b, ch ?n v a r n :n S I i- n S e t r t t r t r t t i i Nr. 106 Samstag heu 7. Mai 1802 Der flHclener Anzeiger rtfd^int täglich, Kitt Ausnahme deS MonlagS. Die Gießener yemiftenPfätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegr. Siebener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Redaction, Expedition und Druckerei: Schvtstrahe Ar.7. Fernsprecher 61. vierteljähriger Aöonuemenkpreiar 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pf». Amts- und AnZs»K/, bis I2'/2Mr, geöffnet sein wird und deren Besuch wir Interessenten nur empfehlen können. Es fei noch erwähnt, daß Herr F. W. Feller zwar durch Unwohlsein verhindert ist, morgen zu sprechen, es ist indessen Vorsorge getroffen, daß der für diesen Tag, Rachmittags 2 Uhr, im Safe Leib (Gühlholtz) angekündigte Vortrag über die zweckmäßigste Bekämpfung von Schadenfeuer durch einen anderen Sachverständigen gehalten werden wird. — Wenn der April vorbei, daun schneit es im Mai, könnte man als „Bauernregel" ausstellen, wenn wie am heutigen Tage sich das Schauspiel eines regelrechten Schneefalls noch öfters wiederholt. Mit dem heutigen Schnee sind wir gegen das Jahr 1891 um 11 Tage „vor", d. h. es schneite im vorigen Jahre noch am 17. Mai (Pfingsten). Hoffentlich macht der Winterschnee nun einem allgemeinen Blüthenschnee Platz und heizt diesmal ausnahmsweise die liebe Sonne den drei im Anzuge befindlichen Eisheiligen Mamertus, Pankratius und Servatius gehörig ein. — Prof. Dr. A. W. ». Hoffmann f. Vor Schluß der Redaetion geht uns telegraphisch die Nachricht zu, daß der △ Mainz, 5. Mai. In gestriger Nacht nahm ein an einem in der Richtung nach Marienborn gelegenen Außensort wachehabender Militärposten wahr, wie sich an einem dortigen Pulvermagazin ein Individuum etwas zu schaffen machte Der Posten rief die Person an und als hieraus keine Antwort erfolgte, feuerte derselbe einen Schuß nach dem still- stehenden Individuum ab. Aus den Knall des Schusses, welcher sein Ziel nicht erreicht hatte, bog um die Ecke des Magazins eine zweite Person hervor, die schleunigst mit der ersteren in der Richtung nach der „Pariser Straße" davon eilte. Der Posten setzte Beiden eine kurze Strecke nach, verlor solche bei der Dunkelheit der Nacht aber bald aus dem Auge. Der Posten erstattete alsbald Anzeige und werden wohl weitere Recherchen nach den beiden Personen erfolgen. Furchtsame Gemüther glauben, daß es auf ein Attentat ober wenigstens auf eine Beraubung des Pulvermagazins abgesehen war. — Die Leiche des vorgestern plötzlich verstorbenen Oberstlieutenant von Follenius wurde heute Vormittag unter großen militärischen Ehren nach dem Centralbahnhof verbracht, von wo die Ueberführung zu der Familiengrab- statte nach Darmstadt stattfand. Kapitalrenten- u. Einkommensteuercapitalien auf 58 4I0372Mk. festgestellt wurde. Es entfallen u. A. an Normalsteuer- eapita 1 ien, bezw. Steueransätzen auf folgende ©teuer« commissariate die nachstehenden Betraget Stenercommissariat Darmstadt bei der Gewerbesteuer 712893 bezw. 114062,88, bei der Grundsteuer 1436 975, bezw. 201 176,46, bei der Capitalrentensteuer 559202, bezw. 95064,36, bei der Einkommensteuer 4 336120, bezw. 693 779,22 