166 ’ W s» 1*11 371 ♦ Pii«, ’0t»trtauf «uirateur • ---^Vokstaad. £ä?«s WM?« b n‘ U"d !toÄ’'S ««NW Salden im alten ^önix ftj >»I ihn ><8^ ^ßuniöge fSüAr -tllhl. mgEeMWngenbiim jutntt zu der LuWuuq. »preii 50 H. tserfiänutgen liegt offen. Trt Autfchuß AM 1890. terim- Scheine in t on heute ab an 625 ir 1891. A'., flli Ubr- . [39» &fe“' ««ks-s» eine" -i-r I-' t ßotetnfju ?u be- schieben. bte Limancen zweckmM abge- nfltmefienau§0eflan^nJemr her geeigneten ^itunge^ it§ zu erreichen wende mn sich ttion Bndolf Äo««e, Franl» i rTirma werden bie jur ^rjielung Pitn IuEnfte lofanfrd ertheil , 1 Set werben le«bte v. hndjtter Rabatte bei größeren KL den sonstige großen erreicht wird. j28- ladijtouiinö™____ Jaffer uh " Äp^LS 7) iL;AM 7 '"'LKK Nr. 22 1891 Dienstag den 27. Januar $)€T OKßener -«reiger e.-scheinl täglich, ««, £"«d-«„ und L «°n m *‘e' jtoetfatbig, n‘u?“‘ S-iner cr/?iMte MeSwal in ■rifft ^Crb05a3enbw Weise jur Feier des Laaes »-gunm-MsH w„D«m ö^i-nstteich 6[0[te L“'5 ®tb«‘8ta8t8 bet ’b,m te8 « dn ““ bii Wj-Gnmsm e“tn.^’Ml Hafen. Rai, Marktplatz PM- [tatt. ö Mannschaften in der ge- :het- Nachmittags 4 ühr otoie die Beamten und Be- ' zum „hessischen Hof" zu ivdann noch Tanzvergnügen Fn der Nacht vom 23. aus wiche des Landwirths Karl welches in kurzer Zeit dessen Stallungen in Asche legte, stark gehenden Winde und an ein Löschen nicht ju ix. toÄ ütenschlirs wieder im Sande :t kürzlich ein provisorischer nner Genossenschasts- !ieder-Moos gebildet. JtooS, 22. Januar, wird der )r einigen Tagen las ich m er (auch uns zugegangeuen. Vogelsbergs daß eine ver- !e eine Folge des urnmter- iters sei. Diese Behaupt^ denn schon seit Monaten be- ündigen Laib Brod 48 Pjg. Indmgs sehr fühlbar, doch , dem der Müller daS Mehl in Anspruch nimmt, lieber »bä* selbst. Di- U«en ife find nach meiner W Misere Getteidepwie M" in umgekehrtem BerhLtmß. . sehr gut, Ä'SZS “■ Mt#*S uat. ^„caebeS®1^” - .'°kl n einet. «°r- t-r «n die &V Tnnettei^^e Sätet n* in “”’W^i4teb. ®e .-eteört ha"'' Msande", « g4“6 mtäqebe«®'1“’ ,,.n und dre ^MerS (#* „te ®*“«hi6 „ feit einer S* J irrta»' 6t(ol8 fei,‘ $ 5«r £Ät> * }' ewp!^ »crksalN^ «.«»»? “ “ “ Ji'5 irtr-,- rwthig, daß man demselben vor Allem Dung bringe, was am besten geschehe, indem, soweit die Aeste in die Weite ragen, man in 2/3 dieser Entfernung vom Stamme ab, Gräbchen mache von einem oder zwei Spatenstich Tiefe, \t nach der Lage der Wurzel und Beschaffenheit des Bodens und dahin den Dung, Jauche u. dgl. bringe. Er habe beobachtet, daß sogar Bäume, welchen nur öfters Wasser in diesen Gräbchen gebracht worden, sich schon hierdurch zu einer- üppigeren Vegetation entfalteten. Außer der Düngung sei es nöthig, daß man im Herbste die äußere grobe Rinde der Bäume abkratze, da sich hinter derselben Legionen Jnsecten aufhielten, welche den Baum schädigten. Die abgekratzte Rinde solle man vom Stamme entfernen, am besten verbrennen. Das Bestreichen der Bäume mit Kalk sei sodann zu empfehlen, doch müsse dieses mit frisch gelöschtem Kalke geschehen, da nur dieser eine ätzende Wirkung habe und die rrwa noch am Stamm vorhandenen Jnsecten tobte. Herr- Metz setzte sodann die Nützlichkeit der Klebgürtel auseinander, besprach die Heilung des Krebses und sonstiger Schäden der Bäume, welches am besten geschehe, wenn man mit einem Messer diese Schäden ausschneide und dann mit einer Mischung von Kalk und Sand, also sogenannten Speis, wie er von den Maurer verarbeitet wird, auswirft. Er habe gefunden, daß bei dieser Behandlung alle Schäden sicher wieder auswüchsen. Redner meinte, daß dieses Alles dem Baumzüchter wohl Mühe und Arbeit koste, doch würden gutgepflegte Bäume die Mühe und Arbeiten wieder hundertfach vergelten und schloß sodann seinen mehr als einstündigen, lehrreichen Vortrag mit den Worten des Dichters: Arbeit ist des Bür- zers Zierde, Segen ist der Mühe Preis. Aus verschiedene an Herrn Metz gerichtete Fragen besprach derselbe sodann noch die Pflanzung und Veredlung junger Bäume, sowie die einträglichsten Obstsorten und meinte, daß das Obst nie wieder, durch die bestehenden vielen Conservensabriken veranlaßt, zum Unwerth kommen könne wie früher, wo es vielfach als Viehfutter hätte benutzt werden müssen. Schließlich lud Herr Metz die Versammelten ein, dem Wetterauer Obstbau-Verein beizutreten, welcher bereits über 1600 Mitglieder zähle und demnächst die Bezeichnung ^Ober- hessischer Obstbauverein" annehmen würde, da sich dieser Verein über ganz Oberhessen erstrecken solle. Mehrere hiesige Landwirthe traten