Nn* te N-u der b treten (6;n. haben' Keitsz Abend. ^Vorstand. on^Äii®itb55 669$ ltenz E dersallen"^ tt ^7 '“ue” ttt et«Alt bis Schwimmen Wettrudern -öMLn-tra ^Mander Kleber tot U mm 25» 3uli von tzrtch «6. Uflb Abends zwischen im ^votplatz entgegen- I66t<5 EuderGeM-ft. AkMch.z stag Abend 9 Uhrr »ersammlung^ Ineipp'sche rheilanstalt ibad in Bonn a. Rh, g durch einen in der deten Arzt. [5853 preise. Näh. Prospecte. ie Verwaltung.^ und * „(1-* «** 71 s"!L- lgttUNM teilt, ftoitM- i, ®olb- und iständenAuch quüäten.Waa- MMsSorg- us Rothenberger, M u Anctiomtor, cirtucq 22.__ ÄW« jtr, Berlin IS. hes adoptirl g* ff ” Ls» „erk Herborn j£ K'!" .Ob B 6652 Adchc»' W [6697 '. h W»’19CV . 3uOÄc 6 6701 t , KlciE-2 Nr. 170. Samstag den 25. Juli 1891 Der •teftMt Ax-ct-er erscheint täglich, Ät Ausnahme deS MontagS. Di« Gießener •etien dem Anzeiger yLchnrtltch dreimal bttgeiegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Viertetlahct-gcr A-0X«em««1»preiO, 2 Mark 20 Pfg. xhÄ Brmgerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, LxpcottN« und DrmkerO: Hchulstratze Ar.D Ferniprecher 61. Aents- und Anzeigrblatt fih? den Nveir Gieszen. «....hm. »°° «nvigen t» <« N°chmitt°g, für dm ftp« fifäfffT Ot M 9» und aoll.nbe« nehm« W1btn r°g michnnmdn, Nummm b„ »°rm. 10 Uhr. | Gransoeitage: Meßener Itaunrrenorurrer. An,°t,«n für dm „suß.a-r JcMtfc^c» Reich. Darmstadt, 22. Juli. Das heute ausgegebene Groß- herzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 19) enthält u. A.: 1. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen, die Erhebung einer nachträglichen Umlage für die israelitische Religionsgemeinde Ettingshausen betreffend. 2. Uebersicht der für das Jahre 1891—92 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürffniffe in den Gemeinden des Kreises Friedberg. Berlin, 23. Juli. Im Bundesrathe wird demnächst der Eingang des im Reichsamte des Innern ausgearbeiteten Gesetzentwurfs, betreffend die Bekämpfung der Trunksucht, erwartet. Hoffentlich erfährt man alsdann auch Näheres über den Inhalt des Entwurfes. — In Berlin hat am Mittwoch eine Conferenz zwischen Mitgliedern der Regierung und einer Anzahl Vertretern der hervorragendsten Getreidefirmen Deutschlands, welche auf höheren Wunsch nach ver Reichshauptstadt gekommen waren, stattgefunden. Ob die Conferenz einer abermaligen Erwägung der Ermäßigung der Getreidezölle oder nur der Feststellung der etwa in Deutschland vorhandenen Getreidevorräthe gegolten hat, muß noch dahingestellt bleiben. (Siehe indessen „Neueste Nachrichten".) — In der Frage der Reform des Militär st raf- prozeßverfahrens scheint nun endlich eine principielle Entscheidung gefallen zu fein. Ueber die Grundlage der Vereinbarungen der verbündeten Regierungen über Einführung eines einheitlichen Militärstrafprozeßverfahrens wird von bayerischer Seite berichtet, es sei gelungen, mit der Begründung, daß Bayern unter keinen Umständen sein jetzt bestehendes, im großen Ganzen vorzüglich bewährtes Prozeßverfahren zu opfern geneigt sei, den Widerstand gegen die zwei Grund- principien des bayerischen Militärftrasprozesses, gegen die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit, zu überwinden und sogar den Verzicht des Kriegsherrn auf das Bestätigungs-, bezw. Verwerfungsrecht als Kriegsherr zu erlangen. Voraussichtlich werden die bayerischen Einrichtungen als Muster dienen. Nur würde voraussichtlich der mit einem großen Personenaufwand arbeitende Apparat der bayerischen Militärbezirksgerichte eine auch im dienstlichen Interesse wünschenswerthe Beschränkung erfahren. — Die eolossalen Regengiisse der letzten Woche haben in einigen östlichen Theilen Deutschlands schweren Schaden angerichtet, zumal liegen aus vielen Gegenden der Provinz Schlesien Berichte von Ueberschwemmungen vor. Das ganze Neissethal gleicht einem weiten See, mehrere Dörfer sind vollständig überschwemmt und die Bewohner sind geflüchtet. Bei Oswieeim hat der Solafluß viele an demselben gelegene Straßen vollständig aufgerissen und eine Anzahl Wohnhäuser unterspült. Bei Patschkau wurden durch einen Wolkenbruch große Flächen bebauter Felder total vernichtet. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondmz-Bureau. Berlin, 23. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet übereinstimmend mit der „National-Zeitung", daß von einer hier stattgehabten Conferenz zwischen Mitgliedern der Regierung und Vertretern hervorragender Getreidefirmen Deutschlands, betr. die Suspension der Getreidezölle, an zuständiger Stelle nichts bekannt ist. Berlin, 23. Juli. Ueber die Krebsversuche des Professor Hahn veröffentlicht die „Medicinische Wochenschrift" eine Zuschrift des Chirurgen Dr. Frank, welcher an den Versuchen theilnahm- derselbe hebt hervor, daß es sich in erster Linie nicht um die Versuche der Möglichkeit der Krebs- Übertragung handelte, sondern daß eine Besserung des Zustandes der Patientin durch Ueberpflanzung gesunder Haut aus eine Krebsfläche, daß sich auf der übertragenen Stelle später Krebsknotchen gebildet, nachträglich Interesse erregt habe- das Befinden der Patientin sei durch die Behandlung nichtungünstig beeinflußt. Luxemburg, 23. Juli. Der Einzug des Großherzogs, der Großherzogin und des Erbgroßherzogs fand um 2Uhr statt. Der Bürgermeister bewillkommnete das aroßherzogliche Paar an der Grenze des Staatsgebietes. Sämnnliche beglaubigten diplomatischen Vertreter wohnten dem Einzug bei'. Als der Großherzog, von einer Abteilung berittener Ehrengarde begleitet, durch die Straßen der Stadt fuhr in welchen gegen 200 Vereine Spalier bildeten, wurde er von der zahlreichen Volksmenge auf das Herzlichste begrüßt. Nach der Ankunft des Großherzogs im Palais fand ein Vorbeimarsch der Vereine statt. Wie«, 23. Juli. Beim Grasen Kalnoky fand heute ein Diner statt, welchem die schweizer und die deutschen Dele- girten zu den Handelsvertrags-Verhandlungen, sowie mehrere hohe Beamten des Auswärtigen Amtes beiwohnten. Steinamauger, 23. Juli. Auf dem Marsch zur Frühübung stürzte das Pferd des ungarischen Husarenmajors Grafen Rudolf Wallis. Der Graf wurde herab- geschleudert, blieb aber in dem Steigbügel hängen und wurde die Straße entlang geschleift. Er erlag bald darauf feinen Verletzungen. Brest, 23. Juli. Gegentheiligen Aussagen gegenüber versichern mehrere Passagiere vom Dampfer „Neko", daß der Dampfer „Sainteliffe" nach dem Zusammenstöße mit dem „Neko" an der Unglücksstätte so lange geblieben sei, bis der englische Dampser „Ottereaps" herangekommen war. London, 23. Juli. Die Königin traf im B u ck i n g h a m- Palast Anordnungen für den Aufenthalt des Prinzen von Neapel. Konstantinopel, 23. Juli. Die gegen die Provenienzen aus dem Golf von Alexandrette verfügte zehntägige Quarantäne ist auf die Provenienzen von Mersina exclusive bis Tripoli exclusive ausgedehnt. Die Provenienzen aus Karamanien von Adalia inclusive bis Mersina und die syrischen Provenienzen von Tripoli bis Java inclusive unterliegen während der Fahrt einer einmaligen ärztlichen Visitation. Petersburg, 23. Juli. Die Petersburger Blätter bringen aus AnlaßZ des französischen Besuches franzosenfreundliche Begrüßungsartikel und heben hervor, daß das Ereig- mß Zeugniß von den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland ablege. Die „Nowoje Wremja" meint, die Vereinigung beider Geschwader im finländischen Meere sei ein imposanter Reflex der internationalen Politik beider Länder. Die russische. „St. Petersb. Ztg." äußert, Rußland und Frankreich seien durch ein natürliches Bündniß verknüpft- Rußland fürchte Niemand. Petersburg, 23. Juli. Der Tronsolger traf gestern Abend in Tobolsk ein. — Das „Journal de St. Peters- bourg" entbietet dem heute Mittag auf der Kronstädter Rhede erwarteten französischen Geschwader einen äußerst herzlichen Willkommensgruß. Der Kaiser empfängt das Offiziercorps des Geschwaders in Audienz und gibt dann den Offizieren ein Diner. Am 26. Juli giebt der Großfürst Alexei ein Diner und am 29. Juli veranstaltet die Stadt Petersburg einen Rout. Der Munizipalrath schenkt jedem