Nr. 52 Mittwoch de» 2. März 1892 Kichener Anzeiger Henerat-Anzeiger Die Gießener A««rkteu5tLtter nxrbm dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der #it8fntr Anzeiger erscheint täglich, «it Ausnahme deS Montags. Vierteljähriger Aöonnementspreis t 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 60 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchntstratze Mr.7. Fernsprecher 61. Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Greffen. Hratisöettag«: Hichener JamiNenörätter amtlicher Theil Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. «ttc «nnoncen-vureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entoeqen. Deutscher Aeichetag. 183. Ple»arfih»llg. Montag ben 29. Februar, 1 Uhr. »°r Eintritt in die Tagesordnung stellt PrSMnt d. L'vetzow 'in ^Srf-rkS Drrsahrkn hinsichtlich der Genehmigung der UrlaubS- geiuche in Aussicht. Nur mit zwingenden Gründen motivirte Urlaubs- gesucht wurden künftig genehmigt werden. „ ”b8- Bamberger (dfr.) fragt, ob da« Zus.mmentagen non runb preußischem Landtag nicht zu vermeiden sei, denn in diesem Zusammentagen liege das Hauptübel. Präsident ».Levetzow erwidert, daß Seitens des Reichstags in dieser Hwstcht Vorschläge nicht wohl gemacht werden könnten. Abg. Rickert (dfr.): Die Schuld an der Kalamität treffe die verbündeten Regierungen, welche sich bezüglichen Anregungen gegenüber früher immer ablehnend verhielten. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) widerspricht dem unter Hinweis daraus, daß wenn auf den preußischen Landtag Rücksicht genommen werde, auch auf die übrigen Einzellandtage Rücksicht zu nehmen sein wurde. Gießen, am 29. Februar 1892. Betr.l Die Vormusterung des Pferdebestandes im Jahre 1892. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen O» dte Grstzh. Bürserrneiftereierr M AretseA. Damit mit der Vormusterung der Pferde am 18., 19., 21. und 22. März präcis um 9 Uhr begonnen werden kann, haben Sie und die Pferdebesitzer mit ihren Pferden wenigstens Vi Stunde vor Beginn des Geschäftes an dem Musterungsorte zu erscheinen und für gemeindeweise Ausstellung der Pferde (nach der alphabetischen Ordnung der Gemeinden) und in der in Ihren Verzeichnisten angegebenen Reihenfolge vor Beginn des Geschäfts Sorge zu tragen. Die Musterung der Pferde aus den Gemeinden, deren Pferde vor Beginn des Geschäfts nicht sämmtlich vorhanden und vorschriftsmäßig aufgestellt sind, wird erst nach Musterung sämmtlicher übrigen Pferde vorgenommen werden. v. Gagern. Bekanntmachung, betr. Maul, und Klauenseuche in Wetzlar. In einem Gehöfte in Retzlar ist die Maul- und Klauen- seuche amtlch festgestellt worden. Gießen, den 29. Februar 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. , . Abg- Balle st r e m ((Str.) dankt dem Reichskanzler für eine Erklärung hinsichtlich der Zwecke der Kreuzer, durch die mannigfache Befürchtungen beseitigt werden. Ueber die socialpolttischm Gründe, welche der Reichskanzler für die Bewilligung angeführt, wolle er mit seinen Freunden in Erörterung treten. Vermöchten fie sich von dem Gewicht dieser Gründe zu überzeugen, so würden sie bei der dritten Lesung für die Bewilligung der Kreuzercorvette L stimme». Heute hielten sie an dem CommtssionSantrage fest. ^i-..«^'^^^n^natl.) bedauert, daß die Freisinni,ev, die h* Wreffe der Erleichterung des Handels für die Handelsverträge gestimmt, jetzt die Mittel zum Schutze des Handels versagen wollten. fSrtnh#? ui ‘ Gs sei keine Rede davon, den deutschen Handel schutzlos zu machen. Wenn die Kreuzercorvette K bewilligt werde, habe man noch immer nicht dte Bemannung dafür, da die ^dandenen Mannschaften nach dm in der Commission gemachte» Mittbetlungen knapp zur Bemannung der bereits im Bau begriffenen Schiffe ausreichten. Dte Dispositionen über den Schiffsbau sollte» va6 die Kaiserlichen Werften andauernd gletch- maßig beschäftigt werden und so einen Stamm von Arbeitern festhalten können. Um dte Privatindustrie auftecht zu erhalten, dürfe man dte Kaiserlichen Werften und berat Arbeiter nicht zurücksehen. Warum soll gerade die Kreuzercorvette K bewilligt werden ? WaS Stettrn recht wäre doch auch Danzig billig. Die Grenze der .