2122 1 etn9ettoHen r. si^_ &■„* rr?LL 1 »-W«r wmit Aije^r, Lasier - oder ÜP Ederstratze 51, lb®lämütÄÄ Gipfle, Wiejechratze 1, Settersweg 15 chvnes Logis im 2. gtod Mnern, Küche, abgeschloi. 'ebor nebst GarteimU zu vermieden Babnbsi- «. I. Albold, iweile Stock, drei Zimm Mör, zu oermiethen. 'tttster, Liedigstraße 65 int^amilienlofliS an-. k. Waigafa. -ohnung von vier schönen Keller und Boden, aui vnm. KirchMatz W,\. >wn Win, Küche mit m. Wetzsteingasie 10. non Geichw. Schwaij iobnung, bestehend ans ich iasterleitung '.c., per iofon u vermieden. Babnbofftraße 58, IL lge Lerschuna ist der mittler «immer nebst Zubehör, bi onsch auch früher, zu oem ilv, j^rankfurterstraße 73. ne^Mnung, 3 gr. Zimmer rlettung rc-, yer (oW SabnM^fe£Ä!SJL 'StTMt, Sonnechck rennt oder im Ganzen, mit und allem Zubehör, zu ^Restauration FeideU rin aroües ich^ue^ liogis, Ladeeinrichtung. Bmnd« . April ab zu S^ggK ri" B* M-r >z-L Nr. 73 Freitag den 27. März 1891 Der ♦itjtwtt Amzeiger scheint räglich, «*t RuSnehme deS Montags. Die Gießener N««itte»SrLtier XHtbtn dem Anzeiger "yLchentlich dreimal bfifldegt Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Bierreljähriger AvonncmevtsPreist 2 Mark 20 Pfg. uM Bringcrlohn. Dirrch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, ExpedNiv» und Druckerei: Kchutsiratze Mr.'il, Fernsprecher 51 Amts- ttttb Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. -st—»— .1" H . • u . ■iu.pi... . ■■■.—■■.■£,_■_.]_._____.■/LLILZL-L-JJLJJ.JJJL-1. _______ £.1 J^L.2_,2jyiL===.'l.,”2!!S=SS.-----!5«E «»n-hm. »«n «0,-t,-« dn für dn. i ^iTIttirifttßfätfer ”S! «nn°n-m-Ba«aur d.s In. und Äuetanbe* nchm« Mgmben Tag erscheinenden Nummer dir Sonn. 10 Uhr. ^TtUlSlJcl lilgC« £ AMMLL tC-UDUUKU Anzeigen für den „Gießener Anzeiger entgegen ."uj.ll TTTTJ7TrgWMMW^,-,r~^--"TJTlirr-p*JU —— —MM.ii— Abonnements - Einladung! Zum Bezug des „Gießener Anzeiger" für das 2. Vierteljahr 1891 laden wir hiermit ergebenst ein. — Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer objectiver Uebersicht zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten des Wolff'schen telegraphischen Correspondenz- Bnreaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschäft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Exemplare nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesen: in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). Asntlichev Therl. Bekanntmachung, betreffend die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogthum. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz dem „Verein Berliner Künstler" die Erlaubniß ertheilt hat, die Loose einer in Verbindung mit der in diesem Jahre in Berlin stattfindenden internationalen Kunstausstellung zu veranstaltenden Verloosung von Kunstwerken (Oelgemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Kupferstichen rc.) innerhalb des Großherzogthums zu vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verloosungsplan dürfen 500 000 Loose zu je 1 Mk. ausgegeben werden, während 300 000 Mk. zum Ankauf von Gewinnsten, welche in zwei Ziehungen zur Ausspielung gelangen, verwendet werden müffen. Gießen, 24. März 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gag ern. Bekanntmachung. Betreffend: Die Bestellung von Kreisseuerwehr- Jnspectoren und deren Dienstbezirke. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß mit Wirkung vom 1. April l. I. der Fürstlich Solms'sche Bau-Jnspector Herr Schön zu Lich für den südwestlichen Theil des Kreises (Bezirk I) und der Kreisbote Herr Wilhelm Voneifs zu Grünberg für den nordöstlichen Theil des Kreises (Bezirk II) zu Kreis-Feuerwehr-Jnspectoren gemäß Art. 15 der Landes- Feuerlöschordnung vom 29. März 1890 ernannt worden sind. Gießen, am 25. März 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Inspektions-Bezirk I. 1. Mach 2. Allendors a. d. Lahn 3. Annerod 4. Bellersheim 5. Bettenhausen 6. Birklar 7. Dors-Gill 8. Eberstadt m. Arnsburg 9. Garbenteich 10. Großen-Linden 11. Grüningen 12. Hausen 13. Heuchelheim 14. Holzheim 15. Hungen 16. Inheiden 17. Klein-Linden 18. Langd 19. Lang-Göns 20. Langsdorf 21. Leihgestern 22. Lich 23. Lollar 24. Muschenheim 25. Nonnenroth 26. Obbornhofen 27. Ober-Hörgern 28. Rabertshausen 29. Rodheim 30. Röthges 31. Ruttershausen 32. Staufenberg 33. Steinbach 34. Steinheim 35. Trais-Horloff 36. Utphe 37. Villingen 38. Watzenborn m. Steinberg 39. Wieseck Jnspections-Bezirk II. 1. Allendors a. d. Lda. 2. Allertshausen 3. Alten-Buseck 4. Beltershain 5. Bersrod 6. Beuern 7. Burkhardsfelden 8. Climbach 9. Daubringen 10. Ettingshausen 11. Geilshausen 12. Göbelnrod 13. Großen-Buseck 14. Grünberg 15. Harbach 16. Hattenrod 17. Kesselbach 18. Lauter 19. Lindenstruth 20. Londorf 21. Lumda 22. Mainzlar 23. Münster 24. Nieder-Bessingen 25. Ober-Bessingen 26. Odenhausen 27. Oppenrod 28. Queckborn 29. Reinhardshain 30. Reiskirchen 31. Rödgen 32. Rüddingshausen 33. Saasen 34. Stangenrod 35. Stockhausen 36. Treis a. d. Lda. 37. Trohe 38. Weickartshain 39. Weitershain 40. Winnerod. Deutsches Reich. Darmstadt, 25. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 22. März den Hosceremonienmeister Geheimerath Carl von Werner zum Oberceremonienmeister zu ernennen. Berlin, 25. März. Die Nachtheile, welche sich für das Studium an den Universitäten und den Technischen Hochschulen daraus ergeben, daß die in Gemäßheit des § 46 der Herresordnung von den Studirenden-Osfiziers-Aspiranten abzuleistenden beiden achtwöchigen Uebungen häufig in die Vorlesungszeit fallen, haben dem Cultusminister Veran- laffung gegeben, den Kriegsminister unter Darlegung der Verhältnisse zu ersuchen, die obersten Waffenbehürden zu veranlassen, daß bei der Festsetzung der Uebungen soweit irgend thunlich aus die akademischen Ferien Rücksicht genommen und die Uebungen möglichst in die Monate März und April oder August und September verlegt werden. Der Kriegsminister hat darauf das Schreiben des Cultusministers den obersten Waffenbehürden mit dem Anheimstellen zugehen lassen, die darin zum Ausdruck gebrachten Wünsche zu berücksichtigen, soweit dies mit den Festsetzungen der Heeresordnung und den Dienstintereffen vereinbar sei. Berlin, 24. März. Der Papst will, nach der „Saale- Zeitung", angeblich seine Marmorstatue in Lebensgröße der Marienkirche in Hannover für das Grabmal Dr. Windthorsts schenken. Berlin, 24. März. Der „Hann. Courier" meldet zur Reichstagswahl in Geestemünde: ES find jetzt definitiv folgende Candidaten ausgestellt: Von den Nationalliberalen Fürst Bismarck, den Freisinnigen Rentier Adloff, den Welsen Rittergutsbesitzer von Plate und den Socialdemokraten Schuhmacher Schmaljeld. Bei energischer Agitation ist ein Sieg des Fürsten Bismarck schon im ersten Wahlgange nicht unmöglich, andernsalls würde er wahrscheinlich mit dem socialistischen Candidaten in Stichwahl kommen. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches «orrespondenz-Bureau. Berlin, 25. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung vom 22. März, betreffend die Einführung von Reichsgesetzen in Helgoland. Die Verordnung zählt die einzusührenden Reichsgesetze auf, enthält nähere Bestimmungen über die Bildung eines Schöffengerichts für Helgoland mit dem Sitz daselbst und bestimmt, daß die Einwohner Helgolands während des Jahres 1891 nicht zum Geschworenenamte heranzuziehen sind. Die Verordnung tritt am 1. April 1891 in Kraft. Berlin, 25. März. Den „Politischen Nachrichten" zusolge wird demnächst mit dem Bau von Schleppdampfern für den Nordostfeecanal begonnen. Zunächst soll ein derartiger Dampfer erprobt werden behufs Gewinnung deS zweckmäßigsten Typus für die übrigen. Die Canalverwaltung bezweifelt, daß, wenn auch der Nordostseecanal bis zum anfänglich beabsichtigten Termin sertiggestellt würde, derselbe dann sofort dem Verkehr werde übergeben werden können. Dresden, 25. März. Der Staatsminister v. F a b n c e ist heute Vormittag 10 Uhr gestorben. (G. Fr. Alfred v. Fabrice entstammte einer mecklenburgischen Adelssamtlie; sein Vater stand als General in sächsischen Diensten. Der junge Fabrice trat 1834 aus dem Cadettencorps in die sächsische Reiterei und rückte bis 1863 zum Obersten vor. Bei dem Bundesexecutions-Commando in Holstein 1863 war er Generalstabschef. Im Kriege von 1866 wurde er zum Generalmajor, nach dem Frieden zum Generallieutenant befördert und erhielt nach Rabenhorsts Rücktritt die Leitung des Kriegsministeriums, die er nahezu 25 Jahre inne gehabt hat. Im Kriege von 1870 fielen ihm wiederholt wichtige Missionen zu, bald als Vertreter des Reichskanzlers, bald au dessen Seite als Gehilfe, namentlich beim Abschluß des Friedensvertrags. Herr von Fabrice hat ein Alter von 73 Jahren erreicht.) Dresden, 25. März. Der König gibt im RegierungS- organ seinem tiefgefühlten Bedauern über das Ableben des Ministers Fabrice Ausdruck: „Erschütterten Herzens trauern wir um diesen in wichtigster Stellung hochverdienten Mann, den mein wärmster Dank zum Grabe geleitet." Die Beisetzung Fabrices ist aus Sonntag Mittag festgesetzt. Dresden, 25. März. Der König hat anläßlich des Todes des Kriegsministers, Grafen von Fabrice, eine achttägige Trauer für sämmtliche Offiziere der Armee anbefohlen. Bei den Offizieren des Garde-Reiterregimmts soll die Trauer zehn Tage, bei den Offizieren und Beamten des Kriegs- Ministeriums vierzehn Tage dauern. Halle, 25. März. Die Gruppe „Deutsches Reich" der Internationalen kriminalistischen Vereinigung trat heute zu ihrer zweiten Landesversammlung zusammen. Landgerichtspräsident Werner begrüßte die Versammlung, die Reichsgerichtsrath Stellmacher zum ersten, Präsident Werner zum zweiten Vorsitzenden wählte. Unter den Anwesenden befanden sich die Reichsgerichtsräthe Mittelstedt, Stellmacher, Stenglein und Olshausen, die Reichsanwälte Treplin und Lippwann und der Unterstaatssecretär Mayr (München). Waldenburg, 25. März. In einer Versammlung des hiesigen Knappenvereins erklärte Berghauer Lerche die Meldung von einem nahen Aus stände im hiesigen Revier für völlig grundlos. Hamburg, 25.März. Eine Versammlung des Socialdemokratischen Vereins des zweiten Wahlkreises beschloß wie im ersten, am 1. Mai den Arbeitern ein Viertel des Tagelohnes aus der Gewerkschastsorganisation zu überweisen. Am 3. Mai nimmt der Verein an der Maffen- kundgebung der Gewerkschaften Theil. Für die Wahl im 19. hannoverschen Wahlkreise wird der Verein der Partei Mittel und Kräfte zur Verfügung stellen. Wie», 25. März. Heute fand die erste Vollversammlung des dritten deutschen Mittelschultages statt, an der 374 Personen Theil nahmen. Sie verhandelte über die Revision der Disciplinarverordnung und die Berliner Mittel- schulconserenzen. Das Unterrichtsministerium vertrat der Ministerialrath Schmiedt. Paris, 25. März. Der Municipalrath berieth über die für den ersten Mar beabsichtigte Kundgebung und nahm nach längerer Debatte eine Tagesordnung an, in der erklärt wird, daß der Municipalrath der Arbeiterschutz-Gesetzgebung sympathisch gegenüberstehe, welcher die Arbeiterkundgebung am 1. Mai als Mittel zum Zwecke dienen solle. Der Absatz der Tagesordnung, worin die Verwaltung ersucht wird, die Arbeiter und Beamten der Stadt zu ermächtigen, den ersten Mai als Feiertag zu begehen, wurde ab gelehnt. Der Präsect wies darauf hin, daß die Frage, um die es sich hierbei handle, außerhalb der dem Municipalrathe zustehenden Befugnisse liege. Paris, 25. März. Der Ministerrath wird demnächst die Frage erörtern, ob