Nr 283 Erstes Blati.Samstag den 3. Dccember 1892 Der W**tr erscheint täglich, eM Lu-nahme des Montags. Di« Gießener serden dem Bngdftr wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger AöoanemeutspreiF; 2 Mark 20 Pfg. mN Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Äebortion, Lxpeditts« und Druckerei: Kchntstraße Fernsprecher 51, Anrts- iitib AnzsrKsblirtt für den "Kreis <5ief$en. 3 HraLisöeikage: Hießener Aamitienötätter Anrtlichsv Thesl der zu von Alle Rnnoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Lazeigea für den „Gießener Kn-eiger" entgegen. Annahme von Anzeige« zu der Nachmittags für den sagenden lag erscheinmden Nummer bis von». 10 Uhr. Ferner wird, da Herr.......Waarenbestellungen aufzusuchen und Waarenankäufe für Rechnung dieser Firma, sowie für Rechnung nachstehender Firmen: in der österreichisch-ungarischen Monarchie in dem Königreiche Italien zu machen beabsichtigt, bescheinigt, daß die vorbenannt . . Firm . . in ihrem Lande die gesetzlich bestehenden Abgaben für die Ausübung ihres Handels bezahl . . Inhaber dieser Karte ist ausschließlich im Umherziehen und ausschließlich für Rechnung der vorgedachten Firm . . berechtigt, Waarenbestellungen auszusuchen und Waareneinkäufe .zu machen. Er darf nur Waarenmuster, aber keine Waaren mit sich führen. Beim Aufsuchen von Waarenbestellungen und beim Abschlüsse von Waareneinkäufen hat er sich den in jedem Staate für die Handlungsreisenden der meistbegünstigten Nation bestehenden Vorschriften zu unterwerfen und diese Legitimationskarte immer mit sich zu führen. (Ausstellungsort, Datum, Unterschrift und Siegel der die Karte ausstellenden Behörde.) (Personsbeschreibung, Wohnort und Unterschrift des Handlungsreisenden.) Deutscher Reichstag. 6. Sitzung. Donnerstag, 1. December 1892. Die erste Berathung des Reichshaushaltsetat für 1893/94 wird fortgesetzt. Abg. Dr. Buhl (natl): Die Zustimmung zu der letzten Mtli- tärvorlage wurde uns leicht gemacht durch das unbedingte Vertrauen, das wir zur Leitung unserer Politik hatten. Wir erblicken aber in der Zustimmung zu diesen Vorlagen kein Vertrauensvotum; wir nehmen an oder lehnen ab ohne Haß gegen die Regierung; entscheidend für uns ist lediglich das Bedürfntß und der sachliche Inhalt der Vorlagen. Wir werden von diesem Standpunkte aus auch die neue Mtliiäroorlage prüfen. Handelte es sich nur um die Einführung der zweijährigen Dienstzeit, so würde aus der großen Mehrheit des Hauses heraus kein W der sprach gegen die Vorlage erhoben werden. Nachdem die militärischen Autoritäten keinen Widerspruch gegen die zweijährige Dienstzeit mehr erhoben, liegt für uns kein Grund vor, an der dreijährigen festzuhalten. Bedauerlich bleibt der Artikel des „Militärwochenblattes" mit seiner Kritik der Landwehr, aber ich erkenne doch an, daß eine Verjüngung der Armee wünschenswerth ist. Zu bedauern ist, daß der Bundesrath kein Entgegenkommen bezüglich der Reform der Mtlitärftrafprocchordnung zeigt. W.nn man so weitgehende Neuformationen verlangt, wäre ein solches Entgegenkommen am Platze. Ich glaube nicht, daß die Forderungen, welche die Vorlage stellt, im vollen Umfange aufrecht erhalten werden kör nen. Es wird nicht möglich sein, für die verlangten Truppen Vermehrungen die nöthigen Offiziere und Mannschaften zu beschaffen. Die Durchführung der Vorlage wird also schon aus technischen Gründen nicht möglich sein. Redner wendet sich dann zu der allgemeinen wirth- schaftlichen Lage und sucht aus der sächsischen Etnkommensteuer- statistik darzuthun, daß der Mittelstand nicht zurückgegangen sei; dagegen habe die kleine Landwirtschaft schwer gelitten. Durch die Ausführung der Sonntagsruhe-Bestimmungen dürfe die Production selbst nicht leiden, sonst schädige man gerade die, welche man schützen wolle. Wenn uns solche Forderungen auf militärischem Gebiet vorgelegt werden, wie jetzt, dann ergibt sich daraus, daß für die Ver- theidigung unserer nationalen Selbstständigkeit das Landherr ausschlaggebend ist; wir sind bann aber auch nicht in der Lage, solchen erhöhten Forderungen für die Marine zuzustimmen, wie sie der Etat stellt. Eine allzu pessimistische