hieraus diesem Vereine als Mitglieder bei. — Oleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Hessen. In Rieder-Ingelheim ist am 20. Januar der letzte Veteran aus den Freiheitskriegen im Alter von 98 Jahren 8 Monaten gestorben. — Ein aus Udenheim gebürtiger Rekrut des 115. Regiments wurde seit einigen Tagen vermißt. Da eine Desertion nicht angenommen wurde, so wurde die Nachforschung nach dem Vermißten eifrig betrieben. Der Rekrut wurde glücklich wieder gesunden, er hatte sich als Verdeck einen im Landkrankenhause in Darmstadt stehenden leeren Sarg erkoren. — In Offenbach stürzte ein Spengler bei Reparatur eines Dachkandels zwei Stockwerke herab. Hierbei erlitt der Mann einen Beinbruch und einen dopelten Armbruch. Vermischtes. * AuS Mainz wird berichtet, daß die dortigen VolkS- schullehrer an die Bürgermeisterei eine Eingabe um ander- ] wellige Regulirung ihrer Gehaltsverhältniffe gerichtet hätten. 1 Die Lehrer bezogen sich u. A. auf andere hessische Städte, i in welchen angeblich günstigere Gehaltsverhältnisse eingesührt seien. Da nun aber auch in anderen hessischen Städten, z. B. Worms, ebenfalls die Volksschullehrer sich an die Stadtverwaltung wendeten und eine Regulirung ihres seitherigen Gehalts verlangten, so hat sich die Mainzer Bürgermeisterei an sämmtliche Stadtverwaltungen des Großherzogthums gewendet mit dem Ersuchen, in der Normirung der Lehrergehälter gemeinsame Schritte zu thun. Worms unb auch bereits anbere Städte haben sich hierzu bereit erklärt. Die Vertreter der verschiedenen hessischen Städte werden demnächst über diese Angelegenheit berathen, um in Hessen die Besoldung der Volksschullehrer zu einer völlig gleichmäßigen zu machen. Es bezieht sich dies selbstverständlich nur auf diejenigen Städte des Großherzogthums, in welchen die Städteordnung eingeführt ist. * Marburg, 24. Januar. Eine mißglückte 011ern - jagd. Im Mühlgraben in der Nähe des Postgebäudes hatten gestern Mittag zwei passionirte Jäger die Spuren einer Fischotter entdeckt unb beschlossen, derselben nachzugehen. Da man jeboch Zweifel in bie Tragfähigkeit bes Mühlgraben- eises setzte, so legte man ein Brett über basselbe. Kaum aber hatte sich einer ber beiben Nimrobe einen Schritt weit von bemselben entfernt, als auch schon bie Eisdecke nachgab unb ein kaltes Bab ben Jagbeifer bes Betreffenbeu berart abkühlte, baß er Otter Otter sein ließ unb unter dem Gaudium ber Zuschauer sein warmes Zimmer aufsuchte. * Abgefahren. Folgenber amüsante Vorgang wirb von einer Soiree in Bonbon beim Prinzen von Wales berichtet. Unter ben Gästen befanb sich ein junger Gentleman zum ersten Male unb ber Prinz erwies sich ihm beshalb ganz be- sonbers gastfreunblich. Dies stieg bem jungen Herrn berart zu Kopf, baß er sich sofort als einen besonberen Günstling betrachtete unb unter anwesenben Bekannten bamit prahlte, baß er Einfluß auf Se. Königl. Hoheit gewonnen. Er ver- stieg sich so well, eine Wette zu contrahiren, darauf hin, daß er sich von bem Prinzen aufwarten lassen werde. Als man sich nach Tische in das Billardzimmer zurückgezogen, rief ber Begünstigte plötzlich: „Hören Sie, Wales! Läuten Sie mir freundlichst um ein Glas Punsch!" Alle Anwesenden standen wie vom Donner gerührt, aber ber Prinz ging mit freund- lichem Lächeln an den Klingelzug unb läutete. Als ber Lakai erschien, sagte er ihm: „Hole bem Herrn seine Equipage!" Verkehr, Land« nnd Volkswirthschaft. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheiseuprodrretto« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat December 1890 auf 362 560 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Sptegeletsen 146 386 Tonnen, Beffemerroheisen 30 783 Tonnen, Thomasrohetsen 138 021 Tonnen und Gießereiroheisen 47 400 Tonnen. — Die Production im December 1889 betrug 391523 Tonnen, im November 1890 361384 Tonnen. — Vom 1. Januar bis 31. December 1890 wurden productrt 4 563 025 Tonnen gegen 4 387 504 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. — Im Publikum iü vielfach die Ansicht verbreitet, daß firb’e »«die Postbehörder» gerichteten Schreibe« Porto nicht ui xnh\ n sei. Den Oberpostdtrec'oren und Den Postanstalten gehen Laber bäufia aus den Kreisen des Publikums Schreiben und Eingaben zu, wuche unfranfht in die Blirfkästen gelegt worden sind, für welche die Absender dann nachttägltch das höhere Porto für unfranttrtc Briese zu zahlen haben. Es wird daher im allgemeinen Interesse darauf aufmerksam gemacht, daß auch für alle an die Postbehörde gerichteten Sendungen, welche in die Postbriefkaften gelegt werden, daS volle Porlo zu entrichten ist. Wer diese Ausgaben ersparen will, mutz die betreffenden Sendungen im Bureau der Postdircctionen oder im Amtszimmer der Postanftaltcn abgeben. Srünberg, 21. Januar. Fruchtpreise. Weizen 1880, Korn X 17.50, Gerste 15.