1891 Freitag den 27. November Nr. 277 Äkr SM«*» rvf^etttt täglich, «Si Lv-nahm« d4*C|lr■■ HUHU, r II - ------ " ----------- .n—«wuw« ^««sfieifaae: Oi-ßmek KamMmkkLIt«. ■cmmr*‘aiiuMuw - '2. ■ LMWB6 Alle Lmeourm-Gureaux des In* und Äaflenbcl at^mee Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. M^WMMMWgWUWNgWAMWNWWNMWSSWMWM' 2lmilid?cr Thrrl. Gießen, am 24. November 1891. Betr.: Das kirchliche Musikwesen. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Nachstehende Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, vom 11. d. M. theilen wir Ihnen zur Kenntniß mit. Sie wollen dafür Sorge tragen, daß das Buch als Jnven- tarstück der Schule zu Händen des Lehrers angeschafft wird. v. Gagern. Darmstadt, am 11. November 1891. Betr.: Wie oben. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz (Abtheilung für Schulangelegenheiten) an die Grotzherzoglichen Kreis-Schulcommissionen. Von dem Gesangbuch für die evangelische Kirche im Großherzogthum Hessen ist eine Ausgabe mit Noten erschienen, welche zum Preise von 1 JL. 50 H, und auf besserem Papier zu 2 Jt, abgegeben wird und zum Gebrauch für die Hand des Lehrers, beziehungsweise zur Aufnahme in das Schulinventar geeignet erscheint. Indem wir Ihnen hiervon Mittheilung zugehen lassen, empfehlen wir Ihnen, die Schulvorstände der betreffenden Gemeinden hierauf aufmerksam zu machen. v. Knorr. Deutsches Reich. Darmstadt, 25. November. Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ist der Zweiten Kammer der Stände seitens der Großh. Ministerien des Innern und der Justiz und der Finanzen im Anschluß an die übrigen auf die Revision der Verwaltungsgesetze bezüglichen Gesetzesvorlagen der Entwürfe inesGesetzes, betreffend den Bau und die Unterhaltung der Kun st st raßen im Großherzogthum, zugegangen. Berlin, 25. November. In Sachen des heiligen Rockes von Trier ist eine bemerkenswerte En t sch ei d u n g des Reichsgerichtes zu verzeichnen. Der Redacteur Siwinna in Kattowitz hatte sich in seinem Blatte über den heiligen Rock und seine Ausstellung luftig gemacht. Er war deshalb wegen Beschimpfung von Institutionen der katholischen Kirche in Anklagezustand versetzt und in zwei Instanzen vom Gerichte auch verurtheilt worden. Hiergegen legte Siwinna beim Reichsgerichte Berufung ein, dasselbe hat aber dahin erkannt, daß die Verehrung des heiligen Rockes allerdings als ein Gebrauch der katholischen Kirche anzusehen, auch wenn die Echtheit des Gewandes nicht allgemein anerkannt würde; es sei deshalb die Berufung zu verwerfen. Deutler Reichstag. 126. Plenarsitzung. Mittwoch, 25. November 1891, 1 Uhr. Die zweite Berathung der Novelle zum Krankenver- sicherungsgesetz wird mit dem 8 21 derVorlage fortgesetzt. Derselbe enthält Bestimmungen darüber, wie weit die Kassen ihre Leistungen über die gesetzlichen Minimalletstungen hinaus ausdehnen können; namentlich wird bestimmt im Absatz 1, daß die Krankenunterstützung auf langer als dreizehn Wochen bis zu einem Jahre ausgedehnt werden kann, im Absatz 2, daß die gesetzlich zulässigen 'Earenztage fortfallen können und im Absatz 5, daß freie ärztliche Behandlung und Arznei auch für die FamUienmttglieder der Versicherten gewährt werden können. Hierzu liegen mehrere Anträge vor. Abg. v. Strombeck (Ctr.) bemängelt die Faffung des Absatzes 5 und schlägt dafür eine andere, seiner Meinung nach präcisere Faffung dieses Absatzes vor. Abg. Dr. Hoeffel (Rp.) beantragt zu Absatz 1, die Carenzzeit uur dann außer Betracht zu lasten, wenn die Erkrankung länger als vier Wochen dauert oder eine äußerliche Verletzung vorltegt. Abg. Hitze (Ctr.) hält es für bedenklich, allgemeine Bestimmungen über die Carenzzeit zu treffen; es gebe Kassen, welche heute bereits die Carenzzeit aufgehoben haben und dabei ganz gut fahren. Andererseits können die Verhältnisse der Kasse sehr wohl so liegen, baß eine Carenzzeit nöthig ist. Es werde daher am besten sein, wenn man den Kassen die Beschlußfassung über die Carenzzeit überläßt. Redner hat einen, diesen Ausführungen entsprechenden Anttag gestellt. *•_ Abg. MölUer snatl.) empfiehlt Ablehnung aller Anträge; der Barschlag in der CommissiouSvorlage genüge allen bMigen Ansprüchen. Die Möglichkeit, zuweitgehende Leistungen von dm Kassm zu verlangen, werde Grund zu unliebsamen politischen Bewegungen geben. Am beftm wäre es, die Regierungsvorlage wiederherzustellen, welche ebenso wie der Antrag Hitze die Zustimmung der Arbeitgeber und der Versicherten zur Gewährung von Mehrleistungen fordert, wenn der erforderliche Reservefond bei der Kasse vorhanden ist. Staatssecretär Dr. v. Boetticher vertheidigt die Regierungsvorlage und empfiehlt event. den Antrag Hitze zur Annahme; letzterer verlangt als Voraussetzung für die Mehrleistungen mtweder Einwilligung der Arbeitgeber und der Versicherten oder Ansammlung des Reservefonds. Den Anttag Höffel bekämpft er; es wäre eine unnöthige Härte, allen Kranken, deren Krankheit nicht vier Wochen erreicht, die Carenzzeit anzurechnen. Abg. Graf Schulenburg (cons.) wird mit feinen politischen Freunden für die Regierungsvorlage stimmen; es genüge, wenn Versicherte und Arbeitgeber die Mehrleistung beschließm, auch roenn der Reservefond noch nicht bis zur vollen Höhe angesammelt ist. Abg. Dr. Hirsch (dfr.) empfiehlt dringend die Commissionsvorlage, welche außer der betdertheiligen Zustimmung auch noch die Ansammlung des Reservefonds für die Mehrleistung fordert. Die Kasse der Metallarbeiter habe die Carenzzeit aufgehoben, sie aber nachher wieder einführen müssen. Vor solchen Fehlgriffen möge man sich hüten. Bundescommissar Geh. Rath Woedtke tritt den Ausführungen des Abg. Hirsch zu Gunsten der Regierungsvorlage entgegen. Abg. Molkenbuhr (Soc.) befürwortet den von seiner Fraction gestellten Anttag, die Mehrleistung von Krankengeld ohne Einschränkung auf eine bestimmte Zeit zuzulassm? Bet der Abstimmung wird unter Ablehnung aller anderen der Anttag Hitze (Ctr.) und mit diesem der S 21 angenommen. § 24 der Vorlage, welcher das formale Verfahren bet Errichtung neuer Kassen betrifft, wird mit einem lediglich formalen Anträge des Abg. v. Strombeck (Ctr.), den der Staatssecretär Dr. v. Boetticher für annehmbar erklärt, genehmigt. Der 8 26a bestimmt u. A., daß Kassenmitgliedern, die anderweit versichert find, das Krankengeld soweit gekürzt werden Fann, als dasselbe aus dem anderweit