1891 Sonntag den 26. April Nr. 96 Erstes Blatt Der rrlcheint täglich, *4t Ausnahme de- Montag». Die Gießener '»erben dem Anzeiger -'Lchmttich dreimal bestiegt Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteliührigei A-oune«e«t»prrt» i 2 Mark 20 Pfg. mb Bringerlohn. Durch die Post bezogt* 2 Mark 50 Psg. Webaction, LxpebM», und Druckerei: -chntstratze >t.l Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. chratisßeilage: Gießener KaimkienMtter a. 2tmtfid?cr Theil b. c. <1. 6. f. im 1 1 Deutscher Reichstag. 107. Plenarsitzung. Freitag, 24. April 1891. Eine Anzahl von Petitionen werden als zur Erörterung Im Plenum für nicht geeignet erachtet. Der deutsch-dänische Vertrag betr. die Aufhebung deS Abschosses und Abfahrtsgeldes wird in dritter Lesung endgültig angenommen. Der Gesetzentwurf betr. die Prüfung der Läufe und Verschlüsse der Handfeuerwaffen wird in zweiter Lesung berathen. Abg. Zangemeister (dfr.) beantragt, die obligatorische Prüfung auf Lang-Handfeuerwaffen zu beschränken, event. nach dem Auslande auszuführenbe Kurzfeuerwaffen der obligatorischen Prüfung nicht zu unterwerfen, wenn in den betr. Staaten ein Plüfungszwang nicht besteht. Abg. Bock (Soc.) beantragt die Aufnahme einer Bestimmung, wonach bet der Prüfung etntretende materielle Verluste (durch Zerspringen der Läufe) nicht auf die Arbeiter abgewälzt werden düifen. Abg. Graf Douglas (Rp.) bittet an der obligatorischen Prüfung festzuhalten. Staatssecretär Dr. v. Bötticher hält es nicht für gerechtfertigt, die Haftung der Arbeiter unter allen Umständen, also auch dann, wenn sie eine Schuld trifft, zu verbieten. Die Anträge Zangemeister und Bock werden abgelehnt und die Vorlage in der Eommissionsfassung angenommen. Es folgt zweite Berathung des zwischen dem deutschen Reich, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Nteoerlanden, Oesterreich-Ungarn, Rußland und der Schweiz abgeschlossenen Abkommens über den Eisenbahnfiachtoerkehr. Abgg. Schrader (dfr.) und Bödiker (Ctr.) beantragen, den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. Das Haus beschließt demgen äß. Der Gesetzentwurf betr. den Schutz von Gebrauchsmustern wird in zweiter Lesung berathen. -»HL -gV----' ' " -- 1 --— - * 6 ahme Bon Anzeigen zu der Nachmittags für den ,.,q,iden Tag erscheinenden Nummer hi» Borm. 10 11 br Ääe Annoncen-Hureaux deS In- und Auslandes nehm«« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen, . . .-----1--—m Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung, Erklärung auf die ai.gebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebots, Anträge aus Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, Anträge aus Aufrechterhaltung bestehender Lasten bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen im Sinne des Art. 14 des Gesetzes vom 26. Juli 1884, betr. die Enteignung von Grund- eigenthum, ÄÄ etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das zu enteignende Grundstück Nähere Auskunft wird von dem unterzeichneten Com- mando, sowie dem Hauptmeldeamt Gießen, dem Meldeamt Alsfeld und der Bezirkscompagnie Schotten ertheilt bezw. Anmeldungen entgegengenommen. Gießen, den 18. April 1891. Großherzogliches Bezirks-Commando Gießen. I. V.i Wolter, Second-Lieutenant und Bezirks-Adjutant. Bekanntmachung Maul- und Klauenseuche zu Birklar betreffend. Nachdem in einem Geböft zu Birklar der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestcllt worden ist, haben wir die Sperre über das verseuchte Gehöft verfügt. Es gelten für den betreffenden Besitzer die Bestimmungen unter I. und für die Gemarkung Birklar die Bestimmungen unter II. unseres Ausscheidens vom 24. Juni v. I. — Kreisblatt Nr. 146. Gießen, den 24. April 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Durch Neueinrichtung der Unteroffizier-Vorschulen Jülich und Wohlau können durch den entstehenden Mehrbedarf Freiwillige zum 1. October d. Js. eingestellt werden. Auch können junge Leute, welche im October d. Js. das 16. Lebensjahr überschritten haben, noch zur Einstellung gelangen- dieselben würden bei guter Führung und Brauchbarkeit nur ein Jahr aus der Unterosfizier-Vorschule zuzu bringen haben. cheneral- Teldmarschall Graf von Moltke *\* 3n srjjhcr Morgenstunde des heutige» Tages (25. April» hat der Telegraph die Trauer-Nachricht in die Welt getragen: General-Felvmarfchall Graf Moltke ist nicht mehr. Das uns zugegangene Telegramm hat folgenden Wortlaut: General-Feldmarschall Moltke, welcher Nachmittags noch der Sitzung des Reichstags und des Herrenhauses beiwohnte, ist Abends 9% Uhr in Folge eines Herzschlages schmerzlos und sanst gestorben. Was das deutsche Bolt in seinem Moltke verliert, läßt sich kur, znfammcnsasscn in die Worte: einen der größten Feldherr» aller Zeit, einen kriegerischen Helden einen scharscn Denker, einen pflichttreuen Volksvertreter, einen glänzciiden Schriststcllcr, einen seiner ersten Namen, einen guten Menschen. Hclmuth Gras Beruh, von Moltke, preußischer Gencral-Feldmarschall, ist am 26. Oktober 1800 in Parchim geboren. Er trat 1822 in preußische Militär- dienstc qinfl später nach der Türkei, nahm dort am Feldzug gegen Mchemed-Ali von Aegypten thcil >.nd kehrte 1840 nach Berlin zurück. 1848 wurde Moltke Chef vcs Generalstabs de- 4 Armee-Corps, 1856 Ches des Gcncralstabs der preußischen Armee. Die Kriege gegen Dänemark, Oesterreich und Frankreich wurden »ach den von ihm entworfenen Plänen gesührt, mit welchem Erfolge, das lehr, die Geschichte in krästigen Züge,,. 1866 zum General der Jnsan.crie ernannt, wurde Moltke 1870 in den erblichen Grascnstand erhoben, 1871 General-Fcldmarschall. Als im vorigen Jahre Moltke seinen 1)0. Geburtstag beging, gingen ihn. von allen Seite», von den angesehensten Herrschern der Welt, wie namentlich ans de» Kreisen der ehemalige» Kampsgcnossen aller Grade, »»d nicht zum wenigsten ans allen Schichten des drntschen Volkes, so viele Beweise von Ehrerbietung und treuer Anhänglichkeit zu, wie sic wohl selten einem Sterblichen zu Thcil wurden. Die Moltke während seiner lange» Dienstzeit als Soldat zn Thcil gcwordcncn hohe» Ordciis-Äuszeichnungen waren so zahlreich, daß bei Gelegenheit seines 90. Geburtstages im vorigen Jahre der Kaiser eine solche dem greisen Fcldmarjchall nicht nicht verleihen konnte. Die Vorgänger nnscres Kaisers, die Könige Friedrich Wilhelm 111., Friedrich Wilhelm IV., Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich 111., unter denen Moltke im Dienste des Vaterlandes thätig gewesen, hatten bereits alle diese äußeren Zeichen ihrer Anerkennung dem großen