Nr. 147. Erstes Blatt. i i w»,wn.l W—1 "» Sonntag den 28. Juni >«T>«r»vZVX-. >V«Wr^j;.,, «. i »7W»<.4 v- .—r.»-»— . >.m> 1891 D« JhqHe« «4ch«iat täglich, caste’ •ülna^mt M Montags. M Meßmer QPielCitelCittft ®*Atn dem Anzeiger «Dchmtlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. SirrNkfthriger 2 Merk 20 Pst. a» Brmgerloya. Durch die Post 9 Mark 60 Pf» Äebaction, tprtr«»» itnb Druckerei: Achvlstr.tr KervLvrecher 61.. tmb Anzeigeblatt für den *K*el* Gieren. GMMiiii -Li-MX, Tvuehmr ton Anzeigen zu der Nachmittagr für dm folgenden Lag erscheinendm Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. iWUHH I IH1HI I mm IIIF I . ||I_ Ir I Hratisöeikagr: chießmer Aamikienökattrr. Alle Lnnonre«»Mireaux de» An. und ÄulletM nehr»« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgege».. WWWMW«NSWNWWWW»WWW»WWMM»WWW, AnrMchen Lhell. Gefunden: 1 schwarze Schürze, 1 Kinderstrumpf, 1 Halsbinde, 2 Stück Leder, 1 Düte Nägel, 1 Jäckchen, 1 Büchelchen, 1 Messer, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Tischdecke, 1 Vroche und 1 Kinderschuh. Zugelanfen: 1 Mopshund. Gießen, den 27. Juni 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Neueste Nachrichten. WvlsiS telegraphische» EorrespLNderir-Vureau. Kiel, 26. Juni. Der Kaiser ging heute um 10 Uhr 'auf dem „Meteor" in See. Der Prinz und die Prinzessin Heinrich folgten auf der Kreuzercorvette „Irene". Metz, 26. Juni. Durch den gestern Abend niedergegangenen Wolkenbruch ist der Eisenbahndamm zwischen Courcelles und Pange unterwaschen. Bei Teterchen ist der Tunnel zugeschwemmt. Beide Strecken sind unfahichar. Basel, 26. Juni. Ueber den gestern gemeldeten Z u- sam menstoß zweier Züge im Bützberg - Tunnel wird weiter gemeldet: Der Personenzug war Abends 6 Uhr von Brugg nach Basel abgefahren. Im Bötzberg-Tunnel, fünfhundert Meter von dem südlichen Ende, wurde die Maschine defect und versagte den Dienst. Der Zug fuhr nach längerem Stillstände rückwärts dem Tunnelausgange entgegen. Inzwischen war von Brugg ein Güterzug abgelassen worden, weil man glaubte, der Personenzug habe die Strecke längst passirt. Hierbei fuhr die Güterzugmaschine in das Ende des Personenzuges, wo sich der Postwagen befand. Der Unfall verlies verhältnißmäßig günstig, weil der Güterzug in Folge des starken Ansteigens der Strecke sehr langsam fuhr Verwundet wurden ein Conducteur und ein Postangestellter ernstlich (Arm- und Beinbruch), ein Engländer leicht am Kopse. Der Post- und Gepäckwagen von dem Personenzug, sowie die Güterzugmaschine sind beschädigt. Bern, 26. Juni. Die Linie Bern-Luzern wird des Hochwassers wegen bei Langenau etwa zwei Tage unpassirbar sein. Auch die Emmenthalbahn ist theilweise beschädigt und im Betriebe gestört. Bern, 26. Juni. Der Nationalrath verzichtete bezüglich der vom Ständerath abgelehnten Amnestirung der Tessiner Aufständigen daraus, neue Beschlüsse zu fassen. Die Prozesse nehmen ihren Fortgang. Brugg, 26. Juni. Der gestrige Zusammenstoß im Bötzberg-Tunnel soll nach neuester Darstellung erfolgt sein, weil ein heftiger Nordwind gerade den Rauch nach Süden blies, so daß dadurch die rothe Signallaterne nicht sichtbar war. Budapest, 26. Juni. In Folge eines Versammlungsverbots hatten aus ständige Arbeiter hier den Behörden gegenüber heute eine drohende Haltung angenommen. Durch den Aufmarsch einer Compagnie Infanterie wurden weitere Ausschreitungen verhindert. Auch nach Sajteng wurden in Folge der Arbeiterbewegung Truppen beordert. In Batonya kamen neue Verhaftungen vor. Paris, 26. Juni. In der heute abgehaltenen Versammlung der Bäckergesellen wurde ein Antrag angenommen, welcher an die Gesellen, die in vergangener Nacht gearbeitet haben, die Aufforderung richtet, sich heute den Streikenden anzuschließen. — Ein Schlächter theilte in dieser Versammlung mit, die Schlächtergesellen in den Schlachthäusern würden morgen ebenfalls aus ständig werden. Paris, 26. Juni. Der Bäcker st rike scheint nicht allgemein zu werden. Nur größere Bäckereien sind genöthigt, ihren Brodbedarf bei anderen zu bestellen. Nirgends wird die Arbeit gehindert. Die Bäckereien werden polizeilich bewacht. Die Truppen sind consignirt für den Fall, daß Ruhestörungen stattfinden. Grenoble, 26. Juni. Der Bischof von Grenoble, Fa v a, richtete heute an den Clerus seiner Diöcese einen Hirtenbrief, worin er die Republik als Regierungsform Frankreichs anerkennt. London, 26: Juni. Im Unter Hause erklärte Hamilton es für unmöglich, ein genaues Datum und eine genaue Stunde für die Ankunft des Deutschen Kaisers auf der Themse anzugeben. Es hänge das von des Kaisers Bestimmung ab. Eine Flotteninspection an der Themsemündung sei nicht beabsichtigt. Gießen, 27. Juni. — Sitzung der Stadtverordneten vom 26. Juni. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Heyligen- staedt, Homberger, Keller, Löber, Dr. Ploch, Schiele, Schmoll, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Das Gesuch des Herrn Bernhard Schmidt um Ertheilung der Concession zum Wirthschastsbetrieb im Hubler'schen Hause (Brandgasse) wird durch Bejahung der Bedürfnißfrage betr. des Ausschanks von Branntwein befürwortet,- ebenfalls befürwortet wird das Gesuch des Herrn I. Heck um Ertheilung der Concession zum Branntwein-Verkauf über die Straße in dem seither von Herrn Jordan (Bismarckstraße) innegehabten Laden. — Die Baugesuche der Herren Herm. Schäfer und Emil Harms haben Erledigung in der Baudeputation gefunden, weshalb die Stadtverordneten-Versammlung darüber nicht mehr zu verhandeln hat. — Herrn Rentner L. Bersch soll auf erstattete Anzeige hin aufgegeben werden, die den Bestimmungen des § 2 der Localpolizei - Verordnung nicht entsprechende Einfriedigung vor einem Bauplatze an der Alicestraße durch eine vorschriftsmäßige zu ersetzen. — Der siebente Punkt der Tagesordnung „Erbauung des Hardt- wegs" hat Erledigung durch einen Beschluß der Baudeputation gefunden. — Die Garnison-Verwaltung hat um pachtweise Ueberlassung eines 1300 HI Meter großen, zur Aufbewahrung von Kohlen dienenden Lagerplatzes nachgesucht. Es wird beschlossen, dem Gesuche nicht stattzugeben, da die in Aussicht genommene Lage des Platzes (zwischen Kaserne und Schützenhof mit Längsrichtung parallel zur Grünberger- straße) wie die projectirte Einfriedigung mit hohem Bretterzaun weder aus Schönheits- noch aus praktischen Gründen sich empfehle. Der von der Baudeputation in Vorschlag gebrachte Acker zwischen der Kaserne und dem Lärchenwäldchen wurde von der Versammlung aus gleichen Gründen für ungeeignet erklärt. Es soll der Garnison-Verwaltung anheim gegeben werden, ihr Gesuch unter Angabe eines anderen Platzes zu erneuern. — Die Großh. Handelskammer hat in einer Zuschrift an die Bürgermeisterei um Unterstützung eines an das Großh. Ministerium wie an den Reichstag zu richtenden Gesuches in Betreff eines Gesetzentwurfs über das Telegraphenwesen des DeutschenReiches gebeten. Danach sollen 1) die Telegraphen- und Fernsprech-Anlagen so angelegt werden, daß sie gegen die Einwirkung benachbarter electrischer Einrichtungen und Leitungen, mögen dieselben bestehen oder erst in Zukunft hergestellt werden, in sich selbst geschützt sind,- 2) die Festsetzung der Telegraphen- wie Fernsprech-Gebühren durch Reichsgesetz erfolgen,- 3) Theil- nehmer von Fernsprech-Anlagen, welche außerhalb eines Ortsbestellbezirks wohnen, zur Zahlung von Beiträgen zu den Feuilleton. Afrika. Eine allgemeine Uebersicht. (1. Fortsetzung.) Die übrigen Grenzen Afrikas sind leicht sestzustellen, da eben der Continent überall vom Meere umflossen ist. Noch zu Ende der Tertiärzeit muß Afrika mit Europa an zwei Punkten zusammengehangen haben, einmal zwischen Tunis und Sicilien und zweitens zwischen Ceuta und Tarisa. Eine bis zu 324 Meter tiefe Straße trennt aber jetzt das Kap Bon von der großen unterseeischen Fortsetzung Siciliens im Süd- westen, der Adventure^Bank. Diese Tiefe ist fast genau gleich derjenigen der Straße von Gibraltar, die jedoch nur 14 Km. breit ist, während die Breite der Straße zwischen Tunis und Sicilien 150 Km. beträgt. Im Atlantischen Ocean rechnet man die vorwiegend vulkanischen Inseln Madeira, die Kanaren, die Kapverden, Fernando Poo, Principe, St. Thome und Annobom zu Afrika. Sie stehen alle noch auf dem Sockel des afrikanischen Festlandes, wenngleich sie zum Theil, wie die Kapverden, weit vom Continent entfernt liegen. Aber allen ist der Umstand gemeinsam, daß erst außerhalb derselben die über 4000 Meter betragenden großen Oceantiefen beginnen. Dahingegen liegen die Inseln St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha mitten im Atlantischen Ocean. Die beiden letzteren erheben sich auf dem Rücken, welcher die östliche und westliche Tiefenrinne des Atlantischen Oceans scheidet, während St. Helena aus einer Tiefe von weit über 4000 Meter aufsteigt. Obwohl daher diese Inseln am besten als oceanische zusammengesatzt und von den afrikanischen abgetrennt würden, werden sie gewöhnlich doch noch zu Afrika gerechnet. Als eigentliche Grenze Afrikas im Westen muß nach alledem die tiefe Rinne bezeichnet werden, welche, den Umrissen des afrikanischen Con- tinents folgend, in der Form eines 8 den östlichen Theilen des Atlantischen Oceans von der Küste Madeiras bis nach dem Kap der Guten Hoffnung den Charakter einer echten Tiefsee gibt. Eine weitere Reihe von Inseln ist Afrika im Osten vorgelagert. Dieselben sind weniger eng an den Sockel des Kontinents gebunden als die atlantischen Inseln- doch müssen sie, obwohl theilweise von halb indischem Typus, zu Afrika gerechnet werden, weil sie