Auffassung unserer Finanzlage ist nicht angczeigt, aber schon bedarf es großer Anstrengungen, datz Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgaben zu sichern. Wir werden also den Etat auf das Sorgfältigste prüfen. Reichskanzler Graf Caprivi: Die Behauptung eines Mangels an O'fizieren und Unteroffizieren zur Durchfüorung besten, was wir erstreben, wird in der Commission zahlenmäßig widerlegt werden. Was die vom Vorredner berührte Vertretung deS deutschen Reiches bet den maritimen Festen in Italien anlangt, so wäre eine umtäng- lichere Betheil'gung politisch erwünscht gewesen, aber wir mußten uns auf das beschränken, was uns zur Verfügung stand und die militärischen Uebungen durften nicht leiden. Die Resolutionen deS Reichstags hinsichtlich der Mllitärslrafproceßordnung sind vom Bundes- Deutsches Reich. Berlin, 1. Dccember. Der politische Sensations- proceß gegen den Antisemitenführer Ahlwardt, welcher seit Dienstag vor dem Berliner Landgericht spielt, und bei welchem es sich um die bekannte „Judenflinlen"-Affairc handelt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Verurtheilung Ahl- wardts enden. Der bisherige Veilauf des Processes deutet wenigstens darauf hin, daß die ungeheuerlichen Anschuldigungen und Behauptungen, welche Ahlwardt in seinen „Judcnflinten"- Bro'chüren erhoben hat, in' ihren hauptsächlichsten Punkten völlig unbegründet sind. Eine Beschrc nku>> r Auswande^rnng Lnt- hält das dem Reichstage zugegangene neue Auswanderungsgesetz. Danach soll eine Familie nicht auswandern dürfen, wenn es ihr beliebt, sondern nur, wenn sie von der Ortspolizeibehörde einen Auswanderungsschein erhalten hat. Um diesen Schein muß sie vier Wochen vor der Auswanderung nachsuchen. Auf das Ansuchen wird die Absicht der Auswanderer öffentlich bekannt gemacht. Die Bescheinigung wird nur ertheilt, falls kein Grund zu der Annahme vorliegt, daß der Auswandernde sich durch die Auswanderung bestehenden Verpflichtungen entziehen will. Der Verkehr directer Wagen ist auf allen nach Böhmen^ Schlesien und Galizien führenden Eisenbahnrouten wieder gestattet. Antwerpen, 1. December. Die Sanitäts « Commission beschloß, alle Schiffe, welche die Schelde ohne Gesundheitsattest hinauffahren, einer zwölftägigen Quarantäne zu unterwerfen. Neueste tlad?rid>tctt. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Wien, 1. December. Mit Rücksicht auf das Erlöschen Nr. 41 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 23. v. M. enthält: (Nr. 2052.) Bekanntmachung, betreffend die Verkehrs- Ordnung für die Eisenbahnen Deutschlands. Vom 15. November 1892. (^Zr. 2053.) Bekanntmachung, betreffend die Vereinbarung erleichternder Vorschriften für den wechselseitigen Verkehr zwischen den Eisenbahnen Deutschlands einerseits und Oesterreichs und Ungarns andererseits rückfichtlich der bedingungsweise zur Beförderung zugelassenen Gegenstände in Gemäßheit des § 1 letzter Absatz der Ausführungsbestimmungen zum internationalen Ueberernkommen über den Eisenbahnsrachtverkehr. Vom 15. November 1892. Nr. 42 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. v. M enthält: (Nr. 2054.) Verordnung, betreffend die Eheschließung und die Beurkundung des Personenstandes für das südwestafrikanische Schutzgebiet. Vom 8. November 1892. (Nr. 2055.) Bekanntmachung, betreffend die Gestaltung des Feumetens von Bier im Umherziehen. Vom 7. November 1892. Nr. 43 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 26. v. M.» enthält: ' (Dir. 2056.) Gesetz, betreffend die Anwendung der für oryt®-m-U^r na$ Deutschland vertragsmäßig bestehenden Zollbefreiungen und Zollermäßigungen gegenüber den nicht meistbegünstigten Staaten. Vom 24. November 1892. Nr. 44 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 28. v. M., - enthält: (Nr. 2057.) Bekanntmachung, betreffend die Anwendung der vertragsmäßig bestehenden Zollsätze auf rumänische Er- zeugmsse. Vom 26. November 1892. Gießen, den 1. December 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Cholera in Deuischland ist die fünftägige ärztliche Beobachtung der Ankömmlinge aus Deutschland aufgehoben. rathe nicht zurückgewiesen, sie