bezogenen Krankengelde den Betrag des Tagelohnes übersteigt. — Ferner soll durch das Kassenstatut bestimmt werden können, daß Mitglieder, welche sich ihre Erkrankung durch Theilnahme an Rausbändeln, durch Trunkfälligkeit oder Ausschweifungen zugezogen haben, das Krankengeld ganz oder theilweise verlieren und daß die Mitglieder an bestimmte Aerzte, Anstalten und Apotheken gewiesen werden können. Ein socialdemokratischer Antrag verlangt Streichung dieser Bestimmungen. Abg. Dr. Hirsch (dfr.) wünscht Aufklärung, ob die nach-diesem Paragraph den Gemeindekrankenkassen zustehenden Rechte auch von den freien Kaffen geübt werden können. Im Publikum herrsche hierüber Unklarheit. Geh. Rath Lohmann erwidert, daß den freien Kassen zweifellos das Recht zusteht, für sich die gleichen Bestimmungen festzusetzen, wie sie hier für die Gemeindekrankenkassen vorgesehen sind. Abg. Grillenberger (Soc.) begründet den vorerwähnten socialdemokratischen Antrag. Es sei namentlich ungerecht, den Leuten, die ihre Beiträge bezahlen müssen, unter solchen Vorwendungen das Krankengeld zu entziehen. Die meisten gewerblichen Arbeiter seien in mehreren Kassen versichert, weil das gesetzliche Krankengeld zu niedrig ist. — Weiter befürwortet Redner dm von der socialdemokratischen Partei gestellten Anttag: die Bestimmung derVorlage, daß für eine längere als dreizehnwöchige Krankheit innerhalb eines Jahres nur noch die gesetzliche Mindestleistung gewährt zu werden braucht, dahin zu ändern, daß diese Mindestleistung erst zulässig ist, wenn das Mitglied das Krankengeld innerhalb zweier Jahre für 52 Wochen erhalten hat. Die Kaffen könntm das sehr wohl leisten; sie könnten nöthigenfalls die Beiträge um ein Geringes erhöhen. Abg. Dr. Buhl (natl.) bekämpft die focialdemokratischen Anträge. ES dürfen den Arbeitern nicht zu hohe Bettragslasten aufgelegt werdm. Die Abgg. Dr. Gutfleifch (dfr.), Graf v. d. Schulenburg (cons.), Möller (natl.) fpredben sich gegen dm Abg. Grtllenberger und den focialdemokratischen Antrag aus, die Kassen seien einig in dem Wunsche, die Ueberversicherung beseitigt zu sehen. Bei der Abstimmung wird der socialdemokratische Antrag ab- gelehnt, über dm Absatz 2b des Paragraph und dm dazu oorliegen- dm Anttag Auer u. Gen. (betr. die Anweisung bestimmter Aerzte, Apotheker und Anstalten) wird die Abstimmung ausgesetzt bis nach Erledigung des § 57; tm Uebrigen wird 8 26a nach dm Commisfions- beschlüssm genehmigt. Die 88 27 bis 50 werdm nach unwesentlicher Debatte unverändert nach den Commissionsanträgen angenommen; nur einige lediglich redactionelle Anträge des Abg. v. Strombeck gelangen zur Annahme. Bei 8 51, welcher die Bestimmung mtbält, daß für die Dauer der Krankenunterstützung Beiträge nicht entrichtet zu werden brauchen, liegt ein Antrag Dieben (Ctr.) vor, welcher bestimmen will, daß die Beitragspflicht nur im Falle der Erwerbsunfähigkeit erlischt. — Dieser Antrag wird angenommen und mit demselben der 8 51. 8 52 wird unverändert genehmigt. Hierauf vertagt sich das Haus. — Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr: Fortsetzung der soeben abgebrochenen Berathung. Schluß 5 Uhr. Heuefte Nachrichten Wolff- telegraphische« Lorrespondmz-Bucrsu. Berlin, 25. November. Zu Ehren des Ministers v. Giers sand in der russischen Botschaft heute Abend um 7 Uhr ein Diner zu 40 Gedecken statt. Unter den Geladenen befanden sich Caprivi, Staatssecretär Marschall, Finanzminister Miquel, Unterftaatssecretär Rotenhan, andere Herren des Auswärtigen Amtes und Mitglieder der ruff. Botschaft. An dem Diner nahmen auch Damen theil. Berlin, 25. November. Caprivi besuchte Vormittags 11 Uhr Giers im Hotel Continental und verweilte längere Zeit. Um 1 Uhr erhielt Giers den Besuch des Staats- secretärs Marschall. Berlin, 25. November. Giers ist heute Abend um 11 Uhr mit dem Königsberger Zuge abgereist. Berlin, 25. November. Die Generalsynode hat den Antrag, den Geistlichen die Militärdienstzeit aus ihr Dienstalter in Anrechnung zu bringen, angenommen. Berlin, 25. November. Der „Reichsanzeiger" melhet: Der Kaiser genehmigte, daß der noch nicht begebene Theil der Frankfurter Anleihe von 12 Millionen Mark nach Wahl der städtischen Behörden zu 3V2 oder 4 pCt. Anleihescheinen ausgenommen werde. Berlin, 25. November. Aus den letzten Angaben des „Reichs-Anzeigers" über die Ergebnisse der letzten Ernte zieht die „Nordd. Allgem. Ztg." in einem heutigen Artikel den Schluß, daß ein effectiver Mangel an Brod- getreide uns nicht bedrohe- wir seien nur genöthigt, den Verbrauch des Roggens einzuschränken und den des Weizens zu erweitern. Torgau, 25. November. Seine Majestät der Kaiser ist um 1 Uhr 10 Minuten hier angekommen und von dem commandirenden General v. Haenisch empfangen worden. Seine Majestät begab sich alsbald zu dem Brückenkopf, wo das 3. Pionier-Bataillon von Rauch zur Parade stand. Nach Verlesung der Auszeichnungen erfolgte zweimaliger Parademarsch. Hieran schloß sich die Parade des 72. Infanterie- Regiments (4. thüringischen) an. Petersburg, 25. November. Weiteren Meldungen aus Orel zufolge wurden bei der Bahnkatastrophe etwa dreißig Personen getödtet. Die Verwundeten hat man in das Hospital in Orel geschafft. Birmingham, 25. November. Lord Salisbury hielt gestern Abend in einer von 5000 Personen besuchten Versammlung eine Rede, in welcher er erklärte, die Regierung begünstige eine Vermehrung der Zahl kleiner ländlicher Besitzer, selbst auf Staatskosten. Eine Umbildung des Hauses der Lords würde die Gefahr einer Revolution nach sich ziehen. Die Machtstellung Englands hänge lediglich von den auswärtigen Besitzungen ab, und Irland aufzugeben, wäre ein Zeichen der Schwäche, welches die Colonien zum Abfall ermuntern würde. Rio de Janeiro, 25. November. Das neue Cabinet ist folgendermaßen zusammengesetzt: Marine: Admiral Custodio de Mello, Krieg: General Oliveira, Justiz, Inneres: Ferreira, Ackerbau: Antao de Faria, Finanzen: Rodriguez Alves, Auswärtiges: Palleta. Die Freiheit der Presse ist wieder hergestellt, die Bevölkerung verhält sich theilnahmslos. Rio de Janeiro, 25. November. General Peixoto erließ ein Manifest, worin es heißt, daß die Gesetzlichkeit wieder hergestellt sei, die Auflösung des früheren Congresses für null und nichtig erklärt und der Belagerungszustand aufgehoben wird. Der Congreß wird zum 18. December ein- berufen. — Duarte Percia ist zum Unterrichtsminister ernannt; derselbe übernahm interimistisch auch das Justizministerium und Inneres. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 25. November. Nach der „Voss. Ztg." lautete die gestrige Ansprache des Kaisers an die Recruten: „Ihr werdet hoffentlich nur im Frieden Eure Tapferkeit zu betätigen brauchen, vielleicht sind aber auch ernste innere Kämpfe bevorstehend." Die Gefahren der Hauptstadt besprechend, sagte der Kaiser: „Es ist Mannesmuth erforderlich, diese zu überstehen, der vornehmste Umgang für den Soldaten ist der Soldat, nicht das Civil." — Die „Nordd. Allg. Ztg." nennt die Combinirung der kaiserlichen Ansprache an die Recruten mit dem voraufgegangenen Besuche von Giers seitens der „Reichs-Corresp." „eine phänomenale Kühnheit". Berlin, 26. November. Nach den „Berl. Polit. Nachrichten^ steht die reichsgesetzliche Regelung des Checkwesens bevor. — Gegenüber der Meldung der „Kreuz-Ztg.", daß der Kaiser am Montag beim Diner sich betreffs der Selbst- ftändigkeitsbestrebungen der Generalsynode nicht unfreundlich geäußert habe, erfährt die „Nat.-Ztg.", daß die Bemerkungen des Kaisers tm Sinne einer Abweisung der hierarchischen Bestrebungen lauteten und die Aufforderung zum Zusammenwirken der verschiedenen kirchlichen Richtungen enthielten. — Einer hiesigen Correspondenz zufolge soll sich der Minister Hersurth wegen seiner angegriffenen Gesundheit mit Rücktrittsgedanken tragen. — Einer Meldung der „Voss. Ztg." aus London zufolge nimmt die Altersschw äche Gladstones zu^ Schiftsnachrichten. Bremen, 24. November. (Per transatlantischen Telegrapbl Der Schnelldampfer Ems, Capt. R. Sander, vom Norddttltfchrn Lloyd in Bremen, welcher am 14. November von Bremen und am 15. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- und volkswirthichaft. Limbirr-, s25. November- Fruchtmarkt. Rother Weizen 20.20, weißer Weizen JL —, Korn 1860, Gerste JL 11.10, Hafer, JL 755, Erbsen —, Kartoffeln —. Frankfurt a. M., 25. November. Der gestrige Haupt- markr im städtischen Viehhof brachte niedrigere Preise für Schweine. Bei Hornvieh verblieb ein unverkaufter Rest von neunundzwanzig Stück; auch wurde ungefähr dieselbe Zahl als unverkauft zurückoerladen. Zum nächsten Markt trifft wieder ein Transport österreichischen Hornviehs (Kühe) ein. — Pflanzenschutz im Winter. Hat man Pflanzen oder Gemüse unter einer ziemlich locker liegenden Decke von Stroh, Laub usw. eingedeckt, so muß man oftmals befürchten, daß in der Zeit, wo sich diese Decken noch nicht gefetzt haben und plötzlich schneidende Winde Auftreten, die Schützlinge leiden. Ein sehr einfaches und zweckmäßiges Mittel, um dieses zu verhindern, ist ein Ueberbraufeu mit Wasser. Hierdurch wird eine dünne, feste Kruste gebildet, welche das Einoringen der Winde, sowie ein Wegwehm der Decke verhindert. Literatur u*6 Auuft. — Nr. 8 (3. Jahrgang) der Wochenschrift zur Unterhaltung und Belehrung für junge Mädchen »DaS HarrSrnütterchen" ist erschienen und hat solgenden Inhalt: Hauswirthschaftlicher Theil: Wochenspruck. — Moralischer Muth. — lieber liebloses Reden. — Briefe einer Lehrerin an ihre ehemalige Schülerin. — Die häusliche Rechnungsführung. — Der geistige Einfluß des Kaffees. — Das Corsett oder die Schnürbrust. — Eine vergeffene Handarbeit. — Neue Moden. — Handarbeiten. — Gesundheitspflege. — Küchenzettel und Recepte. — Unterhaltender Theil: Eine heitere Geschichte. (Fortsetzung.) — Ich wollt mein Leben glich der Blüthe. — Die Strandliese. (Fortsetzung.) — Bunte Ecke. — Auskunftsecke. — Briefkasten. — Anzeigen. — Probenummern werden jederzeit gratis abgegeben von dem Verlage: Emil Kaulfuß in Ueckermünde. — Mit einer wahren Freude nehmen wir jedes neue Heft deS »Universum" zur Hand. Die reich illustrirte Familienzeitschrift verdient ihre Beliebtheit und stetig wachsende große Verbreitung in hohem Maße; die immer gleiche vornehme Haltung, der Reichthum an werthoollm textlichen und künstlerischen Beiträgen heben sie aus der deutschen Zeitschriftenliteratur hoch heraus. Auch das neue Heft 6 ist von altbewährter Gediegenheit. Der Roman „Frau Gräfin" von Victor Blüthgen ist eine jener liebenswürdigen, fesselnden Erzählungen, wie sie nur ein echter Dichter in glücklichster Gestaltungskraft schaffen kann. Die Novelle „Mentha" von Wilhelm Jensen erscheint als eine hochsinntge, begeisterte Verherrlichung der deutschen Frauentreue. Die Artikel sind mannigfaltig und von actuellem Interesse, die Illustrationen künstlerisch vollendet. — P. K. Roseggers Schriften. Bei Beginn der längerm Herbst- wie Winterabende und in einer Zeit, wo man schon anfängt, sich mit Plänen für Weihnachtsgaben zu beschäftigen, sei rechtzeitig auf die Schriften von P. K. Rosegger aufmerksam gemacht, welche in verhältnißmäßia wohlfeilen Octav-, Miniatur- und Prachtausgaben vorliegen. Die Verlagshandlung A. Hartleben in Wien versendet, auf einfaches Ersuchen mit Postkarte, ausführliche Verzeichnisse von Roseggers Werken, welche, echt volksthümlich, sittenrein und gemüth- reich-humorvoll, die wärmste Empfehlung verdienen. K. P. Rosegger gehört zu den wmigen Schriftstellern der Gegenwart, in deren Lob die gelammte Kritik einig ist, eine Schicksalsgunst, deren er sich auch in feinen neuesten Schöpfungen^ nur würdig erweist. Selbst ein Kind des Volkes, dessen Schilderung P. K. Rosegger seine Feder widmet, weiß unser Dichter seine Erzählungen, Novellen und Romane voller Naturtreue und poetisch vertieft zu gestalten und es birgt jede einzelne derfelben einen eigenartigen Characterzug, der aus dem Leben des Volkes heraus gedichtet ist. Reiche Formengewandtheit und Mannigfaltigkeit, tiefes Gemüth und echten Humor, sowie eine ursprüngliche Weltanschauung und sittliche Kraft verrathen die Schriften P. K. Roseggers, welche wir aus innerster Ueberzeugung einer allseitigen freundlichen Aufnahme empfehlen. — Alle Mitkämpfer au» dem Feldzuge 1870/71, alle Angehörigen des Lehrerberufes, alle Eisenbahndeamten werden von der Redaction von »SchorerS Familienblatt" in Berlin aufgefordert, ihr interessantestes Erlevniß in einem kurzen Artikel von höchstens zwei Spalten Länge zu erzählen. Für die sechs besten Arbeiten sind Geldpreise im Betrage von 300 Mark ausgesetzt. Gleichzeitig stellt das Familienblatt vier Preisausgaben für kunstgewerbliche Handarbeiten mit Geldpreisen im Betrage