durch große Nähe an den Erdtheil gekettet sind. Diese Inseln sind das große Madagaskar, das durch eine sehr schmale, aber 3000 Meter Tiefe übersteigende Rinne von Afrika getrennt ist, ferner die Komoren, Aldabra, die Farquhar- und Providence - Inseln, die Amiranten und Seychellen, sowie Mauritius und Reunion, welche mit den Seychellen durch die großen Bänke Saya de Malha, Nazareth und die Cargados-Klippen in Verbindung stehen. Auch zwischen den Seychellen und der Saya de Malha-Bank ist das Meer über 4000 Meter tief und eine ebensolche Tiefe liegt zwischen Mauritius und Rodriguez. Von diesen Inseln sind vulkanisch die beiden letzteren und Reunion, alle drei zusammen die Maskarenen genannt, sowie die Komoren; die übrigen kleineren sind Korallengebilde, Madagaskar dagegen ein Stück alten Festlandes, vom afrikanischen Continent 400 Km. entfernt, also nicht so weit wie die Kapverden. Die Bänke östlich der Seychellen nähern sich schon den Tschayosinseln, welche über die Malediven auf Indien Hinweisen. Trotz der versuchten Reconstruction eines angeblichen alten Festlandes, Lemuria, zwischen Madagaskar und Indien, wird es richtiger sein, die Grenze Afrikas im Osten in das tiefe Meer zwischen den Seychellen und Tschagosinseln zu verlegen, wenn man nicht allen eben besprochenen Inseln sammt Madagaskar eine Sonderstellung als oceanische Inseln gleich St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha anweisen will. Zu Afrika gehören weiter an der Ostküste die Inseln Mafia, Zanzibar, Pemba, Lamu und zahlreiche kleinere, ferner Sokotra als Fortsetzung des Hornes der SomabHalb- insel, und im Rothen Meere Massaua und andere. Endlich wollen wir die südöstlich von Afrika im Indischen Ocean gelegenen Crozet-Marion-Kerguelen-Jnseln, sowie die einsamen Vulcane St. Paul und Amsterdam noch zu Afrika rechnen, obwohl dieselben als oceanische Inseln im Grunde auch völlig selbstständig betrachtet werden können. Infolge des Umstandes, daß Afrika auf allen Seiten vom Meere begrenzt ist, fällt es nicht schwer, die Größe dieses (Kontinents zu berechnen, wogegen z. B. bei Europa die Frage, wie weit der Erdtheil als solcher sich namentlich nach Osten erstreckt, zu verschiedenen Ansichten über das Areal desselben führen kann. Nach den genauen Berechnungen in Behm und Wagners „Bevölkerung der Erde" (1882) muß das Areal des afrikanischen Festlandes auf 29,283,390 Q.-Km. oder 531,817 deutsche geographische Quadratmeilen angegeben werden. Damit erhält Afrika den zweiten Platz unter den (Kontinenten, wenn man Nord- und Südamerika als gesonderte Festländer auffaßt. Rechnet man dagegen die beiden letzteren als Gesammtsestland, so tritt Afrika in die dritte Stelle zurück. Jedenfalls ist es der größte der drei Süd- continente und der zweitgrößte der die Ostfeste bildenden Erdmassen. Zu der Hauptmasse Afrikas treten aber noch die Inseln hinzu, welche zusammen 626,054 Q.-Km. oder 11,369,7g geographische Q.-Meilen Areal haben. Von ihnen nimmt Madagaskar, die drittgrößte Insel der Erde, allein 591,563 Q.-Km. oder 10,743,41 geogr. Q.-Meilen ein, ist also größer als Deutschland. Der Rest des Jnselareals ver- theilt sich auf die sämmtlichen übrigen afrikanischen Inseln einschließlich derjenigen im südlichen Indischen Ocean und der Eilande Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha. Zieht man nur diese drei Inseln hinzu und läßt die des südlichen Indischen OceanS weg, so ergibt sich für Afrika ein Areal von 29,621,191 Q.-Km. Mit allen Inseln zusammen hat aber Afrika ein Areal von 29.904,254 Q.-Km. — 543,192,5 geogr. Quadratmeilen oder rund 30 Mill. Q.-Km. Das Verhältniß der Inseln zu dem Hauptstamm ist gleich 1 : 47, demnach ein sehr ungünstiges, während es für Europa 1 : 21 beträgt, selbst wenn man Spitzbergen, Nowaja Semlja, Island und die Azoren nicht zu Europa rechnet. (Fortsetzung folgt.) Anlagekosten nur für die über den Ortsbestellbezirk hinaus- sührende Leitungslinie herangezogen werden dürfen und zwar nur in Höhe der Selbstkosten der Postverwaltung- 4) in allen Postorten mit Fernsprech-Anlagen öffentliche Fernsprechstellen eingerichtet werden. Es wird im Sinne dieses Antrags, welcher durch die Herren Oberbürgermeister Gnauth, Dr. Gutfleisch und Homberger befürwortet worden, beschlossen. — Viertes Orgelconcert. Wie aus Annoncen der gestrigen und heutigen Nummer dieses Blattes ersichtlich ist, findet das vierte historische Orgelconcert nächsten Montag (29. d. M.), Abends 8 Uhr, statt. An Vocalsachen enthält das Programm außer Anderem zwei hochgeschätzte Duette für zwei Soprane. Die Ausführung der einen Partie hat Frl. Haym aus Halle gütigst übernommen. An Orgelcomponisten bringt das Programm die Namen Schumann, Brosig, Herzog, Kühmstedt. Schumann wandelt in seinen sechs Bach-Fugen