Rr. 59 Donncrsiar >>cn 10 Mär 4892 (Hietzener Ä nreiaer Kenerat-Anzeiger Amts- und Anzeigeblutt für beit ‘Kreis (Stegen. Hratisßeikage: Hießener Jamitienötätter. 2lnrtlichev Theil Alle Armoncen-Bureaux de- In- imb Lu-lande- nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Behüt Es Die Gießener Ia«itie« VtLiter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Der ♦l<Ü«rr A»,el«-r erscheint täglich, mit Au-nadme deS Montag». Lierteljähriger ^vonnementsprelr» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaetion, Txpeditio» und Druckerei: SchstKraße Zkr.7. Fernsprecher 51. politische ttebersicht. Gießen, 9. März. Der Kaiser empfing dieser Tage den bisherigen Mititär- bevollm'achtiglen Nußlands am Berliner Hose, Generalmajor Grasen GolonitscheffKoutousoff, in besonderer Audienz. In derselben überreichte Gras Golenitscheff-Koutousoff ein eigenhändiges Schreiben des Czaren an Kaiser Wilhelm, welches die Miltheilung von der Abberufung des Generals von seinem Berliner Posten enthält. Aus der Art und Weise dieser Mittheilung läßt sich jedenfalls entnehmen, daß die persönlichen Beziehungen zwischen beiden Herrschern durchaus freundschaftlicher Natur sind und vollkommen den internationalen höfischen Gepflogenheiten entsprechen. Das preußische Abgeordnetenhaus trat am Montag nach definitiver Erledigung verschiedener kleinerer Vorlagen in die zweite Lesung des Cultusetats ein, von welchem am genannten Tage indessen nur einige Kapitel der Ausgaben durch Annahme derselben erledigt wurden. In der Debatte kam u. A. durch den Abg. Rickert auch die bekannte eigen- thümliche Abänderung einiger Volkslieder in Lesebüchern für Mädchenschulen zur Sprache, welche Correcturen der Cultus- minister Gras Trützschler als „reinster Blödsinn" bezeichnete. Die ebenfalls von dem genannten Abgeordneten angeführten Vermahnungen und Warnungen der Regierungen von Danzig, Arnsberg, Posen und Frankfurt a. O. an die Lehrer unter Hinblick auf das neue Volksschulgesetz nahm der Minister dagegen im Allgemeinen in Schutz. An allerhöchster Stelle soll über die geringe Neigung ! des preußischen Abgeordnetenhauses, die 10 Millionen Mark für den Neubau eines Domes in Berlin zu bewilligen, Verstimmung herrschen. Im Seniorenconvent des Abgeordnetenhauses ist trotz wiederholter Berathungen in dieser Frage noch keine Einigung zu erzielen gewesen. Deutsches Reich. „ Darmstadt. 8. März. Der heute zusammengetretene sanderausschug der Zweiten Kammer Hal beschlossen, wegen des höchst bedenklichen Zustandes des Großherzogs ■et«e Berathungen bis aus Weiteres zu unterbrechen. Die Krankheit des Großherzogs. Darmstadt, 8. März, Nachmittags 6 Uhr. Das finden Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs sich im Lause des heutigen Tages nicht verschlimmert. Reuest« Nachrichten. WotffL telegraphisch:- L^rrespondenH-Bureau. Karlsruhe, 8. März. Hebet das Befinden der Kronprinzessin von Schweden sind wieder sehr befriedigende Nachrichten eingetroffen. Die Kronprinzessin weilt seit vorgestern in Luxor, wo sie einige Zeit zu verbleiben gedenkt. Nom, 8. März. Nach Beginn der Kammersitzung wurde von der Gallerie eine Papierrolle in den Sitzungssaal geworfen. Der Deputirte Dcpuppi hob die Rolle auf und übergab sie dem Vorsitzenden, während Diener den Thäter festhielten, der sich Capitelli nannte und angab, er