Wr. SS Der W|tw Mlrtget erscheint täglich, «U Ausnahme de- MontagS. ®k Gießener D««tNen-ltt1er werden dem Anzeiger ^Leattich dreimal Mgdegt Donnerstag den 30. April 1391 Meßmer Anzeiger VlertrljShr^er ASounementsPret» r 2 Mark 20 Pfg nrtl Brmgerlohn. Durch i>u Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Ärboction, LxpedlNea und Druckere,: Kenerat-Mnzeiger. -chukstraße Ar.r Fernsprecher 61. Amts- und Anzrigeblatt für den Xwb Gieren. Annahme Ion Anzeige« zu der Nachmittags für de» (6wYnti£.6friCrtAfl* iAtoßottW *fle ^nuoncen-Bureanx deS In» und Auslandes nehm« faigend« Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. | UlWl. Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger" entgegen. ———?—M—>—'M IJMI—WI 1 MW—WMM——WW——SSSWWMWWW^MMWSSSSMSSVVVMSSSSSSSSSSSSM rlintlichev The?!. Bekanntmachung, den Ankauf von Remonten für 1891 betreffend. Zum Ankauf von Remonten im Alter von drei und ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Groß- herzogthums Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: am 25. Juni d. I. in Niederwöllstadt „ 13. Juli „ ,, „ Großbieberau // 14. ,/ „ ,, „ Bickenbach /, 15. „ „ „ „ Lampertheim // 16. „ „ „ „ Gernsheim // 17. ,/ H // // Großgerau. Die von der Remonte-Ankaufs-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, ebenso Krippensetzer und Klophengste, welche sich in den ersten zehn bez. achtundzwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigentümlich gehören, oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigten der Commission vorgestellt werden, sind vom Kauf ausgeschlossen. Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und eine neue Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens 2 Meter langen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Um die Abstammung der vorgesührten Pferde feftstellen zu können, sind die Deckscheine resp. Füllenscheine mitzubringen, auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen. Ferner ist es dringend erwünscht, daß ein zu mäßiger oder zu weicher Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten nicht stattfindet, weil dadurch die in den Remonte- depots vorkommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu überstehen sind, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefütterten Remonten der Fall ist. Die auf den Märkten vorzustellenden Remonten müssen daher in solcher Verfassung sein, daß sie durch mangelhafte Ernährung nicht gelitten haben und bei der Musterung ihrem Alter entsprechend in Knochen und Muskulatur ausgebildet sind. Kriegsministerium Remontirungs-Abtheilung. v. Arnim. Bekanntmachung. Die Berichtigung der im April d. I. gerichtlich erkannten Forst» und Feldstrafen hat in den ersten 25 Tagen des Monats Mai d. I. und zwar mit Ausschluß des 12., 13. und 14. an die Großh. Districts-Einnehmerei Gießen I bei Meidung der Beitreibung zu erfolgen. Gießen, den 23. April 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Durch Neueinrichtung der Unteroffizier-Vorschulen Jülich und Wohlau können durch den entstehenden Mehrbedarf Freiwillige zum 1. October d. Js. eingestellt werden. Auch können junge Leute, welche im October d. Js. das 16. Lebensjahr überschritten haben, noch zur Einstellung gelangen; dieselben würden bei guter Führung und Brauchbarkeit nur ein Jahr auf der Unteroffizier-Vorschule zuzubringen haben. Nähere Auskunft wird von dem unterzeichneten Com- mando, sowie dem Hauptmeldeamt Gießen, dem Meldeamt Alsfeld und der Bezirkscompagnie Schotten ertheilt bezw. Anmeldungen entgegengenommen. Gießen, den 18. April 1891. Großherzogliches Bezirks-Commando Gießen. I. V.. Wolter, Second-Lieutenant und Bezirks-Adjutant. Seiet», Berlin, 28. April. Durch das Ableben Moltkes ist die i Stelle eines Präsidenten der Landesvertheidi- gungs-Commissioy zur Erledigung gelangt. Man nimmt an, daß nunmehr Feldmarschall Graf Blumenthal auf diesen Posten berufen werden wird. Berlin, 28. April. Die kaiserliche Familie gedenkt im Laufe dieser Woche aus dem Berliner Residenzschlosie nach dem Neuen Palais bei Potsdam überzusiedeln. Berlin, 28. April. Die Trauerfeier für Moltke. Unter den Sonnenstrahlen eines schönen Frühlingstages hat Moltkes Leichenfeier sich vollzogen. Die ausgedehnten Anlagen des großen und kleinen Königsplatzes, die im ersten Frühlingsgrün schimmern, mit der Siegessäule in der Mitte, bildeten, in weitem Umkreise gegen den Andrang des Publikums abgesperrt, einen großartigen Raum für die Entfaltung der Trauerfeier, wie man ihn stimmungsvoller nicht denken kann. Die breiten Wege dieses Schmuckplatzes waren von beiden Seiten von Truppen des Gardecorps zu Pferde und zu Fuß, in Paradeaufstellung besetzt. Die nächste Umgebung des Generalstabsgebäudes war für die Generalität, die Reichs- und Staatsbehörden, Parlamente und Deputationen der Offiziercorps freigehalten. Dort gruppirte sich schon von 10 Uhr an eine glanzvolle Versammlung. An der Front, zunächst dem Portal, vor dem ein königlicher Leichenwagen hielt (derselbe, auf dem der erste deutsche Kaiser hinausgefahren wurde), nahm die Generalität Ausstellung. Ihr schlossen sich zwischen der Moltke- und Alsen- straße die Mitglieder des Reichstags und des Landtags an. Gegenüber standen mit den Abzeichen ihrer Würde die Vertreter der Städte, deren Ehrenbürger Moltke war, und hohe Beamte des Staates. Ihnen reihten sich in langen dichten Linien Offiziere aller Truppengattungen an. Adjutanten der Garde-Regimenter hielten in liebenswürdiger Weise die Ordnung aufrecht. Der Front des Portals gegenüber nahm die erste Compagnie des ersten Garde-Regiments, die Riesengestalten mit den historischen Grenadiermützen, Ausstellung, und diese glänzende Versammlung unter heiterem blauen Himmel wartete nun fast eine Stunde lang auf die Auffahrt der Fürstlichkeiten, der Ritter des Schwarzen Adlerordens, der Deputationen der fremden Armeen, der Minister, die zu der engen Feierlichkeit im Saal der Moltke'schen Wohnung erschienen waren. Zuletzt pünktlich um 11 Uhr erschien der Kaiser mit dem König von Sachsen, die Kaiserin mit den kleinen Prinzen, der Prinz Georg von Sachsen, die Prinzessin Friedrich Karl und Andere. Die Trauerfeier innerhalb des Hauses, bei welcher die Parlamente nur durch die Präsidenten vertreten waren, dauerte fast eine halbe Stunde. Der Feldprobst Richter hielt die Leichenrede. Ehrenposten von Offizieren des Generalstabes standen zu Häupten des Sarges- auch Mannschaften vom Grenadier-Regiment des Verstorbenen, ein Matrose von der (Sorbette „Moltke", Mannschaften des See-Bataillons. Gegen halb 12 Uhr wurden aus