für Orgel einen eigenen Weg. Nur in der Form mußte er sich an Vorbilder zwar anlehnen; dennoch behandelt er aber die Fugenform sehr frei, viel freier als die übrigen Componisten unseres Programms. So weist Brosig in seinem Präludium und Fuge C-moll ein streng der Form nach an Bach angelehntes Stück aus. In dem Geist, der Brosigs Composition durchweht, kann man Anlehnen an Beethoven erkennen. Beet- hoven'scher Geist ist es auch, der die gewaltige heroische Fantasie von Kühmstedt durchzieht. Ein ganz anderes Bild bietet Meister Herzog, von dem das Programm eine Choralarbeit bringt. Nach Form und Inhalt lehnt er sich an Bach an und sucht mit diesem den Geist unserer Zeit zu vereinigen. Herzogs Compositionsweise ist somit mit Mendelssohn zu vergleichen, sie erweist sich aber als eine weit vornehmere, als die Mendelssohns. Schließlich enthält das Programm noch ein Concertstück von Nhode für Orgel, Trompete und 3 Posaunen. Man hat diese Instrumente schon frühe gerne mit der Orgel zusammengeftellt. Die Wirkung ist naturgemäß eine großartige- dabei hört man derartige Sachen in kirchlichen Concerten aber recht selten, gewöhnlich deshalb, weil die Anforderungen an die Bläser recht bedeutende sind. — Theater. Leider mußte vorgestern wegen plötzlich eingetretener Erkrankung der Opperettensängerin Fräulein Sina die von Director Widmann angekündigte Vorstellung von Jacques Offenbachs Operette „Die schöne Helena" aussallen. Wir wir hören, findet dieselbe morgen, Sonntag den 28. d. Mts., im neuen Theater ((Safe Leib) statt. Ein ganz besonders hohes Interesse hat die Vorstellung durch den Umstand gewonnen, daß sie durch die Mitwirkung des Curorchesters von Bad-Nauheim, welches bekanntlich aus den ersten und ausgewähltesten künstlerischen Kräften zusammengesetzt ist, unterstützt wird. Wir können uns von den Leistungen der in so weiten Kreisen berühmten Capelle einen eben so hohen als seltenen Kunstgenuß versprechen. Die Partie des Paris hat Herr Director Widmann mit dem uns vom letzten Ensemblegastspiel noch rühmlichst bekannten Operettentenor Herrn Carl Bank vom Lobetheater zu Breslau besetzt. Er zählt die genannte Rolle stimmlich, sowie in darstellerischer Hinsicht zu seinen Glanzleistungen und wird im Stande sein, um so interessanter zu wirken, als er in Frl. Sina, welche die Titelpartie vertreten wird, eine charakteristische Partnerin besitzt. Wir bemerken noch, daß die Costüme der Operette, welche übrigens diesmal um 8 Uhr beginnt, neu mit bedeutendem Kostenaufwand hergestellt worden sind. — Dem Musketier Zierlein von der Leibcompagnie des 116. Jns.-Ncgts. wurde von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich für ein Gedicht: „Kaiser Friedrich von Deutschland", ein Dankschreiben übermittelt. — Die zu einer zwölftägigen Hebung einberufen gewesenen Landwehrleute wurden heute wieder entlassen. Die Regimentsmusik begleitete die Mannschaften nach dem Bahnhofe. — „Offizier-Ruf" ist der Titel eines Marsches, welchen Herr Musikdirector Krauße dem commandirenden General des 11. Armeecorps, v. Grolman gewidmet und gelegentlich der Besichtigung des 116. Regiments überreicht hat. — Diebstahl. Ein hier arbeitender Metzgerlehrling entwendete zu verschiedenen Malen einem hiesigen Fellhändler gelegentlich der Ueberbringung von Kalbfellen aus dessen Trockenräumen Iltis- und Zregenselle und verkaufte das gestohlene Gut in Gemeinschaft eines Gesellen seines Meisters. Die Beiden, welche sich in den Erlös theilten, wurden gestern Nachmittag verhaftet. — Ertrunken. Gestern Abend ertrank beim Baden in der Lahn am Untermühlwehr ein 17 Jahre alter Lithographenlehrling. Derselbe hatte sich, trotzdem er kein guter Schwimmer war, an eine tiefe Stelle, den sogen. Confirmandensprung, gewagt. ____________ — Das diesjährige Hoherodskopffest (Gesammt Ausflug aller Zweigvereine) findet Sonntag den 5. Juli statt. Zusammenkunft am Hoherodskops-Clubhause Mittags 1 Uhr. Hierselbst im Feftzelt: Begrüßung der Festtheilnehmer, Concert und Tanzvergnügen. Zur Deckung der Festkosten ist von jedem am Feste theilnehmenden Herrn eine Festkarte für 50 Pfg. zu lösen. — Den die Nebenbahnen Stockheim- Gedern, Nidda-Schotten und Hungen-Laubach benutzenden Theilnehmern diene zur Nachricht, daß der letzte Zug — Stockheim 9.47 und Nidda 10.10 — an Sonntagen bis nach Gießen durchfährt. -r. Brauerschwend, 26. Juni. Ein hiesiger Fabrikarbeiter wurde heute wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet und in das Amtsgerichtsgefänguiß zu Alsfeld eingeliefert. § Herchenhain, 25. Juni. Heute Nachmittag ging, von Saasen kommend, ein schweres Gewitter über unsere Gegend. Zweimal schlug der Blitz ein, einmal in einen Heuhaufen, welcher vollständig verbrannte, das andere Mal in eine Steinmauer. Ein wolkenbruchartiger