. Bremerhaven, 10. December. Alle Schiffe, welche aus den Häsen der Westküste Frankreichs einlausen, unterliegen wegen der neuerdings dort vorgekommeen choleraartigen Erkrankungen hier einer g e su n d he itsp o liz e i liche n Contro le. Stuttgart, 10. December. Prinz Friedrich von Hohenlohe-Oehringen ist am Herzkrampf gestorben. Bekanntmachung, betreffend Verloosungen aus Anlaß der Darmstädter Pferdemärkte in 1893. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz auf Nachsuchen des Landespferdezuchtvereins — Section für die Darmstädter Pferdemärkte — genehmigt hat, daß im Frühjahr und Herbst nächsten Jahres je ein Fohlen- und Pferdemarkt zu Darmstadt abgehalten wird und mit diesen beiden Märkten Verloosungen vornehmlich von Pferden und Fohlen, von Pferdegeschirren, landwirthschaftlichen Geräthschaften, sowie sonstigen Gegenständen, nach dem vorgelegten Verloosungs- plane verbunden werden. Diesem Plane gemäß sind bei jeder der zwei Verloosungen höchstens 20 000 Loose — das Loos zu 2 Mark — auszugeben und wenigstens 65% der Brutto-Einnahmen zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden. Zugleich ist der Vertrieb der fraglichen Loose für den Umfang des Großherzogthums gestattet worden. Gießen, den 12. December 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Zulassung von Mannheimer Pferdemarktloosen im Großherzogthum Hessen. Die Direction des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Mannheim und des badischen Rennvereins Mannheim werden aus Anlaß des am 30. April und 1. und 2. Mai k. I. in Mannheim abzuhaltenden Pferde- und Rindviehmarktes eine Verloosung von Pferden, Rindvieh und gewerblichen Gegenständen veranstalten, bei welcher 30 000, eventuell bis zu 50000 Loose ä 2 Mark ausgegeben und Gewinne im Ge- Berliu, 10. December. Die von den Abgeordneten Buhl und Marquardsen eingebrachte Interpellation hat folgenden Wortlaut: „Die in dem soeben beendeten Prozeß Ahlwardt vernommenen militärischen Sachverständigen haben sich zwar schon entschieden für die gute Qualität unserer neuen Jnsanteriebewaffnung ausgesprochen. Nichtsdestoweniger erscheint es Wünschenswerth, wenn von höchster autoritativer Stelle aus eine Bestätigung und Bekräftigung dieses Urtheils ersolgt. Die Unterzeichneten richten deßhalb an den Herrn Reichskanzler die Anfrage, ob derselbe bereit ist, dem Reichstage in diesem Betreff eine Mittheilung zu machen." Berlin, 10. December. Die freie Vereinigung von Interessenten der Spiritus-, Branntwein und Preßhefen- industrie richtet an den Reichstag eine Petition, die Brausteuernovelle dahin zu ändern, daß ein einheitlicher Verbrauchsabgabensatz von 60 Mk. eintrete. Berlin, 10. December. Der Bundesrath stimmte in der gestrigen Plenarsitzung den Ausschußanträgen wegen der Wtedervorlegunz eines Gesetzentwurfs an den Reichstag gegen den Verrath militärischer Geheimnisse, sowie eines Gesetzentwurfs wegen Bestimmungen über den Wucher zu. Berlin, 10. December. Dem feierlichen Leichen- begängniß Werner Siemens wohnte in Vertretung des Kaisers der Reichskanzler Caprivi bei, ferner ein Vertreter der Kaiserin Friedrich, die Minister Bötticher, Berlepsch und Schelling, Vertreter der Kunst und Wissenschaft, Vertreter der Städte Berlin und Charlottenburg und zahlreiche Deputationen. Dem Leichenzuge folgten viele Tausende, darunter 4000 Arbeiter der Stemens'schen Fabrik mit den Musikcorps der Gardeartillerie und der Gardedragoner. Springe, 10. December. Zu den Jagdgästen Seiner Majestät des Kaisers sind heute noch der Landesdirector v. Hammerstein, der Regierungspräsident Gras Bismarck und Ausland. London, 10. December. Eine Meldung ist eingegangen, Emin Pascha sei im März am Kuriflusse von den Wanyema ermordet worden. Die Meldung rührt von dem Egypter Award her, der mit Emin bei Mosambari, westlich vom Albertuyanza, gewesen sei. Deutscher Reichstag. 