französischen Kriegsschiffe für die Offizier smeffe eine silberne Kanne mit entsprechender Widmung. Petersburg, 23. Juli. Aus Paris wird hierher gemeldet, Carnot habe die Rückgabe zweier heiligen Fahnen an Rußland angeordnet, welche im Krimkriege in der griechischen Kirche zu Eupatoria von den Franzosen erbeutet und bisher in Notre Dame aufbewahrt, wurden. Der Erzbischof von Paris stimmte der Rückgabe der Trophäen zu. Petersburg, 23. Juli. Zum Empfange des französischen Geschwaders sind zwölf Kriegsschiffe und vier Torpedoboote auf der großen und vier Kriegsschiffe aus der kleinen Kronstädter Rhede ausgestellt. Hunderte von Fahrzeugen, dicht mit Zuschauern bedeckt, wohnen dem Empfange bei. Reicher Flaggenschmuck zeigt sich auf den Schiffen und den Forts, sowie in der Stadt Kronstadt. Auf den größeren Privatdampfern befinden sich Musikcorps. Kronstadt, 23. Juli. Alle Gebäude der Stadt sind von Morgens an beflaggt und boten so einen sehr malerischen Anblick. Gegen 10 Uhr brachten Dampser ein zahlreiches Publikum aus Petersburg, Peterhos und Oramenbaum, dem französischen Geschwader entgegenzufahren. Auf der Rhede waren alle Schiffe mit Laubgrün, russischen und französischen Flaggen geschmückt. Um 11 Uhr tauchte das Geschwader am Horizonte auf, sofort umringt von Dampfern und begrüßt mit Hurrahrusen und dem Ruse: „Vive la France!“ Die Musik spielte die Marseillaise. Das Geschwader zog langsam gegen Kronstadt, voran die „Lance", dann „Marengo", „Requin", „Marceau" und „Furieux", dazwischen die zwei Torpedoboote, etwas rechts „Surcous". Als dieses Fahrzeug um halb 12 Uhr die russische Flagge gehisst hatte, ertönten Salutschüsse zur gegenseitigen Begrüßung. Aus den Raaen grüßten russische Mannschaften die Gäste mit Hurrahrusen. Gegen 1 Uhr ging das Geschwader den russischen Schiffen gegenüber vor Anker. Hammerfest, 23. Juli. Gestern nach seiner Ankunst besuchte der Kaiser die Meridiansäule. Heute Vormittag verläßt die „Hohenzollern" Hammerfest und geht nach der Insel Skorö. Skjervoe (Amt Tromsoe), 23. Juli. Die „Hohenzollern , mit dem Deutschen Kaiser an Bord, kam heute Nachmittag 4 Uhr 30 Minuten auf der Fahrt von Skaaroe hier durch. Es haben sich Westwind und Regenschauer eingestellt. Konstantinopel, 23. Juli. Nach der „Agence de Con- stantinople" hat der Sultan in Folge der Nachrichten aus Mekka, wonach die Todesfälle und Erkrankungen an der Cholera Plötzlich gestiegen sind und die Seuche auch in Djeddah aufgetreten ist, angeordnet, daß der Sanitätsrath zu einer außerordentlichen Sitzung behufs Ergreifung prophylactischer Maßnahmen zusammentrete. Kairo, 23. Juli. Der Ab d in-Pal ast, die Residenz des Khedive, steht in Flammen. Die Ursache der Feuersbrunst ist noch nicht bekannt. Newyork, 23. Juli. Der „Herald" meldet aus Valparaisos Das derCongreßpartei gehörige Schiff „Esmeralda" habe in der Nähe der Coquimbobay zweimal auf die französisch e Cor v ette „Volta" g es ch off en. Der französische Admiral werde eine Entschuldigung verlangen. Victoria (Columbien), 22. Juli. Nach Meldungen eines aus Iokohama hier eingetroffenen Postdampfers ist der ganze Süden von C h i n a fortwährend unruhig - bewaffnete Banden durchziehen das Land und machen die Geschäfte.unmöglich. Die Anführer der Meuterer in Wuhu wurden verhaftet. Buenos-Ayres, 23. Juli. Die Kammer genehmigte end- giltig die in erster Lesung beschlossene Herabsetzung der Steuern und Zölle aus Petroleum, Thee, Reis, Talg und Lichte - hingegen wurde die in erster Lesung ebenfalls angenommene Herabsetzung der Zuckerzölle abgelehnt. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 23. Juli. Wie der „Kreuzzeitung" aus Petersburg gemeldet wird, werden auf Verfügung des Kriegsministers 40 russische Offziere an den großen Manö- vern Frankreichs im Spätsommer theiluehmen. Berlin, 24. Juli. Die „Polit. Nachrichten" schreiben: Die Conserenzen des Arbeitsministers mit den Vertretern des bergbaulichen Vereins sowie des Cokessyndicats bezwecken, Klarheit über Verhältnisse der Kohlenproduction und des Kohlenabsatzes zu gewinnen, um die Mittel zu finden, dem im Herbste regelmäßig wiederkehrenden Mangel an Eisenbahnwagen zu begegnen, als rasche Abfuhr und Rückkehr der Wagen von und nach den Zechen und der Einschiebung von Sonderzügen. Hamburg, 23. Juli. Der „Correspondent" erfährt betreffs der Eisenbahnmaterial-Bestellung Chinas, es sei eine Bestellung, bestehend aus Locomotiven (Henschel), Waggons (van der Zypen) und Schienen (Bochum) bereits effectuirt und gehe am 10. August von Bremen mit dem Dampfer ab. Neisse, 23. Juli. Die H o ch w a s s e r s ch ä d e n im Neisse- thale sind außerordentlich groß. Die Ernte ist größtentheils vernichtet. Paris, 23. Juli. Der Stadtrath beschloß, die Maschinenhalle aus dem Marsfelde ausschließlich für die russische Ausstellung für Handel, Gewerbe und Ackerbau, welche am 1. Januar 1892 eröffnet wird, einzurichten. Belgrad, 23. Juli. Hierher gelangten Nachrichten zufolge werde der Czar eine Zusammenkunft des Königs von Serbien mit seiner Mutter veranlassen. Petersburg, 23. Juli. Duma bewilligte zum Empfang der französischen Flotte 15 000 Rubel. Ein massenhaftes Publikum auf zahllosen geschmückten Dampfern empfing das Geschwader in Kronstadt enthusiastisch, sodann sand offizieller Visitenaustausch der Behörden Kronstadts statt. Morgen ist der Empfang in Peterhof, am 27. Juli Bankett des Kronstädter Seeclubs. Das Geschwader bleibt bis 4. August. New Jork, 23. Juli. Bei Prinzatolca im Staat Nicaragua soll ein Goldlager entdeckt worden fein. Es feien Goldklumpen von 6—38 Pfd. gefunden worden. Ottawa, 23. Juli. Gestern wurde dem Parlamente eine Petition mit 50 000 Unterschriften von den Farmern überreicht, worin ausgeführt wird, wie sehr die Landwirth- schast des Landes darniederliegt und worin die Bitte ausgesprochen wird, im Wege der Gesetzgebung baldmöglichst Abhilfe zu schaffen und den Zoll auf Salz, Gewebe und Zucker gänzlich aufzuheben. Loyaler tutfr provinziell". Gießen, 24. Juli. — Versetzungen. Der Director des Realgymnasiums und der Realschule, Herr Meirich, wurde in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium nach Mainz versetzt und an seine Stelle Herr Dr. Rausch, Director der höheren Mädchenschule in Worms, berufen. — Militardienstuachrichten. v. Sturmfeder, Premierlieutenant im Infanterie-Regiment Nr. 116, in das Infanterie- Regiment Nr. 137, Alberti, Premierlieutenant im Eisenbahn-Regiment, in das Infanterie-Regiment Nr. 116 versetzt. Winter, Hauptmann L la suite des Infanterie-Regiments Nr. 116, zum überzähligen Major befördert. — Das vierzigjährige Stiftungsfest der Gießener Germania fand gestern durch einen Ausflug mit Damen auf den Schiffenberg seinen Abschluß. — Sitzung der Stadtverordneten vom 23. Juli. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Habenicht, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. In Gemäßheit der testamentarischen Bestimmungen werden diejenigen bedürftigen 10 Personen bestimmt, an die am 28. Juli d. I. die Zinsen des Hast'sch en Stiftungs- Cap it als von 3000 Mk. vertheilt werden sollen. — Vor weiterer Berathung der Tagesordnung faßt die Versammlung Beschluß über einige nicht auf der Tagesordnung stehende Gesuche um Ertheilung der Concession zum Wirthschafts- betrieb, deren solche vorliegen von Ed. Denker Ehesrau, betr. der Wirthschaft zum Lahnstein, von Gg. Hauß, betr. der Errichtung einer Wirthschaft im Elsoffer'schen Hause und von Gertrude Dräbing, betr. Errichtung einer FrühstückF- stube in der Ludwigstraße Nr. 28. Die Versammlung bejahte in Uebereinstimmung mit dem Großh. Polizeiamt die Be- dürsnißfrage betr. des Denker'schen Gesuches, wogegen sie dieselbe betr. der Gesuche von Gg. Hauß und G° Dräbing verneinte. — Betreffs eines Gesuches des Schmiedemeisters Conrad Walther um Dispensation von den Bestimmungen des § 16 der Baupolizeiverordnung für einen projectirten Neubau an der Bahnhofstraße wird beschlossen, das Gesuch zu befürworten, sofern Gesuchsteller sich verpflichtet, die Ecke seines alten Wohnhauses