Regen schwemmte viel Ackerland weg- infolge schweren, strichweise uieder- gcgnngenen Hagelwetters wurde viel Schaden an der Winterfrucht angerichtet. Leider haben die meisten Eigcnthümcr der verhagelten Früchte nichts versichert. Vermischte«. Verkehr, £anö» rurd Vetrsmirthschost. * Aus Rheinhessen, 24. Juni. In der diesseitigen Provinz hat die Traubenblüthe jetzt allgemein begonnen. Die Gescheine sind in den besseren Lagen ziemlich zahlreich vorhanden und braucht man bei fortdauernd guter Witterung einen vollständigen Ausfall der diesjährigen Weinernte immer noch nicht zu befürchten. * Trier, 24. Juni. Ein Zuchthäusler als Ladenmädchen. Gestern Vormittag nahm in Bonn in dem Eifenbahnzuge nach Koblenz ein junges, sauberes Mädchen Platz, daß seinen Mitreisenden gegenüber äußerte, sie sahre nach Güls an der Mosel und fei Ladenmädchen. In Koblenz stieg die Schöne nm und fuhr mit der Moselbahn weiter. Einem Schaffner dieses Zuges fiel es nun auf, daß die Ladnerin so merkwürdig große und plumpe Schuhe trug. Bei genauerem Zusehen erkannte er, daß die betreffenden Schuhe aufs Haar denen glichen, welche die Sträflinge im Zuchthaufe zu Köln tragen. Er sah sich jetzt das Fräulein mit kritischem Auge an, und sehr bald kam er zu der Überzeugung, daß die Ladnerin ein verkleideter Mann sei. Man telegraphirte nach Köln und erhielt die Antwort, daß in der That vergangene Nacht ein Sträfling aus dem dortigen Zucht- Hause ausgebrochen sei. Das Ladenfräulein wurde darum in Cochem verhaftet und entpuppte sich als der entsprungene Zuchthäusler. * Aus Schlesien, 24. Juni. Das Rittergut Ober- und Nieder-Ludwigsdors, Kreis Oels, ist von dem bisherigen Besitzer, Major a. D. v. Wedell, an den Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen verkauft worden. Der Kaufpreis beträgt 590000 Mk. * (Slogan, 24. Juni. Der herrschaftliche Kutscher Tost in Schien erschoß drei seiner schlafenden Kinder, verletzte seine Ehefrau durch einen Revolverschuß und erhängte sich selbst auf dem Hausboden. Das Motiv der That war Dienstentlassung und Nahrungssorge. * Seltsamer Aberglaube. Der Obmann der Wiener Rauchsangkehrer-Gehilsen, Gustav Westendorfer, gelangte in den Besitz folgenden amtlichen Schriftstückes, welches Eigen- thnm des Bezirks-Ranchfangkehrermeisters Karl Wachauer in Fünfkirchen und an diesen vom 12. Juni 1889 datirt ist: „Geehrter Herr Wachauer! Am 6. Juni war Ihr Geselle in unserem Dorfe fegen und bei dieser Gelegenheit hatte sich ein kleines Mädchen vor seiner schwarzen Gestalt so sehr erschreckt, daß es in Krämpfe fiel. Sie werden hiermit auf- gesordert, von dem betreffenden Gesellen ein wenig Kopfhaar, sowie ein Stückchen von seinem Hemde so schnell als möglich uns einzusenden, damit wir mit diesen Sachen das Mädchen räuchern und vom Tode retten können. Szabolcs, Comitat Baranha, am 12. Juni 1889. Georg Csonka, Gemeinde- Vorstand." * In einem Dorfe in Bayern hatten sich öfters Bettler und arbeitsscheue Leute herumgetrieben. Eine eben dort anwesende gerichtliche Commission bemerkte mehrere dergleichen Individuen und beauftragte sogleich den Ortsvorsteher, im wiederholten Falle beim Landgericht Anzeige zu erstatten und wenn nicht, wenigstens binnen acht Tagen eine Fehlanzeige zu machen. Der Vorsteher machte nun folgenden Bericht: „— Seitdem eine hohe Landgerichtliche Commission hier war, hat sich sonst weiter kein Gesindel mehr sehen lassen." * Ländlich sittlich. Wirth: „Was wär' dem Herr lieb?" Hans: „O, säget mer doch nit Herr, i bi kei Herr!" Wirth: „Ach, näht mer das nit übel, es ist halt hie de Bruch, daß me ame jede Lumpehund Herr seit." * Kluge Frau. Köchin: „Madame, jetzt sind aber die Eier gar zu klein. — Mad ame: „Das wird wohl an den Bauernfrauen liegen, die nehmen die Eier zu zeitig weg, ehe sie ordentlich ausgebildet sind." Tragödie in 33 Wörtern. Alter Meergreis — Hochzeitsabend — Achtzig Jahr — Million — Junge Schöne — "Haar erlegen — Traualtar. Schwiegersohn. Mädchens Vater Bankrotteur — Kind verschachert — Grand malheur. Stunde später — Stadtbekannt — Junge Gattin — Durchgebrannt. Alter Meergreis — Tobt und schreit — Recht geschehen — Dämlichkeit! Hitivcrfitüte - Nachrichten. — An der Universität Leipzig studiren in diesem Semester 73 Landwirthe (mit Einschluß der Hospitanten). Davon entfall-n auf das Königreich Sachsen 13, auf Preußen 31, auf die übrigen deutschen Staaten 8, auf Oesterreich-Ungarn 8, auf die übrigen europäischen Staaten 13. — Auf dem Commers des „Verbandes wissenschaftlicher Vereine" in Göttingen wurde mit großem Beifall die Rede des Professors Weiland ausgenommen, der u A. auch betonte, daß Liebe zum Vater- londe, echt studentische Fröhlichkeit auch außerhalb der Corps gepflegt würde und daß mancher tüchtige, königstreue Bürger auch