fei zweiunddreißig Jahre alt, aus Rom gebürtig und DecorationS- maler- die Rolle enthalte eine Bittschrift um Brod für sich und seine Familie. Capitelli wurde der Polizei übergeben. £)epefd>ai de« „Bureau Herold-. Berlin, 8. März. Rach dem „Reichsanzeiger" wurde die Elsenbahndirection Frankfurt mit der Anfertigung der Vorarbeiten für eine Eisenbahn untergeordneter Bedeutung Frankfurt-Höchst betraut. Berlin, 8. März. Die „Kreuz - Zeitung" meldet den günstigen Abschluß der Verhandlungen mit dem Herzog von Cumberland. Berlin, 8. März. Der Geheime Commerzienrath Gießen, 8. März 1892. Betr.: Die Vormusterung des Pferdebestandes im Jahr 1892. Das GrMerzogliche Kreisamt Gietzen an die Großherzogl. Bürgermeistereien Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Hungen, Inheiden, Langd, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hos-Gratz, Röthges, Lteinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. Bei der letzten Musterung der Pferde wurden in dem Musterungsbezirke Lich 604 Pferde ermittelt. Da nunmehr die Zahl der Pferde auf 1061 Stück gestiegen ist, so ist eine Theilung dieses Musterungsbezirks nöthig geworden. Wir haben daher aus Ihren Gemeinden den besonderen Musterungsbezirk Hungen mit Genehmigung Großh. Ministeriums gebildet. Die Musterung der in Ihren Gemeinden vorhandenen Pferde wird daher nicht am 18. März l. I. zu Lich, sondern Montag den 11. April 1892, Vormittags 9 Uhr in Hungen vor dem Unterthor an der Straße nach Grünb.erg stattfinden. Hiervon wollen Sie die Pferdebesitzer unverzüglich unter Verweisung auf unsere Bekanntmachung vom 22. Februar !. I. (Anzeiger Nr. 46) in Üenntniß setzen lassen. v. Gagern. ist gelungen, trotz des in hohem Grade erschwerten Schluckens etwas flüssige Nahrung einzuflößen. vr. Eigenbrodt, Dr. Jäger, Geheimer Medieinalrath. Medieinalrath. Darmstadt, 9. März, 8 Uhr 42 Min. Das Vormittags- Bulletin lautet: Das Befinden des Großherzogs ist unverändert. Nächstes Bulletin Nachmittags 5 Uhr. — Prinz Waldemar von Preußen, der Enkel des Großherzogs, ist heute hier eingetroffen. 190. Plenarsitzung. Dienstag den 8. März, 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst Interpellation der Abgg. I v. Stauffenberg und Siegle betr. den Schutz des Urheber- I rechts an Werken der Literatur und Kunst in außer- I deutschen Staaten. Die Interpellation lautet: 1. Gedenkt die Reichsregierung die I Bedingungen des amerikanischen Gesetze« für die Anwendung desselben I auf deutsche Reichsangehörige zu erfüllen und wird sie dem Reichs- I tage event. hierüber eine Vorlage machen ? 2. Gedenkt die Reichs- I regrerung den Abschluß eine« Vertrages mit der österreich-ungarischen I Regierung anzubahnen, durch welchen den bestehenden Mängeln ab- I geholfen und insbesondere die Ausdehnung deS Urheberschutzes auf I die gesammte österreich-ungarische Monarchie herbetgeführt roitb? Abg. Siegle (natl.) begründet die Interpellation. Staatssecretär Frhr. v. Marschall: Die erste Frage sei durch I Vorlegung des mit den Vereinigten Staaten abgeschlossenen Ab- I kommens erledigt. Die zweite Frage beantworte er mit Ja. Die österreich-ungarische Regierung habe sich auf Anfrage zum Abschluß I einer neuen Convention bereit erklärt. Die Verhandlungen werden I demnächst beginnen und hoffentlich werde dem Reichstage in nächster I Session eine