Nr. 301 Freitag den 25. Deeember _ii_i___am—»— 111111 ,"1 11 —1 »'■m» ■■nun _ in II», ■—man'iirTcr~K~rj— — • tin• n—aii ii —— tth——1n--- * 1**111 LL"J1' 'm1—*I1IW**1 «5« MM« täglich, ^«»natzv« W fSoatflgi. M, Vtetzmer föMt» de» Sazeig« '»Erlege. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. SterW^rtga 2 Mark 20 Psg. «O Bringerloh». Durch die ^ost bctzos» 2 Mark 50 Äebactton, (EpetrtlfiW und Druckerei: Ach»lßr«t »r A AerxLprecha 61 Amt»« ttnö Anzeigeblatt fih? den 'Kvtte Gieren. WMMMWMÄWBM «■LJ WJlBm|J! ''.MSWWWWDWLVKWS rlintliehev Thril. Gießen, den 22. December 1891. Betreffend: Ausführung der Landesfeuerlöschordnung. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen sm die «rotzh. Bürgermeiftereie« des «reise-. Wir beauftragen Sie, in Zukunft alsbald nach Ausbruch eines Brandes in Ihrer Gemeinde ein Verzeichniß, aus dem die Beantwortung folgender Fragen hervorgeht, an uns einzusenden : 1) Welche Gemeinden haben dem Brandorte Brandhülfe geleistet? 2) Welche dieser Gemeinden stehen mit dem Brandorte im Brandhülssverbande? 3) Welche derselben wurden um außerordentliche Brandhülfe gebeten und aus welchem Grunde geschah dies? 4) Um wie viel Uhr traf die Feuerwehr jeder einzelnen Hülfe leistenden Gemeinde ein, um wie viel Uhr war die eigentliM Hülfeleistung beendet und um wie viel Uhr rückte sie wiederum ab? 5) Mit wie vielen Spritzen und in welcher Stärke war die Feuerwehr einer jeden Gemeinde am Brandplatz anwesend? 6) Wurde von Ihnen die Anordnung getroffen, daß die Spritzen einer oder mehrerer Gemeinden mit Rücksicht auf die Gefahr des Neuausbruchs des Feuers auf dem Brandplatz nach gelöschtem Brande Zurückbleiben sollten? Welche Zahl von Mannschaften der fremden Gemeinde wurde von Ihnen hierzu commandirt und wann rückten dieselben ab? v. Gagern. Bekamitmachung, die directe Verbindung der Bahnhöfe zu Gießen mit dem südlichen Stadttheil am Seltersberg betreffend. Nachdem die Stadt Gießen zur Herstellung der rubr. Wegverbindung die Enteignung des nachverzeichneten Geländes des Justus Lenz zu Gießen: 54 sliNuthen von Flur XVII Nr. 2855/10 u. 2856/10, Grabgarten an der Hollergasse, beantragt hat, so wird der Plan mit Anlagen nebst dem Antrag der Stadt Gießen _ von Mittwoch den 30. December 1S91 bis Mittwoch den 13. Januar 1892 auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde zu Jedermanns Einsicht offen gelegt und wird Tagfahrt vor der Localcomnnsston auf Mittwoch den 13. Januar 1892, Vormittags 9 Uhr, auf das neue Rathhaus zu Gießen zur Verhandlung über den Plan und die zu leistende Entschädigung hierdurch anberaumt. Der Eigenthümer des obenbezeichneten Geländes und etwaige Nebenberechtigte roerben hierdurch aufgefordert: a) Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die be- anspruchte Abtretung oder Beschränkung, b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebotes, c) Anträge aus Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten (Art. 19) bei Meidung des Ausschlusses mit solchen, e) Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen im Sinne des Art. 14, f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an das zu enteignende Grundstück, in dem Termin vorzubringen. Wenn in dem Termin Einwendungen gegen den Zweck und den Plan, sowie die damit in Verbindung stehenden Anträge nicht vorgebracht werden sollten, dann wird in dem genannten Termin Mittwoch den 13. Januar 1892, Vormittags 9 Uhr, zugleich über die Höhe der Entschädigung und die mit ihr zusammenhängenden Fragen verhandelt werden. Gießen, den 22. December 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. _______v. Gagern._________________, Gießen, den 22. December 1891. Vetr.: Die Abhaltung von Wandervorträgen in den Gemeinden des Kreises Gießen. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. In dem Voranschlag des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen pro 1891/92 sind 200 Mk. für Abhaltung von Wandersvorträgen in den Gemeinden des Kreises Gießen in Ausgabe vorgesehen. Ich ersuche Sie um gefällige Mittheilung, ob Sie wünschen, daß ein Wanderlehrer im nächsten Jahre in Ihrer Gemeinde einen Vortrag und in welchem Locale, über welches Thema und zu welcher Zeit abhält. ____Jost.___________________________ Bekanntmachung. Wilhelm Stein in Gießen hat die Concession als Dienstmann mit der Dienstnummer 14 erhalten. Gießen, den 23. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Weihnachten. Weihnachten, das uralte, wonnige Fest der Religion und des Herzens, hält wiederum seinen fröhlichen Einzug in den christlichen Häusern, und dieses erhabene Fest, in welchem sich das schönste Gedenken der Christenheit bei uns mit herrlicher altgermanischer Poesie verwebt, soll einmal auf einige Tage die Alltags-Sorgen und Mühen vergessen machen und, wie es sein treffender Name sagt, eine weihevolle, erhebende Stimmung in allen empfänglichen Gemüthern verbreiten. Was die religiöse Bedeutung der Weihnachtsfeier anbetrifft, so könne es allerdings nicht die Aufgabe der Tagespresse sein, in dieser Hinsicht Erörterungen und Ermahnungen zu geben, denn aus diesem Gebiete haben Kirche und Schule ihres Lehramtes zu walten, aber