von 500 Mark. Das Preisrichtercollegimn für diese vier Aufgaben besteht aus den Herren Professor Ewald, Director der Kgl. Kunstschule zu Berlin, Vrofeffor E. Doepler d. I., Architect Hoffacker, 2. Vorsitzender des Vereins Berliner Künstler. Frau Professor Kaselowsky, Vorsteherin des Kunstarbeitsateliers des Lettevereins, und dem Verleger des Blattes. Gleichzeitig veröffentlicht die 9k. 46 von Schorers Familienblatt, welche alle auf die Preisaufgaben bezüglichen Einzelheiten enthält, das Ergebniß der vor einigen Monaten ausgeschriebenen Amateur-Photographienconcurrenz. ES lagen 1177 Photographien bringt ihm die italienische Reise keine Erholung, dann erfolgt sein Rücktritt vom öffentlichen Leben. — Wie das „Berl. Tagebl." meldet, wird die Vorbereitung der Börsenreform wahrscheinlich dem Reichsamt des Innern oder dem Reichs-Justizamt übertragen- besonders letzteres sei dazu geeignet. Als Vorsitzender der Commission werden Finanzminister Miquel und Reichsbank-Präsident Koch genannt. München, 25. November. Landtag. Bei der Plenar- berathung der Novelle, betr. das Heimaths- und Verehelichungs-Gesetz, hob Minister Feilitsch hervor, wenn Bayern seine Heimaths-Reservatgesetzgebung aufrecht halten wolle, dürfe der Bogen nicht zu straff gespannt werden. Die Regierung werde hierzu nicht die Hand bieten. Graudenz, 25. November. Nach dem „Graudenzer Geselligen" sollen bis Anfang Januar die russischen Grenz- garnisonen bedeutend verstärkt und die bisher garnisonfreien Grenzorte militärisch besetzt werden, hauptsächlich von Kosaken und Asiaten-Truppen. Paris, 26. November. Die Armeecommission der De- putirtenkammer genehmigte die Verschärfung des Spionagegesetzes, sodaß als zeitweilige Zwangsarbeit immerwährende als Strafe festgesetzt wird. Rom, 25. November. Die Mittelmeerbahn beschloß, Versuche mit dem Zonentarif anzustellen. Petersburg, 25. November. Es wird eine Prämien- Anleihe von sechs Millionen Rubel zu Gunsten der Noth- leidenden geplant. Die Fonds sollen aus freiwilligen Gaben gebildet werden. Es sollen 1200000 Billete a 5 Rubel mit Haupttreffern von 100000, 75000, 50000 Rubel ausgegeben werden. Podwoloczyska, 25. November. Nach russischen Meldungen soll für Hüls en frü chte das Ausfuhrverbot, fürOel- samen ein Ausfuhrzoll von 20 Rubel Gold per Pud bevorstehen. Cocale» nnd provinzielles. Gießen, 26. November 1891. — Sitzung Großh. Handelskammer vom 20. November 1891. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Klingfpor, Kraatz, Wortmann. Die Handelskammer Hanau hat bei dem Ausschuß des deutschen Handelstags den Antrag eingereicht, die Frage der anderweiten Festsetzung des Briefgewichts und die Erweiterung der Maximalgewichtsgrenze für einfache Briese auf die Tagesordnung der bevorstehenden Plenarversammlung des Deutschen Handelstags zu stellen. Entsprechend den von der Kammer in dieser Angelegenheit bereits früher wiederholt gestellten^Anträgen hat dieselbe sich diesem Anträge unterstützend angeschlossen. Gleichzeitig ist Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Gutfleisch ersucht worden, bei der bevorstehenden Berathung des Postetats diese Angelegenheit im Sinne der von der Kammer gestellten Anträge vertreten zu wollen. — Die Handelskammer zu Frankfurt a. M. bringt eine gemeinsame Besprechung zur Beantragung einheitlicher Vorschläge für die die Sonntagsbeschästigung im Handelsgewerbe regelnden polizeilichen Bestimmungen in Vorschlag. Die Kammer hat die Theilnahme an einer solchen abgelehnt, weil die eigenartig gestalteten Verhältnisse des hiesigen Platzes und insbesondere die auf die Landbevölkerung gebotene Rücksichtnahme besondere Regelung dieser Frage für den hiesigen Platz erheischen. — Neues Theater. Freitag den 27. November kommt wieder eines der besten Lustspiele Roderich Benedix' „Die relegirten Studenten" zur Aufführung. Freunde dieses Autors, welche in Gießen ja sehr zahlreich vertreten sind, sollten das ausgezeichnete Lustspiel nicht versäumen. Die Besetzung der Rollen ist die denkbar beste. — Das am 25. November ausgegebene Großherzogliche Regieruugsblatt Nr. 37 enthält: Bekanntmachung Großh. Brandversicherungs'Commission, die Ausführung des Gesetzes vom 28. September 1890, die Brandversicherungsanstalt für Gebäude betreffend. Vom 1. November 1891. — Das Amtsblatt des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 20, enthält Ausschreiben vom 16. November 1891 an die gerichtlichen Behörden, die Großh. Notare und die Großherzogl. Bürgermeistereien der Provinz Rheinhessen, die Fertigung der Grundbuchsauszüge betreffend. — Krankenversicherung. Es gibt immer noch Arbeitgeber, welche versäumen, bei ihnen Beschäftigte zur Allgemeinen Ortskrankenkasse anzumelden. Nachfolgender Fall dürfte der Erwähnung werth sein. Bei einem Gewerbetreibenden zu Hersseld war ein junger Mann in Arbeit, ohne daß dessen Anmeldung zur Ortskrankenkasse erfolgte. Der Betreffende verließ seine Stelle und begab ' sich nach Frankfurt a. M., wo er bald nach seiner Ankunft erkrankte. Er wurde dort auf Kosten der Krankenkasse verpflegt und der Vorstand der letzteren sandte eine Rechnung an die Hersselder Kasse mit dem Ersuchen, die entstandenen Kosten zu übernehmen. ' Da stellte sich nun heraus, daß der Erkrankte überhaupt nicht angemeldet war, und sein früherer Prinzipal muß nun für die durch die Verpflegung in Frankfurt entstandenen Unkosten aufkommen. Möge dieser Fall zur Warnung dienen- es steht außerdem noch Strafe aus Unterlassung der Anmeldung. — Lehrt die Kinder das Gurgeln. Auf die Zahl der Kinder, welche alljährlich einer der heimtückischsten Krankheiten, der Diphteritis, zum Opfer fallen, braucht hier nicht eingegangen zu werden, um die Gefährlichkeit derselben zu beweisen, da man in allen Kreisen von derfelben überzeugt ist, vielmehr sei bemerkt, daß die Mediciner in dem Gurgeln von Chlorkalium u. s. w. ein oft sehr wirksames Bekämpsungsmittel haben- Es können letztere aber nur dann von demselben Gebrauch machen, wenn die Kinder Gurgeln können. Das Lernen in der Krankheit ist einmal doppelt schwer, auch ist es andererseits nicht aus einmal damit gethan. Man kalte die Kinder daher an, daß sie das Gurgeln unter allen Umständen erlernen, damit sie im Krankheitsfalle Gebrauch davon machen können, und die Eltern ntcht genöthigt sind, sich eventuell Vorwürfe zu machen. — Trotzdem uns nur noch