in ihrer ganzen Höhe abzuschneiden. — Der Bestimmung, nach der Vorgärten an ausgebauten Straßen mit einer auf Sockel stehenden Metalleinsrie- digung, Bauplätze mit einer aus gehobelten und angestrichenen Latten bestehenden Einfriedigung nach der Straße hin abzuschließen sind, entsprechen eine größere Anzahl Vorgärten bezw. Bauplätze nicht. Es sind dies nach Anzeige des Polizeiamts die Einfriedigungen von Karl Pipp Wittwe, Dr. Jett, Heinr. Balser, Chr. Keller an der Grünbergerstraße, Hanstein, Häuser, Hirschhorn, I. E. Lenz, Fr. Kühnhold, Maurermeister Langsdorff, Konr. Koch, P. Wilson, Peter König an der Ludwigstraße, Chr. Haubach, Pfaff, Fr. Valentin, Straub Erben, Heinr. Schomber an der Rodheimerstraße. Die den Anträgen der Baudeputation entsprechenden Beschlüsse ergaben folgendes: Die Einfriedigung vor dem Pipp'schen Garten kann, weil derselbe als Bauplatz anzusehen ist, vorerst belassen werden; die einen Theil der Dr. Jett'schen Besitzung entlang ziehende Mauer ist mit Deckplatten zu versehen- die Einfriedigung vor dem Balser- schen Garten soll noch ein Jahr bestehen bleiben, weil sie im Vergleich zu den übrigen Einfriedigungen noch am besten im Stande- die Einfriedigung vor dem Chr. Keller'schen Hause ist noch zu belassen, weil vor dem Hause weder der Chausseegraben entfernt, noch Trottoir hergestellt ist- der Häuser'sche Hausgarten an der Ludwigstraße ist mit einer vorschriftsmäßigen Einfriedigung zu versehen, wogegen der Hanstein'sche eine für Bauplätze vorgeschriebene zu erhalten hat- von der Herstellung einer Einfriedigung der Gärten von P. Wilson und Konr. Koch soll zur Zeit abgesehen, dagegen den Vorgärtenbesitzern Hirschhorn, Lenz, Kühnhold und Langsdorff die Anlage vorschriftsmäßiger Einfriedigungen aufgegeben werden - Peter König hat eine den Bestimmungen über Bauplätze entsprechende Einfriedigung herzustellen- von den an der Rod- heimerstraße wohnenden Hausbesitzern soll den Wirthen Chr. Haubach und Gg. Pfaff die Anlage vorschriftsmäßiger Einfriedigungen angesonnen werden, die Einfriedigungen vor den Gärten von^Fr. Valentin, Straub Erben und Heinr. Schomber können, so lange die berr. Straßenstrecke des Trottoirs und der Gossen ermangelt, noch in ihrem jetzigen Zustande belassen werden. — Das von Herrn I. Häuser wiederholt eingereichte Gesuch um Erlaubniß zur Errichtung eines Anbaues an seinem Hause in der Ludwigstraße wird auf Grund der §§ 25 und 28 des Ortsbaustatuts beanstandet. — Ebenso wird beanstandet das Gesuch des Herrn Martin Langsdorfs um Erlaubniß zur Errichtung eines Hintergebäudes, sofern nicht eine von der Ludwigstraße aus ausschließlich zu benutzende Einfahrt nach dem zwischen Riegelpfad und Liebig- straße liegenden Grundstücke hergestellt wird. — Da sich der Mangel eines geometrischen Planes über den oberen Theil des Friedhofes wiederholt fühlbar gemacht hat, hat die Baudeputation die Anfertigung eines solchen und die Ein- theilung des Friedhofes in Quadrate, durch welche das Ausfinden der Gräber erleichtert werden soll, beantragt - es wird beschlossen, einen zweckdienlichen Plan durch Herrn Geometer Euler ansertigen zu lassen. — In der seit 1875 bestehenden Friedhofs-Ordnung haben sich Lücken in Bezug auf die Instruction für den Friedhofausseher gesunden. Besonders fehlen Bestimmungen über die Zeit, zu welcher der Friedhof täglich geschloffen werden soll. Es wird nun auf Vorschlag der Friedhofs-Commission festgesetzt, daß im Hochsommer, in der Zeit vom 16. Mai bis 15. August, der Friedhof Morgens 6 Uhr geöffnet, Abends 9 Uhr geschlossen wird, im Frühjahr und Herbst soll der Friedhof von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr geöffnet bleiben, im Winter von Morgens 8 bis Abends 5 Uhr. Der tägliche Schluß des Friedhofs soll durch ein Glockenzeichen angekündigt werden. — Als mißständig wurde bisher die Bestimmung befunden, daß das Rauchen auf dem Friedhöfe nur während einer Beerdigung zu unterlassen sei. Es wird beschlossen, das Rauchen aus dem Friedhof für die Folge gänzlich zu verbieten. — Die Friedhofsordnung enthält die Bestimmung, daß Kinder unter zwölf Jahren nur in Begleitung Erwachsener den Friedhof betreten dürfen, der Charakter des Friedhofs als Anlage hat indeß dahin geführt, daß Kinderwagen mit in denselben genommen wurden. Es soll fortan das Mitbringen von Kinderwagen untersagt werden. — Die Mitnahme von Blumen vom Friedhof geschieht vielfach durch Personen, bezüglich deren Berechtigung dazu Zweifel herrschen. Das Mitnehmen von Blumen ganz zu verbieten, wie es z. B. in Mainz geschieht, schien der Friedhof-Commission zu weit gehend, da die Gefahr in der Mitnahme von Blumensträußen liege, sie empfiehlt deshalb zu bestimmen, daß die Mitnahme von Sträußen nur unter Vorwissen des Friedhofs-Aufsehers zu gestatten sei. Es wird im Sinne des Commissionsantrags beschlossen. — Nachdem vor Kurzem beschlossen wurden, den Weg vom Wallthor über die Gänsäcker und Burgwiesen nach dem Philosophenwald mit einer 2,5 Mtr. breiten Kiesauf- süllung und Basaltsteineinfassung herzustellen, hat Gr. Ober- sörsterei die Ausstellung eines Reverses darüber verlangt, daß der Stadt aus der ertheilren Concession zur Wegbenutzung kein Recht erstehe, sondern diese nur auf Widerruf ertheilt werde, sowie daß durch die beabsichtigte Wegverbesserung die Bewirtschaftung der fiscalischen Wiesen keine Einbuße erleide. Die Stadtverordneten-Versammlung erklärte sich mit dem Wortlaut des Reverses einverstanden. — In den Gebäuden der höheren Mädchenschule sind die Wände in den Schulsälen und aus den Gängen, die Fußböden u. s. w. in hohem Grade ausbesserungsbedürftig. Es sind veranschlagt : Anstrich der Wände und Decken, Durchölen des Fußbodens u. s. w. zu JL 2300—2400, die Herstellung neuer (bisher fehlender) Wandvertäselungen in allen Schulsälen zu 2500 Mk. Es wird beschlossen, die Gesammtkosten ins nächste Budget einzustellen, 2—3^Säle jedoch schon im kommenden Herbst herstellen zu lassen. — Die Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule für 1890/91, welche in Einnahmen und Ausgaben sich ausgleicht mit 65 770 Mk., wird, nachdem über beantragte Niederschlagung uneinbringlicher Schulgelder Beschluß gefaßt, nicht beanstandet. — Zur Anschaffung von Lehr- und Lesebüchern für die städtischen Schulen aus Grund des Art. 26 des Volksschulgesetzes wird Genehmigung ertheilt. Der Art. 26 des Volksschulgesetzes verpflichtet die Gemeinden zur Beschaffung der Lehrmittel für diejenigen Schulkinder, deren Eltern die Anschaffung unterlassen. Den Gemeinden steht der Rückersatz- Anspruch an die betr. Eltern unter Anwendung der Bestimmungen über Beitreibung der Gemeindeabgaben zu. — Nachdem in einer früheren Sitzung die Reinigung des Brunnens vor dem Gail'schen Hause in der Neustadt zum Zwecke des Versuchs, wieder trinkbares Wasser zu erhalten, beschlossen worden, haben die inzwischen vorgenommenen Arbeiten, Ausbrechen von Schachtsteinen u. s. w., sowie die Untersuchung der in der Nähe befindlichen Aborte-Anlagen ergeben, daß der sehr ergiebige Brunnen in der Hauptsache durch Zufluß aus den zum Gail'schen Etablissement gehörigen Senkgruben verunreinigt wurde. Die Deputation für das Gas- und Wasserwerk empfiehlt Belassung des Brunnens und gründliche Herstellung desselben durch Erneuerung des Schacht- mauermerks, Anlage einer Letteschicht nach der Seite hin, von welcher die Verunreinigung ausgeht, beantragt dagegen, von gleichzeitiger Errichtung eines Venülbrunnens am Mootz'schen Hause abzusehen. Herr Director Bergen macht an der Hand vorgelegter Pläne Mittheilungen über die Ergebnisse der Untersuchung sowohl wie der vorgenommenen Arbeiten. Herr Georgi bemerkt, daß er von allem Anfang bezweifelt habe, daß sich das Wasser des Brunnens, nachdem der Boden so mit Unrath durchsetzt sei, werde wieder verbessern lassen, er bitte, den Brunnen soweit wiederherstellen zu lassen, daß dessen Wasser für andere Zwecke Verwendung finden könne, daneben aber baldigst einen Ventilbrunnen auszustellen. Herr Schmall tritt diesem Vorschläge bei, bemerkend, daß