Nr. 148. Dienstag den 30. Juni 1891 Der W|<*tr Jtepftftr kHchektt täglich, 1* Tusnaym« des MontagS. •k Vtetzrner W*ttieetratHi •Mtn dem Anzeiger Mch-«ttich bifimoS dü-elegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. »ierWWrifcr ilenNurteynlN 2 Mark 20 Mg. *» Bringerloh«. Durch die Pog bepf« 2 Mark 50 Redaction, GxpedM« unb Druckerei: Har>ch»rechtt 61, Amts- und Anzeigeblatt fih* den Nreis Gieren. Wouahme ten Anzeigen zu der Nachmittag» für bte fri-tndr» Lag erscheinenden Nummer bis Senn. 10 Uhr. GraLisZeikage: Gießener AamikienLkätter. Alle ItnmtceiuSureau; bt» In- unb ÄafhmM nehm« Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger- entgeg«. Anrtli^ev Theil. Gießen, den 25. Juni 1891. Betr.: Die Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr-tzh. Bürgermeiftereie« de- «eeikes. Durch das nachstehend abgedruckte neue Reichsgesetz ist Personen, welche in dem Jahre 1821 geboren sind und in Folge dessen im Jahre 1891 ihr 70. Lebensjahr vollenden, die Möglichkeit geboten, bei Erfüllung der übrigen gesetzlichen Voraussetzungen sofort nach Vollendung des 70. Lebensjahres die Altersrente zu erlangen, während sie bisher noch eine Wartezeit von 47 Beitragswochen zurücklegen mußten. Indem wir Sie aus diese Aenderung aufmerksam machen, beauftragen wir Sie, dieselbe zur Kenntniß der Interessenten zu bringen und die Anträge aller derjenigen Personen, welche von der Versicherungsanstalt abgelehnt oder kurzer Hand Ihnen zurückgesandt wurden, an uns behufs etwaiger Weitergabe an die Versicherungsanstalt einzusenden. Wir bemerken Ihnen hierbei, daß die Quittungskarten in diesem Falle mit der erforderlichen Zahl von Beitragsmarken versehen sein müssen, d. h. mit den Marken für so viele Beitragswochen, als sich die Wartezeit nicht vermindert, sondern für welche thatsächlich Beiträge gezahlt sein müssen, v. Gagern. (Nr. 1963.) Gesetz, betreffend die Abänderung des § 157 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes. Vom 8. Juni 1891. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen re. verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags, was folgt: Artikel L- Der § 157 des Gesetzes, betreffend die Jnvaliditätts- und Altersversicherung vom 22. Juni 1889 (Reichs-Gesetzbl. S. 97) erhält folgende Fassung: § 157. Für Versicherte, -welche zur Zeit des Jnkrastretens dieses Gesetzes das vierzigste Lebensjahr vollendet haben und den Nachweis liefern, daß sie während der dem Inkrafttreten dieses Gesetzes unmittelbar vorangegangenen drei Kalenderjahre insgesammt mindestens einhunderteinundvierzig Wochen hindurch thatsächlich in einem nach diesem Gesetze die Versicherungspflicht begründenden Arbeits- oder Dienstverhältnisse gestanden haben, vermindert sich die Wartezeit für die Altersrente (§ 16 Ziffer 2), unbeschadet der Vorschriften des § 32, um Fenilleton. Afrika. Eine allgemeine Uebersicht. (2. Fortsetzung.) Wenn schon die Zahl und Größe der Inseln von Afrika eine im Verhältniffe zum Areal des Festlandes sehr geringe ist, so muß die Anzahl der Halbinseln überhaupt gleich Null gesetzt werden. Afrika hat thatsächlich keine einzige Halbinsel von irgend welcher Bedeutung. Das große Horn deS Somallandes hängt durch eine so breite Basis mit dem Hauptstamm Afrikas zusammen und wird so wenig durch das Meer gegliedert, daß man den Ausdruck Halbinsel nicht mehr auf dasselbe anwenden kann. Ein Gleiches gilt von den in Nordasrika vorspringenden Festlandsstumpsen von Barka, Tunis und Tanger, sowie von den Deltas des Nü, Nigers Ogowe und Sambesi. Die ganze West, und Sudkuste Afrikas ist frei von Halbinseln, wenn man nicht die zwischen der Tafelbai und der Falscbai liegende, das Kap der Guten Hoffnung tragende Spitze dazu rechnen will. Ebenso stnden wir an der Ostküste keine Halbinseln, noch sehen wir solche an der Küste des Rothen Meeres. In Folge dessen ist Afrika der am wenigsten ausgeschlossene Continent. Auch die Kusten- gliederung Afrikas ist außerordentlich gering. Nur wenige und sehr sanft geformte Buchten springen in das Land em. — Die gesammte Länge der Küsten Afrikas betragt nur 27,638 Km., so daß für Afrika 1 Km. Küste erst auf 1067 Q.-Km. Areal kommt, während in Europa schon aus 278 Q.-Km. 1 Km. Küste zu rechnen ist. Das Festland Afrikas ist unter allen (Kontinenten mit Ausnahme von Südamerika am wenigsten gegliedert. so viele Beitragsjahre und überschießende Bei- t r a g s w o ch e n, als ihr Lebensalter am 1. Januar 1891 an Jahren und vollen Wochen das vollendete vierzigste Lebensjahr überstiegen hat. Dabei werden für jedes vollendete Lebensjahr siebenundvierzig Beitragswochen in Ansatz gebracht. Ist die Zahl der überschießenden Wochen höher als siebenundvierzig, so sind neben der Vollzahl der Jahre nur siebenundvierzig Wochen in Anrechnung zu bringen. Artikel II. Dieses Gesetz tritt mit der Wirkung vom 1. Januar 1891 ab in Kraft. Ueber Anträge auf Gewährung von Altersrente, welche im Widerspruch mit Artikel I endgültig ab gelehnt worden sind, haben die Versicherungsanstalten von Amtswegen unter Anwendung des Artikels I erneute Entscheidung zu treffen. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel. Gegeben Neues Palais, den 8. Juni 1891. (L. 8.) Wilhelm. von Bo etlicher. Reich. nn. Darmstadt, 28. Juni. Heute Mittag um 1 Uhr 58 Min. ist Seine Königliche Hoheit der Großherzog sowie die Prinzessin Alix von ihrer Reise nach England zurückgekehrt und im Großherzoglichen Residenzschloß abgestiegen. Das Hoflager wird sich von jetzt ab in Seeheim befinden. Zu dem morgen stattfindenden Corso, der außerordentlich großartig zu werden verspricht, wird sich außer den Mitgliedern des Großberzoglichen Hauses sicherem Vernehmen nach auch Seine Königliche Hoheit der Großherzog betheiligen. Der Corso findet aus der Griesheimer Allee statt und ist von den Offizieren der Garnison arrangirt. Berlin, 28. Juni. Die Beschlüsse des jüngst unter Vorsitz des Kaisers stattgesundenen preußischen Kronrath es werden in der gesummten deutschen Tagespresse eingehend erörtert. Es gilt dies hauptsächlich von dem Beschlüsse, für coloniale Zwecke in D eutsch-Ostasrika eine allgemeine deutsche Lotterie zu veranstalten, deren aus 21/2 Millionen Mk. sestgestelltes Reinerträgniß für die betreffenden Zwecke verwendet werden soll. Dieser Plan begegnet bei der öffentlichen Meinung Deutschlands überwiegend einer sehr ungünstigen Ausnahme und letztere kann man schwerlich als ungerechtfertigt bezeichnen. Denn der Gedanke, durch eine Reichslotterie die Mittel zur Förderung deutscher colonialer Zwecke zu erhalten, trägt doch einen sehr eigen- thümlichen Zug an sich, es sieht ja beinahe so aus, als habe das deutsche Reich nicht einmal 2i/2 Millionen Mk. zur Förderung deutscher colonialpolitischer Interessen übrig. Nun gilt es allerdings zu berücksichtigen, daß die mit der Asrika- lotterie aufzubringende Summe in der Hauptsache zur Deckung des Restes der Kosten für den Wißmann-Dampser aus dem Victoriasee und dessen Transport von der ostasrikanischen Küste nach seinem Bestimmungsorte dienen soll. Es handelt sich hierbei also um ein privates coloniales Unternehmen, welches das Reich osfiziell auch jetzt nicht unterstützen kann, nachdem die Reichsregierung Don Anfang an darauf verzichtete, vom Parlamente Mittel zur Unterstützung des Wiß- mann-Unternehmens zu verlangen. Aber da hätte dasselbe wohl nicht ohne vorherige Sicherung des finanziellen Erfolges in Scene gesetzt werden sollen; jetzt sollen nun für den Wißmann-Dampser die noch restirenden 2j/a Millionen Mk. durch eine staatlich concessionirte Lotterie aufgebracht werden,- ob aber die deutsche Colonialpolitik hierdurch an Ansehen im Auslande gewinnt, möchte säst zu bezweifeln sein. Berlin, 27. Juni. Der „Staatsanzeiger" theilt in einer Besprechung der durch die Nonnenraupe angerichteten Forstschäden mit, die diesjährigen Berichte bestätigten, daß die Nonne in größeren Waldgebieten nirgends bestandvernichtend auftritt und daß kein Anlaß zu Besorgnissen vorliegt, obwohl das Jnsect in einigen Revieren der Regierungsbezirke Stade, Hannover, Lüneburg und Oppeln in großer Zahl aufgetreten ist. Kiel, 27. Juni. Se. Majestät der Kaiser hat gestern die Segelfahrt bei prachtvollem Wetter bis Langeland ausgedehnt und kehrte um 8 Uhr zurück und blieb bis 11 Uhr an Bord der Lustyacht „Meteor". Heute Vormittag wohnte Se. Majestät der Binnenregatta des kaiserlichen Dachtclubs, welche um 11 Uhr begann, bei. Köln, 27. Juni. Wie die „Kölnische Zeitung" aus Duisburg von gestern meldet, ist der Preis von Ruhrkohlen für Belgien abermals 'gewichen. Auch Holland vermag die Ruhrkohlen trotz neuerlicher Preiszugeständnisse im Wettbewerb gegen englische Kohle nicht voll aufzunehmen. Von letzterer ist die Anfuhr anhaltend groß. Die Regsamkeit des oberrheinischen Geschäfts ist dagegen eine andauernde. Die Kohlenzusuhr zu den Ruhrhäsen bleibt stark. München, 27. Juni. Der 5. deutsche Berussgenossen- schaststag wurde heute von dem Vorsitzenden Rösike-Berlin eröffnet. Unter den neunzig Theilnehmern, die sich eingesunden haben, befindet sich der Präsident des Reichsversicherungs-Amts Dr. Boediker, welcher die Grüße des am Erscheinen verhinderten Staatssekretärs des Innern Dr. von Bötticher überbrachte. Regierungsrath Rasp bewillkommnete die Versammlung Namens der Königlich bayrischen Regierung, der Bürgermeister Dr. von Widenmayer im Namen der Hauptstadt. Der Vorsitzende Rösike sprach in einem Geschästs- Die Beschaffenheit der Küsten ist wechselnd. Steilküste herrscht am Rothen Meere saft vollständig, ebenso vom Kap Guardasui bis zum Aequator, ferner wieder von der Delagoa- bai an bis nördlich von der Kapstadt. Felsige Strecken kommen auch an der Küste von Nieder-Guinea vor, ferner zwischen der Mündung des Gabun und den Calabarflüffen. Dasselbe ist theilweise an der Küste von Ober - Guinea der Fall. Auch der Nordwesten und ein großer Theil des Nordens von Afrika hat Steilküste, namentlich am Ris in Marokko, sowie bis zum Kap Bon und am Absall des Tafellandes von Barka. Die dazwischenliegenden Strecken sind flach, sandig, sumpfig, besonders das Nildelta, die Küste an den beiden Syrten und der Sahara zwischen Wadi Draa und dem Senegal. Auch die Ostküste Afrikas vom Aequator an bis nach dem Zululand hat zwischen dem Meere und dem Rande des inneren Hochlandes einen breiten, flachen Streifen jüngeren Landes und an den Küsten von Tripolis und Sene- gambien, sowie Theilen von Guinea, außer im Kamerungebiet, ist der Tieslandsstreisen der Küste besonders breit. Derselbe ist in den tropischen und manchen subtropischen Gegenden der Sitz der Fieber, da hier die Vegetation häufig sehr üppig und der Wafferreichthum groß ist. Ein mcht minder bedeutender Theil der Küsten des