das große, schöne Weihnachtsfest in der rechten Weise seiern zu Helsen, dazu kann auch die Zeitung beitragen. Weihnachten ist und bleibt vor allen Dingen ein Fest des Friedens, denn die ewige Liebe des Schöpfers offenbarte sich an dem ersten Weihnachtsseste der in tieser Barbarei und schnöder Herzlosigkeit erstarrten alten Welt. Daraus erkennt man ohne Weiteres den Werth und die Bedeutung der Weihnachtsfeier für die Völker, für die Familien und für jeden einzelnen Menschen. Zwar wird noch nicht in allen Ländern Weihnachtsfest gefeiert, aber die Weltgeschichte, die nach des Dichters Wort das Weltgericht ist, zeigt uns deutlich, in welcher bejammerns- werthen Barbarei und geistigen Finsterniß diejenigen Völker geblieben sind, welche noch kein Weihnachten kennen, und je weiter die Menschheit in der auf christlichen Grundlagen ruhenden Cultur vorwärts schreitet, umsomehr wird auch kund und offenbar werden, daß nur in der Weihnachtsbotschaft, in der Liebe und in dem Frieden, das wahre Heil der Menschheit zu suchen und zu finden ist. Als eine hochersreuliche Thatsache darf es auch hervorgehoben werden, daß gegenwärtig und voraussichtlich auch für das kommende Jahr die allgemeine Weltlage dem christlichen Weihnachtsgruße „Friede auf Erden!" entspricht und daß vor wenigen Tagen diejenigen Völker, welche sich schon seit Jahren zu einem mächtigen Friedensbunde die Hände gereicht haben, nun auch einen weiteren Schritt des Entgegenkommens für die Förderung ihrer inneren Wohlfahrt thaten. Möge diese Weihnachtsspende segensreich wirken und die guten Hoffnungen erfüllen, die man auf sie setzt. Neueste Nachrichten. WolfiS telegravhischeö Korrespondenz-Bureau, Berlin, 23. December. Der „Reichsanzeiger" meldet, dem Landtag werde voraussichtlich bald nach Beginn seinec Verhandlungen eine Novelle zum allgemeinen Berggesetz zugehen. obgleich die jüngste derselben, Louise, von Böswilligen im Geheimen „die Hopfenstange" genannt, stets nahe daran war, in Ohnmacht zu fallen, wenn ein leichtfertiger Drehorgelspieler in ihrer Nähe das berühmte Mantellied spielte: „Schier dreißig Jahre rc." Die Unterhaltung also war belehrend gewesen, und ich armer, junger Doctor der Philosophie, dessen ganzes Verdienst in diesem Titel, seiner Ehelosigkeit und einem kleinen Vermögen bestand, war „Hörer allein" des Wortes oder besser der Worte gewesen. Nur als man von den Ballen der Residenz sprach, hatte ich Gelegenheit gesunden, auch mein bescheidenes Lämpchen leuchten zu lassen- hatte ich doch dort ästhetische Thees, Diners und Bälle mitgemacht, hatte ich doch mit so mancher Geheimrathstochter gewalzt, theils aus Neigung, theils aus Pflichtgefühl, und war ich doch erst seit Kurzem aus der Sphäre der Residenz in das stille Teterow versetzt. Man legte also Werth aus meine Mittheilungen, man lauschte meinen Worten, ja die Frau Kreisphyfikns drückte mir unter dem Tisch die Hand, ais ich ihr Höflich versichert-, dah sie in den Salons der Residenz entschieden eine Rolle -u spielen im Stande sein, und ihre Tochter, Frida durch ihre elegante Figur Furore machen würde. Ich hatte die Bemerkung gemacht, halb im Ernst, halb im Scherz, daß es in der Hauptstadt zum guten Ton gehöre, bei Em -düngen -u spät zu kommen, und dah ^eder vor allen Dingen zir vermeiden suche, als Erster aus dem Ball oder m der Gesell. ui erscheinen. Nach allen Seiten war dav Schema dann besprochen worden, und als ^ endlich ausbrach, ahnte ich nicht die furchtbare Saat, die ich ln dem Herzen d Teterowerinnen ausgesäet hatte. ifemUcton. Der Ball r« Teterow. Humoreske von A. C. M. ^Nachdruck verbolen.j Di- Unterhaltung in der Gesellschaft der Frau Kreis- Mier war sehr geistreich und belehrend gewesen. Ich hatte dort ersahren, daß die Frau Kreisrichter eine geborene "h- mann sei und sieben sehr glückliche verhe,r-thete Schwestern habe; daß die Frau Amtmann sieben Facher und Herr Pastor drei Pferde besitze- daß Goethe bessere Gedichte als Schiller gemacht, und daß die Dienstboten weder ,m Allgemeinen noch hu Besonderen etwas taugten. Ich hatte gelernt, wer am besten Gurken einzumachen verstehe, und wer ine feinste Toilette im Städtchen mache; ich wußte nun, tote lange die Stiere Feindschaft zwischen Apothekers und Doetors bestand, und daß Mozart schwerlich alle die schonen Opern ljatte com- voniren können, wenn er nicht Musiker gewesen wäre. Bon der Oper war das Gespräch aus den Ball gekommen, der nächstens bevorstand und das ganze Städtchen seit sie en WoL und drei Tagen in fieberhafter Spannung „Jett. Dieser Ball soll der glänzendste werden, aus dem iem Wohnerinnen Verheerungen angerichtet hatten. Die Gu besitzer der Umgegend hatten saft alle ' “ Oberamtmann hatte schon von der Frau Bürgermetster, der tonangebenden Dame des Städtchens, Ertaubn ß"halten, ftatt im Frack, den er nie besessen hatte, tm Ueberrock er- r. . hnrfpn csattt er doch, trotz seines Reichthums, n°ch"7eine Ä u toK aber hatte die Frau Bürgermeister "ei hoffnuAvolle .junge Töchter", wie sie dieselben nannte, Der langersehnte Tag nahte heran. .. Ganz Teterow war wie von der Tarantel gestochen- was Hände und Füße hatte, rührte und rüstete sich zum Ball. Der