12. Sitzung. Samstag, 10. December 1892. Am Bundesrathsttstbe: Reichskanzler v. Caprivi, die Kriegsminister General v. Kaltenborn-Siachau (Preußen), General v. d. Planitz (Sachsen), General v. Safserltng (Bayern) und General Schott v. Schottenstein (Württemberg). Eingegangen: eine Interpellation der Abgg. Dr. Buhl und Genossen, betr. die Brauchbarkeit der Gewehre der deutschen Armee. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Friedenspräsenzstärke des Heeres Kriegsminister v. Kaltenborn-Stachau: Wir, die wir den Anstoß zu der allgemeinen Wehl pflicht gegeben batten, haben allmälig den Vorsprung vor anderen Staaten verloren. Es blieb nichts übrig als die FrtedenSpräsenz zu erhöhen und neue Cadres zu bilden. Die Heeresverwaltung habe das Ziel der allgemeinen Wehrpflicht unentwegt im Auge behalten, aber oie Kosten hierfür würden unerschwinglich gewesen sein, wenn man an der dreijährigen Dienstzeit feflgehalten hätte. Nicht um einen Versuch handele es sich, sondern um einen wohlüberlegten definitiven Schritt. Will das Deutsche Reich seine Machtstellung behaupten und Herr seiner Geschicke bleiben, so muß es seine ganze Kraft aufwenden. Es wäre ein Unrecht, die Alten vor den Jungen hinauszuschicken. Die Jugend gehöre in die vordersten Rethen der Kämpfer für das Vaterland. Es ist möglichst sparsam vorgegangen worden. In der Commisfion wird Gelegenheit sein, auf nähere Einzelheiten einzugehen. Weiden die Vorlagen angenommen, so wird die beste Garantie für den Frieden geschaffen und die Sicherheit des Vaterlandes gewährleistet. Bei keiner Vorlage ist ein so günstiges Verhältniß zwischen Kosten und Wi kung vorhanden gewesen als bei dieser. Feuilleton. Der Nufsenhsnsl. Scizze aus den Alpen. Von Franz Wichmann. (5. Fortsetzung). „Und nun, Hansel?" fragte ich bewegt. „O mei, was wirds jetzt no sei, — jetzt bin i a alter, -grauer Mo word'n und dö Vroni hat Kinda, zwoa Buam nnd oan Madl, dö aa scho groß san und bald heirath'n könna. Jetzt frag i's nimma, ob's mi no mag." „Und doch wollt Ihr zu ihr gehen?" ,/A mal muß i's no seh'gen, bevor i stirb, Herr, — i kann net anders, mi ziahgt's halt hin — i Habs ja nia net vergess'n könna." „Und sie — glaubt Ihr, daß sie Euch vergessen, daß sie glücklich gewesen ist?" „O mei, sie wird si halt drein g'funden hab'n, was sollts denn anders thean, hält ihr ja eh nix g'nützt — und dann wia dö Kinda kemma san, — dö Kinda, Herr, san a starkes Band. I möcht wohl wissen, wia des Madl aus- schaugt — ihre Tochter — ob's ihr aa gleich sieht?" Er stützte das Haupt m beide Hände und eine Bewegung, die durch seinen alten, gebrechlichen Körper ging, schien mir wie ein Schluchzen, das sein verhülltes Gesicht durchzuckte. Nach einer Weile faßte er sich wieder. „Sehgt's, Herr, dös is mei Unglück g'wen. Wann dö Leut denkt hätt'n, wia Oes g'sagt habt's — nachha waar i an and'rer Mensch ward'n. Und darum habts an dö G'schicht hör'n müaß'n. Seid's ma net bös, Herr, wann i Enk g'langweilt hab, was kann aa alter Mo, wia i bin, aa viel Jnteressant's verzähl'n, o mei — s geht halt alles, wias gehn muaß, — und jetzt, Herr, — muaß'n ma von anand gehn'n — und t dank Enk recht schö und behüt <$nt Gott." „Wie, Hansel, Ihr wollt schon gehen und mich hier allein lassen?" Er hatte bereits seine Kraxe wieder auf den Rücken genommen, sah mich mit seinen eigenthümlichen, dunkel-trau- rigen Augen an und sagte: „Oes kennts nimma fehl'n, Herr, Enker Weg geht alleweil grad furt, der moane drent auf d' Seit'n durch'n Wald zum Latscherhof. Da könnts mi net solg'n und mia aa nimma derwart'n, dös wißts scho selm." Und er schickte sich zum Gehen. Ich wagte nicht, ihm zu widersprechen und mich ihm noch weiter aufzudrängen. Einen Augenblick blieb er noch stehen, dann