nördlichen und südlichen Afrika ist dagegen sandig, wüst und vegetationsarm, namentlich die Küste der Sahara, die des Rothen Meeres, des Mittelmeeres von Tripolis bis zum Nildelta und besonders der Küstenstrich vom Kap Frio im Südwesten Afrikas bis über den Oranje hinaus zum westlichen Olisant- tiefste Bucht, welche in Nordafrika einschneidet, ist der Golf von Gabes oder die Kleine Syrte an der Grenze von Tunis und Tripolis. Erwähnenswerth sind auch dre Große Syrte oder der Golf von Sydra und an der Westküste die Bai von Biasra im innersten Winkel des kaum noch als Meerbusen zu betrachtenden Golfes von Guinea. Die Walsischbai und Angra Pequena an der Südwestküste sind sehr unbedeutend, während mehrere Buchten an der Küste des Kaplandes, die Tafel-, False-, Moffelbai, bessere Häsen bieten. An der ganzen Ostküste verdienen eigentlich nur die Delagoa- bai und die Tedjurabai den Namen von Meeresbuchten. Diese außerordentlich geringe Küstenentwickelung ist einer der Gründe, weßhalb Asrika erst so spät genauer bekannt geworden ist und weßhalb noch jetzt einige Theile des Inneren allen Anstrengungen, dieselben zu erforschen, trotzen. Wäre die Möglichkeit gegeben, durch Buchten auf dem Wasserwege weit in das Innere hineinzugelangen, so hätte das unbekannte Innere Asrikas wahrscheinlich Jahrhunderte vor seiner jetzigen Erforschung den Blicken der europäischen Nationen klargelegen, da ja gerade Afrika von Europa aus so leicht zu erreichen ist. Außerdem aber verhinderte die geringe Küstenentwickelung das Auskommen eines großen Culturvolkes im Innern, wozu freilich noch zahlreiche andere schwerwiegende Gründe mitgewirkt haben. Ein Hauptgrund ist die Gleichförmigkeit des Innern. Zwar sind auch in Afrika große Gegensätze vorhanden, die den Continent in eine Reihe von größeren Abschnitten zerlegen, allein im Allgemeinen hat der Erdtheil einen sich gleichbleibenden Character: Große Tafelländer, nur im Norden ein Kettengebirge, eine Menge von Hindernissen für die Schifffahrt in Gestalt von Stromschnellen, zahlreiche Wüsten und dürre Striche. Ferner ist das Klima sehr ungünstig. Fast drei Viertheile von Afrika fallen m die heiße Zone, zwei Drittheile in die nördliche Halbkugel, so daß namentlich im Nordsommer gewaltige Hitzegrade das organische Leben bedrücken und die Bevölkerung erschlaffen. Asrika ist daher trotz seiner Nähe an Europa erst zu allerletzt in die allgemeine Cultur einbezogen worden, während anderseits im bericht die Hoffnung aus, daß die Berufsgenossenschasten auch fernerhin rege Pflichterfüllung gegenüber ihren Mitgliedern und Arbeitnehmern beweisen werden. Gerhardt-Elberfeld berichtete über die Errichtung von Reconvalescentenhäusern. Director Schlesinger-Berlin theilte mit, daß mit der Errichtung einer solchen Anstalt in Berlin demnächst vorgegangen werden würde. Baumeister Felisch-Berlin berichtete über die Einrichtung von Pensionskassen für Berussgenoffenschasts- Beamte. München, 27. Juni. In der weiteren Berathung des Berufsgenossenschaststages wurde beschlossen, die Pensionirung der Genossenschafts-Beamten gemäß den vorgelegten Grundsätzen anzuempfehlen. Nach einem Referate des Directors Wenzel (Berlin) über Bahnstatistik empfahl der Verbandstag den Genossenschaften ein von der Commission ausgearbeitetes Bahnlistenformular. Dr. Oppler (Nürnberg) berichtete über Normal-Unsallverhürungs-Vorschriften. Der Derbandstag beauftragte seinen (wiedergewählten) Ausschuß mit der Ausarbeitung derartiger Vorschriften. Knoblauch (Berlin) hob die Wichtigkeit der Vorkehrungen zur ersten Hilfeleistung bei Unfällen hervor. Der nächste Verbandstag wird in Hamburg stattfinden. A«rta«d. Wien, 27. Juni. Ein Rundschreiben theilt mit, die, Arbeiten des Comites für die 1892 in Wien stattfindende Musik- und Theater-Ausstellung seien im besten Fortschreiten und eine glänzende Beschickung der Ausstellung erscheine allseits gesichert. England, Amerika, Frankreich und Deutschland haben Sonderausschüsse behufs Förderung des Unternehmens eingesetzt. Für Berlin fungirt als Comite- präsident der Intendant Gras Hochberg. Basel, 27. Juni. Dr. Kalkmeier aus Berlin, welcher den Pilatus bestieg, wird seit Donnerstag vermißt. Man befürchtet, daß er abgestürzt sei. Paris, 27. Juni. Infolge des B äckerstrikes wurden am Donnerstag Abend die dem hiesigen Gouvernement unterstellten Militärbäckereien angewiesen, 400000 Kilo Brod nach Paris zu senden, welche am Freitag bei Tagesanbruch eintrafen. Paris, 27. Juni. Die Regierung hat die zwei Compagnien republikanischer Garde, welche wegen des Bäckerstrikes in ihrer Kaserne consignirt waren, sreigegeben, da man den Strike für ungefährlich hält. Paris, 27. Juni. Die strikenden Bäckergesellen beschlossen heute in einer Versammlung in der Arbeitsbörse, den Strike fortzusetzen und auf der Aushebung des Placirungsbureaus zu beharren. Paris, 27. Juni. In einer gestern Abend im Cirque d'Hiver abgehaltenen Versammlung von Schlächtergesellen wurde eine Tagesordnung angenommen, welche den allgemeinen Strike der Arbeiter aller Lebensmittel-Gewerbe fordert. Der Beschluß wird für bedeutungslos gehalten, da die Syndikatskammer der Schlächtergesellen gegen diese Tagesordnung, als von einer Versammlung junger Lehrlinge beschlossen, protestirte. Paris, 27. Juni. Trotz des gestern Abend von einer Versammlung beschlossenen Aus st and es der