Nr. 54 Freitag ben 4. März <882 Aints-undAirzeigeblatt für den Arris Girren. Gratisbeilage: Gießener Jamitienbtätter Devrsch.n bet NBureau Herold^. Berlin, Alle Annoncen-Bureaux de« In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgendes Tag erscheinenden Nummer big Bonn. 10 Uhr. . Die letzten fünfzehn Po st sacke von sind gestern gerettet worden. Vierteljähriger A5onsemea1spretar 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen 2 Marl 50 Pfg. Redaktion. Expedition und Druckerei: Achutstraße Ht.1. Fernsprecher 51. Berlin, 3. März. Nach einem eigenen Berichte de» „Berliner Tageblatt" ouS Budapest ist der Nothstanb der slovakischen Landbevölkerung in dem Arvaer Gomitate unbeschreiblich. Ueber 2000 Bauern haben keine Nahrung», mittel, über, 3000 Kinder liegen an den Masern krank darnieder. Die Sterblichkeit ist ungeheuer. ftctitidwr Hcid>»tag. 185. Plenarsitzung. Dienstag den 2. Marz, 1 Uhr. Don den von der Peltttonscommission als zur Eiörleruna im Aba"^M -an! / rÄ"'/ ks^'sken Petitionen werden aus An'rag" des biezenigen, welche den BetShigungsnach- erstattung bta G°mmW«n ’ur «-'icht- it21?0, ®ebeI. Mrünbd darauf den Antrag der Socialdemokraten ^Verwaltung und des Eigenthumtz detz Apo" mirfr/i*?kr *n92Ur« bas ^ich. Das bestehende ConcessionSwesen wirke schädlich Die Apotbekenbesitzer besäßen wettergehende Privilegien !.rsend ein Gewerbe; sie hätten dadurch einen geradezu riesen- "1" dem Krankenkassengcsetz noch gewachsen sei. fc Preise rpiA,rP^Crb und Trübsal besänden. Dabei h« ?. e."!na,1 euf ,int entsprechende Haltung und «uSblldung ?hef.nPm-b£JCr 'm' «n xiBt’eben' ™“ $etft.atHd,ung der Apo dl- Medicamente verbilligt und der Staat würbe In Der läge sein, für eine entsprechende Zahl von Apotheken zu sorgen. Bekanntmachung. E« wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschafl-lehrer Lrithiger zu Alsfeld fol. gende Vorträge und zwar: 1) Mittwoch ben 9. März l. Js., Nachmittags */e4 Uhr, in Gießen auf Louys Bierkeller, über die Frage, ob der Betrieb der Viehzucht der Milchwirthschaft vorzuziehen ist, *) Samstag ben 36. März l. Js., Abenbs 7 Uhr, ,n Steinheim im Gasthaus zu ben brei Schwertern, über die Vortheile des Bezugs fremder Saatfrucht und über Düngung der Wiesen abhalten wird, wozu alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins und Freunde der Landwirtschaft ergebenst eingeladen werden. Die Herren Bürgermeister der obengenannten und benachbarten Gemeinden werden ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Gießen, den 16. Februar 1892. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen: Jost. London, 2. März, der „Eider" Der fttlewrr -szeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Al«»itte«0tLlter werden dem Anzeiger mächentlich dreimal beißet egt. 4) Vorlrag des Herrn LandwirthfchastslehrerSLeithiger zu Alsfeld über Drainage. 5) Wahl des Ausschusses des landwirthschaftlichen Bezirksverein« Gießen. 