Mk.; ©teuer« commissariat Gießen bei der Gewerbesteuer 276471, bezw. 44235,36, bei der Grundsteuer 698026, bezw. 97 723,62 bei der Capitalrentensteuer 135069, bezw. 22961,76, bei ber Einkommensteuer 1480 775, bezw. 236 923,98 Mk Stenercommissariat Mainz bei der Gewerbsteuer 1652631' bezw. 264420,96, bei der Grundsteuer 2201017, bezw. 308 142,36, bei der Capitalrentensteuer 488 985, bezw. 83127,42, bei der Einkommensteuer 6632430, bezw. 1 061188,80 Mk.; ©teuercommiffariat Offenbach bei der Gewerbesteuer 617 387, bezw. 98 781,90, bei der Grund- steuer 862 536, bezw. 120755,04, bei der Capitalrenten- anc 11 bc*ro" 24 329,58, bei der Einkommensteuer -41 895, bezw. 387 023,22 Mk.; ©teuercommiffariat SBorm« bei der Gewerbesteuer 469 672, bezw. 75147 54 bei der Grundsteuer 1 155 747, bezw. 161804,58, bei'der Capitalrentensteuer 139 413, bezw. 23 700,24, bei der Ein- kommensteuer 1750570, bezw. 280091,16 Mk. — Schutz der Vögel. Der „deutsche Bund zur Bekämpsung des Vogelmassenmords sür Modezwecke" beabsichtigt eine Petition an die Königin von Italien zu senden, sie um Theilnahme für den Schutz der Vögel zu bitten, welche bekanntlich dort in ungezählter Menge auf der Durchreise vernichtet werden. I Der erwähnte Bund sammelt Unterschriften für diese Petition unb hofft, daß eine zahlreiche Betheiligung des Publikums I das Unternehmen unterstützen wird. Da zum Zeitpunkt der I Ueberretdjung die Anwesenheit der Königin Margherite in Potsdam am 6. Juni in Aussicht genommen ist, so bittet der I Vorstand des Bundes, die Unterschriften bis spätestens den I 31. Mai gütigst einsenden zu wollen an die Vereinsadresse: I „Fräulein A. Engel, Schwerin a. M., Schelsstraße 8". I — Seuetntegeia für den Monat Mai. Kühler Mai I Bringt allerlei; Aus nassen Mai kommt ein trockener Juni I herbei; Will der Mai ein Gärtner sein, trägt er nichts in I Scheunen ein; Ein Bienenschwarm im Mai ist Werth ein | Fuder Heu, aber ein Schwarm im Juni, der lohnt sich kaum I bie Müh; Abenbthau unb kühl im Mai bringet Wein unb I ^eles Heu- Schöne Eichelblüth' im Mai führt ein gutes Jahr Herbei- Viel Gewitter im Mai, singt ber Bauer Juch- I hei ' Grünt bie Eiche vor ber Esche, hält ber Sommer Wäsche, grünt bie Esche vor ber Eiche, hält ber Sommer Bleiche ■ Setzen Servaz, Pankraz unb Bonifaz — 12., 13., 14. Mai — Eispatronen an, sollten sie nicht im Kalender ftahn- Der Maikäserplage folgen fruchtbare Tage- Bescheint bie Sonne Menilius (29. Mai), so lohnt er'S ihr mit Regenguß- St. Wigarbus hinterbrein, geht gern mit Petronellen (30., 31. Mai) im Sonnenschein. ßuIfcL Dr' 5' Lmanrn,L6^renbür6Cr I Feuer zum Ausbruch gekommen. Bon einem günstigen Winde ber Stadt Gießen, m vergangener Nacht gestorben ist. getrieben, sand es in den benaibarten Laocrn „KJSZJ lüfccn Scene, v. Pojchmger warf be«t abwesenben Generaldirektor Rücksichtslosigkeit vor, weil er ihn in bem Eisenbahn- "th -ur Tariffrage nicht zum Wort kommen ließ. Minister Crailsheim verwahrt ben Abwesenben wegen bieseS unberechtigten Vorwurfes der Rücksichtslosigkeit. Der zweite Präsident von Psretzner ließ mit Rücksicht auf die Geschäfts- Ordnung ben erregten Poschinger nicht mehr zu Wort kommen, woraus bieser laut