Blatt Sonntag den 11. Dcccmber 1892 Der OMewn **|Ne«r erscheint täglich, Mit Lu-nahme bei Montags. Die Gießener Jamitie, ßtsit«, Serben dem Anzeiger Ä-chentlich dreimal Mgdegt Gießener Anzeiger Henerat-Anzeiger. Viertelsähriger A5s»»e«entsprelAr 2 Mark 20 Pfg. mit Brmgerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mack 50 Psg. Redacnon, Lspedili»» and Druckerei: -chatstrateAr.^ Kern^recher 51. Amts- und Anzeigeblatt für» den Kreb Gieszeir. KratisKeikage: Kießmer KamikienLkättcr A«e Annoncea-Aureaax des I». and Auslandes nehm« Amtlicher» Lberl v. Gagern. Aanatzme »ob Anzeige» zu der Nachmittags für dea Mfimbe« Tag erscheinenden Nummer dis vor«. 10 Uh^ Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, I Schürze, 1 schwarzer Muff, 1 Paar Handschuhe, I Kinderhandschuh, 1 Taschentuch, 1 Halstuch, 1 Kinderkappe und 1 Haarpfeil. Gießen, den 10. December 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Entschädigung unschuldig Verurtheilter und die Berufung in Strafsachen einzuführen, nunmehr durch die Vorlage entsprechender Gesetzentwürfe bis zu einem gewissen Grade erfüllt werden soll. — Heber die neuerdings dem Reichstage zugegangenen Re ,ch s steu e r v or lag e n brauchen wir uns nicht weiter zu verbreiten, da wir über die Grundzüge der Entwürfe bereits das Nöthige mitgetheilt haben und bei den betreffenden Berathungen des Reichstaas so wie so aus die Materie zurückkommen müssen. Das Ausland steht noch immer unter dem Zeichen der Ministerkrisen. In Frankreich ist es allerdings nun endlich gelungen, unter Ribots Vorsitz ein neues Ministerium zu constituiren. — In Oesterreich dauert dagegen die Krise noch an, indem der liberale Minister Kuenburg aus seinem Entlassungsgesuche beharrt, die Regierung aber noch alle Hebel ansetzt, um ein erträgliches Verhältniß zu den Deutschliberalen zu erhalten. — In Spanien endlich ist das conservative Ministerium Canovas von einem liberalen unter Sagasta abgelöst werden, welches auch die Billigung der Republikaner unter Margall findet. Deutscher Reich. Berlin, 9. December. In der von 1200 Personen besuchten allgemeinen Versammlung der deutsch- conservativen Partei zu Berlin bildete der Antisemitismus den Hauptgegenstand der Verhandlungen. Die meisten Redner sprachen sich im Sinne einer entschiedenen Annäherung der Conservativen an die Antisemiten aus, womit sie lebhaften Beifall in der Versen.mlnny fanden. Ein Herr Blumenthal-Dresden, welcher sich gegen die antisemitische Bewegung erklärte, da dieselbe mit dem wahren Conservatismus nichts gemein habe, mußte sich stürmische Unterbrechungen gefallen lassen. Verschiedene Redner äußerten sich unter Zustimmungskundgebungen aus der Mitte der Versammlung zu Gunsten Ahlwardts. Der aufgestellte Entwurf des neuen conservativen Programms wurde unter Streichung der Stelle, welche die Ausschreitungen des Antisemitismus als verwerflich bezeichnet, gegen eine einzige Stimme angenommen. Von einer Anzahl conservativer Reichstagsabgeordnete, unter ihnen die Herren v. Helldorff, Flügge, Hartmann, v. Holleuffer u. A., gelangte eine Zuschrift zur Verlesung, wonach dieselben erklären, aus dem Boden des alten conservativen Programms von 1876 zu stehen. — 16 conservative und antisemitische Mitglieder des Reichstages haben, einer Anregung des Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg folgend, zugesagt, in Sachen der Aufhebung des gegenwärtigen Strafverfahrens gegen Ahl warbt die Initiative zu ergreifen. Dermuthlich wird der betreffende Antrag schon nächster Tage im Reichstage gestellt. Ob er angenommen werden wird, muß noch dahingestellt bleiben, jedenfalls dürfte aber der Antrag eine lebhafte Debatte über die gesammte ! Ahlwardt-Affaire veranlassen. Noueste 2lad?t'id>fcifc Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 9. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Oberlandesgerichtsrath Pape (Köln) zum Reichsgerichtsrath. Arnswalde, 9. December. Amtliches Ergebniß der Reichstagsstichwahl vom 5. December im Wahlkreis Arnswalde-Friedeberg. Abgegeben wurden 14 512 Stimmen, davon erhielt Ahlwardt 12 206, Drawe 3306. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 10. December. Die nationalliberale Fraction des Reichstages bringt mit Einverständniß sämmtlicher Parteien tm Reichstage heute eine Interpellation über ein neues Jnfanteriegewehr ein. Berlin, 10. December. Die „Rat. Ztg." bemerkt zur Militärvorlage, künstliche Berechnungen über die Bedeutung der Verjüngung der Armee durch eine jährliche Mehr- Der Ortsvorstand zu Biebesheim beabsichtigt, mit dem am 7. März 1893 zu Biebesheim stattfindenden Fasel-, Zuchtvieh, und Schweinemarkt eine Verloosung von Zuchtvieh zu verbinden. Großh. Ministerium hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung er. lheilt, daß nicht mehr als 10000 Loose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 75 % des Brutto- eHöfeö aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet worden. Gieren, den 9. December 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Deutscher Reichstag. 11. Sitzung. Freitag, 9. December 1892. Der von den Abgg. Dr. Hirsch, Mirbach und Genossen etnge- brachte Gesetzentwurf, betr. eine überganqswetse Erleichterung der eingeschriebenen Hülfskassen beim Jnkraftreten der Novelle zum Krankenkassengesetz wird in dritter Lesung debattelos angenommen. Abg. Dr. Schädler begründet die vom Eentrum eingebrachte Interpellation: 1. welche gesetzgeberischen Maßregeln sind bezüglich der Regelung der Abzahlungsgeschäfte und des Gewerbebetriebes im Umherziehen (Hausirbetrteb) entsprechend der Eiklärung des Vertreters der verbündeten Regierungen in der Sitzung vom 24. Noo. 1891 von Eckten der verbündeten Regierungen beabsichtigt? 2. wird eine bezügliche Vorlage noch in dieser Session voraussichtlich dem Reichstage zugehen? — Das seßhafte Gewerbe werde durch den Hausirbetrieb auss schwerste geschädigt. Eine absolute Nothwendigkeit für d-n Hausirbetrieb bestehe in der heutigen Zett der Eisenbahnen nicht mehr Trotzdem wolle er den Hausirbetrieb nicht ohne Weiteres verboten sondern beschränkt wissen. Für gewisse Gegenden sowie für gewisse Waarengattungen, besonders für selbstgefertigte Maaren, solle er vrtbestehen. Eine Beschränkung des HausiiHandels sei auch aus Uttichen Rücksichten nöthig. Auch die Wanderlager dürften wohl nicht ganz verboten, müßten aber erheblich nach Ort, Zett und Waarengaitung eingeschränkt werden. Dasselbe gelte von den Ausverkäufen und Abzahlungsgeschäften. Staatssecretär v. Bötticher: Unterm 18. Ockober d. I. sei dem Bundesrathe eine Vorlage betr. die Abzahlungsgeschäfte zugelangen; dieselbe werde in den Bundesrathsausschüssen vorberatben »er Bundesrath habe noch nicht darüber Beschluß gefaßt. Die Vorlage werde indeß voraussichtlich dem Reichstage noch in dieser Session unterbreitet werden. Die über den Hausirhandel eingeleiteten Erhebungen seien noch nicht abgeschlossen; inzwischen habe die bayerische Regierung aus eigener Initiative unterm 7. November d. I. einen I Gesetzentwurf betr. die Einschränkung des Hausirhandels im Bundes- rathe eingebracht. Es sei zu hoffen, daß auch dem Reichstage in nidjt ferner Zeit eine bezügliche Vorlage werde gemacht werden. \ Abg. Mö l ler (nl.) erkennt die Schäden des Hausirhandels an, । namentlich da, wo sich derselbe zu einer Art Großindustrie entwickelt h^be. Es frage sich nur, ob es möglich s in werde, Einschränkungen eintreten zu lassen, ohne die berechtigten Formen des Hausirhandels zu schädigen. Insbesondere dürfe der Hausirbetrieb, wie er von der Bevölkerung des sächsischen Erzgebirges, des westfälischen Sauerlandes u. s. w. betrieben wird, nicht beeinträchtigt werden. Richtig sei, daß durch die Ausführung der neuen Sonntag-beslimmungen der Hausirhandel gefördert werde. Namentlich habe der preußische Handelsminister die Bestimmungen über die Sonntagsruhe, die an sich sehr segensreich seien, ganz fehlerhaft ausgeführt, was zum Ruin einer ganzen Anzahl wirthschaftlicher Existenzen geführt habe. Abg. Ackermann (cons.) legt eingehend die mit dem Betriebe der Abzahlungsgeschäfte verbundenen Schäden dar. Auch er und seine Freunde fordern nicht die gänzliche Unterdrückung der Abzahlungsgeschäfte, aber eine Beschränkung derselben sei dringend