6) Berathung über die Errichtung von landwirthschaft- lichen Versuchsstationen im Kresse Gießen zum Anbau von neu empfohlenen Kartoffelsorten. Gießen, den 1. März 1892. Der Director der landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. I o st. Uitcbricbteti. ■KMfra rckrgravhisrL-S ioiTdponfcm^^inreeü. Serlin, 2. März. Eine Versammlung von Delegirten der katholischen Vereine Berlins beschloß, am 14. März, dem Todestage Windthorsts, ein Requiem in den hiesigen katholischen Kirchen abzuhalten. Dresden, 2. März. Die zweite Kammer beschloß mit 64 gegen 10 Stimmen die Ungiltigkeit der Wahl Liebknechts. Deutscher Reich. Berlin, 2. März. Da« Arbeitsmaterial des Reichstags hat schon wieder eine Vermehrung erfahren und zwar durch das sogenannte Zuhältergesetz. Art. 1 des Entwurfs ändert die Paragraphen 180, 181 und 184 des Strafgesetzbuches in verschärfter Form ab; Art. 2 stellt einen neuen § 16 a ein und ändert § 362; Art. 3 fügt einen Absatz 2 SU § 173; Art. 4 ändert Art. 2 des Gesetzes über nichtöffentliche Gerichtsverhandlungen. — 3« B erlin fand dieser Tage zum ersten Male eine anarchistische Volksversammlung statt, zu welcher sich auch eine Anzahl Soeialdemokraten, Oppositionelle wie Fractionsanhänger, eingefunden hatten. In den Dutzenden von Reden, die gehalten wurden, kamen Staat und Gesellschaft von heute sehr schlecht weg; doch auch Anarchisten und Socialdemokraten sagten sich gegenseitig die Wahrheit recht ungeschminkt. In nächster Woche soll eine zweite solche Volksversammlung folgen. — Gegen die „Kölnische Zeitung" ist wegen eines, die längste Rede des Kaisers scharf kritisirenden Artikels dem Vernehmen nach die Anklage aus Maje st ät s b e( e i b ig u n a erhoben worden. 2. März. Die Polizei verhaftete gestern Abend einen Arbeiter mit rother Fahne und stellte fest, daß eine große Menge rother Fahnen in den letzten Tagen an- gefertigt und zur Benutzung bei den Unruhen vertheilt worden sind. Umfangreiche Vorsichtsmaßregeln werden getroffen, da ber kommende 18. Marz für anarchistische Kundgebungen vorgesehen ist. , der Entschädigung füt ble ju verstaatlichenden Apotheken könnten natürlich nicht die Spekulationspreise gezahlt werden, der Preis muffe vielmehr nach dem Durchschnitt des Iahresgewtrmes berechnet werben. W Dr;rKitte (bft.); Auch Bebel habe die Nothwendigkeit einer Verstaatlichung de« Apothekergewerbe« nicht zu rechtserttgen vermocht. Da« Apothekenwesen fei In Deutschland gut geordnet und m nbem?c ^“‘WwaenHrbe stehe obenan In ber ganzen Welt. Die Verstaatlichung ber Eisenbahnen reize nicht zur Nachahmung. Wenn bie Krankenkassen nicht existmen, so würben do« auch Medicamente ten?' werden; der Hinweis aus ble Socialgesetzgebung fei also hinfällig. Bor einigen Jahren hätten sich bie Soclalbemokraten selbst e **e Verstaatlichung bei Apothekenwesen« sehr entschieden richte allerdings die Bitte an die Regierung, die Regelung des Apothekenwesens in die Hand zu nehmen; den Antrag der Soctal- demokraten aber bitte er abzulehnen. « r Staatsfecretär Dr. v. Boetticher erinnert an die früheren Versuche, im Bundesrath eine einheitliche Regelung des Apotheken- wesenS herbeizufuhren. Nun sei ja die preußische Regierung ver> E^iaßt worden, Vorschläge zu machen, aber auch innerhalb der pirschen Regierung bestanden darüber Meinungsverschiedenheiten, °ie hoffentlich Lt absehbarer Zett beigelegt sein würden. Würde der Reichstag die Verstaatlichung des Apothekenwesens beantragen, so würden die Schwierigkeiten, welche einer Beilegung der