rief: Danke, werbe eS morgen sagen. Luxemburg, 5. Mai. Die Stadtpolizei hat soeben, zwei Uhr, die ans Paris entflohenen Anarchisten Segot unb Lambert verhaftet. Sehr compromittirenbe Schriftstücke würben bei ihnen vorgesunden. Segot soll der Rädelsführer einer Dynamitbande sein. Wien, 5. Mai. Anläßlich der in der letzten Zeit öfter auf den Schienen der Pferdebahn und Eisenbahn aufgefundenen Vxplosivkörper von sehr gefährlicher Wirkung hat das Handelsministerium an die Betriebsverwaltungen einen Erlaß gerichtet betreffs der Nothwendigkeit strengster Ueberwachung der Betriebsstrecken. Paris, 5. Mai. Der bei der Explosion am Boulevard Magenta verwundete Restaurateur Verh liegt im Todeskampf. Hamond hat einen Anfall von Starrkrampf und dürsten beide den Tag nicht überleben. Paris, 6. Mai. Der Gerichtshof vernrtheilte die Anarchisten Simon und Mathieun zu fünfjährigem Ge- sängniß und fünfjähriger Ausweisung, die Italiener Sartorio »nd Fabri zu halbjährigem Gesängniß wegen Tragens verbotener Waffen. Paris, 6. Mai. Bei den Municipalrathwahlen erhielten die Republikaner 1135, die Conservativen 267 Sitze. 20 Resultate sind noch unbekannt. 287 Stichwahlen finden statt. Letztere sind für den 8. Mai angesetzt. Kopkuhagea, 5. Mai. Der Hafenarbeiterausstand ist als beendet anzusehen, indem gestern 180 Arbeiter zu den alten Bedingungen die Arbeit wieder ausnahmen. Zahlreiche Kutscher unb Arbeitsleute treten aus ben Fachvereinen aus unb suchen Arbeit. Vermischte». "Frankfurt a. M., 5. Mai. Der „Franks. Ztg." wirb aP,°rfC 0C,dnieben' b°b den Nachforschungen der Polizei gelungen ist, die Spur des flüchtigen Defrau- dantcn Jäg er zu entdecken. Jäger soll sich auf einem sran- jofifdjen Dampfer nach Colombo (Ceylon) eingeschifft und unter falschem Namen, angeblich Meggenhvfer, in die ©chiffs- lifte eingetragen haben. In den letzten Tagen hat in Folge dessen ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen Frankfurt, Mar- stille und Colombo stattgefunden. Das Schiff, an dessen Sorb Jager sich befinden soll, wird heute Abend in Colombo erwartet. Der dortige deutsche Consul hat den Auftrag, so- ffort bei Eintreffen des Dampfers die Verhaftung Jägers vorzunehmen. Falls sich diese Angaben bestätigen und kein Jrrchum in ber Person vorliegt, wird also nach aller Vor- ausstcht Jager rascher, als er vermachet hatte, die Rückreise nach Frankfurt antreten. 1 s ff" r'n-■1eto6ea ®tanb Jn Hamburg am 5. Mai . , ' bcffclL 5°iaf)riger Gedenktag gestern wiedergekehrt, bringt die „Frkf. Ztg." ein längeres Feuilleton, dem wir Folgendes entnehmen: Vor 50 Jahren, am 5. Mai, ebenfalls ™ t rnh,T>°knntmla9,(.am Huu"ue's°h"stage, wurden Nachts 1 U ~ bte. ®t*°bncr H^burgs von der Feuerglocke geweckt. In einer Eigarrensabrik in der Deichstraße war Fenster des Liebchens hold herein: da zieht durch ihre Träume Posthorn und Mondenschein." Da haben wir zugleich auch eine Originalprobe eines romantischen Waldliedes mit seinem »nvermeidlichen „Hornklange und Mondenschein" gegeben. Hierzu bildet folgendes Liedchen von Paul Hehfe einen wirk- samen Gegensatz mit seinem humorvollen Realismus, der aber noch immer poetisch ist: „Im Föhrenwald wie schwüle' Das Reh