geboten. Die Auswüchse dieser Geschäfte müßten beseitigt werden, so das Zutreiberwesen, die wucherischen Bestimmungen der von diesen Geschäften geschloffenen Verträge, der Vertrieb gewisser Luxus- gegenstände auf Abzahlung. Auch der Hausirhandel bedürfe der Beschränkung, die Wanderlager seien am besten ganz zu verbieten. Abg. Dr. Baumbach (frf.) venheidigt die Abzahlungsgeschäfte, die doch auch sehr nützlich wirkten, so durch Verbreitung der Näh- maschinen. Daß gerade die bayerische Regierung es gewesen, welche einen Gesetzentwurf über denHausirbetrieb im Bundesrathe eingebracht, I fei einigermaßen verwunderlich. Die bayerischen Hausirer seien doch ganz gemüthliche Leute. Es wäre schade, wenn in den Münchener I Restaurants das biedere Radiweib, der Zeitungshändler mit dem „Vaterland", der Händler mit Correspcndenzkarten nicht mehr erschienen. Die Stunde des Protectionismus fei abgelaufen. | Abg. Gröber (Etr.): Die Antwort des Staatsfccretärs fei uns I befriedigend; was er geantwortet, habe mau vorher gewußt, die Fragesteller hätten mehr erfahren wollen. Welche Stellung nimmt Preußen I zu dem bayerischen Anträge ein? Er hege in dieser Bezi-hung wenig Hoffnung, sonst hätte wohl Preußen selbst die Initiative ergriffen. I Uebrigens gehe der bayerische Antrag seinen Freunden nicht weit genug. I _.Abg. Geyer (Scc.) vertheidigt das Hausirgewerbe. Durch die I Hausrrer würden die Leute weniger übers Ohr gehauen als in den sogen, reellsten Geschäften infolge des jetzt üblichen Plusmachens. Die sächsische Regierung werde sich hüten, eine Beschränkung des Hausirhandels zu verlangen, weil sie wisse, daß es sich um die Existenz eines sehr großen Theits ihrer Staatsangehörigen handle. Die Uebel- stande der Abzahlungsgeschäfte würden sofort fallen, wenn man dafür sorgte, daß die Arbeiter bessere Löhne erhalten; dann brauchten sie nicht mehr ihre Bedarfsartikel auf Abzahlungen kaufen. Bayer. Ober-Regierungsrath Landmann weist den Ton der Geringschätzung zurück, in dem Abg. Dr. Baumbach über den bayerischen [ Antrag gesprochen. Die Klagen über den Hausirbetrieb seien so allgemein in Bayern und so intensiv, daß die bayerische Regierung nicht umhin gekonnt habe, mit ihrem Antrag an den Bundesrath hervorzutreten. Abg. Liebermann von Sonnenberg (Antisemit): Es sei wohl möglich, eine Scheidung der Abzahlungsgeschäfte vorzunehmen in solche, die zulässig und solche, die als gemeingefährlich zu verbieten seien. Dagegen sei es sehr schwierig, ein Gesetz über den Hausirhandel ru machen, das für Juden und Christen gleichmäßig paffe. Schneide man es auf die Juden zu, so bringe es übermäßige Härten für die christlichen Hausirer; schneide man es aber auf die Christen zu, so schlüpfen die Juden durch die Maschen der Paragraphen. Er schlage vor, ein Gesetz zu machen, wonach Juden nur mit selbstgesertigten Maaren hausiren dürfen. (Heiterkeit.) Abg. Biehl (Ctr.): Den Handwerkern würden gar keineCon- cessionen gemacht. Angesichts der schwindelhaften Concurrenz, die dem Handwerker gemacht werde, verhalte sich die Regierung vollständig ruhig, ohne entschlossen einzugreifen. Kein Wunder, daß die Unzufriedenheit mehr und mehr wachse. Abg. Wisser spricht sich vom Standpunkt der Consumenten gegen eine Beschränkung des Hausirhandels aus. In gewissen, besonders ländlichen Gegenden seien gewisse Maaren überhaupt nur von dem Hausirer, andere von diesem billiger zu erhalten. Abg. Dr. Pteschel (n.-l.) weist auf die vielfach dunklen Bestimmungen der Verträge der Abzahlungsgeschäfte hin und erklärt eine gesetzliche Regelung für nöthig. Abg. Ulrich (Soc.): Es gäbe christliche Abzahlungsgeschäfte, deren Vertrüge dieselben und schärfere Bestimmungen enthalten als die von Liebermann aus einem jüdischen Vertrag c'tirten. Es handle sich hier um eine Frucht des Capüalismus, ohne Unterschied, ob das Caprtal christliches oder jüdisches ist. ,. Al>g. Frhr. v Buel (Ctr.) wünscht einheitliche Bestimmungen hinsichtlich des Hausirbetriebes an Sonntagen. Staatssecretär v. Bötticher sagt bezügl. Erwägungen zu. Die Dtscussion wird geschlossen. Morgen 12 Ubr: 1. Lesung der Militäroorlage. Apolitische