Strategen vcrliehcn, dem persönlichen Danke, wie demjenigen der Armee und des ganzen deutschen Vaterlandes konnte der Kaiser nur noch dadurch Ausdruck verleihen, daß er in Gegenwart der erschienenen Bundesfürsten und höchsten Militärs dem Grasen Moltke einen prachtvollen Marschallstad überreichte, anßcrdem aber verfügte, daß für diesen Ehrentag die Fahnen and Standarte» der Berliner Garnison nach der Wohnung Moltkcs gebrach, wurden. Daß das deutsche Volk seinen nunmehr den Kaisern Wilhelm I. und Friedrich III., sowie einer Reihe hervorragender Heerführer j» die Ewigkeit gefolgte» Moltke nicht vergesse» wird, bedarf keiner Bcrsichernng; mit der Geschichte des dcntschcn Volkes wird fortan innig verknüpft bleiben der Name Moltke! Bekanntmachung, die Enteignung des Grundstücks Flur II Nr. 182/10/ xelP- eines Theils desselben, Gemarkung Großen-Linden, von Seiten der Gemeinde Großen-Linden betr. Nachdem die Gemeinde Großen-Linden zum Zweck der Anlage eines neuen Friedhofes Antrag auf Enteignung eines Theils des Grundstücks Flur II Nr. 18*/10 der Gemarkung Großen-Linden, zugeschrieben im Grundbuche dem Schaum, Heinrich II. PH., II. S., gestellt hat, so wird der Plan nebst dem Antrag in der Zeit vom 5. bis 20. Mai l. 3 auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden zu Jedermanns Einsicht offengelegt und wird Tagfahrt vor der Localcommission apf Mittwoch dcku 20. BJlai, Nachm. V2S Uhr auf das Gemeindehaus zu Großen-Linden zur Verhandlung über den Plan undl die Entschädigung anberaumt. Der Eigentümer des obenbezeichneten Grundstücks und etwaige Nebenberecht^igte werden hierdurch aufgefordert: Termin vorzubringen. Gießen, den 21. April 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: _______I 0 st, Regierungsrath.__________________ Gefunden: 1 Schraubenschlüssel, 1 Kette, 1 Waschbütte, Reisetasche, 1 Armband, 1 gold. Ring, 1 Silscheid, Packet alte Kleider und 2 Regenschirme. Gießen, den 25. April 1891. Großh. Polizeiamt Gießen. Fresenius. Abgg. Adt (natl.), Frhr. v. Vuol (Ctr.), Goldschmidt (dfr.), Hultz s ch (conf.) und Merbach (Rp) beantragen Streichung des In der Commission aufgenommenen $ 8», wonach jeder geschützte Gegen- ftand den Stempel „Gesetzlich geschützt" tragen soll. S 8a wird gestrichen. Zu 8 13 beantragt Abg. Schmidt-Elberfeld (dfr.) einen Zusatz, der schärfer zum Ausdruck bringen soll, daß Ausländer Anspruch auf den Schutz nur soweit haben, als in den betr. Ländern deutsche Producte geschützt werden. Der Antrag wird indeß zurückgezogen, nachdem Seitens der Regierung eine Novelle zum Musterschutzgesetz in Aussicht gestellt worden. Der Rest des Gesetzentwurfs wird debattelos angenommen. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahl des Abg. Grumbt (Rp.) wird beanstandet. Die Wahlen der Abgg. v. Janta-Polczynski (Pole), Dr. Pteschel (natl.) und Hastedt (natl.) werden für gültig erklärt, doch sollen Erhebungen über in den Wahlprotesten behauptete Unregelmäßigkeiten ftattfinden. Für gültig erklärt werden sodann die Wahlen der Abgg. Stötze! (Ctr.), Pfähler (natl.), Graf v. Schlteffen-Schwandt (conf), Ackermann scons ), Pickenbach (Antisemit) und Frhr. v. Münch (wilddem.) Die Beschlußfassung über die Wahlen der Abgg. Frhr. v. Stumm (Rp.), Graf v. Arnim (Rp.), Adt (natl.) und v. Colmar (conf.) wird ausgesetzt und Erhebungen verlangt. Für gültig erklärt werden endlich noch die Wahlen der Abgg. Dr. v. Bennigsen (natl.) und o. Helldorff (cons.), doch sollen Erhebungen über gewisse Punkte der Wahlproteste ftattfinden. Morgen 1 Uhr: Anträge und Petitionen. Nerreste Nachrichten. Wolfis telegraphisches Correfpondmz-Bureau. Berlin, 24. April. Das Herrenhaus begann heule die erste Berathung des Einkommensteuergesetzes und trat sofort in die Specialdebatte ein. Die Paragraphen 1 bis 6 wurden unverändert angenommen. Bei § 7 erklärt Finanzminister Miquel, er wolle die Communen nicht binden, an der Form der Besteuerung und an der Grund- und Gebäudesteuer festzuhalten. Hierauf wurde der § 7 angenommen, ebenso wie die Paragraphen 8 bis !O unverändert. Bei £ 17 ((Steuertarif) erklärt Finanzminister Miquel, man solle hier keine principiellen Gegensätze zwischen beiden Häusern construiren, wodurch einem so großen Reformwerk nebensächliche Schwierigkeiten bereitet würden. Die Regierung lege keinen besonderen Werth darauf, wie die Frage entschieden werde. Nach längerer Debatte wird der Antrag der Commission mit 100 gegen 56 Stimmen angenommen. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 24. April. Abgeordnetenhaus. Die Landgemeindeordnung wurde in namentlicher Abstimmung mit 327 gegen 23 Stimmen angenommen. Bezüglich des Entwurfs einer Städteordnung für den Regierungsbezirk Wiesbaden war in erster Berathung beschlossen worden, die zweite Lesung im Plenum ftattfinden zu lassen. Der Gesetzentwurf, welcher die Veränderung der Grenzen einiger Kreise betrifft, wurde in erster und zweiter Berathung angenommen. Ebenso wurde der Gesetzentwurf betreffend die Ergänzung der evangelischen Kirchenverfassung in den acht älteren Provinzen in erster und zweiter Berathung angenommen. Das Gleiche gilt vom Gesetzentwurf betreffend die Willenserklärung der Presbyterien in Rheinland und Westfalen. Hierauf folgte die erste Berathung der Rentengütervorlage, bet welcher Landwirthschaftsminister von Heyden die Hoffnung auf baldiges Zustandekommen des Gesetzes aussprach. Die Weiterberathung dieser Vorlage wurde nebst Berathung kleinerer Vorlagen auf morgen vertagt. Berlin, 24. April. Wie verlautet, ist die Reichsregierung principiell für die Beschickung der Weitaus st ellung in Chicago und es soll dem Bundesrathe demnächst eine darauf bezügliche Creditsorderung zugehen. Essen, 24. April. Heute Nachmittag hat sich, der „Rhein.- Westf. Ztg." zufolge, die Zahl der Aus ständisch en auf den strikenden Zechen durchweg vermehrt. Auf den meisten Zechen ist nur V20 der Belegschaften der Nachmittagsschicht augefahren. Auch die Bergarbeiter der Zeche „Holland" striken insgesammt (1400 Mann). Die Gesammtzahl der Strikendcn überhaupt beträgt 12,000. Die meisten Zechen mahnten die Arbeiter unter Androhung der Entlassung in kürzester Zen die Arbeit wieder aufzunehmen. Krupp und der Bochumer Verein haben hierfür eine Frist bis zum 27. April festgesetzt. Krupp gewährt die Wiederaufnahme der Striketheilhaber von 1889 und 1890 nur bis Montag. Essen, 24. April. Krupp erließ der „Rh.