aus. der Mitte der Studenten heroorgegangen sei, ohne einem Corps angehört zu haben. Citeratur rrnd Nnnst. Metz, 22. Juni. Die hiesige städtische Bibliothek, deren Grundstock aus den mährend dec großen Revolution als Rational- eiaenthum erklärten Klosterbibliotheken gebildet wurde, zählte bis 1888 unter rund 50000 Nummern nur etwa 450 deutsche Werke. Der in dem genannten Jahre angeitcllte deutsche Bibliothekar Ahl- feld wandte sich gleich nach Beginn seiner Thätigkeit an die deutschen Schriftsteller und Verleger mit der Bitte um unentgeltliche Ueber- lassung von deutschen Werken. Dieser Schritt hat den erfreulichen Erfolg gehabt, daß die deutscheAbtheilung sich mehr als versechsfacht hat. Sie zählt nämlich gegenwärtig bereits 2850 Werke mit 4600 Bänden. Weitere Zuwendungei: zur Hebung der Metzer Bibliothek im vaterländischen Sinne sind hochwillkommen.' (Bieften, 27. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigere Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,75—0,85, Hühnereier 1 St. 5-6, 2 St. — Enteneier 1 St. 6-7 2 St. - Käse pr. St. 5-8 4, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 Tauben pr. Paar X 0,80—1,00, Hühner pr. Stück X 1,20—1.40, Hahnen pr. St- X 1,50-2,30, Enten pr. Stück X 2,00-2,30, Ochsenfleisch pr. Pfd 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 56-64 H, Hammelfleisch 50—76 Kalbfleisch 50—56 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 8,00-9,00, Weißkraut pr. St. 3—7 Zwiebeln per Centner X 12,0—00,0, Milch per Liter 12-18 H, Kirschen per Pfd. 20—25 H. Auszug aus den StandesamtseegisteVU der Stadt Gietzen. Aufgebote. Juni: 18. Jacob Georg Franz Schreiber, Musiklehrer zu Lausanne, mit Maria Helene Lang zu Gießen. 20. Karl Schäfer, Taglöhner zu Höchst a. M., mit Marte Anna Elisabetha Martin« zu Frankfurt a. M. 22. -Johann Kurt Wölke, Weichensteller zu Gietzen, mit Luise Kämmerer Hierselbst. 25. Johann Friedrich Christian Keller, Rechtsanwalt zu Friedberg, mit Karoline Anna Muth hierfelbst. 26. Wilhelm Mades, Kaufmann dahier, mit Johanna Schlabach hierfelbst. 26. Johann Georg Fischbach, Küfer dahier, mit Elisabethe Wtnn hierfelbst. Ehefchlietzurrgen. Juni: 20. Dr. Wilhelm Ferdinand Richard Lang, Chemiker zu Würzburg, mit Marte Johanna Luise Spies von hier. 24. Johann Joseph Sauer, Kaufmann zu Frankfurt a. M., mit Emilie Karoline Wilhelmine Wallenfels dahier. Geborene. Juni: 21. Dem Kaufmann Carl Röhr ein Sohn. 21. Dem Bierbrauer Hermann Ubrich ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts. 25. Dem Wettzbinder Wilhelm Heberer ein Sohn, Adolf. Gestorbene. Juni: 21. Heinrich Dsttmar, 66 Jahre alt, Straßenkehrer dahier. 21. Heinrich Becker, 26 Jahre alt, Schuhmacher von Reiskirchen. 22. Emma Niebergall, 8 Jahre alt, Tochter von Wirth Sebastian Niebergall zu Gleiberg. 23. Friedrich Noll, 2 Jahre alt, Sohn von Bäckermeister Eduard Noll dahier. 23. Johanna Krailing, 17 Jahre alt, ledig dahier. 24. Konrad Schimmel, 39 Jahre alt, Cigarrenmacher dahier. 24. Johannes Zecher, 67 Jahre alt, Gym- nasial-Pedell dahier. aus -en rrirchenbüchevn Xx Staöt «Ufien. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 20. Juni. Dr. Wilhelm Ferdinand Richard Lang, Chemiker zu Würzburg, und Marie Johanna Luise Spies, Tochter des Bäckermeisters Hermann Spies zu Gießen. Den 25. Juni. Johann Josef Sauer, Kaufmann, und Emilie Karoline Wilhelmine Wallenfels, Tochter des Kaufmanns Christian Wallenfels zu Gießen. Getaufte. Den 20. Juni. Dem Lehrer an der höheren Mädchenschule Georg Jakob Oehlenschläger ein Sohn, Georg Jakob, geboren den 1. Juni. Den 21. Juni. Dem Dachdeckermeister Johann Heinrich CarlS eine Tochter. Marie Else Margarethe, geboren den 28. Mai. Denselben. Dem Fuhrmann Heinrich Launfpach ein Sohn, Johann Wilhelm Heinrich, geboren den 31. Mai. Denselben. Dem Schneider Georg Wilhelm Lotz eine Tochter, Anna Luise, geboren den 5. April. Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Göhrke ein Sohn, Heinrich Wilhelm Ludwig Peter, geboren den 7. Mai. Dem 23. Juni. Dem Fnseur Leonhard Dechert eine Tochter, Mathilde Johannette, geboren den 1. Juni. Den 24. Juni. Dem Professor Dr. Gustav Krüger eine Tochter, Henriette Margarethe Helene, geboren den 22. März. Den 25. Juni. Dem Wirth Heinrich Ernst eine Tochter, Marie Sophie, geboren den 19. Mai. Beerdigte. Den 20. Juni. Dr. Hermann Weber, pract. Arzt, alt 64 Jahre, starb den 18. Juni. Den 23. Juni. Heinrich Dtttmar, Straßenkehrer, alt 66 Jahre, starb den 21. Juni. Den 25. Juni. Johanna Krailing, Tochter des verstorbenen Schreinermeisters Ferdinand Krailing, alt 17 Jahre, starb den 23. Juni. Den 26. Juni. Johannes Zecher, Pedell am Gymnasium, alt 67 Jahre, starb den 24. Juni. Muxkin-Au-verkauf ä Mk. 1.75 per Meter reine Wolle nadelfertig ca. 140 cm breit. Um unser Saison Lager vollkommen zu räumen, versenden bivcct jedes beliebige Quantum Buxkin-Fabrik-Dep6t Oettinger & Co, Frankfurt a. M. Muster aller Qualitäten umgehend franco. [1047 Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht- Das Seidenfabrik-Depöt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief.) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. Doppe tes Briefporto nach der Schweiz. ___1Jiy - Hundert Mark Belohnung. Die Fälle von betrugernchem Mißbrauch mit der Marke „Zachcrltn" Horen leider nicht aus sich zu ereignen! Die Firma I. Zach er l in Wien W fitb deshalb genöthigt, allerorts bekannt zu geben, daß sie zur Abwehr solchen Unfuges eine Belohnung von 100 Matt an Jedermann baar aus- bezahlt, durch dessen Informationen sie in den Stand gesetzt worden ist, die gerichtliche Verurtheilung in einem mit ihrer Marke stattgehabten Mißbrauchssalle herbeizuführen. „Zacherlin — dieses aner’annt vorzüglichste Mittel gegen alle Jnsectm - dar man ja nicht mit dem gewöhnlichen Jnsectenpulver verwechseln, denn „Zacherlin" ist eine ganz eigene Specialitat, welche nirgends und niemals anders existirt als in versiegelten Flaschen mit Schutzmarke und dem Namenszug „I. 3*1". Wer also „Zacherlin" verlangt und dann irgend ein Pulver in Papier-Duten ober Schachteln dasur annimmt,--ist damit sicherlich jedesmal betrogen. Temperatur der Lahn und Luft gemessen am 27. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wa'ser 17, Luft I8V2 Grad Reaumur. L. Chr. Rübsamen Wwe. f FBElß- MTOATEr.E k 187» J Distern Schern ^JjNlebter iU Äarl Echas^ -lchenstelln in °"n Friedrich Proline Anna ' E Johanna n dahier, mit । Lang, Chemiker chter des Bäckn- nnn, unb Emilie manns Ehltstian , Straßenkehrer icher von Reis- iter von Wirth H, 2 Jahre alt, Hanna Krailing, 7 39 Jahre alt, Zahre alt, Gym- #5 12 !*• °hn. 21. Dm inb mannlichm rer ein Sohn, N. Chemiker MilieKarvline »n Mädchenschule ob, geboren den nfalnrlfi 6ar!6 8. M. pad) ein SM, Lvtz eine Tochter, hike ein Sohn, tat. hert eine Tochter, cüger eine Tochter, neSo^ttr, 'M« Nttft ÜÜK int, -»ttJ-r«, «r, a«663M ja'gte, H iro per Meter i W«ii. imen, K . „ U ikfurf *■ (1(47 Leide. 3^ ftsß ,ratirümntt- sondern hie zerM< Ä-'tf Sä sfcs Ä ÄS ►5“ «| 'S ff. alte abgelagerte Südweine: rother und weisser Portwein, Malaga, Madeira, Sherry, Marsala, Lacrimae Christi aus der Weingrosshandlung Rudolf Fuchs, Hamburg Hoflieferant Wien empfiehlt in Vi und V2 Flaschen (pro Fl. M. 2,25, 2,50 und 3.—) Adolf Geisse, vorm. 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Arbeitsverzeichnisse können im Geschäftszimmer Nr. 3 abgegeben werden, auch sind geschloffene Offerten bis Mittwoch den 1. Juli, IO Uhr dortselbst einzureichen. Gießen, den 26. Juni 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei. Gnauth. 5940 Anthracit- und Wasch-NußKohlm in hervorrag.nd guten Qualitäten offerire waggonweise, sowie in Fuhren von 30 Ctr. an zu den billigsten Preisen. H. F. Nassauer, Oeffentliche Impfung. Die diesjährige Jmpsung wird Mittwoch, den 1. Juli Mittwoch, den 8. Juli Mittwoch, den 15 Juli jedes Mal Nachmittags von 3 Uhr ab im alten Rathhause dahier abgehalten werden und die Nachschau, zu welcher die geimpften Kinder nochmals erscheinen müssen, 8 Tage später. Jmpfpflichtig im lausenden Jahre sind die im Jahre 1890 geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Es dürfen jedoch auch Kinder, welche erst in 1891 geboren sind, rur Impfung gebracht werden, und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch geimpft. Es kommt nur Kälberlymphe aus dem Landes-Jmpf- Jnstitut zur Verwendung. Ich lade die hiesigen Einwohner zur Benutzung dieser Termine em, mit dem Bemerken, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß aus eigene Kosten die Impfung vornehmen siassen. Kinder, deren Zurückstellung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können in den Terminen gleichsalls dem Jmpfarzt vorgestellt werden. Gießen, den 27. Juni 1891. [5961 Der Oberbürgermeister. Gnauth. Heugras- Versteigerung. Das Heugras von den Wiesen der Gemeinde Wiefeck soll nächsten Dienstag den 30. d. Mts. versteigert werden. Der Anfang zu den Wiesen bei Wieseck ist des Vormittags 10 Uhr in dem Dorfeld'schen Garten dahier und zu den Wiesen bei der Badenburg des Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg. Wiefeck, den 26. Juni 1891. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. So mm er lad. 5926 Grasversteigerung. Donnerstag den 2. Juli l. I., Nachmittags 4 Uhr wird von 15 Morgen in nächster Nähe der Schmitte bei Rodheim an der Bieber gelegenen Wiesen an Ort und Stelle das Gras versteigert. Zreitzerrlich vau der tzoop'sche Gutsverwaltllug. 