Vir. 144. Donnerstag den 25. Juni 1891 Brr f Miete« «fthräU täglich, vH Lusnahm« des RontogÄ. Bi« Gteßraer wrtra brat Anzeiß« sSchrailich bwimel ttigdegt Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Stttwqeerifc< JHe*Btwtbyt*s S M«rk 20 Pft. MB Bringrrloh». Durch die Post bezOGM 2 Mark 60 W Rcbectten, ExpedM» iMib Druckerei: -ch» ßretzt IM *n*re*r 6V Aints- und Anzeigeblatt fflr den Kreit Gieren. j—iniwiiiiMMBMBBi in - ii ■ u... ■ ■ ^-iif ii n r'miM™——Hinr «III I Wil II .IM.......... nvBwaemiffli ■*ne|«t »»zeige« zu der ««chmittag» für dm fifrt H/T I Eve »st«oTcra»Oureaux H > wtb »»««der ne*** fetgenbra Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. I ^f<-U4-lS>V»'liUyve ^UmU($UVlUlUV« I Anzeigen für den „Gießener Än|tiger* entgeg«, M^WGVMSSASVSWW««— Deutsches Reich. Darmstadt, 22. Juni. lieber die Reise und den Aufenthalt des Großherzogs in Schottland wird der „D. Z." aus Balmoral geschrieben: Der Groß- Herzog und Prinz Heinrich von Battenberg, begleitet von Generalmajor Wernher und Oberst Clerke, begaben sich am 15. d. M. von Oban nach Loch Awe, Station der Eisenbahn von Oban nach Stirling, um dorten der Familie Campbell aus dem alten, aus einer Insel des Sees sehr schön gelegenen Schlosse einen Besuch abzustatten. Gegen Abend kehrten die Herrschaften mit der Bahn nach Oban zurück und begaben sich wieder an Bord der Dacht „Sheila". Am 16. d. M. früh verabschiedete sich der Großherzog vom Prinzen Heinrich und fuhr in Begleitung des Generalmajor Wernher mit der Bahn von Oban über Stirling, Perth Aberdeen nach Ballater und von da zu Wagen nach Schloß Balmoral, das nach zwölsstündiger Reise erreicht wurde. Am 19. d. M. sand die Abreise von Balmoral statt. Die Ankunft der Herrschaften in Darmstadt dürste voraussichtlich Ende dieses MonatS erfolgen. — Es bestätigt sich, daß von einer Einberufung der Zweiten Kammer vor dem Herbst, wie eine solche wegen einer eilenden finaneiellen Vorlage eine Zeit lang in Aussicht genommen war, endgiltig Abstand genommen ist. — Das heute ausgegebene Regierungsblatt veröffentlicht eine Bekanntmachung des Finanzministeriums, betreffend Capitalaufnahme von 1850000 Mark für Zwecke der neu errichteten Landescreditkasse. Berlin, 23. Juni. Das Kaiserpaar wohnte am Montag Nachmittag der großen Regatta der Berliner Ruderclubs in Grünau bei. — Der längst in Sicht befindliche Wechsel im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist nunmehr thatsächlich erfolgt. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht in seiner Montags-Ausgabe die Entbindung des bisherigen Leiters dieses Ressorts, Staatsministers v. Maybach, von seinem Amte, unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers. Weiter gibt das amtliche Blatt im Anschlüsse an diese Meldung- die Ernennung des Eisenbahndirections-Präsidenten Thielen in Hannover zum Minister der öffentlichen Arbeiten bekannt, welche Ernennung den hierüber gehegten Vermuthungen nur entspricht. Zugleich veröffentlicht der „Reichsanzeiger" ein königliches Handschreiben an Herrn v. Maybach, worin demselben anläßlich seines Ausscheidens aus dem Amte noch im Besonderen der Königliche Dank für die langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste, welche der Minister dem Throne und dem Vaterlande geleistet hat, ausgesprochen wird. Als äußeres Zeichen dieser allerhöchsten Anerkennung hat der Feuilleton. Welche von Beiden? Nooellette