Freitag fett 9. December 1892 Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. Hraüsöeitage: Kießener Jamikienötätter. Amtlicher* Theil zu berechnen ist. Stockholm, 7. December. Ein heftiger Schnee- Rom, 7. December. Alle Nnnoncen-Bureaux des In. und Initaebt» nchm« Avzeigeo für bett .Gießener Anzeiger" entgegen. »llllllhme von Anzeige» zu der Nachmittag» für bat Mflettben Lag erscheinenden Nummer bi» von». 10 Uhr. Depeschen beö Bureau „Herold". December. Das von der am 10. November Berlin, 7. stattgefundenen Die Gießener »•*trit»inuüi •erben bem Anzeiger •ßchentlich dreimal beige! egt. Vierteltühriger Al»**<*<*tsyrdi8 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Rebaction, rrpebttiov und Druckerei: Fernsprecher 51. Der Hwr Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme be» Myntag». Deutsches Reich. Berlin, 7. December. Die drei neuen Reichssteuer-Vorlagen sind vom Bundesrarh in einer besonderen am Dienstag abgehaltenen Plenarsitzung angenommen worden, woraus sie sofort dem Reichstage zugingen,- dem Vernehmen nach weisen sie gegenüber dem ursprünglichen Entwurf verschiedene nicht unerhebliche Abänderungen aus. Die erste Berathung der Steuergesetzentwürfe soll in Verbindung mit der Generaldiscussion über die Militärvorlage im Reichstage am nächsten Samstag beginnen. Man hofft in parlamentarischen Kreisen, daß sämmtliche Vorlagen noch vor Eintritt der Weihnachtspause in erster Lesung zur Erledigung gebracht werden können. Die Commissionsverhandlungen über dieselben sollen gleich nach Neujahr ihren Anfang nehmen, also noch vor Ablaus der Weihnachtsserien des Reichstagsplenums. — Die Reichstags stichwahl in Arnswalde- Friedeberg hat, wie dies im Voraus feststand, den Sieg des Antisemiten Ahlwardt über seinen -freisinnigen Gegner Drawe ergeben. Ersterer ist mit 10300 Stimmen zum neuen Abgeordneten des bisher vom Abgeordneten v. Meyer vertretenen Reichstagswahlkreises Arnswalde- Friedeberg gewählt worden, während es der Candidar der Freisinnigen nur auf 3075 Stimmen brachte. Es sind also Ahlwardt bei der engeren Entscheidung noch mehr als 3000 Stimmen im Vergleiche zur Hauptwahl zugefallen, Drawe dagegen vermochte die bei letzterer erhaltene Stimmenzahl nur um einige hundert Stimmen zu erhöhen, zweifellos haben demnach die Conservativen bei der Stichwahl fast durchgängig für den Antisemiten gestimmt. Die Wahl Ahlwardts wird indessen nach verschiedenen Richtungen hin noch zu parlamentarischen Nachklängen führen, hauptsächlich was das offene Eintreten des Landrathes v. Bornstedt zu Gunsten des antisemitischen Candidaten anbelangr. Die Wahl Ahlwardts zum Reichstagsabgeordneten wird übrigens aus die Gefängnißstrafe, welche er zur Zeit wegen Beleidigung des Berliner Magistrats verbüßt, keinen Einfluß haben, denn diese Strafe ist rechtskräftig erkannt. — Das G-rücht, daß der Prinz-Regent Albrecht von Braunschweig infolge eines körperlichen Leidens demnächst die Regentschaft niederlegen wolle, wird jetzt von i braunschweigischer amtlicher Seite als völlig unbegründet erklärt- der Prinz sei durch sein Befinden in keiner Weise an der Erfüllung seiner Regentenpflichten behindert. Berlin, 4. December. Ueber die Ergebnisse der Rekruten- Prüsungen im Deutschen Reich enthält das soeben ausgegebene vierte Hest der Vierteljahrsheste zur Statistik des Deutschen Reichs Nachweise für das Ersatzjahr 1891/92. Da- I nach hatten von den 184 382 Rekruten, welche in die Armee I und Marine eingestellt wurden, 179 886 Schulbildung in I deutscher Sprache, 3662 Schulbildung nur in fremder Sprache | und 823 waren ohne Schulbildung, d. h. solche, welche in ■ Neueste Nach rechte»». Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 7. December. Nach der neuen Brausteuervorlage sollen Getreide, Reis, grüne Stärke 8 Mk. Steuer, Stärke, Stärkemehl, Stärkegummi und Syrup aller Art 12 Mk., Zucker aller Art, Zuckerlösungen, sowie alle anderen Malzsurrogate 16 Mk. pro 100 Kilogramm zahlen. Vom Laufe des Rechnungsjahres wird von den in der Brauerei verwendeten ersten 150 Doppelcentner Getreide und Reis jedoch eine Abgabe von mit je 6J/2, von weiteren 350 Doppelcentern mit 7 Mk. erhoben. Bei mehr als 5000 Doppelcentner verwendetem Getreide und Reis wird ein Steuersatz für die nächstfolgenden 10,000 Doppelcentner um eine halbe Mark und für eine 15,OOO Doppelcentner übersteigende Menge um eine Mark pro 100 Kilogramm erhöht. — In der Branntwein st euer-Novelle wird anstatt der bisher dreijährigen eine fünfjährige Periode für die Bemessung der Jahresmenge des Branntweins, welche die Brenner zu niedrigerem Abgabesatze Herstellen dürfen, festgesetzt. Berlin, 7. December. Die dem Reichstage zugegangene Börsen st euer-Novelle verdoppelt den Steuersatz für Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäste und bestimmt, daß bei Geschäften bis zu einem Werthe von 100,000 Mk. in Stufen von zwanzig, bezw. vierzig Pfennig für je 1000 Mk. oder ein Bruchtheil dieses Betrages, bei Geschäften über 100,000 Mk. dagegen in Stufen von 2, bezw. vier Mark für je 10,000 Mk. oder ein Bruchtheil dieses Betrages eine Stempelabgabe zu berechnen ist. Berlin, 7. December. Aus verschiedenen Theilen des Reiches wird heftiges Schneetreiben und dadurch hervorgerufene Verspätungen von Eisenbahnzügen gemeldet. Berlin, 7. December. Proceß Ahlwardt. Nach Ablehnung der gestngen Beweikanträge Ahlwardts erklärt Verihcidiger Hertwig, er müsse ablehnen, die Veriheidigung des Mannes weilerzufllhren, der bereits verurthcilt gewesen sei, bevor die Sitzung begann und dem die Beweismittel ab- geschnittcn würden. Unter allgemeiner großer Aufregung beantragt der Staatsanwalt für diese höchste Ungebühr die höchste zulässige Strafe. Der Vcrtheidiger verläßt den Ge- richtssaal; der Gerichtshof nimmt den Vertheidiger in eine Ordnungsstrafe von hundert Mark. Die Verhandlung wird fortgesetzt. Nach kurzer Berathung beschloß der Gerichtshof, die Sitzung bis morgen Nachmittag zu vertagen, damit sich der Angeklagte das vom Vertheidiger mitgenommene Ver- theidigungsmaierial wieder beschaffen könne. Berlin, 8. December. Neun socialistische Protest- versa m m l u n g c n, die gestern Abend in allen Theilen der Stadt tagten, beschlossen gleichlautende Resolutionen, welche die Militärvorlage wegen der ohnehin erdrückenden Steuerbelastung für unannehmbar erklärten und die Abschaffung der stehenden Heere und Einführung des Milizsystems als einziges Mittel gegen den fortschreitenden wirthfchaftlichcn Ruin be- zeichneten. Potsdam, 8. December. Die kaiserliche Familie siedelt am 30. December nach Berlin über. Weimar, 8. December. Von dem Verein „Frauen- bildungsresorm" wird kommende Ostern ein Privatgymnasium für Mädchen eröffnet. Brüssel, 7. December. Der angebliche Urheber des in Seraing gegen das Bureau der Gesellschaft Cockenll verübten Attentates, Pasquay, wurde, da er unschuldig ist, frei- gelassen. Bekanntmachung, betreffend Gesuch der „Urania", Actiengesellschast für Kranken-, Unfall- und Lebens-Versicherung in Dresden. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz der „Urania", Actien- gesellschaft für Kranken-, Unfall, und Lebensversicherung in Dresden, die Erlaubniß zum Betrieb der Reise-Unflll-(Dicket-) Versicherung im Großherzogthum Hessen auf Widerruf unter der Bedingung ertheilt hat, 1) daß die Gesellschaft die Namen und den Wohncwt der mit der Ausgabe der Versicherungsscheine (Tickets) beauftragten Personen jeweilig anzeigt, ' 2) daß dieselbe alljährlich eine Uebersicht über hieHcchl und Höhe der im Großherzogthum abgeschlossenen Versicherungen und die ans den letzteren an $>7/ sicherte ober deren Hinterbliebene ausgezahlterNBe- träge an Großh. Ministerium einsendet, 3) daß die Gesellschaft in allen Rechtsstreitigkeiten aus Versicherungen, die im Großherzogthum abgeschlossen sind, als Klägerin und Beklagte vor den Großherzoglichen Gerichten Recht nimmt, und zwar, sofern die Gesellschaft als Beklagte erscheint, bei dem Gerichtsstand