sagte er: „Seht's, wo dös Marterl dort steht, geht mei Weg abi —" und noch einmal drückte er mir die Hand. Die Abendsonne war durch die zertheilten Wolken gebrochen und ihr röthlich glänzendes Licht schimmerte durch die Zweige der dunklen Tannen. Ich glaube, das flimmernde Zittern des Lichtes schmerzte meine Augen. Ich mußte mit der Hand darüber fahren, um das unangenehm brennende Gefühl zu beseitigen. „So behüt Euch Gott, Hansel," sagte ich und kehrte mich ab, um in die schöne Berggegend hinauszuschauen. Als ich mich nach einer Weile nochmals zvrückwandte, sah ich, daß der Alte vor jener einsamen Martertasel niedergekniet war und ein stilles Gebet verrichtete. Erst als er sich erhoben und im Walde abwärts tastend mit schweren unsicheren Schritten verschwunden war, ging ich langsam zu jener Stelle. An dem Stamme einer hochragenden Tanne war eine schlichte Holztasel befestigt. Ein ländlicher Maler hatte mit naiver Zeichnung und unglaublichen Farben einen Unglückssall dargestellt, der sich vor Jahren beim Holzfällen an dieser Stelle ereignet. Ueber dem Verunglückten erschien aus grauen, sich zertheilenden Wolken in blauem Mantel die Gestalt der Madonna, erbarmend im Schrecken die Hände erhoben. Ein rothgoldener Strahl der Sonne fiel zittenrd, wie das bange Pochen eines wehmutherschütternden Herzens aus die schlichten Worte, die in halb verwischter Schrift unter dem Bilde standen: „O Wanderer, ich bitte dich, Steh still allhier und bet für mich, An dieser Stell traf mich der Tod, Wo dich er trifft, das weiß nur Gott." Das Blenden des grellen Lichtes der untergehenden Sonne wurde stärker. Ich mußte noch einmal mit der Hand über die Augen fahren. Zehn Jahre später bin ich wieder in jene Gegend gekommen. Vom Kloster Wildsee herabsteigend, hatte ich den Weg nach Waldau verfehlt. Wohl sah ich seinen spitzen grünen Kirchthurm durch das grüne Dämmern des Abends herüberschimmern, aber immer wieder traten Schluchten und Wälder zwischen mich und mein Ziel, und fast verzweifelte ich, noch zur rechten Zeit das Dors zu erreichen. Endlich blinkte ein Schein von einer einsamen Lichtung des Waldes herüber. Erfreut schritt ich daraus zu. Auf der freien Stolle war es lichter als unter den mich umgebenden dunklen Tannen. Deutlich sah ich den Bauernhof vor mir. Da tauchte mit einem Male alles, was ich vor so langer Zeit in dieser Gegend gehört und erlebt, wieder in meiner Erinnerung auf. Ich hatte den NuffenhanSl und seine schlichte, traurige Geschichte im Drange des Alltagslebens fast vergessen. Jetzt stand sie deutlich wieder vor meinem Geiste. In dieser Gegend mußte das Anwesen des Latschen- bauern liegen. Ich erschrack fast, als ich in meiner Nähe Schritte hörte. Als ich mich umsah, erblickte ich einen mürrisch aussehenden Bauernknccht, der einen Rechen über der Schulter trug. (Fortsetzung folgt.) Abg. Frbr. v. Huene (Ctr.): Man müsse vor Allem die absolute Kostenziffer ins Auge fassen und fragen, ob man dieselbe aufbringen könne. Das platte Land werde bet der Erhöhung der Frie- denSpräsenz am schärfsten berangezogen werden. Das Eentrum yabe bisher geschwiegen, weil es eine ernste Prüfung der Vorlage vornahm. DaS Ergebntß dieser Prüfung sei, daß die Vorlage in ihrem Ge- sammtumfange für daS Eentrum unannehmbar sei (hört, hört!), daß aber daS Centrum bereit sei, diejenigen Mittel -u bewilligen, dte erforderlich seien, um dte Durchführung der zweijährigen Dienstzeit ohne Schädigung unserer Wehrkraft zu gewährleisten. Durch die Vorlage würden 83000 Mann ihrem bürgerlichen Leben entzogen werden. Es sei dankenswerrh, daß der Reichskanzler dte Kosten erheblich herabgedrückt habe; aber etz bleibe doch noch sehr viel übrig und die wirtschaftliche Lage sei wenig aussichtsvoll. Die zweijährige Dienstzeit müsse gesetzlich frstgelegt werden, damit