—, Hafer JL. 14-40, Erbsen JL Linsen —, Lein — —, Wicken ——, Samen —, Kartoffeln 0.—' Neues Theater in Gießen. Dienstag den 27. Januar geschloffen. Donnerstag den 29. Januar: Sodoms Ende. Apietplau der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus» Dienstag den 27. Januar: Zur Feier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wllhelm II. Die Walküre. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 28. Januar: Zum Gedächtnisse Mozarts. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Die Entführung aus dem Serail. Außer Abonnement. Donnerstag ben 29. Januar: Der fliegende Hollander. Gewöhnliche Preise. Freitag den 30. Januar geschloffen. Samstag den 31.Januar, Nachmittags 3«/» Uhr: Prinzessin Gold haar. Ermäßigte Preise. Außer Abonnement. Abends 7 Uhr: Lucretia Borgia. Saltarello. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 1.Februar, Nachmittags 3V,Uhr: Prinzessin Goldhaar. Ermäßigte Preise. Außer Abonnement. Abends 7 Uhr: Prophet. Große Preise. Schauspiel-««-. Dienstag den 27. Januar: D t e S o n n e. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 28. Januar: Gastspiel des Fräulein Seraphine Detschy. Maria Stuart. (Maria Stuart: Fräulein Detschy.) Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 29. Januar: Die Sonne. Außer Abonnement. Gewöhnliche Preise. Freitag den 30. Januar: Gastspiel des Fräulein Detschy. Adrienne Lecouvreur. (Adrienne: FräuleinDetschy.) Gewöhnliche Preise. Samstag den 31. Januar: Fall Clemenceau. Gewöhnliche Preise. Anfang 7 Uhr. Sonntag den 1. Februar: Sodoms Ende. Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche Preise. Kirchliche Anzeige« der evangelischen Gemeinde. Bibelstunde heute Mondtag den 26. Januar, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Jakobusbrtef, Kap. 5, von Vers 13 an: die Kraft gläubigen Gebets, rechte Lebensrettung. Pfarrer Dr. Naumann. Festgottesdienst zur Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers am Dienstag den 27. Januar, Vormittags 10 Uhr (das Läuten beginnt 9*/< Uhr). Pfarrer Dingeldey. — Nach der Analyse von Fresenius ist das Natron-Li- thion-Heil wasser der ^Kaiser-Friedricli-IJuelle” völlig bacterienfrei und übertrifft die Heilwirkung; aller ähnlichen Minetalquellen. Die aus den Salzen desselben hergestellten schleimlösenden Pastillen sind in allen Apotheken, Mineralwasserhandlungen etc. zu haben.623 Buckskins und Kammgarne in allen gediegene« Qualitäten zu wirklich billigen Preisen en gros & en detail bei 421 Gebr. Stamm. Die reichgattigfle alter Jnoöen-Seitungen ist die Jllnstrirte Krane«-Aeitnng. Dieselbe bringt in jährlich 24 Doppelheften 24 Moden- und Unterhaltungs- Nummern mit Beiblättern, in reizvollen farbigen Umschlägen. Die Moden-Num- mern sind der „Modenwelt" gleich, welche mit ihrem Inhalte von jährlich über 2000 Abbildungen sammt Text weitaus mehr bietet, als irgend ein anderes Moden- blatt. Jährlich 14 Beilagen geben au Schnittmustern zur Selbstanfertigung der Garderobe für Damen und Kinder wie der . , überhaupt genügend für den ausgedehntesten Bedarf. — Der Mterhaltungstheil bringt außer Novellen, einem vielseitigen Feuilleton und Briefen über das gesellschaftliche Leben in den Großstädten und Bädern regelmäßige Mitthet- lungeu aus der Frauenwelt, Kunstgewerbliches, Fürs Haus, Gärtnerei und Briefmappe, sodann viele künstlerisch ausgeführte Illustrationen und an Moden und Handarbeiten endlich noch Folgendes: jährlich über 75 Artikel mit über 300 Abbildungen, 12 große farbige Modenbilder, 8 farbige Musterblätter für künstlerische Handarbeiten und 8 Extra-Blätter mit vielen Illustrationen, so daß die Zahl der letzteren an 3000 jährlich htnanretcht. Kein anderes illustrirtes Blatt überhaupt, Innerhalb ober außerhalb Deutschlands, kann nur entfernt diese Zahl aufweisen: dabet beträgt der vierteljährliche Abonnements- Preis nur 2 Mk. 50 Pf. Einzelne Hefte kosten 50 Pf. oder 30 Ar. — Die „Große Ausgabe mit allen Kupfern" bringt außerdem jährlich noch 36 große farbige Modenbilder, also jährlich 64 besondere Beigaben, und kostet vierteljährlich 4 Mk. 25 Pf. (in Oesterreich-Ungarn nach Cours). Abonnements werden jederzeit angenommen bet allen Buchhandlungen und Postanftalten. — Probe-Nummern gratis und franco durch die Expedition Berlin W., Potsdamer Stratze 38, Wim I., Operngasse 3. in Die Spar- und Ieihlraste j« Iaulmch Waschbiitten, Waschklammcr«, Waschkörbe, Waschböcke größter Auswahl empfiehlt Grosse Gewinne in Gold! Das billigste Loos der Wett Geschw. Heerz, Reuruweg 7. Mull zu Ballkleidern, sowie Ballshawls empfehlen billigst 2 Harmonikas, 2 d Zithern, Violinen, Trommeln, Flöten, H : sowie alle Instranente In grösster Auswahl zu Fabrikpreisen In der A Instrumentenfabrik und -Handlung [221 2 M Ernst Challier (Rudolphs Nachf.), Giessen, ä ist das BarlettMPrL«rie«-LooS. Keine Nieten, jedes Loos gewinnt sicher. 