-Westf. Ztg." zufolge an die Belegschaften der Zeche „Hannover" folgende Bekanntmachung: Die Arbeiter der Zeche „Hannover 2", welche heute unter Contractbrnch die Arbeit eingestellt haben, werden aufgefordert, dieselbe spätestens Montag den 27. April wieder aufzunehmen. Die Arbeiter, welche der Aufforderung nicht nachkommen, gelten als aus der Arbeit entlassen und werden ans den Listen der Belegschaft gestrichen. Denselben werden, soweit sie Wohnungen in meinen Häusern haben, die Wohnungen gekündigt werden. Die Arbeiter, welche am Strike 1889 und 1890 theilgenommen und am 27. April zur Arbeit nicht zurückkehren, haben auf Wiederaufnahme zur Arbeit unter keinen Umständen zu rechnen. Betreffs der übrigen Arbeiter, welche am 27. April nicht zurückkehren, werde ich nach Ablauf von vier Wochen Entscheidung treffen, ob und wer zur Arbeit wieder zuzulassen ist. Vor Ablauf dieser vier Wochen wird die Verwaltung der Zeche „Hannover" Anmeldungen von Arbeitern zur Annahme oder Wiederannahme der Arbeit überhaupt nicht entgegennehmen. Dresden, 24. April. Die Polizeidirection verbot den für den 3. Mai von den Socialdemokraten geplanten großen Umzug. Hamburg, 24. April. Ein Berliner Telegramm des „Hamburgischen Correspondenten" meldet aus sicherer Quelle, in Berliner politischen Streifen sei von einer Verzögerung der Al iendung des deutschen Geschwaders nach Chile nichts bekannt, vielmehr werde vom Auswärtigen Amte aus schleunigste Ankunft des Geschwaders in Chile nach wie vor großer Werth gelegt Straßburg, 24. April. Die 18. Session des Landes- ausschusses wurde heute durch den Staatssecretär Putt- kamer im Auftrage des Kaiserlichen Statthalters geschlossen, nachdem alle Vorlagen erledigt worden sind. Wien, 24. April. Die Statthalterei von Niederösterreich macht bekannt, daß Ar beitseinstell ung am 1. Mai als einem gewöhnlichen Werktage wegen des Vertragsverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeiter unzulässig sei- Contract- brüchige hätten strenge Bestrafung, ebent. ihre Entlassung zu gewärtigen. Dasselbe gilt für Staatsbetriebe. Die Arbeiter werden daher vor eigenmächtiger Arbeitseinstellung und vor Ausschreitungen gewarnt, welche streng bestraft würden. Demonstrative öffentliche Auszüge würden nicht gestattet - etwaigen Ruhestörungen werde mit allen Machtmitteln entgegengetreten werden. Pest, 24. April. Der Abgeordnete Graf Emanuel Andrassy ist gestorben. Paris, 24. April. Zwischen dem Commandanten des siebenten Corps Negrier und einem gewissen Gaston Legrand fand gestern in Folge eines heftigen Wortwechsels im „Theatre franyais" ein Degenduell statt - Beide wurden leicht verletzt. Ajaccio, 24. April. Admiral Duperre veranstaltete gestern an Bord des Panzerschiffes „Formidable" ein Diner, welchem der Commandant des russischen Kreuzers „Admiral Kornilow", Alexiew, beiwohnte. Duperre brachte einen Toast auf Rußland und die russische Marine aus - Alexiew toastete auf Frankreich und die französische Flotte. — Großfürst Georg beabsichtigt seinen Aufenthalt in Vizzano zu verlängern, da das Klima seiner Gesundheit zuträglich ist. Rom, 24. April. Ein bei der gestrigen Pulverexplosion Verwundeter ist vergangene Nacht gestorben. Der sehr schwer verwundete Geniecapitän Spaecamela schwebt in Lebensgefahr. Bukarest, 24. April. Bei den Kammerwahlen im dritten Wahlcolleg wurden 30 Regierungscandidaten und 5 Oppositionelle gewählt. Eine Stichwahl ist erforderlich und die Ergebnisse auS zwei Bezirken sind noch nicht bekannt. Berlin, 25. April. Infolge des Ablebens des Grafen v. Moltke kehrt der Kaiser heute Nachmittag hierher zurück. Die Kaiserin war Vormittags 93/t Uhr im Generalstabsgebäude und legte einen prachtvollen Rosenkranz am Todten- bett nieder. Ueber die letzten Augenblicke Moltkes wird berichtet, daß derselbe nach dem Abendessen fich auf dem Klavier vorspielen ließ, darauf au einer Whistpartie theilnahm, während welcher er wegen Unwohlseins das Zimmer verließ. Die Verwandten gingen nach und fanden Moltke sehr schwach, führten ihn in's Schlafzimmer, wo er bald verschied. Locales nnS provinzielles. Gießen, 25. April. — Orgelconcerte. In den Karpathenländern des nördlichen Ungarns leben 3 Millionen Slovaken, welche zur Zeit der Reformation die Lehre Luthers annahmen. Wegen der mancherlei Unbillen, welchen diese Lutheraner ausgesetzt waren, haben von ihnen bis auf den heutigen Tag nur ungefähr 500 000 ihren Glauben hindurchgerettet. Und diese Gemeindeglieder, die nicht zusammenwohnen, sondern über weite Strecken Ungarns hin zerstreut wohnen, sind zum größten Theil arme Bauern und Handwerker. — In der kleinsten dieser Gemeinden ist seit Februar 1889 ein junger Geistlicher, Bazlik mit Namen, berufen, welcher mit dem Unterzeichneten in Erlangen und Rostock zusammen studierte- er erhielt in seinen Studienjahren reichliche Unterstützung aus dem mecklenburgischen Gotteskasten. Dieser junge Geistliche hat mit seltener Glaubensfreudigkeit und opfermuthiger Hingabe es unternommen, die dem Untergang nahe Gemeinde zu Nemes-Kosztolany zu erretten. Und es sind wahrlich schlimme Zustände, die dieser Hirte in der Gemeinde bei seinem Amtsantritt antraf. Die Kirche war in so schlechtem baulichem Zustande, so daß kaum noch Gottesdienst in derselben gehalten werden konnte. Noch schlimmer sah cs mit dem Pfarrhaus und dem Schulhause ans, die beide zusammen zu stürzen drohten. Sein Vorgänger im Amt hatte lange Jahre krank darniedergelegen und hatte in den letzten Jahren sein Leben nur kümmerlich fristen können. Da die Gemeinde sehr arm ist, so kann sie ihrem neuen Geistlichen nur 500 Mk. Gehalt geben, und diese 500 Mk. werden zum Theil noch in Naturalien ausgezahlt. Unter solchen Umständen gehört doch unendlich viel Geduld und Glaubensfreudigkeit dazu, auf diesem Posten anszuharren. — Da die Gemeinde aus eigenen Mitteln sich nicht aufhelfen kann, so wandte sich ihr Hirte in der Noth an seine früheren Studiengenoffen, an die Verwaltungen verschiedener deutscher Gotteskästen 2c. Und alle diese haben gerne das Ihre gethan, was sie für ihren bedrängten Freund thnn konnten. Damit nun der Ausbau in den Gemeindehäusern beginnen kann, ist eine ansehnliche Summe nöthig, die noch nicht ganz aufgebracht ist. Immerhin hat man aber doch schon bei der Kirche anfangen können. Für den Bau des Pfarrhauses, wie auch für das Schulhans genügen die zusammengcbrachten Gaben noch nicht. — Da hat denn der Unterzeichnete beschlossen, wie früher, so auch jetzt für den ungarischen Freund zu thun, was in seinen Kräften steht. Es sott dem Pfarrer Bazlik deßhalb die etwaige Nettociunahme von einer Reihe zu veranstaltender Orgelconcerte überwiesen werden. Die Programme dieser