den Wünschen der Interpellanten entsprechende Vorlage I gemacht werden können. Damit ist dieser Gegenstand erledigt. Da« Uebereinkommen mit den Vereinigten Staaten von Nord- | amerika über den gegenseitigen Schutz der Urheberrechte wird I in erster und zweiter Lesung angenommen. Dann wird die Etatsberathung fortgesetzt. I . Z«m Etat des allgemeinen Penfionsfonds liegt folgende Reso- I lutton der Abgg. Graf Douglas, Frhr. v. Manteuffel und I Menzer (conf.) vor: Die verbündeten Regierungen um Vorlegung einer Novelle tum Militärpensionsgesetz zu ersuchen, wonach das Recht auf den Bezug der eigentlichen Pension erst ruhen soll, wenn die nachstehenden Klassen im Reichs-, Staats- oder Communaldienste, unter Zurechnung der Militärpension ausschließlich der Pensions- erhohungen, mehr als folgendes gesammte Dtensteinkommen bezieh^ a. Offiziere und tm Offizterrang stehende Militärärzte 6(X)0 Mk., b. Feldwebel 1500 Mk., c. Sergeanten und Unter- 0 Mk., d. Gemeine 700 Mk., Unteroffiziere von zwölfjähriger activer Dienstzeit 1800 Mk. Abg. Menzer (conf.) begründet diese Resolution. Dieselbe I Awreche Zwar mcht allen berechtigten Wünschen, aber sie verlange Abstellung der dringendsten Uebelstände. Diese Abstellung liege I ebenso tm Interesse der Militärverwaltung wie der zunächst Be- tbeiltgten. Heute zögere man vielfach mit der Verabschiedung von Offizieren, selbst wenn dieselben nicht mehr ganz dienstfähig seien, I "^.finanziellen Schwierigkeiten auszusetzen. Die in das Civilverbaltniß zurückgetretenen Offiziere müßten oft zu Dienst- letstungen greifen, die der Würde des Offizierstandes nicht entsprächen. Die ausgeschiedenen Unteroffiziere gelangten häufig infolge unzureichender Versorgung auf eine schiefe Ebene. Er hoffe, die Regierungen würden dem Anträge sympathisch gegenüberstehen, doch müsse die erstrebte Regelung bald erfolgen, da Tausend.' darauf I rechneten. ' I Qr . AbA- Frbr. v. Gültlingen (Rp.) hat das Bedenken gegen den i Antrag, daß die Arbeitslust und Pflichttreue der in den Ctvtldienst I Militärs durch die geforderten Maßnahmen beetn- ttachttgt wurden. Zweckmäßig würde etz sein, den penstontrten Soldaten grundsahltcv eine gewisse Quote der Pension bei der Wteder- anstellung zu überlassen. I m .. Generallieutenank v. Spitz erklärt, daß eine Novelle zum Pensionsgesetz in Ausarbeitung sei, die voraussichtlich dem Retchs- | ^ge in nächster Session werde vorgelegt werden. (Beifall.) Abg. vr Pirschel (natl.) spricht seine Genugthuung über diese 6^>ge aus. Die gänzliche Entziehung der Pension oder ihre erheb- "che Verringerung sei eine Härte, die sich nicht rechtfertigen lasse. _ Richter (dfr.): Der von ihm im vorigen Jahre ein- gebrachte Antrag auf Erhöhung der Pensionen der Kriegsinvaltden wäre leicht du'chzuführen gewesen, nicht so der vorliegende Antrag, der auch die Regierung ziffernmäßig zu sehr binde. Die Erhöhungen gingen zu wett, umsomehr als die Milttäranwärter gegenüber den Etvtlanwärtern so wie so schon bevorzugt seien. Woher wolle man denn das Geld zur Durchführung des Antrags nehmen d Wäre nicht so viel für Colonien bewilligt worden, so ließe sich vielleicht darüber sprechen? Die Tabakzollerhöhung, welche von Mitgliedern der Rechten beantragt werde, werde kein Plus, sondern ein Minus für bt** Retchskasse ergeben. (Widerspruch rechts) Staatsficrelär