das Prinzenausweijungsgesetz auch auf Louis Napoleon anwendbar ist. — Die Tagesordnung des vom 31. März bis 3. April Hierselbst stattfindenden inte rnationalen Bergarbeiter- Congresses enthält Anträge betreffs Gründung einer internationalen Vereinigung, Organisation allgemeiner internationaler Strikes behufs Erlangung des Achtstundentages, außerdem einen Antrag belgischer Grubenarbeiter, dahin gehend, daß falls letztere behufs Erreichung des allgemeinen Stimmrechts striken, die übrigen Bergarbeiter deren Ziele durch Einschränkung der Kohlenförderung unterstützen. Graffe, 25. März. Die Königin von England ist hier eingetroffen, die Stadt ist festlich geschmückt. Brüssel, 25. März. Der Generalrath der Arbeiterpartei hielt heute mit dem Counts der Fortschrittspartei eine gemeinschaftliche Berathung über die augenblickliche Lage unter Vorsitz des Abgeordneten Janson ab- um einen allgemeinen Ausstand zu verhüten, wurde beschlossen, zum 5. April einen Arbeitereongreß nach Brüssel einzu- berusen, welcher die politische Lage prüfen und wegen eines event. Ausstandes beschließen soll. Madrid, 25. März. Der Arbeitercongreß sprach sich in der gestrigen zweiten Sitzung für den allgemeinen Strike als das geeignetste Mittel zur Erreichung des achtstündigen Arbeitstages aus. Moskau, 25. März. Wie die „Moskowskija Wjedo- mosti" melden, soll durch die Reform der russischen Städteordnung, welche demnächst Gesetz wird, die Vereinigung der ausführenden und anordnenden Gewalt in der Person des Stadthauptes aufgehoben und eine strenge Con- trole der Stadtverordnetenwahlen seitens der Regierung ein- gesührt werden. Mexiko, 25. März. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat seine Demission gegeben, weil entgegen seinen Vorschlägen der Präsident und der Ministerrath keine neuen Eisenbahnconces sionen mit Staatssubvention ertheilen wollen. Buenos Ayres, 25. März. Meldung des Bureau Reuter. Fast sämmtliche Gouverneure der Provinzen telegraphirten ihre Zustimmung zu der Caalition Roca-Mitre. Der Gouverneur von Buenos Ayres und einige Juaristische Generäle sprachen sich jedoch im entgegengesetzten Sinne aus. Loeales nnü provinzielles. Gießen, 26. März. — In der Garnison treten folgende Veränderungen ein: Hauptmann Joachimi ist zum Bezirksosfizier des Landwehrbezirks Meiningen, Hauptmann Clößner zum Compagniechef ernannt worden, Sec.-Lieut. Brack zum Premier-Lieut. befördert. Beck, bisher Studirender einer militärärztlichen Bildungsanstalt, beim 116. Regiment als Unterarzt angestellt. Lauterbach, 24. März. Die Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenclubs (Gesammtverein) soll am Donnerstag nach Pfingsten, 21. Mai, dahier abgehalten werden. Berstadt, 24. März. Heute feierte hier Frau Henriette Löb, Meier Löb Wittwe, das Fest ihres hundertsten Geburtstages in voller Rüstigkeit des Geistes und Körpers. Dermifd?te». * Oppenheim, 24 März. Die Schloßruine „Landskrone", das schöne Fleckchen Erde, das im Frühjahre und Sommer das Ziel vieler Vergnügungsreisenden und Touristen bildet, wird in nicht allzu ferner Zeit einen Aussichtsthurm und eine Re staurationshalle erhalten, womit einem längst gefühlten Bedürsniß abgeholfen wird. ft Kassel, 25. März. Ein moderner Räuber, oder was „falsche Liebe" thut. Endlich ist es gelungen, das geheimnißvolle Dunkel zu lichten, welches über den Verfasser jener fürchterlichen Drohbriefe schwebte, mit denen vor Kurzem mehrere reiche Leute unserer Stadt in Angst und Schrecken versetzt wurden. So erhielt der Banquier Plaut folgendes Schreiben: Geehrter Herr Plaut! Sie werden verzeihen, daß ich Sie mit einer Angelegenheit belästige, es handelt sich nämlich darum, daß Sie mir 4000 Mk. schicken, ich bin nämlich aus falscher Liebe unglücklich geworden, ich will fort von hier und da muß ich Reisegeld haben, nach Amerika u. s. w. Schicken Sie das Geld in einem einfachen Briefe eingeschrieben unter der Chiffre K. W. postlagernd Kassel. Thun Sie es nicht, so nehme ich Rache an ihrer Frau und Kindern und sollte es uns selbst das Leben kosten. Suchen Sie ja nicht, mich etwa auf der Post sestnehmen zu lassen, denn ich gehe nicht selbst hin, auch warne ich Sie, Jemanden etwas zu sagen, denn wir sind unserer Zwei, sind stets bewaffnet und der Eine wird nicht dulden, daß dem Andern was geschieht. Schicken Sie das Geld in „Papiergeld". Ganz die gleichen Briefe erhielt auch ein Herr in Wehlheiden, nur wurden hier anfänglich 3000 Mk. verlangt, dieser Betrag jedoch, als kein Geld erfolgte, mit jedem weiteren Briefe um 2000 Mk. erhöht, zur Strafe, wie es hieß, weil man dem ersten Briefe keine Folge gegeben habe. So ging es auch Herrn Plaut. Um den Erpresser zu fangen, wurde nämlich ein Briefcouvert mit Papierschnitzeln unter der angegebenen Chiffre zur Post gegeben, indeffen der Verbrecher entwischte und derselbe ließ nun einen zweiten Brief folgen, worin es hieß: „Da Sie uns zum Narren halten, so müssen Sie jetzt schon 6000 Mk. schicken. Wir hätten schon unsere Rache suchen können, als Sie mit Ihrer Frau am Sonntage bei Ihrem Procuristen waren, aber wir haben Ihnen noch einmal Frist gegeben, aber nun schicken Sie das Geld, denn Sie werden uns nicht eher los, also haben Sie die Liebe und schicken Sie uns das Geld." — Durch einen Zufall gelang es, den modernen Räuber sestzu- nehmen, es ist der 19 Jahre alte Strumpfweber Heinrich Morgner, welcher auch im Verdachte stand, den Verbuch gemacht zu haben, seine Braut und Schwiegermutter aus offener Straße zu erschießen. Thatsächlich hat er drei Schüsse aus einem Revolver auf der Straße abge- seuert, zwei auf Braut und Mutter und einen aus sich selbst, in allen drei Fällen hat er jedoch nicht getroffen. Er behauptete, er habe seine