Nr. 276 Donnerstag den 26. November L891 li>a jiiii'bii» —. —. nw—T——- — ■—r------■■■■ —» —Mmmwi imMM«»»»»'— ■ » —imna Drr WxMKvL «tföwtit täglich, ■fc UrLLnahw« b<8 NomsgL. Vi, Kichsaer wtai betn Anzeige »ü^«r!ich bwim<4 Gießener Anzeiger Keneral'-Mnzeiger. fthntwIuVrlfHÄ 2 Mart 20 Uh, «K Br in.vrioby. Lurch bi* P-oit 2 Mitt 60 Äebacnon Erp? und FruJtt'';: >4*(6rnb* «te» J zwar den Inhabern des Eisernen Kreuzes 1. Klasse eine solche von jährlich 450 Mk., denjenigen 2. Klasse eine'solche von jährlich 150 Mk. zu gewähren und die erforderlichen Mittel hierzu in den Reichshaushaltsetat einstellen zu wollen. Grünberg, 23. November. Die heute Nachmittag im „Englischen Hof" dahier obgehaltene Generalversammlung des landwirthschaftlichenBezirksvereinsGießen war sehr stark besucht; namentlich hatten sich viele Bürgermeister und Landwirthe aus den umliegenden Ortschaften eingefunden. Da der Dnector des Vereins, Herr Regierungsrath Jost, am Erscheinen verhindert war, führte Herr Gutsbesitzer S ch l e n k e vom Hardthof bei Gießen den Vorsitz. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden referirte Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger von Alsfeld über „die rationelle Bewirtschaftung des Bauerngutes". Sodann sprach Herr Kreisthierarzt Gerhard von Grünberg über Rindviehzucht, insbesondere die Bullenhaltung. Beide Redner erledigten sich mit Geschick ihrer Ausgabe und gaben in ihren anschaulichen Vorträgen den Anwesenden viele practische Winke und Rathschläge. Wegen der vorgerückten Zeit mußte von einer längeren Discussion Abstand genommen werden. (D. Ztg.) Grünberg, 23. November. Schon vor einigen Jahren mußte auf dem eine Stunde von hier entfernten Hessen« brücker Braunkohlenbergwerke der Betrieb eingestellt werden, da die Lager vollständig abgebaut zu sein schienen. Es wurde dies allgemein bedauert, zumal die Hessenbrücker Braunkohlen bei ihrer vorzüglichen Qualität sich als Brennmaterial überall großer Beliebtheit erfreuten. Nach längerem vergeblichen Suchen hat man nun etwas weiter westlich von den seitherigen Gruben in der Nähe von Münster Ersatz gefunden. Noch im vorigen Herbste begann man mit den nöthigen Vorarbeiten und wurden anfangs Kohlen von geringerer Güte zu Tage gefördert. Im Laufe dieses Jahres wurde rüstig weiter gearbeitet, so daß sich der Betrieb nunmehr reichlich lohnt. Die Ausbeute ist nämlich, was sowohl die Güte als auch die Menge der Kohlen betrifft, eine vorzügliche, und infolge dessen ist die Nachfrage nach denselben sehr bedeutend. Ist doch bei der jetzt herrschenden verhältnißmäßig sehr gelinden Witterung gerade die Braunkohle ein sehr geeignetes und billiges Brennmaterial. Lorsch, 23. November. Aus der benachbarten „Lampertheimer Hütte" wurde in letzter Woche ein fünfjähriges Bübchen aufgefunden, dessen einzige Begleiterschaft in einem Mannsstiefel bestand. Nachdem sich der Knabe erholt hatte, erzählte er, am vorhergegangenen Abend nut dem Stiefel von seinen in Heddersheim wohnenden Eltern zu einem dortigen Schuster geschickt worden zu sein. Das Kmd hatte sich verirrt und langte nach mehrstündiger Wanderung aus der Hütte an. Die besorgten Eltern, Fabrikarbeitersleute, holten später den Knaben nach der Heimath ab. Mainz, 20. November. Der hiesige Verein für Geflügel-nndVogelzucht veranstaltet in der Zeit vom 19. bis 22. März 1892 eine große allgemeine Ausstellung vott Geflügel, Zier- und Singvögeln, sowie Geräthen in der hiesigen Stadthalle. Die letztere ist bekanntlich der größte Versammlungssaal in ganz Deutschland und nach früheren Erfahrungen vortrefflich geeignet, den Rahmen für eine Geflügel- und Vogel-Ausstellurg abzugeben. Alle Räume der Stadthalle sind für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt und werden in geschmackvoller, zweckentsprechender Weise mit Tannenwänden, Pflanzengruppen, Weiher und Springbrunnen u. s. w. decorirt. Der Verein verfügt über ein vortreffliches Ausstellungs- (Käfig- re.) Material, für Fasanen und sonstiges Ziergeflügel werden große Volieren erbaut, auf in- und ausländische Sing- und Ziervögel wird bei dieser Ausstellung besondere Rücksicht genommen. Die letztere Abtheilung, für deren Arrangement Herr Dr Carl Ruß seinen sachverständigen Rath in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hat, erhält in den an den Hauptsaal anschließenden Foyers der Stadthalle helle, ausgedehnte Räume und wird auch reichhaltiger, wie bei den bisherigen Ausstellungen, mit Preisen bedacht sein. Auch für land- wirthschastliches Nutzgeflügel sind besondere Klaffen vorgesehen. Ueberhaupt werden den Preisrichtern viele Ehren- und Geldpreise zur Verfügung gestellt; das Stand- und Futtergeld wird ganz für die Prämiirung verwendet. Mit der Ausstellung wird eine Verloosung verbunden; 15000 Loose kommen zur Ausgabe. Bei der günstigen Lage von Mainz und dem großen Erfolg, welchen alle bisherigen Ausstellungen des Vereins in Bezug auf Besuch,* Umsatz und Looseabsatz hatten, dürste auch die nächste Ausstellung eine ebenso interessante, wie lohnende werden. Vermischtes. * Bamberg, 23. November. Auf der Kanzel gestorben ist am vergangenen Sonntag in Hirschhaid (bei Bamberg) der Pfarrer Frey. Nachdem derselbe eine halbe Stunde lang gepredigt, trat er plötzlich zur Seite und brach lautlos zusammen. Einige Männer eilten auf die Kanzel, ihre Hilfe kam aber zu spät; sie fanden einen Sterbenden. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in Gießen. 46. Woche. Vom 15. November bis 21. November 1891. Einwohnerzahl: 20611 (tnd. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 12,62 %o bezw. 5,04 nach Ausschl. der Ortsfremden. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—Ib.Jahr: Gehirnschlag 1 1 - — Andere bekannte Krankheiten 4 (3) 4 (3) — — Summa: 5 (3) 5 (3) - - Anm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Donnerstag den 26. November, Abends 6 Uhr, in der Kirche: Miffionsftunde über „Botschabelo, eine Stätte christlicher Gesittung in Südostafrika. Pfarrer Schlosser. Citeratur «nv KuitfL — In keinem gewerblichen Betrieb hat sich in den letzten Jahren die Erkenntnitz von der Nothwendiakeit steter Fortbildung io entschieden Bahn gebrochen, als bei der Landwirthschaft. Dafür sprechen erfreulicher Weise nicht nur die vielen, in jüngster Zeit neu ins Leben gerufenen landwirthschaftllchen Fortbildungs-Schulm, sondern auch das anerkennenswerthe Bestreben der Fachblätter, die für den landwirthschastlichen Betrieb wichtigsten Kenntnisse und- Fragen durch leichtoeiständliche und planmäßige Darstellung zum Gemeingut Aller — also auch der kleinen Landwirthe — zu machen. Zu den literarischen Erzeugnissen dieser Art zählt auch der seit 1877 in Frankfurt a. M. berausgegebene Mittelrheinische DerbanbA» Kalender für Landwirthe, welcher es sich sei: Beginn feines Erscheinens zur besonderen Aufgabe gemacht bat, neben der Ver-- breitung einer angemessenen Buchführung für kleinbäuerliche Betriebe, durch zeitgemäße Aufsätze belehrend und anregend zu wirken unb- über alle, den Landwirthschaftsbettieb angehenden, wichtigen Fragen leichtfaßliche und gediegene Antworten aus bewährten Federn zu bringen. Ehrenvolle Anerkennungen von Staatsbehörden sowie bedeutenden Fachmännern und wiederholte Auszeichnungen auf landwirthschaftlichen Ausstellungen beweisen, wie der Kalender den practischen Bedürfnissen des Landmannes entgegenkommt und feine Aufgabe zu erfüllen weiß. Der 1892er Jahrgang des Mittelrheiniscken Verbands-Kalenders (9000 Auflage) ist soeben erschienen und im Buchhandel für 1 Mk. zu beziehen. Verkehr, £anb* und Volkswirthschafl. — Die Versicherungs-Gesellschaft .Neptun" in Frankfurt a. Ml cullivirt bekanntlich zwei neue Versicherungsbranchen, welche namentlich für die Hausbesitzer von großem Interesse sind. Einerseits versichert die Gesellschaft gegen Wasserleitungsschäden aller Art, andererseits schützt sie die Hausbesitzer gegen alle civilrechtlichen Haftverbindlichkeiten wegen Körperverletzungen und — oder— Sachbeschädigungen, welche denselben nach Maßgabe der retchs- oder landesgesehlichen Bestimmungen obliegen. Die Versicherung gegen Wasserleitungsschäden hat sich rasch eingebürgert, da sie thatsächlich einem dringend gefühlten Bedürfnisse Abhilfe gewährt, und wer den letzten strengen Winter mit seinen zahlreichen Rohrbrüchen und massenhaften Wasserschäden nock im Gedächtniß Hai, wird sicher nicht versäumen, bei Beginn dieses Winters sich gegen derartige (Kalamitäten durch die Versicherung bei dem „Neptun" — der einzigen Gesellschaft in dieser Branche — rechtzeitig sicher- juftenar empfiehlt sich eine Versicherung der Hausbesitzer gegen die sie beständig bedrohenden Haftpflicht gefahren. Es ist bekannt, daß heutzutage, infolge btr aus der neueren socialpolitischen Gesetzgebung resultirenden Rechtsprechung, der Hausbesitzer auf Schadenersatz in Anspruch genommen wird, wenn irgend eine Person eine Körperverletzung erleidet, z. B. wegen mangelhafter oder nicht rechtzeitiger Beleuchtung der Treppen und Hausflure, wegen unterlaßener oder ungenügender Bestreuung des Trottoirs bei Glatteis, wegen nicht genügend verwahrter oder defecter Kelleröffnungen, wegen schadhafter Treppen oder Treppengeländer, wegen Gasexplosionen und Ueberschwemmungen, wegen HerabfallenS von Stucklheilen von den Decken, von Dachziegeln ober Schnee und Eis, von Fahnenstangen, Fensterläden, Blumentöpfen rc. rc. Gegen alle diese Zufälligkeiten, welche Niemand voraussehen, noch in allen Fallen verhindern kann, bietet lediglich die Versicherung einen zuverlässigen Schutz, umsomehr, als die Haftpflicht der Hausbesitzer nicht auf dritte Personen — Vicewirthe, Portiers ober Miether — abgewälzt werden kann. Als prelswerthctz, practtscheS Weihnachtsgeschenk empfehle ich: Rohseid. 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