Concerte (sechs an der Zahl) sollen chronologisch geordnet werden, damir Freunde des Orgelspiels aus jenen Cvncerten eine Uebersicht über die allmühlige Fortentwickelung der Orgelcompositionen gewinnen können. Da aber reine Orgel- concerte bei Vielen nicht gerade beliebt sind, so ist Sorge getragen worden, durch Vocalsacheu, sowie Violincompositionen, die zeitlich in den Nahmen jener Concerte hineingehören, die Programme zu vervollständigen und das Auhören jener Con- certe auch dem wenig musikalisch Gebildeten angenehm zu machen. Auch die Militärcapelle unter Direction des Herrn Musikdirector Kr auße wird in einigen Concerten Mitwirken. — Das Programm dieser Concerte ist folgendermaßen ein- getheilt: 1. Compositionen von Frescobald bis Haendel, 2. Bachconcert, 3. Bachs Epigonen bis auf Mendelssohn, 4. Kühmstedt bis Herzog, 5. Merkel und Rheinberger, 6. das ausländische Orgelspiel mit dänischen, italienischen, schwedischen und französischen Compositionen. Den Schluß wird die epochemachende Orgelsinfonie mit Orchester von Guilmant machen. Die Programme dieser Concerte werden zum Verständniß kritisch-analytische Bemerkungen über die Compositionen enthalten. Ausführliche Programme siehe heutige Annonce. Dr. L. S10 llbr 0 ck. -d. Schotten, 24. April. „Arbeit macht das Leben süß" dürste der Wahlspruch des Nachtwächters Müller in Eschenrod sein. Selbiger hat bereits 82 Jahre hinter sich und versieht er trotzdem noch jede Nacht mit bewundernswürdiger Rüstigkeit pflichtgetreu feinen Dienst. Müller steht im 54. Dienstjahre,. war dreimal vcrheirathet und bezieht die Allersrente. Seine letzte Ehehälfte hat zu Anfang des vorigen Winters infolge Ablebens von ihm scheiden müssen. *△ Mainz, 24. April. In den Tagen des 26., 27. und 28. d. Mts. hält der Verein der deutschen Loco- motivsührer und Heizer in der „Stadthalle" hier seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Verein, der in der Hauptsache als Unterstützungsvereiu wirkt, erstreck: sich über ganz Deutschland. Seine Mitgliederzahl beläuft sich auf über 3000. Verkehr, Cawfr. und vatksrvirthschafr. Gießen, 24. April. Bei dem am 21. und 22. April abgehaltenen und gut befahrenen Vtehmarkte waren auf getrieben: 975 Stück Rindvieh und 1471 Schweine. Die Preise waren bei allen Viehgattungen gedrückte. Bei der am zweiten Markttage stattgefundenen Fasselschau wurden eine Anzahl Bullen angefört — Nächster Markt Dienstag den 5. und Mittwoch den 6. Mai d. I., am letzten Tage auch Krämermarkt (Himmelfahrtmarkt) und findet das Verlesen der Stände um 7 Uhr statt. 8 Bom Bogelsbevg, 22. April. Seit letzter Zeit macht sich plötzlich hier ein allgemeiner Rückgang der Preise in Schweinm und Schafen fühlbar. Das Pfund Schweinefleisch, welches seither noch für 50—52 Pfg. verkauft wurde, wird jetzt von Metzgern mit 45 Pfg. eingerauft. Im vorigen Jahre sah man im Frühjahr Schafhändler aus anderen Gegenden, sogar aus Frankreich, oft hier, welche Hämmel im ganzen Vogelsberg zusammen kauften, während in diesem Frühjahr Schafe und Hämmel hier gar nicht gesucht werden, was ein Herabgehen der Preise zur Folge hatte. Leute, welche im vorigen Herbst Hämmel zusammen kauften, um dieselben den Winter über zu füttern und in diesem Frühjahr mit Gewinn zu verkaufen, haben ihre Rechnung dabei nicht gefunden. Der Rückgang der Preise ist wohl eine Flucht des noch bis jetzt hier anhaltenden Winters. Anszng aus den Standesaintsregisterir der Stadt Gießen. Aufgebote. April: 21. Joh. Wtlh. Schmucker, Schutzmann in Frankfurt am Main, mit Johannette Belz daselbst. 22. Hch. Kaletsch, Schuhmacher dahier, mit Marg. Schmidt von Lollar. 23. Carl Luch, Schreiner dahier, mit Luise Schiebelhuth dahier. 24. Wilhelm Schmidt XIII., Fabrikarbeiter dahier, mit Elisabeth Weil von Münzen- berg. 24. Peter Fackiner, Hilfsbremser bei der Main-Weser-Bahn dahier, mit Kath. Elis. Hedig zu Hersfeld. 24. Valentin Dietz, Fuhrmann dahier, mit Dorothea Lemp dahier. Eheschließungen. April: 22. Karl Eugen Haag, Conditor von Kaufbeuren, mit Rosa Amalie Elisabeth Ba'tz von hier. 22. August Friedrich Führer, Wagnermeister dahier, mit Margarethe Bellof von Rödgen. Geborene. April: 14. Dem Hilfsbremser Adam Jßley Zwillinge, ein Sohn, Karl Willy, und eine Tochter, Lma Anna. 16. Dem Taglöhner Ludwig Kröck eine Tochter, Minna. 16. Dem Metzger und Wirth Carl Burkhardt ein Sohn. 17. Dem Locomotivführer Carl Braun eine Tochter, Anna Pauline. 18 Dem Taglohner Friedrich Dietrich ein Sohn, Rudolf Hermann Heinrich. 18. Dem Heilgehülsen und Masseur Heinrich Kraushaar ein Sohn, Carl Gustav Berthold Heinrich Justus. 22. Dem Kürschner Alfred Willmaser ein Sohn. Gestorbene. April: 17. Anni Else Elisabeth Bernhardt, 4 Monate alt, Tochter von Bauunternehmer Johs. Bernhardt üahier. 17. Heinrich Schneider, 16 Jahre alt, Former dahier. 19. Elisabeth Koch, 65 Jahre alt, ledig dahier. 20. Philipp Kreiling, 60 Jahre alt, Restaurateur dahier. 21. Johannes Spuck, 79 Jahre alt, Taglöhner dahier. 22. Wilhelm Brandt, 30 Jahre alt, Tapezier dahier. 22. Marie Keßler, 1 Jahr alt, Tochter von Taglohner Hch. Keßler dahier. 23. Anna Schäfer, 1 Jadr alt, Tochter von Taglöhner Emrich Schäfer dahier. 23. Carl Trauimann, 17 Jahre alt, Kupferschmied dahier. Arrszrzg aus den Kirchenbüchern -er Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 22. April. Karl Eugen Haag, Condttor zu Bonn, und Rosa Amalie Elisabeth Baitz, Tochter der Obertelegraphenassistenten Karl Baitz zu Gießen. Den 23. April. August Friedrich Führer, Wagnermeister, ein Wittwer, und Margarethe Bellof, Tochter des Ackermanns Philipp Bellof zu Rödgen. Getaufte. Den 19. April. Dem Hausburschen Konrad Jakob Koch eine Tochter, Lina Margarethe Katharina, geboren den 7. März. Denselben. Dem Taglöhner Ludwig Mandler eine Tochter, Elisabeth, geboten den 16. März. Den 22. April. Dem Gymnasiallehrer Dr. Karl Neack ein Sohn, Konrad Ludwig, geboren oen 2. Marz. Den 24. Avril. Dem Schaffner Reinhard Kling eine Tochter, Sophie Alwine Lina, geboren den 5. Februar. Beerdigte. Den 19. April. Elisabeth Ramspeck, geb. Scheid, Wittwe des Schneiders Friedrich Ramspeck zu Gießen, alt 57 Jahre, starb den 17. April. Denselben. Heinrich Martin Schneider, Schlosser, Sohn des verstorbenen Bremsers Leonhard Schneider, alt 16 Jahre, starb den 17. April. Den 20. April. Adolf Plies, Schlosser zu Burgsolms, alt 50 Jahre, starb den 17. April. Den 21. April. Elisabeth Koch, ledige Tochter des verstorbenen Laterneninspectors Georg Karl Koch, alt 66. Jahre, starb den 19. April. Den 22. April. Philipp Kreiling, Wirth-, alt 60 Jahre, starb den 20. April. , Den 23. April. Johannes Spuck, alt 79 Jahre, starb den 21. April. Im Concurs über das Vermögen lec Heinrich Konrad Geibel'S Wtw. auf Hof Ludwig-hohe kst Schlußrechnung gestellt und auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts niedergelegt. Die noch zur Vertheilung kommende Masse beträgt Mark 1503 43, die Forderungen Mark 15145.29. 