Frhr. v. Maltzahn bestätigt, daß eine Vorlage zur Abänderung des Mtlttä'Pensionsgesetzes in Vorbereitung sei. Die Schwier igkeiten seien keineswegs nur finanzieller Natur, sondern lägen auch auf dem Gebiete der Civilverwaltung. Abg. Graf Douglas (conf.) befürwortet die Resolution, welche auch dazu beitragen würde, den Stand unserer Unteroffiziere zu erhöhen und dieselben zu einem Elitecorps zu machen. Damit würden auch die Soldatenmißhandlungen vermindert. Generallteutenant v. Spitz: Der Antrag Richter vom vorigen Jahre habe bet der Militärverwaltung volle Beachtung gefunden so sei die Regelung nicht so einfach, wie Richter meine. Abg. vr Orterer (Ctr.) erklärt, daß seine Freunde dem Anträge sympathisch gegenüberstehm; nach der von der Regierung abgegebenen Erklärung empfehle es sich aber, denselben zurückzuziehen, umsomehr als derselbe nach verschiedenen Richtungen hin nicht unbedenklich sei. Die Pensionen der Kriegsinvaltden müßten sobald als möglich erhöht werden; für eine solche Ehrenschuld müsse immer Geld da sein. Abg. Frhr. v. Manteuffel (conf.) zieht nach den Erklärungen der Regierung den Antrag zuruck. ?bg-v. vollmar (Soc.) weist auf den großen Abstand der Satze für Osftziere und der für Unteroffiziere und Gemeine ;in dem «"krage Douglas und Genossen hin und wünscht vor Allem Berücksichtigung der Unterosfiziere und Mannschaften, denen man doch , wenigstens das Existenzminimum zubtlltgen müsse. Abg. Lorenzen (dfr.) bittet, bei Revision des Penstonsgesetzes | auch die berechtigten Ansprüche der vormäi-zltchen Offiziere Schleswig- Holsteins zu berücksichtigen. Der Etat über den allgemeinen Pensionsfond wird angenommen. Beim Etat des Reichs-Jnvalidenfonds betent Abgeordneter Singer (Soc.) nochmals die Nvthwendigkett einer Zulage an die Kriegstnvaliden. Es sei dies wichtiger als die vorhin erörterte Frage. Generallieutenant v. Spitz erklärt, daß der bezügliche vorjährige Antrag Richter in eine Vorlage ausgenommen worden sei, welche den verbündeten Regierungen werde unterbreitet roerben. Abg. Singer: Die Besserstellung ber Kriegsinvaliden dürfe nicht als Vorspann für die anderweite Regelung der Pensions- verhältntsse benutzt werden, sondern müsse auch ohne diese erfolgen. Der Etat des Retchs-Jnvalidenfonds wird angenommen. Beim Etat des Bankwesens weist Abg. v. Strombeck (Ctr.) darauf hin, daß sich die Umsätze der Retchsbank seit deren Bestehen verdreifacht hätten; eine Verdreifachung der Beamten sei nicht eingetreten und auch nicht nöthig gewesen, aber es scheine doch zweifelhaft, ob an einzelnen Bankstellen das Personal genüge, da die Arbeitszeit hier häufig das normale Maß überschreite. Der Etat des Bankwesms wird angenommen. Zum Etat der Zölle und Verbrauchssteuern (Referent Abg. Hartmann) liegt folgender Antrag der Abg. Menzer, Graf Douglas und v.Wtnterseldt-Minkin vor: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag möglichst noch in dieser Session eine Vorlage zu unterbreiten, wonach der Zollsatz für Tabaksblätter, unbearbeitete und Stengel von 85 Mk. pro 100 Klgr. auf 125 Mk. zu erhöhen ist. abg. Dr. Bröuitl (srs.) beschwert sich über Praktiken btt Zollverwaltung, das langsame Beschwerbeverfahren, sowie barüber, daß der Bundesrath die Abweiiung von Beschwerden in keiner Weise begründe. Der Geschäftsmann könne heute nicht einmal eine sichere