der Personen, ourch deren Vermittelung die Versicherungen abgeschlossen bezw. von denen die 1 Versicherungsscheine ausgegeben wurden. Gießen, den 7. December 1892. Großherzoglichetz Kreisamt Gießen. z p. Gag em. _ Versammlung von Interessenten mit den Vorarbeiten der geplanten großen Ausstellung in Berlin 1895/97 betraute Präsidium des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller richtet an alle Vereine und Korporationen Deutschlands ein Rundschreiben, in welchem es denselben die Beschickung dieser Ausstellung ans Herz legt. Berlin, 7. December. Der „Reichs- und Staatsanzeiger" meldet: Der Minister des Innern hat dem Landrathe des Kreises Friedeberg wegen der Unterzeichnung des Wahlaufrufs für Ahlwardt seine ernste Mißbilligung ausgesprochen. Deutscher Reichstag. 10. Sitzung. Mittwoch, 7. December 1892. I Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag der Abgg. Dr. I Hü sch, Mirbach, Möller, v. d. Schulenburg und Fichr. v. Wendt, wonach I Mitglieder solcher eingeschr Ebener Hü lfskassen, die am 31 Jan. 1893 I diein 8 75a des Krankenversicherungsgesktzes vorgesehene Bescheinigung I noch nicht erhalten, aber bereits vor diesem Tage die erforderliche I Statutenabänderung mit dem Anträge auf fernere Zulassung oder I Genehmigung bei der zuständigen Stelle eingebracht haben, von der I Verpflichtung, der Gemeinde-Krankenversicherung oder einer anderen I gesetzlichen Kasse anzugehören, noch bis zum 1. Juli 1893 befreit I sein sollen. Abg. Möller (nl.) begründet diesen Antrag. Derselbe wird I ohne weitere Debatte einstimmig angenommen. I Es folgt Berathung des von Abg. Rintelen (Ctr.) einge- I brachten Gesetzentwurfs betr. Abänderung und Ergänzung der Vor- I fchriften der Strasprozeßordnung über die Wiederaufnahme des I Verfahrens sowie die Entschädigung für unschuldig er- I littene S t rasen. Abg. Rintelen führt aus, daß bei einer nachträglichen Freisprechung auf Grund eines non liquet eine Entschädigung nicht gewährt werden dürfe. Ein solcher Antrag würde auch keine. Aussicht aus Annahme seitens der verbündeten Regierungen haben. Wolle man die Entschädigung wirklich unschuldig Verurtheilter, so nehme man seinen Antrag auf Abänderung der Wiederaufnahme des Verfahrens an. Staatefccretär im Reichsjusiizamt Hanauer theilt mit, daß ein Gesetzentwurf betr. die Entschädigung unschuldig Verurtheilter imReichsjustizamt ausgearbeitet und dem prcußischenJustizministerium zur Begutachtung mitgetheilt worden sei. Abg. vr. Hartmann (cons.) begrüßt die Ankündigung mit Genugthuung. Von den Einzelstaaten hätten je Preußen, Sachsen, ! Bayern rc. der Auffoid?rung, aus Staatsmitteln Entschädigungen zu gewähren, Folge geleistet. Aber das habe noch keinen befriedigenden Zustand herbeigeführt, ein solcher könne nut durch Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Entschädigung seitens wirklich unschuldig Verurtheilter geschßffen werden. Abg. Frohme (Soc.) will die non liquot - Fälle von dem Entschädigungsanspruch nicht ausgeschloss n wissen, und führt dann Beschwerde darüber, daß sich hohe Gerichtsbeamte dazu hätten hinreißen lassen, den Socialdemokraten als Partei die Ehre abzusprechen und ihnen zu insinuiren, daß sie den Meineid für zulässig hielten. Da der Redner Richtern tendenziöse Unwahrhreit zum Vorwurf macht, wird er von dem Vicepräsidenten Gras v. Ballesiröm zur Ordnung gerufen. Abg. Frohme fährt fort, daß bei solchen Bezichtigungen für die Socialdemokraten die Rechtssicherheit auf höre. Halte man sie von vornherein als des Meineids fähig, so bliebe ihnen nichts übrig, als vor Gericht Aussage und Eid üb rhaupt zu verweigern. Die Socialdemokraten wendeten sich übrigens nicht gegen den Eid, sondern ! gegen den religiösen Eid, da dieser den Glaubenszwang bedeute. | Abg. Kauffmann (fif.) bedauert, daß der Reichstag 10 Jahre i lang auf die heute endlich in Aussicht gestellte Vorlage bade warten j müssen und spricht sich gegen die von Rintelen beantragte Erschwerung \ des Wiede'aufnahmeoerfahrens und gegen eine Unterscheidung zwischen ( Freigesprochenen und unschuldig Vernrtheilten aus. Abg. Schneider, Hamm (nl.) will, daß die Entschädigung nur j in Fällen eintrete, in denen es sich wirklich um unschuldig Verur- theilte handle. Abg. Ha ußer (Viksp ) weist an einigen in Württemberg vorgekommenen Fällen die Schwierigkeiten nach, welche einer Unterscheidung von unschuldig VerurtheiHen und auf Grund eines non liquet Frei- gesprochenen entgegenstehen. Bei der Abstimmung ergiebt sich Beschlußunfähigkeit des Hauses (Präsenz: 146). Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr. Tagesordnung: Interpellation Hitze betr. Abzahlungsgeschäfte, 3. Lesung des Antrags betr. die freien Hilfskaffen, lex Heintze. An die Bischöfe Kopp und Krem entz sind Anzeigen abgegangen, daß sie bei dem nächsten | keiner Sprache genügend lesen, oder ihren Vor- und Familien- . Namen nicht leserlich schreiben konnten. In Procent der ’ Gesammtzahl aller Eingestellten betrugen diejenigen, welche ; weder lesen, noch ihren Namen schreiben konnten, im Ersatzjahre 1881/82 : 1,54, 1891/92:0,45. Diejenigen Regierungs- Bez'rke, von welchen die meisten Mannschaften ohne Schulbildung gestellt wurden, sind Marienwerder, Posen, Oppeln, Gumbinnen, Königsberg, Bromberg, Danzig. Ueberall war im Ersatzjahre 1891/92 eine sehr bedeutende Besserung zu bemerken, am stärksten war die Verminderung der Etngc- .^tclllen ohne Schulbildung in Posen, wo sie 1881/82:12,82, ! 189LjO2f2,85, und Gumbinnen, wo sie 7,90 bezw. 1,82 betrug. Die überseeische Auswanderung aus dem deutschen Reich übjr* dekstsche Häsen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdd?elies sich nach denZusammenstellungen des %jerlidffn| statistischen Amts in den Monaten Januar bis ^.Ä^cnrbe^ 1892 auf 92956 Personen. Hiervon kamen aus .der Provinz Posen 13 567, Westpreußen 11229, Pommern aus Bayern rechts des Rheins 6736, der Provinz Hannover 5905, Brandenburg mit Berlin 5449, aus dem Königreich Württemberg .4802, der Provinz Rheinland 4699, aus dem Königreich Sachsen 4155, der Provinz Schleswig - Holstein 3397, dem Großherzogthum Baden 3289, der Provinz Schlesien 2664, Westfalen 2342, Hessen- Nassau 2278, Provinz Sachsen 1954, Ostpreußen 1634, aus der Rheinpsalz 1519, dem Großherzogthum Hessen 1406, Oldenburg 1102, Mecklenburg - Schwerin 803. Der Rest von 5558 Personen entfällt auf die übrigen Gebietstheile des Reichs. sturm, welcher in den letzten Tagen von Haparanda bis Gothenburg wüthete, hat zahlreiche Schrfssunfälle verursacht. ichenerZrneiger Henerat-Mnzeiger. Rr. 28« Erstes Blatt. . Consistoriam zu Cardinälen ernannt werden. Im Ganzen ist bisher die Ernennung von zehn Cardinälen sicher, darunter befinden sich vier Italiener. Paris, 7. December. Rochefort kündigte im „Jn- transigeant" neue größere Enthüllungen über die ge- sammten leitenden Kreise der Republik an. Die Minister, höchsten Würdenträger, Abgeordneten und Senatoren seien sämmtlich bestochen worden. Auch die Bank von Frankreich und der Credit Foncier seien am Panamascandal be- theiligt. Das seither Bekanntgewordene bilde nur die Ein« leitung. Philadelphia, 7. December. Das großartige Zeitungsetablissement „Childs" ist niedergebrannt. Localer ttnfr provinzieller. Gilben, 8. December 1892. — Eisenbahnunsall. Der heute Morgen 6 Uhr 33 Mtn. aus Wetzlar hier einlausende Personenzug stieß im Güterbahnhof aus einige Kohlenwagen. Ein Wagen wurde zertrümmert, die Maschine des Personenzugs aus dem Geleise gehoben und an den Puffern beschädigt. Verletzungen von Personen kamen glücklicher Weise nicht vor. — Die „Allgemeine Sterbekaffe Gießen" hielt am vergangenen Sonntag ihre diesjährige Generalversammlung ab. Die Kasse erfreute sich, nachdem im vorigen Jahre das Sterbegeld ans 100 Mk. erhöht wurde, einer starken Zunahme der Mitgliederzahl, sowie des Reservefonds. Die erstere stieg von 496 aus 557, der letztere von 734.16 Mk. aus 1110.88 Mk. Im abgelaufenen Jahre sind gestorben 10 Mitglieder, für