wochenschar». Gießen, 10. December 1892. Der deutsche Reichstag hat in der hinter uns liegenden Woche ein außerordentlich umfangreiches Pensum erledigt und dabei auch Fragen von hervorragender Bedeutung behandelt. Zunächst sind zwet Regierungsvorlagen zur ersten Lesung gelangt: der Gesetzentwurf in Betreff der Verstärkung des Betriebsfonds der Reichskaffe und die sogenannte lex Heinze. Gegen den Gesetzentwurf, welcher bestimmt, daß aus dem Reichsinvalidcnfonds 67 Millionen Mark zur Berstätkung des Betriebsfonds der Reichskasse entnommen werden sollen, wurden namentlich von uationalliberaler und freisinniger Seite Bedenken geltend gemacht. Man befürchtet hier, daß die Invaliden bei einer solch erheblichen Verminderung des Reichsinvalidenfonds gegentheiligen Versicherungen zum Trotz leicht eine Einbuße erleiden könnten und außerdem eine Verdunklung des vcr- saffungsrechtlichen Verhältnisses der Einzelstaaten zum Reiche die Folge sein würde. Auch die lex Heinze erfuhr mannigfache Anzweiflungen. Der Entwurf, der bekanntlich im Anschluß an die Enthüllungen im Prozesse gegen das Berliner Ehepaar Heinze ausgcarbeitct worden ist und eine schärfere sittenpolizeiliche Aufsicht über das Prostituirten- wesen und härtere Strafen gegen Vergehen auf dem Gebiete der Sittlichkeit ins Leben rufen will, wird in seiner Tendenz allerdings von allen Parteien gebilligt. Um so lebhafterem Widerspruche begegnen aber viele einzelnen Bestimmungen der Vorlage, so namentlich diejenigen, welche die Einführung sag. Toleranzhäuser bezwecken und einige andere, welche die freie Entwicklung künstlerischer Schöpfungen zu unterbinden geeignet sind. _ Neben diesen Regierungsvorlagen widmete der Reichstag >eine Aufmerksamkeit mehreren wichtigen Initiativanträgen aus dem Hause. Die von dem freisinnigen Abgeordneten Hirsch angeregte Kra nkenka ssen n ov el le, weiche den freien Hilsskassen eine weitere Frist einräumt, um den in dem neuen Krankenkassengesetze ausgesprochenen Anforderungen nachzukommen, fand einstimmige Annahme. Anders erging es einigen Interpellationen des Cemrums, in denen die Regierung um Auskunft über ihre Stellung zu den Fragen der Verleihung von obrigkeitlichen Zwangsrechten an die in Aussicht genommenen Handwerkerkammcrn der Einschränkung der Abzahlungsgeschäfte und der Unter- druckung des Hausierhandels bildet. Bekanntlich setzt man aus liberaler Seite allen derartigen Wünschen ein entschiedenes Rein entgegen. Man schätzt hier den wirthschaftlichen Nutzen des Hausierhandels, durch den ganze Gegenden die Produkte der Cul- tur erst zugänglich werden, viel zu hoch, als daß man geneigt sein konnte, den meist von unbesähigten seßhaften Concurrenten ausgehenden Beschwerden größere Bedeutung beizulegen. Aehnlich urtheilen die Freisinnigen auch über die Agitationen gegen die Abzahlungsgeschäfte,welche gleichfalls einem bedeutenden wirthschaft- lichen Bedürfnisse entgegenkommen, indem sie allein es tausenden von kleinen Handwerkern gestatten, sich selbstständig zu etablieren und unzählige Brautpaare in den Stand setzen, ein eigenes Heim zu begründen. — Mit besonderer Genug- thuung muß es begrüßt werden, daß nach einer Erklärung der Regierung der alle Wunsch der Freisinnigen und des Centrunis, eine gesetzliche Verpflichtung des Staates zur 1 Bekanntmachung, die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Groß- herzoglhums betr. einstellung von 60000 Mann, welcher Zahl das Blatt nicht zustimmt, seien werthloS, weil die Mehreinstellung thmsächlich dann in 7 Jahren 400000 beträgt; dennoch bleibt zu erwägen, ob nicht bloS durch Erhöhung der Etatsstärke bei den bestehenden drei Bataillonen sich der Zweck besser erreichen läßt. Ebenso bleibe die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für den einzelnen Mann wirlhschastlich Vortheilhast, sei jedoch gesetzlich seslzulegen. Berlin, 10. Deeember. Finanzminister Dr. Miquel wird nächsten Montag den Verhandlungen der Steuer- eomMission beiwohnen. Berlin, 9. Deeember. Ahlwardt -Proceß. Vor dem Beginn der heutigen Verhandlung bemerkt der erste Staatsanwalt, er habe der gestrigen Erkrankung Ahlwardts nachgesorsckt