Nr 258 Zweites Blatt. Freitag den 4. November 1892 Der #Utmrr Z«-eigrr erjcheint täglich, *it Ausnahme deS Montag-. Die Gießmer ju*tn<*iraHn Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. SWener Anzeiger Henerat-Anzeiger. Bierteljähriger JMaeefmmUyrrU r 2 Mark 20 Psg. mH Bringerlobn. Durch die Polt bezöge» 2 Mark 50 Plg. -iedaction, Lrpeditia» und Druckerei: Fer»sprecher 61. Amts- und Anzeigebltttt für den “Kreis Giebeln >««ahme Bon Anzeigen zu der Nachmittag- für dea kslgenden Lag erscheinenden Kummer bi- vor». 10 Uhr. Gratisbeilage: chießener Jamilienölätter. Alle Annoncen-Vureaux de- In- und Auslandes nehm«» Anzeigen für den »Gießener Anzeiger^ entgegen. WW Arntlichev Theil. Bekanntmachung, die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge in den Gemeinden des Kreises Gießen betreffend. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschaitslehrer Leit Higer von Alsfeld 1) Samstag den 5. November I. I., Abends 8 Uhr nn Saale des Herrn Wirths Faber zu Watzenborn einen Vortrag „über Bodenkultur und Drainage" 2) Sonntag den 6. November l. I., Nachmittags 3 Uhr zu Weitershain im Saale des Herrn Gast- ; wirths Theiß einen Vortrag „über Schweinezucht und I Mast", 3) Samstag den 12. November l.J., Abends 7 Uhr ■ im Rathhaussaale zu Inheiden einen Vortrag „über Wiesenverbefferung und Drainage" 4) Sonntag den 13. November L I., Nachmittags 3 Uhr zu Lollar in dem Saale des Gasthauses zum ; Schwanen einen Vortrag über das Thema „Wie bringt ' ' der Landwirth in futterarmen Zeiten sein Vieh am i Besten durch den Winter?" | abhalten wird. Zu diesen Vorträgen werden alle Mitglieder des land- ■ wirtschaftlichen Vereins und alle Freunde der Landwirthschaft hierdurch freundlichst eingeladen. । Die Herren Bürgermeister der obengenannten und benachbarten Gemeinden werden ersucht, aus möglichst zahlreichen Besuch der Versammlungen hinzuwirken. , Gießen, den 13. October 1892. Der Director des landwirtbschastl.' Bezirksvereins Gießen. * ___________________________Jost.____________________________ ! Bekanntmachung, betr. Abhaltung von landwirthschaftlichen Vorträgen in den Gemeinden des Kreises Gießen. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Großh. Landwirlhschaftslehrer Dr. von Peter von Friedberg Sonntag den 6. November, Nachmittags 3 Uhr einen Vortrag über die Ernährung und Pflege des Milchviehes in dem Saale des Herrn Gastwirths Weil III. zu Lang-Göns abhalten wird. Zu diesem Vortrage werden alle Mitglieder des land- wirthschastlichen Vereins und alle Freunde der Landwirthschaft hierdurch freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der obengenannten und benachbarten Gemeinden werden ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 26. October 1892. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. __________________________Jost.__________________________ Lehrer-Conferenz des Conferenz - Bezirks Gießen Mittwoch den 9. November, Vormittags 10 Uhr in Gießen, Lieder: 65, 116, 142, 185, des Conferenz-Bezirks Grünberg Donnerstag den 10. November, Vorm. 10 Uhr in Grünberg. Lieder: 9, 31, 89, 190. Gießen, den 1. November 1892. Büchner, Schulrath. totales unö provinzielles. Gießen, 3. November 1892. — Kaiser Panorama. Eine höchst interessante Serie Ansichten aus Paris, wenn auch nicht, wie Victor Hugo es einst in überschwänglichem Localpatriotismus benannte „das Herz der Welt", so doch sicher noch immer eine der schönsten und interessantesten Städte Europas, ja der ganzen Welt. Dieie Ueberzeugung drängt sich