Meinungs- verschiedenheiten entgegenftehen, nur vermehrt werden. Nach seiner Meinung sei das Reich gar nicht in der Lage, das Apothekenwesen »^^mhmen; es würden dazu Organisationen gehören, die | Vas Reich nicht besitze. Abg. Menzer (cons.) spricht sich gegen den Antrag der Social- demokraten aus und weist die Angriffe BebelS auf da« deutsche Apothekergewerbe, auf dessen Integrität und die Behandlung der Apothekergehilfen mit aller Entschiedenheit zurück. Dem Abg. Witte erwidert er, daß man in Süddeutjchland sehr gute Erfahrungen mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen gemacht habe. Abg. Wurm (Soc.) führt mehrere Falle dafür an, daß schwindelhafte Heilmittel, deren Urheber wegen Betrugs »erurtbeiU werden mußten, in Apotheken verlaust worden und gibt bann Bei- fptoe für das Mißoerhältniß der Preise für Medicamente zu dem Drogenpreis. Im Apothekergewerbe finde eine übermäßige Ausnutzung der Lehrlinge statt und die Gehilfen seien überbürdet. Ein Apothtkenkrach sei unvermeidlich, wenn man die Dinge so fortgehen ' Ia”e; Das Apothekenwesen gehe wissenschaftlich zurück. Die Medtca- mente dienten nicht zur Gesundung des Volke« und die Aerzte verschrieben vielfach nur zu Gunsten der Apotheken. Man wolle den Aerzten verbieten, Medicamente zu verabreichen unter dem Vorgeben, sie verstanden die Mt.chung nicht. Ein studirter Arzt, dem man ^'p^anv'rtraue solle nicht etwas zusammengießen können, der Apotheker von seinem Lehrling zusammengießkn laste. Die Staatsapotheken wurden erheblich billiger vroduciren können. Jetzt boten die Apotheken Niederlagen von Mineralwässern und ein Samm.lsurium von Heilmitteln aller Art. Das Lebrlingswesen nehme zu. Die Gehilfen seien schlecht gestellt, verheirathete würden nicht mehr angenommen. Wenn ein Provisor einmal eine Concession erhalte, so sei das, als wenn er bas große Loos gewinne. ~ k Witte (dfr.): Wenn sich weiter nichts für die Forderung der Verstaatlichung des Apothekenwesens anführen lasse ?lA®“6 dafür anführte. so sei erwiesen, daß der Antrag lediglich zu Agitationszwecken gestellt sei. Die Socialdemokraten arbeiten auf den Umsturz der Grundlagen einer lOOOiäbriflcn Eultur- entwtckelung hin, wenn es sich aber um practische Vorschläge handle, bann lauen die Herren da und wüßten nichts zu sagen. Abg. Bebel: Der Antrag babe mit dem socialdemokratische» Staate gar nichts zu thun und passe sich durchaus bet bestehenden ^mmng an. Seien denn nicht schon eine Anzahl Betriebe verstaatlicht. Von all den Thatsachen, die zur Begründung bei Antrags angeführt worden, habe keine widerlegt werd n können. BefchlLbV^Hau^^''" ®injtcöe». Sikße-, 3. März 1892. — Am 1. dS. MtS. beging Herr Geh. Medicinalrath Professor Dr. E. Eckharb seinen 7 0. Geburtstag. Im Hinblick aus die ihnen dauernd verbliebenen Erfolge von Eckhards Lehrthätigkeit, sowie in dankbarer Erinnerung a« das Wohlwollen, welches ihnen der Jubilar während ihrer Studienzeit wie im späteren Leben bewiesen hat, war es den einstigen Schülern deffelben ein Herzensbedürsniß, an diesem Ehrentage ihrem tiefempfundenen Danke einen äußeren Ausdruck zu geben. Da der Jubilar festliche Veranstaltungen bankend abgelehnt hatte, so feierten ihn seine Schüler in einer kÜNftlerisch