1891 Mittwoch den 28. October Rr. 251 Amts« und Anzeigeblatt fth? den Areir (Stegen. Hrattsöeikage: chießmer Kamilienökätter WWWH BW der Man befürchtet, daß auch die Hilfsgewerbe in als bisher. Wenn im Webstoffgewerbe Mitleidenschaft gezogen werden. tee Anzeige« zu der Nachmittags für dar fHyeboi Lag erscheivenöen Nummer bis vor«. 10 Uhr. Alle AtmomewGureau? des In« and Nuslondes aehm-v Anzeigen für den „Gießener Anzeiger*' enigtg.-» Wie Gießener •Me* dem Anzeiger Wßchnttltch dreimal beigelegt. Mer W*MX Z-d-G-r nchcheint täglich, «tt Ausnahme des Montag«. Neueste Nachrichten. WolffS telegravhischeS Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 26. October. Gegenüber der Meldung Anstand. Paris/ 25. October. Nach hier eingegangenen Nachrichten haben auch in den Departements Pyrenoes-Orientales »«SSWWVASSMMSW nicht bald ein Umschlag zum Besseren eintrete, seien Arbeiter- Entlassungen in größerem Umfange wohl kaum zu vermeiden. Arbeits-Einschränkungen seien bereits vielfach vorgenommen worden, besonders seien im Wupperthal auch Lohn-Herabsetzungen unvermeidlich geworden. In Fachkreisen behauptet man, auf die Dauer sei im Eisengewerbe ebenfalls eine Lohnherabsetzung nicht zu umgehen, falls der Absatzpreis für die Erzeugnisse fernerhin noch unlohnend bleibe wie heute. Die Ursache des schlechten Geschäftsganges des Eisengewerbes liege nicht sowohl am Rückgänge des Eisenverbrauchs, als an der Zuvielerzeugung besonders von Feinblechen, Kleineisenzeug, Stabeisen und Grobblechen. Bochum, 26. October. In einer gestern stattgehabten Bergarbeiter-Versammlung zu Hamme erklärte Bergmann Schröder, die jetzige Lage der Bergleute sei schlimmer als vor dem Srrike 1889. Die Bewegung schreite nicht fort. Prag, 27. October. Nach dem „Prager Tageblatt" nimmt der Kartoffel-Export Böhmens eiuen Umfang an, wie kaum je zuvor. Es werden bezahlt rothe Kartoffeln mit fl. 1.55—1.60, weiße fl. 2.20—2.30 per Meter- centner. Wien, 27. October. Es wurde hier ein czechischer Centralverein constituirt. Ein Obmann erklärte, sie würden nicht ruhen, bis die 200,000 Wiener Czechen zurückgegeben seien. Die Wiener Czechen sollten der Regierung Opposition bis aufs Meffer machen. Bern, 27. October. Nach amtlicher Mittheilung sind in Meiringen 95 Wohnhäuser und 79 Oeconomiegebäude abgebrannt. 168 Familien mit 766.Personen sind obdachlos. Paris, 27. October. In der Kammer bezeugte Ri bot die Correctheit der Handlungsweise der italienischen Minister bei der Unterdrückung der Unruhen und Verhütung weiterer Excesse gegen die französischen Pilger. Es wurde ein Fortbestehen der Botschaft beim Vatican mit 74 Stimmen Majorität beschlossen. Rom, 27. October. Wegen der Pilgerscandale hat der Papst eine diplomatische Note an alle beim Vatican vertretenen Mächte gerichtet, worin er die Gefahr betont, daß Rom der Sitz zweier Mächte sei und eine Unterdrückung der Pilgerfahrten dem Papste den freien Verkehr benehme. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig fteiwMgen Dienst aus Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachfuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll- .ständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig fteiwMgen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen- Z) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Attenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnafien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen mllitärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ober ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem EinwMgungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmllich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg. - Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 39, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Depeschen deS „Bureau Herold". Berlin, 26. October. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Die gestrige Versammlung der Arbeiterinnen Wiens beschloß den Anschluß an die socialdemokratische Partei. Berlin, 26. October. Von 34 Kirchen-Gemeinden, deren Wahlergebnisse entschieden, wählten 14 liberal, 16 positiv, 4 Cartellcandidaten. Berlin, 26. October. Auf ministerielle Anordnung wird die Frage der electrischen Hochbahn durch die südlichen Stadttheile Berlins zwischen den Stationen Zoologischer Garten—Schlesischer Bahnhof einer eingehenden Prüfung unterzogen. Die Verhandlungen, unter Betheiligung der Firma Siemens u. Halske, welche den Bahnbau ausführen soll, finden demnächst statt. Spandau, 26. October. Die Schießschule stellt Versuche mit einem neuen Armeerevolver engeren Kalibers an. Köln, 26. October. Wie der „Köln. Ztg." aus dem niederrheinisch - westfälischen Jndustriebezirk berichtet wird, lauten die Nachrichten über die beiden großen Geschäftszweige, Eisen und Webstoffe, neuerdings noch unerfreulicher Blätter über den Austritt Wißmanns aus dem Colonialdienst werden frühere Nachrichten bestätigt, wonach Wißmann den Auftrag hat, in Kairo Sudanesen anzuwerben und diese nach Ostasrika zu führen. Berlin, 26. October. Den „Polit. Nachr." zufolge wird die Erhöhung des Reichszuschusses für die Jnvali- ditäts- und Altersversicherung im nächsten Etat 13 Millionen betragen - die Durchführung des Systems des Aus st eigens im Gehalt nach dem Dienstalter trete von dem nächsten Etat an für sämmtliche preußischen Staatsunterbeamten ein. Berlin, 26. October. Der in der heutigen Generalversammlung der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft vorgelegte Geschäftsbericht für 1890 hebt hervor, daß das Berichtsjahr noch kein Anormales, immerhin im Großen und Ganzen aber ein erfolgbringendes gewesen fei; insbesondere sei durch den Vertrag mit der kaiserlichen Regierung eine ausgezeichnete Basis zu weiteren Operationen gewonnen worden. Die Bilanz schließt in Activen und Passiven mit 22510 264 Mk. ab. Der Einfuhrwerth betrug 2654919 Lstrl., der Ausfuhrwerth 5015915 Rupien. Die Generalversammlung wählte die ausscheidenden Mitglieder des Verwal- tungsrathes wieder; ueugewählt wurde der Bergrath Buffe von Coblenz. Dresden, 26. October. Bei der Land tags stich wähl in Dresden-Altstadt wurde M e tz l i ch (cons.) mit 3760 Stimmen gewählt. Der Socialist erhielt 2251 Stimmen. Stuttgart, 26. October. Der „Staats-Anz." veröffentlicht den Hauptinhalt d^s Te st am e n ts des Königs. Universalerbin ist die Königin Olga. Das zum Privatvermögen des Königs gehörende Mobiliar erhält der regierende König. Sofort zahlbare Legate sind: 400,000 Mark an die Centralleitung des Wohlthätigkeitvereins, 100,000 Mark an besonders bedürftige Arme, 100,000 Mark an die Karl- Olga-Stiftung. Weitere namhafte Legate zu Gunsten der Angehörigen des Königshauses werden zu einem späteren Zeitpunkte fällig. Der Vermögensrest, welcher zunächst der Königin Olga zukommt, fällt später dem regierenden Könige zu. Wien, 26. October. Ein Berliner Brief der „Polit. Correspondenz" hebt hervor, sicherlich seien die Zusammenkünfte des Königs von Rumänien mit dem Könige von Italien und dem Kaiser von Deutschland, wahrscheinlich auch die mit dem Kaiser von Oesterreich nicht ohne gewisse politische Tragweite, da die betreffenden