uns auch bei dem Anblick der hier ausgestellten Ansichten auf, die doch nur einige Punkte aus dem Seine-Babel vorführen. Allerdings sind diese Punkte mit Geschmack ausgewählt. Wir wollen nur einiges hervorheben: das Panorama von Paris von der Kirche Notre-Dame aus, das Palais-Royal, das Louvre, die acht Seine-Brücken, die herrlichen Partieen aus dem von dem berühmten Gartenkünstler Fürst Pückler - Muskau angelegten Bois de Boulogne, aus dem Buttes-Chaumont, die Bastille und die Vendome-Säule, der Triumphbogen und die Champs-Elysees. Das ist nur Einiges aus der reichen Fülle des Gebotenen. Eine weitere Empfehlung dürste überflüssig sein. — Aus dem Zustizdienst. Se. Königl. Hoheit der Groß- berzog haben Allergnädigst geruht: am 29. October den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Wald Michelbach Ludwig Ebel zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Groß- Umstadt mit Wirkung vom 16. November 1892 an, den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Emil Lai st zum Landgerichtsrath bei diesem Gericht und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bingen Dr. Franz Metzler zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht zu ernennen. — Eine Rückwärtsrevidirung in den Personentarifsatzeu soll die Preußische Staatsbahnverwaltung behuss Erhöhung ihrer Personenverkehrseinnahmen beabsichtigen, und zwar durch weitere Einschränkung der Sonntags- und Saisonkarten, sowie eventuell durch Zuschlagstaxe auf Rücksahrtkarten bei Schnellzügen. — Das wäre das Verkehrteste, was die Eisenbahnverwaltung thun könnte, denn derartige Ver- theuerungen des Verkehrs haben regelmäßig ein Verkehrs- nachlaffen und in Folge dessen eher einen Ausfall als eine Zunahme der Eisenbahneinnahmen zur Folge. — Welch großen Umfang in Frankfurt a. M. die Apfel- Wein-Industrie angenommen hat, geht aus folgenden in der „Hannov. landw. und sorstw. Zeitung" mitgetheilten Zahlen hervor. Im Herbst 1891 langten 1417 Waggons Kelterobst dort an, welche ein Gewicht von 283 400 Centner hatten und ungefähr 1 600 000 Mark kosteten. Bis zum 20. September d. I. hatten die dortigen Apselweinkeltereien für diesen Herbst schon 1561 Waggons Obst angekauft, und noch immer werden neue Kaufabschlüsse gemacht. Die Preise sind durch verschiedene Einflüsse augenblicklich sehr gedrückt. Einzelne Keltereien haben bereits mit ihrer Thätigkeit begonnen. Da sich der Apselweinverbrauch von Jahr zu Jahr vermehrt, so werden auch stets mehr Arbeiter hierzu herangezogen. Das Versandtgeschäft ist auch im Zunehmen begriffen: im Laufe des Jahres wurden 119 Waggons Apfelwein versandt - davon gingen 79 Waggons nach Deutschland und 40 Waggons nach dem Ausland. Die gegenwärtigen Absatzgebiete für Apfelwein sind besonders: die türkischen Hafeyplätze, ferner Athen, Damaskus, Aden, Kapstadt, Baltimore, Sidney, New-Aork, San-Franzisco, Buenos Ayres, Kalkutta, u. A.; ja selbst nach Peking sind Sendungen gegangen. Es befinden sich in Frankfurt a. M. 5 bedeutendere und 46 kleinere Keltereien. Die dortigen Bewohner verbrauchen den kleinsten Theil des Apfelweins. England, welches diesem Getränk ablehnend gegenüberstand, fängt jetzt an, sich für dasselbe zu interessiren, denn in der Hauptstadt Englands, London, befinden sich zur Feriilleton. Ein gefährlich er Gast. Von Jenny Piorkowska. (Schluß.) Dann erinnerte sie sich eines kleinen Umstandes, den sie zuvor kaum beachtet hatte. Wie sie Nachmittags unbemerkt von ihm in das Billardzimmer getreten war, als er gerade mit größtem Interesse