dem Portal prächtige Kränze auf den Leichenwagen getragen. Acht Generalstabs- Osfiziere, auf Kissen die Orden und den Feldmarschallstab des Entschlafenen tragend, schritten heraus. Von Unteroffizieren getragen nahte der Sarg. In diesem Augenblick erschollen Com- mandos über den gan§enPlatz. DieCompagnie des ersten Garde- Regiments präsentirte, die übrigen Truppen folgten, Trommler schlugen dumpfe Wirbel, Musik empfing den Sarg mit „Jesus meine Zuversicht", alle Musikcorps, bis in die weite Ferne, nahmen den Choral auf, und über den ganzen Platz tönten, in Dissonanzen und um so ergreifender die getragenen Töne des Chorals, Truppen präsentirten, Offiziere falutirten, Häupter entblößten sich. So wurde der Sarg begrüßt, der die sterbliche Hülle des großen Feldherrn barg. Der einfache Sarg, dessen Deckel der Marschallstab, der Helm und die Epauletten bedeckten, wurde auf dem Leichenwagen schnell befestigt. Die Offiziere mit den Ordenskissen traten voraus, Stabsoffiziere mit Palmen und Kränze tragend (auch einen des Fürsten Bismarck) traten zur Seite. Die Leichenparade, die trotz dem Wunsche des Entschlafenen stattfand, setzte sich in Bewegung. Sämmtliche Musikcorps, die in Spalier und Parade standen, fielen gleichzeitig fern und nah ein. Trauermärsche, Choräle, dumpfe Wirbel ertönten. Ein combinirtes Cavallerie-Regiment setzte sich an die Spitze, 3 Bataillone folgten, dann 3 Batterieen. Der Leichenwagen mit seiner Begleitung setzte sich in Bewegung, und auf den Balkon des Portals trat die Kaiserin mit den kleinen Prinzen und den weiblichen Angehörigen der Familie Moltke. Hinter dem Leichenwagen schritt der älteste Neffe, der Erbe des Feldmarschalls, zwischen dem Kaiser und dem König von Sachsen. Andere Verwandten folgten, ferner die Prinzen, die Fürstlichkeiten, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Generalfeldmarschälle, der Kriegsminister, die commandirende« Generäle, sämmtliche actioeu und inactiven Minister, die Präsidenten des Reichstags, die Deputationen fremder Armeen, die Offiziere des Generalstabs, die Generalität. An diese schlossen sich in großer Zahl Mitglieder der Parlamente (alle Parteien außer den Socialdemokraten), Regierungsdeputatione» und ein langer Zug Offiziere sämmtlicher Waffengattungen, zuletzt Studenten. In weitem Umkreis, zwischen den präsen- tirenden Truppenspalieren hindurch, umschritt der Zug den Königsplatz mit der Siegessäule, ging durch die Alsenstraße und über die heute zum ersten Male enthüllte, mit prächtigen Trauerdecorationen gezierte neue Moltke-Brücke bis zum Lehrter Bahnhof, in dessen Fürstenzimmer der Sarg beigesetzt wurde, während eine Batterie dem tobten Feldherrn die letzten Grüße nachdonnerte. In dem in eihe Trauercapelle umgewandelten Fürsten- zimmer wird der Sarg, von Ehrenposten des Seebataillons und des Kolberger Grenadier-Regiments bewacht, bis morgen früh stehen- er wird dann mit einem Extrazuge, von der Familie und Deputationen begleitet, nach Kreisau befördert werden. (Frkf. Ztg.) tteuefte Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 28. April. Anläßlich der Trauerfeier Moltkes bietet das Innere der Stadt ein sehr bewegtes Bild bei herrlichstem Frühlingswetter. Amtliche und private Gebäude haben halbstock geflaggt. Truppen in Paradeuniform rücken von allen Seiten auf den Königsplatz, Deputationen von Verbindungen aller hiesigen Hochschulen und Kriegervereine treffen mit umflorten Fahnen ein. Die neue, gestern völlig fertiggeftedte Mvltke-Brücke ist in Trauerschmuck- die Figurengruppen und Candelaber (mir brennenden Flammen) sind umflort. Die Büste Moltkes über die Wölbung des Mittelbogens, sowie der Name sind grün decorirt. Der Lehrter Bahnhof ist auf der Südseite völlig geöffnet und mit Trauerflaggen geschmückt; über dem Eingang zum Fürsten- zimmer ist ein schwarzer Baldachin. Der Kaiser begab sich kurz vor 11 Uhr im Galawagen mit Vorreitern zum Trauerhause, nachdem Prinz Heinrich mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Fritz vorher eingetroffen waren. Berlin, 28. April. Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht einen warmen, schwungvollen Nachruf an Moltke, welcher schließt: So hat der Feldmarschall sein langes Leben dem Dienste des Kriegsherrn, der Größe der Armee, dem Wohle des Vaterlandes gewidmet. Die glänzenden Eigenschaften seines Geistes machten ihn zu einem Feldherrn, den die Geschichte in die Reihe jener großen Kriegsmeister stellen wird, zu denen wir mit staunender Bewunderung emporblicken. Seine Bescheidenheit, sein Pflichtgefühl, feine Arbeitskraft, fein Arbeitswille, sein Muth und seine Beharrlichkeit sind soldatische Eigenschaften, die der deutschen Armee immerdar ein Vorbild bleiben müssen, wenn sie den Ruhmeskranz bewahren will, den ihr Moltke geflochten hat. Berlin, 28. April. Der „Reichsanzeiger" meldet: Um eine Uebereinftimmung der Eisenbahnbetriebsreglements Deutschlands und Oesterreich-Ungarns auch bei Umarbeitung der Reglements, anläßlich der dem- nächstigen Einführung des internationalen Eifenbahnfrachtverkehrs, aufrecht zu erhalten, begannen hier am 27. April commiffarische Berathungen, woran auch ein bayerischer Vertreter theilmmmt. Dortmund, 28. April. Die Rheinischen Stahlwerke in Mei der ich nehmen schon morgen den Betrieb in vollem Umfange wieder auf. Köln, 28. April. Infolge spärlicher Kohlenzufuhr sind verschiedene Werke im Siegerlande kohlenlos. Sechs Puddel- und Walzwerke bei Geisweid und Weidenau stellten gestern den Betrieb ein. Esten, 28. April. Nach der „Rheinisch-Westfälischen Ztg." machte sich Nachmittags ein weiteres Abnehmen des Strikes bemerkbar. — Der Vorstand des allgemeinen Knappschaftsvereins gibt auch den Belegschaften bekannt, daß nach de« Paragraphen 24 und 25 des Statuts die Mitglieder der dritten Klaffe sofort, die Mitglieder der ersten und zweiten, wenn sie länger als einen Monat feiern, die Mitg lied- schaft verlieren. Gelsenkirchen, 28. April. Im ersten Schacht der Grube „Bismarck" (Braubauerschacht) wurde heute Vormittag durch einen Bruch des Cylinders die Fördermaschine vollständig zertrümmert- das Pumpwerk blieb intact. Es ' ist kein Menschenverlust zu beklagen, aber die zahlreiche Beleg- schast wird voraussichtlich gezwungen sein, mindestens vierzehn Tage zu feiern. — Aus dem dritten Schachte der „Wilhelmine Victoria" verunglückten drei Bergleute beim Abteusen. Zwei blieben tobt, einer ist schwer verwundet. Wien, 28. April. Unterrichtete Kreise bestätigen den unmittelbar bevorstehenden Abschluß der Handelsvertrags-Verhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Wien, 