Magistrat hielt in der ganzen Woche keine Sitzungen, die Stadtmusi- kanten übten Tag und Nacht- alle Näherinnen, Wäscherinnen, Putzmacherinnen, Frisirmädchen, Kaufleute, Modehändler, Schneider, Hut- und Handschuhmacher, Schuhflicker, Barbiere, Laufjungen, Commis liefen und rannten durcheinander- die Damen hielten Musterungen und Conserenzen und suchten "Hauben, Blumen, Kränze, Bänder, Roben und Schleier hervor, nähten, strickten, wuschen und plätteten, zankten und schwatzten, und versalzene Suppen, verbrannte Braten und harte Kartoffeln drohten den Frieden von mehr als einer Familie zu erschüttern. Die einzig ruhigen Seelen des aufgeregten Städtchens waren der Assessor Wind und ich. Waren wir Beide doch, als Kinder der Residenz, daran gewöhnt, wo die Teterower mit allem Enthusiasmus provinzieller Gemüther schwärmten und hofften. Endlich war der Balltag da. Die wenigsten Familien hatten h'eute, wie sonst, zu Mittag gegessen. Linchen Pieseke, die Tochter des „Seifenpieseke", hatte den ganzen Tag am Clavier viel geseufzt und noch mehr declamirt von unverstandener Wehmuth und dem kleinen Gott mit dem Pfeil und Bogen, von „freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein". Dann waren zwei kostbare Thränen über ihre Wangen gerollt und gerade auf den Baßschlüssel auf der ersten Seite des „Jungsernkranzes" gefallen, und der prosaische Vater hatte gemeint, die Thränen verdürben das weiche Papier, und es würde zerreißen. Ach! er ahnte nicht, daß ihr Herz, das siebenzehnjährtge, mehr zerrissen war, als eS die Freischützpartitur jemals werden tonnte! Hatte sie doch gesehen. No«, 23. December. Der Papst befindet sich andauernd wohl. Er empfing das Cardinalscollegium, nahm Weih- uachtswünsche desielben entgegen und beantwortete die von dem Doyen der Cardinale verlesene Adreffe. Rom, 23. December. Die Allocution des Doyens der Cardinäle beantwortend, behandelte der Papst die Arbeiterfrage und berührte dabei die letzten Pilgerzüge. Brussel, 23. December. Eine schreckliche Explosion hat heute Morgen um 11 Uhr bei dem Antwerpen gegenüber liegenden Katt en dH k stattgefunden. Eine französische Barke zersprang nämlich mit furchtbarem Knall. Man vermuthet, sie sei mit Dynamit beladen gewesen. Zwei Matrosen von der Mannschaft wurden zerschmettert. Die Häuser in der Nähe wurden stark beschädigt. Autwerpeu, 23. December. Das französische Schiff, woraus die Explosion im hiesigen Hafenbassin erfolgte, ist ein Lugger aus Dünkirchen, welcher während des letzten Sturmes vor Anker trieb und durch Fischer eingebracht wurde. Der Lugger hatte eine Dynamitladung und wollte in Ostende löschen, wo die Behörden sich aber widersetzten. Die Löschung erfolgte dann in hiesiger Nachbarschaft durch Geniesoldaten, woraus der Lugger die Erlaubniß erhielt, in den diesigen Hafen einzulausen. Wahrscheinlich ist ein Theil des Dynamits an Bord zurückgeblieben. Der Lugger ist gänzlich zerstört- zwei französische Matrosen desselben wurden getödtet. Ein naheliegendes Lichterschiff mit Getreide kenterte; es ist norwegischer Herkunft und heißt „Vega". Die Bemannung der „Vega" wurde gerettet. In sämmtlichen Straßen, die der Unglücksstälte benachbart sind, sind die Häuser zersprungen. Die gerichtliche Untersuchung ist ein- geleitet. Deveichen deS „Bureau Herold". Berlin, 23. December. Wie dem „Berliner Tagebl." aus Danzig gemeldet wird, petitionirte der Magistrat beim Reichskanzler, die Zoll er Mäßigung aus die Getreide- vorräthe in den Transitlagern auszudehnen und keine Differentialzölle gegen Rußland einzusühren. Berlin, 23. December. Nach dem „Confectionär" holte die Regierung von verschiedenen Handelskammern Gutachten darüber ein, ob der Schutzzoll aus englische Baumwollgarne aufzuheben sei. Berlin, 24. December. Nach den „Berliner Politischen Nachrichten" ist die Einberufung des Landtags auf den 14. Januar als sicher zu erwarten. Der Kaiser wohnt der Eröffnung voraussichtlich nicht bei. Entgegen anders lautenden Meldungen werden in der nächsten Landtagssession die Canal- Vorlagen nicht zur Berathung gelangen. Köln, 23. December. Der Rhein hat starken Eisgang. Die Schiffbrücke wurde abgefahren und die Schifffahrt eingestellt. Paris, 23. December. Der Schriftsteller Albert Wolff ist heute Nacht an einem Herzleiden gestorben. Derselbe verlangte ein Armenbegräbniß für sich. Rom, 23. December. Das Befinden des Papstes hat sich gebessert. Er schlief ohne Unterbrechung vier Stunden. Rom, 23. December. Ein heftiger Schneesturm verwehte eine auf der Strecke Solomona-Jsernia beschäftigte Arbeitergruppe. Es kamen angeblich 15 Arbeiter dabei ums Leben. Helfiygsors, 23. December. Nach amtlicher Ermittelung befinden /ich im nördlichen Finnland über 120,000 Nottz- leid ende. Das »reue Schulhaus an der Nordanlage. / Im Anschluß an unseren Bericht vom 19. ds. MtS., betreffend die Einweihung des neuen Stadtknabenschulhauses, bringen wir heute als Nachtrag hierzu einen uns gütigst überlassenen Abriß über diese Anlage, indem wir eine kurze Geschichte dieser Bauanlage demselben voranstellen. Wir entnehmen diese dem bei genannter Feier gehaltenen Vortrag unseres Herrn Oberbürgermeisters und