in der Zeitung gelesen, und ihre Hand aus seine Schulter gelegt hatte, war er aufs Heftigste erschrocken und hatte ihr ein todteubleiches Gesicht zugekehrt; als sie alsdann nach der Zeitung gegriffen, hatte er ihr dieselbe fast heftig aus der Hand gerissen. Was mochte er wohl gelesen haben? DaS Sinnen und Grübeln versetzte sie allmählich in eine solche Aufregung, daß sie nicht im Stande war, sich jetzt schlafen zu legen. Sie wollte — sie mußte mit eigenen Augen sehen, was den Geliebten so außer Fassung gebracht hatte. Im nächsten Augenblicke hatte sie ihr Zimmer verlassen und schlich sich leise nach dem Billardzimmer, wo sie — wie sie wußte — die Zeitung finden würde. Die Thür desselben war nur angelehnt und erschrocken blieb sie vor derselben stehen, als ein eigenthümliches Geräusch wie das Knattern von Papier aus dem Zimmer zu ihr drang. Doch überlegte sie, daß wohl nur versäumt worden war, das Fenster zu schließen und trat im nächsten Momente geräuschlos ein. Aber heftig zusammensahrend, Dlieb sie plötzlich wie angewurzelt stehen. Da in der Ecke vor dem Geldschrank sah sie einen Mann knieen. Sie wollte schreien, aber die Stimme versagte ihr und mit vor Schrecken starrem Blick ruhte ihr Auge auf der dunklen Gestalt. Jetzt erhob sich dieselbe und bei dem Hellen Mondschein, der durch das Fenster strömte, erkannte Hilda die Züge des BaronS. Wie von einer unwiderstehlichen Gewalt gezogen, ging sie langsamen Schrittes auf ihn zu, während er, regungslos wie eine Statue, sie gleich einer überirdischen Erscheinung anstarrte. „Victor!" stieß sie athemlos hervor und hätte wohl seinen Arm ergriffen, wenn er nicht vor ihr zurückgewichen wäre. „Victor! was — was thun Sie hier?" Doch wie wenn er sie gar nicht hörte, starrte er sie unausgesetzt mit demselben ungläubigen Blicke an. Dann strich er mit der Hand langsam über das Gesicht, als müßte er gewaltsam suchen, wieder zur Besinnung zu kommen. „Was ich hier thue, fragen Sie?" entgegnete er endlich mit heiserer Stimme, während er das Gesicht vor ihrem bittenden Blick abwandte. „Gibt Ihnen dieser erbrochene Schrank hier nicht genügend Antwort darauf?" „Ich ... ich verstehe Sie nicht," stieß Hilda angstvoll hervor, „wenn — Sie mich lieben — " „Ich Sie lieben?" wiederholte er mit bitterem leidenschaftlichen Spott, der mit dem angstvollen Ausdruck aus seinem sarb'losen zitternden Gesicht in seltsamem Widerspruch stand, „welch ein Jrrihum von Ihnen! Weder die Liebe zu Ihnen, noch Ihr Geld trieben mich hierher, sondern einz'g und allein die Sicherheit dieses stillen abgelegenen Ortes. Er hat meinem Zwecke gedient; man hat mich aber entdeckt und Sie finden mich, den edlen Baron de Roche- ville, den geehrten, vielgeseierten Gast, eben dabei, mir heimlich hier die nöthigen Mittel zn verschaffen, mich den Händen der Polizei zu entziehen, die mich als Andre Dalmais, den berüchtigten Schwindler und Falschmünzer kennt. Wenn Sie nun noch stolz aus Ihren Geliebten sind —" Plötzlich schwieg er. Ohne auch nur einen Laut von sich z" geben, war Hilda umgesallen und lag regungslos und todtenbleich im hellen Mondlicht zu seinen Füßen. Er sank vor ihr auf die Slntec und sah sie mit fast ehrfurchtsvollem Ausdruck an. Trotz seines Schuldbewußtseins empfand er doch eine leidenschaftliche Liebe zu diesem Mädchen und wie er da an ihrer Seite kniete, tauchte wie bitterster Hohn der Gedanke in ihm auf, löte er sich getäuscht hatte in der schönen Hoffnung, durch die Liebe Hildas, an ihrer Seite sich frei zu machen von der Schuld