Auskunft darüber bekommen, ob der eine ober andere Artikel zollpflichtig sei oder nicht. Es beständen Zustände in dieser Beziehung, die mit einem Culturstaat unvereinbar seien. Leider habe der Bundesrath für diese Klagen kein Ohr. „ Staatssecretär Frhr v Maltzabn-Gultz weist die Angriffe Bromels auf den Bundesrath entschieden zurück. Ewe Beschwerde m Zollsachen kann den Bundesrath nicht früher beschäftigen, als bis Jnstanzenzug erschöpft sei. Das beanspruchte natürlich Rett. Der Bundesrath entscheide nach seiner Ueberzeugung auf Grund des rhm verfasiungsmaßtg zuftehenden Rechts, lieber die Motive der Entscheidungen werde im Bundesrath nicht abgestimmt; es sei daS auch nicht angängig, da die Gründe, welche für die einzelnen Regierungen den Ausschlag geben, verschieden seien. Brömel habe auch bemängelt, daß ein neues Waarenverzeichniß ausgearbeitet werde- ein solches sei aber in Folge der Handelsverträge nöthig. Was die Unmöglichkeit, eine sichere Auskunft über die Zollpfltchtigkeit eines Artikels zu erhalten, anlange, so könne man den unteren Behörden doch nicht die Entscheidung in Zwetselfällen übertragen. Der vom Reichstage im vorigen Jahre beschlossenen Resolution habe.der Bundesrath keine Folge zu geben beschlossen. Abg. Goldschmidt (srs.): Die Commissare der Reichsverwaltung hätten offenbar kein wirkliches Verständniß für die Interessen des Verkehrs. In Zollsachen bestehe in Deutschland keine Gerechtigkeit. Staatssecretär Frhr. v. Marschall: Es scheine im Gegmtheil vielfach als ob m^.n in gewissen Kreisen kein Verständniß für die Schwrertgkett der Aufgaben der Zollverwaltungen habe Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.): Was Brömel angeregt, enthalte einen berechtigten Kern, der sympathisches Entgegenkommen gefunden haben wurde, wenn er nicht mit heftiger und unberechtigter Polemik verquickt wordm wäre. Abg. v. Schalscha (Ctr.): Remedur müsse enschieden dagegen Scaffen werden, daß der Importeur, der sich bei einem Zollamt über die Zollpfltchtigkeit eines Artikels informtre, darunter leiden o7.1cAi.?>Crn btc vorgesetzte Behörde anderer Meinung über die Zollpflicht sei. Abg. Menzer (conf.) begründet den obigen Antrag. Hierauf rotrb Vertagung beschlossen. Morgen 12 Uhr. Etat, dritte Lesung des Telegraphmgesches, Rechnungen. Es ft erben an: Zusammen: Publikums einer Hochschule, wenn bei so vollendeter Darstellung eines so interessanten Dramas das Haus kaum zur Halste gestillt ist. — Wie die Direktion im Inseraten- theil veröffentlicht, wurde Frl. Je nicke telegraphisch nach totales iinö provinzielles, Gießen, 8. März 1892. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. ^..Vorbereitung: Donnerstag den 10. März, Nachmittags 3 Uhr (im Gymnasium). lichen Stundenzahl der 7. Klasse möglich ist, den Unterricht für diese Klasse auch im Sommer erst um 8 Uhr zu beginnen. — Am Gymnasium hat sich eine große Majorität für Verlegung des gesammten Unterrichts aus den Vormittag ausgesprochen. A Mainz, 8. März. In allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung erregt die Erkrankung Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herzogs das lebhafteste Beileid. Die Zeitnugs- rehactionen werden fortgesetzt um Nachrichten bestürmt, die leider hier nur sehr spärlich einlaufen. A Mainz, 8. März. Der Main bringt seit heute Morgen wieder