sind in vollkommen formeller Weise erledigt worden. Das Haus würde im nächsten Jahre Gelegenheit haben, sich mit der Angelegenheit zu befchäftigen und es wird dann voraussichtlich eine alle Theile befriedigende Einigung erzielt werden. Abg. Liebknecht (Soc.): Seit 1872 sind in Deutschland über 14 Milliarden für Militär und Marine ausgegeben, wir haben im Reiche und in den Einzelstaaten 11 Milliarden Schulden; wir befinden uns in einer wirthschaftlichen Nothlage, wie sie von solcher Jntensioität noch niemals dagewesen ist: und da kommt man mit einer neuen Militärvorlage von solchem Umfange. Das ganze bestehende Wirthschaftssystem läuft auf eine Vernichtung des Marktes hinaus. Das kleine Handwerk wird aufgesaugt und gerade aus der sächsischen Einkommenfteuerstatistik, auf die sich Dr. Buhl beruft, läßt sich nachweisen, daß es dem sicheren Untergange geweiht ist. Mit der kleinen Landwirthschaft geht es ebenso. Durch die SLutzpolittk wird dieser Vernichtungsprozeß beschleunigt. Mit all den kleinen Gesetzen, die man da vorschlagt, reitet man auch nicht einen einzigen Handwerksmeister. Das Eindringen des Antisemitismus in die con- servativen Wahlkreise bedeutet das Eindringen des Socialismus. (Zuruf.) Ja, den Ahlwardt haben Sie im Pelze und den werden Sie n«cht so leicht wieder los werden. Jetzt ist die Bewegung gegen das jüdische Capital gerichtet; man wird aber bald dahinter kommen, daß das Capital anderwärts, bet den Rittergutsbesitz-rn, zu finden ist. Das stehende Heer von heute ist das stehende Heer von 1806, das Heer von Jena; in Zeiten der Gefahr kommt die Hilfe von unten herauf, da sind es ganz andere Klüfte, welche zum Siege führen. Will man den Frieden, so muß man dahin rohfen, den jetzigen Kriegszustand zu beseitigen. W ll man die allgemeine Wehrpflicht, so gehe man zur allgemeinen Volksbewaffnung über, dann wird man nicht vier, sondern acht Millionen wehrfähige Männer ins Feld schicken können. Die lange Dienstzeit ist überflüssig, man braucht dieselbe nur zur Erzeugung des sogenannten militärischen Geistes. Ebenso wie auf nation.alöconomischem Gebiete beständen auch auf politischem Gebiete schwerwiegende Gründe gegen die Militärvorlage. Rcd"-r wendet sich hierbei zu der Emser Deptsche. Durch das, was der Reich-kanz(er Graf -Caprivi darüber uritgetheilt habe, sei gar nichts an der Sache geänderr Gerben. Es seien im Gegentheil noch verschiedene Momente hinzuaekommeri. Fürst Bismarck sei rechtzeitig davon unterrichtet gewesen, daß sich der französische Botschafter Graf ®endwg dcHA.l'nias von Preuße.^ b»mMßte, und er hätte die Möglichkeit gehabt, die Wirkung seiner Emser Depesche aufzuheben. Frankreich sei nicht zum Kriege gerüstet gewesen und würde es sicher nicht zum Aeußersten haben kommen lassen, wenn auch Napoleon den Krieg brauchte, weil sein Thron wackelig geworden war. Aber wäre bekannt gewesen, was heute amtlich bekannt ist, der Krieg wäre nicht ausgebrochen, wenn auch das Kaiserreich in Frankreich zusammengebrochen wäre. In die Politik müsse wieder die Moral eingeführt werden; halte man Fälschungen aus Nützlichkeitsgründen für zulässig, so gebe man auf die Vernichtung aller Cultur hinaus. Das Volk wolle die Ablehnung dieser Vorlage; überall erschallt der Ruf: Waffen nieder! Möge die Regierung den Reichstag auflösen, sie werde dann den Willen des Volkes kennen lernen. (Etwas Beifall links, etwas Zischen rechts.) Abg. Dr. v. Frege (conf.): Der große Zug, der 1870 durch unser Volk ging, hat bei Liebknecht und feinen Freunden allerdings kein Verständniß gefunden. (Beifall rechts.) Ein Moment hat Liebknecht vollständig außer Augen gelassen: die Gottesfurcht. Aus socialpolitischem Gebiete ist die Grenze nahezu erreicht, nun handelt es sich um den Schutz des Handwerkers und des kleinen Landmannes. Wenn^ durch die Heranziehung der jungen, unerfahrenen Leute zum Mtliiärdtenft der socialdemokratischen Agitation der Boden entzogen werde, während die älteren Leute zu Hause bleiben können, so würde das eine sehr segensreiche Folge der M-litärvorlage fein. Zu dieser Dorlage Stellung zu nehmen, wird Zeit fein , wenn dieselbe zur Berathung