und Gefahr vergangener Sünden. Schwerseufzend griff er nach der Blume, die ans ihrem Haar gefallen war, dann warf er noch einen letzten innigen Blick auf die Bewußtlose und war in der nächsten Minute aus dem Zimmer verschwunden. * * * Als am folgenden Morgen Hilda gegen ihre sonstige Gewohnheit nicht am Frühstückstisch erschien und ihre Tante deßhalb in ihr Zimmer eilte, nach ihr zu sehen, sand dieselbe sie in krankem, fieberhaft erregtem Zustande. Erst auf Frau von Dahlens dringendes Zureden gestand ihr Hilda unter Thränen und Schluchzen, was geschehen war. Staunend und ungläubig hörte jene ihr zu und hätte die ganze Erzählung wohl für die Phantasie einer Fieberkranken gehalten, wenn der Baron nicht wirklich während der Nacht verschwunden wäre und der erbrochene Geldschrank sich nicht genau in der von Hilda beschriebenen Verfaffung befunden hätte. Und schließlich machte Doctor Rütings Bericht noch dem letzten Zweifel ein Ende. Es war tief beschämend für die ganze Familie, sich so schändlich getäuscht und betrogen zu sehen, im Grunde mußte man sich aber noch freuen, so billigen Kaufs davongekommen zu sein. Auch Hilda fand allmählich ihren Gleichmuth wieder. Nachdem die erste Aufregung vorüber war, fühlte sic wohl, daß, was sie für Liebe gehalten hatte, nur eine leidenschaftliche Aufwallung gewesen war, und mit bang klopfendem Herzen gedachte sie, welches Unheil dieselbe hätte über sie bringen können. Ihre warme Zuneigung zu Curt erwachte mit doppelter Innigkeit in ihr, und als er dann wirklich in klaren Worten um ihr Herz, um ihre Liebe ward, sank sie ihm freudig in seine Arme. Zeit zwei Frar.ksurrer Apfelweinwirthschaslen. Zur Chicagoer Ausstellung schickt die Frankfurter Firma Adam Rackles auch diesen Obstwein, bei andern ist endgültiger Entschluß noch nicht gefaßt. Der in Frankfurt a. M. bereitete Apfelwein hat nach einer fachmännischen Schätzung einen Werth von rehn Millionen Mark. Auch fürstliche Personen haben an gesunde Getränk sich gewöhnt. Der deutsche Kaiser soll aus seiner Nordpolsahrt mehrmals Frankfurter Apfelwein getrunken und andere Fürstlichkeiten sollen auch Privatbeftell- ungen gemacht haben. Nahezu 1200 Personen ernähren sich in Frankfurt mit dem Apfelweinhandel- in diese Zahl sind die Apselweinwirthe nicht mit eingerechnet. Auch in der Umgebung Frankfurts bis zum Rhein und in den Hochtaunus hinein wird Apfelwein bereitet, und in den ländlichen Wirth- schaften wird vorzugsweise nur Apfelwein ausgeschenkt. Auf Empfehlung des Herrn Oeconomieraths Göthe in Geisenheim wird auch an vielen Orten des Rheingaues Apfelwein bereitet und getrunken. — Aus Anlaß der geplanten Erhöhung der Tabaksteuer sinder, der „Fks. Ztg." zufolge, kommenden Sonntag, den 6. November, in Lorsch eine Versammlung der hessischen Tabakproducenten statt, um Stellung gegen diese geplante Steuererhöhung zu nehmen. -i- Lumda, 2. November. Schwer ruht die Hand des Herrn schon seit Frühjahr über der Gemeinde Lumda, denn der Würgengel Diphteritis fordert viele Ovser. Zuerst trat die böse Krankheit unter den Kindern mild auf/ aber seit Mitte August sind bis jetzt schon neun hoffnungsvolle Kinder im Alter von 3—9 Jahren dahingerafft worden. Der Verlaus der Krankheit ist ein sehr rascher, dauert meistens nur 3 — 4 Tage. Schon in zwei Familien hat die Krankheit zwei Opfer gefordert und in einer der beiden die zwei einzigen Kinder. Welches Elend und Jammer in den Familien! Aber immer noch dauert die Krankheit fort. Möchte doch der gütige Gott die Gebete der