und in der Rocktasche des Angeklagten drei Pulver und einen Kassiber gesunden. Die Pulver enthielten Bestandtheile von Morphium, das Kassiber Verhaltungsmaßregeln bei Benutzung des Pulverö und sei es aus eine Täuschung des Arztes abgesehen gewesen. Der Angeklagte behauptet, davon nichts zu wissen. Die Gegenstände müßten ihm im Gedränge aus dem Corridor von Feinden zugesteckt worden sein. Hierauf beginnen die Plaidoyers. Berlin, 9. Deeember. Im Ahlwardt-Proeesse beantragte der Staatsanwalt 11/2 Jahre Gesängniß. — Ahlwardt wurde zu einer Gesammtstrafe von fünf Monaten Gesängniß und Tragung sämmtlicher Kosten verurtheilt. Die Begründung des Unheils hebt hervor, die Brauchbarkeit der Löwe'schen Gewehre sei durch die vorgekommenen Unregelmäßigkeiten keineswegs beeinträchtigt, die Auskünfte der Mili« tärbehörden stellen vielmehr die glänzenden Resultate fest. Der Angeklagte habe offenbar von der ganzen Sache nichts verstanden. Schuldig befunden ist der Angeklagte der Beleidigung der Leiter der Fabrik, sowie der Büchsenmacher, wegen der Anschuldigung, daß 1500 Gewehre widerrechtlich gestempelt seien; ferner mehrfacher schwerkränkender Beleidigungen gegen die Privatkläger, sowie schwerer Beleidigung des Büchsenmachers Kirch. Da kein Beweis erbracht sei, daß Ahlwardt die Unwahrheit seiner Behauptungen gekannt hat, ist gegen ihn der mildere Paragraph angewendet; eine Wahrnehmung berechtigter Interessen liege nicht vor. In der Begründung heißt es u. A.: Wenn es hundert von Ahlwardts gäbe, würde bald Niemand mehr ruhig auf der Straße gehen können. Löwe und Kühne hätten ihr Bestes daran gesetzt, dem Staat gute Gewehre zu liefern. Mannheim, 9. Deeember. Der Neckar führt Treibeis, daher ist die Einstellung der Schifffahrt bevorstehend. Lemberg, 9. Deeember. Die Polizei co-ns iscirte bei einem dortigen Gymnasiasten gefundene Aufrufe betreffs Veranstaltung einer Nationaltrauer zur Erinnerung an die Theilung Polens. Rom, 9. Deeember. In der Mitte der Toledostraße zu Neapel öffnete sich gestern der Boden und verschlang zwei Männer. Rom. 9. Deeember. In Sieilien nimmt das Räuberunwesen wieder zu. Bei Nuero sanden Kämpfe zwischen Carabinieri und Räubern statt. Von letzteren wurden zwei getödtet und zwölf verwundet. Rom, 9. Deeember. Für den 20. Deeember wurde eine Eneyelika über das episeopale Jubiläum Leos und die wichtigsten Thate» der Päpste des 19. Jahrhunders angekündigt. Loudon, 9. Deeember. Die Ostasrikanische Gesellschaft beschloß die Gründung einer Gesellschaft unter dem Titel „Afrikanische Transeontinental - Gesellschaft" mit einem Capital von 400000 Psd. Sterl. zwecks Errichtung einer Telegraphenlinie, welche den Continent durchkreuzen soll. Einer der ersten Ausgangspunkte wird das Fort Salisbury sein. Localer unb provinzielle». Gießen, 10. Deeember 1892. — Theater. Vor schlecht besetztem Hause erlebte gestern Abend Wilken-Jakobsons „Bummelfritze" feine erste Wiederholung. Die Aufführung war eine durchweg recht gute und zeigten sich die kleinen Anstände, die wir bei der ersten Aufführung conftatiren mußten, zu unserer besten Zufriedenheit gehoben. Besonders Frl. Märker ließ gestern Abend in ihrer Rolle als „Sophie" nichts zu wünschen übrig. Die Vorstellung verfehlte denn auch ihre Wirkung nicht, sondern brachte das Publikum in eine urfidele Stimmung, die sich in dem mehrfachen Hervorruf der einzelnen Darsteller äußerte. — Das Kaiserpanorama hat für das bevorstehende Weihnachtsfest eine passende Serie gewählt: Bethlehem, Nazareth, Jerusalem, Gethsemane rc. Diese Abtheilung dürfte vor allem dazu geeignet sein, auf die Jugend eine mächtige Anziehungskraft auszuüben, und gerade den Kindern, den Schülern können diese wunderbaren ©eenen aus dem heiligen Lande nicht warm genug empfohlen werden. Es dürste daher sehr zu befürworten fein, daß für die Schäler in den acht Tagen, während welcher die Ansichten von Palästina vorgeführt werden, Gelegenheit zu deren Besichtigung geboten wird. — Vortrag Krause. Am Montag Abend wird Herr Albin Krause im Saale des Cafe Leib einen Vortrag über Suggestion halten, der von zahlreichen, höchst interessanten