von I. Piorkowska. (Schluß.) Am vierten Tage endlich ließ es ihr keine Ruhe mehr- aus ihr Bitten ritt Georg nach Wymaring, zu sehen, ob Bernhard nicht etwa krank sei- doch kehrte mein Mann mit der Nachricht zurück, er befinde sich ganz wohl, nur sehr beschäftigt und eben im Begriffe, sich nach Brisbane zu begeben. Mir sandte er noch ein Brieschen. Liebe Marie," schrieb er, „ich hätte Dich gebeten, mich zu begleiten, wenn ich nicht dächte, daß es besser wäre, Du bereitest »statt dessen Sophie aus Lillys Ankunft vor. Ich fürchte, Sophie liebt mich. Bringe es ihr so schonend be: als irgend möglich. Darum bittet Dich Dein tief unglücklicher Bruder Bernhard." „Solche Worte von einem jungen Manne, der eben seiner Braut entgegeneilen will, klingen freilich schlimm, dachte ich seufzend, während ich zuschaute, wie die hellen Flammen das Brieschen verzehrten. Ueber Sophies Gefühle war ich längst nicht mehr in Zweifel. Es war ebenso rührend als traurig, wie sie es schlau anzusangen wußte, wenn wir zwei allein waren, das Gespräch aus meinen Bruder zu lenken. Ich brachte es nicht über das Herz, ihr zu sagen, daß er als verheirateter Mann von Brisbane zurückkehren würde- so lange wie möglich suchte ich die traurige Mittheilung hinauszuschieben. Drei volle Tage wartete ich, dann aber wagte ich nicht, länger damit zu zögern- ich konnte ja nicht wissen, Kaiser seine in Marmor ausgesührte Büste Herrn v. Maybach zum Geschenk gemacht. — Auch in der Frage der Neubesetzung der erledigten preußischen Oberpräsidentenposten ist nunmehr die endgültige Entscheidung getroffen worden. Es wurden ernannt: Staatsminister v. Puttkamer zum Oberpräsidenten von Pommern, Staatsminister v. Goßler zum Oberpräsidenten von Ostpreußen und Regierungspräsident Graf Clairon d'Haussonville zum Oberpräsidenten von Westpreußen. Die Berufung der beiden ersteren Herren in ihre nunmehrigen Aemter galt allerdings längst schon als sicher. — Gras Launay, der Botschafter Italiens am Berliner Hose, soll, wie verlautet, demnächst von seinem Posten abberufen werden. Ueber die Ursachen dieser angekündigten Abberufung ist noch nichts Näheres bekannt, ebensowenig wie hinsichtlich der etwaigen ferneren Verwendung des Grafen Launay. Jedenfalls würde sein Scheiden in den Kreisen der Berliner Hofgesellschaft das lebhafteste Bedauern Hervorrufen, denn Graf Launay, bekanntlich der Doyen (Sprechwart) des Berliner diplomatischen Corps, hat sich in der Reichshauptstadt während seiner langjährigen Wirksamkeit daselbst nach allen Seiten hin die größten Sympathien zu erwerben gewußt. Beim jetzigen Kaiser ist Gras Launay ebenso persona gratissima, wie er dies schon bei den Kaisern Friedrich und Wilhelm I. war. Neueste Nachrichten. WolstS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 23. Juni. Minister Maybach verabschiedete sich heute von den Directoren und Räthen seines bisherigen Amtes. Hierauf erfolgte die Begrüßung der Beamten durch den nunmehrigen Minister Thielen. Derselbe hielt eine Anrede, welche mit einem Hoch aus den Kaiser schloß. Ministerialdirector Schneider antwortete hieraus- sodann folgte die Vorstellung der Beamten. Berlin, 23. Juni. Die gegenwärtige Tagung des Colonialrathes wurde heute geschlossen, nachdem die Berathungen über die Angelegenheit des colonialen Gesellschaftsrechts, sowie über die Baumwollencultursrage beendigt waren. Der erneute Zusammentritt der Corporation ist für den October in Aussicht genommen, um über den dem Bundesrathe zu unterbreitenden Etatsanschlag zu berathen. Potsdam, 23. Juni. Heute Nachmittag sand auf dem hiesigen Ulanen-Reitplatze von 3 bis 6 Uhr zur Feier des 151jährigen Bestehens des Regiments der Gardes-du-Corps ein Preisturnen und Reiten der Mannschaften des Regiments statt, welchem Se. Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, die drei ältesten kaiserlichen Prinzen, Se. Königl. Hoheit Prinz Friedrich Leopold, der Cultusminister Gras Zedlitz-Trützschler, sämmt- liche activen Offiziere des Regiments mit ihren Damen, sowie viele frühere Offiziere beiwohnten. Nach Beendigung der Uebungen erfolgte die Vertheilung der in Uhren bestehenden Preise durch Ihre Majestät die Kaiserin. Aachen, 23. Juni. Aus Grube Langenberg ereignete sich letzte Nacht eine Explosion schlagenderWetter. Drei Bergleute wurden schwer verletzt. Königsberg, 23. Juni. Der commandirende General Bronsart von Schellendorsf ist gestorben. Wien, 23. Juni. Die Delegirten der Schweiz haben dem Ministerium des Auswärtigen zur Kenntniß gebracht, daß sie in den Besitz der beim Bundesrath eingeholten neuen Instructionen gelangt sind. In Folge dessen werden die am 12. Juni unterbrochenen Handelsvertragsverhandlungen mit der Schweiz am Donnerstag wieder ausgenommen. Basel, 23. Juni. Von den als vermißt Gemeldetem haben sich, bis auf drei, alle lebend wiedergefunden- vier als vermißt Gemeldete sind in dem angegebenen Heimathtz- orte unbekannt. Es wurden Namen von den sich Anmeldenden fingirt, um zu der Unglücksstätte Zugang zu erhalten. Bordeaux, 23. Juni. Die Ruhe wurde gestern neuerdings gestört. Die Menge.zündete die Tramwaykioske aus dem Platze Aquitaine und an anderen Stellen der Stadt an und bewarf die Truppen verschiedentlich mit Steinen. Es gelang indeß den Truppen, ohne Gebrauch von Waffen die Menge im Zaume zu halten- nur aus dem Aquitaine-Platze war Waffengewalt nothwendig. Es wurden 30 Verhaftungen vorgenommen- es herrscht große Ausregung in der Stadt - die Läden und Cafes in der Nähe des Aquitaine-Platzes sind geschlossen. Man glaubt die gestrigen Zwischenfälle den Anarchisten zuschreiben zu sollen. Brüffel, 23. Juni. Der Generalrath der Arbeiterpartei versandte neuerdings ein Circular an die Arbeiter aller Länder, worin dieselben an die Zwecke des am 18. August d. I. hier tagenden internationalen socialistischen Arbeiter- Congresses erinnert werden. Bologna, 23. Juni. Anläßlich der gestrigen Provinzialwahlen in Castel Guelfo entstand zwischen Gemäßigten und Socialisten ein Handgemenge, in welchem eine Per- i son getödtet und fünf verwundet wurden. Die Polizei nahm \ 11 Verhaftungen vor. Belgrad, 22. Juni. Die Gesellschaft des serbischen Rothen Kreuzes beschloß einstimmig, zur Errichtung des Denkmals für weiland Kaiserin Augusta in Ansehung der großen Verdienste der verewigten Herrscherin um die Gründung des j Vereins vom Rothen Kreuze, sowie deren Wohlthätigkeits- i Acte für serbische Verwundete 250 Dinars in Gold beizusteuern. wie bald Bernhard zurückkehren würde, und sagen mußte ich es ihr vorher - es wäre ihr Tod gewesen, wenn er mit einer Frau wiedergekommen und sie nicht daraus vorbereitet gewesen wäre. Gegen Abend bat ich sie, einen Spaziergang mit mir zu machen. Ich schlug denselben Weg ein, auf dem wir uns zum ersten Male gesehen hatten — ach, wie weit schien jener