Fleischergehilfen sind doch alle Fleischerläden heute offen und wohlversorgt. Auch in den Schlachthallen wird'fortgearbeitet. Die Bäckereien haben ebenfalls die gewöhnliche Menge Brod geliefert,- jedoch wird über die Qualität vielfach geklagt. Die Behörde scheint geneigt, den Beschwerden der Gehilfen über die Mißbräuche der Stellen-Vermittlung durch eine schärfere Beaufsichtigung der Vermittlungs-Bureaux entgegenzukommen. Paris, 27. Juni. Der Nationalöconom Leroy-Beaulieu vergleicht im „Journal des Debats" den Gesetzentwurf über die staatliche Arbeiterpensionskasse mit der deutschen Arbeiter- und Altersversicherung, welch letztere sich in bescheideneren , aber realisirbaren Ziffern bewege und die finanzielle Kraft des modernen Staates richtiger beurtheile als der französische Gesetzentwurf. Der Staat stürze sich in eine unberechenbare Ausgabe, welche jährlich 600 Millionen, selbst eine Milliarde betragen könne. London, 27. Juni.- Die hiesigen Blätter berichten aus Manchester über dort angestellte private Versuche mit einer pneumatischen Kanone. Dieselbe feuere Granaten ab, Nordosten des Erdtheils die Wiege der ältesten abendländischen Cultur, der egyptischen stand, die wohl asiatischen Keimen entsprungen ist. So ist auch Afrika noch jetzt der einzige Continent, in dem eine culturarme Rasse in großen Massen und breiten Schichten ansässig ist, in welchem ferner die der europäischen Cultur feindseligste Religion, der Islam, am längsten und tiefsten Wurzel gefaßt hat und sich noch weiter ausbreitet, und von dem endlich bisher fast nur die Küsten und ein schmaler Streifen Landes jenseits der Küsten für die europäische Cultur zugänglich gemacht werden konnten. Bevor wir im Anschluß hieran die Oberflächengestaltung Afrikas betrachten, müssen wir den inneren Bau des Con- rinents kennen lernen. Leider sind wir über denselben ver- hältnißmäßig wenig unterrichtet, da für den größten Theil Afrikas bisher nur die rein topographische Pionierarbeit gemacht werden konnte, während eingehende Einzelstudien sich blos in den schon seit längerer Zeit cultivirten Ländern, namentlich in Südafrika, dem französischen Atlasgebiete und Aegypten, erreichen ließen. Immerhin ist man durch die Arbeiten einer Reihe von opferfreudigen Männern dahin gelangt, einen allgemeinen Ueberblick über die Geologie Afrikas gewonnen zu haben, was um so eher zu ermöglichen war, als im Großen und Ganzen die geologische Zusammensetzung Afrikas eine verhältnißmäßig einfache zu sein und über sehr große Gebiete hin denselben Character zu tragen scheint. (Fortsetzung folgt.) die mit Dynamit oder einem anderen Explosivstoffe gefüllt sind, und soll in jeder Hinsicht die pneumatische Kanane Za- linskis übertreffen. Die Erfindung stammt von einem Ingenieur Namens Bott. Laudon, 27. Juni. Heute war in der deutschen Ausstellung ein großes Fest zum Besten des deutschen Hospitals und der Wohlthätigkeitsgesellschast. Der gesammte Ertrag soll den beiden Instituten übergeben werden. Der Verein „Deutscher Liederkranz" wirkte bei dem Feste mit, das Londoner Freiwilligen-Regiment stellte dabei die Ehrenwache. Petersburg, 27. Juni. Ein heute veröffentlichtes Gesetz bestimmt, daß Ehen zwischen Personen orthodoxer und katholischer Consession auch nur in den orthodoxen Kirchen allein proclamirt werden können, wenn der katholische Theil anstatt der Bescheinigung seines Geistlichen ein polizeiliches Attest über Ledigkeit und die Berechtigung zur Eheschließung vorweist. Konstantinopel, 27. Juni. Se. Majestät der Deutsche Kaiser hat an den Sultan ein in sehr warmen Ausdrücken gehaltenes eigenhändiges Schreiben mit dem Ausdrucke des Allerhöchsten Dankes für das Entgegenkommen zur schnellen Befreiung der Gefangenen von Tscherkesköi gerichtet und zugleich den Sultan gebeten, im Namen Seiner Majestät des Kaisers auch der Hohen Pforte, insbesondere dem Großvezier und dem Minister des Auswärtigen für ihre Haltung in dieser Angelegenheit zu danken. Der Sultan, hoch erfreut, hat den deutschen Botschafter, Herrn v. Radowitz, beauftragt, dem Kaiser den Ausdruck seiner herzlichen Dankbarkeit zu übermitteln. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespoudenz-Bureau. Kiel, 28. Juni. Der Kaiser wohnte heute Vormittag dem Gottesdienste in der Garnisonskirche bei, machte dann der Gemahlin des Professors Esmarch einen Besuch und fuhr gegen Mittag bei scharfer Westbrise auf der Segelyacht „Meteor" in See. Paris, 28. Juni. Die strikenden Bäcker wollten heute Vormittag eine Versammlung abhalten, wegen der sehr geringen Anzahl der Anwesenden wurde jedoch die Versammlung aus morgen vertagt. Der Strike wird als beendigt angesehen. Der Strike der Pferdebahn-Bediensteten des südlichen Paris ist kein allgemeiner. Die Strikenden suchten die Wagen am Verkehr zu verhindern, jedoch ist derselbe unter dem Schutze des Publikums wieder hergestellt. Paris, 28. Juni. Die Bediensteten der Pferdebahnen des südlichen Paris beschlossen in einer heute Nacht abgehaltenen Versammlung, in einen allgemeinen Strike einzutreten. Loudon, 28. Juni. Vier Fünftel aller Weißbleche Fabriken von Südwales haben gestern wegen Uebersüllung der amerikanischen Märkte den Betrieb eingestellt. Ungefähr 30000 Personen sind durch diese Maßnahme arbeitslos geworden. Dublin, 28. Juni. Der Strike der Kornträger der hiesigen Docks hat sich auf die Kärrner der großen Mühlenbesitzer ausgedehnt. Man erwartet, daß am Montag alle Korndepots und Mühlen schließen werden. Auch andere Arbeiterschichten, so namentlich die Gasarbeiter, sollen geneigt sein, in den Strike einzutreten. totales rrnd provinzielles. Gießen, 29. Juni. — In der letzten Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung sind die nachstehenden Stellenbesetzungen erfolgt: 1. Bautechniker (an Stelle des verstorbenen Herrn Stumpf): Kreisbauausseheraspirant Köhler (aus Gießen) in Worms. 