einem am 30. November 1889 in diesen Blättern von sachkundiger Hand veröffentlichten Aufsatz. wie ihr Assessor am letzten Sonntag Adele Pselling im Nebenzimmer der Ressource geküßt! Aber der Zeit kann Niemand die Flügel binden. Es dunkelte und um sieben Uhr sollte der Ball beginnen. Drüben am Fenster mir gegenüber, stand schon die Frau Brauerei' besitzerin in großer Toilette und „wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt", umstanden ihre beiden hoffnungsvollen Söhne nebst den fünf Töchtern die Hausfrau. Auch ich zog meinen Frack an, bürstete meinen Cylinder und empfahl seufzend mein freies Herz den schützenden Göttern. Es klopfte. — „Herein!" — „Eine Empfehlung von der Frau Amtmann, und sie schickt hier ihre Fächer- der Herr Doctor möchte doch die Güte haben und ihr sagen laffen, welcher von diesen wohl am meisten modern und selbst in der Residenz passend sei." Ich verbiß das Lachen und prüfte sorgsam. Ich gestehe es zu meiner Beschämung, der Geist des Uebermuthes beschlich mein Doctorherz, und ich bezeichnete der Magd den Fächer, der mir der wunderlichste schien. Er war groß genug, einen Sturmwind zu erregen, und spielte in allen sieben Farben des Regenbogens. Die Geschichte vom Jonas 'und dem Wallfisch war von dem sinnvollen Maler sehr effectvoll daraus dargestellt, und ich zweifle nicht, daß die Großmutter von der Frau Amtmann ihrer Zeit damit geglänzt hatte. Dankend empfahl sich die Magd und ich schlug im Ballstaat den Weg nach dem Gasthof „Zum blauen Engel" ein, wo der Ball stattfinden sollte, und wo ich meinen Freund Wind vor dem Beginn treffen wollte. Dieser Weg, die Hauptstraße des Ortes, führte mich zunächst am Hause des Apothekers vorüber. Ein dunkler Schatten bewegte sich vorsichtig an der Ecke des Hauses; es war Kreisrichters Köchin. Am 5. October 1887 wurde vom Schulvorstand der Antrag gestellt, dem Neubau einer Stadtknabenschule näher zu treten und am 11. Mai 1888 genehmigte der Stadtvorstand die Erbauung eines Ende 1891 zu beziehenden Schulbaues. Januar 1889 wurde der Ankauf des Bauplatzes beschlossen und im November desselben Jahres der Gesammt- voranschlag in Höhe von 252 000 Mk. genehmigt. Trotz mehrfacher Hindernisse konnte die Fertigstellung und Uebergabe zu gedachtem Termin erfolgen. Ueber den projectirten Neubau ging uns unterm 30. November 1889 obenerwähntes Schreiben zu, dem wir folgenden Passus entlehnen: „Das projectirte Knabenschulgebäude wird, was sein Aeußeres betrifft, der Stadt zur besonderen Zierde gereichen, ohne daß man zu besorgen braucht, daß das Gebäude dadurch wesentlich theuerer in der Ausführung wird, als die schon bestehenden, gleichen Zwecken dienenden Neubauten." Inwieweit letzteres Wahrheit geworden, mögen unsere geehrten Leser selber entscheiden, weßhalb wir nunmehr den obengenannten Abriß hier folgen lassen: Die neue Stadtknabenschule ist eine geschlossene Bauanlage mit beiderseits bebautem Mittelgang, welcher jein Licht durch die beiden an den Giebelsronten gelegenen mächtig großen Treppenfenster erhält. Sie enthält in drei Stockwerken 16 Lehrsäle, für je 60 Schüler berechnet, einen naturwissenschaftlichen Lehrsaal mit Sammlungszimmer, einen großen, auch als Festsaal benutzbaren Zeichensaal, außerdem ein Oberlehrer-, ein Bibliothek- und ein Conserenzzimmer, einen Warteraum und die abgeschlossene Wohnung des Schuldieners mit besonderem Eingang. Die Schule ist in ihren Constructionstheilen solid durchgeführt, Gänge und Treppenhäuser sind mit Betonkappen überspannt, die zwei breiten Treppen von Eisen hergestellt und mit Bohlen von Eichenholz belegt. Als Fußboden der Gänge wurde Terrazzo, für die Fußboden der Lehrsäle und die sonstigen Räume Buchen-Parquetriemen gewählt. Alle Unterrichtsräume erhalten ihr Licht durch vier große Fenster einseitig. Zur Erwärmung der Lehrsäle dient eine Niederdruck- Damps-Luftheizung. In dem in der Mitte des Gebäudes gelegenen Heizkeller sind drei Dampferzeuger aufgestellt, von welchen die Dampsrohrleitungen nach den vier verteilten Heizkammern abzweigen. Die frische Luft tritt durch vergitterte Kellerfenster in einen Vorraum und von da in die bequem zugänglichen Heizkammern, erwärmt sich an den dort gelagerten, mit Dampf erwärmten Heizkörpern und gelangt, nachdem ihr noch die nöthige Feuchtigkeit beigemengt worden ist, durch die senkrechten Steigcanäle in die einzelnen Räume. Zu bemerken ist noch, daß je zwei dieser Heizkammern durch einen unter der Kellersohle liegenden Canal verbunden sind, damit bei ungünstiger Windrichtung die frische Luft einseitig entnommen werden kann. Die Warmluftcanäle sind bis auf den Boden der Heizkammern hinunter geführt und haben unten eine Oeffnung für kalte, an der Decke für warme Luft. Eine Mischklappe gestattet dem Lehrer, mittelst eines Kettchens die Temperatur der Lust in den Zuströmungscanälen willkürlich zu regeln. Die schlechte Luft wird durch Canäle nach dem luftigen, schönen Dachraum geführt, welcher durch das Ab- saugthürmchen aus dem First wiederum gelüstet wird. Während einer Stunde wird die Luft drei Mal erneuert. (Wir verweisen hier auf den oben citirten Artikel vom 30. November 1889, in welchem die