28. April. Eine am Nachmittage tagende Versammlung der strikenden Bäckergehilfen nahm einen fo stürmischen Verlauf, daß sie schließlich aufreizender Reden wegen aufgelöst wurde. Alle Redner waren für die Fortsetzung des Strikes eingetreten. Paris, 28. April. Im heutigen Ministerrathe führte der Ackerbauminister bei Berathung des Antrags Viger, betreffend die zeitweise Herabsetzung der Mehl- und Getreidezölle, aus, die französischen Producenten hätten in der Hoffnung auf eine Preiserhöhung sehr beträchtliche Getreidemengen reservirt, welche, falls die Zollermäßigung in Aussicht stände, auf den Markt kommen würden. Jedenfalls werde die Zollermäßigung genügen, um die Einfuhr russischen Getreides aus Odessa zu sichern. Paris, 28. April. Eine Meldung des „Journal des Debats" aus Santiago besagt, daß man allgemein eine baldige Einstellung der Feindseligkeiten in Chile erwarte- die Führer der Aufständischen hätten bereits Unterhandlungen mit der Regierung angeknüpft. Paris, 28. April. Develle brachte im heurigen Ministerrathe die Frage des Getreidezolles zur Sprache. Die Regierung scheint geneigt, den Getreidezoll auf 2*/2 Francs herabzusetzen, dürfte jedoch die Angelegenheit nicht als eine dringliche betrachten. Amiens, 28. April. Die Arbeiter-Syndicate beschlossen, am ersten Mai an die Präfectur Delegirte zu entsenden mit einer Petition um Gewährung des achtstündigen Arbeitstages. Loudon, 28. April. Die Influenza hat sich aus der Provinz hierher übertragen und beginnt sich auszubreiten. Der Character der Krankheit zeigt sich bislang nicht ernstlich bösartig und gleicht dem vorjährigen Erscheinen der Epidemie. Brüssel, 28. April. Die internationale Anti- sclavereiconferenz wurde heute eröffnet. Es sprachen Brincat, Coadjutor Lavigeries, sowie Crispolti-Rom und Stillemans, Bischof von Gent. — Der Gesandte Portugals protestirte gegen eine Karte, welche das Muata-Damvogebiet dem Congogebiet einverleibt. Belgien nahm davon Act. Rom, 28. April. Eine gestern stattgefundene Versammlung der Vertreter von 48 demokratischen Arbeitervereinen beschloß die Wahrung des friedlichen Characters der Kundgebung am 1. Mai und lehnte den entgegengesetzten Antrag ab. — „Cap. Fracassa" meldet aus Genua: Die im Privatbesitz befindliche Dynamitsa br ik bei Millesimo exp lodirte. Fünf Mädchen wurden getöbtet, viele Personen verwunbet. Peking, 28. April. (Reutermelbung.) Die chinesische Regierung verweigert 'bie Annahme bes zum Gesanbten der Unionsstaaten in China ernannten Senators Blair, weil er im Senate wiederholt heftig gegen die Chinesen geredet hat. Melbourne, 28. April. Reutermeldung. Der ehemalige König von Samoa, Tamasese, ist gestorben. Unsrre Töchter. Unsere Töchter sind sehr oft Lieblinge der Eltern, aber öfters, ja meist Stiefkinder der Familie, diese als Gesammt- heit gedacht. Das klingt paradox, ist aber doch so. Während die Familie an den Sohn wenig ober gar keine Anforderungen stellt, während sie ihm in jeder Weise die Freiheit wahrt und daraus hinzuwirken sucht, daß er sich für die Selbstständigkeit rüstet, muß die Tochter dem Wohle der Familie leben. Sie muß schon in früher Jugend der Mutter zur Hand gehen bei all den kleinen häuslichen Geschäften, die von Alters Herden Beruf der Frau bilden. Sie muß die freien Tagesstunden, da der Knabe turnen, Ritter und Räuber spielen darf, der Handarbeit widmen. Sie muß bei den besten Anlagen in der Schulbildung meist hinter dem Knaben zurück- stehen. Sie muß dem Bruder zu Diensten fein in tausend Handgriffen, als da sind: Stopfen, Stricken, Plätten, Kochen usw., unbekümmert darum, ob er ihr dafür dankt. Die Familie concentrirt ihre ganze Eitelkeit auf die Söhne, die Töchter bleiben bie Aschenputtel. Aber, so wirb man einwersen, ist es nicht „echt weiblich", sich in hingebenber Fürsorge aufzuopfern? Ist nicht in der Familie das beste Feld, sich für den Haushalt vorzubereiteu? Sind nicht alle jene Thätigkeiten „weiblicher Beruf" ? Ist es Nicht geradezu unweiblich, außerhalb der Familie zu stehen? Leider gilt letzteres bei manchen Leuten in der That für „unweiblich", obgleich Tausende von jungen Mädchen, der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, auf die Straße gestoßen werden, weil gerade die Familie ihre Tochter los zu werden sucht, wenn sie ihrer nicht mehr bedarf. Aber während der Sohn für den Erwerb ausgebildet, für den Lebenskampf gestählt ist, steht die Tochter rath- und hilflos da. Alle ihre anerzogenen sogen, „weiblichen" Tugenden: Sanstmuth, Duldsamkeit, Aufopferungsfähigkeit, Vertraiiens- seligkeit rc. tragen — so achtungsvoll sie auch immer sein mögen — doch in der gedachten Situation nur dazu bei, daß sie vollständig ausgenützt wird. Hiergegen ist, wie die Verhältnisse sich nun einmal entwickelt haben, entschieden Front zu machen. So gut man etwas anlegt für die Erziehung des Sohnes, so gut sollte man es für die der Tochter thun. Man sollte das Mädchen nicht in der Familie festhalten, so lange man es braucht und es sich nützlich erweist, sondern man sollte bei Zeiten daran denken, es zu einem eigenen Erwerb zu befähigen. Soll die Tochter als Kindermädchen gehen, so vertraue man sie einige Monate einer Kleinkiilderschule an, damit sie vorbereitet wird. } Soll sie als Köchin wirken, so erachte man die Ausbildung am eigenen Herd nicht für genügend, sondern gebe sie ein halbes Jahr in eine Hotelküche. Mit den „Stützen" mache man es ebenso. Die Stütze ist daheim Tochter im wahren Sinne des Wortes und mit den Ansprüchen einer solchen geht sie aus der Familie fort; sie verlangt Familienanschluß und — etwas Taschengeld — welch traurige Illustration zur Erwerbsfähigkeit der Töchter! Anders wäre der Fall, wenn die Tochter eine vollkommene Ausbildung genossen hätte; dann dürfte sie ihre Ansprüche höher stellen und man würde diese auch befriedigen. Die „Gesellschafterin" muß erst recht vorgebildet sein. Von ihr verlangt man Sprachkenntnisse, gesellige Talente, Gesang, Musik, man verlangt auch gründliche Bildung. Diese gewinnt man nur selten in der Familie, dazu gehört ein Umsehen in der Welt durch Reisen, ein ernstes Studium. In fast allen Fällen zeigt es sich, daß die Mädchen in der Familie feine genügende Erwerbs-Ausbildung erhalten, leider auch nur selten durch bie Familie. Sv gehen sie mit unvollkommenen Fähigkeiten vom Hause fort und helfen das Vomrtheil vermehren, bas man gegen Frauen hat, helfen den Satz verstärken, baß Frauenarbeit nur halben Lohn werth ist. Es muß, wie der „Frauenerwerb" in einem längeren bezüglichen Artikel forbert, zum