dte Regierung nicht davon abgehen könne. Einen entsprechenden Antrag werde er in der Commission stellen. Mit Mißtrauen bl«cke man auf die vor geschlagenen „vierten Bataillone"; man hätte hier besser von E'satzabtheilungen gesprochen. Die zweijährige Dienstzeit werbe in der Bevölkerung mit größter Genugthuung b grüßt werden, da man darin mit Recht eine Erleichterung erblickt. Die alljährliche Bewilligung der Frtedens- präsenz wäre das grundsätzlich Richtige, da ja der >ötat für ein Jahr festgeslellt werde. Mit dem Septennat habe man eigenthümltche Erfahrungen gemacht. Die verbündeten Regierungen seien für eine Reihe von Jahren gegen eine Herabsctzung der Fricdentzpräsenz geschützt gewesen; gegen eine Heraufsetzung der Pcäfrnz habe das Septennat aber keine Garantie gegeben. Auf dem Boden einer Ver« einigung der wirtbschallltchen Interessen mit denen der Wehrkraft werde sich hoffentlich eine Verständigung erzielen lassen. Adg Richter (dfr.) bemerkt, daß der Standpunkt seiner Partei der Stellungnahme des Centrums sehr nahe komme, doch verwahre er sich dagegen, daß es sich jetzt etwa um die Bewilligung einer ersten Abschlagßrate auf die Gesammtforderung der Militärverwaltung handeln könne. — Daß mehr Soldaten bester sind wie weniger und mehr Bataillone sicherer als ein einziges, brauche man dem Reichstage nicht erst zu sagen, daran zweifle Niemand; Aufgabe aber des Reichstags sei es, die militärischen Forderungen in Einklang mit den bürgerlich wirthschaftlichen Jnterrssen zu bringen. Es sei nicht geschickt vom Reichskanzler gewesen, zu sehr den milttältschen Fachmann herauszukehren; die jetzt vorgeschlagene zweijährige Dienstzeit sei ja gerade ein Triumph des bürgerlichen Laienverstandcs. Die negative Haltung der freisinnigen Partei früheren militärischen Forderungen gegenüber war bedingt durch die ablehnende Haltung der Regierung hinsichtlich der zweijährigen Dienstzeit. Aber ganz falsch sei es, daß die freisinnige Partei verpflichtet sei, auf Grund ihres Parteiprogramms für diese Vorlage zn stimmen. Dre freisinnige । Partei habe zwar immer die zweijährige Dienstzeit gefordert, doch 1 habe sie sich nirgends bereit erklärt, einer solchen Heereserweiterung zuzufttmmen. Sie wolle volle Entwickelung unserer Wehrkraft, aber unter möglichster Schonung unserer wirthschaftlichen Kräfte. Auf die letzteren nehme die Vorlage gar keine Rücksicht. Würde dieselbe bewilligt, so würden bald Nachforderungen für Ausbildungspersonal nachfolgen. Schon jetzt habe man zu junge Offiziere, was mit der Frage der Soldatenmißhandlungen zusammenhinge. Die hieraus erwachsenden Uebelstände würden sich nach der Vorlage ganz bedeutend verschärfen. Es handle sich nicht nur um die Besoldungsfrage, sondern auch um die Pensionirung und bezw. die Civtlver- sorgung. Der Grundsatz, daß ein Offizier, wenn er übergangen wird, sich pensioniren läßt, sei unhaltbar. Wie wolle man die 100000 Mann mehr, welche die Vorlage will, unterbringen? Auch für Casernenbauten werden Millionen an Nachforderungen kommen. Auch die persönliche Belastung würde dürch die Vorlage erheblich wachsen, was große wtrthschaftliche Nachtheile sowohl für dte Industrie wie für die Landwirthschaft zur Folge haben müsse. Man spreche von der Verjüngung der Armee. In dieser Beziehung möge man doch nicht so große Erwartungen an die Vorlage knüpfen. Im Gefolge von Kriegen stellten sich häufig Epidemien ein, die mehr Menschenleben erforderten, als von der Kugel des Feindes dahtn- gerafft werden. Wenn die Regierung die zweijährige Dienstzeit ernstlich wolle, so mjsse das auch gesetzlich ausgedrückt werden. Kriegs- minifter v. Kaltenborn sage zwar, es solle sich um kein Experiment handeln; aber ein späterer Kriegsminister könne leicht anders denken. Seine Freunde hätten ein Interesse an dem