Experimenten begleitet fein wird. Wir lassen, um den Leser mit dem dort Gebotenen bekannt zu machen, hier einen Bericht aus Cassel über einen solchen Vortrag des Herrn Krause folgen: „Herr Albin Krause hat am Montag Abend im großen Hanusch-Saale seinen zweiten Experirnental-Vortrag über bewußtes und traumhaftes Seelenleben, Willensbeeinflussung durch Einbildungs Directive vor einem zahlreich aus den besten Ständen erschienenen Publikum gehalten. Nach einer ebenso faßlichen wie elegant gehaltenen erläuternden Einleitung über hie Wechselwirkung zwischen einzelnen Personen in Bezug auf Geistesleben und Wahnvorstellungen folgten die hochinteressanten Vorstellungen an einzelnen Herren. Die mitunter langsame, dann wieder plötzliche Unterordnung der Versuchsperson unter den Willen deö Herrn Krause, die totale Muskelstarre, das Schlaswachen und Wandeln mit geschloffenen Augen (gleich einem Mondsüchtigen) rc., erregten das geregte Erstaunen aller Anwesenden. Dabei sind die Bewegungen und das Auftreten des Herrn Krause, sowie fein Verhalten zu den Versuchspersonen vertrauenerweckend und frei von jeder Charlatanerie und Effeethascherei." (S. Inserat.) — Eissport. Das gestern angekündigte Concert auf der Eisbahn fällt eingetretener Hindernisse halber aus. — Ein Redaktions-Maikäfer ist eingetroffen. Er wurde uns bei heutigem Frostwetter in warmer Hülle gebracht, nicht als verkündender Frühlingsbote, sondern als ReminiScenz an vergangene heiße Tage. Beim Versetzen von Bäumchen wurde er in seinem Winterschlaf gestört, jetzt im Zimmer munter umherkrabbelnd und sich ein neues Winterheim suchend. A Wohnbach, 8. Deeember. Gegen einen hiesigen Viehhändler, welcher den Landwirthen von hier und Umgegend Holländer Vieh verkauft hat, das aber keineswegs aus Holland sein soll, wurde Anklage wegen Betrugs bei Großh. Staatsanwaltschaft erhoben. Dieser Tage weilte der Untersuchungsrichter hier und in einigen Nachbarorten, woselbst Vernehmungen ftattfanben. Ober-Wöllstadt, 6. Deeember. Heute verstarb dahier der seitherige Beigeordnete Jac. Breidenbach. Derselbe bekleidete dieses Amt 18 Jahre lang und führte auch kurze Zeit die Geschäfte des Bürgermeisters. Darmstadt, 9. Deeember. Vor dem Schwurgericht hat gestern die Verhandlung gegen Schreck und Genossen wegen jenes Märfelder Mordes, dem am 29. August d. I. der Landwirth Johannes Schulmayer zum Opfer fiel, begonnen. Er war ein Schwager des am 23. October 1891 von Kuhmichel ermordeten Mörfelder Landwirths Joh. Peter Arndt und die That erfolgte ganz in der Nähe der ersteren, ebenfalls im Walde auf der Straße zwischen Mitteldick und dem oberen Treburer Forsthause. Der vom Frankfurter Markte kommende Schulmayer, welcher etwa 40 Mk. bei sich trug, schritt neben seinem Wagen her, als zwei junge Burschen — es war gegen 6 Uhr Nachmittags — aus dem Walde an ihn herantraten mit dem allbekannten Räuberruf: „Dein Geld her ober das Leben!" Als der Landwirth sich zur Wehre setzen wollte und sagte: „Mein Geld kriegt ihr nicht!" erhielt er mehrere Schüsse, hatte aber noch Kraft und Geistesgegenwart genug, sich auf feinen Wagen zu schwingen und durch rasches Davonfahren den Räubern zu entkommen. Er starb noch in der Nacht, nachdem er eine Beschreibung seiner Angreifer gegeben hatte. Diese Beschreibung legte schon damals die Vermuthung nahe, daß der am 23. Mai 1872 ge* borene Taglöhner Georg Schreck aus Königstein einer der Mörder sein müsse, allein Schreck ist trotz seiner Jugend ein geriebener Bursche und hat es verstanden, die Untersuchungs- behörden eine Zeitlang so hinters Licht zu führen, daß er um ein Haar entwischt wäre. Allein die mit großer Gründlichkeit von der Großh. Staatsanwaltschaft zu Darmstadt geführte Untersuchung hat alle Fäden blosgelegt, so daß Schreck jetzt als überführter und geständiger Mörder mit seinen Helfershelfern aus der Anklagebank sitzt. Die Verhandlung, zu welcher 51 Zeugen und zwei Sachverständige geladen sind, wird mehrere Tage dauern. Angeklagt sind sechs Personen: 1) Schreck, 2) Kramm, beide wegen schweren Diebstahls in wiederholtem Rücksalle, wegen Mordes und versuchten Raubes, 3) Wißmath