Braut, die ihm den Lauspaß gegeben, und die alle Annäherungsversuche zurückwies, nur schrecken und so thun wollen, als habe er sie und dann sich selbst erschießen wollen. Es seien nur Platzpatronen gewesen, womit er geschossen habe. Das Gegentheil konnte ihm vor Gericht nicht nachgewiesen werden, Zeugen waren bei jener markirten Liebestragödie nicht zugegen gewesen, auch die Braut und Mutter hatten nichts Genaueres gesehen, denn sie hatten sich, als sie den Revolver blitzen sahen, sofort zur Flucht gewandt. In Bezug aus das Mordattentat mußte also die Anklage fallen gelassen werden. Dagegen räumte der sehr kräftig und stark gebaute Morgner, vor Gericht gestellt, ganz kleinlaut ein, dies halbe Dutzend Drohbriefe an die betreffenden Geschäftsleute geschrieben zu haben. Er will aus Noth und „falscher Liebe" dazu getrieben worden sein. Er habe keine Arbeit und keinen Verdienst gehabt, deßhalb wohl zumeist habe ihm seine Braut (ein ehrbares Mädchen, das er heirathcn wollte) den Laufpaß gegeben und aus Verzweiflung habe er jene Drohbriefe geschrieben, entweder habe er mit dem Gelde seine Braut glücklich machen oder nach Amerika reisen wollen. Wegen Bedrohung mit einem Morde, um die Herausgabe von Geld zu erpressen, unter Anklage gestellt, wurde gegen ihn vom Staatsanwalt eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren beantragt - das Gericht nahm jedoch Rücksicht aus seine 19 Jahre und ließ es bei einer Gefängnißstrase von 1 Jahr und 9 Monaten bewenden. — Nach dem ganzen Gebühren, dem Stil und Inhalt seiner Drohbriefe zu urtheilen, sollte man fast glauben, daß der Angeklagte nicht ganz zurechnungsfähig ist. * Eisleben, 22. März. Der Leiter der Mansfelder Dynamitfabrik, Dr. T., wurde von der hiesigen Strafkammer zu einem halben Jahre Gesängniß verurtheilt, weil er bei einer Eisenbahnfahrt ein größeres Quantum Dynamit in einem Reisekoffer bei sich geführt hatte und auch verschiedene Dynamittransporte aus Fuhrwerken mit seinem Wissen ohne vorschriftsmäßige Anzeige bei den betreffenden Behörden die Landstraßen und Ortschaften passirt hatten, sogar die schwarze Fahne, durch welche solche gefährlichen Transporte schon äußerlich gekennzeichnet werden sollen, entfernt war, das Wagenschild der Fabrik durch ein solches des Fuhrmanns vertauscht und die Deckel der Kisten mit ihren Zeichen verkehrt ausgenagelt waren. Der Staatsanwalt hatte 2V2 Jahr beantragt. * Verden, 18. März. Alte Stiftung. Ein alter Brauch hat sich hier bis aus den heutigen Tag erhalten. Der berüchtigte Seeräuber Störtebeck, welcher im Jahre 1402 zu Hamburg hingerichtet wurde, wohnte zu Halsmühlen bei Verden und stiftete aus den Einkünften seiner Höfe im nahen Dorfe Walle das Vermächtuiß, ans welchem die Angestellten des Doms je sechs Häringe und sechs Brödchen und die Armen der Stadt je einen Häring und ein Brödchen erhielten. Die Vertheilung besorgten von jeher Magistratspersonen am Montag nach Lätare im Rathhause, nachdem sie vorher von den zu vertheilendeu Häringen und Brödchen probirt hatten. Am Sonntag Lätare wird die Vertheilung von der Kanzel herab angekündigt und am Montag geht sie vor sich. So geschah es auch in diesem Jahre. * Ein für die Kaiserin characteristischer Zug, von dem bisher nichts in die Oeffentlichkett gedrungen ist. Als kurz vor dem Weihnachrsfeste im Schlosse der „sechste Junge" ein getroffen, erschien in der, Docotheenstraße Gelegenen, öffentlichen Entbindungsanstalt eine Abgesandte der Kaiserin, um zu erfragen, wie viele Kinder dort am Geburtstage des jüngsten Prinzen zur Welt gekommen seien. Man theilte der Beauftragten Ihrer Majestät mit, daß an dem betreffenden Tage fünf Personen in der Anstalt (Frauen und Mädchen) entbunden worden seien. Schon am nächsten Tage trafen für die fünf Geburtstags-Genossen des Prinzen ebensoviele Kinderausstattungen ein, welche an Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig ließen und nach Ansicht der Mütter nur den einen Fehler hatten, daß die Ausstattungen für ihre „Prinzen" viel zu kostbar wären. Besonders bezeichnend für diesen Act der Wohlthätigkeit ist der Umstand, daß die kaiserliche Spenderin selbst noch leidend war, als sie die betreffende Anordnung traf. * Baptisten-Taufe. Der „M. Anz." berichtet aus Mainz vom 23. dss. Mts.: Sonntag Abend zwischen 6 und 7 Uhr sand an der Kasteler Lache die Taufe einer Baptistin statt. In dem Wächterhäuschen der dortigen Wasch- und Bleichanstalt wurden die Vorbereitungen zum Taufacte getroffen und bald erschien, begleitet von einem Geistlichen, eine etwa 24- jährige Dame, mit langem weißen Gewände und Pantoffeln bekleidet. Der Geistliche hielt eine Ansprache, welcher ein Gesang der versammelten Gemeinde vorherging, worauf der Täufling und der Prediger an einer Stelle der Lache, welche für diesen Fall mit einer Art Geländer zum Festhalten versehen war, bis über die Hüften ins Wasser gingen. Nach einem Gebet und der Anrede an den Täufling wurde derselbe, von dem Geistlichen gestützt, gänzlich unter das Wasser getaucht, was die Dame, trotz des kalten Elements mit erstaunlicher Standhaftigkeit ertrug. Nun folgte nochmals ein Gebet und unter feierlichem Gesang der anwesenden Baptisten gingen Beide in die erwähnten Häuschen zurück, wo alsdann die Umkleidung vorgenommen wurde. Diese Taufe hatte viele Zuschauer angelockt, welche sich während des kalten Bades der Dame eines Fröstelns nicht erwehren konnten. * Aus der Pfalz, 24. März. In Rödersheim ist gestern der Zimmermann Christoph Oswald von seiner eigenen, dem Trünke ergebenen Frau im Schlafe mittelst eines Revolvers erschossen worden. Die letztere ging flüchtig, wurde aber bereits verhaftet. * Thorn, 24. März. Das Kriegsgericht verur- theilte einen Soldaten, welcher