betreffs der Wasserverhältniffe in der Neustadt ein förmlicher Nothstand herrsche, dem nur durch schleunige Ausstellung eines Ventilbrunnens begegnet werden könne. Aehnlich äußert sich Herr Dr. Ploch, für Beibehaltung des alten Brunnens eintretend. Herr Homberger wünscht, das Resultat der Herstellung des alten Brunnens abzuwarten, bevor ein Ventilbrunnen aufgestellt werde. Herr Scheel bezweifelt, daß der alte Brunnen auf die Dauer gutes Wasser liefern würde, er bittet deshalb, von der Wiederherstellung der Pumpe abznsehen, den Brunnen nur als Sammelbrunnen für Grundwaffer zu belassen und von Zeit zu Zeit auszupumpen. Herr Löber ist für Fertigstellung des Brunnens, weil derselbe viel Wasser liefere, was sich zu anderen Zwecken verwenden lasse. Herr Wallenfels ist für Erhaltung des Brunnens, um Beschwerden wegen Ansammelns von Wasser in den Nachbarkellern zu begegnen. Herr Petri spricht sich für Wiederherstellung des Brunnens und für Aufstellung eines Ventilbrunnens aus, falls der Versuch zur Erlangung guten Wassers ungünstig ausfalle. Herr Heyligenstaedt kann in Ansehung der vorhandenen Pumpbrunnen einen Nothstand nicht erblicken, er glaubt, daß durch Ausbesserung des Brunnens in der vorgesehenen Weise die Uebelstände abgestellt werden können - einen Ventilbrunnen schon jetzt auszustellen, sei nicht rathsam. Herr Director Bergen bemerkt, daß die Mehrkosten zwischen der Einrichtung des Brunnens zur Trinkwassergewinnung und derjenigen zu Wirthschastszwecken so geringfügig seien, daß er nur vollständige Wiederherstellung im Sinne des Deputationsantrages empfehlen könne. Herr Oberbürgermeister Gnauth spricht sich ebenfalls für Erhaltung des Brunnens aus- es sei nicht richtig, eine ergiebige Wasserquelle zu beseitigen, nachdem bedeutende Mittel zur Aufsuchung von Quellen aufgewendet seien und vielleicht mit der Zeit an die Stadt die Frage wegen einer Nutzwasserversorgung herantrete. Es wird nach längerer Debatte der zum Antrag erhobene Vorschlag des Herrn Georgi aus Wiederherstellung des Brunnens und gleichzeitige Aufstellung eines Ventilbrunnens angenommen. — Der Wirthschaftsplan über die Waldungen der Stadt Gießen pro 1891/92, Rechnungsjahr 1892/93, welcher einen Fällungsetat von 8500 Festmeter und an aufzuwendenden Wegebaukosten 8000 Mk. vorsieht, wird gutgeheißen. Herr Dr. Thaer nahm bei der Berathung Gelegenheit, aus die anderwärts gemachte« günstigen Erfahrungen mit den Feldeisenbahnen hinzuweisen. Er bitte angesichts der jährlich auszuwendenden Waldwegbaukosten die Frage in Erwägung zu ziehen, ob es sich nicht empfehlen würde, das System der Feldeisenbahnen für unsere Waldungen anzuwenden- die Feldeisenbahnen ermöglichten den Transport der Hölzer nach günstiger gelegenen Verladeplätzen und ermöglichten einen vortheilhasten Absatz derselben. Herr Oberbürgermeister Gnauth verspricht, die Frage demnächst in Commissions- berathung zu ziehen. — Wegen Sittlichkeilsverbrechens wurde in heutiger Sitzung der Strafkammer ein ehemals dahier als Commis beschäftigt gewesener junger Mann zu einer Gesängnißstrafe von 6 Monaten verurtheilt. — Nach Mittheilung württembergischer Blätter ist der seit dem 5. d. M. vermißte Dr. Theodor Nördliuger, früher Professor der Forstwissenschaft in Gießen, nunmehr im Schönbuch-Wald bei Tübingen todt ausgesunden worden. — Erledigte Lehrerstelle. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Ingelheim, Kreis Bingen, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1300 Mk. — Kirchliche Dienstnachrichteu. Am 4. Juli wurde der Dompräbendat und Ehrendomcapitular Friedrich Schneider zu Mainz zum Domcapitular gewählt. — Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Januar dem Schullehrer Christian Werner zu Friedberg das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- müthigen, — am 14. Februar dem Realschuldirector i. P., Professor Ferdinand Albert zu Darmstadt die Goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Land- wirthschaft, — am 16. Februar dem Schullehrer Karl Weiß gerb er zu Offenbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, — am 1. Mai dem Schullehrer Friedrich August Freund zu Hühnlein das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Dienste", — am 24. Mai dem Oberlehrer Jakob Birkenhauer zu Alzey das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, — am 2. Juni dem Pedellen an dem Ludwigs-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt ; Johann Jost Müller das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste", — am 6. Juni dem Schullehrer Johannes Heberer I. zu Wolfskehlen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, — am 15. Juni dem Schullehrer Friedrich Ludwig Hahn zu Wölfersheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Dienste", am 23. Juni dem Oberlehrer Georg Treu sch zu Reichelsheim i. O. und am 1. Juli dem israelitischen Religionslehrer Abraham Levi zu Büdesheim, Kreis Bingen, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste", — zu verleihen. — Schuldienstnachrichten. Am 20. Mai wurde dem Schullehrer Wilhelm H o o s zu Allendors, Kreis Frankenberg, Regierungsbezirk Kassel, die Lehrerstelle an der ev. Schule zu Neu-Bamberg, Kreis Alzey, übertragen - am 29. Juni wurde der von dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hesselbach, Kreis Erbach, präsentirte Schulverwalter Peter Probst daselbst für diese Stelle bestätigt - am 4. Juli wurde dem Geometergehilfen Johannes P eth aus Mörstadt das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Worms ertheilt- am 8. Juli 'wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Will aus Lich, Kreis Gießen, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rödgen, Kreis Gießen, — am 9. Juli wurde dem Schulverwalter Ludwig Maußer zu Jügesheim, Kreis Offenbach, die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Lützel-Wiebelsbach, Kreis Erbach, — am 11. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Lorenz L a m b y aus Dromersheim, Kreis Bingen, die Lehrerstelle an der gemeinsamen Schule zu Planig, Kreis Alzey, — übertragen- am 12. Juli wurde der provisorische Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz Daniel Bonin, unter Verleihung der Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers, zum Lehrer an dieser Schule, — an demselben Tage wurde die provisorische Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Melanie Hessel zur Lehrerin an dieser Schule — ernannt. — CavallerieUebungen. Im Bezirk des XI. Armeecorps, dessen Manöverbestimmungen im Allgemeinen, sowie die Zeiteintheilung für die Herbstübungen der Großherzoglichen 25. Division im Besonderen wir bereits vor einiger Zeit veröffentlicht haben, finden in diesem Herbste auch noch besondere Cavallerie-Uebungen statt. Zu diesem Zweck wird eine Cavallerie-Division zu 3 Brigaden unter dem Commando des Generallieutenants v. Krosigk, Ches des Militär-Reit- instituts zu Hannover, gebildet. Es nehmen daran Theil die 21. Cavallerie-Brigade (Drag.-Regt. Nr. 5 und Hus.-Regt. Nr. 13), die 13. Cavallerie-Brigade (Kürassier-Regt. Nr. 4 und Hus.-Regt. Nr. 8) und eine Brigade, die aus dem 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24 und dem Hus.-Regt. Nr. 7 zusammengestellt ist. In der Zeit vom 3. bis 17. August finden zunächst Märsche mit Uebungen im Aufklärungsdienst, dann vom 18. bis 29. August die eigentlichen Uebungen bei Jügesheim, endlich wieder Märsche mit Uebungen im Aufklärungsdienst vom 31. August bis 10. September statt. Am 12. September betheiligt sich die Cavallerie- Division an der großen Kaiser-Parade bei Kassel, führt vom 14. bis 16. September wieder kriegsmäßige Märsche aus und nimmt endlich am 17. und 18. September an dem Manöver des IV. und XI. Armeecorps gegeneinander, sowie am 19. September an dem Manöver einer Armee gegen ein zusammengesetztes Armeecorps Theil. Der Stab, die Leib-, die 2. und 5. Escadron des 24. Drag.