Unterredungen wohl auch zu Aussprachen über die politische Lage Gelegenheit bieten dürften. Aber ebenso bestimmt ist es, daß Veränderungen in den bestehenden politischen Verhältnissen hierbei nicht ins Auge gefaßt seien, daher es auch zu darauf bezüglichen Abmachungen nicht gekommen sein könne. Wien, 26. October. Das letzte heute ausgegebene Bulletin über das Befinden der Erzherzogin Margaretha Sofia meldet, daß das Fieber weniger hoch, der Puls etwas kräftiger, jedoch sehr frequent und die Nahrungsaufnahme befriedigend sei. Seit Mitternacht hält die gestern Mitternacht eingetretene leichte Besserung an. Wien, 26. October. Der Papst sandte der Erzherzogin Margarethe Sofie durch den Nuntius feinen Segen. Bern, 26. October. Bei dem gestrigen Brand in Meiringen sind alle Wintervorräthe verbrannt. Die Löschversuche waren in Folge des wüthenden Föhns vergeblich; die vortreffliche Hydrantenleitung vermochte nichts auszurichten. Auch die Wälder bei Brienzwyler, 2 Stunden entfernt, gerieten in Brand; das Dorf Brienzwyler selbst wurde nur mit größter Mühe gerettet. Von Thun und Interlaken wurden sofort Lebensmittel gesandt. Obgleich der Brand nur drei Stunden währte, ist die Katastrophe viel beträchtlicher, als 1879. Die Bewohner konnten nur mit Mühe gerettet werden. Das Gemeindearchiv ist unversehrt. Paris, 26. October. In Folge der Ueberschwemm- ungen im Departement Au de sind mehrere Gebäude ein gestürzt. Gegen 20 Personen wurden gelobtet, 9 werden noch vermißt. Viele Brücken wurden weggerissen, die Ernte i ist verloren. Auch die Gegend von Narbonne wurde durch ! eine Überschwemmung heimgesucht. Die Bahnverbindung Deutsches Reich. Berlin, 26. October. Herzog Albrecht von Württemberg, welcher als der präsumtive württembergische Thronerbe gilt,' traf am Sonntag Nachmittag im Neuen Palais bet Potsdam ein, um dem Kaiser die osficielle Mittheilung von der Thronbesteigung des Königs Wilhelm von Württemberg zu überbringen. Nachdem Herzog Albrecht auch von der Kaiserin empfangen worden war, nahm er an der Frühstückstasel bei den Majestäten Theil. Abends sand im Neuen Palais Diner, zu Ehren des hohen Gastes statt und hatten hierzu u. A. der württembergische Gesandte am Berliner Hose, v. Moser, der württembergische Militärbevollmächtigte Oberstlieutenant v. Neidthardt, der württem- bergischc Zolldirector Dr. v. Stieglitz und andere Notabilttaten Einladungen erhalten. ist unterbrochen. Es sind Maßnahmen getroffen, um die durch die Ueberschwemmung Ueberraschten zu retten. Paris, 26. October. Die Flüsse Tel bei Perpignan und Aude bei Narbonne sind beträchtlich gesunken. DaS Unwetter dauert fort; im Mittelmeer sind mehrere kleinere Fahrzeuge an die Küste geschleudert worden. Grenoble, 26. October. Der Personenzug Lyon- Grenoble ist bei Bahnhof Moirans entgleist. Es wird vermuthet, daß 8 Personen getödtet und 20 bis 25 schwer verwundet worden sind. (S. Depesche auf folgender Seite). Loudon, 26. October. Die Maschinenbauer am Tyne Weare kündigten den Arbeitgebern, weil die Arbeitgeber die Forderungen der Arbeiter nicht bewilligen wollten; man schätzt die Zahl der beschäftigungslos werdenden Arbeiter aus dreißigtausend. Serajewo, 26. October. Vorgestern um 6^2 Uhr Abends wurde in Zowrnik ein 10 Secunden andauerndes Erdbeben in der Richtung von Norden nach Süden verspürt. Seafc «ft bet sSsjät PäjKs -r-^plansgasse 27. -^-AÄerstraße 29. w® _____ !/> OKS 2uböigiW_^-— ® Ä«9W fwS» 65JL- und Aude Überschwemmungen stattgefunden, durch i welche nicht unbedeutender Schaden angerichtet worden ist. Auch Menschenleben sollen dabei verloren gegangen sein. ■MMiMmmwiiwiiiB i II ■■RUI.MI wiiyiwan Amtlicher Therl SWwwoFfB JWjtn und joiort iu S bisdrei üninAme .zwei schöne n9en N Mmiethen ■--A. Keller. Bahn- wne schar Wohnung h 3usirumeÄNMch^, zweite Stod tu Neubau, lülem Zubehör, ivsvrt zu Heinrich RnckM U., Werwes 50 rsMMsardnilögis zum, Möhl, Bahnhofstraße l. 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Wie uns der Theaterzettel von gestern verräth, befindet sich das berühmte Werk realistischer Richtung von Ernst v. Wildenbruch, „Die Haubenlerche", auf der hiesigen Bühne in Vorbereitung. Man hat sich lange hin und her gestritten, welches Stück der sogenannten neuen Richtung den meisten litterarischen Werth besitzt, die „Ehre" von Hermann Sudermann oder die „Haubenlerche" von Wildenbruch. Wir, die doch das Werk auch sehr gut kennen, sind der Meinung, daß die „Haubenlerche" der „Ehre" sich getrost an die Seite stellen kann. Wie nun dies ausgezeichnete Werk dazu gekommen ist, in vielen Städten Deutschlands und Oesterreichs verboten zu werden, ist uns offen gesagt ein unaufgeklärtes Räthsel- unserer Meinung nach hätte dann eher noch das Sudermann'sche Werk „Die Ehre" verboten werden müssen, denn so viel wir uns erinnern können, kommt in der „Haubenlerche" nichts vor, das ein Verbot der Aufführung hätte rechtfertigen können. Am Königstädtischen Theater in Kaffel wurde das Werk erst nach der sechsten Aufführung verboten und nach einigen Tagen aber wieder freigegeben, nachdem man sich überzeugt hatte, daß das großartige Opus weiter nichts als einen tiefen Werth in sich birgt. Wir sind daher auch der festen Ueber- zeugung, daß die „Haubenlerche" vor dem kunstverständigen Publikum Gießens denselben Erfolg haben wird, den das gleichwerthige Stück von Sudermann, „Die Ehre", in voriger Saison zu verzeichnen hatte. — Der Gesangverein S'äugerkrauz beabsichtigt am Sonntag den 8. November d. I., Nachmittags 5 Uhr in Steins Sa al bau eine Mendelssohnfeier zu veranstalten und studirt für dieselbe die Chöre der Tragödie Antigone und So- phocles ein. Die Aufführung findet nicht, wie dies oft geschieht, als eine solche mit dazu verfaßter verbindender Dichtung statt- dieselbe wird vielmehr eine Recitation des ganzen Dramas in der Donner'schen Bühnenbearbeitung mit den herrlichen Melodramen und schwerwiegenden, großartigen Chören umfassen. Wir kommen später nochmals darauf zurück. — Erledigte Stellen für Milit'aranw'ärter im Bezirke des 11. Armeecorps. Frankfurt a. M. Ober-Landesgericht, zwei nichtständige Hilfsgerichtsdiener, je 800 Mk. jährlich Diäten. Homburg v. d. H., Kreisausschußverwaltung des Ober-Taunus- kreises, Hauswart für das Kreishaus, verbunden mit der Stelle eines Bureaudieners des Kreisausschusses, auf 4wöchige Kündigung, 800 Mk. jährlich neben freiem Schlafzimmer. Bezirk des Königl. Eisenbahn-Betriebsamts Wiesbaden, zwei Telegraphen - Aspiranten, aus Widerruf, Anfangsgehalt je 1020 Mk. jährlich. Daselbst drei Lademeister-Aspiranten, zunächst auf Widerruf, je 85 Mk. monatlich. Eisenbahn- Betriebsamt zu Kassel, drei Weichenwärter, auf 1 monatliche Kündigung, 800 Mk. Jahresgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß (60 bis 180 Mk. jährlich) bezw. Dienstwohnung. Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Gießen, Großh. Ober-Staatsanwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter am Provinzial-Arresthaus in Gießen, auf Widerruf, eine baare Remuneration von 800 Mk. jährlich. — Die „Offenb. Ztg." enthält ein „Eingesandt", dessen Inhalt, weil für jede andere Gemeinde zutreffend, beherzigens- werth ist. Das Eingesandt lautet: Aus Anlaß des letzten Brandes ist von einem hiesigen Herrn eine kleine Rundfrage in Scene gesetzt worden, um einmal annähernd festzustellen, wie weit die Nichtverficherung gegen Feuerschaden in unserer Stadt wohl noch gehe. Dabei hat sich denn das bedauerliche Resultat herausgestellt, daß noch sehr viele Familien beständig in Gefahr schweben, ihr kleines Eigenthum ohne jede Aussicht auf baldigen Ersatz einzubüßen, weil es nicht versichert ist. Vielfach ist es Nachlässigkeit, vielfach auch bewußte Handlungsweise- erhielt doch ein Fragesteller von einem ein Einkommen von ca. 1200 Mk. habenden Meister einer hiesigen Fabrik, einem braven und sonst recht intelligenten Manne, die Antwort: „Er habe so lange die Groschen umsonst bezahlt, daß er die Lust verloren habe, zu versichern." Gott behüte den Mann vor einem Brandschaden- es wäre eine furchtbare Lehre für ihn. Es kann nicht eindringlich genug an jeden Familienvater die Mahnung gerichtet werden: „Versichere dein Hab und Gut gegen Brandschaden!" Es kostet bei den allgemein für Offenbach üblichen billigen Prämien ja die Versicherung von 1000 Mk. kaum 1 Mk. im Jahre, und so viel ist doch die beruhigende Gewißheit werth, welche die Versicherung von Hab und Gut gegen Feuerschaden gewährt. Ostheim bei Butzbach, 25. October. Am 20. October wurde an einem Birnbaum dahier der Leimring angelegt und am 24. October wurden an diesem Ringe nicht weniger als 105 Weibchen und 76 Männchen des Frostnachtspanners von Herrn Bürgermeister Schneider und dem Obstbaumwärter Herrn I. Schneider gezählt. Diese 105 Weibchen hätten allein schon genügt, den Baum mit ca. 25 000 Eiern zu belegen und eben so viele Raupen zu erzeugen, die sowohl die Blätter und Blüthen dieses Baumes gänzlich aufgefressen und somit auch die nächstjährige Ernte wiederum vernichtet hätten. An diesem einen Baume dürften sich die Zweifler, welche das Anlegen der Leimgürtel als Schwindel betrachten, ein Beispiel nehmen. Friedberg, 26. October. Am verflossenen Sonntag wurde von einigen jungen Leuten ein älterer Knecht von hier betrunken gemacht und dann aus dem Wirthslocal hinausgebracht. Hierbei gab einer der jungen Leute dem Knechte einen Stoß, sodaß derselbe wider einen Stein fiel. Nachdem nun der Knecht im Laufe der Woche gestorben, wurde eine gerichtsärztliche Section angeordnet, welche ergab, daß der Tod in Folge eines Schädelbruches eingetreten ist. Hierauf wurde der junge Mann, der den verhängnißvollen Stoß aussührte, Seitens der Staatsanwalt verhaftet. Darmstadt, 26. October. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde von einigen Nachtschwärmern ein schweres Verbrechen verübt. Der Lumpensammler Muntermann nächtigte, wie üblich, in einem Gartenhause in der Nähe der Rosenhöhe. Als sein kleiner Hund anschlug, wurde M. und dessen Frau von fünf bis sechs Leuten überfallen und beide, namentlich aber Muntermann, arg zugerichtet- er empfing mehrere gefährliche Stiche, das Hündchen wurde gelobtet. Die Messerhelden sind erkannt und wird ihnen hoffentlich eine recht empfindliche Strafe werden. Darmstadt, 26. October. Die hiesige Staatsanwaltschaft erläßt betreffs der Ermordung des Kartoffelhändlers^Peter Arndt von Mörfelden hinter dem muthmaßlichen Mörder, den Schuhmacher Christian Kuhmichel aus Schierstein einen Steckbrief. Der Verbrecher wird als ein Mann von etwa 25 Jahren, kräftig und untersetzt geschildert. Er ist 1.60 bis 1.65 Meter groß, besitzt ein volles Gesicht, einen struppigen Stoppelbart und trug weißen Umlegekragen, röth- liche lange Halsbinde, weichen schwarzen Schlapphut und dunklen Anzug. Kuhmichel ist erst dieser Tage aus dem Zuchthaus entlassen worden. Am 23. October sah man ihn in Frankfurt. Er ist ein gewaltthätiger Zuhälter, der schon einmal drei Jahre Zuchthaus wegen Straßenraubes verbüßt hat. An seiner linken Hand ist der Mittel- und Goldfinger am unteren Glied zusammengewachsen. Aus der linken Backe hat er eine kleine Narbe und am Hinterkopf zwei weiße Haarflecke. Oppenheim, 26. October. Die Weinlese beginnt in Dienheim am 28. October, im hiesigen Berg am 2. November. Der Gartenwein ist sämmtlich verkauft, der anfangs bezahlte Preis bis Mk. 35 pro Aiche ä 64 Liter konnte sich nicht } erhalten, als Durchschnittspreis kann Mk. 3P/2 angenommen werden. Das Mostgewicht schwankt zwischen 75—85 Grad Oechsle. Portugiesertrauben wogen bis 95 Grad. vermischtes. * Frankfurt a. M., 26. October. Der heutige Polizeibericht meldet: Gestern Abend 10 Uhr wurde auf den Treppenstufen des Hauses Untermainkai Nr. 4 ein Findelkind aufgesunden. Das Kind, ein Mädchen, etwa 14 Tage bis 3 Wochen alt, ist mit einem weißen Jäckchen bekleidet und war in einen braunen Unterrock, sowie in ein Stück alter, gelb und roth gestreifter Pferdedecke eingewickelt. Es fand im städtischen Krankenhause Aufnahme. Die Mutter ist noch nicht ermittelt. * Fulda, 20. October. Das „Fuld. Kreisbl." schreibt: Auf Grund divergirender Nachrichten in der Presse über den angeblichen Zigeunerraub auf dem Sulzhos (s. Nr. 246 d. Bl.) haben wir mit dem Vater des verschwundenen Kindes selbst Rücksprache genommen und hat dieser uns mit umflortem Auge und mit öfters erstickter Stimme Folgendes erzählt: „Seit acht Tagen nun sind die Meinen und ich abwechselnd auf der Suche nach dem Kinde, dessen Verlust mir unsagbar nahe geht- lieber wäre ich um meinen ganzen Hof gekommen und würde ich betteln müssen. Jedem leisen Winke, und mag er auch noch so unwahrscheinlich zur Leitung auf eine mögliche Pfadfindung zum rätselhaften Verbleib des kleinen Kindes geschienen haben, bin ich gefolgt. Mehrere Nachbargemeinden haben in rührender Weise sich zu meinen Diensten gestellt und haben eine Massensuche veranstaltet- ich reiste nach Hanau und machte in Begleitung eines keine Anstrengungen scheuenden Gendarmen aus Fulda den Weg von dort zu Fuß zurück- nichts Verdächtiges ist uns entgangen, jede Kleinigkeit haben wir beachtet. Darauf streifte ich mit fünf (3 preußischen und 2 hessischen) Gendarmen fast das ganze Vogelsgebirge ab, wobei ich an einem Tage 56 Kilometer über Stock und Stein zurückgelegt habe- bei Lauterbach stieß meine Begleitung, die sich noch um einen Bürgermeister vermehrt hatte, und ich auf einen Zigeunerzug von 4 Wagen. Die Zigeuner, übrigens durchaus nicht widerspenstig, ließen wir bis auf das Bettstroh und den letzten Lumpen auspacken, letzteres um vielleicht das Kleidchen des Kindes wiederzuerkennen.