Zustandekommen der Vorlage um der zweijährigen Dienstzeit willen, und sie wollten die Mehrkosten, welche die Herabsetzung der Dienstzeit erfordere, bewilligen, aber nur innerhalb der jetzigen Friedenspräfenz. Keine Regierung fei heute in Deutschland stark genug, die dreijährige Dienstzeit entgegen dem Willen des Volkes aufrecht zu erhalten. (Beifall links.) Reichskanzler v. Caprivi: Von dem innersten Wesen des soldatischen Lebens könne Richter naturgemäß nur geringe Kenntniß haben, denn dazu müsse man mit dem Soldatenleben in inniger Beziehung stehen. Er (Redner) sei von der Nothwendigkeit dieser Vorlage völlig durchdrungen. Richter nannte die Gewährung der zweijährigen Dienstzeit einen Triumph des Laienverstandes. Aber die Verkürzung der Dienstzeit konnte Jeder fordern, die Schwierigkeit war, die nothwendigen'Compensationen zu finden. (Zustimmung rechts.) Bei der nächsten Mobilmachung würden bei dem jetzigen Verfahren ca. 1 Mtllon junger Leute ruhig zu Hause hinter dem Ofen bleiben; die Vorlage wolle diese Kräfte in den Dienst des Vaterlandes stellen. Dafür wolle man die älteren Leute zunächst zu Hause lassen. Abg. Frhr. v. M a n t e u f s e l (cons.): Bei der großen Mehrbelastung, welche die Vorlage bringe, und bei der heutigen wirthschaftlichen Lage trete seine Partei mit der größten Zurückhaltung an die Vorlage heran. Dazu komme, daß für den größten Theil unserer Truppen von der bewährten dreijährigen Dienstzeit abgegangen werden soll. Allerdings soll die dreijährige Dienstzeit principtell nicht aufgegeben werden und darauf lege er den größten Werth. Es sei sehr fraglich, ob wir die Erfclge von 1866 und 1870/71 ohne dte dreijährige Dienstzeit errungen hatten. Es werde davon abhängen, ob die Com- miffarien der Regierung in der Commission in der Laoe sein werden, überzeugendes Material für die Nothwendigkeit der Vorlage beizu- bringen. Er befürchte, daß es nicht möglich sein werde, die durch die Vorlage bedingte Zahl an Offizieren und Unteroffizieren auizu- brtngen. Was die Dtckungsfrage anlange, so begrüße er die Börsensteuer; aber werde dieielbe erbringen, was man von ihr erwarte 2 Es bezwe.fle das. Bei der Biersteuer dürfte wohl die Landwirthschaft zum Thcil die Kosten tragen, indem die großen Aciienbrauere.en den Preis für Gerste und Hopfen entsprechend der Steuererhöhung drücken dürfen. Noch erheblicher werde die Landwirthschaft durch die Erhöhung der Branntweinsteuer getroffen. Die Landwirthschaft habe auch bei den Handelsverträgen die Kosten zablen müssen und es geschehe nichts zur Erleichterung dieses wichtigen Zweiges unteres Volkslebens. Die angekündigte Novelle zum Unterstützungswohnsitzgesetz sei bisher noch nicht eingegangen. Hoffentlich werde die Regierung eine günstige Antwort auf die Jr.terpellat'on des Grafen Mirbach betr. die Brüsseler Conferenz haben. Die conservative Fraction werde nur bewilligen, was sie für nothwendig und für wirksam halte und daraus hin- die Vorlage einer ernsten Prüfung unterwerfen. (Beifall rechts.) Abg. v. Komierowski (Pole) erklärt die Vorlage in der vorliegenden Form für unannehmbar. Die Weiterberathung wird vertagt. Montag 12 Uhr: Interpellationen betr. die Brauchbarkeit des deutschen Armeegewehrs und betr. die Brüsseler Währungsconferenz, Fortsetzung der heutigen Berathung. Neueste Depeschen des Bureau „Herold". Bremen, 11. December. Die Auswanderung über hier nach Amerika in 11 Monaten 1892 betrug 119 670 gegen 132 739 im Vorjahre. Dresden, 11. December. Aussehen erregt der^Concurs der Dresdener Brodsabrik Siegfried Epstein. Die Forderungen der Hauptgläubiger betragen 300000 Mk. totale* und ^provinzielles, Gießen, 12. December 1892. — Oeffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschuffes der Provinz Oberheffen vom 10. December 1892. 