vier Wochen vom Weih' nachtsfeste trennen, merkt man leider noch wenig die Nähe desselben. Die anderwärts zu Tage tretende Annahme, daß die zahlreichen Vergnügungen, Bälle, Concerte u. s. w. es sind, welche ernste Vorbereitungen zum Weihnachtsseste, besonders zu den von unserer Damenwelt so beliebten Handarbeiten, noch nicht zulassen, trifft hierorts wohl weniger zu - immerhin ist man da, wo sonst nm diese Zeit ebenso emsig, wie geheimnißvoll gearbeitet wurde, anscheinend noch im Rückstände. Bald aber werden sich die Damenzimmer füllen mit Arbeitsstoff, die Herren werden nach und nach in der Häuslichkeit unsichtbar, denn aus dem Geschäft gehts gleich in die Kneipe und den Frauen, Töchtern und Schwestern ist dies Verschwinden des männlichen Elements aus den vier Pfählen des Hauses durchaus nicht unangenehm, können sie doch nur auf diese Weise ihre Ueberraschungen tüchtig fördern. Aber man kann wohl auch ganz gut annehmen, daß, je stiller das Haus vor dem Feste, je lebhafter und froher an demselben, denn je mehr Arbeit das Geschäft erfordert, je mehr Freude fließt aus demselben in die festliche Häuslichkeit. Wenn wir also jetzt unseren Lesern tüchtige Arbeit und Mühen wünschen, geschieht dies nur in der angenehmen Voraussicht, daß diese Arbeit Quelle großer Fröhlichkeit werde. Dem Kaufmann kann keine größere Weihnachtssreude bereitet werden, als wenn er ein recht gutes Weihnachtsgeschäft macht, und die liebenswürdigen Leserinnen, die ihre Lieben mit selbstgefertigten Handarbeiten überraschen, werden gewiß für ihre Mühen am meisten belohnt, wenn ihre Arbeiten ansprechen. Ein gutes Geschäft und geschmackvolle Handarbeiten lassen sich aber nur durch unermüdlichen Fleiß erreichen. Also vor dem Feste Arbeit, dann wird den sauren Wochen ein um so fröhlicheres Fest folgen. A Unter-Seibertenrod, 25. November. Schon seit einem Jahr grassirt in unserer Gemeinde unter den Kindern der Würgengel Diphteritis, nach längeren oder kürzeren Pausen fordert diese schreckliche Krankheit immer von neuem wieder ihre Opfer. So sind bis jetzt nicht weniger als sechszehn Kinder erlegen, das letzte war neun Jahr alt. Das ist eine sehr große Anzahl im Verhältniß zu unserer kleinen Gemeinde. § Freiensteinau, 24. November. Gestern Nachmittag fiel plötzlich der Maurermeister Rühfer von hier in der Nähe seiner Wohnung in einen Brunnen. Seiner Ehefrau sowie einem Nachbar gelang es, den R. aus dem Brunnen lebend herauszuziehen, doch liegt derselbe noch schwer krank darnieder. Bad-Nauheims 24. November. Die bisherige Pächterin der hiesigen Bahnhofsrestauration hat gekündigt und ist dieselbe mm Herrn Haberl, dem Besitzer des unmittelbar neben dem Bahnhof gelegenen neuen Hotel-Restaurants übertragen worden. - a- Aus dem Kreise Alsfeld, 25. November. Obwohl der Getreidemarkt zu Grünberg immer noch ein sehr bedeutender zur Zeit ist, so wird er doch nicht mehr in gleich starker Weise wie früher aus den umliegenden Ortschaften, namentlich denjenigen des Vogelsbergs, befahren. Dies kommt daher, daß Fruchthändler die Ortschaften begehen und die Fruchtvorräthe auskaufen. Da sie stets den Durchschnittspreis des Grünberger Fruchtmarkes bezahlen, so ^verkaufen ihnen die Leute recht gern, zumal sie mancherlei Unkosten sparen. So steht man zur Zeit des Oesteren Wagen voll Getreide durch die Dörfer der nächsten Bahnstation zufahren. Begehrt ist gegenwärtig stark der Weizen- er wird per 100 Kilo durchschnittlich für 25 Mk. bis 25,20 Mk. aufgekauft. Schade nur, daß die Landwirthe bei diesem guten Preise so wenig Weizen zu verkaufen haben. vermischtes. * Von der Bieber, 25. November. Am 24. ds. Mts. feierten der Mühlenbesitzer Georg Will und seine Ehefrau auf der Obermühle bei Königsberg im Kreise ihrer Kinder und Enkel das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Freude des sich in bester Gesundheit befindenden Jubelpaares wurde besonders gehoben durch das Geschenk Sr. Majestät des Kaisers, die Ehejubiläumsmedaille, sowie eine prachtvolle Bibel, die der Kirchenvorstand von Königsberg dem Paar gewidmet. Am Abend brachte der Gesangverein „Liederhain" von Bieber dem Hochzeitspaare ein Ständchen. Mögen Herrn Will und seiner Frau noch viele Lebensjahre in ungetrübter Gesundheit beschieden sein. * Worbis (im Eichsfelde), 20. November. Eine ganz neue Art, sich durch ein S y m p a t h i e m i t t e l für das Leben zu finden, beweist das nachstehende Abenteuer eines jungen Baubeamten H. aus Hannover. Als er am letzten Montag im Walde des Jberges nach dem Kohnsteinfelsen zu spazieren ging, begegnete er einer tiefverschleierten jungen Dame, die einen welken Zweig in der Hand, ängstlich auf ihn zu kam. Plötzlich warf sie den Zweig hinter sich, lichtete den Schleier und küßte den jungen Mann herzhaft aus die Wangen. Dem überraschten jungen Manne stammelte die erröthende Jungfrau Entschuldigungen vor und zeigte ein Büchlein, in dem zu lesen: „Mittel gegen Sommersprossen. Gehe in den Wald, promenire möglichst einsam mit einem dürren Zweig in den Händen, sobald du dann einem jungen Mann begegnest, wirs rasch den Zweig hinter dich und küsse ihm beide Wangen." Das Mittel war probat, am Mittwoch hat sich der so plötzlich geküßte, hier zum Besuch weilende Herr mit der jungen Dame, obschon die Sommersprossen nicht so rasch vergangen waren, verlobt. * Collecte-Schwindler verhaftet. Der Betrüger, welcher im letzten Sommer und Herbst als angeblicher Diakon Wei- mann aus Bielefeld in Wiesbaden, Kassel, Lich, Frankfurt, Köln und anderen Städten angeblich für die Bielefelder Anstalten, in Wirklichkeit für seine eigene Tasche Beiträge sammelte, ist am 24. October m Langenberg, Bez. Düsseldorf, dingfest gemacht worden. Er ist ein 55jähriger ehemaliger Kaufmann Namens Ferdinand Mehner und hat schon eine 5jährige Zuchthausstrafe verbüßt. Das Landgericht in Elberfeld hat die Untersuchung eröffnet. *tt Kassel, 25. November. Eine große Anzahl Bergleute aus dem Erzgebirge, Sachsen und Schlesien kamen gestern hier an und setzten dieselben nach kurzem Aufenthalte ihre Reise nach Westfalen in die dortigen Kohlenreviere fort. Wie es heißt, gehen dieselben nach den Kohlenzechen bei Herne und Bochum, wo gegenwärtig höhere Löhne, als in ihrer Heimath gezahlt werden, da die westfälischen Zechen durch vermehrte Bestellungen genöthigt sind, ihr Arbeitspersonal zu vergrößern. * Berlin, 