wegen Beihilse zu diesen Verbrechen, 4) Katharine Stemmer und 5) Peter Stemmer wegen Begünstigung und Hehlerei, endlich 6) Jos. Stemmer außerdem noch wegen Meineids, denn er hat am 27. September, als ihn der Untersuchungsrichter zeugeneidlich vernahm, in Abrede gestellt, daß er Von, dem Besuch des Schreck in Schneidhain und seiner Flucht etwas gewußt habe. — In der heutigen Vormittags^ sitzung des Schwurgerichts gegen Schreck und Genossen wurde mit der Zeugenvernehmung sortgefahren. Gegen den Angeklagten Wismath war die Aussage des Waffenhändlers Fritz aus Frankfurt besonders belastend, die dahin ging, Wißmath habe keine blinden Patronen, sondern nur Patronen für Armeerevolver verlangt. Eine Unterhaltung habe er mit dem Käufer überhaupt nicht gepflogen. Wismath beschuldigt sehr erregt den Zeugen des falschen Zeugnisses. In dem weiteren Zeugenverhör war das Hauptmoment die Feststellung, ob viermal, wie Schulmayer ausgesagt, oder wie Schreck und verschiedene zuverlässige Zeugen, darunter der Forstwart Sauerwein von Mitteldick, aussagen, nur zweimal geschossen worden ist. Weiter handelte es sich darum, ob Schreck über den Wagen hinüber geschossen hat, wie er behauptet. Der Wagen Schulmayers war in dem Hose des Justizgebäudes zur Stelle. Nach der Demonstration, die Schreck daran vornahm, erscheint es als glaublich, daß der Wagen sich zwischen Schulmayer und Schreck befand. Von den weiteren Zeugenaussagen war die des Jacob Wolf aus Offenbach interessant, den Schreck zu einer Räuberbande anwerben wollte. „Wenn ich einen Revolver habe, gehen wir aufs Ganze!" Das Zeugenverhör förderte sonst nichts Belangreiches zu Tage. — Das heute Nachmittag fortgesetzte Beweisverfahren in bem Prozesse Schreck unb Genossen brachte vergebene höchst belastenbe Aussagen von Zeugen über Aeußerungen, bie Schreck in ber Kaffeebube am Sachsenhäuser Localbahnhose am 11. September gethan hat. Er äußerte u. A.: „Wenn ich so etwas thäte wie Kuhmichel, so würbe ich keinen ber Srüber aussagen lassen, bie legen Einen nur hinein." Die Prostituirte Philippine Engel, bie mit Schreck dort war, sagte: „Wer etwas verräth, dem wirb bas Messer im Herz herumgebreht, bie Brüber halten zusammen." Bei ihrer Vernehmung zauberte sie lange, bie Aeußerung zu gestehen. Bewiesen wurde durch die Aussagen nicht, daß Schreck mit dem Joseph Stemmer, der mit Schrecks Mutter in die Kaffeebude kam, dort über den Mord gesprochen hat, noch weniger, daß er ihm 10 Mk. zur Flucht gegeben, dagegen wurde durch die Ehefrau Kühnel aus Frankfurt erwiesen, daß bet ihr ein Bettdiebstahl im Werthe von 30 bis 40 Mk, durch bett Schreck sich Gelb verschafft haben will, vorgekommen ist. Büchsenmacher Delp Darmstadt wirb als Sachverständiger i vernommen. Er hat Schießversuche mit einem Armee Revolver ' angestellt, bie ergaben, baß KleidungSstoffe bei 3 Centimetcr Nähe in Folge bes Schusses in Gluth geraten. Bei mehr als 3 Zentimeter schon nicht mehr. Der Schuß muß demnach auS nächster Nähe abgegeben worden fein, entgegen der Schreck'schen Behauptung, daß er bei der Abgabe des Schusses auf ber anberen Seite bes Wagens geftanben habe. Es gehört überhaupt eine große Ruhe und Kaltblütigkeit dazu, um mit einem Revolver zu treffen. Die durch den Schuß versengten Kleiderstellen sprechen entschieden für die Abgabe des Schusses in der Nähe. Nach 7 Uhr wurde die Beweisaufnahme geschloffen und zur Formulirung der Fragen für die Geschworenen geschritten. * Zferlohu, 8. December. In Nachrodt wurde ein Briesträger von zwei Burschen übers al len, die ihm die Gcldbriestasche zu entreißen suchten. Der Beamte setzte sich mit aller Kraft zur Wehr, wäre aber überwältigt worden, wenn er nicht bald von herbeieilenden Passanten Hülfe bekommen hätte. Die Straßenränder sind verhaftet. Schistsnachrichten. Der Postbampser „Noorbland" ber „Reb Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 7. Dicember wohlbehalten in Newyoik angekommen. Gietzeu. 