steht; aber die Bitte spreche ich aus, daß die Vertretung solcher Vorlagen künftig nur durch die berufenen Organe und nicht durch eine so ungeschickte offiziöse Vermittelung, wie im „Militärwochenblatt", erfolgt. Durch jene Artikel wurde die Verstimmung in die treuesten und loyalsten Kreise getragen. Dankenewerth ist, daß man bei den Deckungsvorschlägen den Tabak außer Spiel gelassen, dafür aber an eine Erhöhung der Börsensteuer herangetreten ist. Was die Brausteuer-Elhöhung anlangt, so fällt dieselbe gegenüber dem Aufwand, der mit Bierhäusern getrieben wird, gar nicht in8 Gewicht. Der Vergnügungssucht muß entgegengetreten werden. Welche Quantitäten Lagerbieres würden auf Bauten geschuppt. Auch der Branntwein soll mehr bluten. Ich kann mir das nur so denken, daß die Differenz von zwanzig Mark bestehen bleibt. Zum Eta! läßt sich wenig sagen, da die Mehrtorderungen mehr Consequenzen früherer Beschlüsse sind. Die Marineforderungen sind zu beschränken. Eine der wichtigsten Fragen nicht nur für die „Agrarier", sondern für alle Angehörigen des deutschen Volkes ist die Remoniisirung des Silbers; durch die Goldwährung sind uns Milliarden verloren gegangen. Dte Haltung unserer Vertreter in Brüssel ist daher auch bedauerlich. Wrr wollen doch in dieser Frage selbstständig vorgehen und uns nicht durch England ins Schftpplau nehmen lassen. (Beifall.) Weiterberathung morgen Mittag 12 Uhr. Bekanntmachung, hie für das Jahr 1893 bestimmten Gewerbelegitimationskarten für Handlungsreisende, insbesondere auch Legitimationskarten italienischer Handlungsreisender betreffend. Nach einer Mittheilung des Reichskanzlers an Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ist in den für das Jahr 1893 bestimmten Gewerbelegitimationskarten für Handlungsreisende aus der ersten Seite unter den Staaten, für welche die Karte Geltung hat, auch Italien aufgeführt. Dies beruht auf einer Vereinbarung mit der Italienischen Regierung, wonach den Handlungsreisenden der beiderseitigen Länder die Vergünstigung gewährt werden soll, sich durch eme von den Behörden des Heimathlandes ausgestellte Karte für den Geschäftsbetrieb in dem anderen Vertragsstaate zu legitimiren. Jtalienischerseits wird den Handlungsreisenden für den Geschäftsbetrieb in Deutschland eine Gewerbe-Legitimationskarte nach dem hier beigefügten Formular ertheilt werden. Die Ausstellung dieser Karte erfolgt in Italien seitens der Handelskammer, in deren Bezirk das den Reisenden entsendende Geschäftshaus seine Handelsniederlaffung bat, bezw. in deren Bezirk der Reisende seinen Wohnsitz hat, und ist dieselbe als Legitimation der italienischen Handlungsreisenden -für die Ausübung des Gewerbetriebs in Deutschland anzuerkennen. Es wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, den 1. December 1892. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gewerbe-Legitimationskarte für Handlungsreisende. Giltig für das Jahr 18 . . Es wird hiermit bescheinigt, daß Herr........ Handel treibt (eine Fabrik besitzt 5^1............ unter der Firma....................... als Handlungsreifender im Dienste der Firma........ steht, und daß diese Firma Handel treibt (eine Fabrik besitzt) mit Depeschen de? Bureau „Herold". Berlin, 1. December. Die Steuervorlagen gehen dem Reichstag Mitte nächster Woche zu, unmittelbar darauf beginnen die Berathungen über die Militärvorlage. Die Vorlegung des Zolltarifs an den Bundesrath wird baldigst erfolgen, da die Aufstellung des neuen amtlichen Waaren- verzeichnisies beinahe beendigt ist. Berlin, 1. December. Die „Kreuzztg." veröffentlicht einen conservativen Vermittelungsantrag zur Militärvorlage: Unter Beibehaltung des jetzigen Dienstpflicht-Modus und Erhöhung der Friedenspräsenzstärke um 26 500 Mann bei einem jährlichen Rekrutencontingent von 11000 Mann würde die Durchführung dauernd 12 bis 14 Millionen erfordern. Berlin, 1. December. Der Vorstand des conservativen Wahlvereins hat seinen Programmentwurs für den demnächstigen Parteitag sestgestellt. Der Passus bezüglich der Judensrage lautet: Wir bekämpfen den vielfach sich vordrängenden zersetzenden jüdischen Einfluß aus das