3969 Gießen, den 1. April 1891. Hoffmann, Concursoerwalter. Bekanntmachung. Rückständige Gelder aus dem Jahre 1890 zur Fürstlich Solmfischen Renteikaffe zu Lich können noch bis zum 13 Mai I. I. ohne Kosten bezahlt «erden. Lich, am 24. April 1891. Kreiling, 3954 Rentmeister. Aeitgeöotenes. Thonröhren von Villeroy L Boch in Merzig, empfiehlt 3983 Daniel Wirths Nachfolger. Feinste Cervelatwurst und täglich frisch abgekochten Schinken empfiehlt Gustav Kreuder, 3990__Neustadt 17.______ Frankfurt«. M. Haus mit Wirthschaft, Segelbahn, Garten« wirthfchaft rc. In gut gelegener Vor- Kadtstraße (an der Trambahn), nächst der Promenade, ist ein solches preiswerth zu Verkaufen. Wirthschaft und Wohnung frei. Näheres durch den allein Bevollmächtigten 3955________li. Zahn, Hochstr. 52. Prima Icpfehveiu bei [4005 O. RothII., Wallthorstraße 5. 3979] Früh- und Gpätrosa-Kar- toffeln zu verkaufen. Licherstraße 5. 3993] Ei« Garten im Riegelpfad 1« verkaufen. ________Bahnhofstraße 10, Ul. 3992] Große Parthie Bux zu verkaufen- Eichgärten 31. 3971] Schöne Frührofa - Setzkar- toffeln verkauft ________L. Schmidt, Wolfstraße 8. Morg. wirderhochf.Fchellfische 23 Pfg. ferner Hecht, Zander, Cabliau, Ea- Panne« und Poulets bei 3998« «leinhen«. Deutsche Verlags-Anstalt in Stnttgart Soeben beginnt zu erscheinen: au Werke. Illustr. Pracht-Ausgabe. Mit über 300 Illustrationen. Vollständig in ca. 40 Lieferungen ä 50 Pfg. Diese in reichster und prächtigster Weise illnstrirte Ausgabe Hauffs schliesst sich würdig den berühmten Ausgaben Schillers und Goethes des gleichen Verlags an. Liefg. 1 ist vorrätig bei [3965 der Ferber’schen Univ.-Buchh., Giessen. "Thonplatten, Cementptatten, Ilmdstempiatten empfiehlt 3985 Daniel Wirths Nachfolger. Kuchen- und Tnnneu- Scheithol; abzugeben bei K. Jung IV., 118]_______Klein-Linden. Hochstämmige, sowie niedere veredelte Rosen empfiehlt Car? • 37!g Lchiffeubergerweg. 3684] Zu verkaufen ein Wagen (neu), geeignet für Eis-, Metzger- oder Bäcker- soagen, eine Wafchmafchine (fast neu), sowie neue und gebrauchte Wringmaschinen. Rodheimerstr.'ße 40 Tagesordnung: Die Bedeutung des ersten Mai. Entree frei. 3929 Walz. 4011 Entree 30 Pf Anfang V25 Uhr 3982 Der Vorstand. empfiehlt Ohaiassetiiaus Heute Sonntag: DlklljpevgNÜgeN Feinste 3936 Znr Slal|t pfnugstadi Deltersweg 19 der renommirten Exped. d. Bl. 3961 können das Weist «VlUVWIV» zevgnähe« und [2876 Julius Schulze am Kreuz. 1820 oo o- cc eo en co co OD 8—972 Uhr Abends ist Gesammtprobe. 4002 Seüreibhülfe für ein diesiges Comptoir sofort gesucht. Offerten unter Nr. 3961 an die Las Neueste und Eleganteste in Kinder- wagen Empfehle ein vorzügliches Glas Bier aus Bierbrauerei von I. Hildebrand, Pfungstadt. Akademischer GefaMverein. Jeden Montag von 7V2—8V2 Uhr ist Einzelprobe für die Damen, von 8V2—9V2 Uhr Abends für die Herren, und jeden Freitag von । Unserer werthen Frau L. K... sch 1 zu ihrem heutigen (25,. April) Wiegenfeste 3953] Ein junger Mann, gegenwärtig als Comptoirist thätig, sucht Stelle in einem Colonialwaaren-Geschäft. Selbiger wünscht sich in dieser Branche auszubilden, beansprucht daher nur einen ganz geringen Gehalt. Gefl Off. u. R. 0. 50 an die Exped d Bl. erbeten. a) jffiaschiae» • (ngenieir • Schale k* Werkeef eter - Male. • — VoranUffTioht tret — 3977] Lauffrau gesucht. Frankfurterstraße 1, II. 3986 Daniel Wirths Nachfolger. M* In Steins Garten: Freitag, bett I. Mai, Abends 8>/z Uhr: Große öffentliche Arbeiterversammlung Achtungsvoll Chr= Schwalb, Dachdeckerineister. Bedingungen liegen bei unterzeichneter Stelle zur Einsicht offen, woselbst Offerten bis zum 16. Mai d I., Mittags 1 Uhr, einzureichen sind, deren Eröffnung um diese Zeit stattfindet. Nähere Auskunft ertheilen die unterzeichnete Stelle, sowie die Forstwarten Uhl und Eise dahier. Lich, am 23. April 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. — 257,77 , = 111,98 , ----- 7,17 , = 82,39 , = 50,48 , wwaMBM—a———————aw—awty. 4015] Ein goldenes Armband (Kette) verloren. Gegen Belohnung abzugeben bei Frau Professor Streng, Aliceftraße 14. Bau- und Nutzholz-Verkauf. Aus den Waldungen der Stadt Lich sollen folgende Holzsortimente vergeben werden: 164 Stämme Eichen-Schnittholz von 24—60 cm mittl. Durchm. — 135,06 fm, Frankfurterstr. 109. 713 ,, ,, Schwellenholz,, 25—50 ,, ,, 209 Hainbuchen-Stämme „ 18—36 „ ,, 22 Birken-Stämme „ 25—30 „ ,, 391 Kiefern- „ „ 11—38 ,, ,, 135 Linden- ,, „ 18—47 „ „ Das Holz lagert in verschiedenen Diftricten. Verloren Stock mit starkem Elfenbein Griff Heute Sonntag, Abends 8 Uhr: Abend-Unterhaltung im Casö Mb .3997 Der B»r«a«d. Iereinsfaßnen und Manner gestickt und gemalt, FahuenschleifkN.Abftiche», Schärpen, Zaudetiere etr. liefert in bester Ausführung billigst Eduard Perl, Bankgeschäft, Berlin C.. Kaiser Wilhelm Str. 4. Sehützen-Verein Gießen. Frühsahrs-Preis - Schießen Sonntag, 26. April, von Nachmittags 3 Uhr, und Montag, 27. April, von Vormittags 9—12 und Nachmittags A Techntcum MittweidäVj ' " v -- Suchen. — \e\ ' Irima Uortland-Kement vom Pottland-Cement-Werk Heidelberg 3999] Mädchen können gegen hohen Lohn sofort sehr gute Stellen erhalten durch das Vermiethungsbureau von _______Frau Tränkner. 3994] Braves Dienstmädchen, das kochen kann, gesucht. Auguste Plank, Neustadt 13. Sonntag, den 3. Mai, Nachmittags 3‘/2 Uhr: Allgemeine Mmskier, vktbundkn mit Gesang, Concert, Theater und Tan?. 3942 Entree 23 Pfg. ä Person. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen sind freundlichst eingeladen. Die Commission. Welt. Ferner 3 Stahl-, Schwefel- uno Bul^iiuisseiquell-'n. Alpines K»w>a. — Größte Httleifolge gegen Gicht, liieren- und Blasenleiden, Harngries, Nieren-, Blasen- und Gallensteine, RheumaU-mas, Leber, Magen- und Unterleibsleiden, Broncvialkalarrde, Biularmulh, llteivui'chwäche, Hämorrdvtden und Verftopiuna. — Prospecte und Wohnunasnachwtis durch die Brunnen- und Badtverwalkung in Salzschlirf. Niede'Iaaeti des Bonstaciusbi unnen« in den Mmeralkvossirbondlunaen. 