vor einiger Zeit beim Verlassen eines Tanzlocals auf der Vorstadt Mocker den Polizeidiener Rummler erstochen hat, zur Ausstoßung aus dem Soldatenstande, sechsjähriger Zuchthausstrafe und 5 Jahren Ehrverlust. * Beckum, 27. März. Heber eine schauderhaste Mordgeschichte, welche in dem benachbarten Kirchspiel Wadersloh sich zugetragen hat, wird gemeldet: Abends nach der Polizeistunde kam ein Chausseearbeiter an einem Wirths- hause vorbei, in welchem sich noch mehrere Gäste aufhielten. Um einen Scherz zu machen, klopfte er ans Fenster und ries: „Feierabend!" Die Gäste, im Glauben, es sei ein Polizist, flüchteten durch eine Hinterthür ins Freie, einer jedoch wagte näher nachzusehen und fand statt den Polizisten einen harmlosen bekannten Arbeiter, der nun auch mit einkehrte - die übrigen kamen auch wieder. In der folgenden, vielleicht etwas erregten Auseinandersetzung fühlte der genannte Arbeiter plötzlich seine Füße zusammengebunden, im selben Augenblicke wurde er auch schon von mehreren zur Tenne geschleppt und an den Beinen aufgehängt. Nachdem er mehrere Male niedergefallen und verhauen worden war, merkten die Unmenschen, daß in dem Bedauernswerthen nur noch wenig Leben war, und bekamen Angst. Um ihre Schandthat zu verbergen und den Glauben zu erwecken, der Mann sei in betrunkenem Zustande verunglückt, zogen sie den Körper mehrere Male durch eine Dornhecke, wodurch verschiedene Schrammen entstanden, und brachten den anscheinend Leblosen dann nach Hause, wo er kurz nachher verstarb. Die Schuldigen sollen bereits ermittelt sein. * lieber die Heuschreckenplage in Algerien, über die wir in vor. Nr. eine kurze Mittheilung brachten, wird der „Kl. Pr." geschrieben: Es sind jetzt gerade zwei Jahre her, daß die Heuschrecken in so großer Menge in Algerien erschienen waren, wie fast nie vorher, und daß man alles Mögliche aufgeboten hat, um dieses schreckliche Ungeziefer fo viel zu vernichten, als nur eben ging. Man hatte auch ein ziemlich befriedigendes Resultat erlangt, denn vergangenes Jahr machten die Heuschrecken nur wenig von sich sprechen- aber dieses Jahr scheinen sie wieder ausgetaucht zu sein und zwar in fabelhaften Schwärmen. Wie mag es wohl kommen, daß diese schreckliche Plage nicht vollständig zu vernichten ist und sich periodisch wieder einstellt? — Ich befand mich im Monat Mai 1889 in Constantine und wohnte den Verheerungsscenen der Heuschrecken bis Ende Juni bei. Im Monat Mai waren die Heuschrecken kaum einen Monat alt (sie entschlüpfen gewöhnlich Ende März und Anfangs April), also noch sehr klein und infolge dessen noch ziemlich unschädlich. In welchen Massen die Heuschrecken im Jahre 1889 erschienen waren, kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Die Eisenbahnzüge zwischen Constantine und Sstis mußten acht Tage lang die Fahrt einstellen, denn die Heuschrecken lagen 0,70 bis 0,85 (Zentimeter hoch auf den Schienen - zwischen Constantine und Qued-Seguni, besonders auf der Strecke Qued-Atmenia-Qued-Seguni, also auf drei bis vier Meilen weiten Strecken, waren Felder und Wein- pflanzungen mit Heuschrecken überfüllt, welche an manchen Stellen bis zu 0,50 (Zentimeter hoch über einander wimmelten. — Die Bekämpfung.der Heuschrecken geschieht auf verschiedene Art - am verbreitetsten ist wohl die Folgende: Es werden von den Arabern Gräben angelegt, welche circa 1,20 Meter Länge, 0,60 Meter Breite und 1,40 Meter Tiefe haben. Die Araber nehmen nun große Tücher (Melaffa genannt) und jagen die Heuschrecken in die Gräben, wo sie alsdann zerstampft werden. Ich bin fast überzeugt, daß diese verbreitetste Art, die Heuschrecken zu zerstören, eine durchaus unzulängliche ist, denn bekanntlich legen die Heuschrecken ihre Eier in den Boden und bei dem Zerstampfen dieser Millionen von Thieren in den Gräben werden wohl in jedem Graben Tausende am Leben bleiben und ihre Eier legen. — Am gefährlichsten werden die Heuschrecken, wenn sie so ziemlich ausgewachsen sind und ihren Flug unternehmen. (Dies geschieht ungefähr Mitte Juni.) Wenn ein solcher Flug Heuschrecken über ein Getreidefeld oder über einen Weinberg kommt, fo vernichtet er in fünf bis zehn Minuten Alles und verwandelt ein blühendes Feld in eine große Oede. Man kann sich auch kaum einen Begriff machen, in welchen Massen die Heuschrecken zusammen fliegen. Ich habe im Monat Juni 1889 einen derartigen Flug gesehen. Dieser Flug kam von Am-Mlila und flog gegen Jetif und verdunkelte den Himmel ca. 2y2 Stunden lang. — Die Einwohner bieten wohl Alles auf, um der schrecklichen Plage entgegenzutreten, allein sie haben genug zu thun, um ihre Felder und Weinberge gegen dieses schreckliche Ungeziefer zu schützen, und können die Heuschrecken nicht verfolgen, wenn dieselben sich in uncidtimrten Gegenden (und diese sind in Algerien sehr zahlreich) niederlassen, hier Milliarden von Eiern legen und dann in riesigen Schwärmen in das bebaute Land geflogen kommen. Die Frage also, wie cs kommt, daß die Heuschreckenplage nicht völlig zu vernichten ist, dürfte also wohl beantwortet sein durch die angeführten Mängel der bei der Zerstörung angewandten Mittel, sowie dadurch, daß man die Heuschrecken eben nicht in ihrem Flug in uncultivirte Landstriche verfolgen kann. * Ein Zeitungscuriosum. In der Nummer der „Italia" vom 9. März wird der staunenden Welt verkündet: „Das ’Ä * «■ 'Met?“«« ' beg Jötte dich können Bades Sy >*« 'ft 3' »«rbe 8btr «ffiS ^r- aie J .™ d-A ' Unb 5 Satiren f^auber^j ■ .