^ltmigdfähigkeit des Reichs sei durch den forcirten Schiffsbau der letzten Jahre überschrtttm und der Patriotism»s gebiete, gegen die Neuforderungen zu stimmen. Abg. Hahn (cons.) hat unter Zustimmung seiner politische» Freunde in der Commission für dte Krmzercorvette K und de» und wird es auch hier thun, da er es für et» Gebot des PartottsmuS erachte, Alles zu thun, um unsere Küste» südliche Angriffe sicher zu stellen. Wenn «a» angesichts der immer lauter werdmden Rufe nach Arbeit, soweit dieselben von Leuten ausgehm, die wirklich arbeitm wollen, ohne finanzielle Schädigung des Reichs durch Vergebung von Arbeiten, die ausgeführt werden sollen und muffen, die Arbeitslosigkeit mildern könne, so sollte man dies thun. Su0, spricht gegen die Neuforderungm. Abg. Richter (dfr.) bekämpft dieselben gleichfalls. Daß sich kn* » m Hafenplatzen lebenden Deutschen freuen, wenn dn deutsches Geschwader etnlaufe, sei erklärlich; es sei das so als wen» ctninl ^"dort, der nie Militär zu sehm bekommt, plötzlich ei» Husarenregimmt etnsprmgt; da schlagen auch dte Herze» Vulkan" sei von einem gewissen Colonial- Gukbustasmus angesteckt worden. Wie sich die Arbetteroahältniste gestaltm, laffe sich noch gar nicht übersehm. Dte Mtlltonm, die hier bewilligt werden sollen, müßten doch auch erst dem Volke abgaiomme» werden. Die wirthschaftltche Lage werde wenig berührt, wenn der fXn" nbcrs11>m ^, Gänseeier 1 St 11-12 H, 2 Lt. ä, Käse pr St 5—8 Käfernatte pr. St 3 H, (*rbt«-n pr- Liter 20-S, Ansen pr. Liter 30 H, Tauben pr Paar A 0,60 1,00, Hübner pr. Stück k 0,85 1,10, Habnen pr. St a. 1,30 2,00, Enten pr. Stück A 1,50—l,8o, Ochfensteiich pr. Pfd 70—76 frub’ und Rindfleisch 62 66 5», Schweinefleisch 60 70 j>, Hammelsteisct 50—70 tkald. fleiicb 54 60 Kartoffeln pr 100 Ktlo A 7.50 8,00, lsieißkrcm pr St« 4—10 , Zwiebelt per Centn er A. 9,UO—10,00, Vttlch per Liter 12 1F A. -ck. Ruppertenrod, 29. Februar Im Auftrage des land- wirthschattltcvcii Brzirksoeleins Alsfeld hielt g.stern Nachmntag Herr LandwMhschaftslehrer Leithiger aus Alsfeld in der Wirth schall von Geiß einen Vortrag über die Anwendung der künstlichen Düngemittel im Frühjahr. Eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft hatte sich eingesunden und folgte gespannt der Ausführung des Redners über das ebenso lehrreiche als interessante Thema. Gerade in der Anwendung der künstlichen Dünger weiß man seitens der kleinen Landwirthe meist noch wenig Bescheid und doch hängt hiervon allein der Erfolg ab. — Herr Leithiger verbreitete sich in elngebej der Weise über die drei kunstlichtn Hauptdünger: Chiltselpeter, Thomasschlacke und Kainit, beschrieb ihre zweckmäßige Anwendung bei den verschiedenen Fruchtgattungen und ihren lohnenden Erfolg. Eine Düngung des Roggens mit Ehilifalpeter empfahl Herr Leithiger nicht, da hierbei dessen Wirkung im Boden meist verloren ging. Umsomehr empfehle sich seine Anwendung beim Weizen, namentlich wenn derselbe licht stände. Den Vorzug verdiene die sogenannte Kopfdüngung, d. h. eine solche im Frühjahre auf die sprossenden Blatter und eine Wiederholung des UeberstreuenS kurz vor dem Aufschießen der Saat im Mai. Zeige dagegen der Weizen im Frühlinge bereits schon eine gehörige Bestockung, so sei nur eine Düngung mit Ehilifalpeter in genannter Zeit »or- zunehmen. Auch bei Gerste und Hafer empfehle sich die Anwendung von Ehilifalpeter im Verein mit Thomasschlacke. Beide dürfen jedoch nicht untereinander gemischt, sondern sollen getrennt gestreut und darauf untergeeggt werden. Hauptsächlich wirksam sei die Thomasschlacke für den Klee; überhaupt ginge deren Wirksamkeit nie verloren, wenn sie sich auch oft erst im nächsten Jahre bemerkbar mache. Besonders interessant waren die Ausführungen des Redners über den Anbau der Kartoffeln. Sehr richtig bemerkte er, daß es für den Landwirtb viel dienlicher sei, weniger Land mit Kartoffeln zu bestellen, dieses aber richtig zu behandeln, alS vieles Land mit schlechter Düngung und ungenügender Bearbeitung. DaS Ergebniß im ersten Falle übertreffe stets dasjenige im letzteren. Ueberhaupt erforderten die Kartoffelfelder eine gründliche Behandlung, frische Saatkarteffeln und eine leichte Bestreuung der Kartoffelbüsche mit Chlisalpeter vor dem Behäufeln fei stets von Erfolg begleitet. Für