welche 1000 Mk. verausgabt wurden. Die Eintrittsgelder variiren von 50 Pfg. bis 4 Mk. An« Meldungen nimmt jederzeit Herr Schneidermeister Pfaff, Seltersweg 1, entgegen. — Kirchliche Dienstnachrichlen. Der Professor des Predigerseminars und Pfarrer lic. Sm end zu Friedberg wurde behufs Uebernahme einer Professur an der Kaiser Wilhelms - Universität zu Straßburg mit Wirkung vom 1. April 1893 aus dem Dienst der Landeskirche entlassen- der Pfarrer der MartinSgemeinde Dr. Friedrich Fl Öring zu Darmstadt wurde zum dritten Lehrer und Professor am Predigerseminar zu Friedberg und Pfarrer daselbst mit Wirkung vom 1. April 1893 ernannt. Dem Pfarrer Georg Bert zu Beerfelden wurde die evangel. Psarrstelle zu Weisenau, dem Pfarrer Peter Grünewald zu Dieburg die evangel. Psarrstelle der unierten Gemeinde zu Offenbach übertragen. — Ernannt wurden: Pfarramtscandidat Marquardt von Gadernheim zum Psarrverwalter zu Seckmauern, Psarrvicar Becker zu Wimpfen zum Pfarrverwalter daselbst, Psarrassistent Vogel zu Bingen zum Psarrverwalter zu Dieburg. — Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben: die evangelische Psarrstelle zu Bosenheim. — Postperfonalnachrichten. Ernannt sind: Die Post- fecretäre Richter und Schmidt in Darmstadt zu Ober- Postdirectionssecretären, der Postassistent Wenzel.in Alsfeld zum Ober-Bostassistenten, die Postassistenten Zimmermann in Viernheim, Altmannsperger in Herbstein und Schmidt in Flonheim zu Postverwaltern. Der Postassistent Wigand in Monsheim (Hessen) ist als Postverwalter angestellt worden. Versetzt sind: Der Postinspector Schmidt von Darmstadt nach Aachen behufs Uebernahme der Vorsteherstelle des Kaiserlichen Telegraphenamts daselbst, der Postinspector Hartmann von Darmstadt nach Bochum behufs Uebernahme der Vorsteherftelle des Kaiserlichen Postamts daselbst, der Postinspector Apel von Frankfurt (Oder) nach Darmstadt, der Ober-Post- assistent Roth von Nidda nach Niederwöllstadt behufs Uebernahme der Borsteherstelle des Kaiserlichen Postamts daselbst, der Postassistent Sehrt von Pforzheim nach Offenbach (Main) und der Thelegraphenassistent Müller von Offenbach (Main) nach Bingen (Rhein). Der Ober-Telegraphenafsistent Priddat in Mainz tritt auf feinen Antrag in den Ruhestand. Der Postsecretär Schneider in Gießen ist gestorben. — Warnung für Versicherte. Von welch großer Tragweite die genaue Erfüllung der Versicherungs-Bedingungen ist, dürfte daraus erhellen, daß ein feit Jahren gegen Fcuers- schaden versicherter Mann, welcher nach Weisenau verzog, ohne seinen Umzug bei der Versicherungsgesellschaft durch den Agenten anzeigen zu lassen, und dortselbst kürzlich abbrannte, einen Schaden-Ersatz seitens der Gesellschaft nicht geleistet bekam. Da in solchen Fällen der letzteren, welche sich genau an ihre mit dem Versicherten abgeschlossenen Vertrags-Bedingungen hält, nicht gut ein Vorwurf gemacht werden kann und die Schuld lediglich aus Seiten des Versicherten beruht, fo fei im allgemeinen Interesse auf die genaue Beachtung der Versicherungs-Bedingungen, welche auf jeder, in Händen des Versicherten sich befindenden Police aufgedruckt sind, aufmerksam gemacht. Erfahrungsgemäß sehen sich viele Versicherte dieses Vertrags-Document gar nicht näher an und so kommt eß, daß sie auch selbst die Folgen zu tragen haben. Besonders sei bemerkt, daß die Ent- fchädigungspflicht der Gesellschaften in dem Falle aufhört, wenn der Versicherte bei Beginn des Versicherungsjahres seine Prämienzahlung an den Agenten nicht geleistet hat. So selbstverständlich diese Bestimmung ist, so wird sie doch von gar manchem Versicherten außer Acht gelassen und ist der Letztere auf Nichts, als das bloße Glück, daß ihm während seiner Säumigkeit nichts passirt, angewiesen. Diese Bestimmung bezieht sich nicht nur allein auf die Feuerversicherung, sondern auch auf die Lebensversicherung, Krankenkasse und sonstige Vertragsverhältnisse. — Zur Warnung. Durch Untersuchung im Kaiserlichen Gesundheitsamte ist