-- Alles vergeblich. Ich ließ xdie centnerschweren Steinplatten auf meinem Hofbrunnen abheben, in den Schacht steigen und noch vieles Andere thun, was man mir rieth — wieder Alles vergebens! Nun habe ich alle Hoffnung verloren, mein Kind wieder zu erhalten", schloß er, und wir haben diesem Nichts weiter hinzuzufügen. * In Rappoltsweiler wird zur Zeit ein neues Reichs- postgebäude ganz in altelsässischem Stil aufgeführt, lieber dem Portal hat der Staatssecretär Dr. v. Stephan das in Stein gehauene Reliefbildniß des im Jahre 1801 in Rappoltsweiler geborenen berühmten Physikers Karl August von Steinbeil, welcher sich bekanntlich durch seine Entdeckung, die Erde zur Rückleitung der Telegraphierströme zu benutzen, unsterbliche Verdienste um die Entwickelung der Telegraphie erworben hat, anbringen und allen noch lebenden directen Verwandten Steinheils ein Lichtdruckbild des Gebäudes übersenden lassen. * Mülhausen, 20. October. Gestern Morgen geriethen hier zwei über 70 Jahre alte Männer im Rausche mit einander in Streit, wobei der eine den anderen tödtete, nachdem er ihn zuvor gewürgt hatte. Beide waren Jahre lang Freunde gewesen, wohnten zusammen, schliefen in einem Bett, und arbeiteten auch in der gleichen Fabrik neben einander. * Berlin, 21. October. Die Ähnlichkeit vieler Mieths- casernen in den neuen Straßen führt nicht selten zu fatalen Jrrthümern. Ein junger Jurist schlug sein mit allem Comfort ausgestattetes Junggesellenheim am 1. Juli in einem Hause der Lübeckerstraße zwei Treppen hoch, rechts auf, und begab sich, als der Umzug vollendet war, auf eine Reise in fcie Alpen. Vor einigen Tagen traf er am Abend in Berlin wieder ein und die Droschke bringt ihn an das von ihm bezeichnete Haus. Der Ankömmling steigt mit seiner Reisetasche die zwei Treppen hinauf, langt den wohlverwahrten Corridorschlüssel aus der Tasche hervor und will öffnen. Aber der Schlüssel versagte seinen Dienst und der junge Mann, dessen größte Tugend die Geduld gerade nicht ist, begibt sich schleunigst auf die Sttaße, um einen Schlosser §u suchen. Er kehrt auch bald mit einem solchen an die Corridorthür zurück und hurtig beginnt der Meister mit den Dietrichen seine Arbeit. Das Schnepperschloß ist vorzüglich und die mit einigem Geräusch verbundene Oeffnung nimmt eine geraume Zeit in Anspruch. Endlich hat die Geschicklichkeit des Schlossers gesiegt. Die Thür wird zurückgestoßen und — da steht mit angeschlagenem Revolver ein entschlossen aussehender, bärtiger Mann vor den Beiden. Der Schlosser prallt zurück, und der Jurist ruft dem Revolvermann entgegen: „Was haben Sie hier zu suchen, Sie Einbrecher?" Und der Revolvermann schreit: „Spitzbubengesindel, jetzt folgt Ihr mir zur Wache, oder ich gebe Dampf!" Der Lärm führt die Flurnachbarn herbei, und durch deren Zwischenreden gelingt es, die beiden Parteien über die Lage aufzuklären. Der Jurist stand nicht vor seiner Wohnung, sondern zwei Treppen rechts im Nachbarhause, vor der eines fremden Herrn. Das Abenteuer verlief mit Heiterkeitsausbrüchen bei den Zeugen des Vorfalls und mit vielen Entschuldigungen der Hauptbetheiligten gegen einander. * Einbeck, 18. October. Ein psychologisch merkwürdiger, leider tragischer Vorfall macht hier viel von sich reden. In Sülbeck hatte der 16jährige Sohn einer Bauernfrau in letzter Woche so sehr seine Freude an einem Kälbchen, das eine Kuh geworfen, daß er bat, dieses aufziehen zu dürfen. Die Mutter verkaufte aber das Thier, während der Sohn abwesend, zum Schlachten. Hierüber war Letzterer, als er heimkehrte, so erregt, daß er aus den Boden stieg und sich erhängte. Die Mutter fand ihn bereits leblos, bemühte sich aber mit ihrer Tochter um ihn durch Wiederbelebungsversuche. Diese waren allerdings von Erfolg- indessen blieb der Unglückliche geistig umnachtet und mußte nun in ein Irrenhaus ausgenommen werden. * Erstes deutsch-akademisches Sängerfest in Salzburg. Zu Pfingsten (4., 5. und 6. Juni) 1892 soll in Salzburg ein deutsch-akademisches Sängerfest stattfinden, als dessen Theil- nehmer alle an deutschen Hochschulen (des Deutschen Reiches, Oesterreichs und der Schweiz) bestehenden akademischen Gesangvereine, Studenten - Liedertafeln u. s. w. gedacht sind. Es ist ein Begrüßungsabend, ein großes Concert in der Aula academica, eine Delegirtenversammlung, ein Gartenfest, eine Hauptversammlung, ein Ausflug nach Berchtesgaden-Königssee und ein Commers in Aussicht genommen. Bei der großen Bedeutung, welche dieses Fest für das gesammte, deutsche akademische Leben und insbesondere für die künstlerischen Bestrebungen der Studentenschaft zu haben scheint, ist eine zahlreiche Betheiligung wohl zu erwarten. Auch viele Alte Herren akademischer Gesangvereine dürften diesen Anlaß zu einer Pfingstfahrt nach Salzburg willkommen heißen. Der Gemeinderath der Stadt Salzburg hat in seiner Sitzung vom 7. September dss. Js. den Plan, dieses Fest ins Leben zu rufen, freudigst begrüßt und die Absicht ausgesprochen, demselben alle Förderung zu Theil werden zu lassen. Die Anregung ging vom Wiener Akademischen Gesangverein aus. * Eine heitere Verordnung ist vor einigen Tagen von den englischen Eisenbahn-Verwaltungen erlassen worden. Junge und alte Engländer, mit und ohne Spleen, haben die löbliche Gewohnheit, ihre Füße auf Stühle, Tische, Fauteuils und sonstige nützliche und für ganz andere Zwecke bestimmte Möbelstücke zu legen, wenn sie es sich recht bequem machen wollen, und das wollen sie meistens immer. Natürlich machen die Engländer von dieser schönen Sitte auch auf Reisen Gebrauch und die Plüschsitze in den Eisenbahnwaggons erster und zweiter Klasse nehmen in Folge der zärtlichen Fußtritte der Gentlemen gewöhnlich so rasch ein schäbiges Aussehen an, daß sie meistens schon verbraucht sind, bevor sie ihren eigentlichen Zweck, „besessen" zu werden, erfüllt haben. Die Eisenbahn-Verwaltungen, die von der Abnutzung der Sitze ein trauriges Lied zu fingen wissen, haben nun unlängst in den einzelnen Coupes gelbrothe Zettel an- schlagen lassen mit der herzbewegenden Inschrift: „Die Herren Reisenden werden höflichst und freundlichst ersucht, ihre Füße nicht auf die gegenüberliegenden Sitze zu legen. Unter den Sitzbänken stehen kleine Fußschemel." Die Einführung der Fußschemel war jedenfalls sehr gut gemeint, aber trotzdem nicht geeignet, die Herren Reisenden zufrieden zu stellen. Diese kümmerten sich wenig oder gar nicht um die „höfliche Bitte" und legten ihre Füße nach wie vor aus die gegenüberliegenden Sitze. Da kam die Eisenbahn -Direction in Glasgow aus einen genialen Einfall, der sofort den Beifall der anderen Bahn-Verwaltungen fand. Seit einigen Tagen fand man in den Coupes erster und zweiter Klasse fast aller englischen Bahnzüge folgende Worte, die wieder auf rothen Zetteln prangen: „Die Herren Reisenden werden höflichst ersucht, sich aus die Erde zu setzen, und ihre Füße aus die Fauteuils zu legen." Anfangs ärgerte man sich über die komische Verordnung, dann lachte man darüber, und jetzt soll man schon so weit gekommen sein, gegen dieselbe zu handeln. Man setzt sich wieder auf die für das Sitzen bestimmten Polster und stellt die Füße fein manierlich dorthin, wohin sie gehören, auf den Fußboden. Univerfitäts - Nachrichten. Jena, 25. October. In der Kreissynode Naumburg-Pforta berichtete der Vorsitzende vr Witte-Pforta, daß er sich zu Pfingsten 1890 mit dem alljährlich in Kösen zusammentreffenden Congresse deutscher Corpsstudenten in Verbindung gesetzt habe, um ein Aergerniß zu beseitigen. Gerade am Pfingstsonntage früh findet auf der Rudelsburg die sog. Fuckstaufe statt, zu welcher lauten Feier sich aus den umliegenden Ortschaften die neugierige Jugend rc. tn bellen Haufen sammelt. Der den Corps ausgesprochene Wunsch gehe dahin, die ganze Zusammenkunft um einen Tag früher anzusetzen, damit der Congreß an einem der heiligslen Feste der Christenheit bereits beendet und somit das öffentliche Aergerniß vermieden werbe. Die schriftliche Antwort des 8.6. habe ablehnend gelautet: „man sehe sich nicht in der Lage, dem ausgesprochenen Wunsche nachzukommen." Der Vorsitzende strebe aber eine weitere Verfolgung der Angelegenheit zunüchst auf gütlichem Weg an. Scbiftsnach richten. Bremen, 25. October. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Werra, Capt. C. Pohle, vom Norddeutschen - loyd in Bremen, welcher am 14. October von Bremen und am 15. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten tn Newyork angekommen. — Der Poftdampfer „Rhynland" der „Red Star Linie" in ,'lntwerpen ist laut Telegramm am 23. October wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land« nnd Volkswirthfchaft. Gieße«, 27. October. Marktbericht. Auf dem heutigen dochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnereier 1 St. 2 St. 13-15 4, Enteneier 1 St.---4, 2 St. - 4, Käse pr. St. 4—8 4, KLsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 25 4, Lmsen pr. Liter 29 4, Tauben pr Paar X 0,40—0,60, Hühner pr. Stück X 0,90—1 00, Hahnen pr. St X 0,50—0,75, Enten pr. Stück X 1,70-2,00, Ochsenstetsch pr. Pfd 70—76 4, Kuh- und Rindfleisch 00—66 4, Schweinefleisch 60—70 4, Hammelfleisch 50—74 4, Kalbfleisch 56-60 4, Kartoffeln pr. 100 .Kilo X 6,00-9,00, Weißkraut pr. St.--4, Zwiebeln per Centner X 4,50—5,50, Milch per Liter 12-18 4, Gänse 50-60 4. — Cirrftutz der Schlachtweise auf das Fleisch. Die Annahme, daß bei Schlachttbieren, die ohne vorherige Betäubung getödtet werden, das Blut durch die Schmerzen und die Todesangst in einen fieberhaften Zustand kommt, der das Fletsch ungesund macht, wird durch neue Untersuchungen, welche die „Deutsche Fleischerzeitung" bespricht, bestätigt. Es ist nämlich durch die wissenschaftliche Untersuchung dargethan worden, daß sich im Fleisch von Thieren, welche vor dem Schlackten aufgeregt, gequält wurden, schon vor dem Tödten freie Säure bildet, während im Fletsch von Thieren, die bet voller Ruhe und ohne Todeskampf, also nach vorheriger plötzlicker Betäubung, getödtet wurden, sich diese Säure erst nach und nach bildet. Diese Säure bewirkt aber durch ihren Einfluß auf einen Bestandtheil der Muskeln, das sogen. Myosin, die Starre, an welche sich durch eine wettere chemische Veränderung die Fäulniß anreiht. Solches Fletsch zeigt, wie die „Fleischerzeitung" hervorhebt, „beim Einpökeln nachtheiliges, sozusagen abwehrendes Verhalten gegen die Aufnahme bezw. Fortleitung des Salzes nach dem Innern der Fleischstücke und somit nachtheiltge Eigenschaften beim Einsalzen". Selbstverständlich geht solches Fletsch auch rascher in Fäulniß über. Fleisch von Thieren, welche nach rasck erfolgter Betäubung geschlackter werden, halt sich länger frisch, als solches von Thieren, welche ohne Betäubung gestochen oder gar geschachtet werden. Viele Schlachter — freilich nicht solche, welcke bei ihrem Geschäfte nachdenken und beobachten — führen als Haupteinwand gegen die Betäubung der Schlachtthiere an: das Fleisch betäubter Thiere blute nicht gut aus und werde daher rascher riechend. Nun hat sich gerade das Gegcnthe«! als richtig erwiesen. Jeden Schlächter, der von dem grausamen Todtmartern der Schlacht- thiere nicht aus Barmherzigkeit lassen will, müßte cs dock im eigenen Interesse daraus bringen, daß er nicht Fletsch von lebendig gestochenen Thieren erhält, das sich schon vor dem Tödten der Thiere in nach thelliger Weise verändert hat. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Noheisenprodrrction des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat September 1891 auf 390 991 Tonnen, darunter Pudoelroheisen und Sptegeletsen 144 026 Tonnen, Bessemerrohetsen 35 275 Tonnen, Thomasroheisen 147 052 Tonnen und Gießereiroheisen 64 548 Tonnen. — Die Production im September 1890 betrug 363 324 Tonnen, im August 1891 392 233 Tonnen. Vorn 1. Januar bis 30. Septbr. 1891 wurden producirt 3 295 656 Tonnen gegen 3 465 991 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Literatur und ICunfi. — Wenn wir, wie bereits des öftern, von der »Musikalischen Jugendpost" (Verlag von Carl Grüntnger in Stuttgart), deren 3. Quartalband uns soeben zugeht, Notiz nehmen, so geschieht dies, um die Familien, in denen Kinder musikalische Ausbildung erhalten, auf ein Organ aufmerksam zu machen, welches wie fein anderes geeignet ist, der Jugend Luft, Liebe und Ausdauer für die edle Tonkunst anzufeuern und zu unterstützen. Nicht allein daß der Inhalt sich streng im Rabmen alles dessen hält, was zur Belebung und Vertiefung in künstlerischer wie pädagogischer Hinsicht zweckdienlich erscheint, so sind auch die Beiträge bekannter und verdienstvoller Schriftsteller und Componisten derartig geordnet und vertheilt, daß ein geschmackvolles und unterhaltendes Ensemble von Illustrationen, Liedern, Biographien berühmter Meister, Anecdotcn, Scherze und Rätbsel fick zu einem bunten und munteren Reigen gestalten. Die Musikalische Jugendpost kann Jedermann, der für ihre Tendenz Interesse hat, warm empfohlen werden. — »Der Stein der Weisens auf den wir die Aufmerksamkeit unserer Leser sckon so oft gelenkt haben, zeigt in feinem soeben erschienenen 20. Hefte von Neuem, was er leisten kann. Auf einem Großquartbogen zählen wir 16 längere und kürzere Abhandlungen mit 43 Abbildungen. Das Alles erhält der Abnehmer für 50 Pfg. Erwägt man, wie theuer ähnliche fremdsprachliche Revuen sind, und zieht man den Umstand in Betracht, daß „Der Stein der Weisen" (A. Harilebens V"'ag in Wien), trotzdem er ohne Rivalen ist, zu den billigsten Ze»! elften zählt, fo begreift man den beispiellosen Erfolg dieses Unn chmens. Darüber ist indeß kein weiteres Wort zu verlieren. In dem uns zugekommenen neueftm (20.) Hefte finden wir viele treffliche naturwiffensckaftliche Abhandlungen, unter welchen Prof. Holliers Erläuterungen über den Gebrauch des Scioptikon für Unterrichtszwecke mit ihren hochinteressanten Abbildungen unbcfidihn hervorragen. Andere Abhandlungen berichten über Anlage von Muschelfammlungen (14 Bilder), über verschiedene Apparate (Edisons Photometcr, Sirenen, Petersens Chiffre-Pbotometer), über die Speciren der Sonnenprotuberanzen und den Kohlenstoff, über „Ltfsajouv'fche Figuren" und die Electricität in bei Heilkunde, über trepanirte Mensckenschädel aus der Steinzeit und die Höhe der Atmosphäre — kurz: Vieles und Gutes, ja Vortreffliches, wie dies von dieser Zeitschrift nickt anders zu erwarten ist. Eine Tafel mit Abbildungen der bei Herstellung der Natroncellulose gebräuchlichen Maschinen und ein größeres Vollbild, einen marokkanischen Bazar darstellend, vervollständigen den Inhalt des Heftes, der mehr Wünsche befriedigt, als an ihn möglicherweise gestellt werdm. — Jeder Sonntagsjäger muß weidgerecht werden, wenn er sich die jetzt so beliebt gewordene Jagdzeitschrift »St. HubertuS* hält. Aber auch jedem alten Mitglied der grünen Gilde bietet sie immer wieder Belehrendes und Neue? in Wort und Bild, denn beim edlen Waidwerk lernt Niemand ganz aus und Jeder kann sich aus der Fülle der in der neuesten Nummer des „St. Hubertus" veröffentlichten