Grundsatz jeder Familie werden, daß bie Töchter nicht nur bazn ba sinb, das Familienleben zu erheitern und zu verschönern, sondern daß bie Familie die Pflicht hat, die Töchter zu versorgen, so gut wie die Söhne. Wo bie Aussicht auf eine Heirath gering ist, bort muß bie eigene Selbständigkeit ins Auge gefaßt werden, aber nicht erst bann, wenn das Mädchen alt wird, sondern bereits bei der Erziehung des Kindes. Die Familie darf die Tochter an das Haus, das ihr keine Heimath bleiben kann, nicht so lange fesseln, als man sie braucht, sondern muß bei Zeiten auf sie verzichten, wie sie von Anfang an auf den Sohn verzichtet. Erzieht aber eine Mutter die Tochter im Hause für das Haus, so muß sie vergessen, daß das Kind „T'chter" ist und darauf achten, daß es ebensowohl Auswaschmädchen, als Hausfrau fein kann; denn Niemand weiß, welches dieser beiden Loose ihm fällt. Das aber ist das vornehmste Gebot für bie Familie, ob arm, ob reich: Gieb bie Tochter nicht aus Deinem Hause unb aus Deiner Hut, damit sie selbst ihren Unterhalt verdienen soll, bevor sie völlig ausreichend dazu befähigt ist. Cocales und HSr'svinzLeWcs. Gießen, 29. April. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Freitag den 1. Mai 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des Georg Schlörb um Erlaubniß zum Betriebe einer Winhschast. 2. Trottoirpflasterung in der Göthe- straße. 3. Die Untersuchung der Blitzableiter. 4. Gesuch des K. Nau um Erlaubniß zur Benutzung von städtischem Weggelände. 5. Den Weg nach dem Hardtberg. 6. Herstellung zweier Sammlungszimmer im höheren Mädchenschulhause. 7. Gesuch des Fabrikanten Wilhelm Gail um Erlaubniß zur Herstellung einer Drahtleitung nach der Gail'schen Wollspinnerei. 8. Gesuch der S. Katzenstein Wittwe um Erlaubniß zur Bewohnung ihres Gartenhäuschens. 9. Baugesuch bes Julius Buch. 10. Die Benennung ber Petri'schen Privatstraße. 11. Die Besetzung ber Stabtrechnerstelle. 12. Canalisativn ber Stabt Gießen. 13. Straßenumbau auf ber Nordanlage. — Herr Stadtrechner Lauder hat mit Wirkung vom 1. Juli b. I. sein Amt niebergelegt. St. „Darmst. Tägl. Anz." hat Herr Länder bie Stelle als Verbanbsrevisor unb Vorstand des Rechuungs-Revisions-Bureaus des Verbandes der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften (Director Kreisrath Haas in Offenbach) angenommen. Friedberg, 27. April. Vorgestern wurde von dem Jagdaufseher Dikhow auf dem Winterstein ein seltenschönes Exemplar einer Wildkatze, circa 1 Meter lang und 40 Ctm. hoch, in ber Nähe ber Kaisergrube gefangen unb nach ber Bestimmung des Jagbbestänbers Andrä aus Frankfurt bem zoologischen Garten in Berlin zum Geschenk gemacht. Beim Transport nach der Bahn wurde die Katze den Realschülern auf Veranlassling des Directors der Realschule gezeigt. Es ist dies bie dritte Wildkatze, welche seit kurzer Zeit an gleicher Stelle gefangen wurde. Die beiden anderen wanderten in den zoologischen Garten in Frankfurt. + Niederweisel, 28. April. Gestern starb hier Herr Wenzel Kransgrill I. Der Verstorbene begleitete dreißig Jahre lang das Amt des Gemeinde-Einnehmers, war aber außerdem als Rechner des evangelischen Kirchenfonds unb der israelitischen Gemeinde, sowie als Mitglied des Ortsgerichts thätig. Ehringshausen, 27. April. Unter dem Vorsitz des Herrn Landwirthschaftslehrers Leithiger von Alsfeld tagte gestern Nachmittag hier eine Versammlung von Landwirthen, welche die Frage zwecks Errichtung einer Molkerei besprach. Herr Professor Dr. A. Backhaus sprach über bie Bedeutung unb Einrichtung einer solchen Genosjenschast. Auch Herr Lehrer Hünergart empfahl den Landwirthen bie gemeinschaftliche Errichtung eines solchen Instituts. Das Resultat ber Besprechung war, daß eine Anzahl Lanbwjrthe aus Ehringshausen, Rülfenrod, Otterbach und Maulbach das vorgeschlagene Statut unterzeichneten und somit den ersten Schritt für ein für sie hoffentlich recht segensreiches Unternehmen thaten. Besonders von Maulbach war die Betheiligung eine sehr rege, indem nicht weniger wie acht Landmirthe von dort sofort beitraten. Der Eintritt, ohne besonderes Eintrittsgeld, soll jedem Landwirth bis zum 31. Mai — dem Tag der ersten Generalversammlung — noch frei stehen unb nehmen Anmelbungen Herr Gutspächter Clotz-Rülfenrod, bei welchem das Statut unterschrieben werden kann, Herr Bürgermeister Frohlich- Maulbach und Herr Ernst Diegel-Ehringshausen entgegen. Später soll ein Eintrittsgeld erhoben werden. § Lichenroth, 27. April. Ein Bubenstreich gemeinster Art ist vergangene Nacht hier verübt worden. Der Landwirth Lorenz Herchenröder hier fand heute Morgen in seinem Hühnerhaus sämmtliche Hühner (10 Stück) und einen Hahn mit durchschnittenen Hälsen vor. In derselben Nackt wurden einem anderen Landwirth drei Gänse auf dieselbe Art getöbtet. Schlitz, 27. April. Der Jagbausflug bes Kaisers nach Schlitz zum Grasen Görtz hat zwar in Folge bes Hinscheibens des Grafen Moltke vorläufig aufgegeben werden müssen, immerhin aber dürfte es noch interessant sein, über die gräflich Görtz'sche Familie unb über deren intime Beziehungen zum Kaiserhause einiges Nähere zu erfahren. Graf Görtz steht gegenwärtig im 40. Lebensjahre unb hatte, gleich unserem jetzigen Kaiser, ben Geheimen Rath Hinzpeter zum Erzieher, welcher banach von dem Vater des Grasen bem Kronprinzen Friebrich Wilhelm, nachmaligem Kaiser Friebrich, auch für bie Erziehung des jetzigen Kaisers empfohlen würbe. Daher leitet sich bie Freundschaft zwischen diesem unb bem Abkömmling eines der ältesten unb angesehensten hessischen Abelsgeschlechter ab. Die Mutter bes Grafen Görtz ist eine geborene Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, seine Gemahlin, welche als Dame von außerorbentlicher Schönheit geschilbert wirb, eine Tochter bes Grasen Villeneuve, ehemaligen kaiserlich brasilianischen Gesanbten am belgischen Hose. Der Ehe bes gräflichen Paares sinb sechs Kinder (ein Sohu unb fünf Töchter) entsprossen. Als Residenzschloß benutzen bie Grasen von Görtz bie sogenannte Hallenburg, die bedeutendste der fünf Burgen, welche das malerisch gelegene Städtchen Schlitz umgeben. Eine uralte, jetzt evangelische Kirche, welche schon zur Zeit Karls des Großen erbaut und (im Jahre 812) eingeweiht worben sein soll, bezeugt das hohe Alter des Ortes, dessen Grafengeschlecht in ber Geschichte Hessens vielfach eine bebeutenbe Rolle gespielt hat. Schlitz, 27. April. Nach einer Mittheilung bes Grasen Görtz wird ber Besuch Sr. Majestät bes Kaisers zu Ende bes ersten Drittels bes Monats Mai auf mehrere Tage statt- finben, wenn auch alsbann von ber Auerhahnjagb abgesehen