1) Geländeenteignung zum Ausbau der Löberstraße, hier Antrag der Stadt Gießen auf Ausspruch der Enteignung. Dem Anträge wird, nachdem die Deponirnng der festgesetzten Entschädigungssumme nachgewiesen worden ist, stattgegeben. — 2) Reclamation der Brüder Hermann und Jacob Weinberg zu Gießen gegen das Heberegister der israel. Religionsgemeinde Gießen pro 1892/93. Gegen das Er- kenntniß des Kreisausschusses, das die Reclamation für begründet erkannte, ist seitens des Vorstandes der hiesigen israel. Religionsgemeinde Recurs verfolgt woiden. Letzterer hat behauptet, daß die Brüder Weinberg als Mitglieder der Religionsgemeinde zu betrachten seien, während die Brüder Weinberg dies bestritten mit der Begründung, daß sie in 1887 ausgetreten seien und seitdem eine Erklärung ihres Wiedereintritts nicht abgegeben hätten. Zur heutigen Verhandlung sind seitens der Parteien verschiedene Zeugen sistirt worden, welche sich hauptsächlich über den Synagogenbesuch der Brüder Weinberg zu äußern hatten. Die Vernehmung ergab, daß die Letzteren einigemale die Synagoge besucht haben- in welchen Jahren dies gewesen, konnte nicht genauer festgestellt werden. Der Vertreter der israel. Religionsgemeinde stellt Antrag aus Stattgebung des Recurses, welchen Antrag er insbesondere darauf stützt, daß die Brüder Weinberg ausgiebigen Gebrauch von den Gemeindeanstalten gemacht, sich auch als Mitglieder der Gemeinde gefühlt hätten. Der Vertreter des Hermann und Jacob Weinberg vertritt dagegen die Anschauung, daß es zum Wiedereintritt seiner bereits früher aus der fraglichen Gemeinde rechtsgültig ausgetretenen Mandanten einer bestimmten Willenskundgebung bedurft habe, diese aber nicht erfolgt sei. Der Recurs der israel. Religionsgemeinde wird unter Verurtheilung derselben m die Kosten abgewiesen. — 3) Reclamation des J o h. Seibert XI. zu Homberg a. O. gegen die Gemeinderathswahl daselbst. Seibert harte gegen die Gemeinderathswahl reclamirt, da der Ersatzmann für einen am Wahltage erkrankten Beisitzer nicht vom Gemeinderath gewählt, sondern vom Bürgermeister k. H. ernannt worden ist. Der Kreis- Ausschuß zu Alsfeld verwarf diese Reclamation, worauf Recurs an den Provinzial-Ausschuß verfolgt wurde. Der Provinzial-Ausschuß gab dem Recurse statt und erklärte dem« zufolge die fragliche Wahl für ungültig. — 4)August Wenzel und Heinrich Bär IV. von Bobenhausen im Kreise Schotten suchten bei dem dortigen Kreis-Ausschuffe um Gast- wirthschaftsconcession nach, welche denselben jedoch unter Verneinung der Bedürfnißsrage versagt wurde. Nach Aussage des heute vernommenen Bürgermeisters von Bobenhausen entsprechen die dortigen Wirthschasten nicht den Anforderungen, die an sie gestellt werden, in einigen sollen überhaupt keine separaten Wirthßstuben vorhanden sein. Der Provinzial- Ausschuß erkannte, daß unter Aufhebung der Entscheidungen des Kreis-Ausschusses den beiden Gesuchstellern die erbetene Concession ertheilt werden soll. — 5) In der Klagesache des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsarmenverband Angenrod wegen Ersatz von Unter- stützungskosten für ein Kind der Katharine Oestreich von Renzendorf beschließt der Provinzial-Ausschuß dem klägeri- schen Anträge gemäß. — 6) Jo Hs. Al brand von Wolf bei Büdingen hat gegen das Urtheil des Kreis-Ausschusses Büdingen (welches ihm den Fortbezug des Allmendgenusses in Wolf deshalb abgesprochen hat, weil derselbe nach Büdingen verzogen ist) Recurs erhoben mit der Begründung, daß er in Wolf noch eine vollkommen eingerichtete Wohnung habe, auch dortselbst noch Oeconomie betreibe bezw. betreiben lasse. Der Recurs wurde verworfen. — Von der Universität Herr Privatdocent Dr. A. Seitz wird, wie die „Frkf. Ztg." meldet, die am 1. April 1893 erledigte Stelle eines wissenschaftlichen Directors des Frankfurter Zoologischen Gartens annehmen. — Auf