fachwissenschaftlichen Abhandlungen das Eine ober Andere zu Nutze machen. — Und auch die treue Gefährtin des Jägers, die Hausfrau, gebt nicht leer aus, die ganzseitige Rubrik „Jägerbeim" ist vornehmlich für ihren Wirkungskreis, für Küche und Haus, berechnet. Die Verlagshandlung (Paul Schettlers Erben in Cötben, Anhalt) sendet an Jeden, der sich dafür interesstrt, eine Probenummer gratis und franco zu. — »ArrS fremden Zungen" hat sich unter den deutschen Zeitschriften rasck einen hervorragenden und festen Platz erkämpft und fesselt die Aufmerksamkeit der Lesewelt in steigendem Maße. Sie verdient sie wie kaum eine andere, denn aus der Reihe der anerkannt besten Werke der modernen erzählenden Literatur des Auslandes bringt sie mit ebenso viel Kühnheit als Geschmack tendenziös stets nur bad Beste unb läßt sich durch kein Vorurtheil abschrccken, ihrem idealen Ziel nackzustreden. In den letzten sechs Heften' (ä 50 Pfg.) sind den großen Romanen von Zola, Tolstoi und Ouida, „Weiblichkeit unb Erotik" von Anne Charlotte Leffler (Herzogin von Cajanello), „Phantasie" von Mathilbe Serao, „Die Schwestern Verban" von T. Combe, „Ohne Dogma" von Heinrich Sienkiewicz unb „Beatrice" von H. Riber Haggard gefolgt. Alle diese Romane haben, so verschieden sie auch unter sich sind, neben ber schönen Form bas Gemeinsame, nur burchaus moberne Stoffe zu behanbeln, im Boben ber mobernen Geistesbewegung zu wurzeln unb nicht nur zu unterhalten, sonbern auch zum Denken anzuregen. Ihnen an schließen sich acht Novellen kleineren Umfangs, bte in gleicher Weise irgenb eine characteristische Seite ber Literatur, ber sie entnommen sind, verkörpern unb beshalb einen bleibenben Werth haben. Sv zeichnet sich „Aus fremben Zungen" wie keine anbere beutfche Unterbaltungs- Zeitschrift durch geistigen und poetischen Gehalt, Vielseitigkeit, Selbständigkeit unb vorurtheilslose Haltung aus unb kann unseren Lesern auf bas Wärmste empfohlen werben. Dienstag den 8. Decemder, Nachmittags 2V< Uhr, soll auf bem hiesigen Ortsgericht bas bem Installateur Otto Schaum zu LLandsbeck zustehenbe Dritttheil an Flur 17 Nr. 149»/io — 132 lüMtr. Grabgarten in ber Schepveneck, Flur 17 Nr. 149a7/10 — 463 lüMtr. Hof- raithe baselbst, Flur 17 Nr. 149a»/10 — e/10 lüMtr. Hofraum baselbst, Flur 17 Nr. 1498/10 — 28 UlMtr. Grabgarten daselbst Flur 17 Nr. 150Vio —709 lUMtr. Grab- garten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 27. October 1891. Großh. Ortsgericht Gießen- Gros. 9569 Bekanntmachung. Freitag den 30. Oktober t>. I., Nachmittags 5 Uhr, wird im Main-Weser-Bahnhofe dahier eine Grube Dünger öffentlich meistbietend versteigert. [9556 Gießen, den 26. October 1891. Königliche Eisenbahn-Station. Bersteigerungs Anzeige. Montag den 2. November d. I., von 10 Uhr Morgens bis Abends, lasse ich im Saalbau zu Marburg freiwillig versteigern: einen großen Posten Buckskin und Kammgarn in ganzen Stücken, sowie einzelne Abschnitte, zu Anzügen und Hosen paffend, 100 Winter-Paletots u. schwerste Kaisermäntel, Jagdjoppen, Sack- Röcke, Pferdedecken, Unterhosen, Normalhemden, Wolljacken, bedeutender Posten Buckskin-Hosen und Frauen- und Kinder-Unterröcke. Jbelshäuser, 9555 Gerichtsvollzieher. Ieilgeöotenes. »t. Sdjlüdltbnus. Freibank. [9566 Ochsenfleiseh. nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg. "Feinster [9577 UiciDai - Lebertran zu haben in der Drogerie von Drebes & Wallenfels. Spar- und Leihkafse Gießen. Ausschutzsitzung: Freitag den 30. October l. I., Nachmittags 3 Uhr, im Sparkaffehaus (oberer Stock). Gieß en,,am 23. October 1891. Der Director des Spar- und Leihkaffe-Bereins. __________________ Langsdorfs._____________________ Gas-Cokes. Infolge Stadtverordneten-Beschlusses vom 83. Oktober 1891 festgesetzte Preise: Stückeokes .... für den Centner ab Gaswerk Mk. 1-10. Nußcokes in drei verschiedenen Korngrößen für Stubenbeizung zerkleinert und für alle Ofenschächte passend: Größe Nr. I., etwas größer als Anthracit ,, ,, „ ,, „ ,, 1.20. Größe Nr. II., in der Größe des Anthracit ,, ,, ,, ,, ,, „ 1.25. Größe Nr. III., kleiner als Anthracit ,, ,, ,, „ 1.25. Die Anfuhr an das Haus erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Centner und werden für dieselbe 5 Pfg. für den Centner berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch geringere Mengen als 5 Centner zugeschickt. Bei Entnahme von Wagenladungen von mindestens 35 Centner, welche einige Tage vor dem Bezug 'zu bestellen sind, tritt bei allen Sorten eine Preisermäßigung von 5 Pfg. für den Centner ein. Bei Bezug von 200 Centner auf einmal tritt eine Preisermäßigung von 10 Pfg. für den Centner ein und empfiehlt es sich, diesbezügliche Bestellungen zeitig bei uns vormerken zu lassen. 9501 Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen. Feinsten deutschen ärztlich empfohlen iterflasche Mk. 2.— Llqueure und Hl Wein-Essig von eorg Scherer & Co., Langen. Alleinige Niederlage: Adolf Geisse vorm. 6. C. Windecker elternweg Ä, Ecke am Kreuz. Meine betriebsfähige, sehr rentable Ziegelei nebst gut erhaltenen, geräumigen Wohn- und Oeeonomiegebäu- den steht bis zum 10. November d. Js. 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Die Fabrikate find allerorts bestens eingeführt und liegen zahlreiche Anerkennungsschreiben vor. 7739 Robert Hecker ___Brandgasse 4_______ .y X y für diese Zeitung, sowie /yalle andern Zeitungen u. 7f/y'l/JQ ? Fachzeitschriften desln- V_y V-Z Ty/ C/< Zx/ < vZ u* Auslandes werden am befördert durch die Annoncen-Expedition schnellsten u. billigsten Haasenstein & Vogler A. G., Franz'pl,t.^- M - Kostenanschläge, Probedrucke und Zeitungsverzeichnisse gratis. Auskünfte über Insertions - Angelegenheiten stehen bereitwilligst zu Diensten. Bei Wicder- holungen und grösseren Aufträgen höchster Rabatt. 3835 CO CÜ CL tn t— **= CD — C CD Kaffee-Essenz o o E ® D a> ® 2. y s o ® N w 5 < ® W c. o , o V in Dosen. 9353 Anerkannt bester und ausgiebigster Kaffeezusatz. 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Nr 1875 Blumenstock Loos-Nr 2576 Obstpresse 2013 Korb mit Obst 2577 Heckensäge 2031 desgl. 2673 Blumenstock 2047 3 Körbchen Aepfel 2697 desgl. 2130 Collection Obstwein 2755 Haushaltunaswaage 2268 Hausbaitungswaage 2759 Vs Etr. Pastorenbirnen 2286 1 Topf Marmelade 2770 Schnellwaage 2321 2/z Ctr. Pastorenbirnen 2847 5 Hochstämme 2372 Blumenstock 2855 1 Obstleiter 2460 desgl. 2862 Haushaltungswaage 2488 1 Topf Marmelade 2874 Blumenstock 2512 Korb mit Obst 2899 desgl. 2538 1 Obstleiter 2952 Korb mit Obst. Das bis Samstag Abend nicht abgeholte Obst wird verwerthet und steht der Erlös bis zu der auf den Loosen angegebenen Frist zur Verfügung. Was bis zum 20. November nicht adgeholt ist, fällt der Kasse des Oberhessischen Obstbauvereins zu. 0585 Das Comite. vierte Vorstellung: Donnerstag den 29. October. Programm. I. Vorträge: a) v. Wildenbruch, b) Goethe. II. Mit der Feder, Dramolet in 1 Act v. 8. Schlesinger. III. Der Strike der Schmiede; Dramolet in 1 Act v. F. Coppe. IV. Im Wartesalon erster Klasse. Lustspiel in 1 Act v. H. Müller. Anfang 7V2 Uhr; Ende gegen 10 Uhr. 9527 Billet-Verkauf Abends an der Kasse und vorher bei Herrn E. Challier. Heute Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag, finden in der Restauration „zum Rebstock" Concerte der Sänger-Gesellschaft Franzetto statt unter Mitwirkung der Damen Fräul. Laura und Fräul. Fanny. Zum Vortrag kommen: Soloscenen, Duette und Terzette in den dazu passenden Costümen. Anfang 7 Ubr. Es ladet ein Die Gesellschaft. NB. Sonntag zwei Concerte. Stets neues Programm.