^-->ds nad) * »“Weite«, tau $* u“b “S -r fei ein ti„e" d-n ißolijiften “““»“chtata x$n ?er folgenben, un9 Wte der d Mlnengebuvdek, im Lon bon mehreren »men auWm. 70 Schauen worden Bedauernswerthen Wt. Um ihre n zu erwecken, der iückt, zogen sre den )ecke, wodurch Verben den anscheinend lchher verstarb. Die ittien, über die wir hten, wird der „Kl. zwei Jahre her, daß i Algerien erschienest man alles Mögliche ngeMr so viel zu le üud) ein ziemlich Mnes Jahr machten ed)eu; aber biefeS sein und zwar in tooty. iornmu, daiz l vernichten ist und eiand mich im Monat en Derheerungsscenen zm Monat Mai waren (fte entschlößen gt; ml), also noch sehr schädlich. In welchen Z9 erschienen waren, man es nicht selbst chen Constantine und t einstellen, denn die 1 irneter hoch aus den ed-Seguni, besonders launi, also aus drei Felder und Ween^ welche an manchen über einander wnn- ilttitn geichieht ««I wobt di- W* inJqt, welche ««• „1 ,-tü Meter T« n die Grübe", »"J“ *??sss "ÄteM »e " b.ic bl L groben ro-hlAm - V • .tmii9) “taiffl «Dies g-- tetnei®®' heuet" **,« ®e*r9 M/ Ms u"b !i«®'n“ rcbe. M°" * » • Sonnt 3««' ! »b- M, k«w °°" D>-l- den hi®®" ich- 5*® rieftJ® mb dann "i "-»'S« >** ,«■ deutsche Geschwader ist gestern in der Rheede von Augsburg ringelaufen. Die üblichen Salutschüffe wurden zwischen ihm und dem bayerischen Geschwader gewechselt, das bereits daselbst vor Anker lag." * Weise Stadträthe. In der Stadt (Santon (Mississippi) faßte jüngst das Collegium der Stadträthe einen Beschluß in drei Paragraphen, die also lauten: „1) Der Bau eines neuen Gefängniffes wird genehmigt. 2) Das neue Gebäude soll aus den Materialien des alten Gefängnisses hergestellt werden. 3) Bis das neue Gesängniß fertig ist, soll das »lte in Gebrauch bleiben." £iteratur unb Kunft — Aus bewegtem Leben. Erinnerungen aus dreißig Kriegsund Friedensjahren, von Hans Wachenhusen. Lieferung 1—9. Straßburg, Straßburger Druckerei und Verlagsanstalt, vormals R. Schultz u. Co. — Der so sehr beliebte Erzähler Hans Wachenhufen sagt im Vorworte, daß er nicht Geschichte schreiben wolle, sondern erzählen, was er als Tourist, als Ethnograph, als Kriegsberichterstatter während Jahrzehnten er- und durchlebt hat. Ein Blick auf das Jnhaltsverzetchniß des erstm Bandes genügt, um zu wisse», daß man es mit einem ungemein fesselnden Werk zu thun haben wird. In den vorliegenden neun Lieferungen, von welchen die erste Lieferung mit dem Btldniß des Autors geschmückt ist, zeigt uns der Verfasser blutgetränkte Schlachtfelder, wie die parkettirten »on Kerzenglanz und Blumenduft durchflutheten Säle der europäischen Höfe, der Aristokratie, der morgenländischen Sultane, und weiter führt er den Leser durch das Volkstretben der Weltstädte und an die Orte, an welchen im Fieber Millionen gewonnen und verloren werden. Die wechselreichen Aufzeichnungen sind frisch und plastisch dargestellt und darum fesselnd im höchsten Grade. Das Werk erscheint tn 12 bis 15 Lieferungen zu 50 Pfg. — Das soeben erschienene dritte Heft der Monatsschrift „unsere Zeit", herausgegeben von Friedrich Btenemann (Leipzig, Brockhaus-, bringt einen höchst anziehenden Erstling der frei schöpferischen erzählenden Muse Adalbert Schroeters im ersten Thelle der Novelle „Source Bonnevie“. Der Verfasser, längst bekannt als geschmackvoller Uebersetzer von Walther von der Vogelweide und Lord Byron und aufs vielseitigste thätig durch seine langjährigen feinen, treffenden und charactervollen critischen Leistungen vornehmlich in den „Blättern für literarische Unterhaltung", gibt uns hier Gelegenheit, ihn selbst in seinem Erfinden und Fabultren kennen zu lernen und zu prüfen. Das Vorliegende bietet nur den Aufbau seiner glänzend geschriebenen Novelle, die an den Ufern des Genfersees spielt. Wir ahnen erst die Schürzung des Knotens, noch bleibt das Problem der Dichtung uns verhüllt, aber wir folgen mit Theilnahme dem anmuthig hingleitendm Gange der Darstellung. Im weiteren bringt G. Schröder nach kräftiger Scizztrung des Lebenslaufes des am Jahresschlüsse verstorbenen Alterthumsforschers „Schliemanns Verdienst um die Kunde der Vorzeit" zur Anschauung. Ludwig Koelle behandelt die „Lohnfrage und die Gewinnbetheiligung" der Arbeiter am Geschäft, gestützt auf die zahlreichen in Frankreich besonders gewonnenen Erfahrungen, als geeignetes Mittel, der socialdemokrati- schen Bewegung Abbruch zu thun. „Sylt und die Jütlandbank. Nord- seescizzen eines Naturforschers" ist der Titel eines sehr interessanten Berichtes Friedrich Heineckes, des Leiters der Hochseefischerei-Expedition, die im Sommer 1889 die deutsche Nordsee nach neuen Hertngs- plätzen durchsuchte. Ein Juwel von einem Essay, nur von 9 Setten Umfang, hat Ola Hansson, der reichbegabte schwedische Schriftsteller, der 1888 in „Unsere Zeit" zuerst vor das deutsche Publikum trat, in „Finlands Dichter" beigesteuert. Wundervoll ist die Sprache dem Thema, der Zeichnung Tavaststjernas auf dem Untergründe seines Landes, angepaßt. Der Aufsatz lieft sich wie eine Elegie. Wesentlich auf Grundlage der Forschungen Posts spricht Th. Achelis über „Die sittlichen Vorstellungen bet Den Naturvölkern". „Ibsen s neuestes Räthsel": Hedda Gabler, wird von Walter Bormann nach der ersten Aufführung in München critisirt. Im Schlußaufsatze „Zu den zollpolitischen Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn" wendet sich Dr. jur. R. Derlei gegen den auf dem Wiener volkswtrthschaftlichen Congreß des vorigen Jahres gefaßten Beschluß der Befürwortung eines Handelsvertrags Deutschlands mit Oesterreich-Ungarn. Unter „Denkwürdiges" theilt Franz Bendt „Fortschritte in der Physik" mit und die Todtenschau beschließt das Heft. Verkehr, €anb» unb Volksu>ivth-chast. Friedberg, 25. März. Buttermarkt. Butler kostete per Pfd. X 1,00-1,20. Eier 1 St. 7 2 St. 13 Frankfurt, 25. März. Marktpreise. Heu pro 100 Ko. X 5 20-6.80, Stroh X 4.60-5.