2. Secretär der Armendeputation (an Stelle des zum Stadtrechner ernannten Herrn Döpfer) Gerichtsschreiber-Aspirant Möckel (aus Ortenberg) in Lauterbach. 3. Rechnungsgehülfe: Erster Bürgermeisterei-Gehülse Broel (aus Steinfurth) in Bad-Nauheim. — Obst'Ausstellung. Dem Vernehmen nach soll im Lause des Monats October hier eine Obst-Ausstellung des Ober Hess. Obstbau-Vereins, verbunden mit Prämiirung, abgehalten werden. — Turnerisches. Wie alljährlich, so fand gestern das Feldbergfest, verbunden mit Wettturnen für volkstümliche Hebungen, statt. Auch unsere Gießener Turnerschaft beteiligte sich daran und es erhielten Carl Wenzel, Männerturnverein, den 12. Preis mit 28i/2 Punkten und Carl Heuser, Turnverein, den 21.Preis mit 24 Punkten. In Anbettacht dessen, daß ca. 300 Preisturner am Wettturnen theilnahmen, kann die Gießener Turnerschaft mit den erreichten Resultaten zufrieden sein. — Durchmarsch. Mehrere Batterien des Hessischen Feld- Arttllerie-Regiments Nr. 11 passirten heute Morgen mit der Regiments-Musik die Stadt. — Gestohlen. Gestern wurde aus einem Hause in der Bahnhofstraße einem Beamten ein Rock gestohlen. — Feuer. In vergangener Nacht gegen 1 Uhr brach in der Dachstube eines Hauses der Schloßgasse Feuer aus, welches durch rechtzeitiges Eingreifen an der Weiterverbreitung verhindert werden konnte. Unvorsichtigkeit beim Gebrauch einer Lampe war die Ursache des Brandes. — Entwischt. Heute früh zwischen 3 und 4 Uhr entwich einer der mit Grasmähen beschäftigten Untersuchungsgesangenen von einer im Schiffenberger Thal gelegenen Wiese. Der Entflohene, Namens Gothe aus Altenhain, war wegen Wilderns in Untersuchung. — Ueber den Besuch des Gießener Gymaafiums durch die preußische Commisfiou wird der „Fr. Ztg." von hier geschrieben: Wenn es jüngst in der „Franks. Ztg." als auffällig bezeichnet worden war, daß die preußische Schulverwaltung den wichtigen prinzipiellen pädagogischen Verhandlungen aus der Münchener Philologenversammlung fern geblieben war, so ist jetzt durch den zweitätigen Besuch, den fünf Mitglieder des Ausschusses für die Reform des höheren Unterrichtswesens unter Assistenz zweier Räthe aus dem preußischen Cultusministerium dem Gießener Gymnasium abgestattet haben, der deutliche Beweis erbracht worden, daß an der maßgebenden Stelle in Preußen ein volles Verständniß für die Bedeutung derjenigen Richtung in der Gymnasialpädagogik besteht, die man nach ihren Hauptvertretern die Frick -Schill er' sch e nennen kann. Frick in Halle und noch wirksamer und nachdrücklicher Schiller in Gießen vertreten seit Jahren die Ansicht, daß eine Reform des Ghmnasialunterrichtes nicht etwa durch äußerliche Maßregeln, wie Beseittgung vorhandener und Einsetzung neuer Unterrichtsfächer in den Lehrplan, sondern durch innere Umgestaltung des Unterrichtes selbst unter annähernder Beibehaltung der bestehenden Lehrpläne erfolgen könne. Schiller verwirft ausdrücklich die blos formale Bildung, und will den inneren Bildungsgehalt des gesammten gymnasialen Lehrstoffes dem Schüler zugesührt wissen. Damit dies ohne Zersplitterung geschehen könne, fordert er das Klassenlehre r s y st e m, d. h. die Vereinigung möglichst vieler Fächer in der Hand des Haupt- (Klassen-)Lehrers, der die einzelnen Unterrichtsgegenstände in innere Beziehung zu einander zu setzen, eine Concentration .des Unterrichtes herbeizuführen habe. Da aber dies von Seiten des Lehrers ein erhebliches pädogogisches Geschick beansprucht, so verlangt er weiter die Heranbildung der Lehrer an Schulen, die in diesem Sinne nach einem einheitlichen Plan organisirt sind und arbeiten. Das Lehrziel des Gymnasiums soll fein: durch Erschließung derVergangenheit dasVerständniß der Gegenwart als etwas historischGewordenen herbeizuführen. Die actuelleBedeutung des Gießener Gymnasiums liegt nun darin, daß es zur Zeit die einzige existirende höhere Lehranstalt ist, an der der Unterricht von Sexta bis Prima in der geschilderten Weise einheitlich organisirt ist. Um so bedeutsamer ist es deshalb, wenn das Unheil der offiziellen Vertreter der größten deutschen Schulverwaltung über diese Organisation, die Methode und vor allem über die Ergebnisse des Unterrichts durchweg sehr günstig, ja enthusiastisch gewesen ist. Die verschiedenen Ab- theilungen des pädagogischen Seminars wurden in einer vierstündigen Sitzung vorgeführt und das darin Geleistete sand ebenfalls den einstimmigen und lebhaftesten Beifall der Herren aus Preußen. Es bleibt abzuwarten, in wie weit der Besuch des Gießener Gymnasiums zunächst auf die Beschlüsse des Siebener-Ausschusses einwirken wird. — Original-Opern-Parodisten- und Coneert- sanger-Gesellschaft. Auf die heutige humoristische Soirs jn Steins Garten erlauben wir uns hiermit nochmals aufmerksam zu machen. Die Soirv beginnt um*8 Uhr. Kassenöffnung */2S Uhr. Billets sind im Vorverkauf bei Herrn