[9578 Für alle uns anläßlich unserer goldenen Hochzeitsfeier in so reichem Maße überbrachten Glückwünsche und Geschenke aus Nah und Fern, sowie insbesondere auch Herrn Pfarrer Schlosser für die feierliche Einsegnung sagen den herzlichsten Dank [9561 Karl Holzhäuser und Frau. = Soeben beginnt zu erscheinen: — CD v . N dritte, neubearbeitete Auflage von Prof. Pechuel-Loesche, Dr. W. Haacke, Prof. W. Marshall und Prof. E, L, Taschenberg, mit über igoo Abbild, im Text, 9 Karten, igo Tafeln in Holzschnitt u. Chromodruck von W. Kuhnert, Fr. Specht u. a. 130 Lief trungen zu je 1 M. = 10 Halbfranzbände zu je 15 M bk * "■ 2 tog |j Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig u.' Wien. BREHMS Tierleben Kleidermacherin empfiehlt sich zur Anfertigung aller Arten 9324] Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. Frankfurterstraße 11, III. AerMietHAnge«. 9572] Ein schönes großes Zimmer, möblirt, nur an einen ruhigen soliden Herrn zu vermiethen. Näheres Liebigftraße 17, parterre. 9570] Logis zu vermiethen. S. Elsoffer, Marktstratze 27, II. 9582] 4 Zimmer, pari., 1 Zim mit abgeschl. Cor. im Mans.-Stock, Wassert.,. ..... ,.w 0_. —-..o sammtl. Zub-, per 21 Ja^- 1892, enent. Damen» und Kinderkleider im Haus, sofort, zu oerm. Verl. Asterweg 48. 19558] Wolkengasse 1. 9554] Kleine Wohnung per sofort zu vermiethen.______________Asterweg 26. 9580] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Mäusburg 7. ConrMericht vo« E. Wasserschleben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 27. October 1891. Schlußeours« 1 Uhr 15 Min. ReichSbar k-Dl^eont 4 vllt. — Frankfurter BcmkeDiScont 4 vCt 3o/o Reichsanleihe 3 V« 0/0 do. 30/0 Preuß. ConsolS 3V«0/6 do. 84.10 97.80 84.10 97 75 4% Ung. Gold-Rente 5o/o Ital. Rente 4V5l°/o Oest. Silber-Rente 3% Portugtes. Aul. 89 90 88 20 78.70 36.50 Disconto-Command^Anth- 172.80 Lomb. E.-B.-Act. 8 200 Darmstädter Bank'Art. 130 00 Buschtherader E.-B.-Art. 408 50 Dresdener Bank-Art. 134 80 Elbthal-Bahn-Act. 17725 Nordd. Lloyd-Art. 11260 Gotthard-Bahn-Art. 133.00 Wiener Bankver.-AQ- 90 70 Schweizer Nordost-B.-Act. 118.30 Oest. Credit-Art. 237 75 Mainzer E.-B.-2ftt- 110 50 Oest. Staatsb.-Art. 242.00 Marienburger E.-B^Art. 53.30 t% Mainzer St^Arrl. ® elf ent. Bergw.-Act. 101-80 150.60 Der. KönigS-Laurah°-Art Tendenz: matt 113.40 Humoristischer Abend der altrenommirten 9584 Leipziger Sänger aus dem Krystall-Palast zu Leipzig Eyle, Lipart, Hoffmann, Küster, Herrmanns, Frische, Hanke. Anfang 8 Uhr. Kaffenpreis 75 Pfg. Billets ä 60 Pfg. vorher bei Herrn Friseur Gustav Gerhardt. Nur dieser eine Abend. ■■■■■■■■■■■■■■■um» Dramatische Vorträge in der Aula des Gymnasiums gehalten von Oscar Zack. awr Die Hälfte des Reinertrags H ist zu Gunsten des Kirchenbaufonds bestimmt. II. Vortrag: Mittwoch, 28. October, Abends 8 Uhr. „L icht“, ein Märchenged. v. Frieda 8chanz. III. Vortrag: Mittwoch. 11. Novbr., Abends 8 Uhr. „Die Hexe“, Trauerspiel von Fitger. Karten für beide Vorträge ä Mk. 1.50, sowie solche füreirien Vortrag äM.l.— sind in der Ferber’schen Univ.-Buch- handlung zu haben. [9411 Jüngeren Commis sucht [9519 __M. Loefer Nachfolger, «in Gerling SS Geschäft gesucht. [9579 - Näheres bei der Exped. d. Bl. 9583] Gesunde Amme, 24 Jahre alt, sucht Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bl. 9573] Mädchen finden Stellen durch Frau Hütterrverger, SeUersweg 52. 9567] Ein Pferdeknecht gesucht Ehr. Haubachp Weftanlage. Br WER 'M lebend. ItaL Geflügel gut u. billig beziehen will, verlange Preisliste von Hans Maler in Ulm a. D. Grosser Import ItaL Produkte. Webartton; -L Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießers Di« hrvtige Nummer umfatzt 6 eeiten. Mittwoch den 28. October (Siefeener Anzeiger. Beilage zu Rr. 251. - 1891 Feuilleton. Auf einem amerikanischen Eisenbahn?uge. Am besten fangen wir beim Anfang an und kaufen uns ] zunächst unsere tickets. Das können wir auf mancherlei Art ■ thun. Entweder beim Agenten der betreffenden Bahn, die, wie alle anderen Bahnen es thun, zum Verkauf ihrer Fahrkarten und Fahrpläne, sowie zum Ertheilen von Auskünften an einer der belebtesten Geschäftsstraßen der Stadt ein elegantes Bureau unterhält, oder aber im Gasthofe, wo in einem besonderen Bureau die Fahrkarten aller Eisenbahnen bereit gehalten werden. Am Kassenschalter der Bahn selbst ; werden nur wenige Fahrkarten gelöst und diese meist nur für , kürzere Strecken. Ausgerüstet mit unseren Fahrkarten „erster Klasse" — denn nur diese berechtigen zur Benutzung des J Schlafwagens — gehen wir nun daran, uns unsere „berths“ • (Schlafstellen) im „sleeper“ zu sichern. Der erfahrene - Reisende sichert sich seine Fahrkarte und den Platz im Schlaf- j wagen gern einen oder zwei Tage vorher, weil er dann i sicher ist, eine ,lower berth“ zu erhalten. Der Schlafwagen zerfällt nämlich in „sections“ mit einem unteren und einem oberen Bette. Das untere hat die Hohe eines gewöhnlichen . Bettes, das obere erreicht man mittels einer kleinen Treppe, welche der schwarze „porter“ davor hinstellt. Sein Bett in dieser Weise zu erreichen und zu verlassen, hat nur Reiz für geübte Turner. Auch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß man, z. B. in einem besonders lebhaften Traum über die Möglichkeiten der orientalischen Frage, in seinem „upper berth“ das Gleichgewicht verliert und aus der ziemlich bedeutenden Höhe herabpurzelt. Ich erwähnte oben, daß nur Fahrkarten erster Klasse zur Benutzung des Schlafwagens berechtigen. Wer ein Billet zweiter Klasse lost, der ist Tag und Nacht auf die Benutzung des „Smoker" angewiesen, des Rauchwagens, der sicy regelmäßig sofort hinter dem Gepäckwagen befindet. Der Preis der Fahrkarte zweiter Klasse ist nur sehr wenig geringer als der für die erste festgesetzte. Der Unterschied in Bezug auf Comfort und sociale Stellung ist aber sehr groß. Der zum Smoker Verurtheilte hat nicht das Recht, die Wagen erster Klasse zu betreten. Das Publikum des Rauchwagens besteht aus Farmern, Negern, Chinesen, Tagelöhnern u. s. w., die alle um die Wette Tabak rauchen und kauen. Ein Realist der neuesten Schule mag es versuchen, die Atmosphäre eines solchen Waggons zu schildern, in welchen dessen Fußboden durch die vereinigten Bemühungen der Tabakraucher und Tabakkauer geräth. Im Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Klasse spricht sich auch im Paradies der Demokratie der Abstand der „Herrschaften“ von den „gemeinen Leuten" so deutlich aus wie nur irgendwo in der alten Welt. Was auf den Titel „Herr" oder „Dame" — hier Gentleman und Lady — Anspruch macht, das fährt hier so sicher erste Klasse, als es in einem Wiener Gasthause ins „Extrazimmer" und nicht in die „Schwemme" geht. Der Vortheil der ersten Klaffe besteht übrigens nur darin, daß darin nicht