4014 Geschäfts Gesuch, i In der Stadt Gieße« wird ein gang- ! bares lucraiives Waare» » Geschäft, ■ Droguen nicht ausgeschlossen, zu übernehmen gesucht. Offerten sub F F. befördert die Exped. dieses Blattes. [3938 3939] Fräulein, tüchtige Kraft, welche das Kleidermachen erlernte, wünscht , bei einer ersten hiesigen Schneiderin sogleich einzutreten dehufs weiterer A«s- 1 bildung speciell in feiner Ausarbeitung I und im Zuschneiden. Dieselbe beansprucht ! keinerlei Vergütung Gefällige Offerten an die Expedition [1422 ^ses Blattes erbeten. -w • , , , , , . . r c < zu ihrem heutigen (2s». April) Wi Mem gut eingesuhrtes Flaschenbier brmge rch in empfehlende die herzlichsten Glückwünsche. Erinnerung. 3967 | Die ältesten Stammgäste ~' trm runden Tisch, 4013] Wetzfteingasse, eine Treppe hoch. Gießen-Fulda. Bad Salzschlirf. Sool- und Moorbädtl. Bonifaciusvrunnen, stärkste Lithiumquelle der Unterzeichneter empfiehlt sich zur Uebernahme aller und jeder Reparaturen an Dampfkesseln und Dampfmaschinen, sowie zur Lieferung und Aufstellung von Saug, und Druckpumpen bei jeder Brunnentiefe. Auch werden Häckselmaschinen und alle sonstigen landwirthschafttichen Maschinen jeder Gattung von mir in Reparatur genommen und gründlich ausgeführt. GausbÄrsche wird gesucht. 40 6[ Friedr. Noll, Mäusburg 12. 3980] Pferdeknecht kann eintreten. Licherstraße 5. Steins Garten. Sonntag den 26. April: GROSSES MILITÄR-CONCERT ausgesührt von der Capelle de» 2. Großh. Heff.Jns.-Rtgts. Nr-116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn Krauße. Bei günstiger Witterung im Gurten. von 2—6 Nhr. Der Bor-and. Börsexi-Speculstion mit beschränktem Risico. Präuiien-Geschäfte sind die sicherste und solideste Speculation, y da der Verlust stets auf den geringen Einsatz beschränkt, der Gewinn da- ■ gegen unbegrenzt ist. Prospecte und Börsenberichte sendet auf Verlangen gratis und franko I eingetroffen. A. Kilbinger(£. Lenne rs Nachf.) Woffdii rnnftotimi TöclliiOes braves «Metel e»*ggi 3931] Ein Knecht, welcher mit Vieh- Cervelatwurst lln^l|1^,^tt"nnbetu^te^t7c6bfu6rroert oer,rQUt _________Frau Bärr«, Asterweg 13. 3932] Ein Pferdeknecht von auswärts empfiehlt [357 zu mielhen gesucht durch Adolph MÖhl- Frau Bärrn. Afterweg 13. M. 10,000 zu 4'IA, zweite Hypothek (Restkaufschilling), absolut sichere Anlage, zu verkaufen gesucht. Offerten unter Chiffre 7 an die Exped. dieses Blattes. 3948 397i'] Mark lö 000 bis 20 000 gegen gute Sicherheit für Herbst zu leihen gesucht Offerten sub A. 46360 an die Exped. d^Bll____ 1387] Eine für das höhere Lehrfach geprüfte Lehrerin ertheilt Privatunterricht und Nachhülfe. Näheres __Westanlage 15, parterre. Geg. Mk. 1000.— Fixum o. Pro vis. such w. Agenten zum Berk. v. Kaffee, Cigarren rc. an Priv- F. Löding & Co , Hamburg.________________3526 40luj Ich suche einen Lehrling oder kräftigen Burschen für dauernde Arbeit. > Wilhelm Plank, Gerberei, __ Bahnhofstraße 18. 3934] Lehrling gesucht. Schreinermeistcr Hainer, Neustadt 55.. 39/6] Lehrling gesucht. Ä. Mattheitz, Schlossermeister, Frankfurterstraße 109 3975] Ein ordentliches Dienstmädchen vom Lande auf sogleich gesucht. _______________________Neuenweg 'i0. 3973] Ich suche einen zuverlässigen Kutscher. Heinrich Huhu, Lowengasse. >*^SS** Patent - Ludowici - Falzziegel roth und schwarz glastet empfiehlt 3984 ______Daniel Wirths Nachfolgen Theile hierdurch meiner werthen Kundschaft mit, daß ich den Dach- deckergesellen Marti« Müller aus meinem Geschäft entlassen habe und derselbe deshalb keinerlei Aufträge mehr für mich übernehmen kann. • '- 1 1 • ■ - ." -. "" — 101.50 95.40 101.30 95.50 101.30 104.50 99.10 66.— 100.50 100.60 85.70 57.25 64 65 97.20 96.90 82.95 104.50 128.55 137.60 Börfeuwocheubeeicht von 2471V« 17./IV. COBTN 00M 17./VI. 24./IV. Cour* vom 99.80 39741 @ine schöne Mansardenwohnung nebst. Wasser! zu verm. im Hess. Hof. 103.— 102.— 102.15 100.95 100.60 Pfandbriefe. 101.20 Oestr. 1860rfi.500-Loose 125.— 122.20 122.20 127.90 3l/,o/g Köln-Mindn.Loose 127.40 «merttanif-e «tsenbahn-Bond- 82.80 82.70 113.80 104.— 108.50 102.40 103.— 106.40 106 40 105.75 10575 50/0 BuderuS-Obligat. . | Herrn Adolf Kann sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagt Hiermit den 3996 Mainzlar, den 25. April 1891. 4012 Giessen, den 25. April 1891. 3Vt% do. 101.30 95 50 100.80 95.40 84.85 82.50 107.40 104.55 105.60 103.70 87.60 97.10 96.95 97.10 84.40 82.30 107.10 101.50 95.50 100.80 95.40 93 90 101.30 70.45 99.80 100.75 107.20 100.80 98 00 431 37 198 50 148.70 142 50 115.60 72 00 92.30 92.70 81 00 75 70 104.4» 99.35 65.30 100.50 100.75 85.70 56.80 64.60 97.30 97.10 82.95 194.40 142.30 145 60 121.50 99.75 262 25 217.62 94.— 101.30 104.26 129 — 137.15 105.— 105.70 103 95 87.60 97.10 97.10 97.30 40/0 Hessische Obligation. „ Bauern .... „ Boom 30/0 Sächsische Rente. . 3 V2 0/0 BremerStaatsanl. „ Hamb.Staatsrente 40/g Oestr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- Anleihe . . . 5o/g Rumänische Rente . 4% Russ. Gold-Anleihe S. III v. 90 . Loofe. 124.75 Braunschweig. 20 Thlr Loose . . . . 30/0 Oldenburger Loose. Für die so vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung unseres unvergesslichen Schlußcovrse 1 Uhr 15 Min. 85 70 4% Ung. Gold-Rente 99.20 5% Jtal. Rente 85 70 41/5',0/g Oest. Silber-Rente 99.05 5% Russ. III. Orient Lomb. E.-B.-Act. Buschtherader E-B.-Act. Elbthal-BahnAct. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act 4P/0 Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 41/8% California Pactf. I. M., rückzahlb. 1912 6o/vPacif.ofMiffouri con- solidated I. M. r. 1920 6o/oChic.DMw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . 5o/oChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 . 6% Centr. Pacif. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . „ 1854r st. 250- , 40/0 Meininger Prämien- Pfandbr. . . . 3968] Ein möblirtes Zimmer zu ver miethen- Südanlage 18, III. . 1 1 Die verehrt. Mitglieder werden gebeten, unserem verstorbenen Mitglied Cart Trautman» recht zahlreich das letzte Geleite zu geben. Gießen, den 25. April 1891. Der Dor stand. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbe^ Hause, Tiefenweg 16, aus statt. 3963 Die trauernden Hinterbliebenen: Carl Kratzenberger» Helene Kratzenberger« August Gebhardt* Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. April, Nachmittags 4’/4 Uhr, vom Sterbehause, Wolfstrasse>-21, Ecke der Licher- strasse, aus statt. Course der Frankfurter Börse. CtMtSanUi&etu i Disconto-Command^Antb. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act. I Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 4o/oDeutscheGrundschld^- Bk.-Pfandbr. . 3Va°/o do 31/2% Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 4o/o Meininger Pfandbr. ConrSberrcht von E« Wasserschieben, Bankgeschäft. FraMurter Börse vom 25. April 189L 71.