festgestellt, daß das zu wirthschastlichen Zwecken in den Handel kommende Eis selbst bei gutem Aus« sehen oft zahlreiche, in ihrer Entwickelungsfähigkeit nicht veränderte, gesundheitsgefährliche Kleinwesen enthalten hat. Es ist dadurch wahrscheinlich geworden, daß die häufig beobachteten Krankheiten nach dem Genüsse von Getränken, welche durch Hineinwerfen von Eisstückchen gekühlt wurden, weniger durch die Kälte des Getränkes, als durch die im Eis vorhandenen Krankheitserreger verursacht sind. Dieselben Nachtheile können durch beste Nahrungsmittel, welche durch Liegen auf solchem Eise gekühlt wurden, entstehen. Es wird daher vor dem Genuß von Getränken und anderen Nahrungsmitteln, welche in der vorerwähnten Weise mit Eis gekühlt sind, als gesundheitsgefährlich gewarnt. — Die evangelische Bevölkerung des Großherzogthums Hessen gestaltete sich am 1. December 1890 wie folgt: 1) Kreis Darmstadt 78924, 2) Kreis Bensheim 28 560, 3) Kreis Dieburg 35 922, 4) Kreis Erbach 42223, 5) Kreis Groß-Gerau 34 751, 6) Kreis Heppenheim 18 519, 7) Kreis Offenbach 46 553, 8) Kreis Gießen 70 132, 9) Kreis Alsfeld 38 815, 10) Kreis Büdingen 35 984, 11) Kreis Friedberg 46 364, 12) Kreis Lauterbach 26437, 13) Kreis Schotten 25 691, 14) Kreis Mainz 33044, 15) Kreis Alzey 26 534, 16) Kreis Bingen 13 797, 17) Kreis Oppenheim 26 740, Kreis Worms 42128, zusammen 666118 Seelen. -in. Herbstein, 6. December. In dem benachbarten Stein- furt brach heute Morgen gegen 9f/2 Uhr in der Hosraithe des Großherzogl. Bürgermeisters Stock Feuer ans, welches mit so furchtbarer Schnelligkeit um sich griff, daß in einem Augenblick das ganze prachtvolle Anwesen, bestehend aus zwei Wohnhäusern, nebst Scheuern und Stallungen, ein Raub der Flammen wurde. Es war nicht einmal Zelt übrig geblieben, zur Rettung des Viehes- 9 Hammel und zwei Mastschweine kamen in den Flammen um. Als Brandstifter wird ein bei Herrn Stock als Dienstknecht beschäftigt gewesener, 20jähriger Bursche, geborener Ostpreuße, bezeichnet. Derselbe lebte mit der Magd seines Dienstherrn schon längere Zeit im Unfrieden und hat diese schon mehrmals blutig geschlagen. Heute Morgen entspann sich nun zwischen diesen Beiden wieder ein Streit, der damit endete, daß die Dienstmagd von dem Burschen roh mißhandelt und hieraus in einen Stall gesperrt wurde, wobei der Knecht die furchtbare Drohung ausstieß, er wolle die Hexe jetzt verbrennen. Eine halbe Stunde später umzingelten die Flammen gierig die Dachfirste des Hauses. Nur durch ein Wunder wurde die Dienstmagd aus ihrem Gefängniß befreit und entkam fo dem sicheren Tode. Ein junger Mann der Löschmannschaft fiel in Ausübung seines gefährlichen Berufs von dem brennenden Gebäude und verletzte sich lebensgefährlich. § Gedern, 6. December. Dem schon feit 30 Jahren im Dienst stehenden Postillon Christian Oechter hier wurde von der kaiserlichen Oberpostdirection Darmstadt eine silberne Ehrenpeitsche überreicht mit der Inschrift: „Dem Postillon Christian Oechler für geschicktes Fahren 1892." Möge es ihm vergönnt fein, noch lange Jahre diese Peitsche zu schwingen. A Von der Ohm, 7. December. Bekanntlich hatten während des überaus trockenen Sommers und Herbstes die Wassermühlen empfindlich aw Wassermangel zu leiden. So konnten die Mahlmühlen ihre Kundschaft nicht hinlänglich bedienen und die mit diesen Mahlmühlen verbundenen Holzschneidereien standen gänzlich still. Unverarbeitet lagerten die Holzvorräthe neben den Schneidereien. Dieselbe Kalamität herrscht heute noch. Das sonst im Spätherbst auftretende starke Regenwetter ist gänzlich ausgeblieben und nun ist ziemlich starker Frost eingetreten. Durch letzteren wird der Wasserstand stets rebucirt, so daß der ohnehin schwache Wasserzufluß noch schwächer geworden ist. So vermögen denn die Wassermühlen vielfach auch jetzt noch nicht mit vollem Betrieb zu arbeiten. Ein Mühlenbesitzer an der oberen Ohm, dessen Holzschneiderei bei großem Holzlager seit Sommer still stehen mußte, sucht sich jetzt zu