Volksleben, verlangen für das christliche Volk christliche Obrigkeit, christliche Lehrer für christliche Schüler und verwersen die Ausschreitungen des Antisemitismus. Berlin, 2. December. Von den Freisinnigen wurde ein Antrag im Reichstage eingebracht, dem Grundsätze der Unverletzlichkeit von Privateigenthum zur See in Kriegszeiten auf einer internationalen Conserenz die völkerrechtliche Anerkennung zu verschaffen Berlin, 2. December. Mit der Branntweinsteuer- Novelle soll die Gewährung der Ausfuhrvergütung auf diejenigen im freien Verkehr erzeugten Trinkbranntweine ausgedehnt werden, welche in der Gestalt schon von der Brennerei hervorgebracht und deßhalb unter den Begriff Fabrikate aus Branntwein nicht zu ziehen sind. Ferner ist eine Ermäßigung der Materialsteuer für kleine Landwinde ge> plant, welche die von ihnen geernteten Mengen Obst und Rester von Wein als Branntwein verarbeiten. Hamburg, 1. December. Der Senat macht die Absicht bekannt, allen Denjenigen, welche in der Voraussetzung, für ihre Thätigkeit mit 20 Mark täglich honorirt zu werden, in den Hamburger Krankenhäusern thätig gewesen seien, das Honorar nachträglich zuz uw eisen. Köln, 1. December. Der „Köln. Ztg." wird aus Petersburg gemeldet: Gutem Vernehmen nach wurde dem Reichsrath der Maximalzolltarif unterbreitet, der gegen diejenigen Staaten, welche Rußland keine Vergünstigung gewähren, angewandt werden und besonders Fabrikate hoch besteuern soll, weniger Halbfabrikate, Rohmaterialien und Lebensmittel. Für Staaten, die Rußland Vergünstigung gewähren, wird der gegenwärtige Tarif als Minimaltaris beibehalten. Paris, 1. December. Fretzeüiel und Ribot wurden Portefeuilles für das njuft Cabinet nicht angeboten. Brisson will Frevü^r beseitigen. Ribot erklärt sich mit tfv solidarisch. Brisson bot daö ^Ministerium des Aeußern Casimir Perrier, des Kriegs dem General Ferron, Inneres Sarrien und Unterricht Bourgeois an. Petersburg, 1. December. Das Finanzministerium con- statirt dieZuckerrüben-Campagne für 1892/93 aus 24 Millionen Pud, den Vorrath von der 1891 /92er Cam« pagne aus 1,5 Millionen Pud. Die derzeitigen Spesen der Zuckerraffinerie per Pud betragen in den Fabriken ßi/2 Rubel, der Nutzen per Pud 50 Kopeken. Belgrad, 2. December. In Palanska stürmten die Liberalen das Rathhaus, um den radicalen Gemeinderath zu vertreiben. Bukarest, 2. December. Die Phylloxera vernichtete in fünfzehn Bezirken Weingärten von 183,894 Hectare- 31,919 Hect. wurden infizirt. totales und provinzielles. Gießen, 2. December 1892. -r Oessentliche Sitzung des KreiSausschuffes vom 28. No vember. Zur Verhandlung gelangt zunächst die R e c l a m a t i o n gegen dieBeigeordneten-Wahl zuLich. Gegen die sragl. am 12. October d. I. abgehaltene Wahl war seitens des Carl Fischer reclamirt worden, weil 1) die Wahl - Commission nicht ordnungsmäßig gebildet worden sei und 2) der Vorsitzende sich aus längere Zeit aus dem Wahllocal entfernt habe. Von Großh. Kreisamt Gießen wird dieselbe Wahl event. beanstandet, weil am Wahltage Wirthshausspenden verabreicht worden seien. Der Vertreter des Reclamanten beantragte Aushebung der Wahl, da gegen die gesetzlichen Vorschriften verstoßen worden fei, während der Anwalt des zum Beigeordneten gewählten PH. Chr. Heller II. ausführte, daß die Verstöße ohne Einfluß auf das Wahlresultat geblieben und als erhebliche nicht zu erachten seien. Nach Eintritt in die Verhandlung bezüglich der von Großh. Kreisamt erhobenen Beanstandung wurden verschiedene Zeugen vernommen, die sich hauptsächlich über das im Gasthaus „zur Rose" verabfolgte Freibier zu äußern hatten. Hierbei ergab sich, daß einige Fäßchen Bier, die aus der Brauerei des Ph. Chr. Heller II. in die Wirthschast „zur Rose" verbracht worden waren, während der Wahl daselbst kostenlos verzapft worden sind - es wird jedoch seitens des Sohnes und Schwiegersohnes des Gewählten bestritten, daß Letzterer hierum gewußt habe. Der Kreisausschuß verwarf die erhobene Reclamation, trat jedoch der Beanstandung Großh. Kreisamts bei und erklärte ' demgemäß die Wahl für ungültig. — Der zweite Gegenstand I der Tagesordnung betrifft die Reclamation