aus grünem Schatten sieht träumend in die Welt. Am Waldrand fährt ein Wägelein, hat eben Raum für Hwei Der Kutscher, das Pferd und die Peitsche nicken schläfrig alle Drei. Ein altes verstaubtes Leder ist über den Sitz gefönt, darunter ducken zwei Leutchen, geschützt vor Sonnenbrand. Sie lachen sich an verstohlen und fragen dem Schlaf nicht» nach. Sie flüstern und kichern und kosen, ei laae was hält sie wach? . . ." ' ' 1 8 ' Zum Schluffe fei ein „Wunsch" des waldliebenden Lenau erwähnt, welcher wohl als der Gipfelpunkt der Schwärmerei für den Wald als Beschützer der Liebenden angesehen werden darf: „Urwald, in deinem Brausen und ernsten Dämmer- schein, mit der Geliebten Hausen möcht ich allein — allein Bon deinen schlanksten Bäumen baut' ich ein Hüttlein traut mir aus zu Himmelsräumen: D, komm, Du schöne Braut Für sie das Wild erjagen aus tiefster Schlucht empört' Für sie den Feind erschlagen, der unfern Frieden stört! Wie würd ich sie dann drücken ans Herz so fest, so warm'" — Doch nicht nur die Liebeslust theilt der Dichter dem Walde mit, auch mit seinem Herzeleid und Liebeskummer flüchtet er hinaus zum stillen, tröstenden Hain: „Sie liebt mich nicht' Das Mondlicht flirrt um Ast und Zweig. Der Wald der felfenumragte, schweigt träumend in Einsamkeit, ©o einsam ist e« um mich her, so friedlich und so still, wenn nicht das Leid im Herzen wär, das nimmer schweigen will." Mit dieser lieblichen Waldidylle wollen wir unsere Wanderung durch den deutschen Wald, den Klängen des deutschen Liedes folgend, beschließen, und rufen mit Eichendorff, dem unvergleichlichen Sänger des deutschen Waldes, aus vollem Herzen: ^Schirm dich Gott, du deutscher Wald'" getrieben, sand es in den benachbarten Lagern und Speicher« reiche Nahrung, und die Löscharbeiten beförderten den Brand, statt ihn zu unterdrücken. Denn wegen der FeuerSgefahr man den in benachbarten Speichern liegenden Spiritus zahlenden ständigen Steuern von 186 Mk7' ^e"chnet'^ch zu I die um jene Zeit einen nur 8 932939,50 Mk., indem die Summe aller Bewerb-, Grund-, I o'°ufwtesen; aus diesen Fluthen ober - 'C2-e— - ' - — J----- I $tana^n aber entnahmen die Feuerwehrleute das Waffer I öum Löschen, nachdem der mitgebrachte Waffervorrath aus- I 9c&rau$t war — eine Wasserleitung gab es damals noch I und führten so dem gefährlichen Elemente neue Nahrung zu. So rasten denn die Flammen ohne Aufenthalt: I am Nachmittag de- 5. stürzte der Nicolaithurm prasselnd I Zusammen, tn seinem Fall weiteres Verderben verbreitend, I am 6. sank der Petrithurm unter den Tönen deS LiedeS: I /^ine feste Burg ist unser Gott", das das von der Hitze m Schwingungen gesetzte schöne Glockenspiel anstimmte. Die I 7an£' ble alte Börse, eine Reihe von Prachtbauten wurden I ctn Opfer der Flammen, und man konnte nicht mehr lösche«, I "ian konnte sich im Großen und Ganzen nur daraus be- I schränken, durch Sprengen der Eckhäuser das Feuer künstlich I von den Nachbarstraßen abzugrenzen. Furchtbar war das I Elend und der Jammer- Tausende irrten obdachlos umher, I aus den Wällen und vor dem Dammthore lagerten Fraue« I u"d Kinder neben geringen Habseligkeiten- die besser Situirten, I em Gefährt zur Flucht austreiben