E. Challier, Musikalienhandlung (ä 50 Pfg.) und an der Kasse (ä 75 Pfg.) zu haben. Bad Nauheim, 26.Juni. Der Gesammt-Fremden- stand beziffert sich jetzt auf 3346 Personen, von denen 482 seit Ausgabe der vorigen Curliste zugegangen sind. S. H. Herzog von Sachsen-Altenburg, der zur Feier des Geburtstages seiner Gemahlin hierhergekommen war, ist heute Abend wieder abgereist. Anfangs nächster Woche wird auch Herr Oberbürgermeister Ohly von Darmstadt die hiesige Stadt verlassen, um zur Nachcur einen klimatischen Luftcurort aufzusuchen. Der Gebrauch unserer Thermen hat sehr wesentlich zur Besserung des Herrn O. beigetragen. Lauterbach, 26. Juni. Gestern erhielt Herr Forstmeister Weidig dahier die telegraphische Nachricht, daß sein Sohn, stud. med. Richard Weidig zu München, durch die Eisenbahn überfahren worden und tobt sei. Weitere Details fehlen noch. Studiosus Weidig, der 24 Jahre alt ist und im 9. Semester steht, gedachte im nächsten Jahre sein Schlußexamen zu machen. Die Familie des begabten jungen Mannes, der dem Ziele seiner Wünsche so nahe stand und ein so tragisches Ende nehmen mußte, ist untröstlich und wirb allgemein aufrichtig bebauert. △ Tübingen, 28. Juni. Der Schneider Ch. L. vom Herrnhaag, welcher seit längerer Zeit an einem schlimmen Bein litt, wurde am letzten Freitag in einer in seiner Hos- raithe befindlichen mit Wasser ungefüllten Cysterne tobt auf- gefunben. Das hiesige Gericht nahm Augenschein unb Vernehmung an Ort unb Stelle vor, unb bürste wohl anzunehmen sein, daß L. wegen seiner großen Schmerzen freiwillig den Tod gesucht hat. vermischtes. * Marburg, 28. Juni. Die Einweihung der neuen Aula an der Universität sand am Freitag um ID/r Uljr in Gegenwart des Kultusministers, Grasen Zedlitz-Trützschler, des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Grasen zu Eulenburg, des commandirenden Generals des 11. Armeecorps, Freiherrn von Grolman, sowie anderer hohen Beamten statt. Die Feier wurde eröffnet durch eine Weiherede des Universitäts-Predigers, Professor Achelis, auf welche eine Festrede des Rectors Professor Weber folgte. Der Kultusminister Gras Zedlitz-Trützschler übergab in einer Ansprache den Neubau seiner Bestimmung, indem er ausführte, daß die Aula einen würdigen Abschluß der neuen Heimstätte der Universität bilde. Auch Se. Majestät der Kaiser nehme an dieser Feier Antheil, was Allerhöchstderselbe auszusprechen besohlen habe. Se. Majestät hoffe, daß die Alma Mater Philippina, die sich in alter wie in neuer Zeit als eine Quelle reiner Wissenschaft und eine Pflanzstätte edler Gesittung, Geisteszucht und echt deutscher Treue bewährt habe, dies auch in Zukunft bleiben werde. Nach der Ansprache ver kündete der Herr Kultusminister mehrere Ordensverleihungen. Bei dem darauf folgenden Festmahl brachte Graf Zedlitz- Trützschler einen Toast aus Se. Maj. den Kaiser aus, welcher mit begeisterten Hochrufen ausgenommen wurde. Der Rector Professor Weber sandte Namens der Festversammlung ein Danktelegramm an Se. Maj. den Kaiser ab. Abends sand ein Festkommers im Saalbau statt. Nach der Eröffnungsfeier der neuen Universitäts-Äula und dem darauf folgenden Festmahl besichtigte der Kultusminister Gras Zedlitz-Trützschler im Lause des gestrigen Tages die Universitäts-Institute. Ein dem Minister von der Studentenschaft dargebrachter Fackelzug beschloß Abends die Feierlichkeiten. Graf Zedlitz- Trützschler verabschiedete sich darauf mit herzlichen Worten und sagte u. A.: „Das, was er heute auf der Philippina gesehen, habe in ihm die Ueberzeugung gereift, daß an dieser Stätte alter, deutscher Wissenschaft auch unter dem neuen Regime ernstlich und treu gearbeitet werde." * Frankfurt a. M., 27. Juni. Heute Nachmittag zog kurz nach 2 Uhr über die Stadt ein schweres Gewitter. Die Feuerwehr mußte in Action treten, um das in die Geschästs- localitäten eingedrungene Wasser zu entfernen. Mit colossaler Wucht schoß das Wasser bei dem starken Gefälle des Roßmarktes zur Gallusgasse in die letztere und drang durch die Closets, nachdem die Canäle überfüllt waren, in die Localitäten, letztere überschwemmend. Die Feuerwehr wurde zur Entfernung der Wassercalamität behufs Auspumpung alarmirt.________________________________________________________ Spirlplau der vereinigten frankfurter Ltadttheater. Opernhaus. Dienstag den 30. Juni bleibt das Opernhaus wegen der Vorbereitungen zu „Excelsior" geschloffen. Mittwoch den 1. Juli: Zum ersten Male: Excelsior. Dramatisches Ballet in 5 Acten (12 BUdern) vonManzottt. Musik von Romualda Mareuco. Textdichtung osn A. Stoltze. Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 2., Freitag den 3, SamStag den 4., Sonntag den 5. und Montag den 6.Juli: Excelsior. Außer Abonnement. Große Preise. SchanspielhanA. Dienstag den 30. Juni: Letzte Vorstellung vor den Scham spielferten. Tochter des Herrn Fabrtctus. (Agathe: Fräulein Deman als Gast.) Gewöhnliche Preise. Vom 1. Juli bis 28. Juli (incl.) bleibt das Schauspielhaus geschloffen. 2>4L. Au^geliehene Capitalien 76212 90 Angekauste Gutskaufschillinge 3440 — Kaffe-Vorrath 7456 26 Ausstände 2549 51 Mobilien 20 — Summe der Activa 89078 67 Passiva. v4L Ausgenommene Capitalien Geschäftsantheile der Mit- 84117 02 glieder 4000 — Reservefonds Zinsen von laufenden 500 — Gutskaufschillingen Ueberschußincl. Geschäfts- 137 60 gewinn 924 05 Summe der Passiva 89678 67 Mitgliederstand Ende 1889 ...... 