Tag schon hinter uns zu liegen. Schweigend gingen wir eine Zeitlang nebeneinander her- ich wußte nicht, wie ich das, was ich ihr zu sagen hatte, einleiten sollte. Schließlich war sie es, die zuerst das Wort ergriff. Offenbar hatten ihre Gedanken sich mit Bernhard beschäftigt. „Sage, Tantchen," Hub sie an, „was veranlaßte eigentlich neulich Abends Deinen Bruder, so plötzlich davon zu reiten ?" „Ein Bries — ein Brief aus der Heimath," antwortete ich. Dann schwieg ich wieder. Ach, wie schwer fiel mir die Aufgabe, dem armen Mädchen sein ganzes Glück zu rauben. „Deßhalb mußte er auch nach Brisbane," fuhr ich stockend fort. „Der Bries war von einem jungen Mädchen, das — das wir von Deutschland her kennen." Ich sah Sophie von der Seite an, um zu beobachten, welchen Eindruck meine Wone aus sie machten, offenbar aber hatte sie dieselben gar nicht gehört. „Horch!" rief sie plötzlich und blieb lauschend stehen, „da kommt Jemand Galopp einhergeritten. „Vielleicht ist es Dein Bruder!" Der Zufall wollte, daß wir genau auf derselben Stelle standen, aus welcher Bernhard Sophies Pferd einst aufgehalten hatte. „Das kann Bernhard nicht sein," versetzte ich, „er kommt nicht hierher." In der nächsten Minute aber tauchte er doch am Ende des Weges auf. Er kam eilends herbeigesprengt. Als er uns erreicht hatte, schwang er sich leicht aus dem Sattel und begrüßte uns in bester Stimmung. Was, dachte ich, mag geschehen sein? Ich befand mich in einer geradezu fieberhaften Ungeduld. Doch so lange Sophie bei uns war, konnte Bernhard meine Neugier nicht befriedigen. Zu Hause bei uns angelangt, begab er sich sofort in das stets für ihn bereite Zimmer, seine Reisekleider zu wechseln. Diese Gelegenheit benutzte ich, zehn Minuten später bei ihm anzuklopfen. Aus sein „Herein" trat ich ein und meine erste Frage war: „Was ist geschehen? Ist sie nicht gekommen?" „O doch!" erwiderte er heiter. „Aber, mein Gott, so sprich doch. Ist sie —" „Verheirathet ist sie," lachte er. „Verheirathet?" wiederholte ich athemlos, „was soll das heißen?" „Das ist sehr einfach. Der Capitän hat sich unterwegs in sie verliebt und sich noch auf dem Schiffe mit ihr trauen lassen. Ich entsinne mich übrigens auch, daß sie von jeher eine Kokette war." „Was hat sie denn zu Dir gesagt?" „Sie hatte solche Angst vor mir, daß sie mich erst gar nicht sehen wollte - doch versprach ich, ihr zu verzeihen, wenn sie mir feierlich gelobe, keiner Seele ein Sterbenswörtchen von meinem Briese an sie zu sagen." Lilly hielt Wort. So erfuhr Sophie erst lange, nachdem sie Bernhards Frau geworden, aus seinem eigenen Munde, was es gewesen, das seine erste Werbung um sie unterbrochen hatte. Athe». 23. Juni. Die Polizei beschlagnahmte alle in den hiesigen Buchhandlungen vorgefundenen Exemplare einer anüsemitischen Broschüre.__ . < Cocakä «nd provinzielles. Gießen, 24. Juni. — Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Freitag den 2 6. Juni 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch des Bernhard Schmidt um Ertheilung der Con- cession zum Wirthschastsbetrieb. 2. Gesuch des I. Heck um Ertheilung der Concession zum Branntweinverkaus über die Straße. 3. Baugesuch des Hermann Schäfer in den Eichgärten. 4. Bauveränderungsgesuch des Emil Harms. 5. Die Einfriedigung an dem Garten des Zentners Louis Bersch, Alicestraße 22. 6. Gesuch des Redacteurs A. Scheyda, die Ueberschreibung einer Parcelle betr. 7. Erbauung des Hardt- weges. 