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KleeS, Südanlage 18. 6—700 Centner Korn- und Weizen-Stroh (Hand- und Maschinendrusch) verkauft 801 Oeconom Sitz. 804] Eine link-gewundene Eichentreppe, fast neu, ist wegen baulicher Veränderung billig zu verkaufen. Marktplatz 20. L. Kohlermann 814 Küferei, Bleichstraße 12. Schlachtvieh Versicherung. Nachdem der Bezirks-Ausschuß die Statuten der von der hiesigen Fleischer-JnMNg errichteten „Schlacht - Großvieh - BerficheruugS - Kaffe im Innung- - Schlachthause der Stadt Marburg" genehmigt hat, wird diese Kasse den Vieh-Verkäufern zur allgemeinen Benutzung bestens empfohlen. Die vor dem Schlachten an die Versicherungs- Beamten im Schlachthause zu zahlende Versicherungs-Prämie beträgt pro Stuck: Ochsen und' Bullen .... 2 M. - Pfg. Kühe.........1 „ 50 „ Rinder und Stiere .... 1 „ — „ Gegen Entrichtung dieser Beträge wird bei Beanfiaüdung des Fleisches in Fällen des Vorhandenseins von Tuberkulose (Perlsucht), Darm- rc. rc. Entzündung, Wassersucht, Gelbsucht, Strahlenpilz und sonstiger Fehler, sofern- hierdurch die Nichtbankwürdigkeit des Fleisches bedingt ist, der von den Vieh-Eigenthümern anzugebende Kaufpreis der Schlachtthiere ohne jeden Abzug aus dieser Kasse ersetzt werden. Gleichzeüia wird die Benutzung der schon länger dahier bestehenden „Schweine- BerffcherungS- Kaffe" in gefällige Erinnerung gebracht. Der Versicherungsbeitrag beträgt pro Stück Schlachtschwein ... 50 Pfg. und ist derselbe vor dem Schlachten an die unterzeichnete Stelle zu zahlen. Auch hier erfolgt dann in Krankheitsfällen (mit Ausnahme der Finnenkrankheit) der Ersatz des versicherten Schweins nach dem jeweiligen Werth desselben. Marburg, am 30. December 1890. 133 ___ Die Schlachthaus-Verwaltung.___ MU- Phönix-Pomade "WB nach wissenschaftlichen Erfahrungen hergestellt, ist das einzige reelle, in seiner Wirkung unübertroff. Mittel z.Pflege u. Beförderung eines vollen u. starken Haarwuchses u. z. 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Krofdorf, den 25. Januar 1891. 905 Die Beerdigung findet Mittwoch den 28. Januar, Nachmittags 2 Uhr statt. 806 Allen Theilnehmenden die tiefschmerzliche Nachricht, dass auch unser innigsfgeliebtes l3/4 Jahre altes Töchterchen Die tieftrauernden Eltern Bauteclmiker Stumpf und Frau Giessen, den 25. Januar 1891 in Folge einer Lungenentzündung gestern Nachmittag 5% Uhr sanft dem Herrn entschlafen ist. Akadem. Coiwt-Verein in Marburg. Freitag den 20. Januar, Abends 71/2 Ghr: im Saaibau: Drittes Ooncert. Programm» Missa solenanis für Soli, Chor und Orchester von L, van Beethoven. Mitwirkende: [788 Fd. Helesxe Overbeck (Sopran) aus Berlin, Erl. Johanna Beek ' (Alt) aus Frankfurt a. M., Herr PrAssz Lltzlnger (Tenor) aus Düsseldorf, Herr Rudolf von Milde (Bass) aus Berlin und Herr Fritz Basserniann (Violine) a. Frankfurt a. M. Nummerirte Karten für Nichtmitglieder ä 3 Mk., nichtnummerirte a 2 Mk.. Karten für Studirende a 1 Alk., Karten zu der Donnerstag, den 29. Januar, Vormittags 11 Uhr, stattfindenden Hauptprobe a 50 Pfg., zu der Geaeraiprobe Abends ?V2 Uhr, ä 1 Mk., sind in der El wert’sehen Universitäts-Buchhandlung zu haben. Versteigerung. Mittwoch de» 28. Januar I. I., Vormittags 10 Ahr, versteigere ich im Gasthause z. Adler, Marktplatz 20 dahier, gegen Vaarzahlung: 1) eine große Parthie Damenschuhe, als. Winter-, Zeug-, Schnür- und Leder Schuhe, sowie Tuchstiefel und Pantoffeln, 2) Plüsch-. Filz und Leder Pantoffeln 3) Kinderschuhe und diverse Kinderyantoffeln, 4) 12 Dutzend halbfertige Kinderschuh , 3 Dutzend halbferrige (bis auf de Absätze) H er a Zugstiefel und 43 Dutzend Gchaften für Kinderschuhe. Versteigerung fi her. Born, 808 Gerichtsvollzieher. V erst eig'erungf. Mittwoch den 28. Januar 1891, von Nachmittags 1 Uhr an, versteigere ich int ..Adler" dahier — Marktplatz — 56 Paar Herrenzugstiefel, 