—, Kartoffeln X 4.50 bis 7.50, Butter per Pfd. X 1.20—1.30, Eier per St. 6-7 H, Roggenbrod 4 Pfd. 45 do. feines 48 gemischtes 6 Pfd. 86 S>cbirf»nad?rid?ten. Bremen, 24. März. sPer transatlantischen Telegraph.J Der Schnelldampfer Saale, Capitän H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. März von Bremen und am 15. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Crepe de Chine, Seidengaze u> seidene Grenadines schwarz und farbig 'aud) alle Lrchtfarben) Mk L55 p. M. bis Mk. 14.88 (in 22 versch. Qual.) versendet robenweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K. K. Hoflief) Zürich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 637 nwt* und farbige StibeMe s direkt aus der Fabrik von' von Elten & Kcusscn, Crcfcld, Man verlange Muster mit Angabe dcü Gewünschten. Haupttreffer Fee. 600,000. Geringster Treffer Fre. 400 bei der — Ziehung am 1. April ■ der 2574 Türken-Loose. 6 Ziehungen. Gießen, Stets vorräthig bei Frankfurt a. M. Marktstr. 4. Schulhof & Co. Zeil 69. Auch auf Theil;ahlungen ohne bes. Zuschlag. 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Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesestschafi. Freitag Abend 545 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 7°° Uhr. Marco Hungaria. Reiner, kräftiger Rothwein geschützt. Gesetzlich aus den unter der Controlle des Herrn Dr. Theodor Petersen stehenden Kellereien von Franz Schiemann, Frankfurt a. M. Preis per ^4 Literflasche Mk. 1.— mit Glas. Ferd. Drehes, Marktplatz. E. Dort, Wallthorstraße 45. E. Fischbach, Seltersweg 24. C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße. P. F. Thomas, Wallthorstraße 6. In Grotzen-Llrrden: Georg, Post. „ Lollar: H. Geissler VI. „Zur Germania“ „ Langgöns: C. Weil III. „Zum Schwanen66. „ Leihgestern: J. Hess XX.^29 Portland - Cement von Dyckerhoff Söhne, Amöneburg anerkannt bestes Fabrikat. Eiserne Tragbalken und Säulen, Stallfenster, Tuffsteine, Kaminröhren, Sandstein, Cement- und Thon-Platten, Feuerfeste Steine, Chamotte, Dachpappe, Thonröhren. 317 lämil Fistor. 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Mts. abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt und können die Abfuhrscheine von DienStag den 31. d M. an, Vormittags, bei Großherzoglichem Rentamt Gießen in Empfang genommen werden. Die Holzüberweisung erfolgt Mittwoch den 1. April, Morgens um 7 Uhr. Treis a/Lda., 25. Marz 1891. Großh. Oberförsterei Treis a/Lda. Am end t. 2818 Holzversteigerungen in der Königl- Oberförsterei Strupbach. I. Schutzbezirk Königsberg. Förster Guericke zu FH. Haina. Montag den 6. April d, I. Districte Nr. 5 Unterer Hüttenwald, Nr 21 und 26 Großer und Kleiner Bleidenberg: 2 rw EicheN'Nutzscheitu.-Knüppel, 2 rm Nadelholz-Nutzscheit, 22 Stück Nadelholz. Stämme mit 3,60 fm, 95 rm Eichen-Reiser II. u. III. Kl., 77 „ Buchen-Scheit und -Knüppel, 2913 „ Buchen-Reifer II. u. III. Kl., 1 , Weichholz-Knüppel, 6,5 „ Nadelholz-Scheit u.-Knüppel und 40 „ Nadelholz-Reiser III. Kl. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im Holzschlage, District Nr.21, Großer Bleidenberg bei Holzstoß Nr. 22, woselbst auch das Holz aus dem Hütten- wcüd wird verkauft werden. II. Schutzbczirk Bieber. Förster Korner zu Fh Bieber. Montag den 13. April d.J. Districte Nr. 27 und 28 Schmitten- berg, 34 Saurüffelschlag, 41 Hute, 42 Lammert und 47 Fortwald rc. 24 Stück Eichenstämme mit 7,56 Im, 21 rm Eichen-Nutzscheitu.-Knüppel, 1 Elsbeeren-Stamm mit 0,33 fm, 4 rm Buchen-Nutzscheit, 32 Stück Nadelholz-Stämme mit 10,07 fm, 18 Stück Nadelholz-StangenI.Kl., 41 rm Nadelholz-Nutzscheit und -Knüppel, 50 „ Eichen-Scheitund -Knüppel, 80 „ Eichen-Reiser II. u. III. Kl., 198 „ Buchen-Scheit u. -Knüppel, 1535 „ Buchen-Reiser L, II. und III. Kl., 42,5 „ Buchen- u. Eichen-Stockholz, 2 „ Weichholz-Knüppel und 55 „ Weichholz.Reiser III. Kl. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im Holzschlage am District Nr. 41, Hute unmittelbar am Schulborn. Für die Districte Nr. 27, 28 und' 47 wird der Verkauf von 12 Uhr ab im District Nr. 27 Schmittenberg fortgesetzt. Kaufliebhaber wollen das Holz vor dem Termine besichtigen. Fh. Strupbach, den 23. März 1891. Der Kgl. Obersörster: 2825 Baumann. Donnerstag den 2. April, Nachmittags von 2 Uhr an, werben im Hause des Herrn Merz, Bahnhofstraße Nr. 48, Wegzugs- halber verschiedene Möbel u. s. w. versteigert, wie: mehrere gute Bettstellen, 8 Wasch- console, 1 Waschkommode, 1 Lopha 3 Kommoden, 4 KletderschrLnke (einthür.), 1 deSgl. zweithür., 1 Wetßzeugschrank, 1 neuer Küchenschrank, 1 runder Tisch, mehrere längliche Tische, 1 großer Tisch (für Wirthe geeignet). 23 Stühle, mehrere Spiegel, 1 Gesims, 1 Parthir steinerne Töpfe HauS- geräth re. Im Auftrag: [2824 LouiS Rothenberger, Auktionator. Aeilgeöotenes. StüM. Freibank. 2820 Von heute Nachmittag 4 Uhr ab: I«,. Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfund 43 Pfg. Stammholz- und Stangen-Aersteigerung im Butzbacher Stadtwald DienStag den 7. April, Vormittags 9 Uhr anfangend: 97 Eichenstämme, 86 Kiefernftännne. 4200 Stück Derb- und Reisstangen, 201’0 Stück Bohnenstangen. Butzbach, den 24. März 1891. Grohh. Bürgermeisterei. 2826__Jo utz. __________ Spar- und Berhkasse Wietzen. Es wird nach dem Schlußsätze des § 4 unserer Statuten bekannt gegeben, daß Freitag den 10. April I. I., Nach«. 3 Uhr, im Sparkassehause eine AuSschußfitzung zur Revision der Statuten stattfindet. Gießen, den 24. März 1891. Die Direction des Spar- und Leihkaffe-Vereins. ______________________Langsdorfs.________ Steins Garten. Am 2. und 3. Ofterfeiertag: GROSSE CONCERTE ausgesührt von der Capelle des 2. Großh. Heß. Jns.-Rgts. Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn Krauße- Anfang am 2. Feiertag 4'/a Uhr, am 3. Feiertag 5 Uhr. Entree 30 Pfg. — Bier im Glas. 