werben muß. 15 Auerhähne waren von der gräflichen Jägerei bestätigt worden. Das ganze Städtchen prangte bereits im reichsten Festschmuck, als die Absage des Kaisers eintraf. § Hungen, 26. April. Ungeheuren Schaden hat ber verflossene strenge Winter sowohl unseren Fluren, wie ben- ienigen der gesummten Wetterau zugefügt. Sämmtlicher Weizen unb auch zum Theil bas Korn ist erfroren unb ist man genöthigt gewesen, sämmtliche Felder neu zu bestellen. Die Kosten des Saatgutes allein hierzu werden von größeren Gutsbesitzern zu 3000 Mark unb mehr berechnet. Ebenso ist der deutsche Rothklee größten Theils und die Luzerne fast vollständig ausgewintert, so daß gar mancher Landwirth fein ganzes Kleefeld umackern muß. Daß der Weizen u. f. w. vollständig erfroren ist, wie in diesem Winter, ist wohl feit Menschengedenken nickt vorgekommen und können sich dessen die ältesten Leute nicht entsinnen. Des Winters 1890/91 wird man lange gedenken, ebenso wie an denjenigen des Jahres 1879/80, wo unsere Obstbäume erfroren sind. A Hungen, 26. April. Das diesjährige Wanderfest des Oberhefsischen Bienenzüchter-Vereins wird in unserer Stadt und zwar am 19. unb 20. Juli. I. I. ftattfinben. + Hungen, 26. April. Einem benachbarten Gutspächter würbe burch böswillige Hanb ein Fohlen mit einem Messer fo verflachen, baß bas übel zugerichtete Thier in thierärztliche Behanblung genommen werben mußte. -r. Begünstigt von bem langersehnten herrlichen Wetter fanb am Sonntag ben 26. April in Burkhardsfelden bie Einweihung des bärtigen neuen Kleinkinder - schulgebäubes statt. Von Nah und Fern waren Gäste herbeigekommen,- wohl 400 Zuhörer standen und saßen um bie im Freien aufgestellte unb wie auch bas Haus festlich geschmückte Kanzel. Herr Pfarrer Fritsch von Reißkirchen leitete die Feier ein. Nach einer darauf folgenden Liturgie der Kleinen theilte derselbe Näheres über die Entstehung dieser Anstalt mit. welche von der hochherzigen, durch ähnliche edle Wohlthaten bekannten Frau Fabrikant Zimmer gegründet und später ber Gemeinbe übergeben wurde. Wegen Raummangels entschloß sich die eine der beiden Schwestern, ein neues, geräumigeres und zweckentsprechenderes Haus zu bauen, dessen Bestimmung für immer die einer Kleinkinder- schule sein soll. Im Anschluß daran nahm Herr Pfarrer- Fritsch in bewegten Worten Abschied von ber Gemeinbe, bie ihn ungern scheiben sieht, ba er nach Ober-Semen abberufen worben war. Hierauf sprach Schuldirector Brand aus Nonnen weiher (Lahr) noch über ben Zweck unb Nutzen ber Kleinkinderschulen unb die Nothwenbigkeit einer guten Erziehung in unserer Zeit socialer Mißverhältniffe. Durch bie Mit Wirkung des Kirchenchors sowie des Posaunenchors aus Kleinlinden war bie erhedenbe unb ansprechenbe Feier noch mehr erhöht. Dermifd>tes. * Darmstadt, 28. April. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben Allergnäbigst geruht: Am 25. April den Dr. Wilhelm Sonne zu Darmstadt zum ersten Chemiker bei ber Prüfungs- unb Auskunftsstation für bie Gewerbe zu ernennen. tt Arolsen, 28. April. Heber bie Festlichkeiten anläßlich ber Hochzeit d e s F ü r st e n v. W a l d e ck - P y r m v n t mit ber Prinzessin Luise von Schleswig-Holstein- Glücksburg können wir aus bester Quelle Folgendes mittheilen: Gestern Montag, den 27. April, sind die aus Arolsen, dem Fürstenthum und Kassel geladenen Spitzen ber Behörden nebst den anderen geladenen Persönlichkeiten ans Schloß Suifenlunb in Schleswig eingetroffen. Nachdem auch gegen Abend bie übrigen Hochzeitsgäste, hohen Anverwandten ber Braut ?c. angelangt waren, fanb auf bem Schlosse bei der Herzogin - Mutter von Schleswig-Holstein-Glücksburg Galacour unb Galatafel statt. Heute am 28. April Bor- mittags wurden die Ehepakien vollzogen, worauf morgen am 29. April, dem eigentlichen Hochzeitstage, Nachmittags um 21/2 Uhr die standesamtliche Eheschließung und um 3 Uhr daran unmittelbar anschließend die kirchliche Trauung in der Schloßcapelle zu Luisentund erfolgen wird. Für die zahlreichen Hochzeitsgäste wird dann große Galatafel stattfinden, worauf die hohen Neuvermählten Schloß Luisenlund verlassen und sich über Kassel nach Arolsen, der fürstlichen Residenz, begeben. Der feierliche Einzug in Arolsen erfolgt am 1. Mai, Mittags zwischen 12—1 Uhr, nachdem die Spitzen der Behörden das neuvermählte Fürstenpaar an der Lanbesgrenze in Empfang genommen und begrüßt haben, fährt der fürstliche Extrazug, sowie der Extrazug, in welchem die fremden Fürstlichkeiten sich befinden, nach Arolsen, wo abermals großartiger Empfang durch die städtischen Behörden, Begrüßung der Bürger Arolsens durch Festjungfrauen, 'Deputationen re. stattfinden wird. Darauf erfolgt der Einzug in die Stadt, in deren festlich geschmückten Straßen die Vereine Spalier bilden. Im Schlosse ist dann Abends Galacour und Galatafel für die Hochzeitsgäste. * Vortheile der Unbildung. Ein Geiziger besucht die Kunstsammlung eines Privatmannes, in der angeschlagen steht, daß es den Bedienten verboten sei, Trinkgelder anzunehmen. „Halt," denkt er, „da kann ich mich recht nobel zeigen," zieht recht auffallend einen Thaler aus der Tasche und überreicht ihn einem der dienstbaren Geister, der ihn schmunzelnd in die Tasche steckt. „Aber da steht ja, Ihr sollt kein Trinkgeld nehmen," ruft der Harpagon ganz entsetzt aus, doch die kaltblütige Antwort lautet: „Ich kann nicht lesen." * Der berühmte Pianist Killlack wurde einmal von einem reichen Berliner, der früher eine Stieselfabrik besaß und selbst Schuhmacher gewesen war, eingeladen und nach dem Essen gebeten, etwas zu spielen. Kullack that es. Am nächsten Sonntag lud der Künstler den Stiefelfabrikantcn ein und nach Tische stellte er demselben ein Paar alte Stiefel hin. — „Was soll ich damit?" fragte der reiche Mann. — „Nun," antwortete Kullack gemüthlich, „am vorigen Sonntag ersuchten Sie mich, nach Tische Musik zu machen, heute ersuche ich Sie, mir die Stiefeln auszubessern. Jeder nach seinem Metier." * Luxemburg, 21. April. Seltsame Freisprechung. Hier erschien vor dem Schwurgericht der 26jährige Bergmann Grund unter der Anklage, den Bergmann Johann Schröder getödtet zu haben. Der Angeklagte war völlig überführt. Sämmtliche Zeugen erklärten, daß Grund den Schröder am Fafinachtsmontag mit einer Mistgabel über den Kopf geschlagen habe. Schröder sei zusammengesunken, habe sich aber bann wieder aufgerafft und sei nach Hause gegangen. Am anderen Morgen sand man ihn tobt im Bette. Die Obduction stellte fest, daß dem Getödteten das linke Schläfenbein zertrümmert und die mittlere Hirnhautpulsader zerrissen worden