helfen, indem er die Schneiderei durch eine Dampfmaschine treiben läßt. Eine Besserung des Wasserstandes ist nur durch eintretendes Tauwetter zu erwarten, indem der schmelzende Schnee reichlich Wasser liefert. Bad Nauheim, 4. December. Am vorigen Mittwoch hat der Nestor unserer Aerzte (und wohl überhaupt der in Hessen thätigen Aerzte) Herr Geheime Medicinal - Rath Dr. Friedrich Bode I., fein 81. Lebensjahr vollendet und sind ihm bei dieser Gelegenheit von Nah und Fern zahlreiche Beweise liebender Aufmerksamkeit zu Theil geworden. Der Wetterauer Aerzteverein hat ihn zum Ehrenpräsidenten ernannt. (Ehrenmitglied des Vereins ist er schon gewesen.) Der Genannte erfreut sich noch großer körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Darmst. Ztg. Darmstadt, 7. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Dekan Meyer von Friedberg, den Postsecretär Meyer von Gießen, den Commerzienrath Gail von Gießen. nn. Darmstadt, 7. December. Von Seiten der Großh. Staatsrcgierung war schon auf dem vorigen Landtag, nachdem von Seiten der Abgeordneten Vogt und Schröder ein diesbezüglicher Antrag eingebracht worden war, der Erlaß eines Gesetzes wegen höherer Besteuerung des Hausirhandels auf Gegenstände der Fabrikindustrie, sowie der sogen. Wanderlager in Aussicht gestellt worden, ohne daß bis heute eine Vorlage in biefem Sinne ben Stäuben zugegangen wäre. Neuerbings scheint bie Großh. Regierung bieien Gegenstanb mit aller Energie in Angriff nehmen zu wollen. Dieselbe hat an sämmtliche Kreisämter bes Laubes einen Erlaß gerichtet, worin um Erhebungen nach bieser Richtung hin gebeten wirb. Dor einigen Tagen hat benn auch hier unter bem Vorsitz bes H^u Amtmannes Dr. Kayser eine Sitzung ftattgefunben, an welcher ber Präsibeut ber Großh. Ceutralstelle für bie bewerbe, Regierungsrath Dr. Hesse, zahlreiche Vertreter des Gewerbe- unb Haubelsstaubes, sowie eine Anzahl Bürgermeister theiluahmen unb in welcher bie Frage ber höheren Besteuerung bes Hausirhanbels eingehenb behaubelt würbe. Dabei hat man sich ebenfalls für eine höhere Besteuerung bes Feilbieteus von Maaren im Umherziehen ausgesprochen, wobei jedoch diejenigen der Hausindustrie nicht getroffen werden sollen. Hoffentlich wird, wie dieses bereits in anderen deutschen Bundesstaaten der Fall ist, dem die Industrie unb unseren Gewerbestand schwer schädigenden Hausirgewerbe ein wirksamer Damm entgegengesetzt und das Gesetz noch dem jetzigen Landtag zur Sanction unterbreitet. Mainz, 5. December. Ein junger Mainzer wollte in Folge einer Wette die Speisekarte einer Restauration „durchessen", d. h. von jeder Speise eine Portion verzehren, er war noch nicht zur Hälfte mit der Arbeit fertig, als er solche Magenkrämpse bekam, daß er heimgeschafft werden mußte. Worms, 5. December. Das Großh.' Ministerium jdes Innern und der Justiz hat kürzlich der hiesigen Handelskammer die Frage vorgelegt, ob diejenigen Handelsreisenden, die an Privatpersonen verkaufen, zu den Haufirern gerechnet werden sollen, wie dies beantragt fei. Die Handelskammer faßte daraufhin den Beschluß, daß eine solche Aeuderung der Gewerbeordnung nicht gerechtfertigt fei. Vermischtes. * Berlin, 2. December. Dec Kaiser hat bestimmt, daß der von dem Major Grasen v. Moltke vom Leib-Kürassier- Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 und Adjutanten der 3. Division componirte Marsch „Des Großen Kurfürsten Reitermarfch" unter die Zahl der Armee- märsche ausgenommen und von dem Trompetercorps des genannten Regiments beim Parademarsch im Schritt geblasen werden soll. Der Marsch erhält die Nummer 213 für die Infanterie bezw. 72 für die Cavallerie. * Werner von Siemens f. Der am Dienstag Abend einer rapid verlaufenen Lungenentzündung erlegene ausgezeichnete Physiker Ernst Werner v. Siemens war am 13. December 1816 zu Leuthe bei Hannover geboren. 