25 Zugang in 1890 .........— Abgang in 1890 ........- — Bleibt Bestand Ende 1890 ...... 25 Großen-Buseck, am 25. Juni 1891. 5976 Müller, Schmidt, Stephan, Director. Controleur. Rechner. Kassenöffnung 7!/2 Uhr Anfang 8 Uhr 6000 [5684 die Originalssasche. Chemische Fabrik Wilhelm Roloff, Leipzig 5973 6002 bewiesene Theilnahme sagt herzlichsten Dank 5988 Die tieftrauernde Familie kann [5978 Rentier Delicatessenhandlung 6006 von erbeten 5986 5974 L. Rohrbach Wwe 5000] «in möblirtes immer zu dieses Blattes [5990 vermiethen Marktstratze 16, II, 101.80193er. KönigS-Laurab-sAct. 154.50 Tendenz: flau. 4% Mainzer St^Anl. Gelsenk. Bergw.-Act. 176.30 136.30 140 30 116 50 97-00 256 62 252.50 91 25 416.75 186 25 141.30 141.50 11280 70 00 91 30 91 80 79 70 73 40 30/0 Reichsanleihe 3V2o/o do. 30/0 Preuß. EonsolS 3V»°/e do. Lomb. E-eB.-Act. Buschtherader E-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. Benzolinar ist das beste aller FleckenreinigungSmittel. Benzolinar gesetzlich geschützt, ist wirklich großartig gegen Flecken in den difficilsten Stoffen und Farben, zum Waschen von werthvollen Tüchern, Shlipsen, Sammet, Seide, Aufschlägen von Uniformen, reinigt Gold, Elfenbein rc. BenZGÜnan* ist unentbehrlich für jeden Haushalt. Benzolinar führen die meisten Drogenhandlungen re. zu 1 Mark Schlußcovrs«? 1 Uhr 15 Min. 85.65 4% Ung. Gold-Rente 98.85 50/0 Jtal. Rente 85 45 4V6p/o Oest Silber-Rente 98.75 5o/o Ruff. m. Orient Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. d. Mts., Nachmittags 21/2 Uhr statt. 5980 Vermischte Anzeigen. 5890] Wäsche zum Bügeln wird angenommen. Sorrnenftratze 9. Disconto-Eommand^AnH. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act. Oest. Eredit-Act. Oest. Staatsb.-Act. Conrsverrcht E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frarrklurltt Börse vom 29. Juni 1891. Ein Dienstmädchen für die medicinische Klinik auf als- bald gesucht.____________[5993 Die Beerdigung findet Dienstag den 30. Juni, Abends 6 Uhr, vom Sterbehause. Neuen Baue 12, aus statt. VtiX Ueteranenoereinfließen./tix Zur Feier der 25jährigen Wieder-HOs^^d kehr des Tages von Laufach-Fronhofen ladet der Beteranenverein Gießen alle Kameraden von 1866 zu einer ge- müthlichen Zusammenkunft am 13. Juli d. I. im Gasthaus „zum Löwen" kameradschaftlichst ein. NB. Ersuche freundlichst ein ver- ehrliches Publikum, sich nicht durch ein billiges Brod täuschen zu lassen, da ein billigeres Brod bei den heutigen Mehlpreisen nur in bedeutend geringerer Qualität geliefert werden Waise, 21 Jahre, . mit großem Vermöge«, wünscht zu heirathen. Offerten erbet. D. A lagernd Post 12 Berlin. s4220 Geld! Suche auf erste Hypothek ein Ca> pital zu mäßigem Zinsfüße. Offerten unter W. 7 an die Erped. Schriftliche Arbeiten werden entgegengenommeu. 5814 Offert, unter R. *1 an die Exped. d. Bl. z« richten. Billets im Vorverkauf ä 50 Pfg. bei Herrn E. Cha Hier, Billets an der Kasse ä 75 Pfg. ReichSbank-DiScont 4 pCt. — Frankfurter Bank-Diseont 4 pCt Die trauernden Kinder und Enkel Giessen, den 29. Juni 1891. Gemüsepflanzen abzugeben. [5908] Neuenweg 15. Steins Garten. Heute Montag den 29. Juni 1S91: Grosse humoristische Soiree der (5492 Original-Opern-Parodisten-, Quartett- u. Concertsänger-Gesellscliaft (7 Herren). Todes-Anzeige. Allen theilnehmenden Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unsere gute Mutter, Grossmutter und Schwiegermutter Wilhelmine Wiedmeyer Wittwe, geb. Flank, nach langem Leiden heute Morgen 1/28 Uhr im Alter von 75 Jahren sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Neue eingemachte Essiggurken eingetroffen in Carl Schwaabs Danksagung. Für die so überaus herzliche Theilnahme und zahlreichen Blumenspenden bei dem herben Verluste unseres lieben Sohnes und Bruders Ehr. Carl Biebricher sagt den tiefgefühltesten Dank Familie Biebricher. Gießen, den 29. Juni 1891. 5994 Für die anlässlich des Hinscheidens unseres innigst- geliebten Herrn 8. Floersheim Heute Mittag wurde unser theurer, unvergesslicher Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater Pfarrer Karl Molly im 82. Lebensjahre von längerem, schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Blasbach, den 27. Juni 1891. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Dr. Eduard Molly. Kornbrod nur aus bestem Roggenmehl, mit größter Sorgfalt und Reinlichkeit bereitet, vorzüglich kräftig im Geschmack, empfiehlt Aug. Guhr, Bahnhofstr. 12. Preis I. Sorte (4 Pfd.) 58 Capital. Gelder in jeder Größe sind zu billigstem Zinsfüße auf erste Hypothek zu haben. [5989 Offerten unter A. Z. an die Expedition dieses Blattes.___________ , 5985] 25000 Mart auf ersteHypothek bis 1. October gesucht. Anmeldungen bis 1. Juli. ^Näheres in_ der Exped. d. Bl-_______ 5846] Ein junges Mädchen für tagsüber wird in einen kleinen Haushalt zu miethen gesucht. Näheres ______________Steinstraße 7, parterre. Main - Neckar - Merhesfischer Güterverkehr. Am 1- Juli d. I. tritt der Nachtrag II zum Gütertarif für den vorbezeichneten Verkehr in Kraft. Preis 15 Ueber den Inhalt desselben ertheilen die Güterabferttgungsstellen Auskunft. Gießen, den 25. Juni 1891. 5975 Großh. Dtrectton der Oberhessischeu Eisenbahnen. Von dem landwirthschaftlichen Versuchsfelds ist ein viertel Morgen Inkarnatklee an den Meistbietenden zu vergeben. Derselbe ist auf 10 JL taxirt. Angebote sind bis Samstag den 4. Juli d. I. hierher abzugeben. Gießen, den 29. Juni 1891. Großherzogl. Universitäts-Rentamt. sucht ein schönes Haus in bester Lage sofort. 