5918 5934] Ein Lehrling gesucht. G. Schomber, Schneiderin., Seltersw-30. Briefpapier und Couverts mit j gefallendes wird frankirtbereittvittigst r ä zurückgeuommen. Pecher & Co. in Herford t.W-stfl. [ M. E&eiss SI Frankfurters |e Schuhlager • I 27 Marktstr. 27 empfiehlt 800 Paar ■ Damcn-Lcgett»chsch»che I in cllen erdenklichen Farben per Paar 3.50. I Größte Auswahl in ■ Herren-, Damen- u. Kinder- Segeltuchschuhen, ■ sowie in farbigem Leder zu enorm billigen Preisen. 5965 K Vom 5. August d. I. an ■ befindet sich das Geschäft |12 Mäusburg 12 H im Hanse des Herrn Bllcker- H meisterS Noll, »zum Stern". Beste und billigste 'Le.;ugsgnclle f»1 garanürt neue, boyprlt ßcreimflt u. gcwascheuc, rch! ' ösKsssW. Wr »erfenben zollfrei, gegen Nachn. 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Juni, 10 Uhr Vormittags, vom Trauerhause Löberstrasse 18, Ecke der Bleichstrasse. 5936 Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Schiffenbergerweg 54, aus statt. Vermischte Anzeigen. Meine Wohnung befindet sich von heute ab Wallthorstraße 32. Andreas Stoll. Lomb. E--B.-Act. Buschtherader E-B.-Aet. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-2ltt. Marienburger E.-B.-Act. Abends 8 Uhr: Viertes historisches Orgel - Concert in der Stadtkirche. 5963 Programm. Soli /. Gesang: zwei Duette und geistliches Lied von Mendelssohn. — Rhode, Concertstück f. Orgel, Trompete und drei Posaunen. — Orgelsoli von Schumann, Brosig, Herzog und Kühmstedt. Eintrittskarten ä 1 Mark, Schüler- und Studentenkarten 75 H b. Hrn. Challier. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 85.60,4o/g Ung. Gold-Rente 98.7515 o/g Jtal. Rente 85 301 IVstyo Oest. Silber-Rente 98.7515o/o Ruff. HI. Orient Hochachtungsvoll M. Kessler, Pferdemetzger. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme an dem uns betroffenen herben Verlust sagen wir Allen herzlichen Dank. Gießen, den 27. Juni 1891. 5970 Die trauernde Familie Zecher. I Ver. KönigS-Laurah^Act. Tendenz: schwach. Wohnungsgesuch. 5931] Eine kleine ruhige Familiärer Personen), sucht frei gelegene, gesunde Wohnung von ea. vier Räumen, nebst Keller- und Bodenraum u. s. w-, sowie Gartenantheil per 1. October, event- auch früher. Offerten rc. billigst besorgt unter A. 68 die Exped d. Bl.[5931 Gourrbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 27. Juni 189L Die trauernden Hinterbliebenen Giessen, den 27. Juni 1891. Sonntag, den 28. Junirj Unter Mitwirkung der Nauheimer Curcapette ---- Nauheimer Operetten - Ensemble (mit brillanter Ausstattung) Große Operette in 3 Acten von Suppe. ■ ■■ - ---- Anfang 8 Uhr. ---- Bestellungen sind bei Herrn Gerhardt, Cigarrenhandlung in Gießen, zu machen. 5924 A. Widmann. » Restauration ptm Abendstern,» D Rodheimerstratze. 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Juni: GROSSES MILITÄR-CONCERT tlusgeflihrt von der Kapelle des Hess. Feld-Artillerie- Regiments Ur. 11 aus Fritzlar- Herr S. Floerslieini im 64. Lebensjahr. Bieber bei Rodheim Zur Nachfeier des Gesangsfestes Sonntag, den 28. Juni: Tanzmusik auf dem Feftplatz wozu ergebenst einladet . , , , „ . , , [5972] Ludw. Schlierbach, Gastwlrth. Meiner verehrten Kundschaft in Gießen, Wetzlar, Marburg und Umgebung zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich erst bis Dienstag wieder die Fleischlieferung besorgen kann, da der untersuchende Thierarzt im Schlachthanse Freitag und Samstag nicht anwesend war und ich deshalb nicht schlachten durfte. Gieße«, den 27. Juni 1891. Liederkranz. H Heute Sonntag den 28. Juni: Partie a« den Ludwigsbrunuen. Abgang 2 Uhr Nachmittags von der Wieseckbrücke. 5968 ______________________________ Der Vorstand. Bauer scher Gesangverein. Heute Sonntag den 28. Juni: Abfahrt nach Wetzlar 11*59 Uhr Vormittags. Wegen Entnahme der ermäßigten Fahrkarten bitten wir um frühzeitiges Erscheinen. Ein Haus denen seit Jahren eine gute Bterwirth- schaft betrieben wird, zu verkaufen oder zu verpachten. Schrift!. Anfragen unter X. 0. an die Exped. d. Bl.[5938 1 5917] Kleine Mansardenwohnung, zwei bis drei Zimmer mit Zubehör, billig zu vermiethen. Grünbergerstraße 89. 5941] Eine Wohnung zu vermiethen. ___________________Krofdorferstraße 13. 5947] Ein kleines Familien-Logis zu vermiethen bei Chr. Jungblut. 5946] Kl.Familten-Logis u.möbl. Stube für Arbeiter zu verm. Neuenweg 48. 5948] 4 Zimmer mit Zubehör, Balkon, Wasserleitung, per 1. September zu ver- mielhen. H. Krieb, Afterweg 48. 5956] Der mittlere Stock m. Hauses, 6 Zimmer mit allem Zubehör, per ersten October zu vermiethen. I. P. Tann, Bismarckftraße 10. 5949] Möblirtes Zimmer zu vermiethen- Schillerstraße 20, L 5957] Ein Stübchen mit Bett zuHr- miethen.^ Katharinengasse 10. In nächster Nähe der Universität, Lndwigstraße 33, parterre, sind zwei schön möblirte Zimmer zu ver- miethen. 5935 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.