1834 trat er aus Neigung für das Jngenieurfach zu Magdeburg als Freiwilliger in die preußische Artillerie ein. Im Jahre 1841 nahm er in Preußen das erste Patent auf galvanische Versilberung und Vergoldung. Gegen Ende 1842 und 1843 ließ er sich den von ihm und seinem Bruder weiter verbesserten chronometrischen oder Differentialregulator für Dampfmaschinen und Wasserräder patentiren. 1846 bereicherte er die electrische Telegraphie mit einem von allen früheren ganz wesentlich abweichenden Zeigertelegraphen (mit Selbstunter- bredjung). Im Jahre 1847 in die Commission für Einführung electrischer Telegraphen in Preußen berufen, schlug er derselben auf Grund feiner 1846 angefteflten Versuche die Guttapercha als Jsolatiousmittel für unterirdische Leitungen vor und construirte auch zum Ueberziehen der Drähte mit Guttapercha die erste Schraubendruckpresse- 1848 legte er im Kieler Hafen mit feinem Schwager, Professor Himly, die ersten unterirdischen Seeminen mit electrischer Zündung an und baute als Commandant von Friedrichöort die 1849 berühmt gewordenen Batterien zum Schutze des Eckensörder Hafens. Im Herbst und Winter 1848/49 baute er im Auftrage der preußischen Regierung die erste große Telegraphenlinie auf dem Kontinent zwischen Berlin und Frankfurt a. M.^ zwischen Berlin und Eisenach unterirdisch mit Guttapercha- Jsolirung, von da bis Frankfurt oberirdisch auf Glockenisolatoren. Werner schied 1849 aus der Armee und nach Vollendung der Telegraphenlinie von Berlin nach Köln und Verviers, sowie nach Hamburg, Breslau und Oderberg au£ dem Staatsdienst überhaupt, um sich ausschließlich der Tele- graphenbauanstalt zu widmen, welche er schon 1847 mit dem (1867 wieder aus dem Geschäft getretenen) Mechaniker I. G. Halske in Berlin gegründet hatte. Werner Siemens entdeckte (1848) die sog. Flaschenladung ifolirter Leitungen (Kabel) und die daraus entspringende Verzögerung des durch sie gesandten Stroms, gab Methoden zur Untersuchung solcher Kabel und zur Auffindung von Fehlern und Beschädigungen darin an- er stellte 1859 die genau befinirte und leicht zu. reproducirende Siemens'sche Quecksilbers Widerstandseinheit auf und legte dadurch den ersten festen Grund zur Ausführung genauer und vergleichbarer electrischer Messungen. Siemens gab die erste Kabellegungstheorie und legte auch das erste gelungene Tiefseekabel (Bona-Cagliari), mit Bremse und von ihm erfundenem Kraftmesser- sein überaus zweckmäßiger, 1856 erfundener Cylinderinductor hat eine sehr vielseitige Verwendung und ungemein große Verbreitung gefunden. Er erfand die für die Erzeugung des electrischen Lichtes, die elektrische Kraftübertragung und den Electro- chemismus so bedeutungsvolle dynamoelectrische Maschine, deren Theorie er in der Berliner Akademie der Wissenschaften am 17. Januar 1867 entwickelte. Große Verdienste erwarb sich Siemens um die Translation, die automatische Telegraphie, das Gegen- und Doppelsprechen 2c. Die Berliner Universität ernannte Siemens 1860 zum Ehrendoctor der Philosophie, die Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1874 zu ihrem ordentlichen Mitgliede. Vorige Woche erschienen feine „Lebenserinnerungen." * Leipzig, 6. December. Einen sogenannten „Scherz" hat sich der hiesige Markthelfer D i e s e l geleistet. Befreundet mit einem vor wenigen Wochen vom Freiburger Jägerbataillon zur Disposition beurlaubten Soldaten, glaubte er einen besonders guten Witz zu machen, wenn er eine Störung in die Hochzeitsvorbereitungen dieses seines Freundes brachte. Er schrieb deshalb an den Vicefeldwebel H. in Wurzen folgende Postkarte: „Lieber Herr Feldwebel! Ich freue mich, ihrer Zuchtrute entronnen zu fein — die Compagnieschule ist aus! Hurrah! Nun können mich die Chargen nicht mehr ärgern! O, welche Wonne, welche Lust! Illing!" Diesel erreichte das Gewollte — nach voraufgegangener Meldung des Vicefeldwebels bekam I. zwei Tage vor feiner Hochzeit Befehl zum Eintreffen, und alle Betheuerungen feiner Unschuld an ber Postkarte retteten ihn nicht vor Ableistung einer sechswöchigen Dienstzeit, nach welchem Zeitpunkte sich feine Unschuld herausstellte. Die Staatsanwaltschaft erhob