ausgestatteten, mehrere hundert Unterschriften tragenden Adreffe, die ihm nebst einem Album mit den Photo- graphieen der Verehrer, einem goldenen Pokal mit Widmung und einer ansehnlichen Summe Geldes zu einer Eckhard- Stiftung für hilfsbedürftige Aerzte oder deren Angehörigen von einer Deputation überreicht wurde. Die medicinische Facultät feierte ihren Nestor durch Ueberreichung einer Tabula gratuloria. Möge es dem verdienten Manne vergönnt sein, i* unverminderter GeifteSsrische noch viele Jahre i* Die*ste der Wissenschaft ersprießlich weiter wirken zu kSvnen. — Militärperso*Ulnachrichte*. Der Unterarzt vr. Koep p'e vom 1. Großh. Jnf.-(Leibgarde.)Regt. Nr. 115, unter gleich, zeitiger Versetzung zum Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Assistenz-Arzt 2. Kl., der Unterarzt der Reserve Dr. Haustaedt vom Landwehr-Bezirk Mainz, zum Assistenz-Arzt 2. Kl. besördert. — Dienftversetzung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht: den Kreisbauaufseher bei de» Kreisbauamt Grünberg Johann Peter Sa hl selb ta gleicher Diensteigenschast an sdaS Kreisbauamt Gießen zu versetzen. — Wie man hört, soll hier in dem Stalle des Oeconomen StHeifclg dieMaul- und Klauenseuche ausgebrochen sein. — Ein Ha*bwerksbursche, der erst vor einigen Tagen von einem hiesigen Schneidermeister aus Mitleid in Arbeit eingestellt worden war, hat diesen mit schnödem Undank gelohnt, denn er ist gestern ausgeriffen und hat verschiedene Kleidungsstücke, die ihm anvertraut waren, mitgenommen. — Die Zeit der Maskenbälle ist zwar vorüber, doch darf das am letzten Montag von der Gesellschaft Burgerclnb •rrangirte Maskenkränzchen nicht unbesprochen bleiben. Wie immer übt das Maskenkränzchen eine große Anziehung •u§; auch diesmal bot es den Besuchern ein ächtes Bild Närrischen Treibens. Der Glanzpunkt war der von 16 Damen abgehaltene Kaffeeklatsch, der eine Fülle köstlichen Humors zu Tage förderte. Die Verwandlung der alten Weiber in blühende junge Mädchen, die als Blumen und Schmetterlinge aus der Mühle zum Vorschein kamen, bewirkte große lieber- raschung, die sich von Minute zu Minute steigerte, je näher »er von den Damen nunmehr getanzte Reigen, arrangirt voa einem Mitglied der Gesellschaft, seinem Ende nahte. Ein daraus folgender Ball hielt die Mitglieder bis zu früher Morgenstunde zusammen. Wir wünschen der Gesellschaft ein ferneres Blühen und Gedeihen. — Neues Theater. Freitag den 4. März kommt als letzte Vorstellung im Abonnement noch einmal „Pension Schöll er" zur Aufführung. Es ist dies ein Wunsch vieler Theaterbesucher, diese lustigste aller Poffen vor Schluß dieser Saison noch einmal auf den Brettern zu sehen. Sonntag »en 6. März beginnt alsdann die berühmte Heroine des Weimarer HostheaterS Fräulein Hildegard Jenicke ihr erstes Gastspiel als Donna Diana in dem gleichnamigen reizenden Lustspiel von Moreto. Da nun der Direktion, wie »an uns mittheilt, sehr erhebliche Kosten aus diesem Gast- spiel erwachsen, so sieht sich dieselbe veranlaßt, die Preise u» ein Weniges zu erhöhen. Dagegen liegt für daS interessante viermalige Gastspiel dieser Künstlerin ein Abonnement bei Herrn Gustav Gerhardt am Lindenplatz aus alle vier Vorstellungen zu den alten Preisen aus. Auftreten