viel junges Treibeis. Im Canal mußten wegen des Treibeises bereits ein Theil der Nadeln an den Wehren gezogen werden. Auch sonst macht sich die mit erneuter Kraft aufgetretene Herrschaft des Wiliters in sehr unangenehmer Weise fühlbar. Besonders den Saaten hat der Frost der letzten Tage sehr geschadet, wie im Allgemeinen bie ziemlich vorgeschrittene Vegetation in Feld und Garten arg gelitten hat. A A«S Rheinhessen, 7. März. In der diesseitigen Provinz tritt die Maul- und Klauenseuche wieder sehr stark aus. Neuerdings ist die Gemarkung Guntersblum wegen der Seuche gesperrt. Ebenso sind in Osthofen und Westhosen neue Seuchefälle vorgekommen. Wöchentliche Neberficht der Soderfälle in Gießen. 9. Woche. Vom 28. Februar bis 5. März 1892. Einwohnerzahl: 20 611 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 20,19 */oobezw. 12,62 nach Ausschl. der Ortsfremden. Briefkasten K. 0. in B. Nein! —- Verhaftet. Gestern wurde ein hiesiger Kutscher I verhaftet, der sich aus feinem Dienste heimlich entfernt und I seinem Dienstherrn einen Hut und einen Ueberzieher mit- I genommen hatte. I — Gestern Abend war der Mond von Beginn der I Dunkelheit bis nach Mitternacht von einem großen sehr I interessant aussehenden Hose umgeben. Witterungsbeobachter | wollen bald eintretendes Regenwetter daraus schließen. — Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Gr oß- h erzog haben Allergnädigst geruht: Am 2. März den I Director der Realschule zu Wimpfen a. B. Ludwig Münch I auf sein Nachsuchen von seiner dermaligen Stelle zu entheben I und denselben, unter Verleihung des Characters als Pro- I sessor, zum Lehrer am Neuen Gymnasium zu Darmstadt, mit Wirkung vom 16. April l. I. an, zu ernennen; — an dem- I selben Tage den Lehrer an der Realschule zu Bingen Dr. Carl I Kemmer zum Director der Realschule zu Wimpsen a. B. I — und den Lehrer an der Realschule zu Darmstadt Dr. Alfred Haller zum Director der Realschule zu Alsseld, — die I Lehrer am Neuen Gymnasium zu Darmstadt Heinrich Fritz I und Hugo Müller, sowie den Lehrer am Realgymnasium und an der Realschule zu Gießen Dr. Theodor Eger zu I Lehrern am Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt — I I und den Lehrer am Gymnasium zu Gießen Dr. Carl Maurer zum Lehrer am Neuen Gymnasium zu Darm- I stadt — sämmtlich mit Wirkung vom 16. April l. I. an — I zu ernennen. Gedern, 7. März. Heute wurde der erste diesjährige Viehmarkt hier abgehalten,- er war minder gut befahren. Aufgetrieben waren ca. 60 Stück Rindvieh und ca. 200 Stück | Schweine. Von Rindvieh waren meistens zwei- und dreijährige I Stiere. Das Paar zweijährige Stiere wurde verkauft mit 250—400 Mk., das Paar dreijährige Stiere 300—450 Mk., ferner waren noch etwa 5 Stück Kühe vorhanden- es wurden frischmelkende Kühe (welche sehr gesucht wurden) verkauft mit 250—350 Mark das Stück. Fettes Vieh und Kälber I waren nicht da. Es wurde in Rindvieh nur wenig verkauft. I In Schweinen waren meistens Herbstferkel aufgetrieben - das Paar wurde mit 40—80 Mk. verkauft - an Schweinen war sonst nichts da, als zwei fette Schweine, welche auch verkauft I ! wurden, das Pfund Schlachtgewicht kostete 48 Pfennige. I Auch in Schweinen wurde nur wenig verkauft, so daß der Handel allgemein als flau zu bezeichnen ist. Es waren nur I Handelsleute aus der Umgegend aus dem Markt, mit Ausnahme