die heute Montag Abend stattfindende Vorstellung des Experimentators Albin Krause aus dem vielum- strittencn Gebiete der Suggestion sei hierdurch nochmals aufmerksam gemacht. (S. h. Inserat.) — Verhaftet wurde ein junger Gärtnergehülfe, der die verschiedenartigsten Urkunden gefälscht hat, Wechsel, Briefe, die Quittung aus einem Steuerzettel rc. — Postalisches. Beim Herannahen des Weihnachts- Packetverkehrs erscheint es uns angezeigt, aus verschiedene Punkte hinzuweisen, deren Beachtung für die Absender von Packeten besonders wichtig und geeignet ist, das Publikum vor Nachtheilen und Unannehmlichkeiten zu schützen: 1) Die Verpackung der Packete muß fest und dauerhaft sein. Schwache Schachteln, Cigarrenkisten und dergl. sind zur Beförderung nicht geeignet und werden von der Post nur „auf Gefahr des Absenders" zur Beförderung angenommen. 2) Die Packete müssen mit einer dauerhaften, deutlichen und vollständigen Aufschrift versehen sein, so daß nöthigensalls das Packet auch ohne die Begleitadresse bestellt werden kann. Es empfiehlt sich, daß dem Inhalte der Packetsendungen ein Zettel beigefügt wird, der die vollständige Adresse enthält. 3) Die Packetausschrift muß auf den Packeten selbst niedergeschrieben oder an denselben so haltbar befestigt sein, daß sie nicht während der Beförderung durch Zufall abgerissen oder abgestreift werden kann. 4) Sogenannte Fahnen, welche bei der Versendung von Geflügel, Hasen und sonstigem Wildpret vielfach verwendet werden, müssen aus dauerhaftem Stoff bestehen und gut besestigt sein. Bei Fleischsendungen und anderen Gegenständen in Leinwandverpackung darf die Aufschrift nicht auf die Umhüllung ausgeklebt sein. 5) Aeltere Aufschriften rc., die sich auf dem Verpackungsstoff etwa noch befinden, müssen vor der Auflieferung vollständig beseitigt oder unkenntlich gemacht sein. Ganz besonders aber wird angeralhen, die Packete möglichst frühzeitig und nicht etwa in den letzten Tagen vor dem Feste abzusenden, weil bei der in diesen Tagen, wie allbekannt, stattfindenden Massenauflieserung einerseits leicht Verzögerungen eintreten können, andererseits Packete, die nicht ganz dauerhaft verpackt sind, leicht Beschädigungen durch andere schwere Packete ausgesetzt sind. § Herbstein, 10. December. Von Seiten der Oberpost- direction Darmstadt wurde dem hiesigen Postillon Matthäus Wiegand das Ehrenhorn überreicht, mit der Inschrift: „Dem Postillon Matthäus Wiegand für geschicktes Fahren 1892"; außerdem erhielt Wiegand die Ehrentressen. U. Herbstem, 11. December. In Holzmühl hat sich am vergangenen Sonntag wieder einmal eine Messer- as faire abgespielt. Einer der Streitenden brachte mit dem Taschenmesser seinem Gegner einige nicht unbedeutende Stichwunden im Gesicht bei. ^1/ Herbstein, 10. December. Ein in den Hasen der Ehe einlaufen wollender junger Mann hatte bei einem Gastwirthe in einem Städtchen des Vogelsbergs den Saal gemiethet, um in diesem nach erfolgter Trauung den wichtigen Tag festlich zu begehen. Die glückliche Braut mußte zu diesem feierlichen Act von auswärts zureisen. Der Bräutigam hatte schon vergebens aus das Eintreffen seiner Zukünftigen gewartet; er wartete noch mehrere Stunden; er telegraphirte; er wartete bis zum anderen Tag, die Braut ließ nichts von sich hören. Ttesbetrübten Herzens reiste der Bräutigam wieder nach seinem Heimathsorte ab. -r- Herbstein, 10. December. Vom hiesigen Schöffengericht wurden vier junge Leute von Freiensteinau, welche auf der Kirchweihe daselbst einen anderen mit Messern gefährlich gestochen hatten, verurtheilt und zwar erhielt der Hauptbeschuldigte sechs Monate und die anderen je 14 Tage Gesängniß. Riuderbugen, 9.December. Wie Gespenstergeschichten entstehen und durch mannhaftes Vorgehen eine natürliche Aufklärung finden, zeigt folgende Geschichte. — In