5991 Offerten unter K. L. an die Expedition dieses Blattes.___________ 5981] Unserem lieben College» Georg Valentin Gr... zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß die Löwengaffe wackelt. [5981 ____________Die George. Feuerversicherung. In Folge des Hinscheidens unseres bisherigen Vertreters, Herrn W. Mosler, wird unsere Hauptagentur für die Stadt Gießen vacant. Bewerber, welche im Stande sind, das bestehende bedeutende Geschäft entsprechend zu vergrößern, belieben sich an die Verwaltung der Prenß. National-BersscherungS-Gesellschaft in Stettin zn Frankfurt a. M. zu wenden.____________________ |5887 5999] Ein braves tüchtiges Mädchen zum 25. Juli gesucht. Wo? sagt die Expedition ds. Bl. 5998] Ein kleines möblirtes Zimmer mit Pension per Monat für JL 38.—ju vermiethen. Näheres in der Erp d. Bl° 5173] Laden zu vermiethen. Seltersweg 41. Tüchtige Handnäherinnen finden bei hoh. Lohn dauernde Beschäftigung. [5996 Wo? sagt die Exp. d. Bl. 5995] Ochseuknecht oder Taglöhner gesucht. K. Euler, Hammftraße 5. Bon einem jungen Kauf- manne möblirtes Zimmer mit oder ohne Pension gesucht. Offerten unter U« 1OO an die Gxpedition ds. Blattes 5647] Kleines Logis zu vermiethen bei H Gröninger, Steinstraße 43. 5718] Freundl. Familienlogis per ersten August, sowie ein möbl. Zimmer auf fo* fort zu vermiethen. Wallthorstratze 8. 5948] 4 Zimmer mit Zubehör, Balkon, Wasserleitung, per 1. September zu oer- miethen. H Krieb, Asterweg 48. 5739] Vier Herren können Kost und Wobnung, per Woche für Jü 8,75, erhalten. Näheres in der Exped. d- Bl. _______ 5392] Zimmer nebst Küche zu vermiethen. __Kanzleiberg 5. 5464] Ein unmöblirtes Zimmer zu ver- miethen bet Koch, Steinstraße 17. 5891] Einfach möblirtes Zimmer zu vermiethen.__Kanzleiberg 7, II. 5332] Zwei gut möblirte Zimmer mit oder ohne Pension zu vermiethen Schloß - gaffe 9. Daselbst ein separirter Raum, zu Lager oder Werkstatt geeignet, zu ver- miethen. KerrrüeHungerr. 5982] Familienwohnung, sow. möblirtes Zimmer sofort zu vermiethen. _________________Brandgasse 8. 5773] Der unterste Stock, 4 Zimmer nebst Zubehör, zu vermiethen. _________Joseph Herz, Wodestraße. 6997] Zwei verbundene möbl. Zimmer, ogleich beziehbar, zu vermiethen. Alicestraße 27. Für Wirthe! 5875] Von einer Brauerei wird für eine gutgehende Bierwirthschaft in Gießen ein solider Wirth als Zapfer gesucht. Reflectanten belieben ihre Adressen unter F. B. bei der Expedition ds. Bl. niederzulegen.____________________________ 5930] Ein mit Buchführung und Cor- respondenz vertrauter junger Mann findet in einem hiesigen Engrosgeschäft dauernde Stellung. Schriftliche Offerten unter C. A. befördert die Exped. d. Bl. Tüchtige Steinbrecher und Handarbeiter werden auf meinem Ringofen-Kalkwerk gegen hohen Lohn angenommen. 5959______________Carl HaaS jr. Per 1. Juli suche ich ein tüchtiges reinliches mit guten Zeugnissen versehenes Mädchen, welches in allen häuslichen Arbeiten bewandert ist, sowie selbständig kochen kann. 5967] Frau I. M. Schulhof. Abzug. Durch plötzlichen Wegzug verkaufe mein schönes Haus in bester Lage, jetzt unter Kostenpreis. [5992 Offerten unter M. N. an die Expedition dieses Blattes. 6003] Lehrling oder Bürschchen für leichte Arbeiten in meine Buchbinderei gesucht. H. Kühn. Seltersweg 36. Warnung. Hiermit eröffne ich, daß ich für meinen Sohn LouiS für nichts hafte. ___________Der Borstand. 6005] Wegzugshalber ist die Wohnung des Herrn Ährer Roth, Schillerstr. 23, 4 Zimmer, Wasserleitung rc., pr. 1. Oc- tober zu vermiethen.___________________ 6004] Ein Familienlogis zu vermiethen. __________________________Kreuzplatz 11. 4568] In meinem Hause, Ostanlage Nr. 39, sind per 1. Juli noch zwei schöne größere Wohnungen zu vermiethen. ______________________«. Keller. 1847] Logis, 4 Zimmer nebst Zubehör, sofort oder später zu vermiethen- ________E. Stückrath, Asterweg 47. 4223] Grünbergerstraße 24 der dritte Stock zu vermiethen. W. Hammel. 5759] Ein Familienlogis mit 3, eokl° 4 Zimmern, Küche, allem Zubehör, Waffer- leitung und Gartenantheil, per 1. OctobeL oder auch früher zu vermiethen. __Brandplatz 10. 5768] Schöne Wohnung, 5 Zimmer mit Zubehör und Gartenantheil, sofort oder später zu vermiethen. Hilgardt, Ederstraße 5 (Nordanlage). 3« vermiethen 5881 ein sehr schönes Logis im mittl. Stock, 5—6 Z. mit allem Zub., sow. eine ganz neue herg. Mansardenwohnung, 5 Z. mit Zub. u. Gartenanth., ersteres Ende Sept.» letztere sogl. beziehbar. Schillerstr. 16. 4916] Schöne Mansarden - Wohnung mit Wasserleitung zu vermiethen. _________________________Alicestraße 13. 4919] Durch Versetzung des Hrn Oberst von Schlegel! ist dessen große, neuhergerichtete Wohnung sofort zu vermiethen Alicestraße 13. Näheres daselbst parterre. 4543] Asterweg 6 ist der untere Stock mit allen Bequemlichkeiten und Wasserleitung per 1. Juli zu vermiethen. __________Friedrich Kühne sen. 1 5898] Die seither von Herrn- A. Kraatz inneaehabte Wohnung im mittleren Stock, 7 Zimmer, I Küche mit Wasserleitung, drei Kammern, Keller, Holzftülle, Gartenantheil, Bleichplatz re. per 1. October zu vermiethen. Curt v. Mänchow, __________Seltersweg 52. Redaction: A. Scheyde. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.