wird die Künstlerin außer in dem obengenannten Lustspiel in „Die Frau von Meere", „Die Waise aus Lowood" und „Medea". — Nene» Theater. Zu unserer freudigen Ueberraschung haben wir auS den Anzeigen ersehen, daß Frl. Jenicke ' ! die „Donna Diana" in MoretoS gleichnamige» Lustspiele alö Antrittsrolle ihres hiesigen Gastspiels gewählt hat. Einer Empfehlung deS Stückes bedarf eS wohl nicht, eS ist ja als eine Perle der spanischen Literatur allbekannt,- da wir aber diesmal Gelegenheit haben werden, auch eine vortreffliche Darstellerin der „Donna Diana" kennen zu lernen, wollen wir aus die Sonntags-Vorstellung besonders Hinweisen. — Wir entnehmen einem Schweizer Blatte folgende, die Aufführung von Goethes „Iphigenie auf Tauris" besprechende Zeilen: „Das summte und wogte in unserem sonstspärlichbesuchtenThaliatempel. Offenbar stand der verehrte Gast noch in sehr gutem Andenken, und daS mit Recht. Der Wohllaut und die Biegsamkeit der auch im leisesten Piano noch klangvollen Stimme, die Natürlichkeit und Sicherheit der Declamation, ideale Auffassung und ihr weiblich-anmuthigeS Spiel waren so anregend, daß mau vergaß, daß Iphigenie saft aller Handlung entbehrt und abgesehen von dem Gedankenreichthum nicht umsonst im Allgemeinen unterhaltend zwar als Buchdrama, ziemlich langweilig aber als Bühnendrama wirkt." — Hksstfcher Landtag. Die Erste Kammer wird am 22. d. Mts., die Zweite Kammer Mitte April wieder zusammentreten. — Erneunnng. Der Oberlehrer Heinrich Psafs zu Darmstadt wurde zum KreiSschulinspector für den Kreis Alzey ernannt. — DaS Amtsblatt des Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 4, enthält Ausschreiben vom 19. Februar 1892 an die Grobherzoglichen Amtsgerichte und Gerichtsschreibereien der Amtsgerichte, sowie an die Grobherzoglichen Staatsanwaltschaften, betreffend die Schreibhilfe bei den Amtsgerichten und Amtsanwälten. -a- Laubach, 2. März. In besonders glänzender Weise wurde daS Faschingsfest gestern hier durch einen in der That prächtigen und originellen Maskenzug gefeiert, wie dergleichen unsere Stadt noch keinen gesehen hat. Eine Menge Gäste aus den umliegenden Ortschaften hatten sich eingefunden und bildeten Spalier in den Straßen, ebenso waren alle Fenster dicht voll Zuschauer besetzt. Der glänzende Zug, eröffnet durch Vorreiter und eine Musikcapelle in seiner MaSkirung, bestand auß 16 einzelnen Gruppen, die sich alle durch farbenprächtige, funkelneue Eostüme, humorvolle und geschickte Darstellung auszeichneten. Als den Glanzpunkt des Zuges kann man wohl ein rollendes Schiff in guter Nachahmung, bei der sogar der riesige, dampfende Schlot nicht fehlte, mit trefflicher Besatzung von kräftigen Blaujacken gelten lassen, doch zeichneten sich auch noch andere Gruppen durch originelle Darstellung und treue Copirung aus. Dem prächtigen Maskenzug wurde überall die vollste Anerkennung der Zuschauer zu Theil. Ober Ohmen, 2. März. Während des Mittags Zwöls- läutenS zersprang die große Glocke unseres prächtigen Geläutes. Die nach der Urkunde 2040 Pfund schwere Glocke wurde 1841 gegossen, mußte aber im Jahr 1843 wieder umgegossen werden, da der erste Guß Unvollkommenheiten gezeigt hatte. * verfehltes Mittel. Vor etwa 25 Jahren amtirte ein