eines Handelsmannes aus Gießen. Im Ganzen sind die Preise in Rindvieh und Schweinen zurückgegangen, welches seinen Grund darin hat, daß die Futtervorräthe sehr knapp geworden sind. Der nächste Viehmarkt hier findet den 5. April statt. A Bobenhausen, 8. März. Dem 16j8hrigen Sohne des hiesigen Mühlenbesitzers I. auf der Henlsmühle fiel bei der Zirkelsäge eine schwere Bohle so unglücklich auf den Unterleib, daß der Jüngling an den hierbei erhaltenen Verletzungen verstarb. S Aus dem Kreis Alsfeld, 8. März. Die Preise für das Brenn-, Ban- und Nutzholz haben sich nicht aus dem niederen Stand erhalten, den sie beim Beginn der Versteigerungen zeigten, sondern sind im Durchschnitt in die Höhe gegangen. Eine Verschiedenheit der Preise bleibt allerdings sortbestehen, weil die Preise je nach der Qualität des Holzes, der Nachfrage und anderen Umständen stets differiren. A Mainz, 7. März. Zu der Nebenbahn Mainz I Bodenheim-Worms ist durch die entscheidenden Factoren die Trace endgiltig sestgestellt. Danach wird die Bahn von Bodenheim aus jiber Gaubischofsheim, Harxheim, Mommenheim und Selzen und von da nach Worms geführt. — Das in Heidesheim erbaute Siechenhaus für die Provinz Rheinhessen ist jetzt vollständig sertiggestellt und wird im Lause dieses Sommers seiner Bestimmung übergeben. Die aus Mitteln des Provinzialfonds auf einer Anhöhe in ge- | sundester Lage erbaute Anstalt kann mehrere hundert Kranke I aufnehmen und ist deren Einrichtung nach den neuesten medi- clnischen Erfahrungen in bestmöglichster Art betätigt. Aus Mainz und Worms gebürtige Kranke haben keine Berechtigung zur Ausnahme in die Anstalt, da beide Städte mit Rücksicht auf ihre eigenen Krankenhäuser keine Beiträge zu dem Bau des Siechenhauses geleistet haben. Berlin, 8. März. Der „Nat. Corresp." zufolge wird in den nächsten Tagen die Domb au frage in der Budget- commission des Abgeordnetenhauses verhandelt. Die Ansichten seien getheilt, nur das Centrum sei für unbedingte Bewilligung. Taubern, 8. März. Das scandinavische Schiff „Emtlad" und die italienische Barke „Minbelli" sind an der Westküste Schleswigs untergegangen. Die Mannschaften sind zweifellos ertrunken. Hamburg, 8. März. Nach den „Hamburger Nachr." erscheine Bismarck aus folgenden Gründen nicht im Reichstage : erstens aus Gesundheitsrücksichten, dann aus Bedenken, welche in der gegenwärtigen Situation liegen. Bezüglich der Meldung, daß über die Herausgabe der unverbrannten Welsensondsquittungen große Aufregung in Friedrichsruh herrschte, erklärt das Blatt, daß dies nicht wahr sei. Die Veröffentlichung würde den Angreifern des Fürsten sehr unangenehm sein. Hamburg, 9. März. Die „Hamburger Nachrichten" erfahren aus unterrichteten Kreisen, die Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritt Bennigsens seien unbegründet. Leipzig, 8. März. Heute sanden wieder große Ansammlungen Arbeitsloser auf dem Marktplatze statt. Die Polizei mußte energisch einschreiten und den Platz sperren. Samberg, 8. März. Die Untersuchung wegen des am j 4. Juli 1891 erfolgten Eggolsheimer Eisenbahnunglückes ist geschloffen. Angeklagt wegen fahrlässiger Tödtung und Körperverletzung sind der Forchheimer Bahnmeister, der Eggolsheimer Stationsvorstand und ein dortiger Hilsswechsrlwärter, sowie ein Bamberger Führer. Fürth, 8.März. Ein Großseuer äscherte einen Theil ber