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Die Firma Karl Hensel zu Gießen, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rosenberg daselbst, klagt gegen den Schreiner Ludwig Schmidt IV. von Mendorf a. d. Lda., jetzt unbekannt wo abwesend, aus käuflicher Lieferung von Maaren mit dem Anträge auf kostenfälllge Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 90,50 nebst 6 Procent Verzugszinsen seit dem 1. Januar 1890 und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großherzogl. Amts- gericht zu Gießen auf den 11. Mai 1891, Vormittag- 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird diefer Auszug ver,Klage bekannt gemacht. I2816 Gläffing, Gerichtsschreiber des Großherzoglrchen Amtsgerichts. Carl Schwaab, Delic.- und Weinhandlung. vie mit * bezeichnete Firma führt auch fämmtliche IG anderen Marken der Gesellschaft. Briefpapier xsA Conyeris mit Eiergemüsenudeln, Jtal. 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Fas8gmanM, 1705) Bahnhofstraße 29. Feuilleton. In der Heimsth. Eine Oster-Erzahlung von Marc. Boyen. (2. Fortsetzung.) „Du siehst Deiner Schwester recht ähnlich, Marie, was warst Du für ein junges Ding damals, als der Lena Mutter ..." „Meine Mama schläft auf dem Kirchhof," rief die Kleine dazwischen, „wir gehen gerade hin und dem armen Martin sein Lieschen hat die meisten Schneeglöckchen, die blühen einmal hübsch." Martin nahm die Kleine aus seinen Arm, er hatte ihre Worte wohl nicht recht verstanden. „Ich war heute früh aus dem Friedhof und fand meiner Frau Grab so gut besorgt, wem habe ich wohl Dank dasür zu sagen?" Das Mädchen wendete verlegen den Kops ab. „Ach, Martin, das bischen Mühe, das that ich gerne." Martin saßte aufs Neue ihre Hand. „Marie, Gott lohne es Dir!" Er sah ihr nef m die Augen. „Warum in aller Welt nimmt der Heinrich eine Wittwe, wenn er Dich haben könnte?" Marie entzog ihm die Hand. „Es hat ja auch nicht an ihm gelegen, daß es nicht so wird, mir stand nur nicht Die Kleine schmollte. „Ich bringe aber doch Blumen dem armen Martin," trotzte sie. „Warum nennt mich das Kind den armen Martin?" fragte Martin leise und sah Marie forschend an. „Weil Du mir immer so leid gethan hast," flüsterte das Mädchen. „Hast Du denn oft an mich gedacht, Marie? Ich denke, der Mann von solcher Frau, wie meine war, ist keines guten Gedenkens von einem Mädchen mehr werth? Und vor alle den Zeiten warst Du doch nur erst ein Kind." Ein vorwurfsvoller Blick traf den Sprechenden- Marie preßte die Lippen auseinander, langsam stieg ihr das Blut in die Wangen. „Wir haben auch Dein Kindchen nicht vergessen, das Lencheu hat recht, die schönsten Blumen gedeihen mir auf seinem Grabhügelchen- morgen will ich Dirs zeigen.^ „Morgen? Ich gehe wohl schon frühe fort, ich habe vorhin den Heinrich angesprochen, der hat mich stehen lassen, ja, ich habe hier wohl nichts mehr zu suchen. Laß mich heute mit Dir gehen." Das Mädchen schüttelte den Kopf, die Thränen standen ihr in den Augen. „Heute nicht, Martin, mir ist das Herz heute so schwer. „Marie, wenn ich Dir Helsen könnte! Ach Gott, Marie, ich habe heute gemeint, mein Leben sei für immer verdorben und nun höre ich, daß Du so gut an mich gedacht hast." „Ich bring Dir aber die Blumen," rief Lena und schwenkte lustig seine Hand. Da faßte Marie den Drücker der Kirchhossthür. „Au morgen," sagte sie leise - sie lächelte zu Martin hin und schritt mit dem Kinde von ihm fort. In der Wirthsstube wartete man auf den Martin Zobel. Schröder hatte erzählt, daß er jenen mit seinem Kaufgebot heimgeschickt habe, und das gab allen Denen Stoff zum Lachen, die sich schon über das seine Tuch an Martins Rock geärgert hatten. Tanke, gW u das von «5, zu ung- _________* Geschäfts-Empfehlung. 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In, dieser Osternacht zogen seine Gedanken nicht zu Gräbern, sondern zu neuen, lichten Lebensbildern, und als gegen Morgen die Frühglocken erklangen, da litt es den erregten Mann nicht länger in seiner Kammer, er mußte mit seinem hoffnungsschwellenden Herzen hinaus in den klaren Ostermorgen. Die Sonne war noch nicht ausgegangen, die Lust war kalt, aber erquickend. Martin schien auch heute wieder nach keinem anderen Wege Verlangen zu haben, als nur dorthin, wo er über den Fluß hin auf das Haus sehen konnte, in welchem Marie wohnte. Vor dem Hause Schröders war es still, einzelne Läden der Fenster und auch die Hausthür waren noch geschlossen, nur von den Ställen und der Scheune hinter dem Hause klang es wie Geräusch von Schaffen der Menschen. Da hob, ohne daß es der spähende Mann am anderen Flußuser gewahr wurde, eine kleine Hand den Vorhang am letzten Fensterchen, Lena blinzelte mit verschlasenen Aeuglein hinaus. Die blonden Haare hingen noch wirr um die Wangen, über das Nachtröckchen hatten die ungewandten kleinen Hände selbst einen zweiten Rock geknüpft, die Schuhe an den Füßen waren nicht geschnürt. Tante Marie hatte gewiß noch nichts mit der Toilette der kleinen Frühaufsteherin zu thun gehabt. (Schluß folgt.) OecimßlmaaQen in großer Auswahl vorräthig bei [2025 Carl Hensel, Wallthorstraße. Osterhasen, Eier etc. etc. empfiehlt in großer Auswahl Conditorei Hettler, 2680 Süd-Anlage. Brillant-Cier-Iarben 5 Farben^**" . 10 1 Farbe . - 3 bei Robert Stuhl, Neustadt 23. [2590 Giftfreie 2732 Cokes. 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April eine Ausstellung von, im verflossenen Jahre durch die Schüler der, unter seiner Leitung stehenden erweiterten Hand- werkerschule gefertigten Zeichnungen und Modelle, um auch weiteren Kreisen einen Einblick in die Leistungen dieser Schule zu gewähren. Die Arbeiten umfassen: Geometrisches Zeichnen, Darstellen de Geometrie, Freihandzeichnen, Maschinenzeichnen, Bauzeichnen, Bauconstructionen und Modellir-