22. November. Eine nette Gesellschaft birgt gegenwärtig das Untersuchungsgefängniß in Moabit bei Berlin: Leute, die in letzter Zeit unendlich oft genannt worden, nämlich den verkrachten Commerzienrath A. Wolff, die Bankiers Leipziger und Maag, die Heinze'fchen Eheleute (die Mörder des Nachtwächters Braun), die Auguste Maa us (die Mörderin ihrer Dienstherrin) und den Raubmörder Wetzel. Dazu wird in den nächsten Tagen der wegen Sittlichkeitsverbrechen verfolgte und in Graz verhaftete Prediger Harder kommen. den Preisrichtern Professor Or.W.H. Vogel vom Kgl. Polytechnikum zu Charlottenburg, Professor Franz Skarbtna von der Kgl. Kunstakademie in Berlin und der Redöction zur Beurteilung vor, der erste Preis fiel nach Elberfeld, die sechs übrigen nach Nürnberg, San Francisco, Deventer, Göttingen, Santiago und Dresden. — »ademeeum, Kurzes, für den Bewerber des philosophischen Doctor-Grades an Den Universitäten Deutschlands und der Schweiz, nebst einem Anhänge, enthaltend die Promottonsordnungen gber österreichischen Universitäten. Preis 75 Pfg. Verlag der Münchener Handelsdruckerei und Verlagsanstalt M. Poeßl in München. — Dieses Büchlein wird sich bet Interessenten bald einer allgemeinen Beliebtheit erfreuen. 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Und, weil sie der nothdürfligsten Kleidungc-stücke ermangeln. — Wir richten ! deßhalb auch in diesem Jahre an die Bewohner Gießens (Raucher und DSinlmroi Vnthatnn iNichtraucher), die herzliche Bitte, uns durch Übermittelung etwaiger Ci- JjaCKvivl " tiUlllclieH garrenabfälle, sowie durch freiwillige Geldbeiträge unseren Fonds erhöhen zu helfen, damit es uns ermöglicht wird, auch am diesjährigen Weihnachtsfeste einer größeren Anzahl Kinder eine geeignete Weihnachtsbescheerung Consum-Verem ju Großen-Buseck G. G. mit unb. Haftpfl. Generalversammlung Lonntag den 29. Novbr., Abends 7 Uhr, bei Gastwirth Brück. Tagesordnung: 1) Anschaffung künstlicher Dünger, 2) Verschiedenes. Für den Vorstand: 10454__H. Meyer, Director. Deutscher Phönix* Versicherungs-Gesellschaft in Frankfurt am Main. Grurrdeapital Mk. 9,428,580.—. Der Deutsche Phönix versichert zu festen Prämien gegen Feuerschaden: Maaren, Mobilien, Maschinen, Fabrikgeräth- schasten, Vieh, Ernte, Ackergeräthe, überhaupt alle beweglichen Gegenstände, welche durch Brand zerstört oder beschädigt werden können. Zur Ertheiluug jeder gewünschten Auskunft, sowie zur Entgegennahme von Versicherungen empfiehlt sich Adolf Bieler, Weflantage Ur. 45. 9856 Agent des Deutschen Phönix. TsÄes-Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unser unvergeßliches Töchterchen Mariechen im 9. Lebensjahre durch den Tod zu sich zu rufen. Um stilles Beileid bittet die tieftrauernde Familie Karl Kahn und Frau. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 2 Uhr von der Katharinengasse 15 aus statt. 10455 .0451] Ein Schreinergeselle auf 2978] Einzelne Wäsch-gegenstände dauernde Arbeit gesucht von Schreiner- ro[e auch Ausstattungen werden zum meister Louis Weber, Krofdorf. - Festoniren, Sticken, Zeichnen, sowie auch 11453] Commis gesucht für ein aus-. Säumen anoenommen. wärtiqes Manufocturwaarengeschäft. I^ndwigstrasse 1Ä, part. Offert, an die Exped. d. Bl. erbeten, i Bei groß. Ausstattungen Preisermäßigung. Fahrplan der aus Station Gießen verkehrenden Eiseubahnzüge. Ankunft. — Abfahrt. 112 g00 94Ü 1130 100 115 245 “432 604 728 8£7* 1050 1157. Frankfurt 229 435 459 6'8 804* 960 114: 157 436 532 703 749 903, 620 (führt 2.-4. Klane). Friedberg (Locatzua) 630 (führt 2.-4. Masst). 214 454 758* 1131 425 527 ß53 744 859 1115. Cassel 1202 127 347 809 951 1139 l'X» 120 440 853*. 214 454 621 741 708* 1131 149 425 527 744 859 925 1112- Marburg 1202 1 27 347 809 901 11 >9 105 120 251 44U 736 8> * 911. 7^1 246 (führt 2—4. Klasse). Kronhausen (Localz.) 630 140 (führt 2 —4. Klasse) 65j 756 941 1120 H32 1241 334 427 655 727 811 11^1 1111. Wetzlar 505 625 808 948 1 000 1159 1210 230 438 537 545 755 907 922. 941 1132 12" 334 622 «11 1111. Ems—Covlenz 522 808 948 1159 4-8 537 75j 1120 427 727 1154. Deutz—Cöln 625 1000 1210 545. 757 111 423 1QW. Kulva 725 1141 735 500 (vts Alsfeld). 930 307 ß56. Gelnhausen 705 1205 440 120 (bi- Hungen). 930 307 61\ Schotten bezw.Nivda 700 1205 440 822-tt) 658 f) 930 307 611. Gebern, Zaubach bezw. Stockheim 705 1205 440 822- tt) Die Nachtzeilen von 6 Uhr Abends bis 659 Uhr früh find durch Unterstreichen der Minutenzahlen ausgezeichnet. Die fetten Ziffern bezeichnen die Schnellzüge. Die mit * bezeichneten Züge führen nur 1. und 2. Klaffe. t) Verkehrt während der Monate November bis einschließlich Februar nur an Montagen und Dienstagen ab Stockheim. ft) Verkehrt während der Monate November bi; einschließlich Februar nur an Sonn- nnd Montage» zwischen Nidda und Stockheim, sonst an allen Tagen zwischen Gießen und Nidda. Co»r »bericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 26. November 1891. Schlußeovrs« 1 Uhr 15 Mim 3% Reichsanleihr 3Ve°/o do. 3% Preuß. TousolS 3Vi0/« do. 83.75 97.60 83 70 97 70 40/0 Ung. Gold-Rente 5% Jtal. Rente 4V6F/o Oest. Silber-Rente 3% Portugies. Anl. 88 10 87 00 77.70 33.60 Disconto-Commanb^Anttz 166 50 Lomb» G.-B.«°Art. 71.75 Darmstädter Bank-AcL 122 40 Buschtberader E.-B.-Act 382.50 Dresdener Bank-Art. 127.40 Elbthal-Babn-Act 180 50 Nordd. Lloyd-Act. 100.00 Gotthard-Bahn-Act 131 90 Wiener Bankver.-Aet 87 00 Schweizer Nordost-B.-Act, 107.00 Oeft. Eredit-Act. 231.50 Mainzer E.-B^-Act. 107 90 DefL Staatsb.-Aet. 231 50 Marienburger E.-B^Aet. 46 70 Gelsenk. Bergw.-Act. 137.501 Per. Köntgs-Laurah^Acr. revdenz : fest. 103.50 _________ReichSbmck-DiScont 4 pfft — Barck-Diaeortt 4 pfff__________ M Da der Anzeiger Nachmittags um 1/24 Uhr auf der Post sein muß, um rechtzeitig in Besitz auch unserer auswärtigen Leser zu gelangen, ist es uns nicht möglich, Inserate, welche am selben Tage erscheinen sollen, später als Vormittags 10 Uhr anzunehmen. Größere Inserate wolle man gefälligst Tags vorher aufgeben. Im Interesse unserer Leser sind wir zu dieser wiederholten Bekanntmachung gezwungen. Rchactivur A. Scheydg.^—Druck anb Verlag der BrKhl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen. Ns hsNttse Rmnntft umfufct 6 Sette*. Freitag den 27. November Gietzener Anzeiger. »w^.-wi Gas-Cokes -ardsfelden. I Cramer & Buchholz Nönsahl und Nübeland i. Harz. i. Wests. 