sich ängstigenden Eltern bald erhören und die böse heimtückische Krankheit von der Gemeinde wieder abwenden. -m. Saasen, 2. November. Für die schwer He im- gesuchten Hamburgs wurden auch in der Pfarrei Wirb erg mit seinen 7 Filialen Naturalien gesammelt. Fast jedes Haus, arm wie reich, gab sein Scher'flein. Es kamen an Kartoffeln und Kraut ein: 1) Beltershain 45 Körbe, 2) Göbelnrod 13 Säcke, 3) Harbach 17 Säcke, 4) Linden- struih 11 Säcke, 5) Lumda 34 Körbe Kartoffeln und 12 Körbe Kraut, 6) Reinhardshain 12 Säcke Kartoffeln und 300 Kraut- köpse, 7) Saasen 22 Centner Kartoffeln, im Ganzen etwa 130 Centner. Gewiß ein schönes Zeichen des christlichen Gcmcingesühls und der Liebe zu den nothleidenden Brüdern. Mögen noch recht viele Gemeinden diesem Beispiel folgen aus Dank für gnädige Bewahrung. -e. Neu - Ulrichstein, 1. November. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro October 1892. Ende Oktober 1892 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 88 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 20, Regierungsbezirk Kassel 15, Regierungsbezirk Wiesbaden 10. Königreich Preußen: Provinz Rheinlande 3, Provinz Hannover 2, Provinz Westfalen 1, Provinz Sachsen 5, Provinz Schlesien 1, Provinz Pommern 2, Provinz^ Polen 1, Provinz Westpreußen 2, Provinz Schleswig- Holstein 1. Königreich Bayern 9, Königreich Sachsen 4, Königreich Württemberg 3. Großherzogthum Baden 2; Fürstcnthum Lippe-Detmold 1; thüringische Staaten 5. Aus- lonö (Schweiz) 1. Hiervon waren: Arbeiter 33, Anstreicher 1, Bäcker 3, Bergleute 1, Buchbinder 3, Buchdrucker 1, Conditor 2, Dienstknechte 1, Färber 1, Gärtner 2, Glaser 1, Goldarbeiter 1, Handschuhmacher 1, Kaufleute 4, Kellner 1 , Knopfmacher 1 , Landwirthe 1, Masseur 1, Maurer 2, Müller 1 , Papiermacher 1, Polsterer 1, Sattler 2, Seiler 1, Schlosser 1, Schmiede 2, Schneider 4, Schreiber 4, Schreiner 1 , Schriftsetzer 2, Schuhmacher 3, Tüncher 1, Weber 2, Zimmerleute 1. Im Monat October wurden entlassen 29 Mann, und zwar in Stellung durch die Colonie 2, in Stellung durch eigenes Bemühen 1, in ihre Familie zurück 1 , auf eigenen Wunsch 18, wegen Arbeitsunfähigkeit 1, wegen Arbeitsscheue 4, auf Requisition der Behörden 1, zum Militär 1. Verpflegungstage im October 1892: 2464. Gearbeitet wurde im October an 2066 Tagen, hierunter 431 Tage für fremde Rechnung. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2086 Mann, dagegen abgegangen im Ganzen 1998, bleibt Bestand am 1. November 88 Mann. Friedberg, 1. November. Gestern fand die Ausnahme der neueintretenden Schüler und die Eröffnung der hiesigen Ackerbauschule statt. Am gleichen Tage wurde der Winterunterricht der Fortbildungsschule eröffnet. _ (D. Ztg.) vermischtes. * Berlin, 31. October. Dieser Tage hat hier eine Conferenz von Vertretern des Centralvereins der deutschen Lederindustrie und des Deutschen Fleischer-Verbandes getagt, welche Vereinbarungen über die für beide Gewerbszweige höchst wichtigen Fragen der Schlachtung der Thiere und der Behandlung der Häute getroffen hat. Man hofft, die Mißstände aus diesem Gebiete, welche einen volks- wirthschastlichen jährlichen Schaden von vielen Millionen verursachen, aus dem Wege freiwilliger Verständigung um so eher beseitigen zu können, als die beiden genannten Vereinigungen die betreffenden deutschen Gewerbszweige fast in ihrer Gesammt- heit vertreten. * Em Setzerfcherz. In „Goldblechs, einer Sammlung- humoristischer Gedichte von „Mikado", findet sich folgender Setzerscherz: 1 am sitz ich hier im Zimmer 2 felnb, voller Herzenspein 3 m itj) wachend, schwärm ich immer 4 dich Liebchen ganz allein; o lass' grade sein und schmolle, 6 isch Mädchen, nicht mit mir. 7 wärst du, sagt Frau Knolle, 8 ungswidrig schetnts auch dir, 9 nicht länaer kann ichs tragen, 10 eklapperno sitz ich bang, 11 enktnd, mit leerem Magen 12 geschlagne Stunden lang. 78 in Summa. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 43. Woche. Vom 23. October bis 29. October 1892. Einwohnerzahl: angenommen zu 21 500 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsziffer: 22,18°/« bezw. 14,78 nach Ausschl. der Ortsfremden. Es starben an: Diphtherie Tuberkulose des Bauchfelles Gehtrnschlagfluß Andere bekannte Krankheiten Kinder Zusammen: Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.—15.Jahr: 1 - — 1 1 1 - — 2 2 — — 5 (3) 3 (3) 2 - öumma: 9 (3) 6 (3) 2 1 ®n”-n D«- in «Jammern gefegten Bffern geben an, wie viele ber JobeäfaUe In der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Verkehr, Land, unt Volkrwirthfchasi. △ »u« Cbetheffen, 2. November, Es läßt sich nunmehr mit einiger Sicherheit über das 1892er Ernteresultat in Butferröben ein Ueberblitf gewinnen, weil aus allen Ländern welche dieses Handelsgewächs culliviren, zuverlässige Nachrichten bekannt geworden sind, Deutschland steht mit seiner Rübenproduction tn erfter Linie; man nimmt an, daß es 1,2 Millionen Tonnen Jtuben probuctren rotrb. Oesterreich erzeugt etwa $/» Millionen Frankreich '/'Mtlltonrn Rußland £ Million, B^gien .^Million', Holland etwa 60—70000 Tonnen, sonstige Länder 85 -90000 Tonnen. Der Gesammtertrag beziffert sich nicht ganz auf 3Vt Millionen Tonnen unb bleibt damit um ungefähr 100,600 Tonnen gegen ^uhere Jahre zuruck Aus diesem Grunde erfolgte im abgelautenen Monate ein lebhaftes etetgen der Zuckerpreise. Der Monat ober brachte in vielen Gegenden einen recht schönen Zuwachs der Ruben, auch die Zuckerausbeute war gut. Dies bewirkte, daß viele Fabriken tüchtig verkauften, wodurch das wettere Steigen unterblieb. In vielen Gegenden zeigt sich nun die Erscheinung, daß die Ausbeute, welche dieses Jahr sehr hochprocent-g ist, in letzter 3«t zuruckgeht. Für unsere Landwirthe ist eS sehr wenbvvll, daß wieder gut^ mildes, trockenes Wetter eingetreten ist, wodurch die Ernte der Rub n sehr gefördert wiid. KMfurtttMMll,, Maron en Emil Fischbach 9507 Gl I Beste Schweizermarke Niederlage bei C. Schwaab. Keisgeöotenes Lehr beliebter wieder eingetroffen bei Caviar 9245 empfiehlt MEDAILLE d'OR.PARlS. 18891 1.60 1.70 180 Der Stadtrechner: Doepser. steuer länger als zwei Monate im Rückstände befinden, em besonderer Zahltag bei der Stadtkasse abgehalten. Gießen, den 2. November 1892. Backsteine Feldbrand, la. Qualität Jedes Quantum billigst. Nahe und gute Abfahrt. Auch können dieselben an die Bam wichtig für Hausfrauen. Sckeuertücver, 1 gute. Qualität, 90 cm groß, zum außergewöhnlich billigen Preis von 18 Pfennig per Stück bei (9 .,-)l C. Röhr & Co. Die Holländische Kaffee-Brennerei Dienstag, 15. November, Nachmittags 21/« Uhr, werden auf Antrag des Concursoerwalters StiaSny'schen Immobilien, Frank« furterftraße «2, lyut Grundbuch: Flur 18 Nr. 16»/10 — 45 qm Acker, 04ur 18 Nr. 16510 — 604 qm Hosraithe zwischfn dem Mittelweg und der Chaussee versteigeit. Güßen, 27. October 1892. Großherzoglichcs Ortsgericht. Vogt. 9340 in Caputzcn, ßapottcn, Hütten für Damen und Mädchen, Kopf- und Umhängetücher, Nnterröcke, Schurren Handschuhe jeder Art garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 20 Oktober 1892. Großh Ortsgericht Gießen. __I- A.: Bogt. 9073 Der deutsche Bürgerbitter .r, . rrr Flasche al 2.50 nMf/in Jcit fahren anerkannt öufeerft wohlschmeckender Tafel - Liqueur, E" °uch ein vorzugsweise bei allen Magendrschwerden für Jedermann sehr emptehlenswerthes Getränk Beim Ein- rSnmÄ ,muIVber aenau auf die verplombte Originalverpackung und auf meine eigenhändige Unterschritt: [9466 Otto Schaaf. ital. Dauerwaarc I empfiehlt 9398 Emil Fischbach. von 90 Pfg. per Pfund an und höher. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. , ^?^Stncken von Strümpfen, Rocken re. wird billigst besorgt. Auch stehen Musterröcke zum Abstricken gratis zur Verfügung. [9107 Bekanntmachung, betreffend die Stadtverordneten-Wahlen. Aus Anlaß der Stadtverordneten-Wahl am 4. d. M. wird für die- [9349 Bäcker Cronenberg, LudwigSplatz 3. f Java-Mischung. per »/, Ko. AL 1.40 f. Westindisch Mischung, — ' f. Menado- Strickwolle (Marke M. L W.) in allen Warben und Qualitäten, zu billigsten Preisen, sowie die von mir emgefuhrte H. Disque L Co., Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke Elrphantkn-Kaffee Kümmelkäse wegen ihrer Güte und Billigkeit so -----t.- berühmten und nach Dr. von Liebigs i Vorschrift gebrannte hochfeineQualität Kaffees: Freitag den 2. Deccmber, Nachmittags 2Vr Ubr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Heinrich Michael Merz Gheleuten in Gießen g-porigen Immobilien: |, v, Flur I Str. 99«'/,o- - 368 Meter Hos- Migen Wahlberechtigten, welche sich mit der Entrichluna der Gemeinde- rauhe auf dem Reichensand, 1 fx---- ! - ° Flur I Nr. 99«/100 — 493 Meter Hof- raithe auf bem Reichensand und in den Wallgärten, Flur I Nr. 99<^oo — 195 Meter Gras- Wilhelm Haas» 9353J Bahnhofstraße 26. Feinste Süßrahmbutter aus der Genossenschafts-Molkerei Storndorf-Badenrod empfiehlt in täglich frischer Sendung Heinrich Arnold II., Marktstraße 28. .... ?ie Eröffnung meiner diesjährigen Ausstellung neuester ™CVnb LcIpzIger Moden zeige ich hiermit ergebens! an. JlUe .Ncparatnrcn werden gut und billigst besorgt. Pelzbesatz von 2» Pfg. an per Meter. bluffe werden billig gefüttert bei [-8827 A. Kretzsclimar, Kürschner, --------22 Marktplatz 22 (im früher Bäcker Lenz scheu Hause). f- Bourbon- sxtraf. Mocca- „ , , w 2.— i großkörnlg und mild ncioücn Durch vorzügl. neue Brennmeihode emvfiel'lt ° qqqt »rLftiges fein.« Aroma. [9510, , ?397 Große Erfparniß. Emil Fischbach. Nur ächt in Packeten mit Schutzmarke ^*<^**^. bewL rrt sick a » .Etephant- versehen von 1, -, u. '/.Pfund. | ^Uyke unübatroften 7 >' .ai t t x Niederlagen in: j lägt. Gebrauch, statt Del ob. Pomade, das sni*t.e* Roll, H. Hansel, ftaatl. g vr, u heautacbttte Haarwaffer , bmi0: ”• Netter in München. X haben um 2 1 m Brandplatz 1", 40 und 1.10 bet ,6219 I«. »althof, Frankrurtersttaße. I. H. Fuhr, Sonnenstrabe 23. Jallknbrctzeln, Mürbes, sowie Akpsel- und Gußkuchen täglich srisch bet- stelle geliefert werden. [4807 i—yy-------- Andreas Euler. I Für Landleute! j Neues Sauerkraut Hüte und Mütze« empfehlen [8232 ju kpottbilltgen Preisen im Concurg- Drcbes Wallenfels. : Ausoerkauf ^Gießen. Lindenplatz^.^ ———-----— —-------- Achter Emmenttzalee rtllt ft jß vollsafttger Schwei,erkäs-, sowie einer 1UIU BlUftlllllCHf her feinsten Edamer KLse fiisch in An- per Pfund 25 H, [9212 schnitt genommen. bei I. Schäfer. Kirchenplatz 4. E. Dort, Walltborstraße 45. Damen-, Herren- und Kinder- Wäsche liefert in gediegener Ausführung am besten und billigsten die Wäsche-Fabrik Fritz ftowack, (wiessen. 194341