162 Paar Damen- Zug- und Auopfstiefcl, 20 Paar Mädcheuknopf- und Hackeustiefel und 50 Paar Plüsch- und Ledcr- . Pantoffel. Die Versteigerung findet bestimmt statt Geißler, _____________________Grofih. Gerichtsvollzieher._______________so? Äg Krieger-Verein Gießen. Mz Dienstag, den 3. Februar, Abends 8 Uhr: Ordentliche Generolversammlrmg im Bereinslocal. Tagesordnung: Bericht des Schriftführers, Kaffenbericht, _________________ Vorstands wähl._____________________793 Seidenes breites Sehorpenband, gestreift, Meter 53 Pfg, Seidene Sammte (aUr Karben), Meter 2 Mk. 80 Pfg» Seidene Boll Bouquets, 30 Pfg., rü Putzartikel verkaufe deluSl zu denselben Preisen wie n meinem Engrosgeschäft. 812 Gustav Hansteia, Aßerweg 6. 11. Stock, neben Sattler Kuhn«. ! Frankfurt a. M. — Qber- hesfffcher Verkehr. Zum Gütertarif vom 1. Mai o I. gelangt am 1. Februar d. I. der Nachtraa 1 zur Einführung. Heber dessen Inhalt ertbeilen die Güterabfertigungs- ftellen Auskunft । Gießen, den 22. Januar 1891. Großb. Direction [791 der Oberhessischen Eisenbahnen. Aufruf. 790] In der Untersuchungssache 0. 117. 90. soll der Wagnergeselle Carl ErumeliuS, geboren zu Ehringshausm am 25 Juli 1870, zuletzt in Nauborn aufhaltsam, jetzt mit unbekanntem Aufenthalt abwesend, als Zeuge vernommen werden. Ich ersuche den Em melius , seine Adresse mir mitzntheilen. Ferner ersuche ich alle Behörden und Gendarmen, nach dem z itigen Aufenlhalt des Emmelius zu recherchiren und den etwa ermittelten Aufenthalt mir mitzuthellen. Limburg, den 23. Januar 1891. Der Königliche Erste Staatsanwalt. I A.: ________Hagemann.______790 3agöoerpod)ltuifl. Freitag den 6. Februar d. I., Nachmittags 3Va Uhr, wird auf dem hiesigen Rathhause die Feld- und Waldjagd der Gemeinde Großen- Linden, enthaltend 782 Hectar, in zwei ev. drei Abtheilungen aus weitere sechs Jahre öffentlich verpachtet. Großen-Linden, 24. Januar 1891. Gr. Bürgermeisterei Großen - Lmden. ___________Leun._________796 Dienstag den 3. Februar, Nachmittags von 2 Uhr an, werden in dem Häuft Lnvwigsplatz Nr» 18/ II, verschiedene Möbel, dabei 1 fast neue drettheil. Brandkiste u s. iu ; ferner 1 größere Parthie Tischtücher, Servietten, Handtlichir, Betttücher, Ue der lüge und anderes Weißzeug, sowie Hausgeräthe rc, versteigert. Im vormul.dschastl- Auftrag: [792 Louis Rothenberger, Gcrichtstaxaior. Ein «Hausbursche gesucht; Eintritt 7. Februar. 810 eilte Minik. jfcfcestauration Schnell. Mittwoch fc lohne) a. Frankfurt a. M. T? $ E, uichtnummerirte' Karten zu der Donnerstag, ndenden Hauptprobe Ws ?V2 Uhr, a 1 Mk, chhandlung zu haben. JÄH*1 r tir-er *• - Im Vo-rmann'schtn Hanse, terflrcp Nr. -9, ist Der untere it Mhör und Gartenanthe'.l jtrmtetitn 6. ftuti, Sbdanlagr 18. sw. .,,m. |ür 1-W‘ die ju otnn. Neuenweg «■ Schnell RKM I A»l . M Güngcrich ubtt: Sicherungsgesetz. Lstern wird em mit gut r ung ausgerüsteter junger Mann mannslehrling von einer hiesigm nfavrtk angenommen. ■6 in Der Exped. d. 81. nd 797 MrMbeM' er utti Feuilleton neben dem Priester nieder und bald waren die beiden Männer eifrig in die Geheimnisse der neuersundenen und in jenen Gegenden bisher noch unbekannten Schußwaffe vertieft. „Eine merkwürdige, aber sehr gute Pistole," sagte der Priester. „Da ich nun weiß, wie sie geladen wird, will ich gleich ein paar Kugeln in die Kammern bringen und die Zündhütchen aussetzen. Man kann nicht wissen, ob daS schlechte Wetter nicht wieder ein paar Wölfe ins Dors getrieben hat, denen ich dann begegne, wenn ich nach Hause gehe. Aber heute sollen sie mir nur kommen!" Damit machte er sich daran und lud unter Hermann- Aussicht erst zwei Kammern und schließlich alle sechs. Man war soeben mit dieser Arbeit fertig, als von draußen an die Thür geklopft wurde. August Hermann stand auf und öffnete. „Wer ist's?" fragte er. „Was, Du, Iwan Iwanowitsch?" ries er unwillig, als der Lichtschein von der unter der Zimmerdecke hängenden Lampe auf das Gesicht des verschneiten Ankömmlings fiel. „Was willst Du hier?" „Ich suche den Popen," antwortete Iwan Iwanowitsch finster, ohne über die Schwelle zu treten. „Ich bin hier," sagte der Priester .ausstehend und sich der Thüre nähernd. „Was solls?" „So komm herein," brummte Hermann, indem er zur Seite trat, um Raum zu geben. Iwan folgte der Aufforderung. Er war ein hochgewachsener, schwarzhaariger junger Russe, ungefähr ebenso alt wie Hermann. Ein mür? rischer,! verdrossener Ausdruck lag auf seinem Gesicht, das sonst nicht unschön zu nennen war. „Womit kann ich Dir dienstlich sein?" fragte