einem Wäldchen des benachbarten Leisenwald fand kürzlich ein bedauerlicher Selbstmord statt. Vielleich hieraus bezugnehmend machten sich nun spuklustige Gesellen neuerdings das seltsame Vergnügen, an der kritischen Stelle nächtlicher Weile ein brennendes Licht in einem großen außgehöhlten Kiel schimmern zu lassen. Dem vorderen Theile der riesigen Rübe waren menschliche Gesichtssormen eingeschnitzt, welche durch Flammenschein der innen brennenden Kerze mattroth durchleuchtet wurden. Wahrlich ein schauerliches Bild in finstrer Nacht! Am betreffenden Abend waren zwei Burschen aus L . . . — wohl in Liebesangelegenheit in Sp. und passirten aus ihrem Heimweg jene Stelle. Sie vermieden es sorgsältigst mit der bedenklichen Erscheinung in Berührung und Conflict zu kommen, zogen vielmehr aus ihrem Dorf erst wesentliche Verstärkung an sich, um alsdann dem vermeintlichen Gespenst den Kampf anzutragen. Nachdem schließlich unter den Streichen der Kühnen die (friedsam in ihrem stillen Kämmerlein) schimmernde Kerze ihr Lebenslicht ausgehaucht hatte, klärte sich die drollige Geschichte auf. — Vermuthlich wollte man gewisse Burschen durch die Schauerscene gruselig machen, um sie von ihren nach Sp. zielenden Liebesgedanken zu kurieren. Darmstadt, 10. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Gymnasiallehrer Professor Dr. Weiffenbach von Gießen, den Finanzrath Burger von Gießen und den Commandant der Freiwilligen Feuerwehr zu Gießen Möhl. Darmstadt, 10. December. Zu Beginn der heutigen Schwurgerichtssitzung in der Anklage gegen Schreck und Genossen wurden zunächst die den Geschworenen vorzulegenden Fragen definitiv festgestellt. Das Plaidoher des Staatsanwalts findet zwar keinen unmittelbaren, wohl aber einen mittelbaren Zusammenhang mit der That Kuhmichels. Die öffentlichen Verhandlungen, sowie die Berichte der Presse, welche die Mittheilungen über derartige Prozesse in alle Weltgegenden übermittelten, wirkten nach seiner Meinung ansteckend. Im Laufe des Plaidoyers bezeichnete der Staatsanwalt den Angeklagten Schreck als den eigentlichen Vater der abzuurtheilenden Strafthaten. Der Staatsanwalt beantragt gegen Schreck und Kramm die Bejahung der Frage auf Schuldig wegen vorsätzlichen, gemeinschaftlichen Mordes mit Ueberlegung, gegen Wismath aus Schuldig wegen Beihilfe entweder zum Morde oder zum Raub, gegen Joseph Stemmer Schuldig wegen Meineids und Begünstigung, gegen Peter Stemmer Schuldig wegen Hehlerei und gegen die Mutter des Stemmer Schuldig wegen Beihilfe dazu, gibt aber bezüglich der Frau Stemmer den Geschworenen anheim, ob sie dieselbe für schuldig erkennen; jedenfalls habe sie unüberlegt gehandelt. — Die Reden der Bertheidiger in dem Prozesse Schreck dauerten heute Vormittag etwa anderthalb Stunden. Der Bertheidiger Schrecks, Rechtsanwalt Löb, beantragte für seinen Clienten die Bejahung der Frage auf Schuldig des Todtschlags ohne Ueberlegung und des Raubs, in keinem Falle auf Mord. Der Bertheidiger Rechtsanwalt Burghold hofft, die Geschworenen würden Kramm nur der Beihilfe tn dem Raube schuldig erkennen. Rechtsanwalt Dr. Reis beantragte für den Angeklagten WiSmath Freisprechung, ebenso Dr. Geiger nach glänzender Vertheidigungs- rede, welcher das Auditorium unter lebhaftester Antheilnahme folgte, für die drei Stemmer. Der Staatsanwalt hielt in der Replik seine Anträge aufrecht, ebenso die Bertheidiger. Der Angeklagte Schreck erklärte, es sei kein Mord, sondern nur Raub geplant gewesen. Joseph Stemmer habe ihm kein Geld gegeben. Kramm erklärte ebenfalls, sie hätten keinen Mord, sondern einen Raub beabsichtigt. Joseph Stemmer betheuerte nochmals, daß er kein Geld an Schreck gegeben, daß das, was er gesagt habe, wahr sei. Die Geschworene^ zogen sich nach erfolgter Rechtsbelehrung um 7 Uhr zur Berathung zurück, die 2