-Regts. kehren am 6. October nach Darmstadt, die 3. und 4. Escadron am 3. October per Fußmarsch nach Butzbach zurück. — Krankenwagen. Die Kgl. Eisenbahndirection Berlin hat einen Salonwagen zur Beförderung von Kranken. WtM 5 "3e'» Er- Weit hjilrh. u «S? b«8 den »27 °°jn- hu&« bet -rr?L 2 M« tor5t,tt »b°r ^Nyx, früher “wmtejr tm n worden. Stfm "b*= zu Ob-r. lbe® Dienst,lrer te 1300 Mk. . • M wurde der ™M Schneider gliche h-heit der * M 1. Januar ru Friedberg das Klipps des Grch alschuldirector i. P. mstadt die Goldene Industrie und Land- Schullehrer Karl rne Kreuz des Ver- t/ — am 1. Mm nd zuhähnlem das 't- „Für 50jährige Oberlehrer Jakob lreuz des Verdiech- am 2. Juni dem (tum zu Darmstadt Ehrenzeichen mit der e", — am 6. Juni zu Wolsskehlen das Zhilipps des Trotzen Friedrich Ludwig Ehrenzeichen mit der am 23. Juni dem sheim i. O. iinb am ■ Abraham Levi zu ne Ehrenzeichen mir verleihen. >. Mai wurde dem , Ans Frankenberg, - an der ev. Schule agen; am 29. Juni ErbchMst-mn auf in Hesseüwch, Stets .ter Probst d°M tourte beut ©eometer- d,s Patent alS ®t°; erteilt; am 8. 3«li ,jch Will aus Mi x GemmdeMe zu i wurde dein W eint, SteiS Offen* U u Wl-«*- rt btm®*«151 Sie’ pr°dis°rilä'- " l Mur Dami rÄ , x\ W zirk sowie in9e"SwteW? >ir * ä „ch tie® Äwei mrd igade, „4 und ) Ar. vB % der Mu Ue6un0eo . i'che «tu £ bie eigent 19. Anguss,che «nl i wled« So.W i6t •* ei de- Tipte®6 f«®1 artene'N°"^e« * fe“ i’ »5 Herstellen lasten. Die innere, sehr geschmackvolle Ausstattung unterscheidet sich, wie die Blätter berichten, von derjenigen eines gewöhnlichen Salonwagens dadurch, daß in dem Hauptraum ein besonderes Krankenbett aufgestellt ist. Dastelbe kann auch als Tragbahre benutzt werden, um den Kranken mit Bequemlichkeit in den zu diesem Zweck an der Stirnwand zur Plattform mit breiten Flügelthüren ausgestatteten Wagen zu schaffen. Für die Begleitung sind zum Ausziehen eingerichtete Schlassestel im Krankensalon, außerdem noch eine Bettstatt im zweiten Salonwagen vorhanden. Abort und Wascheinrichtung, Eis- und Flaschenschränke rc. vervollständigen die Ausstattung. Auch ein Dienerraum ist geschaffen. In Altona, Elberfeld, Wiesbaden, Erfurt und Köln sollen ebenfalls solche Wagen ausgestellt sein. Bei Benutzung eines dieser Wagen sind 12 Fahrkarten erster Klasse zu lösen. Die Bestellung desselben hat bei der Station, von welcher die Reise angetreten werden soll, zu erfolgen, und zwar möglichst frühzeitig, da der Wagen erst von dem Aufstellungsorte herbeigeschafft werden muß. -n- Lollar, 23. Juli. Unser Veteranen- und Kriegerverein hat seit der diesjährigen Kaisersgeburtstagsfeier einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Mitgliederzahl stieg von einigen vierzig Mann bereits auf das Doppelte; weitere Anmeldungen stehen bevor, so daß der Verein bald über hundert Mitglieder zählen dürfte und alle unbescholtenen gedienten Leute umfassen wird- auch steht zu erwarten, daß ein entsprechend frisch pulsirendes Vereinsleben eintreten wird zur Pflege der Kameradschaft und treuen patriotischen Sinnes. Auf dem verflossenen Sonntag in Staufenberg stattgehabten Fahnenweihsest des dortigen Kriegervereins konnte unser Ver> ein schon in recht stattlicher Anzahl, geschlossen, mit Musik und der ehrwürdigen hundertneunundvierzig Jahre alten Fahne erscheinen. Möchte dies Beispiel doch für alle die Kriegervereine, welche wegen geringer Betheiligung seither wenig bieten konnten, anspornend wirken- möchten diese alle gedienten Leute heranziehen und möchten vor Allem die Kameraden des Bürger- und Beamtenstandes von selbst der wichtigen Kriegervereinssache das ihr zukommende höhere Interesse freiwillig entgegenbringen und nicht ein Opfer an Zeit und Bequemlichkeit (die Kosten sind ja gering) in ihrem Beitritt erblicken, sondern es als eine selbstverständliche Pflicht- und Ehrensache ansehen, dem Kriegervereinswesen durch active Betheiligung diejenige Würdigung zu beweisen, die sie in den jetzigen ernsten socialen Zeitverhältnissen in hohem Maße verdient. Die Kameraden des Arbeiterstandes aber, welche seither hauptsächlich das Kriegervereinswesen, auch ohne das ausgesprochene Interesse bezügl. Sympathie der weitesten Kreise zu besitzen, hoch hielten und somit der Treue gegen Kaiser und Landesfürsten, Reich und Vaterland offenen Ausdruck gaben, verdienen vollste Anerkennung und Dank. Hoffentlich und voraussichtlich wird unsere Hassia von dem diesjährigen Bereinsjahre einen allgemeinen außerordentlichen Aufschwung berichten können. Lauterbach, 21. Juli. In der Nacht vom ersten auf den zweiten Pfingstseiertag d. I. wurde einem Lehrer zu Angersbach mittelst eines dicken drei Pfund schweren Steines ein Fenster in der Schlafstube eingeworfen und die Tags zuvor von seinen Schülern gesetzten Pfingstmaien abgerissen. Heute kam diese Sache vor dem hiesigen Schöffengericht zur Verhandlung, und es wurden die Helden jener That, Bürschchen, die kaum der Schule entwachsen sind, in folgender Weise besttaft: Konrad Dörr als der Haupt- thäter mit vier Wochen, Karl Rod em er und Sebasttan Kraft je mit vierzehn Tagen und Friedrich Lindt mit acht Tagen Gefängniß. Außerdem wurden sie zur Tragung der nicht unbedeutenden Kosten verurtheilt. Alsfeld, 23. Juli. Vergangenen Samstag stattete der Herr Geheime Hosrath Professor Dr. Heß aus Gießen mit 20 Studenten der Forstwissenschaft der hiesigen Möbelfabrik Hammonia (Fabrik für massiv gebogene Möbel) einen längeren Besuch ab. Die Herren besichtigten alle Einrichtungen auf das Genaueste und nahmen mit großem Jntereffe von allen Vorrichtungen Kenntniß. Sie wohnten der Verarbeitung des Holzes, vom einfachen Verschnitt der Stämme in Bohlen an bis zur Drechslerei und Schleiferei bei, besichtigten dann noch die im Bau begriffene und der Vollendung nahe Biegerei, und schieden mit der Ueberzeugung, daß die umfangreiche, praktische Anlage auch eine große Zukunft habe, und daß das Werk nicht nur für die Umgegend segenbringend sein wird, sondern daß auch ganz Oberhessen stolz darauf sein kann, eine derartige Fabrik zu besitzen, welche seinen Buchenholzbeständen eine gute Verwerthung sichert und der arbeitenden Bevölkerung neue Erwerbsquellen zusührt. -r. Alsfeld, 22. Juni. Gelegentlich des am letzten Montag dahier abgehaltenen Prämienmarktes kam es zwischen zwei dahier beschäftigten Arbeitern zu Excessen, die damit endeten, daß der eine derselben durch einen Mefferstich eine bedeutende Verwundung am Kopfe davontrug und der andere in Folge eines wuchtigen Hiebes mit einem buchenen Scheitholz aus der Stelle besinnungslos zusammensank. Die Ex- cedenten dürften demnächst ihrer gerichtlichen Bestrafung wegen Körperverletzung entgegen zu sehen haben. Darmstadt, 22. Juli. Der Sohn des Staatsministers vr. Finger, Herr Amtsrichter Adolph Finger, zuletzt in Mainz und von da nach Oppenheim versetzt, mußte einer Heilanstalt übergeben werden. Babenhausen, 21. Juli. Nach dem letzten Armee-Verordnungsblatt Nr. 15 vom 17. Juli ist nunmehr der Termin unserer G arniso ns-Auflösung endgiltig bestimmt. Der betreffende Passus lautet daselbst: „Berlin, den 10. Juli 1891. Verlegung der 2., 3. und 4. Escadron 1. Großh. Hess. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner-Regiments) Nr. 23 von Babenhausen nach Darmstadt. Infolge Allerhöchster Cabinets- ordre vom 25. März ö. I. werden die vorbezeichneten Es- cadrons zum 6. October von Babenhausen nach Darmstadt verlegt, v. Kaltenborn." Seligenstadt, 22. Juli. Der kaum der Volksschule entlassene Fabrikarbeiter Adam Ei les daher schob kürzlich in jugendlichem Uebermuth dem Radfahrer Christian Pfeifer aus Hanau, Konsul der Radfahrer-Union Bezirk Hanau, einen Stock durch die Speichen des in voller Fahrgeschwindigkeit befindlichen Velocipedes, wodurch Herr Pfeifer stürzte und sich am Arm verletzte. Aus erhobene Anzeige wurde Eiles bei letzter Schöffengerichtssitzung dahier wegen seines Vergehens zu einer 18 tägigen Gefängnisstrafe und zur Tragung der Kosten verurtheilt. ** Klein-Krotzenburg, 21. Juli. Der junge Geschäftsreisende, welcher sich am Samstag Abend auf der Kreisstraße zwischen hier und Seligenstadt eine Kugel durch den Kopf jagte, ist gestern Vormittag nach längerem Todeskampfe seiner Verletzung erlegen. In einem an seine Angehörigen gerichteten Schreiben bezeichnete er eine unheilbare Krankheit als Selbstmordmotiv. Die Leiche des Unglücklichen wurde heute nach dessen Heimath überführt. * Worms, 22. Juli. Heute Vormittag kam hier ein Angestellter der Rheinschifffahrts-Assecuranz in Mannheim mit einem Nachen rheinabwärts getrieben und stürzte sich unweit der Rheinmühle in den Strom. Er kam nicht mehr zum Vorschein. Aus den im Fahrzeug gefundenen Papieren konnte die Identität des Mannes festgestellt werden. vermischtes. * Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Lehrer I. Kannati aus Bialystock hatte in Baden-Baden vergeblich Heilung von einem Lungeru.iden gesucht. Aus seiner Rückreise logirte er sich am letzten Sonntag in einem Hause der Mainstraße hier ein, von wo aus er den Armenpfleger Weishaupt um Aufnahme in ein Spital ersuchte. Bevor der Arzt, der ihn untersuchte, die Entscheidung gegeben, schoß Kannati gestern Nachmittag gegen 5 Uhr in seinem Zimmer eine Kugel gegen sich ab, die unter dem Herzen in die Weichtheile eindrang. Der Verletzte fand zunächst Aufnahme in das Heiliggeistspital. * St. Goar, 22. Juli. Mitten in einer lustigen Reisegesellschaft, welche gestern mit dem Salondampfer „Deutscher Kaiser" eine Rheinreise machte, griff der Tod mit eiserner Hand. Die Frau des Fabrikbesitzers Z. aus Aachen wurde, als das Schiff an den Loreleyfelsen vorbeisuhr, vom Schlage getroffen und war sofort todt. Die Leiche wurde hier ausgesetzt. * Ausschließung eines Innuugsmitgliedes wegen Majestats- beleidiguug. In einer Innungs-Versammlung im Regierungsbezirk Breslau hatte der Vorsitzende Veranlaffung genommen, die Anwesenden aufzufordern, das Andenken der Kaiserin Augusta durch Erheben von den Sitzen zu ehren, auch hatte er ein Hoch auf Kaiser Wilhelm ausgebracht. Einer der anwesenden Meister hatte weder der Aufforderung entsprochen, noch sich an dem Hochrufe beteiligt, war vielmehr während der Kundgebung der übrigen Jnnungsmitglieder sitzen geblieben. Seines Verhaltens wegen wurde gegen ihn Anklage aus § 95 St.-G.-V. erhoben und er wurde wegen Majestätsbeleidigung zu einer Festungsstrafe von zwei Monaten verurtheilt. Die dagegen eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. Außerdem beschloß die Innung auf Grund einer Bestimmung ihres Statuts, wonach diejenigen Mitglieder, welche durch unehrenhafte Handlungen in schlechten Ruf ge- rathen sind, aus der Innung ausgeschlossen werden können, seinen Ausschluß. Der Einspruch des Betreffenden wurde von der Aufsichtsbehörde abgewiesen, ebenso auch die gegen diese Entscheidung bei dem Bezirksausschuß zu Breslau erhobene Klage. Auf die Berufung des Klägers wurde dieses Urtheil vom Oberverwaltungsgericht bestätigt. In den Gründen ist u. A. Folgendes ausgeführt: Die neuen Innungen seien nicht mehr lediglich Körperschaften des bürgerlichen Rechts, sondern umgestaltet zu solchen des öffentlichen Rechts. Sie seien ins Leben gerufen, um nicht nur durch die Förderung der gewerblichen Interessen ihrer Mitglieder, sondern auch durch Pflege des Gemeingeistes und Standesbewußtseins eine wirthschaftliche und sittliche Hebung des Handwerkerstandes anzubahnen. Mit diesen im § 97 der Gewerbeordnung den Innungen gesetzten Zielen, Pflege des Gemeingeistes und Aufrechterhaltung der Standesehre, lasse sich das Verhalten des Klägers nicht vereinbaren- es habe ihn des Rufes, ein ehrenhaftes Mitglied der Innung zu sein, beraubt und es könne in seiner Ausschließung durch die Jnnungsversammlung nur die Bethätigung richtigen Pflichtgesühls in Wahrnehmung der Aufgaben der Innung gesunden werden. Schiffsnacheichten. Der Postdampfer „Noordland" der ,„Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 22. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen. Nniverptäts - Nachrichten. — Die katholischen Studenten-Veretne Deutschlands halten gegenwärtig in Berlin ihre Generalversammlung ab. Vertreten sind die Verbindungen „Ascania" und „Burgundia" an der Universität Berlin, „Germanta"-Münster, „Arminia"-Bonn, „Allemannia"-Tübingen, „Saxonia"-München, „Borussia"-Königs- derg, „Unita"-Breslau, „Thurtngia"-Marburg, „Teutonta"-Leipzig, „Walhalla"-Würzburg, „Boltia"-Kiel, „Gothia"-Hannover, „Caro- lingta"-Aachen und „Wtnfriedia"-Göttingen. — Die genannten Studenten-Veretne umfassen 1000 active Mitglieder und 3000 a. H. Den Verhandlungen ging ein feierliches Hochamt in der St. Hedwigs- kirche voraus, das der Fürstbischöfliche Delegat und Propst Dr. Jahnel celebrirte und zu welchem die Delegtrten in studentischem Wichs und mit den Fahnen erschienen waren. verkehr, Land« nnd volkswirthschaft. Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 23. Juli. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 561 Ochsen, Kühe und Rinder, und 795 Schweine. Der nächste Markt ist am 24. August l. I. Frankfurt, 23. Juli. Der gestrige Markt im städtischen Viehhos war befahren mit 281 Kälbern und 402 Schweinen. Die Umsatzpreise waren bet Kälbern erster Sorte 65 bis 70 Pfg., zweiter Sorte 55 bis 60 Pfg., bei Schweinen erster Sorte 59 bis 60 Pfg., zweiter Sorte 55 bis 58 Pfg. per Pfund. — Am Dienstag waren 192 Schweine auf dem Markt gestanden. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheisenproduetto« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat Juni 1891 auf 365 073 Tonnen, darunter Puddelroheisen junb Spiegeletsen 152 615 Tonnen, Bessemerroheisen 27 451 Tonnen, Thomasroheisen 137 465 Tonnen und Gießereiroheisen 47 542 Tonnen. — Die Production im Juni 1890 betrug 387 852 Tonnen, hn Mai 1891 354 010 Tonnen. Vom 1. Januar bis 30. Juni 1891 wurden producirt 2 123 466 Tonnen gegen 2 339 583 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Nirchttche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag den 25. Juli: Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dingeldey. 9. Sonntag nach Trinitatis, 26. Juli: Vormittags 7s/4 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 97a Uhr: Professor Stamm. Feier des heiligen Abendmahls. Kinderkirche Vormittags ll1/« Uhr: Pfarrer Schlosser. Katechismuslehre für die Realgymnasiasten und Realschüler Vormittags 117» Uhr in der Kleinkinderfchule. Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarraeschäfte in der Woche vom 26. Juli bis 1. August besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. 10. Sonntag nach Pfingsten, 26. Juli: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 7-8 Uhr Gelegenhett zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 8/<6 Uhr an Gelegenhett zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste hl. Messe; um 7,8 Uhr zweite hl. Messe; um 8/40 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 7-3 Uhr Andacht. Abends um 6 Uhr Herz-Mariä-Bruoerschaftsandacht mit Predigt. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 25. Juli: Vorabend 715 Uhr, Morgens 8°0 Uhr, Nachmittags 400 Uhr Sabbathausgang 830 Uhr- Marca Italia 90 Pfg. per Flasche 85 ,, bei 13Flaschen (ohne Glas) sowie die drei Sorten „Vino da Paste“ der Deutsch • Italienischen Wein* Imp ort-Gesellschaft (Centtal-Verwaltung Frankfurt am Main) sind angenehme leichte italienische Natur- Rothweine, welche als wohlbekömmliches Tischgettänk ganz besonders zu empfehlen sind, und deren Qualität nach dem Ausspruch competenter Weinkenner von feinem der sogenannten Bordeaux-Weine in gleicher Preislage erreicht wird. Durch königl. ital. Staatscontrolle wird für absolute Reinheit garanttrt. Zu beziehen sowie auch ausführliche Preislisten sämmtlicher Marken der Gesellschaft in Gießen durch Carl Schwaab, Delic.- und Weinhandlung. [4589 Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 24. Juli. Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16, Lust 14 Grad Reaumur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. Submission. Zwecks Chaussirung einer 300 m langen Wegstrecke an der Heuchelheimer Grenze sollen die bezüglichen Arbeiten im Ganzen mittelst Submission vergeben werden. Voranschlag und Accordbedingungen hierfür liegen aus dem Stadtbauamt offen, woselbst bis zum 29. L M., Borin. 