Vortheile der Central- Heizung und Ventilation gegenüber der bis jetzt gebräuchlichen localen Heizung größerer Anlagen insbesondere aus sanitären Gründen und wie ersichtlich mit Recht hervorgehoben worden sind. Wenn die Heizung, was wir zuversichtlich hoffen, in der gewünschten Weise sunctionirt, so dürften sie einen Glanzpunkt in der Gesammtanlage bilden.) In dem Keller ist außer der Centralheizung noch ein Schulbad mit Badeofen, acht Douchebassins und einem Ankleideraum untergebraucht. Durch einen geschloffenen Verbindungsgang gelangen die Kinder in die Helle und luftige, mit Wasserspülung betriebene „Guten Abend, Herr Doctor," flüsterte sie ängstlich, mich erkennend. Ich gab ihr den Gruß zurück und fragte, weshalb sie bei dem scharfen Winde hier auf und ab laufe. „Ach," entgegnete sie, „die Frau Kreisrichter will nicht die Erste auf dem Balle fein, und da soll ich warten, bis Apothekers das Hans verlassen, und ihr dann Nachricht bringen." Ich ging ahnungslos weiter. An der nächsten Querstraße wohnt „Seisenpieseke, Fabrik fertiger Sodaseife und Stearinlichter". Im Thorweg stand Brauereibesitzers Hausknecht und rauchte eine echte Pfälzer aus einem weißen Pseisenkopfe mit der Inschrift: „Wohl bekomm' e§ !" „Böses Wetter, Herr Doctor! Ich habe Reißen in meinen alten Gliedern, und da muß ich stehen und Wache halten!" „Ja, warum denn?" fragte ich. „Ich soll es eigentlich nicht sagen, aber Sie werden es nicht verrathen. Ich warte, bis Piesekes auf den Ball gehen, und soll es dann meiner Herrschaft melden, damit die später gehen und nicht die Ersten sind." Dreißig Schritte weiter begegnete ich Linchens Bruder im Ball-Anzug und forderte ihn auf, mich zu begleiten. „Unmöglich," war die Antwort, „ich muß hier (und er blickte hinüber nach der Brauerei) warten, aus Gründen —" Ich drang nicht weiter in ihn; es war mir klar, daß er sein wasserblaues Auge auf eine der schönen Brauerinnen geworfen hatte, und einen Blick von der Angebeteten erhaschen, vielleicht sie begleiten wollte. (Schluß in der Beilage.) Closet- und Piffoiranlage und von da direct anschließend m die schöne, geräumige Turnhalle. Ein besonders schöner Spielplatz, welcher durch die Abtragung des Oswaldsberges eine weitere Vergrößerung erfahren wird und auch noch einen Schulgarten erhalten soll, vervollständigt die ganze Anlage. Was den Ausbau und die Anstattung im Innern betrifft, so wurden sowohl die Wandvertäselung, wie auch die Thüren und Möbel in Tannenholz einfach geölt, die Thür- beschläge in einfach verzierter Form gefertigt. Es sei hier besonders hervorgehoben, daß sämmtliche Arbeiten solid und geschmackvoll ausgeführt worden sind und daher den betr. Meistern alle Ehre machen. Die schönen Schulbänke mit beweglichen Sitz- und Tischplatten sind Muster der Schönheit und Zweckmäßigkeit. Die äußere Erscheinung der Schulanlage ist namentlich durch die schöne Gruppirung und durch die sparsame Verwendung von Sandsteinen, sowie die Beschränkung künstlerischen Schmuckes auf Portale und Giebel mustergiltig gelungen und gewährt, namentlich von der Nordanlage aus gesehen, ein malerisch schönes und farbenprächtiges Bild. Die Baukosten der Gesammtanlage sollen sich, wie man uns bestimmt mittheilt, auf ca. 212000 Mk. für die Schule, 31000 Mk. für die Turnhalle und 14000 Mk. für das Closetgebäude und den Verbindungsgang belaufen. Hierzu kommen die Kosten des Mobiliars mit Schulbänken in Höhe von ca. 18000 Mk., mithin Gesammtkosten für Gebäude und Einrichtung ca. 275000 Mk. Wir wollen unsere heutigen Mittheilungen übrigens nicht schließen, ohne noch Derer ehrend gedacht zu haben, welche sich um die ganze Anlage hochverdient gemacht haben, nämlich der Herren Architecten Has und B l a 11 n e r. Der reichen und künstlerischen Begabung des Ersteren verdanken wir den Plan und die Ausführung des Rohbaues, der langjährigen Erfahrung und gewissenhaften Sorgfalt des Letzteren die vollständige Fertigstellung des Hauses und der damit im Connex stehenden Gebäulichkeiten, die wahrhaft prächtige, sinnreiche und praktische Ausstattung der Räume, die Hofanlage und vieles Andere. Wir glauben, daß ihnen hierfür reicher Dank und hohe Anerkennung gebührt und wollen nicht verfehlen, ihnen beides hiermit als besten Empfehlungsbrief zuzuerkennen. Localer and j)vovinzieller. Gießen, 24. December 1891. — Am erste» Feiertage wird morgens um 8 Uhr vom Thurme der Stadtkirche Choral („Vom Himmel hoch da komm ich her" und „Lobt Gott ihr Christen allzugleich") geblasen werden. — Wohllh'ätigkeitsfeier. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, Nachmittags 4 Uhr, feiert der Hauptsechtclub Gießen (nicht zu verwechseln mit Fcchtverband Lahr-Gießen) in der Restauration Vogt, Sonnenstraße 14, sein erstes Weihnachts- fest zum Besten Gießener armer Waisen, wozu Freunde und Gönner des Vereins ganz ergebenst eingeladen werden. (S. Inserat.) — Die Strafrechtspflege im Großherzogthum Hefle«. Nach einer vor Kurzem durch das Reichsjustizamt und das statistische Amt des Reiches veröffentlichten Bearbeitung der Strafrechtspflege im Jahre 1889 ist in Hessen die Kriminalitätsbewegung keine günstige, die strafbaren Handlungen, welche bei der Betrachtung des Verbrechens als Massenerscheinung vorzugsweise in Betracht kommen, haben sich stark vermehrt - trotzdem gehört das Großherzogthum noch zu denjenigen Theilen des Reiches, deren Kriminalitätsziffer eine relativ niedrige ist- es entfielen auf 100,000 Gerichtseingeseffene in dem Berichtsjahre 550 Verurteilungen wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgesetze, in Baden dagegen 681, in Württemberg 640, in Elsaß-Lothringen 653 und in Rheinpreußen 518. Während im Reiche überhaupt und in einer größeren Anzahl Oberlandesgerichtsbezirke die Zunahme der Kriminalität im Jahre 1889 in erster Linie auf die progressive Bewegung der Vermögensdelicte und speziell des Diebstahls und erst in zweiter auf die Körperverletzung zurückzuführen ist, beruht die Vermehrung der verurtheilten Personen in Hessen auf der Vermehrung der Körperverletzungen und Beleidigungen. Von den Verurtheilten waren 3418 evangelisch, 1822 katholisch, 109 Juden, 13 anderer christlicher Religion und 39 unbekannter Religion- auf die Provinz Starkenburg entfielen von der Gesammtzahl 2201, auf Oberhessen 1258, auf Rheinhessen 1942. Das 18. Lebensjahr hatten noch nicht überschritten 599 männliche und 85 weibliche Personen, von letzteren entfallen auf Rheinhessen 37, Oberhessen 19 und Starkenburg 29, von jenen 235, 99 und 265 - die erwachsenen weiblichen Verurtheilten betrugen 674 und zwar in Rheinhessen 259, Oberhessen 152, Starkenburg 263. Besonders wichtig in socialethischer und kriminalpolitischer Beziehung sind die Angaben über die Beteiligung der Jugend an den Verbrechen. Die Zahl der unter 18 Jahre alten Personen, welche verurteilt wurden, hat sich in Hessen seit 1882 von 523 auf 599 erhöht, auf 10,000 Personen dieses Alters kamen in dem obengenannten Jahre 46,7 Verurtheilte, in dem Berichtsjahre dagegen 49,2. Wenn schon diese Reifeentwickelung eine unerfreuliche, so gehört das Großherzogthum doch noch zu den Gebieten, in welchen die jugendliche Entartung noch nicht die größten Dimensionen angenommen bat, wie aus der Thatsache wohl zur Genüge hervorgeht, daß auf 10,000 in dem betreffenden Alter stehende Personen der Reichsbevölkerung 64,2 pCt. wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgesetze Verurtheilte entfielen- nicht unbedenklich ist freilich, daß die Beteiligung der Jugend an schweren Sittllichkeitsverbrechen keine ganz geringe ist. — Zur Sage auf dem Prodncteumarkte. Die Gefchäfts- tätigkeit auf dem Productenuwrktt war in der letzten Woche still und schwach, doch bleibt es ein characterijüsches Merkmal für den Getreidehandel, daß die Nachfrage nach Roggen fast. immer noch größer ist als wie das wirkliche Angebot und daß deshalb der Roggenpreis wieder eine kleine Steigerung erfuhr. Größere Vorräche von Roggen sind aber vorhanden unb nur die Speculation auf wettere Preissteigerung ver» mindert das Angebot. Der Umsatz in Weizen war außerordentlich still, es gelang nur vereinzelt und mit Mühe erhöhte Forderungen durchzusetzen, obschon die auswärtigen Berichte doch ziemlich anregend lauten. Hafer ist aus Frühjahr billiger erlassen worden, nahe Termine sind nur nominell behauptet. Rliböl ist durch wenig vermehrtes Angebot im Preise gedrückt worden. Spiritus ermattete merklich und ging im Preise zurück. Herbstein, 22. December. Heute Nacht wurde bei dem hiesigen Fabrikanten, Beigeordneten Schneider, in dessen Lagerraum größere Quantitäten Leinenzeuge rc. aufbewahrt werden, ein gebrochen. Der Thäter ist an der Vollendung seines Verbrechens jedenfalls dadurch gehindert worden, daß eine im Hause wohnende Frau dem durch Einstoßen des Faches verursachten Geräusche nachging. — Vor einigen Tagen gegen 1 Uhr Nachts fuhr ein hiesiger Bäcker plötzlich aus dem Schlafe und bemerkte mit Entsetzen eine furchtbare Stickluft im Zimmer- er eilte zur Thüre, woselbst ihm Helle Flammen entgegenschlugen. Den durch Hilferufe herbeigeeilten Nachbarn gelang es mit vieler Mühe, Herr des Feuers zu werden. Heppenheim (Bergstraße), 22. December. In unserem Verwaltungsbezirke wurden an 70 Flurschützen für treue Dienstsührung, im Ganzen 1180 Mk. Prämiengelder in Beträgen von 5 Mk. bis zu 20.50 Mk. bewilligt. Lutzelwiebelsbach, 22. December. Gestern erhängte sich dahier ein 10 Jahre alter Knabe in der Nähe seiner Wohnung an einem Baum. Ob diese That aus Spielerei oder aus irgend welchem anderen Motiv geschehen, ist bis jetzt «och unbekannt. Babenhausen, 22. December. Ueber eine drollige Treibjagd im nahen Groß Ostheim erfahren wir aus zuverlässiger Quelle, daß 180 Hasen und ein Jagdhund auf der Strecke blieben. Zwei Jagdhunde wurden angeschossen und verschiedenen Schützen sausten die Schrotkörner ganz bedenklich um die Ohren. Ein angeschossener Lampe wurde mit dem Gewehrkolben bearbeitet, wobei mit dem zähen Hasen auch das Gewehr verendete. vermischtes. * Die Kartoffelernte im deutschen Reiche. Nach amtlichen Ermittelungen betrug die Kartoffelernte Deutschlands im Jahre 1891: 23184454 t gegen 23320983 t im Jahre 1890 und gegen 24 301 281 t im Durchschnitt des Jahrzehntes 1881 bis 1890. Die 1891er Kartoffelernte ist also im Vergleiche mit der des Vorjahres