gegen die j Gemeinderathswahl zu Nonnen rot h. Johs. Rinker j von da hat gegen die Gemeinderathswahl reclamirt mit der Begründung, daß 1) die Wahlzeit nicht richtig eingehalten- insbesondere zu spät begonnen und zu früh geschlossen worden sei, i 2) ein Wähler zur Abstimmung zugelassen worden sei, der ■ seine Communalsteuerschuld nicht an den Gemeinde-Einnehmer bezahlt, sondern in dem Wahllocal deponirt habe. Durch die Zeugenvernehmung wird die erstere Behauptung widerlegt, die letztere aber als richtig bestätigt. Der Kreisausschuß beschloß die Wahl für ungültig zu erklären. — Theater. „Die Grille", welche man gestern Abend auf unserer Bühne gab, ist eines der bekanntesten und beliebtesten Stücke von Charlotte Birch-Pfeisser, und mit Recht das, ist doch in ihr die zu Grunde liegende Idee, welche ja an und für sich keine besonders bedeutende genannt zu werden verdient, meisterhaft durchgesührt. Die Handlung schreitet in den sieben Acten unaufgehalten vorwärts, nirgends unterbrochen durch große Reflexionen, sodaß der Zuschauer trotz der langen Dauer des Stückes nicht ermüdet, sondern sein Interesse auch über die häufigen und umständlichen Sceneriewechsel hinaus stetig wach gehalten wird. Zudem birgt die „Grille" eine solche Fülle höchst anziehender und trefflich gezeichneter Charaktere, daß sie, wie der Besuch des gestrigen Abends wiederum zeigte — uns will bedünken besonders von unserer Damenwelt — immer wieder gern gesehen wird. Entspricht schon das leichtere Genre von sich aus eher dem weiblichen Geschmack, so mag die „Grille" denselben um so mehr befriedigen, weil sie in ganz hervorragender Weise an das Mitleid appelliert. Sie, das arme Vater- und mutterlose, von aller Welt verstoßene und geschmähte Mädchen, findet selbst bei der alten, als Hexe verschrieenen Großmutter kein liebevolles Entgegenkommen, nichts als Schläge und harte Brotrinden sind ihre tägliche Kost. Da will das Schicksal, daß eines Tages sich der reiche Landry, der Sohn ihres größten Feindes Barbeaud, in sie verliebt- sie erwidert dessen Leidenschaft, sucht dieselbe jedoch von sich abzuschütteln und verläßt deshalb ihr Heimathsdorf. Nach Jahresfrist erst betritt sie es wieder, um an dem Begräbniß der Großmutter theilzunehmen- da läßt Landry sie nicht mehr ziehen, sein Vater wird auf des „Herrn" Pfarrers Wunsch ihr Vormund und sie weiß selbst diesem soviel Achtung abzuringen, daß er persönlich als Freiwerber für seinen Sohn bei ihr erscheint und sich so alles in Wohlgefallen auflöst. — Zum dritten Male sahen wir gestern Abend Frl. Klinkhammer auf unseren Brettern und wir können nicht umhin, dem geschätzten Gaste zum dritten Male unseren wärmsten Beifall zu bekunden. Fürwahr, es ist eine eigene Sache, wenn der Kritiker, der Frl. Klinkhammer als „Nora" mit Lobsprüchen überschüttete, sich gezwungen sieht, derselben Dame als „Grille" die höchste Anerkennung zu zollen. Nur ein schauspielerisches Genie, wie unser beliebter Gast es ist, vermag den Menschen so zu bannen, daß er jene, sich eigentlich gegenseitig ausschließenden Handlungen gerechtfertigt begehen kann. Frl. Klinkhammers Panner „Landry" wurde von Herrn Sille gespielt- es scheint, daß unsere erste Beurtheilung des Künstlers im Wesentlichen das Richtige getroffen hat, Herr Sille zeigte ein sehr temperamentvolles Spiel, das jedoch leider wieder beeinträchtigt ward durch sein wenig ansprechendes Organ. Frau Copps als „Hexe" fühlte sich in ihrem Element und riß, wie Herr Stückel, „Didier", dem die^.Iiolle ebenfalls, wie die Schauspieler sagen, „auf den Leib geschrieben ist", das Publikum zu offenem Beifall hin. Herr Rupp war sowohl als „Martinau", wie besonders als „Collin" in Maske und Spiel meisterhaft, ohne ihn hätte die große Volksscene im zweiten Acte sicher das tragische Geschick des Einbrechens gehabt. Herr Mar- tiensen „Vater Barbeaud" ließ uns Anfangs kühl, erst gegen Ende des Stückes konnten wir ihm das gewohnte Lob spenden. Seine Frau „Mutter Barbeaud" (Frl. Copps) war entschieden । zu jung, besonders in Sprache und Geberdenspiel. Die übrigen Mitwirkenden, vor Allem Herr Halpern „Vater Cail- lard" waren ganz zu