— 99.80 I 100.20| aus der Ausübung des Bezugsrechtes berrührt. Deutsche Bahnen waren rnhig aber fest. Der Geldmarkt blieb leicht und dielet keilten Anlaß zu weiteren Bemerkungen. Auffällig sind nur fortgesetzte Goldbezüge für russische Rechnung aus London und Paris, deren Verwendung nach wie vor ein Räthsel bleibt. Vermischte Freitag den I. Mai, Abends 8 Uhr: Kirchenconcert Nr. 1 unter gütiger Mitwirkung von Erl. Bellinger (Alt), des Hm. Prof. Dr. Krüger und der Capelle des Regiments Nr. 116. I. Frescobaldi (1580—1635): Passacaglia f. Orgel. II. Schütz (1585—1672). Bringt her dem Herrn, f. Alt. III. a. Scheidt (1587 — 1654): Wir glauben all’ an einen Gott; b. Strnnck (1601 —1694): Lass mich dein sein und bleiben. IV. Tar- tini (1692 — 1770): Adagio f. Violine. V. Georg Muffat (um 1640—1705): Toccata. VI. Martini (1706—1784): Alt-Arie. VII.a.Pachelbel (1653 — 1706) Vater unser im Himmelreich, b. Kehl (?—?): Ein Lämmlein geht und trägt. — Hacndel (1684 — 1759): Sonate für Violine; Haendel: Alt-Arie aus Samson; Haendel: Orgelconcert mit Orchester. Eintrittskarten im Abonnement für alle 6 Concerte 3 Mk. Abonnement-Familien- ßillete für drei Personen 6 Mk. Einzelne Billete a 1 Mk. zu haben in der Musikalienhandlung von Ernst Challi<‘r. 4006 Todes-Anzeige. Statt besonderer Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, dass unser lieber Vater, Grossvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Kratzenberger gestern Abend {8 Uhr nach kurzem Leiden im Alter von 81 Jahren sanft entschlafen ist. 3972] Ein schön möblirtes Zimmer preiSwürdig zu vermiethen. Grünbergerstraße 13, II. 4o/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 86 ab bis 90. 3i/20/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 4o/oPreuß.Hvp.-Act.-Bk^ Pfanobr. . . . 3V2°/o do...... 4°/o Preuß. Eentr.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... vermiethen. Frankfurterstratze 36. 4000] Möbl- Zimmer zu vermiethen. I. Merz, Bahnhofstraße 50. Wasser schieben, Bankgeschäft. Die Tendenz der abgelaufenen Woche gestaltete sich zwar geringfügig bester als die ihrer Vorgängerin, aber noch immer ist eine durchgreifende Wandelung der bisherigen Verhältnisse nicht zu erkennen. Es lastet auf der Börse nach wie vor der Druck einer ungemeinen Geschäftssttlle, die aus der Zurückhaltung des Publikums sowohl als der Speculatton entspringt und zwar jeder Besserung widerstrebt, deren passiver Widerstand aber auch allen Baistebeftrebungen ein Ziel setzt. An Momenten, welche die Börse beeinflussen könnten, fehlt es nicht. Geld ist flüssig; in Berlin, wo man mit der Ultimoregulirung bereits begonnen hat, stellte sich der Reportsatz nur auf 3V2 %, aber die Wirkung, die man sich von einer zunehmenden Geldflüssigkeit versprochen hat, bleibt aus. Dazu ist allerdings zu bemerken, daß die Verbilligung des Geldes keine weiteren Fortschritte gemacht hat. Seit der dritten Woche des Monat Januar steht der Discontsatz auf 23/< %, ohne daß die Schwankungen nach oben oder unten je mehr als V* % beiragen hätten. Das spricht dafür, daß fowohl das Angebot von Disconten als von neuen Werthen im Effectenmarkt dem Rückfluß der Gelder das Gleichgewicht hält. In der That scheint es, daß inländische Werthe weitaus in genügender Menge vorhanden sind, um das Anlagebedürfniß zu befriedigen. Die letzte Einzahlung auf die dreiprocenttgen Anleihen hat zwar ergeben, daß auf einen bedeutenden Procentsatz der ausgegebknen Stücke die Vollzahlung geleistet wurde, aber daraus läßt sich nicht auf einen Heber; fluß an verfügbaren Geldern schließen, denn die Eourse der Anleihen beweisen deutlich, wie langsam die Classtrung vor sich geht. Zum Thell trägt allerdings die niedrige Verzinsung derselben Schuld daran, denn es muß zugestanden werden, daß trotz der jahrelangen Bemühungen sich weder der 3*/s0/oige Typus, noch viel weniger aber der 3°/gige beim deutschen Publikum eingebürgert hat. Aber mit diesen Anleihen ist das Angebot neuer Werthe nicht erschöpft. Zum Geldbedarf des Reiches tritt der Geldbedarf der Städte mit einer nicht zu unterschätzenden Ziffer und dieser absorbtrt den Rest der verfügbaren Gelder. Ja es scheint sogar, daß die vierprocentige Verzinsung, welche die Städte zugestehen müssen, Anreiz genug bietet, um ausländische Renten abzustotzen, denn es ist auffallend, daß während Städteobligattonen einen raschen Absatz finden, ausländische Renten, selbst die besten Werthe matt liegen und ständig abbröckeln. Bei dieser Lage der Dinge ist auch die Hoffnung, daß die in Ausführung begriffenen Finanztransactionen der Spcculation die heiß ersehnte Anregung bringen würden, vollständig entschwunden und eine Entmuthigung hat Platz gegriffen, welche dem Erfolg der Emmiffionen selbst nicht günstig fein kann. Die Vorgänge bei Gelegenheit der Suoscription auf die portugiesischen Tabak-Obligationen sind iedoch nur zum Theil auf diese Rechnung zu stellen, sie sind überwiegend das Werk einer lärmenden Opposition, die in Paris ihren Sitz hat und mit sehr unredlichen Mitteln kämpft. Den verschiedenen russischen Ftnanzprojecten schenkt man keine Beachtung. Die Conversion der I. Orient-Anleihe wird nur dahin wirken, den deutschen Besitz an russischen Werthen noch weiter zu verringern. Auf Italiener drückten neue Rentenverkäufe, denen noch andere folgen sollen und die daher keineswegs freundlich aufgenommen werden. Der Speculattonsmarkt stand unter dem Einfluß einer zunehmenden Strike- bewegung im rheinischen Kohlenrevier, die aber merkwürdiger Weise anfänglich befestigend auf den Montanmarkt wirkte, weil man nach Analogie des 1889er Strikes, der den Zechen ermöglichte, die Kohlenpreise um mehr als das Doppelte zu erhöhen, anfänglicy eine ähnliche Wirkung der neuen Arbeiterausstände erwartete. Erst allmählich drang die Erkenntniß durch, daß in diesem Jahre die Verhältnisse doch weit anders liegen als vor zwei Jahren, denn der Ausstand trifft diesmal weder die Industrie noch die Bahnen ganz unvorbereitet, und es dürfte daher den Zechen schwer fallen, bei den noch immer hohen Kohlenpreisen einen Preisaufschlag burch- zusetzen, der sowohl die Mehrforderungen der Arbeiter decken, als auch ihnen selbst | einen Nutzen zuwenden würde. Ob die Bewegung sich ähnlich wie in 1889 entwickeln - 3978VSchön möblirtes Zimmer zu ver- wird, kann heute noch nicht entschieden werdem Die Verhältnisse gleichen einander mietben Walllhorstraße 23. । zweifellos insoweit, als heute wie damals die Bewegung über den Kops der Führer sckönetz möblirtes Zimmer hinaus wächst. Es feiern jetzt bereits die Belegschaften von 18 Zechen mit etwa 4001] Em schönes mobltrtes Ztmmer ^^0 ^Qnn unb, obne bie Beschlüsse der Versammlungen abzuwarten, legen fortgesetzt neue Massen die Arbeit nieder. Vor zwei Jahren dankten die Bergleute den ! Erfolg des Ausstandes namentlich der öffentlichen Meinung, die mit ihnen syrnpathi- Iftrte; der neue Strike wird eine ähnliche einmütige Unterstützung nicht finden, ob- ! gleich derselbe wohl weniger als ein Lohnkampf, als ein Kampf um die Gleichberechtigung von Arbeiter und Arbeitgeber angesehen werden muß. So bleibt die 40/0 Pfälz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . . „ Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . , Elisabethb. steuerfrei Gold . . . . 