Vater Alexei, der sich wieder auf seinen Stuhl niedergelassen hatte, während Hermann sich stehend gegen den Tisch lehnte und den Russen mit unverhohlenem Aerger und Mißfallen musterte. (Fortsetzung folgt.) Vater Alexei, -er Pope. Eine russische Geschichte von Friedrich Meister. (Nachdruck verboten.) I. Den ganzen Tag war ein dichtes, wirbelndes Schneegestöber gewesen, am Abend aber hatte es ausgehört, insoweit wenigstens, als der graue Januarhimmel keine Flocken mehr herabschüttete- der Wind jedoch stürmte nach wie vor und trieb den gefallenen Schnee in flatternden Wolken über die Felder und durch das Dors. Er heulte um die Ecken von August Hermanns Hause und ließ nur an der Vorderseite desselben ein geschütztes, dreieckiges Plätzchen, wo die Schneedecke ruhig und ungestört liegen blieb. Jemand, der aus der Thüre getreten wäre und sich nach rechts gewendet hätte, wäre sofort vom Schneewirbel gefaßt und umhüllt worden, ohne auf dem gefrorenen, gefegten Lehmboden eine Fußspur zu hinterlassen- ging er aber nach links, dann mußten aus dem geschützten Schneefleck seine Spuren noch stundenlang sichtbar bleiben. Der Abend war finster und grimmig kalt, innerhalb des niederen Hauses aber herrschten Licht und Wärme. August Hermann war kein Russe, sondern ein Deutscher, und hatte als solcher sein Heim so traulich und behaglich als möglich eingerichtet. Daffelbe bestand ans einem vorderen und einem hinteren Raume, während im Allgemeinen die russischen Bauernhäuser sonst nur einen einzigen Raum enthalten. Rechts an der Wand stand der umfangreiche, niedrige Kachelofen, an der linken Wand hatte der große eichene Tisch, das Hauptstück der Wirthschaft, seinen Platz. Unweit des Ofens, in der Wand, die dem Hauseingang gegenüberlag, war die in das zweite Gemach führende Thür- wenn man dieselbe weit öffnete, so berührte sie den Ofen und bildete mit demselben einen Winkel, in welchem Hermann seine Stöcke und sein Gewehr stehen hatte. Am Tische, den Rücken dem Ösen zugekehrt, saß an jenem kalten Januarabend Vater Alexei, der Pope des kleinen Dorfes. Aus der anderen Seite des Tisches stand der Hausherr, ein junger, frisch blickender Mann mit blondem Bart. Derselbe hatte vor anderthalb Jahren eine hübsche junge Russin heimgesührt und das zufriedene Glück, welches von seinen ehrlichen, männlichen Zügen strahlte, hatte seinen Grund in der Vaterschaft, deren er sich seit einigen Tagen erfreuen konnte. „Erinnerst Du Dich noch, Väterchen," sagte er zu dem Priester, „wie Dir im vorigen Winter die Wölfe bis in Dein Gehöft kamen?" , , Er legte bei diesen Worten die Hand aus ein kleines Packet, welches vor ihm aus dem Tische lag. „O ja," antwortete der Pope, „ich erinnere mich. „Nun, siehst Du, da habe ich gedacht, daß Dir eme Pistole nicht unwillkommen sein würde, und habe Dir eine aus Kiew mitgebracht und zwar gleich eine mit sechs Läusen.' „Eine Pistole mit sechs Läufen?" sagte der Priester mit ungläubigem Lächeln. „Mit sechs Läusen," erwiderte der junge Mann wichtig. Er wickelte das Packet aus und nahm einen blitzblanken Revolver heraus. „Da schau her," sagte er. Der Priester nahm die Waffe in die Hand und betrachtete sie sorgfältig. „Ich danke Dir, August Hermann," sagte er endlich. Dann zeigte sich ein humoristisches Zucken aus seinem runzeligen Antlitz. „Meine alte Anfissa wird sich vor dem Dinge elend fürchten," nickte er. August Hermann lachte zustimmend. „Und hier ist der Ladestock," fuhr er fort. „Ich will Dir nun zeigen, wie man mit dem Dinge umgeht." Er zog einen der schweren Holzstühle herbei, ließ sich Meusta, dm 27. Summt. (Siebener Anzeiger♦ Beilage zu Nr. 22. - 1891. 786 789 763 am Kreuz. 201 Selters wea 18. 538 wm. AECH wenn jederlopf den Hamenszug " in blauer Farbe trägt Zu haben in den Colonial-, Delicatesswaaren- und Drogen- Geschäften, Apotheken etc. 215 598] ML-che« können das Weißzeug- 739] Zum 1. März wird ein zuver- «ähen erlerne». 787 4 167,4 1068 19,1 Der Präsident: H. Wagner. 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Durchmesser und 12—19 m Länge, 14 Lärchen = 4,34 fm; 14 Fichten-Stangen = 1,25 fm; 11 Lärchen- Stangen = 2,18 fm. . . Die Zusammenkunft ist am Distrikt Langeberg.be» Muhlsachsen. Sich, am 21. Januar 1891. 798 Dr. DitKeubach.