unserer Zufriedenheit, nur die Regie ließ beim Ensemblespiel in manchen Scenen etwas zu wünschen übrig. — Theaterverein. Einem on dit zu Folge, aber einem aus guter Quelle stammenden, sind wir in der Lage zu berichten, daß der dritte Theaterabend am Donnerstag, den 15. D ecembe r, stattfinden wird. Leider können wir nicht verrathen, zu welchem Stück sich diesmal der Vorstand entscheiden wird, so viel ist aber sicher, es soll diesmal einem deutschen Dichter das Wort ertheilt werden und zwar einem C l a s s i k e r. Wir begrüßen diese Wahl mit ausrichtigster Genugthuung, denn, wenn wir auch keineswegs Gegner fremdländischer Autoren sind und keineswegs die schwierige Lage des Vorstandes bei der Auswahl der Stücke verkennen wollen, so halten wir doch die Werke unserer deutschen Clafsiker für die edelsten Genüsse, die geboten werden können, zumal wenn jene in so vollendeter Weise wiedergegeben werden. — (Verspätet.) Am Samstag den 26. November ttc;- der Gießener Mänuergesang Verein seine erste musikalische Abendunterhaltung in dem Saal des „Lass Leiv" ad. Dieselbe verlief in der schönsten Weise, wozu das relchhalt ge abwechselnde Programm genügend beitrug. Das hier selten gehörte „Vaterlandslied", Chor von Hanisch, eröffnete den gesanglichen Part. Ihm folgten als Chorlieder „Wanderlied" von Fischer, „Haiden-Röslein" von Werner. Auch für die Komik war gesorgt durch den Vortrag des „Schneider- Hymnus" (Chor von Böhm), des Couplets „Die armen Klosterbrüder", welches alle Lachmuskeln in Bewegung setzte. Die Solis: „Ich hatte einst ein schönes Vaterland" (von Lassen), welchem die Zugabe „O schöne Zeit" (Götze) folgte, lagen in bewährten, guten Händen. Wir wünschen dem Verein, der unter der Direction des Herrn Musicdirec- tors Krauße uns schon manchen angenehmen Abend gebracht, ferneres Gedeihen. Die Musik, von Mitgliedern unserer Regiments-Capelle, leistete Vorzügliches, besonders heben wir den Violin Vortrag der Beethoven'schen (F-dur) Romanze, welche Herr Langenhagen in künstlerischer Weise zu Gehör brachte, besonders hervor. — Um Erlangung einer Fernsprechverbindung aus der Strecke Frankfurt a. M.-Gießen Kassel-Nordhausen-Halle bemüht sich auch die Handelskammer zu Kassel. Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft werden die von der Kasseler Handelskammer angeregte und von der Frankfurter Handelskammer befürwortete Eingabe an das Reichspostamt auch ihrerseits unterstützen. — Das Regierungsblatt Nr. 32, ausgegeben Darmstadt, 28. Nov., enthält: Gesetz, die Versicherung van Mobilien in Feuerversicherungsanstalten betr., vom 21. November 1892. Der Inhalt des Gesetzes ist wie folgt: Um die Mobiliarversicherung der Arbeiter in Fabriken und anderen größeren gewerblichen und landwirthschaftlichen Unternehmungen zu befördern, wird in Vollziehung des Gesetzes vom 25. November 1871, die Versicherung von Mobillen in Feuerversicherungs-Anstalten betr., Folgendes verordnet: § 1- Den Eigentümern von Fabriken und anderen größeren gewerblichen und landwirthschaftlichen Unternehmungen ist es gestattet, die Mobilien der bei ihnen beschäftigten, im Groß- herzogthum wohnenden Arbeiter und Angestellten auf deren Antrag für die Dauer ihrer Beschäftigung bei den fraglichen Fabrikunternehmern rc. bei einer der im Großherzogthum zum Geschäftsbetrieb zugelassenen Mobiliar-Feuerversicherungsanstalten mittels einer Collectiv - Versicherung gegen Feuersgefahr unter Beobachtung der nachstehenden Vorschriften zu versichern:' 1) Jeder Teilnehmer muß bei seinem Eintritt oder bei einer Veränderung der Versicherungssumme ein spezielles Verzeichniß über seine zu versichernden Mobilien unter Bezeichnung des Werthes derselben und unter Angabe des Ortes und der Nummer der Wohnung, in welcher sich die Mobilien befinden, aufstellen, eigenhändig unterzeichnen und dasselbe, nachdem es von der Bürgermeisterei seines Wohnorts mit der Bescheinigung versehen worden ist, daß fie gegen die Versicherung in der beantragten Höhe nichts einzuwenden habe, und daß die Gegenstände nicht anderweitig versichert sind, den Eigenthümern der betr. Fabrik rc. überreichen. Die Bürgermeisterei hat für diese Bescheinigung eine von dem Ministerium des Innern und der Justiz festzufetzende Gebühr zu beziehen. 