50/0 Oestr. Staatsbahn. 40/0 do. do. 3°/o do. do. I.—vm.Emffs. 30/0 do. Ergänzungsnetz 5% Nordwestbahn Gold tiefgefühltesten Dank Familie Kann 4004] Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Neuen Bäue 16. vulvu,„0„eitt vvo ... 39891 Ein einfach möbl. Zimmer zu ! Situation nach beiden Richtungen hin ungeklärt, nur das scheint gewiß zu sein, daß vermiethen. Frankfurterstraße 30, III. die Börse von der Bewegung keine günstige Anregung zu erwarten hat. Wenn die 39471 Großes möblirtes Zimmer zu, Course sich trotzdem behaupten, so liegt dies nur daran, daß die Zurückhaltung sich nermietben. Göthestraße 2, III. Stock, ! fast bis zur Umsatzlosigkeit gesteigert hat. h * Ecke der Südanlage. I Der Bankenmarkt war außerordentlich still und die Course bewegten fick> nur Bruchtheilen von Procenten. Darmstädter litten unter dem fortgesetzten Ruck- i gang der Portugiesen und schließen daher, wenn auch erholt, noch immer etwa 1 /o ! schwächer. Disconto dagegen sind eine Kleinigkeit besser im Zusammenhang mit । steigenden Argentiniercoursen, die in den letzten Tagen aus London gemeldet wurden, । für die aber kein Grund zu erkennen ist, wenn man nicht die nunmehr ernstlich an- gestrebte Vereinigung sämmtlicher europäischer Interessenten als Hanssemotiv gelten lassen will. Wiener Banken biteben unverändert. ..... Auch im Bahnenmarlt sind die Veränderungen geringfügig, obgleich hier größere Bewegungen sich vollzogen und namentlich Staatsbahn und Lombarden, Duxer und Buschtherader von einem Tag zum anderen lebhaft schwankten. Einen Gewinn von 3 fl. haben Elbthal behaupten können, Nordwest gewannen 1 fl., die übrigen Course unbedeutend besser. Schweizer Bahnen blieben völlig unverändert, nur Gotthardt zeigen einen rechnungsmäßigen Abschlag von 6Q/0, der 3951] Eine Stube mit Zubehör zu ver-, miethen. Löwengasse 6. I Zwei ineinandergehende gut mSblirte Zimmer für einen oder zwei Herren zu । vermiethen- Bismarckstraße 16, HI, I 3945 Ecke der Ludwigstr. 1 ’ 39561 Zwei Zimmer, Wetzsteingasse Nr. 27, vom 16. Mar l I. ab zu oer? miethen. Näheres beider Bürgermeisterei. 3950] Zwei reinliche anftänd. Arbeiter können Logis erhalten Wolfstraße 16. 4068s Zwei große Zimmer mit ober ohne Möbel billig zu vermiethen Ostanlage 30, I 4007] Ein Stübchen mit Bett zu ver- mietben. Mühlgasse 7. 4009] Ein großes Kneiplocal (für 40—50 Personen) sofort zu vergeben. Restauration A. Vogt, Sonnenstr. 14. 3981] Laden mit LogtS sofort zu vermiethen Asterweg 7. Näheres zu erfahren Asterweg 40. Gartenarbeit wi>d angenommen. 3959 Völler, Maigaffe 12 3949) Grüner Kanarienvogel ent« stoge«. Gegen Beloh ung abzugeben. Marklftraße 22 5% Südbahn Lombarden 4% do. do. 3% do. do. 40/0 Prag-Duxer Gold . „ Rudolf Gold (Salzt.) „ Franz-Josef Silber 30/0 staatl. garant Jtal. Eisenbahn . . 3% Livorneser . . . 4o/o Russ.Südw Eisenb. 4o/g Wladikawkas garnt 40/0 gar. Sardin.Sec.ftfr. 3% Reichsanleihe 31/2 0/0 do. 3% Preuß. ConsclS Wermieiyungen. 3988) In den Häusern des Allg. Vereins für Armen- und Krankenpflege sind zum 1. Mai und 1. Juni mehrere kleine Familienwohnungen zu vermiethen. Anfragen zu richten an Metzgermeister I. Klei«, Brandgasse. 3952] Löberstraße Nr. 2: Mansardenwohnung, 2 Zimmer, Küche, Corridor, mit Wasserleitung zu vermiethen._______ 3135] Logis, kleines u. größ., neu herger., gl beziehb., zu verm- Neuen Bäue 20. 3943] Wohnung, 4 Zimmer, Küche, Keller, sofort zu vermiethen. _2Bo? sagt die Exped. d. Bl.__________ 3964] Kleines Familienlogis und eine möblirte Stube zu vermiethen. ___Wetzsteingaffe 10. 3958] Der zweite Stock, Grünbergerstraße Nr- 28, 5 Zimmer, Wasserleitung und Zubehör, ist zu vermiethen. Diverse Obligationen. 104.60 1104.60 I 4Vs0/oGrasHerckelv.Don- I nersmork, rückz. ä 105 | 105 — 3960] Möbl- Stübchen und Stube mit Küche, unm-, zu verm- Völker, Maig. 3957] Schön möblirte Zimmer zu Der= miethen. Wilh Stumpf, Sonnenstr. 9. 3962] Möbl. Zimmer zu vermiethen. Bleichftraße 12. Näheres im Laden 3991] Kleines Logis zu vermiethen. ___________________________Neustadt 17. 3974] Zwei möblirte Znnmer zu ver- miethen-__________________Hest. Hof. 3940] Ein möbl. Zimmer in angenehmer Lage zu vermiethen Näheres in der Exped- d. Bl.________ ^3941] Schön möblirte Zimmer mit und ohne Cabinet zu vermiethen- ____________________Ludwigstraße 32. 3995] Zwei möblirte Zimmer zu vermiethen. Ludwigstraße Nr- 30, __________gegenüber der Aula- 3966] Einfach möbl. Zimmer zu vermiethen. — Zwei Ktnderbettstellen billig abzugeben. Meister, Blerchstraße 15. 4Vs°/oPortug.-A. 88 u.89 81.30 80 50 5o/o anwrt Scrb. Gold- Rente .... 91.70 91.95 5% SerbischeEisenbahn- Hyp.-Obl. A. . 94.60 94.10 40/0 Schweb. Oblig.l880r 103.05 103.15 lo/o Türken conv. . 24.35 24.30 5°/0 Argent. Gold - 2InL 51.— 48.— 0. 1887 ... 3Va°/o Egypt..... 93.75 93.45 «ifeubahmAetteu. Ludwigshafen-Bexbach. 225.60 225.70 Lübeck-Büchner . . - 16550 166.30 Hessische Ludwigsbahn. 115.50 115.90 Mecklenburger . . . — —.— Pfälzische Nordbahn . 116.20 116.15 Gotthardt..... 156.20 150.20 Marienburger-Mlawka. 68.30 72 — Jtal. Mittelmeer . . 100.75 100.40 Deutsche Reichsbank . 142.65 142.85 Dresdmer Bank. . . Mitteldeutsche Creditb. . 147.50 146.60 Berlin. Handelsgesellsch. 147.30 146.30 104 60 104.— Deutsche Bank . . . 154.70 154.50 Wiener Bank-Verein . 100.35 100.— DeutscheGenoffenschftsb. v.Soergel,ParrisiusLCo. 126.— 126.60 Württemb. Vereinsbank 125.90 126.70 IKdUstrie-Papiere. Binding-Brauerei . . 167.80 167.50 Deutsche Verlagsanstalt 215.90 215.— Stern- do. (Oberrad) 133.30 133.20 Farbwerke,vorm.Meister, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 279.80 278.40 sabrik .... 274.80 275.70 RiebeckffcheMontanwerke 172.90 173.50 Redaction: A. Schepde. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seite«.