bekannten optischen Fabrik Scheibig ein. Metz, 8. März. Bei dem Herbstmanöver wird der I Kaiser sechs Tage aus Schloß Urville reftbiren. Die Pa- I rade soll bei Frescati am 9. September stattfinden und in I Metz vorübergehend Aufenthalt genommen werden. Wien, 9. März. Die Polizeidirection untersagte I die Vertheilung von Brod in der bisherigen Form. Prag, 8. März. Die tzrlanger'schen Bergarbeiter in I Schatzlar tumu ltirten wegen zehnprocentiger Lohnreduction. I Der Director mußte sich durch einen Sprung aus dem Fenster I vor den erregten Arbeitern retten. Die Gensdarmerie mußte mit gefälltem Bayonnet vorgehen. Loudon, 9. März. Die Grubenarbeiter der Grafschaft I Flint und Wales nehmen an dem Streik nicht Theil. Loudon, 9. März. Dem Parlament ging der neue I Marineetat zu. Für 1892/93 werden 14,240,200 Pfund Sterling gefordert, 25,100 Pfund Sterling mehr als im Vorjahre. Im Lause des Jahres beginnt der Bau dreier I neuer Schlachtschiffe. Paris, 9. März. Von Spanien aus wird eine An- I fammlung von Anarchiftengruppen gemeldet. Rom, 9. März. Der „(Sortiere di Napoli" meldet, I •frraf Revertera, der österreichsiche Botschafter am Vatican, I Habe seine Abberufung erbeten. Revertera sei seitens der vaticanischen Staatskanzlei wegen intimen Verkehrs mit dem I bei dem Quirmal accreditirten diplomatischen Corps, sowie I in italienischen nicht klerikalen Kreisen in Wien denunzirt j worden. Washington, 8. März. Der neue deutsche Gesandte, von Holleben, wurde vom Präsidenten empfangen und I überreichte seine Accreditive. Schwartzkops, der Begründer der bekannten Majchinen- sabrik, welcher kürzlich von einem Schlagansall betroffen wurde, ist gestorben. Itnivcrfitäts - Nachrichten. heutigen Tage feiert Herr Geh. Med.- % Fr0/' Dk* Mannkopff In Marburg sein 25jährtges Jubiläum als Dtrector der dortigen medicinischen Klinik. w $nJ)en Lehrkörper unserer Universität am Schluffe des heurigen Wintersemesters noch eine ^beinie Regierungsrath, Professor der Philologie und Dtrector des philologischen Seminars vr. Leopold I .^"ter des König!, preußischen rothen Adlerordens dritter Klasse mit der Schleife, hat gestern Nachmittag nach mrikH*Äran,ff ” imon68, Lebensjahre das Zeitliche gesegnet Der verblichene war am 29. Mat 1824 in Berlin geboren und wurde im ga&re 1863 als ordentlicher Professor und Dtrector des philologischen Seminars an die philosophische Facultät der hiesigen Universität berufen, an der er bis z» seinem Tode, also nahezu 30 Jahre lang unb zwar mit vieler Auszeichnung wirkte. ® — Folgende Erklärung wurde am 3. März im Namen der Korporationen dem Rector der Unb oerfität überreicht. Es handelt sich um eine Beifügung des gjib ^ebehe00^r- Sta™™? M?rkt und Schulsiraßen-Ecke [1405 Anfertigung nach Maß in bester und billigster Ausführung. * S kl 6irctt l)cr Fabrik also aus erster Hand von __ hr iirn rnnr v°"E|,en & crefeid, § Vl IVUIIIU lll ,n Maab zu beziehen. Man verlange L Muster mit Angabe de» Gewünschten. »nlw, 8. Märj. Bebel erklärte in einer gestrigen ......... 1UU1U[ ylA. ..Illul Lumpenproletariat seien nicht Hause berufen, angeblich wegen Repe durch ihre Arbeitslast zerlumpte Arbeiter, sondern GesinnungS- [ M ' ■ lumpen in Ballonmütze und Cylinderhut zu verstehen. Mit Diphtherie 1 (1) Lungenschwindsucht 4 (1) Lungenentzündung Andere bekannte 1 Krankheiten 2 (1)