10. Deeember. Marktbericht. Aw dem heuttgen fi«od)cmnarft kostete: Butter pr. Psd. 1,60 - 125, Hühnereier per Stück 7—8 H, 2 Stück — träfe pr St. 5—8 X Käsematte pr. St- 8 H, Erbsen pr. Liter 20 H, Zinsen pr. Liter 32 Tauben pr Baar X 0.80—1,00, Hühner pr. Stück 0,90—1 20, Hahnen pr. St JL 0,60 - 0.80, Enten pr. St. M. 1,40 bis 1,70, Ochsensteifch pr. Psd. 68-72 H Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 50-56 H, Schweinefleisch pr. Psd. 60—70 H, Kalbfleisch pr. Pfd 40-50 X Hammelfleisch pr. Pfd. 40-70 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-0,00 **, Weißkraut pr. Stück 5 -12 s Hwiebelr pr. Zentner 8,00—8,50 Mllch pr. Liter 12 18 S, Gänse pr. Pfd. 48-58 Gießen, 8. Deeember. Der am 6. und 7. dieses Monats dahier adgehaltene Vtehrnarkt war in Folge der slleckten Witterung nickt so gut befahren wie der vorhergehende Markt. Es waren aufgetrieben; 681 Sluck Rindvieh und 275 Schweine. Die Preise waren ) bei dem schwachen Auftrieb etwas höher wie bei den früheren Märkten. y Nächster Markt Dienstag den 17. und Mittwoch den 18. Januar 1893. Auszug aus den Standesaentsregiftern der Stadt Gietzen. «ufgedote. Deeember: 5. Georg Reinstein, Schlosser dahier, mit Agnes Schneider hierfelbst. 6. Friedrich Wilhelm Strack, Schuhmacher dahier, mit Johanna Theodore Klein von Diez. 6. Johann Heinrich Winter, Futzgendarm zu Darmstadt, mit Katharine Kraus Hierselbst. 6. Friedrich Karl Back, Former zu Lollar, mit Katharine Deibel daselbst. 9 Ludwig Pfeiffer, Bahnarbeiter zu Grotzen-Buseck, mit Katharine Mellor dahier. 9. Dr. Otto Wilhelm Emil Schreiber, practiscker Arzt zu Rodheim v. d. Höhe, mit Marie Kammer zu Bellersheim. «hefchlietzungen. Deeember: 7. Johann Heinrich Angermüller, Bierbrauer dahier, mit EmM Ußner Hierselbst. 7. Wilhelm Stillger, Steinhauer dahier, mit Christiane Becker hierielbst. Geborene. November: 30. Ten Bezirksseldwebel Ftiedrich Hoffmann ein Sohn. 30. Dem Former Friedrich August Schmidt ein Sohn, Karl Friedrich August. Deeember: 2. Dem Fuhrmann Karl Jughard II. ein Sohn, Fritz. 4. Dem Dienstmann Gustav Schuchardt eine Tochter. 4 Dem Taglöhner Georg Reinhardt ein Sohn, Ludwig. 4. Dem Schuhmachermeister Marlin Erd ein Sohn. 4 Dem Taglöhner Heinrich L.^tz eine Tochter. 8. Dem Glasermeister Ballhaser Brerau eine Tochter, Hedwig Marie. Gewordene. Deeember: 2 Fritz Wißner, 3 Monate alt, Sohn von Heizer Philipp Wtßner dahier. 4. Paul Rudolf Kersten, 3 Jahre alt, Sohn von Seiler August Kersten dahier. 4 Anna Schüttler, 7 Monate alt, Tochter von Heizer Ludwig Schüttler dahier. 5. Luise Dich, geb. Görtzinger, 66 Jahre alt, Witlwe von Schuhmacher Hermann Dietz bahitr. 8 Friederike Lachmann, geb. Singer, 53 Jahre alt, Ehefrau von Kaufmann Julius Lachmann dahier. 8. Franz Geczowsky, 29 Jahre alt, Schreiner dahier. Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stadt (Sieben. Evangelische Gemeinde. Getraute. Lukasgemeinde. Arn 7. Deeember. Johann Heinrich Angermüller, Bierbrauer, und Emilie Ußner, Tochter des verstorbenen Orlsdteners Johann Heinrich Ußner von Unier-Schmitten. Johannesgemeinde. Am 4. Deeember. Httnrtch Gemmer, Schmied zu Gießen, und Elise Seim, Tochter des Schäfers Conrad Seim zu Dannerod. Arn 8. Deeember. Wilhelm Stlllger, Steinhauer zu Gießen, und Christiane Becker, Tochter des Schuhmachers Johann B.cker zu Schlitz. Getaufte. Matthausgemeinde. Am 4. Deeember. Dem Graveur Max Rühl ein Sohn, Julius Christian Otto, geb. am 5. Februar. Dens. Dem am 4 Juli 1892 verstorbenen Straßenkehrer Jakob Jost (genannt Daubertshüuser) ein Sohn, Wilhelm, geb. am 18. November. Mar kusgemeinde. Am 4. Deeember. Dem Gastwirth Karl Loth ein Sohn, Karl Martin Heinrich Max Ludwig, ged. am 26. October. Dens. Dem Taglöhner Heinrich Hopp eine Tochter, Gretha Susanna Käthchen, geb. am 6. Stptember. Johannesgemeinde. Am 4. Deeember. Dem Jnstirutsdiener Heinrich Weber eine Tochter, Luise Marie, geb. am 22 September. Beerdigte. Markutzgemeinde. Am 8. Deeember. Luise Dietz, geb. K'ötzinger, Wittwe von Sckubmacker Hermann Dietz, alt 66 Jahre, starb den 5. Deeember. 8295] Kanarienvogel, Amsel, Drossel, Fink und Staar und die ganze Vogelschaar singt am besten, lebt am längsten bei Fütterung mit Voß'fchem Vogelfutter. Hier nur zu haben bei Gmil Kifchbach, Scllersweg 24. 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