sei. Grund war überdies der That geständig. Der Staatsanwalt hatte darum leichte Arbeit. Er beantragte, den Angeklagten des Todtschlags für schuldig zu erklären und ihm feine mildernden Umstände zuzubilligen. Der Vertheidiger des Angeklagten konnte den Thatbestand nicht leugnen, nicht einmal beschönigen. Und doch gelang es ihm, seinen Clienten zu retten. Der Rettungsanker war die mangelhafte Stili- sirung der Anklageschrift. In ihr wurde Grund beschuldigt, „dem Schröder freiwillig, aber ohne Absicht Schläge zugefügt und Verwundungen beigebracht zu haben, welche den Tod zur Folge hatten." Offenbar sind hinter dem Worte „Absicht" aus irgend einem Zufall die Worte „zu tobten" weggeblieben. Der Vertheibiger jedoch konnte sich natürlich an den Wortlaut der Anklageschrift halten. Da war es ihm denn ein Leichtes, nachzuweisen, baß Niemand „freiwillig, aber ohne Absicht" Jemand tobten könne, und daß es widervernünstig wäre, den Angeklagten dteses Verbrechens für schuldig zu erklären. Freilich legte der Staatsanwalt feierliche Verwahrung ein gegen eine solche Art der Vertheidigung, was aber nicht hinderte, daß die Geschworenen den Bergmann Grund von der Anklage freisprachcn, seinen Kameraden Schröder „freiwillig, aber ohne Absicht" getödtet zu haben. Grund wurde in Folge dieses Wahrspruchs sofort in Freiheit gesetzt. * Für das Jahr 1892 ist in Paris eine anthropologische Ausstellung geplant. Es gilt, zum ersten Male sämmtliche auf dem Erdball wohnenden Menschenrassen auf einen Punkt zusammenzubringen, wobei der Characteruuterschied und die Verschiedenheit in den Lebensgewohnheiten besonders auffallend hervortreten dürften. Neben den Eskimos wird man die zahlreichen Repräsentanten des afrikanischen Erdtheils und neben dem Chinesen und Japaner die Völkerschaften der kirgisischen Steppen zu sehen bekommen. Die Ausstellung soll hauptsächlich den Zweck wissenschaftlicher Belehrung erfüllen, daneben allerdings wird man auch, schon um die ungeheueren Kosten des Unternehmens zu decken, mit dieser Schaustellung das Publikum zu interessiren versuchen. * Aus Lothringen, 26. April. Beim Niederreißen eines Hauses in Deutsch-Redingen fand man die Leichen zweier deutscher Soldaten eingemauert. An der noch erhaltenen vollen Uniform mit Helm und Seitengewehr, die anscheinend einem Hauptmann und einem Gemeinen angehörten, glaubt man den grausigen Fund dahin erklären zu können, daß man es mit zwei heimlich Erschlagenen aus dem Kriegsjahre 1870 zu thun hat, welche auf diese Weise bei Seite geschafft worden sind. * Im vorigen Jahrhundert trugen die Damen des Wiener Hofes, die Kaiserin nicht ausgenommen, so tief ausgeschnittene Kleider, daß der fromme Pater Abraham a Santa Clara von der Kanzel heftig dagegen predigte. „Weiber," sagte er, „die sich auf solche Weise entblößen, sind nicht werth, daß man ihnen, ins Gesicht spuckt!" Die Kaiserin und ihre Damen nahmen dies ungnädig auf; es wurde ihm die Weisung, daß er sein Amt verlieren würde, wenn er nicht widerrufe. Am nächsten Sonntag trat er auf die Kanzel und sagte: „Ich behauptete neulich, Weiber, die sich so entblößt tragen, feien nicht werth, daß man ihnen ins Gesicht spucke; ich widerrufe das und erkläre hiermit feierlich: sie sind es werth!" Citeratur uttO KttttfL — Von der„eUdridt&t*, dem officiellen Organe der Internationalen Electtotechnischen Ausstellung zu Frankfurt a. M. (Verlag Zeil 39, Redaction: Ingenieur Massenbach und vr. Guard), liegt uns nunmehr das zweite Heft vor, welches das erste an Inhalt und Ausstattung womöglich noch übertrifft. In einer wohlgelungenen Portraitgruppe sind die Ehrenmitglieder der Ausstellung, die berühmtesten Electrotechniker Deutschlands, Oesterreichs, Frankreichs. Englands und Amerikas abgebildet; flotte Scizzen vom Ausftellungs- platz führen mitte in die interessanten Bauarbeiten des groß angelegten Unterneh s; nach dem Plan der Ausstellung und der großen Maschinen. He wird die schmucke Installationshalle in Wort und Blld vorgeführt; über die großartige Leitungsanlage zur elec- trischen Kraftübertragung von Lauffen am Neckar nach Frankfurt orientirt eine osficielleDarstellung der Vorverhandlungen, eine Karlen- scizze und eine Reihe prächtiger Landschaftsbilder von der Routc, während Dr. Epstein eine theoretische Darlegung der Grundprincipien der electrischen Kraftübertragung liefert; der Bibliothekar des Frankfurter Goethehauses gibt eine anziehende Darstellung der electrischen Studien Goethes; in gemeinverständlicher Form stellt Oberingenieur Kohlfürft die Entwickelung der electrischen Eisenbahneinrichtungen dar und eine ganze Reihe unterrichtender Notizen über einzelne Ab- tbeilungen und Veranstaltungen der Ausstellung, über Arbeiterfürsorge und Electricität, electrische Jubiläen und Aehnliches schließt des inhaltreiche Heft, welches die Gediegenheit des volksthümlichen Unternehmens von Steuern bocumentirt. Eingesandt. «iefcett, den 29. April 1891. Der Schützenverein feierte am Sonntag und Montag sein diesjähriges Eröffnungsschießen. Die Betheiligung der schießenden Mitglieder war eine sehr rege und durch das prachtvolle Wetter begünstigt verlief das Preis- schießen zu aller Befriedigung. Die Bedienung der Schießstände, die Functionirung der Apparate war eine exacte und das Arrangement der Preisvertheilnng etn durchaus practisches, wofür dem Vorstände gerechter Dank gebührt. Nach Beendigung des Preisschießens versammelten sich eine große Anzahl (schießender und nichtschietzender) Mitglieder bei einem solennen Festessen, welches reichlich des Guten bot und das Gebotene bei allen Thelnehmern ungeteilter Zufriedenheit begegnete. Dem Vorstande möchte man nun sehr dringend die Fertigstellung des projectirten Hasenstandes ans Herz legen, denn es steht ohne Zweifel fest, daß die Anlegung dieses Standes eine dringende Nothwendigkeit ist, alle Jagdliebhaber im Verein mit ganz besonderer Vorliebe auf die Sckietzstände (und dem Schützenhaus) anziehen und reue Mitglieder zuführen wird. Verkehr, Land» um» VEsmirt^-haf». Arants« rt, 27. April. Viehmarkt. ES waren angetrieben 341 Ochsen, 16 Bullen, 352 Kühe, Stiere und Rinder, 348 Kälber, 99 Hümmel und 388 Schweine. Die Preis« stellten sich für Ochsen L Qual, auf J4 67—71 pr. Ctr. Schlachtgewicht, 2. Qual. JL 63—65, Bullen JL 50—52, Kühe und Rinder 1. Qual. «X 58—60, 2. Qual. 46 —50, Kalber 1 Qual. 64—68 H, 2. Qual- 50-55 Hümmel 1. Qual. 64-66 2. Qual. 58—60 H per Psd-, Schweine 1. Qual. 53—54*H, 2. Qual. 52—53 H pr. Pfd- Schla i) gewicht. — In Oberhessen finden im Monat Mai u. A. folgende Märkte statt: Den 4. in Echzell Schweine- und Kramermarkt. Den 4. in Langsdorf Vieh- und Kramexmartt. Den 5. in Nidda Vieh-, 6. Krämermarkt. Den 5. in Ranstadt Vieh- und Krämermarkt. Den 5. in Reichelsheim Vieh- und Krämermarkt. Den 5. und 6. in Gießen Vieh- und Kramermarkt. Den 5. in Schotten Vieh-, 6. Krämermarkt. Den 12. in Herchenhain Vieh-, 13. Krämermarkt. Den 13. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt. Den 19. in Bleichenbach Vieh- und Kramermarkt. Den 19. in Grünberg Vieh- und Krämermarkt. Den 19. in Lich Vieh- , und Krämermarkt. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-Depüt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief.) Zurich versendet gern Muster von feinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 1619 Der Werth einer guten Seife wird täglich immer mehr anerkannt, seitdem bte Hygieine uns die Augen geöffnet und nachgewiesen hat, daß vorzeitiges Altern, die Entstehung von Rissen, Runzeln, Gesichtsröthe rc. in den meisten Fällen durch den Gebrauch von minderwerthiger alkalischarfer Seife heroorgerufen wird. Zur rationellen Pflege der Haut soll man sich nur einer wirklich neutralen, garantirt reinen fehlerfreien ToilettefÄfe bedienen, wie dies z. B. Doerings Seife ist, die seit kurzem erst und zwar auf Veranlassung hervorragender Hautärzte dem großen Publikum zugänglich gemacht wurde. Die Schönheit der Haut, die Reinheit des Teints wird durch Doerings Seife wesentlich gefördert und conserviri und weil Doerings Seife wesentlich billiger ist als alle anderen guten Seifen, wird die rationelle Pflege der Haut Jedermann, auch selbst den weniger Bemittelten ermöglicht. Zu haben in den Parfümerien, Colonial- u. Droouen-Geickäite. Preis 40Pfg. in Giessen bei Gebrüder Adami, F. C. Conrad, Eberh. Dort, Drehes & Wallenfels, Fritz Egly, Emil Fischbach, Ad. Geisse, Gustav Gerhardt, L. Kalkhof, Gg. Kinkel, Ludwig Loth, Eberhardt Metzger, P. J. Mobs, Paul Möser, H. F. Nassauer, Ang. Noll II., Otto Schaaf, J. M. Schulhof, P.F. Thomas, Ang. Voigt, Hch. Wallach, in Wieseck bet Heine. Volzel II in Lieh bet J. Häuser, C. Vogt II., „zur Nose", in Schotten bei Gg. Böhm. Enaro»-Verkauf. Doering & Co., Frankfurt a. M. und Benner & Krumm, Droauen-, Material- u. Fardenwaaren-Gronduudtmia, Giessen. f3309 Bei Gebrüder Stamm (Markt- und Schulstraßen- Ecke I. und II. Stock) findet man die größte Auswahl der schönsten Herren« nnd Knabenkleider zu bedeutend ermäßigten Preisen. l339ti Wöchentliche Aetrerficht der Todesfälle in Gießen 16. Woche. Vom 19. April bis 25. April 1891. Einwohnerzahl: 20 611 (tncL 1600 Digrm Militär). Sterblichkeitsziffer: 27,76 »/oo bezw. 22,71 nach Ausschl. der Ortsfremden. Kinder Es starben em: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebmsjahr: 2.—15.Jahr: Lungenschwindsucht 1 (1) Acute entzündliche Er- 1 (1) — — krankunaen der Ath- rnungs-Organe - 3 2 — 1 Andere bekannte Krankheiten 5 4 — 1 Verunglückung 2 (1)______2 (1)_______—_________~~ Summa: 11 (2)“ 9 (2) — 2 2tnm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Verdingung. Die Anlieferung von ea. 200 ebm Uferbausteinen zur Unterhaltung der Uferbauten au der Lahn zwischen Gießen und der Landesgrenzein der Gemarkung Heuchelheim, soll im Wege der öffentlichen Ausschreibung in einem Loose vergeben werden. Ä Die Bedingungen sind bei «r. KreiSdauawt Gießen in den Dienststunden zur Einsichtsnahme offen gelegt und sind Angebote bis längstens den 6. Mai 1891, Vormittags 11 Uhr, geschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die unterfertigte Stelle einzusenden. Mainz, den 27. April 1891. Gr. Wafferbauamt Mainz. Jmroth. 4087 Vorzüglichen Aepfelwein empfiehlt P» Fr. Tbomafi, 4110 6 Wallthorstraße 6. ~ 4104] Ein gebrauchtes Break zu i G^SkiUberger Nachf. (Aug. Führer), j Neuenweg. 1 Bekanntmachung. Der von Großherzoglichem Ministerium des Innern' und der Justiz genehmigte Plan über die sestgestellten Fluchtlinien für den Tiesenweg liegt in Gemäßheit der Art. 7 der allgemeinen Bauordnung auf dem Bureau der Stadtbaumeisters zur Einsicht offen. Gießen, den 27. April 1891. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 4085 Versteigerung. Montag, de« 4. Mai d. I., Nachmittag» 2 Uhr, versteigere ich gegen Baarzahlung: 1) in der Restauration Bieker, Neustadt 83 dahier: Sopha, ovaler Tisch. Spiegel in Golorahmen. Geräthschrank, Commode. Schrank mit Glasaufsatz, Regulator. Nähtisch, großer Zimmerteppich. 4 Rohrsitzstühle, 3 Belten mit Sprungfeder- und dreitheiligen Matratzen, 4 Bilder in Goldrahmen; 9) unmittelbar hieran anschließend in der Hawwstraß« 12: Kinderbettstelle, Küchenschrank, Wanduhr, Rohrsessel, Tische, Spiegel, Stühle, Hänge- und Steh-Lampen, Galleriestangen, Waschbütten, Einmachfäffer, Fruchtwaage, Rollseil mit Rolle, Futlerbänke und Schweinetröge, Backgeräthschaften, allerlei Küchengeschirr u. dgl. m. Die Gegenstände, insbesondere di« ad 1 genannten, find noch gut erhalten, zum Theil sogar noch neu. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Born 4123 Großh. Gerichtsvollzieher zu Gießen. Im Auftrage der Stadt Gietz«« wird in Folge des von dieser eingeleiteten Enteignungsoerfahrens Mittwoch den 6. Mai, Nachmittags 3 Uhr, von dem unterzeichneten Ortsgericht an Ort und Stelle öffentlich meistbietend unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verkauft: Flur I Nr. 370 — 19 Meter Hofraum im Kaltenloch, Flur l Nr. 371 — 19 Meter Grabgarten daselbst, Flur I Nr. 375Vio - 26 Meter Hofraum an der L-tadtpforte- Im Anschluß hieran werden die auf Flur 1 Nr. 370 befindlichen Gebäulich- । feiten auf den Abbruch versteigert. Gießen, 27. April 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A : Vogt. 4043 Schillers sämmtl. Schriften, die große hist.-krit. Ausg. v. Goedecke, Sauppe, Vollmer u. A , 15 Bde. Lex. 8«. (ßabenpr. brosch. JC 119), tadellos neu, I in reinen und soliden Halbfrauzbdn., für i den festen Vreis von X 45 zu verkaufen. । Näh i. d. Exp d. Bl. 4 )38 Hochfeines Sauerkraut ‘ empfiehlt [306] C. Roth. 4034] Gelbe Arührosa.Kartoffeln 1 verk Earl Malkomefiud, Neuenw. 27. Ät. Schlachthaus. Freibank. 4096 j Von heute Nachmittag 4 Uhr ab: la. Kuhfleisch, nicht ladenrein, per Pfund 4S Pfg. Frisch eintreffend empfehle: Soll. Maifische, Schellfische, Eabliau, Ostend. Seezungen, BLrsche, Hecht nnd Zander. A. Koch Nachfolger, Neuen Säue 19. 4108 4102] Große deutsche Tiger- Dogge billig zu verkaufen. Bleichstratze 20 Alle Neuheiten in Shlipsen, Kravatten, Hemden, Kragen, Manschetten, Taschentüchern, Glace» und Stoff-Handschuhen, Hosenträgern, Kragen- u Manschettenknöpfen, Hosenstreckn^^Hut- und Armfloren, Regenschirmes rc. empfiehlt zu billigen Preisen 2671 H. Hübsamen. Oberhemden liefere unter Garantie für guten Sitz und tadellose Arbeit. 