11 Uhr, die Angebote ein* Zureichen sind. Gießen, den 24. Juli 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 6720 6725] Mn guter Handwagen zu Verkaufen. Wetzsteingasse 19. Versteigerung. Samstag den 25. Juli ds. IS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier gegen Baarzahlung: 1 Kuh und einige Hausmobilien. Bor«, 6732_____________ Gerichtsvollzieher. Montag den 27. Juli, Nachmittags 2 Uhr, wird der Nachlaß von Hch. Dittmars Eheleuten, LSwengaffe 24, bestehend in 1 goldenen Damenuhr, 1 goldenen Siegelring, 1 vollständigen Bett, etwas Weißzeug, Kleidern, HausgerSthen rc. rc. meistbietend versteigert. [6727 Im vormundschaftlichen Auftrag: LouiS Rothenverger, Gerichts-Taxator. Einladung. Alle verehrten Pfarrfamilien des Decanats Gießen und alle außerhalb desselben wohnenden, in deren Hände der Gießener Anzeiger gelangt, werden hiermit zu einer sog. Familienzusammenkunst aus Montag den 27. ds. Mts., Nachmittags 3 Uhr, in Steins Garten (Gießen) freundlichst eingeladen. ,An die Pfarrhäuser der Decanate Friedberg, Grünberg und Hungen ergeht noch besondere Ein- ladung. Besonders herzlich werden auch alle in Gießen wohnenden Pfarr- wittwen nebst Kindern und etwaigem Besuch um ihre gütige Theilnahme an der beabsichtigten Zusammenkunft gebeten. Wieseck, den 18. Juli 1891. 6647 Wahl, Deean. Neue Frühkartoffeln - jv^ocrTaufen^^^^^^^abnboffitrage^T^ Heugras 6723 von zwei Wiesen billig zu verkaufen. Earl MalkomefiuS, Neuenweg. AerUtteryunge». 6713] Die Mansarden - Wohnung im Seipp'schen Hause, Seltersweg 68, ist sofort an eine kleine Familie zu ver- miethen- Näheres zu erfahren bei A. Otto. Bahnhofstraße 49. 6719] Zweiter Stock, auf 15. 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A.: C. Bolitsch, stud. theol, z. Z. Sprecher, Bekanntmachung. Die Tüncherarbeiten zum Baue der Realschul - Turnhalle sollen im Wege wiederholter öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotssormulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 3 auf und werden dortselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 27. Juli, Vormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegen- wart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 23. Juli 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 6718 Arbeitsversteigerung. Dienstag den 28. Juli d. I , Nachmittags 4 Uhr, sollen die zur Erweiterung des hiesigen Schulsaales nöthigen Arbeiten, als: veranschlagt zu Abbruch arbeiten 26 Jt. 12 H Maurerarbeit 119 „ 09 „ Zimmerarbeit 28 „ 73 „ Schreinerarbeit 13 „ 86 „ Weißbir.derarbeit 90 „ 93 „ Eisenträger-Lieferung 59 „ 41 „ auf hiesigem Rctthhause öffentlich wenigstnehmend in Accord gegeben werden. Hausen, am 24. Juli 1891. Großh. Bürgermeisterei Hausen. ___________Dern.________6731 Eisenbahn - Direetions- Bezirk Erfurt. Verdingung. 1320 cbm Pflastersteine aus Basalt, Granit oder Porphyr zur Befestigung der Ladestraßen auf dem Bahnhof Apolda sollen geliefert werden. Der Ausführung liegen die durch die Regierungs-Amtsblätter bekannt gegebenen Bedingungen für die Bewerbung um Ar- beiten und Lieferungen vom 17. Juli 1885 zu Grunde. Die Verdingungsunterlagen können von unserem technischen Bureau gegen portofreie Einsendung von 25 Pfennigen bezogen werden. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermine am 3. August, Vormittags 11 Uhr, portofrei an uns einzusenden. Zuschlagsfrist drei Wochen. [6714 Erfurt, den 20. Juli 1891. Königliches EisendahruBetriebsamt. UkbmiM. Gurken treffen heute Samstag aus dem Lindenplatz ein. 6724 Bestellungen nimmt entgegen Dienstmann Ferber, Nenenweg 38. Absperrung -es Gases betr. Wegen an der Fabrikleitung vorzunehmender Arbeiten sind wir ge- nöthigt, nächsten Sonntag, den 26. d. M., von 12 Uhr Mittags bis voraussichtlich gegen 4 Uhr Nachmittags, die Gasleitung nach der Stadt abzusperreu, was wir unseren Gasabnehmern zur gefälligen Kenntnißnahme mittheilen. Gießen, 24. Juli 1891. 6715 Steins Garten. am* Mittwoch den 29. Juli: "UWE Grosses Exlra-Concert Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. ____________________Otto Bergen.____________________ Gottesdienst für die evangelischen Arbeiter aus Schlesien. Dienstag den 11. August, Vormittags 9Vi Uhr, soll in der evangelischen Stadtkirche zu Gießen ein Gottesdienst in polnischer und deutscher Sprache durch den Superintendenten Böhmer aus Goschütz (Bez. Breslau) gehalten werden. Die in Oberhessen arbeitenden Schlesier werden zu diesem Gottesdienst herzlich eingeladen. Die geehrten Kreisämter und Bürgermeistereien Oberhessens, auch die Herren Arbeitgeber werden ergebenst gebeten, den schlesischen Arbeitern ihres Bezirks und Ortes diese Einladung noch besonders übermitteln zu wollen.6712 Lenz’scher Felsenkeller. Vorläufige Anzeige ♦ 6729 Sonntag, den 26 und Montag, den 2*7 Juli: Sfcy Nur 3 Concerte der beliebten Concert-Truppe Seppi Bothmann. Gießener Zither-Club '«ef“ Samstag, den 25. Juli, Abends 8 Uhr: Großer Familieu-Abeud fo— ' auf der ^Schönen Aussicht". -t■. Die Tyroler Kapelle wird zum ersten Male mit ihren neuen Riesen-Instrumenten auftreten. ' Programm: Es ist kolossal. Entr6e frei. Nach-Hause-Reiten per E- l. 6716 Gasthaus sam höwen» Freitag, den 24. und Samstag den 25. Juli: Humoristische SoirSe Variete-Truppe Seppi Bothmann 3 Damen — Personal — 3 Herren. Geschw. Bothmann, Tyroler Duettisten, Fanny va« Eyk, Holländisch-Deutsche Sängerin, Geschw. Pauly, Orig.-Jux-Duetttsten, Paul Linde, Gesangs-Humorist. Neues Programm._________[6721]_________Anfang 8 Uhr. Gonrabrrieht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 24. Juli 1891. Schlußcourl- 1 Uhr 15 Mim 3o/o Reichsanleihe 31/2% do. 30/0 Preuß. ConsolS 3V. % do. 84.40 98.50 84 45 98.50 4% Ung. Gold-Rente 5o/o Jtal. Rente 41/s'l% Oest. Silber-Rente 30/0 Portugies. Anl. 90 90 91 10 80.10 39.70 Disconto-Command -Anth 174.60 Lomb. E-eB.-Act. 89.75 Darmstädter Bank-Act. 134,70 Buschtherader E.-B.-Act 407 00 Dresdener Bank-Ach 138 60 Elbthal-Bahn-Act. 183.50 Nordd. Lloyd-Act. 111-20 Gotthard-Bahn-Act. 132.10 Wiener Bankver.-Aet. 96 25 Schweizer Nordoft-B.-Act. 128.20 Oest. Credit-Act. 252 87 Mainzer E.-B.-Act. 11300 Oest. Staatsb.-Act. 246.75 Marienburger E.-B.-Act 6260 4% Mainzer St -Anl. Gelsenk. Bergw.-Act. 101.80! 155.90 Der. Königs-Laurah.sAct Tendenz: flau. 112 60 Reicksbcmk-Diseont 4 pCt. — frankfurter Bank-Discont 4 pEt. zum Besten des Juvalideudank 6710 ausgesührt von der Capelle des 2. Großh. Hess. Jns.-Regts. Nr-116 unter Leitung des Großh. Mufikdirectors Herrn Krautze. Entree 50 Pfg. Anfang 7 Uhr. SohifEenberger Thal (K. Häuser). Sonntag, den 26. Juli: 6730 sagt innigen Dank Emser, Selters, Fachinger, Salzschlirfer, Friedrichshaller- and Hnnyadi-Janos-Bitterwasser etc. Bade-Z aitlaat en [6711 Familie Wolff. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme während der langen Krankheit und bei dem Heimgange unserer lieben Mutter > • Rasche Lieferung aller weniger gebräuchlichen Wässer. • Mineral-Pastillen, Quellsalze, Quellsalzseife. Badesalze, Mutterlaugen, als Nauheimer, Kreuznach er, Seesalz etc., sowie alle sonstigen empfiehlt die SIC1 TT A A T? Giessen Drogen-Handlung von VF A A U uvilAAT Seltersweg 39. 4476 Ganz umsonst kann ich 8chuhe und Stiefel freilich nicht verkaufen, aber wegen Mgkliickter Saison verkaufe ich die noch in großen Quantitäten vorräthigen Herren- und Damen- Touristenschuhe, sowie gelbe Leder - Halbschuhe für Mädchen und Kinder zu staunend billigen Preisen. Um gütigen Zuspruch bittet L. Süss Nachfolger, 6722] Marktstraße 9. Kindermädchen wird auf sofort für Nachmittags gesucht. 