die Wiesendüngung empfehle sich nicht nur das Uebetfheuen mit Thomasschlacke, sondern auch mit Kainit nach vorauSgegangener gründlicher Eggung mittelst einer Wiesenegge. In bereitwilligster Weise beantwortete hierauf Herr Leithiger die aus der Versammlung an ihn gestellten Fragen Hierbei wurde auch der Anschluß an die in dem benachbarten Nieder-Ohmm gegründete Molkerei erörtert. Herr Leithiger konnte den Anschluß nur warm empfehlen und zeigte an mehreren Beispielen den lohnenden Erfolg. NamenS der Versammlung sprach Herr Bürgermeister Weftrupp dem Redner seinen Dank aus für den vortrefflichen Vortrag. — Sitten bedeutsamen Fortschritt hat die neuere Wissenschaft dadurch errungen, daß es ihr gelang, auS bestem, fettfreiem Ochsenfleisch ein Präparat herzustellen, welches gleichzeitig ein vorzügliches Genuß- und leicht verdauliches Nahrungsmittel darbietet. Dieses, das Kemmerich'sche Fleisch-Pepton, zeichnet sich durch seinen großen Gehalt an Eiweitzkörpern vor dem Liebig'schen Fleischextract aus, welches alS wässriger Auszug deS MuSkelflei'ches Nährstoffe überhaupt nicht enthält. Während das genannte Fleischextract demnach nur alS Genußmittel gelten kann, bietet das Kemmerich'sche Fleisch Pepton eine vorzüglich schmeckende, höchst nahrhafte Speise von leichtester Verdaulichkeit, welche daher besonders ReconvaleScenten und schwächlichen Personen auf daS Wärmste zu empfehlen ist. 1299 — Die Wormser vranerschttle, 1865 gegr. von Director P. Lehmann, schloß Ende Februar ihren 48. Eursus, welcher von 54 Bierbrauern des In- und Auslandes besucht war. Die Ge- sammtfrequenz dieser renommirten Lehranstalt beziffert sich, ohne Hospitanten auf über 2000 Brauer. Gentners Wichse, in rothen Dosen ä 10 und 20 Pfg., ein aus den besten Rohstoffen hergestelltes Fabrikat, erzeugt thatsächlich mit nur wenig Bürstenstrichen den prachtvollsten, tiefschwarzen, dauerhaftesten Glanz. Aber nicht nur dadurch übertrifft „Gentners Wichse" jede andere, sondern sie hat auch einen außerordentlich großen Fettgehalt und führt daher dem Leder Nahrung zu. „Gentners Wichse" ist nicht nur nicht theurer, sondern viel billiger, weil dieselbe kein Wasser enthält und erst beim Gebrauch stark mit Wasser verdünnt werden muß. Die Verpackung — elegante rothe Dosen mit der Aufschrift „Gentners Wichse" — ist sehr hübsch und hebt dieses Fabrikat schon äußerlich gegen die bisher gehabten Verpackungen vorteilhaft hervor. Wir machen aus die heute in diesem Blatte erscheinende diesbezügliche Annonce aufmerksam und empfehlen mit „Gentners Wichse" einen Versuch zu machen, man darf sicher sein, daß er allseitig hoch befriedigen wird. 1893 Bankgeschäft is97 e fchulhof & Marktstrasse 4. GieSSGn Marktstrasse 4. Wichtig für Hausfrauen. Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen in Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abföllen haltbare und gediegene Stoffe für Damen, Herren und Kinder, sowie Stoffe r« Portieren in den modernsten Mustern bei billigster Prei»- ft«ll«ng «Ud schnellster »ediennn«. l1395 Annahme und Musterlager in Gießen bei L. Mühlhausen, Westanlage 43. England und Frankreich Fabrikation ganz Hervorragendes geleistet. Deutschland steht soeben diesen Ländern nicht mehr nach, es macht ihnen sogar starke Concurrenz, namentlich durch die — Doerings Seife mit der Eule. Dieselbe hat nämlich nicht allein die Eigenschaften der englischen und französischen hochfeinen Toiletteseifen in Qualität und Reinheit überflügelt, sondern sie ist auch beinahe um das Zweifache billiger als jene. Man kann dreist behaupten, sie ist die billigste neutrale Seife. Denn zu demselben Preise als hier z. B. die minderwerthi- gen und laugenscharfen Cocos- und Glyzerinseifen angeboten werden, erhält man heute auch Doerings Seife, die beste aller Toiletteseifen. Wer wollte anstatt mit Doerings Seife sich noch mit anderen Seifen waschen, die nur schon für das Auge, aber schädlich für Haut und Körper sind? Preis nur 40 Pfg. 223 Enqros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. DOOOOOOOOOOOQOQOOOOOO o <54. 4>. tfporn/iauer o 9 Neuenweg 17 Giessen Neuenweg 17. 224 X 0 Herren- und Knaben-Contection, Damm- V Q u. Mädchen-Contection, Manufactarwaaren. Q ooooooooooo oooooooooa