geraucht werden darf und daß ihre Closets etwas reinlicher gehalten werden. Gelegenheit, sich zu waschen, hat man nur in der Pullman Car. Die in den Wagen erster und zweiter Klasse gebotene Möglichkeit, sich durch einen Schluck Eiswaffer zu erfrischen, verliert sehr bei näherer Beobachtung des modus operandi. Auf gewissen Stationen wird das Eis nachgefüllt. Schmutzige Kerle packen die Eisstücke mit ungewaschenen Händen, und fällt eins zu Boden, so wird es einfach aufgeklaubt, und wie es ist, in den Behälter geworfen. Das Trinkgefäß ist ein von Jedermann benutzter Weißblechbecher. Der Wagen hat in der Mitte von zwei Sitzreihen einen Durchgang. Die Sitze sind, da der Kopf keine Stütze hat, entschieden unbequem, obwohl sie sich in ihrem rothen Plüschüberzug ganz stattlich ausnehmen. Wer aus einem solchen Sitze einschläst, erwacht mit schmerzenden Knochen. Die „erste Klasse" ist in Wirklichkeit die Domäne der elegant sein wollenden Armuth, die sich für zu gut hält, um mir dem rauchenden, kauenden und spuckenden Volke zu verkehren. Wer weniger auf Geld zu achten braucht, benutzt für kürzere Strecken die sogenannte Parlor Car, deren bequeme Sessel den technischen Namen redining chairs führen. Für längere Strecken, welche das Fahren zur Nachtzeit nothwendig machen, benutzt das wohlhabende Publikum ohne Ausnahme den Pullmann Sleeper. Dieser ist thatsächlich die erste Klasse des amerikanischen Eisenbahnverkehrs. Lesern, die sich für die finanzielle Seite dieser Einrichtung interessiren, sei mir- getheilt, daß die Benutzung des Sleeper für je 24 Stunden mit fünf Dollars berechnet wird. Will man sparen und den Sleeper nicht bei Tage benutzen, sondern nur darin bei Nacht schlafen, so zahlt man blos zwei Dollars. Unvermeidlich ist das Trinkgeld für den schwarzen Porter, der deinen Sitz des Abends in ein Bett verwandelt und deine Stiefel putzt. Dasselbe beträgt nach allgemeiner Sitte 25 Cents (1 Mk.) für die Nacht. Die Pullmann-Gesellschaft, welche an die Bahnen für das Recht, ihre Wagen den Zügen anzuhäugen, einen festgesetzten Betrag zahlt und ihr Personal selbst anstellt und unterhält, bringt dieses allgemein übliche Trinkgeld in Anschlag, indem sie dem Porter nur 20 Dollars monatlich gibt. An solider Eleganz, an Stattlichkeit der Erscheinung von außen wie von innen kann so eine Pullmann Car wohl kaum übertroffen werden. Polirtes Mahagoniholz, in prachtvollen Mustern geschnitzt und eingelegt, Bronce, Spiegelglas und Plüsch geben zusammen einen gar feinen, behaglichen Klang. Wesentlich vermehrt wird das Behagen, welches man beim Betreten des Schlafwagens empfindet, durch die „Vestibule"- Vorrichtung, welche eine ganze Reihe von Schlafwagen in einen einzigen Salon verwandelt. Die Plattformen der einzelnen Waggons sind nämlich überdacht und seitlich durch elegante, aus Mahagoni und Spiegelglas bestehende Thüren abgeschlossen. Durch fest eingesügte Bretter und darüber gelegte Kautschukteppiche sind die Plattformen so hergerichtet, daß sich der Fuß beim Beschreiten derselben stets sicher und behaglich fühlt. Früher war es, besonders bei starkem Winde, ein kleines Wagestück, aus einem Waggon in den anderen zu gehen. Jetzt ist das so bequem und sicher, wie das Schreiten aus einem Zimmer eines feinen Hauses in ein anderes. Rechnet man 5 Dollars für den Gebrauch des Schlafwagens in 24 Stunden, ferner 3 Dollars für die drei Mahlzeiten in der Dining Car, 25 Cents für den Porter und ebenso viel für den schwarzen Kellner im Eßwagen — die trinkgeldlosen Zeiten sind, beiläufig bemerkt, im Lande der Freien längst vorüber, und wer gut bedient sein will, muß seinen Weg mit Vierteldollars (quarters) pflastern — gestattet man sich ferner den Luxus von Getränken in der bescheidensten Weise, indem man sich eine Flasche calisornischen Rothweins zu einem Dollar und eine Flasche Bier zu 50 Cents (2 Mk.) geben läßt, so stellt sich das Leben in der ersten Klasse der amerikanischen Eisenbahnen neben dem Fahrpreise auf rund 10 Dollars im Tage. Für amerikanische Verhältnisse ist das nicht viel Geld und der Amerikaner sieht in seiner Pullmann Car den Inbegriff der Eleganz und des Comsorts. Mit besonderer Vorliebe benutzt er sie zur Hochzeitsreise. Er miethet einen der in den meisten Pullmann Cars vorfindlichen „State Rooms", ein den Cajüten erster Klasse aus den großen Ozeandampfern ähnliches Gemach. Trotz der verblüffenden Eleganz des Pullmann'ichen Schlafwagens und trotz des Umstandes, daß die Betten breit, lang und in jeder Beziehung vortrefflich sind, scheint mir dieser Sleeper doch noch lange nicht das Ideal der vollendeten Schlasmaschine zu sein. Vor Allem ist er, wie ich fürchte, nicht gesund. Man schläft mit zehn oder zwanzig Personen in demselben Raume, in welchem man mit ihnen den ganzen Tag zugebracht hat. Die Beleuchtung erfolgt durch große Petroleumlampen, welche einen beklemmenden Dampf verbreiten. Das Entkleiden hat seine großen Schwierigkeiten, da man es auf dem Bette hinter einem Vorhänge sitzend vollbringen muß. Diebstähle von Werthsachen kommen nicht selten vor, da man keinen Platz hat, dergleichen auszubewahren, sondern sie in den Kleidern auf die Bettdecke legen muß. Die das Bett verhüllende Gardine ist aus schwerem Wollstoff, der wie geschaffen ist, die Keime ansteckender Krankheiten in sich aufzunehmen und an gesunde Schläfer wiederzugeben. Der hartnäckige Husten oder das Schnarchen von Reisegenossen ist ebenso wenig angenehm, als die dumpfe Hitze des Wagens, der den Tag über den Sonnenstrahlen ausgesetzt gewesen und nun während der Nacht die gesammelte Wärme ausstrahlt. „MESSMER“8 Rueeleohe Mischung r beliebt pro Pfd.M. 3.50, Packeto 80 Pfg. u. 1 Mk. Kaisen, nonigi. nouienram FRANKFURT a. ü. — BADEN-BADEN Uebertrifft Souchongt zu ^viel höheren Preisen. In Giessen bei: Ed Lind,^Hof- Conditorei. 9532 Bekanntmachung. Das 4. Ziel Gemeindesteuer für 1891/92 ist innerhalb 8 Tagen bei Vermeidung des Beitreibungsverfahrens zur hiesigen Stadt-, kaffe zu bezahlen. Gießen, den 24. October 1891. Der Stadtrechner: 9511 Doepfer. Bekanntmachung. Die Entwässerungsanlage der Knabenschule soll im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeichnungen und Angebotsformulare liegen während der Dienst- stunden aus dem Geschäftszimmer Nr. 5 aus und werden daselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag den 31. Qctober Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzujenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 26. October 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. G N a u t h.__9547 Mittwoch den 28. Moder, werden gegen Baarzahlung versteigert: £ I. Norm. 9 Uhr auf dem Viehmarkte 1 Kuh. II. Nackmr. 2 Uhr im Bieker'schm Saale. Neustadt: 1 Pianino, 1 Sopba, 6 Stühle, 1 Spiegelschrank, 1 Secretar, Commoden, Cansole, Regulateure, Kleiderschränke, Spiegel, Tische, 1 Nahmaschine, 1 vollst. Bett, L Hobelbänke, 1 Stoßkarren, 7 Mille Cigarren, 1 Kuh, 1 Pferd, 1 Lesart« cheur'Flinte, getragene aber noch gut erhaltene Kleider, darunter ein schwarzer Tuchmantel und 1 vollst. Anzug, 1 Wappenftock, 1 Schlietzkorb u. a. m. HI. 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