konnten, brachten ihre I Familien in die umliegenden Dorfschasten. Beängstigende I Gerüchte, welche die Stadt durchschwirrten, vergrößerten noch I bas Elend- man sprach von Mordbrennerbanden, die a« I aüen Enden der Stadt auftauchten und bisher verschonte I braßen anzündeten, unheimliche Gestalten sah man hie und I kort; ja, an zwei Leuten, die man für Mordbrenner hielt, I wurde Lynchjustiz geübt, und es geschah zum Besten der Ver- I dachtigten, wie der Verdächtiger, daß der Senat dem Senator | Hudtwalker dictatorische Gewalt für die Zeit des Brandes I verlieh. Gewiß benutzten manche Raubgesellen die allgemeine I Ealamität für ihre dunklen Zwecke, allein die Gerüchte, wie | ’tc iu ber Stadt und nach außen hin verbreitet wurden, I waren übertrieben. Die spätere Untersuchung ergab sehr I genüge Resultate, und von den während dieser Zeit gefangen Genommenen wurden die Meisten wieder freigelassen. Am Nachmittag des 8. Mai drehte sich der Wind; dieses wie der dreistündige Regen schwächte die Kraft des Feuers, so daß man bald Meister der Flammen werden konnte. Während des Brandes waren die Nachbarstaaten: Dänemark, Hannover, Bremen, Lübeck mit thätiger Hilfe beigesprungen, indem sie ihr Militär zur Aufrechthaltung der Ordnung, Sicherung I bes Besitzes und Mithülse bei den Löscharbeiten zur Verfügung stellten. Aber weit über Deutschland hinaus zeigte sich die rege Theilnahme für das Unglück Hamburgs, und alle Hände regten sich, die Wunden, die das Brandunglück geschlagen, zu heilen. Der angerichtete Schaden war enorm- an 1800 Häuser lagen in Schutt und Asche, drei Kirchen waren bis auf den Grund zerstört, die Bank war abgebrannt, zum Glück konnten die Bücher gerettet werden, ebenso war das in den Kellern liegende Silber im Werth von 24 Millionen Mark Banko vollständig vorhanden. Bei all diesem Unglück konnte es noch als Glück angesehen werden, daß die erst kurz vorher vollendete neue Börse erhalten geblieben war. Es war dies der unverdrossenen und unausgesetzten Mühe der Feuerwehr und Bürgersleuten zu verdanken, die durch nasse Decken unb stete Bespritzung des Gebäudes es inmitten der umgebenden Gluth vor dem Feuer schützten. Der materielle Schaden wurde aus 40 Millionen Mark geschätzt, der Verlust an Menschen war angesichts der großen Gefahr nur gering, wenigstens geringer als man zu fürchten berechtigt war. Die Liebesgaben konnten wohl die augenblickliche Noth lindern, für die Wiedererstehung und Neukrästigung der Stadt mußte« die Bürger selbst ihre Kräfte einsetzen. Und sie thaten es. Ungebeugt machten sie sich an das große Werk, aus und aus dem Schutt der vernichteten Stadt eine neue unb schöne zu errichten. Jetzt war nicht mehr die Zeit für enge und winkelige Straßen, und kaum einige Tage nach dem Brande trat man mit Plänen und Entwürfen hervor. Die Altstadt ist denn auch zu einer Neustadt geworden, wenn sie auch die frühere Bezeichnung beibehielt- eine Wasserleitung wurde angelegt, Sielbauten eröffnet, und vor allem wurde die Feuerwehr reformirt. So ist es dem Bürgersinn und der Tüchtigkeit der Einwohner gelungen, rasch die Schäden vergessen zu machen, welche die Feuerkatastrophe über die Stadt gebracht hatte.