2384 Liter entsprechend billiger. Pei Abnahme von 40 Aus obige Bekanntmachung Bezug nehmend, empfehle ich mich zum Abschluß von Feuerverficherungen zu festen und billigen Beiträgen und bin zu weiterer Auskunft gerne bereit. Gießen, im Aprll 1891. 4091 Carl Heldmann, Restaurateur. WkDnlW NerschmiM-Actikn-KM in Essen. Garantiefonds: Mk. 10,108,155.—. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir die seither von dem verstorbenen Herrn LouiS Textor in Gießen geführte Agentur unserer Bank dem Herrn Carl Heldmann, Restaurateur, Gießen, übertragen haben. Gffen, im April 1891. Thierfchutzverein Gießen, aw Generalversammlung 'M Dienstag, den 19. Mai 1891, Abend- 8 Uhr, im Hotel Schütz. Tagesordnung: 1) Rechenschaftsbericht. 2) Rechnungsablage. Haupt-Niederlage der anerkannt vorzüglichen Weine von The Continental Bodega Comp. Aröeiter-Waifeier 1891. SW In Steins Garten: MC Freitag, den 1. Mai, Abends 8‘/2 Uhr: Große öffentliche Arbeiterversammlung. Tagesordnung: Die Bedeutung des ersten Mai. Entree frei Sonntag, den 3. Mai, Nachmittags 3‘/2 Uhr: Allgemeine Maifeier, mlmn-kn mit Gesang, Cancert, Theater and Tan;. 3942 Gntrße 28 Pfg. ä Person. Me Arbeiter und Arbeiterinnen sind freundlichst eingelade«. Die Comwissto«. Drebes & Wallenfels 21 Marktplatz 21 empfehlen hiermit unter Garantie der Reinheit ihr wesentlich vergrößertes ---Weinlager und empfehlen als besonders Preiswerth und Vortheilhaft: W eiss weine. JL Sudweine. 4. Bodenhcimer . . . pro Liter -.75 Priorato, herb.....pr. Fl. 1.20 Laubenheimer . . . • ff ii -.90 n dulc...... „ 1.40 Deidesheimer . . . • n ii 1.— Sherry........ 2.— Niersteiner .... • n u 1.20 Malaga....... „ 2.— Diirkheimer .... • u u 1.20 Madeira....... „ 2.— Oppenheimer . . . • ff ff 1.40 Tokayer Ausbruch ... „ 2.— Geisenheimer . . . - ,, 3A Liter 1.20 Bordeaux Medoc .... „ 1.40 Hochheimer . . . Erbacher..... • // ff 1.40 „ St. Julien . 1 . „ 1.60 • ff ff 1.60 Kamarite....... 1-90 Rauenthaler . . . • H lf 1.80 Santo Rosato Bine ... „ 2.10 Rüdesheimer . . . • f! " 2.— Argas Malvasia..... 2.40 Rothweine. Affenthaler.....pro Liter 1.— Beerenweine. Heidesheimer . . . • ft ff 1.20 Stachelbceren-Weine . . . pr. Fl. —.70 Ober-Ingelheimer. - • lf ff 1.40 Johannisbeercu-Weinc . . „ —.70 Aßmannshauser . . • ff ff 1.60 I Heidelbeeren Weine ... „ —.90 8de8BHrn. Prof. Dr. Krüger und der Capelle des Regiments Nr. 116. I. FrescobaIdi (1580—1635): Passacaglia f. Orgel. II. Schütz (1585 —1672): Laden zu vermiethen. 4094] Stadt Mainz. 4097j Laden, auch 4—5 Zim mit Zub u. Wasser! ,preisw.z verm. Wallthorftr.46 4107] Möblirtes Zimmer zu vermiethen- __________________Frankfurterstraße 36- 4101] Sckön möblirte Zimmer zu ver- miethen. Wilh. Stumpf, Sonnenstr. 9. 4099] Schönes einfach möblirtes Stübchen zu vermiethen. Eichgärten 12, parterre. 1567] Möblirtes Zimmer mit ob ohne Pension zu vermiethen. Lindenplatz 7. 392d] Möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Dammstratze 32. 4114] Laden mit Logis in der Ludwigstraße 28 zu vermiethen. __________________Wilh. Seipp. 4118] Kleiner Laden sofort zu oer- 3% Reichsanleihe 3V2°/o do. 3% Preuß. CousclS 3V.°/e do. 85.65 99.15 85 55 99.20 4% Ung. Gold-Rente 5% Jtal. Rente IVbP/o Oest. Silber-Rente 5% Atuff. HL Orient 98(0 9Ä 80 8i oe 75 80 Disconto-Command'-Anth- 193.10 Lomb. E.-B.-Act. 98 5» Darmstädter Bank-AcL 142.60 Buschtherader E.-B.-Act. 481 00 Dresdener Bank-Act. 146 UV Elbtbal-Bahn-Act. 187 21. Nordd. Lloyd-Act. 12220 Gotthard-Bahn-Act. 149 60 Wiener Bankver.-Act- 99 25 Schweizer Nordost-B.-Act. 144 90 Oeft. Eredtt-Act. 26* 5U Mainzer E.-B.-Act. 116 30 Oest. Staatsb.-Aet. 2 20.12 Marienburger E.-B.-Act. 71.90 4% Offenbacher Der. KönigS-Laurah.-Aet. 124.00 Gelsen!. Bergw.-Act. 155 50 Tendenz fest. SA» H-rrMs tarn 6 GssLE- ' l»t. WW !* *4 W: kitt, te "> (mi ^geloben iiito-M 155.-, ^ietzea Mut », «tzm, psehle ich mich M d billigen Beiträgen 4091 üestauratenr. »ießen. ■ungw m Hotel Schütz. icht. «ann, Vorfitzmdrr. rb wiebMc ich nach g in allen »otlam« !inHtr.9M7b.M b dahier, bei welchem tzwrtztz von btmitlbtn Mntz mtxnti WM» tdu mit M m jttn ihm (MM l» chMrn Gönner, gleich- den sollte, streng M ideckermeister u. erbliebe*en'' ?• n dem schweren iseren innigsten ikgtsOst- 1891. »i-W •* ?! :Sl* Orient -s->s 411 00 '«Ad- ’”, P 149 dk ■V 144 96 !> >>',1 ,s^ irt.so fefr Donnerstag den 30. April. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Rr. 99. - 1891. Bekanntmachung. Auf Ansuchen der Bäcker-Innung hat die Stadtv.- Versammlung in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, daß die Rückvergütung des Octrois von Backwaaren bei der Ausfuhr schon von 50 Kilogramm an nach dem bisherigen Tarifsatz erfolgen soll. Wir bringen dies mit dem Ansügen zur allgemeinen Kenntniß, daß diese Bestimmung vom 1. Mai d. I. an in Kraft tritt und daß nur solche Quantitäten bei Feststellung des zurück zu vergütenden Octrois Berücksichtigung finden, welche am Ausgangsthor dem Erheber zwecks Controlirung vorgeführt und schriftlich nach Quantität declarirt werden. Gießen, den 24. April 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________________Gnauth.__________________4055 Mobiliar - Verstefgeron^. Montag den 4., Dienstag den 5., Mittwoch den 6. und Freitag den 8. Mai, Nachmittags 2 Uhr beginnend, wird die aus fünf Zimmern und einem Salon bestehende Einrichtung im Felfing'ichen Hans, Südanlage 16, partere, erbvertheilungs- halber meistbietend versteigert: Montag den 4. OTat Nachmittags 2 Uhr, kommt zum Ausgebot:, 1 Plüschgarnitur, bestehend aus Sopha, 6 Stühlen, ovaler Tisch und entsprechende Tischdecke, 2 große Teppiche, 1 Trumeau- spiegel, 1 Spiegelschrank, 1 Berticow, 1 Damenschreibtisch, 1 Pendule, 2 Kleiderschränke, 1 Commode, 2 Sessel, um 4 Uhr SNF' 1 Kaffenschrank Bilder, Nippes und Haushaltungssachen. DienStag den S. Mai, Nachmittags 2 Uhr: 1 Garnitur, Sopha, 6 Stühle, Tisch, 1 großer Tisch, 1 Pendule, ovale, runde und andere Tische, Stühle, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegelschrank , 1 Nähtisch, 1 Sopha, 1 Regulator, 2 Spiegel, 1 alter- thümliche Commode mit Glasaussatz, Silbergegenstände, Porzellansachen, Weißzeug, Betten, Waschtische, Nachttische u. s. w. Mittwoch den 6. Mai, Nachmittags 2 Uhr: Weißzeug, Möbel, Porzellan und Haushaltungssachen. Freitag Bormittags 9V2 Uhr beginnend: das Küchenmobiliar und Kücheneinrichtung. 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