Rath als Bagatellrichter in Berlin, welcher namentlich durch feine Sucht, in jedem Falle einen Vergleich zu Stande zu bringen, allgemein bekannt war. Zu feinen Ueberredungs- künsten fügte er ein sinniges Manöver- er ließ nämlich in seinem sehr knapp bemessenen Bureau die hartnäckigste Partei in nächster Nähe der Heizvorrichtung Platz nehmen. Länger als eine Viertelstunde hielt dort Niemand aus und der Betreffende beeilte sich, durch Ergreifen der Versöhnungshand auS der heißen Lage zu kommen. Einst war wieder ein Rechtender aus den verhängnißvollen Stuhl gewiesen. Aber Minute auf Minute verging, ohne daß der Mann auch nur die geringste Nachgiebigkeit zeigte. Er schien sich vielmehr sehr wohl zu finden, beantwortete die Fragen des erstaunt dreinschauenden Richters mit behaglichem Lächeln und sagte endlich: „Herr Rath, mit mir jetzt bet nu nid); ick bin nämlich Heizer bei Borsig!" * Paris, 29. Februar. Die Pariser Pferdefleisch- Esser haben sich gestern im Grand Vesour zu einem Banket vereinigt, bei welchem ein hoher Polizeibeamter, Herr Bezancon, den Vorsitz führte. Neben ih» saß der Hauptapostel der Pferdefleisch-Esserei, der Thierarzt Decroix. Es wurden nur Speisen ausgetischt, zu welchem das Roß, der Esel und der Maulesel die wichtigsten Bestandtheile geliefert hatten, und in begeisterten Reden feierte man die Vorzüge dieser Kost, die in der letzten Zeit ihrer Billigkeit halber zunehmenden Anhang im Volke gewonnen hat. Es gibt gegenwärtig in Paris nicht weniger als 194 Pserdeschlächtereien, welche im verflossenen Jahre 21,231 Pserde, 61 Maulesel und 275 Esel consumirt haben. Schlff-nachvichten. « ?mUJ?' Februar. fHamburg-AmertkanischePacketfahrt- »ctien;@eftlHd)aft.] DaS Hamburg Newyorker Post - Dampfschiff "Rdaesta", Capttän Ludwig, ist am 27. Februar, 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. e .. ^?^"r?'?b-Februar. (Hamburg-AmerikanischePacketfahri- Actien-Gesellschaft.s Das Deutsche Dampfschiff „Sorrento", Capitän Zargenfen, ist am 25. Februar, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in vcewyork angekommen. lHamburg-Amerikanische Packetsahrt- f i Das Hamburg - Newyorker Poft - Dampfschiff ^Gothia , Capitän Kühn, ist am 29. Februar, 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newport angekommen. 8 Verkehr, unö Volk-rvirthschaft» Fruchtmarkt. Nother Wei»« Äotn ■* i6-5°--* 9i°- Murkin, Eyeviot, V-tour ca. 140 cm breit, ä Mk 1 75 Pfg. per Meter versenden jede beliebige Meterzahl dirett an Private Burkin - Fabrik Deprt Oettinger & Co , Frankfurt a. M. M.fterabschnitte auf Verlang« bereitwilligst franco. (1292 Literatur und Ann ft. vrehm» Lhierleden. Allgemeine Kunde de« «»»"rreichS. Dritte, neudearbettete Auflage. Band 6: Die W“. "7 dritter Band: Suchvögel, Flossentaucher, Sturmvögel, IN« «vgel, Stoßvögel, Nandus, Roßoögel, Strauße. — Mit ..