____ Brmnhchversteigermlg in den Waldungen der Stadt Lich. Mittwoch free 38. Januar, Vormittag» 9>/2 Uhr, in der Forst« wartet Sroßhäuserberg, Distrikte Dachsbau und Wartberg: ~ Buchen-Scheiter, „ -Knüppel, „ -Wellen, „ -Stöcke. Zusammenkunft am Heuweg norm Wald. Sich, am 19. Januar 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. _____________Walz. _________ Dienstag den 27. Jan,: Gesammtprobe. Die Leichenkasse-Gesellschaft w Mittwoch den 28. Januar 1. J., Abends 8 (Ihr, in der Restauration Deuker (früher Scharmarm) eine Generalversammlung ab, wozu die Mitglieder eingeladen werden- Tagesordnung: 1) Gesuch des Sanitätsvereins und der Allgemeinen Sterbekasse um Ermäßigung der Taxe für Leichenfahrten für ihre Mitglieder. 2) Feier des 100jährigen Bestehens der Leichenkasse-Gesellfchast. 3) Verschiedene». Gießen, 24. Januar 1891. „Düngerstreumaschinen“ in 6 verschiedenen Constructionen empfiehlt A. Buch, Maschinengeschäst, 686] Hungen. Neuheiten in Stickerei-Kleidern von den billigsten bis zu den feinsten in großer Auswahl empfiehlt 719 J. Kaan jr., am Kreuz. 1 $omN jat aus A 4. Grotzh- jolgenbt Gn Generalmajc Tommandeu zum überzÄ üeutenantA und zwar: der Oberst den Rother der Hauptm Dr. Grog her Generali von Colberc OberMeutei Jns.-Regt. Orden 4. § vom Regime Berlin, Zeit in Ber der fürstlich, mittag im e RcsidenMo faiferlidjt durch Consist derselben bra Glückwünsche eine Desilircc dann folgte i derselben saß Heller Atlasr, und Prinz t Marie, ber 6 Die Be ertasten F detz AM 13- vvd M Miwg de Gieße 6 r* Äff «5* 5 ifljM p. ^/3ch toi ^rgel in der L »Das is "weichend. ^glt ittriwtti »Ich toi $otl- »totni| . »Das h iw Prikster. Deiner . ÄS? .Hm P, «*f« .J* to, wachst L?-' «L> M $ühKeut ich. ybe i NNtn, empfiehlt Motzhaare, Eisenbavn-PrioEte« 102.15 102.15 102.60 102.10 Jndnstrie-Pa-irre. Mnding-Brauerei . . 164.70 167.— Stern- Bad. Anllin- u. Soda- fabrik . . 272.70 272.50 Pfanvdrtefe. vermischte Anzeigen 101.70 Loose. I8b4rfl.250- 121.20 «mertkantsche «isenbahn-Bondr 114.— 87.— 85.50 104 — 103.30 103.90 103.90 107.— 107.— 105.80 105.50 nino. Abonnement. 593 Loeflunds bacterienfreie ft&adton: A. Scheyd«. — Druck und Verlag drr Brübl'schcn Druckerei (Fr. Chr. 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An der Börse ist die Geschäftsstille in ständiger Zunahme begriffen und Hand in Hand damit geht begretfltcherwciie eine Verminderung der Coursschwankungen, so daß auf einzelnen Gebieten bereits nahezu gänzliche Stagnation eingetreten ist. Gegenüber dieser für diese Jahreszeit außergewöhnlichen Schwerfälligkeit des Geschäfts beginnt sogar der Einfluß der auswärtigen Börsen unwirksam zu werden. Am Montag waren in London neue beunruhigende Gerüchte aufgetreten über Zahlungs- Verlegenheit einiger Bankhäuser, die vornehmlich nach Südamerika Geschäftsverbindung unterhalten. Bei der Empfindlichkeit, welche die dortige Börse sich aus der Baring'schen Krisis bewahrt hat, war die Wirkung derselben auf den Markt eine ungemein starke und die Course aller dahin gehörigen Werthe gingen sprungweise zurück. Die deutschen Börsen gaben zwar diesem Drucke auch nach, aber der ganze Rückgang beschränkte sich auf 1 pCt. bet den leitenden Baukactien und fast unmerkltchen Verschiebung bet den Speculationswerthen zweiten Ranges, während die südamerikanischen Renten mit fast nominellen Coursen den Londoner Notirungen folgten, um sich bei Dementirung der Gerüchte langsam wieder zu heben. Dieses Bild steht in grellem Gegensätze zu den Erwartungen, mit welchen man vielfach, und nicht zuletzt in Kreisen der haute finance, dem Januar enigegen- gesehen hatte. Der Gegensatz ist so scharf, daß er Entmuthtgung und weiter sinkende Course zur Folge haben müßte, wenn überhaupt irgmdwie bedeutende Engagements noch bestünden und nicht die Berliner Börse für Deckung eines umfangreichen Decouoerts zu sorgen hätte. Bei Beurtheilung der Zukunftschancen des Börsenverkehrs darf aber ein Pnnkt nicht übersehen werden. Das ist die zunehmende Geldflüssigkeit. Man hat in letzter Zeit noch häufig die Meinung vertreten hören, daß auf die Wiederkehr eines flüssigen Geldstandes nicht bald gerechnet werden könne. Aber trotzdem nimmt der Rückfluß Dimensionen an, die man noch vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten hatte. Die Reichsbank verfügt bereits micber über eine Notenreserve von 110 Millionen. Das ist zwar weniger als vor zwei Jahren, aber beträchtlich mehr als im Vorjahre. Im offenen Markte ist Geld überaus willig; der Prtvatdtscont stellt sich fast ein volles Procent niedriger als die Notiz zur gleichen Zett des vergangenen Jahres und Ulttmogeld wird mit 33/4% bereits angeboten. In London herrschen die gleichen Verhältnisse. Dort ist schon die Bank von England offiziell auf 31/2 % herabgegangen und noch immer trennt sie von dem Marktsatz eine Differenz, die ihre Nate zur nominellen stempelt. AlleS, was bisher zur Unterstützung jener Aussicht, daß der Rückfluß der Gelder sich nur sehr langsam vollziehen werde, angeführt wurde, ist thatsächlich richtig, nur übersah man dabei die Wirkung dieser intensiven Geschäftsstille. Das Mißtrauen gegen sämmtliche Effectengattungen ist so groß geworden, daß Gelder, die sonst unbedenklich zur Anlage in Werthpapieren gekommen wären, sehr müssig bleiben, als das Rtfico neuer Coursverlufte eingehen. Durch den zunehmenden Rückfluß aber überschwemmen diese Gelder den Markt, verursachen verhältnißmäßig rasch sinkende Zinssätze und werden dadurch doch wieder mit aller Nothwendigkeit auf die Anlage in Rentenwerthen hingedrängt. So schließt sich der Ring der Ereignisse wieder da, wo jede Börsenbewegung ihren Anfang nimmt; das Ende wirkt darauf hin, daß die Grundbedingung eines ersprießlichen Geschäftsverkehrs, ein flüssiger Geldstand, wieder hergestellt wird. Diese Entwicklung vollzieht sich freilich nicht in Tagen oder Wochen. Monate vielleicht Jahre mögen vergehen, je nach dem Maße der Zerstörungen, welche die oorangegangene Periode der Ueberreizung angerichtet hat, ehe die Verluste verschmerzt und das Vertrauen soweit zurückgekehrt ist, daß sein Mangel nicht mehr hindernd auf den Geschäftsgang einwtrkt. Die Tagesereignisse verschleiern den Gang dieser Entwicklung, sie wirken hemmend und fördernd auf ihn ein, aber die großen Züge bleiben doch erkennbar und jetzt, nachdem sich die Verhältniffe soweit geklärt haben, wird man beruhigt der Zukunft entgegenschauen können. Die Einzelheiten des Verkehrs sind so geringfügiger Natur, daß flüchtig darüber hingegangen werden kann, ohne Gefahr zu laufen, oberflächlich zu erscheinen. Banken schließen nach den erwähnten unbedeutenden Schwankungen vollkommen unverändert, und zwar bezieht sich das auch auf die Wiener Werthe. Von Ultimobanken haben einzig Internationale Bank 2% verloren in Sympathie mit einem Rückgang der Schweizer Bahnen, welches Gebiet diese Bank bekanntlich besonders favorifirt. Der Rückgang -er letzteren ist zum Thetl begründet in Mindereinrahmen, die bei diesen Gesellschaften besonders schwer ins Gewicht fallen, weil die großen Mehrausgaben des verflossenen Jahres sich bereits übersehen lassen, zum Theil hängen sie aber auch zusammen mit den bereits im vorigen Bericht erwähnten Fusions- projecten, die wenig Beifall zu finden scheinen, da sowohl das Hctmathsland wie Berlin mehrfach als Abgeber auftrat. Bei österreichischen Bahnen spielen die Betriebsstörungen durch Schneeverwehungen noch immer eine Rolle, wenn auch nicht , in demselben Maße wie verfloffene Woche, da neueren Nachrichten zufolge dieselben zum größten Theil gehoben sind. Angesichts dessen Und des Umstandes, daß der . Verkehr nicht über andere Linien abgeleitet werden konnte, hält man jetzt vielfach Lombarden für billig. Böhmische Westbahn verloren 2 fl., Duxer gewannen 6 fl., fest liegen auch Localbahn auf günstige Betriebsausweise und fortgesetzte Gerüchte über bevorstehende Verstaatlichung. Deutsche Bahnen sind gut behauptet. Im Anlagemarkt find deutsche Fonds wieder matter, während einzelne der ausländischen Renten lebhaftere Beachtung fanden. Die Publicattonen des russischen Conoersionsprospectes hat der Börse keine Anregung geben können. Im Gegentheil fand der hohe Emissionscours der neuen Anleihe von vielen Setten abfällige Beurtheilung und man begünstigte aus Opposition ungarische und österreichische Renten, ohne daß sich indeffen deren Course voll behaupten konnten. Russen waren gedrückt, namentlich Orientanleihen, weil jetzt, nachdem dieselben den Petersburger Paricours ' Genre vom 4% Hessische Obligation. „ Bauern .... „ Baden..... 3o/o Sächsische Rente. . 3V»o/o BremerStaatsanl. , Hamb.Staatsrente 40/gOestr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- Anleihe . . . bo/o Rumänische Rente . 4V-°/ü Russische Anl.. . überschritten haben, die Amortisation durch Ausloosung anstatt durch Rückkauf »or- genomme» werben soll. Argentinier und Chilenen haben sich von den anfänglichen Rückgängen wieder erholt. Dagegen sind Mexicaner neuerdings gedrückt, weil die erwähnten Londoner Gerüchte von Neuem aufgetaucht sind. Kohlt» wnb Cisenwerthe schließen nahezu unverändert. Oestr. 1860rfl.500-Loose 127.60 127.55 1 Braunschweig. 20 Thlr.- — — — —.— 121.20 I Loose .... I 3o/o Oldenburger Loose. ______ ______ 130.35 130.75 I 3V,