nur um ein weniges, dagegen im Vergleiche mit dem Durchschnittsertrag der Kartoffelernten von 1889—1890 um ca. 1200 000 t zurückgeblieben. * Nicht weniger als 300 000 Weihnachtsbäume sind für dieses Christfest in Berlin eingeführt. Der letzte Sonntag vor dem Feste brachte den laut klagenden Geschäftsleuten der Reichshauptstadt endlich ein lebhaftes Geschäft. Freilich wurden meist billige Sachen gekauft, in den 50 Pfennig- unb 1 Mark-Bazaren konnte kein Apfel zur Erde fallen, in den großen Geschäften mit besseren und theueren Sachen ließen sich die Dinge noch recht sehr halten. * In einer Schachtel mit Bleisoldaten, die unter dem Weihnachtstisch prangen sollte, fand der Käufer unter den Papierschnitzeln einen Zettel, der folgenden mit Bleistift geschriebenen, offenbar von einem Zuchthäusler herrührenden Vers trug: Unb heut bin i lufli Und heut thuts mt g'freun. Denn morgen komm i außi Unb Mittwoch brech ich ein. Zuchthaus Wehlheiden. . * Ein Schnelldenker. Lieutenant (seiner Tischdame beim Dessert einen Knallbonbon überreichend): „Für Ihr Brüderchen, bitte!" — Dame: „Ich habe kein Brüderchen!" — Lieutenant : „Dann bitte für Schwesterchen!" — Dame: „Habe auch kein Schwesterchen!" — Lieutenant (für sich): „Donnerwetter, — tadellose Partie!" * Grausam spielt die böse Influenza den THorner Küchenseen mit. Die Militärbehörde hat den Soldaten das Tanzen verboten! Viele Erkrankungen unter den Marssöhnen führt man auf plötzliche Abkühlung nach der starken Erhitzung im Tanzsaale zurück. Schiffsnachrichten. Hamburg, 21. December. Das Hamburg-Newyorker Poft- Dampfschiff „Bohemia", Capt. Schröder, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast, ist am 20. December, 10 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 22. December. Das Hamburg-Newyorker Post- Dampsschiff „Rugia", Capitän Leithäuser, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 21. December, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land« unb Votkswirthschaft. Limburg, 23. December. Fruchtmarkt. Rother Wetzen JL 19 85, weißer Weizen JC —, Korn 17 50, Gerste JL 10.40, Hafer, JL 6.80, Erbsen —, Kartoffeln —.— Literatur und Knnft — Der weltbekannte allbeliebte ,Bazar*, unsere älteste und auch erste und vornehmste Damen- und Modenzeitung, hat seinen neuen, bereits 38. Jahrgang begonnen. Von der Gunst des Publikums getragen, wie kein anderes Frauenblatt, ist der „Bazar" dank seiner eleganten Ausstattung und seiner erstaunlichen Vielseitigkeit und Nützlichkeit seit Jahrzehnten die tonangebende Modenzeitung geblieben. Die prächtigen, zum Thetl farbigen Modenbtlder und die überaus zahlreichen und zuverlässigen Schnittmuster in natürlicher Größe ermöglichen selbst ungeübten Händen das Selbstanfertigen der Kleider, Paletots, Ktnderanzüge, Wäsche usw. Ebenso praktisch und für jede Hausfrau verwendbar sind die stilvollen Handarbeitsoorlagen, die jede Nummer bringt. Und wie reichhaltig sind die Unterhaltungsbeilagen ausgestattet: Ausgewählte Romane und Erzählungen unserer I ersten Schriftsteller, prächtige Illustrationen in vorzüglichem Holzschnitt, anregende, geistvolle Plaudereien aus der Gegenwart, Moden- berichte, practtsche Nathschläge für den Haushalt und erprobte Recepte für die Küche! Das vierteljährliche Abonnement kostet nur , 2Vi Mark. ____________ ! — Die Kammersängerin Frau Henriette Marion hat zu ’ Weihnachten im Verlage von Albert Ahn in Köln und Leipzig ihr ■ °PUS 11: »Das erste Blättchen*, Lied für eine Singstimme mit Klavierbegleitung, erscheinen lassen. Das Preis ist 60 Pfg. In demselben Berlage erschien von einem unserer ersten Lieder- Eomponiften Arno Kleffel: „Ergo bibcunus“, sechs Lieder auS Dichtungen von Josef Lauts für eine mittlere Stngstimme (nebst beliebigem Chorrefrain) mit Begleitung des Pianoforte (op. 52, Preis 2 Mk). — Drei reizende Sterben für ben Weihnachtstisch bietet auch in biesem Jahre C. A. Kochs Verlagsbuchhandlung in Ldpstg. Wir erwähnen davon zuerst das prächtige Buch »Her-ensklLrr-e* von Arnold Perls, ein Dtchteralbum für deutsche Frauen und Jungfrauen. 3. Auflage, elea. geb. 3.60 Mk. Daran reibt sich würdig Helene Stökls allerliebstes Büchlein: ^Unsere Meinen*. Eine Plauderei für die Großen. (Preis in Prachtband 3 Mk.) Diese Plauderei zeugt von einer herzgewinnenden Beobachtungsgabe und fand überall größten Beifall. In dem dritten Büchlein »Unter« WeihnachtSbnnm* (Preis in Prachtband 2 40 Mk.) schildert Helene Stöckl in ebenso würdiger als anmuthiger Weise das Weihnachtsfest in seiner stttltchen und patriotischen Bedeutung. Dieses Werkche» dürfte dazu angethan sein, bei jedem Leser die Weihnachtssreude zu erhöhen. Auszug aus den Standesan.t-registeri* der Stadt G?etzeu. Aufgebote. December: 23. Jacob Weirich, Polizeisergeant zu Barmen, mit Christiane Babette Schneider von hier. 24. August Wilhelm Donau, Schreinermeister dahier, mit Elisabeth Kolb von Wieseck. «hestblietzungeu. December: 23. Ludwig Zecher, Korbmacher und Stuhlflechter dahier, mit Auguste Caroline Clar Hierselbst. Geborene. December: 14. Dem Sergeant Balthasar Brückel eine Tochter, Katharina Elise Marie. 15 Dem Schreiner Friedrich Drabn eine Tochter, Marie Friederike. 