Ä Ibun£en n Professor Dr Pechuel-Loefche und Prof. Dr. W. Haacke hh!nAneub5arbcskineS „Thierleben" als eine mustergiltige hingestellt werden. Sie kennzeichnet sich vor allem durch daS sorgfältige frÄC,nÄbrrtC. ^Mbualltat be« Meisters, auf seine unüber- lÄnk?.'Schreibweise. Der Verlagshandlung mit richtigem Blick die genannte Persönlichkeiten als solche erkannte, denen man mit dem Vertrauen auf eine Fortführung deS Werkes im Geiste des VersafferS begegnm durfte. Wie gerechtfertigt dieses Vertrauen war, dafür spricht die günstige Aufnahme der neuen Auflage von Seiten der gesammten Presse, der fachwiffenschaftlichen Organe und last not least in den weitesten Kreisen deS Publikums. Der Fleiß, mit welchem die Herren Herausgeber im Verein mit den bewährtesten Fachmännern ihrer Aufgabe obliegen, ist recht deutlich bei einem kurzen Rückblick auf die mit dem vorliegenden sechsten Bande in der Neubearbeitnna nb!ltn ®ruppen „Säugethiere" und „Vögel" zu erkennen. In beiden Gruppen macht sich gegen die frühere Auflage eine reichliche mFrhin^una8 bemerkbar. In lückenloser Zusammenstellun« werden uns die Ergebnisse der älteren und neueren wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiete der Thier-Biologie und -Physiologie dargeboten Von außerordentlichem Interesse für jeden Thierfreund stnd hierbei dielenigen Neueinfügunyen, welche sich mit den neuesten Forschungsresultaten über bisher noch wenig gekannte Lebensgewohn- und Daseinsbedingungen einzelner Arten von Säugethieren und Vögeln beschäftigen. Eine Aufzählung dieser Abschnitte würde uns zu weit führen, zweifellos ist, daß diese höchst werthvollen Ergänzungen dem Studium des Thierlebens einen erhöhten Genuß abgewinnen. — Der Anschaulichkeit des Brehm'schen Werke« ist in der neuen Auflage durch eine Vermehrung des BilderreichthumS in der Äul0fkrL Weise Rechnung getragen. Im Ganzen setzt sich der Bilderschmuck der abgeschloffenen Gruppe Säugethiere zusammen ans ^kr^ubttwfeln in Ehromo- und Schwarzdruck, 4 Karten und Mi die Gruppe Vögel beanspruchte an Btldermateriat: 7 in ^bromo- und Schwarzdruck bei 376 in den Tert etngefügten Bildern und 3 Karten. Hervorgegangen aus der «eister- mna.?"!^^?Ekanntesten Thierzeichner, eines Kretschmer, Kuhnert, Mützel, Specht u. a., haben die gesammten künftletischen Beigaben nicht zum wenigsten zu dem Ruhme des Brehm'schen Werkes beigetragen. — Das ersprießlicbe Zusammenwirken hervorrageuder Ver- ^blff^schaft und Kunst wird die neue Auflage von „BrehmS Thierleben" einem gedeihlichen Ende zuführen. Der ver- lagshandlung ist als Dank für das schöne Unternehmen und für die bic «ucb besonders in der inneren und äußer« prächtigen Ausstattung des Werkes zeigt, die weite Verbreitung desselben herzlich zu gönn«. ö »et Leipziger ,3ö*#rtrU* . Die Redactton der „Jllustrirten Zeitung^ tnL^zia hat wiedereine ihrer beliebt« Special-Rummern herauSgegeb« nn» zwar ist es diesmal Prinz Carneval, dem sie ihre Huldigung darbringt. Die interessante, mit einem rosafarbigen Umschlag versehene enthält eine große Anzahl vorzüglich auSgeführter großer Holzschnitte, darunter eine Nachbildung des auf der letzten Berliner Kunstausstellung viel bewunderten ^SindercaruevalS" von Friedrich Anguß v. Kaulbach, zwei prächtige, frisch auS dem Leb« gegriffene Zeichnung« von dem Münchener. Maler Ferdinand Leeke, eine Reihe bildlicher Darstellungen aus dem Carneval von Paris, Berlin München, Fastnachtsbräuche aus Steiermark und Sibiri« ein« Privat-Costumball von Joseph v. Wodzinski, einen Narr«zua von A. Niemeyer und — Ust not least — eine illustrirte EarnevalS- bcttägt Dl°2(Mmrr 3u*