214 74 H n liegt bei dem , 1.25. Diana in Verkaufsstellen in fast allen Orten Louis Hilgardt Lindenplatz 1 Uhrmacher, Liudenplatz 1 657 360 12 vergeben: Erdarbeiten „ 1.20. „ 1.25. für den Centner ab GaSwerk Mk. 1.10. zu 5y // daraus nicht eine günstige Rückwirkung für Industrie und Handel in Europa erfolgen und dadurch eine allgemeine Handelskrisis vermieden werden, denn großes Getreidegeschäft n Amerika hat immer den amerikanischen Bedarf an euro- läischen Jndustrieprodueten erhöht. vier oder fünf Reihen so zusammengebunden, daß das Floß vorn etwa acht, hinten achtzehn Schläuche breit ist- darüber wird etwas Laub, dann eine Matte und Teppiche gebreitet, und so fährt man gemächlich den Fluß hinab." In Rußland )at man schon länger diese Floßschläuche in Gebrauch genommen und nun bei uns gut gelungene Versuche damit gemacht. * Berliner Haudwerkerleben. Bei der Subhastation des bekannten Grand-Hotels Alexanderplatz, die vor einigen Tagen stattgefunden hat, sind nicht weniger als drei Millionen Mark verloren gegangen. Nach der „Baugew.-Zeitung" sind im Wesentlichen die kleinen Handwerker und Lieferanten die Leidtragenden. Denn diese haben vielsach die Actien in Zahlung nehmen müssen. Etwa zehn Jahre ist das Hotel alt. Ein in Berliner Baukreisen bekannter Bauunternehmer hat es erbaut- dieser verstand es, die Handwerker heranzuziehen, welche nun wohl mit geringer Ausnahme einen erheblichen Theil ihrer Forderungen verloren. extra bestes Jagdpulver in grober und feiner Körnung. Betreffend: Ausbau des ! Albach-Burkhardsfelden Die Lage auf dem internationalen Getreidemarkte. Enorm wichtig für alle Wirthschaftskreise ist die künftige Gestaltung des Getreidemarktes und der Brodversorgung des Volkes, deßhalb muß die öffentliche Meinung in dieser ernsten Frage über den derzeitigen Stand des Getreidemarktes aufgeklärt werden. Sehr auffällig ist da zunächst die Erscheinung, daß in Folge der großen Ernteüberschüsse in Amerika und auch wegen der Marktzufuhr der einheimischen Ernteerträge das Angebot an Getreide, zumal an Weizen, ganz bedeutend in de« letzten Wochen gewachsen ist und daß trotzdem die Preise eher noch in die Höhe gegangen sind. Das ist ein Widerspruch, der seine Erklärung schließlich wohl nur noch durch forcirte Haussespeculationen finden kann. Merkwürdiger Weise sind sogar auf den amerikanischen Märkten, wie z. B. in Newyork, die Weizenpreise seit vierzehn Tagen um 3 pCt. gestiegen. Es darf dieser auffallenden Beobachtung gegenüber aber gewiß nicht nur von gewinnsüchtigen Haussespeculationen auf dem Getreidemarkte gesprochen werden, sondern es ist auch anzunehmen, daß man in den Kreisen der Getreidehändler und Landwirthe noch viele Monate hinaus mit hohen Preisen rechnen zu müssen glaubt, zumal es bezüglich der russischen Getreideausfuhr auch schon dahin gekommen ist, daß Rußland auch ein Getreideaussuhr- verbot erlassen hat. Der Nothstand und selbst Hungersnoth ist in den östlichen und nordöstlichen Gouvernements Rußlands im Wachsen begriffen und der russische Kriegsminister soll sogar schon Vorstellungen wegen der gehörigen Brodversorgung des Heeres bei dem Czaren gemacht haben- man kann sich daher denken, welche Maßregeln bezüglich der Aus. fuhrverbote in Rußland noch zu erwarten sind und ist unter keinen Umständen an eine baldige Aushebung des russischen Roggenaussuhrverbotes zu denken. Viel Weizen, zumal über die südlichen Hafenstädte, hat aber Rußland in letzter Zeit doch ausgesührt, weil die russischen Landwirthe und Händler das Weizenausfuhrverbot und damit ein Sinken der inländischen Weizenausfuhr befürchten. Sehr in Betracht kommt bei dec Beurteilung des internationalen Getreidemarktes die Frage, ob wir uns in Bezug aus Industrie und Handel einer großen Krisis nähern oder ob wir es nur mit einer Periode vorübergehender Cala- mitäten zu thun haben. Tritt die große Handelskrisis wirklich ein, so sind alle Berechnungen in Bezugs aus Preisbildungen trügerisch und der große Krach und die Geschästs- stockungen beherrschen das Feld. Einen Hoffnungsstrahl gewähren solchen trüben Befürchtungen gegenüber die glänzenden Geschäfte, welche in diesem Jahre die Nordamerikaner mit ihrer großen Getreideernte machen. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben in den letzten beiden Monaten durchschnittlich in jedem Monat für 100 Millionen Mk. Getreide und Mehl nach Europa verkauft und dieses glänzende Geschäft dürfte noch mehrere Monate andauern. Sollte Arbeilsvergebung. Montag den 30. November, Mittags 3 Uhr, werben im Gemeindehaus Heuchelheim vergeben: veranschlagt Alle Zuthaten zur feinen Bäckerei in unübertroffener Qualität und zu billigsten Preisen empfiehlt [10406 Emil Fischbach. Melchior Vuchhoh Sohn, Rönsahl, früher in Lennep, altrenommirteste Jagd- u. Scheiben-Pulverfabriken mit den höchsten 5105 Deutsches Scheiben- Pulver (nasser Brand). Körnungen L—8. Ersuchen Sie gefl. Schusters Canee. Verkaufsstelle Gießen: Hch. Wallach, Markt 8. Lohnende Verkaufsstellen werden soliden Händlern an allen Orten übertragen. 4412 M. Schuster, Bonn, Dampfkaffee-Brennerei, gegr. 1857. 02 — ii ft Bormittags sy2 Uhr, werben im Gemeindehaus zu Albach veranschlagt zu Vermischtes * Bei den Pionierubuugen, die kürzlich in dem Rheinarm zwischen der Petersaue bei Mainz und dem Casteler User vorgenommen wurden, wendete man als Pontons ausgeblasene Ochsen- oder Kuhhäute an. Es geschah hier nichts anders, als was schon Lenophon in dem berühmten Rückzüge der 10,000 Griechen erzählt und was Moltke in seinen Briesen über Zustände und Begebenheiten in der Türkei ebenso aus eigener Erfahrung berichtet. Die Griechen stehen, so erzählt Tenophon, muthlos am Tigris- sie wissen nicht, wie sie über den großen Fluß hinüberkommen sollen, hinter ihnen drängen die Feinde. Da naht den beratschlagenden Anführern ein pfiffiger Rhodier und erbietet sich, die Truppen überzusetzen, wenn man ihm das nöthige Material verschaffen wolle. Als die Führer ihn nun verwundert nach der Art und Weise fragen, wie er das bewirken wolle, sagte er: „Ich brauche zweitausend Schläuche. In Eurem Heere sind viele Schafe, Ziegen, Rinder und Esel, deren abgezogene und aufgeblasene Häute den Uebergang möglich machen würden. Mit den Riemen, die Ihr beim Zugvieh braucht, werde ich dann diese aufgeblasenen Schläuche aneinanderfügen und jedem Schlauche dadurch, daß