2) Der Eigenthümer der betr. Fabrik rc. ist verpflichtet, die von den Theilnehmern an der Collectiv-Ver- sicherung eingereichten Mobiliarverzeichnisse auszubewahren und ein Generalverzeichniß nach Gemeinden getrennt anzulegen, aus welchem Namen und Wohnort der Theilnehmer, die von jedem Einzelnen angemeldete Gesammtversicherungsfumme und der Tag der Anmeldung ersichtlich ist. 3) Abschrift dieses Verzeichnisses, nebst den Anträgen der Theilnehmer, ist dem Collectiv - Versicherungsanträge beizuschließen, welcher dem Kreisamte vorzulegen ist. 4) Das Kreisamt ertheilt nach vorgängiger Prüfung des Antrags, und nachdem es die etwa erforderlichen Vervollständigungen hat eintreten lassen, unter dem Antrag die Genehmigung -und sendet denselben, nebst den Anträgen der Theilnehmer, an den Eigenthümer der Fabrik rc. zurück. 5) Die hiernach in Uebereinstimmung mit dem vom Kreisamte genehmigten Versicherungsantrag anzufertigende Police muß mit dem Visa des Kreisamts versehen werden. Die Police sendet das Kreisamt an den Eigenthümer der Fabrik rc. zurück, den genehmigten Versicherungsantrag behält es bei seinen Acten. 6) Tritt ein Theilnehmer an der Collectiv - Versicherung aus der Beschäftigung bei dem betr. Fabrikeigenthümer rc. aus, so erlischt von dem Tage des Austritts dessen Versicherung. Der Fabrikeigenthümer rc. ist verpflichtet, den austretenden Arbeiter hieraus ausdrücklich aufmerksam zu machen und dem Kreisamte, sowie der Versicherungsgesellschaft den Tag des Austritts anzuzeigen. 7) Im übrigen bleibt die Festsetzung der Versicherungsbedingungen der freien Vereinbarung des den Versicherungsantrag abschließenden Fabrikeigenthümers rc. mit der Versicherungsgesellschaft überlassen. — § 2. Die Bestimmungen der Verordnung vom 11. December 1871, die Versicherung von Mobilien in Feuerversicherungsanstalten betr., bleiben, soweit sie nicht durch die Bestimmungen des § 1 dieser Verordnung eine Abänderung erleiden, in Kraft. — Schutzmittel gegen das Ausgleiten bei Glatteis. Während der Winterzeit, wo oft während der Nacht plötzlich Glatteis auf den Fußsteigen und Straßen eintritt und das Gehen gefährlich macht, fei auf folgendes Schutzmittel gegen das Ausgleiten auf Glatteis aufmerksam gemacht. 50 Gramm dicken Terpentin, 200 Gramm Colophomum, 50 Gramm Benzin und 250 Gramm Spiritus läßt man in einer Flasche an einem warmen Orte, so lange stehen, bis eine Lösung des Terpentins und Colophoniums erfolgt ist. Mit dieser Lösung bestreicht man einige Male die Schuhsohlen und läßt die Flüssigkeit eintrocknen. Dieses Mittel, welches Chemiker E. Soxhlet mit dem Namen „Ledersohlen - Fluid" belegt hat, conservirt auch das Leder. Drogisten empfehlen wir die Anfertigung dieses Präparats als guten Handverkaufsartikel. Friedberg, 30. November. Gestern, Morgens 8 Uhr, versammelten sich dahier eine größere Anzahl, etwa 50, Jäger, um auf Einladung zweier hiesiger Jagdpächter ein Treib- jagen in dem zwischen Ober-Wöllstadt und Ober-Roßbach gelegenen Felde abzuhalten. Das Ergebniß des Jagens muß als ein ganz vorzügliches bezeichnet werden, da im Ganzen 247 Hasen erlegt wurden. Hiihnlein, 30. November. Dieser Tage spielte dahier ein Kind mit Bohnen, wobei dasselbe unglücklicherweise eine Bohne in die Nase steckte, welche sitzen blieb, so daß außer ärztlicher Hilfe in der Nacht noch am andern Morgen die Hilfe eines Arztes in Darmstadt in Anspruch genommen werden mußte, welchem es gelang, die Bohne wieder aus der Nase zu entfernen. Dieses Vorkommmß dürste zur Vorsicht mahnen. Darmstadt, 1. December. Bei den gestrigen Stadt- Verordnetenwahlen siegte der Wahlvorschlag der Nationalliberalen, von den freisinnigen Candidaten ging einer durch. Die Antisemiten hatten keinen Erfolg. Darmstadt, 1. December. Nach den Mittheilungen der hessischen Centralstelle für Landesstatistik betrugen die Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern im Großherzogthum im Rechnungsjahr 1891/92 13,454,791 Mark. Die Brau- steuer ist dabei mit 923,629 Mark, die Uebergangsabgabe von