17. Dem Stations-Diätar Carl Schmidt ein Sohn. 17. Dem Lokomotivführer Hermann Schindler ein Sohn, Ernst Theodor. 18. Dem Glaser Hugo Spier ein Sohn, Adolph. 21. Dem Pfarrer August Dingeldky eine Tochter. Gestorbene. December: 18. Luise Pfeffer, geb. Walbert, 42 Jahre alt, Ehefrau von Wagenrevisor Gottfried Pfeffer dahier. 19. Hermine Lang, 63 Jahre alt, ledig, dahier. 20. Christian Jughard, 67 Jahre alt, Privatier dahier. 20. Minna Kröck, 8 Monate alt, Tochter von Taglöhner Ludwig Kröck dahier. 22. Louis Lichtenberger, 51 Jahre alt, Buchdruckereibesitzer dahier. 22. Christian Wissig, 74 Jahre alt, Rentner dahier. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 26. December: Vorabend 400 Uhr, Morgens 890 Uhr, Nachmittags 380 Uhr, Sabbathausgang 4" Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesrllschast. Freitag Abend B45 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, SamStag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 440 Uhr. 3MT Gelegenherts-Kauf feinster, Lchter reinwollener englischer Cheviot-, genügend für einen ganzen Anzug ä Mk. lv.35 Pf. 7125 direcr an Jedermann durch das Buxkin-Fabrik-Depot Oettinger & Co., Frankfurt a. M. Amüsier in reichster Auswahl franco. Nich.dicnliches wnd zinückqcnommcn. StiWch direkt aus der Fabrik also auS erster Hand von von Elten & Keussen, Crefeld, in jedem Maaß ju beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. 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Decbr., Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 2 Uhr, werden Neuenweg 4 im Hinterhaus die zum Nachlaß des Schreiners Wilh. Diehl gehörigen Werkzeuge unb Metder, wobei zwei Hobelbänke, Keim, Werkholz, Aourniere einige Bücher über Schreinerei und Hotz- Berechnung, eine angefangene Bettlade, eine silberne Remontoiruhr u. s w- versteigert. Die Kleider und Uhr kommen Mittags zum Ausgebot. (11227 I. A.: F. Hoffmann. K^tzeSotenes. «ummifdiuht. “ÄT empfiehlt (112281 Wilh. Herber«. Meller lieliniiler Wiler Den vielen Anfragen zufolge, sowie einer hochverehrten Kundschaft zur gefl. Notiz, daß durch Errichtung unseres neuen Geschäftes in Basel das hiesige Geschäft in keiner Beziehung beeinträchtigt wird, sondern unter unserer persönlichen Leitung fortgeführt wird. Wir werden bemüht fein, das uns in so reichem Maße geschenkte Wohlwollen auch fernerhin zu erhalten. 11151 Hochachtungsvoll Gebrüder Müller photogr. Ateliers GIESSEN — BASEL. Gasthaus „Zum weißen Roß", UkllkUMg. An Sonn- und Feüertagen, Morgens von Uhr an, wird frisch gebratenes Beefsteak " ± für 20 Pfg. verabreicht. , ~ 11219 Von heute an 11221 Bockbier im Zapf. MWMrller Fr. Simon. Neujahrs-Gratulaiionskarten Gratulatious , sowie Witzkarten in großer Auswahl, aus diversen Fabriken, reich sortirt, von den feinsten bis zu den billigsten, sowie Gratulations Postkarten mit Ansichten von Gießen, neu und elegant ausgesührt, empfiehlt 11Ä Willi. Klee, MirMch 2. Zu den jwöls Aposteln. Asterweg 12. Am 3. Wcihnachtsfeiertag : 11199 Früh-Concert. Fehsenfeld’s Universitäts-BÜchhandiiing Seltersweg 53 krSL8 & TaSCh6 Seltersweg 53 empfiehlt zum bevorstehenden Quartalswechsel ihren Journal-Lesezirkel. Derselbe enthält eine reiche Auswahl der gediegensten Fach und Unterhaltungs-Zeitschriften und hat sich einer stets wachsenden Beliebtheit bei unseren Abonnenten zu erfreuen Da wir die Einrichtung getroffen haben, dass unsere Abonnenten unter den 30 Journalen des Lesezirkels Auswahl treffen können und die Abonnementsgebühren äusserst mässig sind glauben wir, dass jeder neue Abonnent zu einem dauernden wird’ Der Eintritt in den Lesezirkel kann mit jedem Tage erfolgen. — Prospecte in der Buchhandlung. - Zu de« zwölf Aposteln. Asterweg 12. hell — Apostelbräu — dunkel _______ auch in Flaschen. HWG 11200 Geschäfts Empfehlung - .r Eimm Wertgen und auswärtigen Publikum hierdurch die ergebenste Mtt- zyeilung, daß ich. das ' n£l3 Barbier- und Friseur-Geschäft , t x des Herrn Fr. Weicker, Neustadt 33 in unveränderter Wrise fortbetreibe. . Achtungsvoll __________Oeorg Wahl, Barbier und Friseur Einem verebrlichen Publikum theile hierdurch ergebenst Z? ""t' daß ich mein Uhrmacher-Geschäft von Lauterbach XI (Oberhessen) nach Wieseck verlegt habe. Ich empfehle l 5 "VH diesbezüglich, gestützt auf langjährige Erfabruna, mit VNjäXJ Lieferung und Reparaturen von Kirchenuhren sowie in das ^-=3^ Uhrmacherfach sonst einfchlagenden Reparaturen bei schneller und billiger Bedienung. Wiesed. Hochachtungsvoll [U2i4] Philipp Schlich er. 11281 Am 3. Weihnachtsfeiertage: 1119* 11194 H. Koch. neu eröffnet! 10686 Billard. Orohestrion Der Vorstand 11225 empfiehlt billigst [9662 Ergebens! ladet dazu ein Anfang S Uhr. Der Vorstand. C. Kruse, Zum Wkrker. Gesangverein Harmonie. QJi» Am 2. Weihnachtsfeiertag, Abends 8 Uhr : U-LDT-U d AermielßMLKM. Weihnachtsfeier auf Lonys Bierkeller 11226 DerBorstand. im Saale des Hotel Einhorn. 11087 Der Vorstand. Anfang 7*/2 Uhr. 11210 Der Vorstand. im Stein scheu Saalbau. Anfang V,8 Uhr. [11154] Der Vorstand. Zar Abfchiedsfeier Reuommir-Vogt (Saalb^u). Gelsenk. Bergw^Aet. 139.50 H^er. 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