ich Steine daran binde und diese wie Anker ins Wasser senke, eine feste Lage geben, dann die Schläuche über den Fluß führen und an beiden Ufern festbinden und zuletzt Strauchwerk und Erde auftragen." Das schien damals den griechischen Führern zwar sehr sinnreich, aber doch recht gefährlich und unausführbar zu fein, obwohl schon, wie Xenophon an einer anderen Stelle berichtet, die Landeseinwohner auf solchen Flößen über den Fluß hinüb ersetzen. Sie gingen auf den Vorschlag des schlauen Rhodiers nicht ein. Und Moltke erzählt über eine Fahrt aus dem Tigris im Jahre 1838: „Am 15. April setzten v. M. und ich uns mit zwei wohlbewaffneten Agas des Paschas, unseren Dragomans und Bedienten auf ein Fahrzeug, welches so con- ftruirt war, wie man es schon zu Cprus Zeiten verstand, auf ein Floß, nämlich von aufgeblasenen Hammelhäuten. Die Türken halten die Jagd für unrecht, verschmähen das Wild und verachten Rindfleisch, dagegen verzehren sie eine große Menge von Schafen und Ziegen- die Häute dieser Thiere werden so wenig wie möglich vorn an der Brust zerschnitten und sorgfältig abgezogen, dann zusammengenäht und die Extremitäten zusammengebunden. Wird nun der Schlauch aufgeblasen, was schnell und ohne den Mund unmittelbar daranzubringen geschieht, so hat er eine große Tragfähigkeit und kann fast nicht zu Grunde gehen- vierzig bis sechsztg werden bann unter ein leichtes Gerüst von Baumzweigen von Infolge Stadtverordneten-Beschlusses vom 23. October 1891 festgesetzte Preise: Stückeokes .........., - Nutzestes in drei verschiedenen Korngrößen für Stubeicheizung zerkleinert und für alle Ofenschächte paffend: Größe Nr I., etwas größer als Anthracit . Größe Nr. II., in der Größe des Anthracit . Größe Nr. III., kleiner als Anthracit . . „ Die Anfuhr an das Hans erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Gentner und werden für dieselbe 5 Pfg. für den Centner berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch geringere Mengen als 5 Centner zugeschickt. Bei Entnahme von Wagenladungen von mmdestens 35 Centner, welche einige Tage vor dem Bezug zu bestellen sind, tritt bei allen Sorten eine Preisermäßigung von 5 Pfg. für den Centner ein. Bei Bezug von 200 Centner aus einmal tritt eine Preisermäßigung üon 10 Pfg. für den Centner ein und empfiehlt es sich, diesbezügliche Bestellungen zeitig bei uns vormerken zu lasten. 9501 Städtisches Cas- und Wasserwerk Giessen, Decksteinlieferung Chaussirungsarbeiten Pflasterarbeilen Der Voranschlag Unterzeichneten, sowie bei Großh. Bürgermeisterei Albach zur Einsicht Erdarbeiten 00 Pflasterarbeiten 594 ,, 2U Der Voranschlag liegt bei dem Unterzeichneten und bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Crn- Citerotur un6 Kunft — Römisches Stratzenleben. Die originellen Seiten des römischen Straßenlebens leben in der Erinnerung eines jeden Jtalien- fahrers fort und mit Vergnügen erinnert man sich noch der Kampfe, die man mit den allzu freundlichen BlumenverkLuferimten, den Kutschern, den Zeitungsjungen und Bettlern zu bestehen hatte. In dem neuesten Heste v der .Modernen Lärmst? (Berlin W 57, Rich. Bong) behandelt B. Cirmeni dieses Straßenlebm in ebenso fesselnder als eingehender Weise und die Schilderung wird durch tresfliche Illustrationen unterstützt. „Straßenleben auf dem Corso , „Auf der Piazza Colonna", „Vor dem Parlamentsgebaude u. a. m. sind allerliebste Darstellungen, die zum Tbell durch die farbige Aquarell-Reproduction eine sehr pittoreske Wirkung at^übm. Ein anderer reich illustrirter Artikel schildert den deutschen Schriftsteller- Congreß und bietet interessante Bilder mit vielen Porträts. Die Kunstbetlagen dieses Heftes sind wieder großartige Leistungen des Holzschnittes: eine „Madonna" von Fontana, „Thais räth Alexandn Persepolts in Brand zu stecken" nach dem auch in Deutschland ausgestellt gewesenen Colossalgemälde Simonis sind hochinteressante, effectvolle Silber. In Vorbereitung ist jetzt die diesjährige Weihnachts-Nummer der „Modernen Kunst", welche neben einem reichen farbig illustrirten Text sechs schwarze Kunstbeilagen und eine doppelseitige buntfarbige Extra-Kunstbeilage enthält und den Abonnenten zum Preise von 1 Mk. geliefert wird, während der Einzelpreis 3 Mk. beträgt. — Die neu erschienenen Nummern 45 und 46 der laude" bringen zwei interessante Aufsätze; in Nr. 45 behandelt Eduard Schulte „das Verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg im Jahre 1809" und sucht das geheimnißvolle Dunkel zu lichten, daS trotz aller Nachsorschungen über dem Ende des englischen Diplomaten liegt, welcher auf der Reise von Wien nach Berlin spurlos verschwand und vielfach als ein Opfer französischer von Napoleon I. gedungmer Mörder angesehen wurde. In Nr. 46 erzählt Rudolf v. Gottschall seine Studentenerinnerungen aus Breslau unter dem Titel: „Aus vormärzlicher Zeit". Gottschall hatte in Breslau Gelegenheit, mit einer Reihe nachher berühmter Männer zu verkehren, so unter I Anderem mit Lassalle und Gustav Freytag. Bemerkenswerth ist die Schilderung des Eindrucks, welchen Freytag damals auf die Kreise I der Studenten machte. empfiehlt sein Lager in goldenen und silbernen Taschenuhren, allen Sorten Wanduhren und Weckern, Ketten ttt Gold, Silber, Double, Nickel u. s. w. Schöne Auswahl in massiv goldenen Ringen zu den billigsten Preisen. Reparaturen werden prompt und billigst unter Garantie ausgesührt. _________________________________ Für Fabrik- und Betriebs-Krankenkassen. Bescheinigungen über die Endzahlen aus der Aufrechnung der Quittungskarten zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung (lt. „Greßener Anzeiger" Nr. 231) sind zu haben bei Wilhelm Klee, Papier- und Formularhandlung. offen. Gießen, am 24. November 1891. Der Kreisingenieur: Stahl. 10424 ArMsvergebung. Samstag den 28. ds. 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Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. dergl., besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu taffen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister Bramm (Grünbergerstraße 1), Frau Dr. Brüel (Neuen Bäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Gartenstraße 15), Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wortmann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 16. November 1891. 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