6708 Kirchenplatz 11, II. Stock. Rechtes Pilsener Bier im Zapf [5905 bei C. Roth. Sogenannten Deutschen Perl-Kaffee aus Frucht hergestellt, eigene Röstung d-s Mnd 25 empfiehlt die Kaffeerösterei m H. f. Mauer, Neuenweg 15 5227 Ein zuverlässiges, älteres, gewandtes Kindermädchen zum 1. August gesucht. Sofort zu melden 6561____________Marburgerstraße 35. Ein neues Sicherheitsrad und ein gnt erhalt. Hochrad wegzugsh. bitt, abzug. [6726 Näh. Lahnstratze 10, II. ikedoctton? M. - Druü und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Cbr. Pietsch) in (Hießen, Die heutige Nummer umfaßt 6 Seiten. Samstag beti 25. Juli Giesteneo Anzeiger. Beklage zu Rr. no. -1891 Feuilleton. Licht. Novellette von D. Freiin von Spättgen. (6. Fortsetzung.) Ganz seltsam unsicher und besangen hatte Miß North- land am anderen Morgen das Clark'sche Haus betreten und I war viel eiliger als sonst durch die weite Halle der unteren t Etage die Treppe hinauf nach dem für ihre Obliegenheiten i bestimmten Zimmer geschlüpft. Dort angekommen, athmete i sie förmlich erleichtert aus, daß ihr heute Niemand begcgnet i war, weil sie sich nach ihrer Idee heute in einer krankhaft ■ erregten Gemüthsstimmung befand. Zu ihrer Schande mußte ? sie auch heute selbst die Wahrnehmung machen, daß ihr die zu verrichtende Arbeit zum ersten Male drückend und peinlich erschien. Wenn Mr. Clark nur nicht etwa wieder bei ihr eintreten und ein Gespräch mit ihr anknüpfen wollte, dachte j das junge Mädchen hochklopfenden Herzens — heute würde ’ sie ihm nicht mehr so unbefangen in die klugen Augen blicken - und nicht mehr so präcise antworten können! Warum aber fürchtete sie sich davor? Ueber dieses Warum indessen ver- l mochte sich Grace nicht klar zu werden und schob es aus „ihre ' krankhaft erregte Gemüthsstimmung". Bei ihrem Eintritt in den gewohnten Arbeirsraum stand s, alles wie sonst am bekannten Platze. Sie zog flink Schürze, Schutzärmel und Handschuhe aus der mitgebrachten Tasche ; hervor und war eben im Begriff, an die Arbeit zu gehen ; — da gewahrte sie, dicht neben den Lampen liegend, eine \ prachtvolle Marschall-Niel-Rose. Was bedeutete das? Beim i Anblick der Blüthe war Grace dunkle Gluth ins Gesicht ge- , schossen und eine tiefe Zornesfalte legte sich über die weiße J Stirn. Empörend! Das mußte der unverschämte Nigger, i der Butler des Hauses, gethan haben, welcher ihr beim ; Kommen und Gehen stets den Mantel an- und ausziehen • hals und sie dabei immer so keck anstierte oder seine wulstigen j Lippen zu süßlichem Grinsen verzog. Empörend war das! ; Mit dem Zeigefinger der linken Hand schob sie die zartgelbe - Blüthe an das entgegengesetzte Ende des großes Tisches- allein ebenso schnell ergriff sie dieselbe wieder, sie mit fast wildem Ungestüm an die Brust pressend. Allmächtiger Gott, wäre es denkbar, konnte es möglich sein, daß er — Anthony Clark, dessen Bild sich in ihrer jungen Brust gär fest eingelebt hatte, dessen milde, zum Herzen dringende Stimme ihr noch jetzt durch das Gemüth klang, daß er jene Blume hier aus diesen Tisch gelegt? Ein Zittern überfiel die hohe Mädchengestalt — und wenn rr es wirklich gethan, mußte sie es dann nicht eher als Demüthigung und Beleidigung ansehen, die er, der reiche, hochgestellte Mann, dem armen, schutzlosen Mädchen damit angethan? Durfte sie die Blüthe, ohne erröthen zu müssen, auch wirklich annehmen? WaS würde die Mutter dazu sagen? O gewiß, Anthony Clark war eines unedlen Gedankens nie fähig, das war ja sonnenklar! Mit fliegenden Händen, gewiß das erste Mal weniger gewissenhaft als sonst, verrichtete Grace Northland an diesem verhängnißvollen Morgen ihre Arbeit. Mrs. Clark sei ausgangen, bedeutete sie der auswartende Butler, als sie sich zur Dame des Hauses, wie alltäglich, begeben wollte. Wie Grace bei dieser Auskunft voll Beruhigung wahrnahm, verriethen die Züge des Schwarzen heute nur steife Würde und stumme Ehrerbietung. Gott sei Dank^ endlich konnte sie dem sie heute so eigenthümlich beengenden Hause den Rücken wenden, flink eilte das junge Mädchen in die anderen Häuser, in welchen sie die nämliche Beschäftigung zu verrichten hatte, und wenige Stunden später lief Grace Northland bereits leichtfüßig die Treppenstufen zu dem traulichen Häuschen Nr. 9 aus Dolly Ward hinan. Hätte sie während des Weges nur ein einziges Mal nach rückwärts geschaut, dann würde sie wohl sicher nicht mehr im Zweifel über den Geber jener Rose gewesen sein. * * * Es war ein zauberisch schöner Juliabend. Gleich Diamanten strahlten die Sterne am Himmel und wer nie eine amerikanische Sommernacht durchlebte, der hätte denken können, ein Theil der Gestirne wäre zur Erde herabgefallen, so glitzerten und funkelten die zahlreichen glow worms (Leuchtkäfer) allenthalben im thauigen Grase und duftigen Gesträuch. In traulicher Eintracht saßen Mutter und Tochter aus der kleinen Veranda, während Polly, eine junge Negerin, welche Grace, seitdem sie so guten Verdienst erzielte, zum Beistand der Mutter in-* Hauswesen genommen, geräuschlos hin und her glitt und en Theetisch abräumte. „Du bist heute so still, mein Kind, was ist Dir? Zuweilen scheint es mir, als ob Deine Gedanken ganz wo anders weilen als zu Hause?" fragte Mrs. Northland, nachdem'sie schon einigemal nach der prächtigen Rose geschaut hatte, die an des jungen Mädchens Busen prangte. „Ich denke darüber nach, daß wir doch jetzt sehr glücklich sein können, Mama," entgegnete die Angeredete mit halb abgewandtem Gesicht. „Du, mein Engelskind! Wie sorgst und plagst Du Dich für mich — das zu vergelten vermag nur Gott," flüsterte die ältere Dame in tiefer Bewegung. „Ich ernte ja auch reiche Früchte. Die Mühe ist so gering in Anbetracht, daß ich Deine Stirn wieder ohne Sorgenfalten erblicke," lautete die heitere Erwiderung. „Du wolltest mir ja längst einmal etwas über die ver- schiedenen Häuser erzählen, in denen Du ein- und ausgehst, Grace. Ich hoffe, man begegnet Dir mit Achtung." „Sei außer Sorge, Mama. Noch niemals habe ich die geringste Zurücksetzung erfahren. Vor Allen ist es--" (Grace zögerte ein wenig) „ist es Mrs. Clark, die stets in sehr liebreicher Weise zu mir spricht." „Mrs. Clark, eine noch junge Frau?" „Etwa in Deinem Alter. Sie ist eine große, volle Blondine mit selten schönen blauen Augen und —" „Und einem kleinen rothen Male an der Oberlippe?" fiel Mrs. Northland der Tochter hastig ins Wort. „Ja, gewiß. Woher kennst Du denn diese Dame?" Die'Mutter war jetzt in ihren Stuhl zurückgesunken und athmete tief und schwer. „O, Grace, welche Entdeckung! Warum auch mußtest Du gerade in dieses Haus gerathen? Gerade sie ist die Frau, um derentwillen Dein armer Vater einen Treubruch beging, indem er mich ihr, dem reichen Mädchen, mit welchem er bereits verlobt war, vorzog. Einst waren wir beide uns als Mädchen in beinahe mehr als schwesterlicher Liebe zugethan, lange Jahre hindurch; dann aber hat sie mir die Thür gewiesen, sich gänzlich von mir losgesagt — mich verflucht. Ein Unsegen ruhte seitdem aus dem Bunde zwischen Deinem Vater und mir. Dein Vater verlor sein ganzes Hab und Gut und ist im kräftigsten Mannesalter dahingerafft worden. Annie, meine frühere Freundin, wurde die zweite Frau des reichen Handelsherrn Mr. Albert Clark, wie ihr Vater es wünschte, und nun lebt sie im Ueberfluß in Newyork. So viel ich weiß, hat Clark auch einen Sohn aus erster Ehe, Annie hatte keine Kinder." (Schluß folgt.) Bekanntmachung. Die Schlosserarbeiten (Thür- beschläge re.) zur Stadtknabenschule hier sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeichnungen und Angebotsformulare liegen während der Dienststunden aus dem Geschäftszimmer Nr. 3 auf und werden daselbst unentgeltlich abgegeben. Versiegelte Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis Donnerstag dön 30. Juli, Bormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. Gießen, den 23. Juli 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______6706 Verdingung. Die Abfuhr der Latrinen- und Müllgrubenstoffe aus den G/rnison- anstalten wird am Samstag den 1. August 1891, Vormittags 10 Uhr, von der Garnisonverwaltung, bei welcher auch die Bedingungen ausliegen, verdungen. Wegen der Zeitdauer des Geschäftes werden die Wünsche der Unternehmer berücksichtigt. 6345 Garnisonverwaltung zu Gießen. MkseSotenes. Kaffee roh gebrannt von Mki 1.20 an von Mk. 1.60 an und höher, garantirt reinschmeckend, bet 6509_______Robert Stuhl. 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