8. Gesuch der Garnisonverwaltung Gießen um pachtweise Ueberlassung von städtischem Gelände. 9. Decretur von Kostenrechnungen. 10. Der Entwurf eines Gesetzes über das Telegraphenwesen des Deutschen Reichs. — TrupPM'Jufpection. Se. Excellenz der commandirende General des 11. Armeecorps, v. Grolman, trafen gestern Abend zur Besichtigung des 116. Regiments hier ein. — Theater. Wie wir hören, gedenkt Director Widmann vom Curtheater zu Bad Nauheim uns morgen, Donnerstag den 25. Juni, mit einer Aufführung von Jacques Offenbachs brillanter Operette „£)ie schöne Helena" zu erfreuen. Die Partie des Paris liegt in den Händen des hiesigen Ortes von letzter Ensemblevorstellung noch in bestem Angedenken stehenden Operettentenors Carl Bank, dem in Offenbachs Operette eine Entfaltung seiner ganzen, wahrhaft glänzenden Stimmmittel ermöglicht wird. Die Titelpartie wird durch Frl. Margarethe Sina vertreten sein, während Frl. Brede, deren Ganymed in Suppes „Schöner Gala- thea" in letzter hiesiger Vorstellung von so schönem Erfolge begleitet war, die Rolle des jungen Orestes spielen wird. Die Costüme hat Director Widmann für die genannte Operette neu anfertigen lassen und sehen wir daher einem hochinteressanten Abend entgegen. Die Vorstellung beginnt um 8 Uhr. — Feriea-Sonderzug nach Frankfurt a. M. und Basel. • Wir verweisen aus die in vorliegender Nummer enthaltene Bekanntmachung der König!. Eisenbahn-Direction Hannover, nach welcher am 4. Juli ein Sonderzug mit 50 pCt. Fahrpreis-Ermäßigung von Hamburg nach Frankfurt a. M. und Basel über Cassel-Gießen, bezw. Heidelberg-Freiburg, befördert wird. Es gelangen u. A. auf der Station Gießen Fahrkarten erster, zweiter und dritter Klasse mit 45tägiger Giltigkeitsdauer zur Ausgabe. Zimmerbrand. In der vorletzten Nachtzwischen 12 und 1 Uhr entstand in der Wohnung eines hiesigen Kutschers ein Zimmerbrand, während der Bewohner schlafend sich in dem Zimmer befand. Glücklicherweise wurde das Feuer von zwei zufällig vorübergehenden Schutzleuten bemerkt und so ein größeres Unglück verhindert. Vermutlich ist das Feuer dadurch entstanden, daß ein aus dem Tisch stehendes Stearinlicht umfiel. — Selbstmord. Ein Cigarrenarbeiter, aus dem Neuenwege wohnhaft, machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. — Aus Anlaß einzelner Fälle der Zuwiderhandlung schärft das Großh. Oberconsistorium in einem Ausschreiben an die evang. Pfarrämter die bestehende Vorschrift ein, daß bei Vornahme der Taufe den Kindern keine anderen und weiteren Vornamen gegeben und in die Kirchenbücher eingetragen werden dürfen, als in den Geburtsregistern von den Standesbeamten nach Anzeige der zur Namengebung berechtigten Personen eingetragen worden sind. — Nicht wenige der zum Staate in einem ständigen Dienstverhältniß stehenden, nach dem Alters- und Jnvalidit'äts- Verficherungsgesetz versicherungspflichlige Personen beziehen ein höheres Jahreseinkommen vom Staate, als der nach § 22 dieses Gesetzes für sie in Anschlag zu bringende Jahresarbeitsverdienst beträgt, welcher für die Einreihung in die Lshnklasse maßgebend ist. Nach dem Gesetz ist aber eine Höherversicherung bei Einverständniß des Arbeitgebers und Versicherten hierüber zulässig. Der Arbeitgeber hat in diesem Falle die Hälfte des Mehrbetrages der Beiträge in höherer Lohnklasse zu übernehmen. Da es in nicht seltenen Fällen billig erscheint, von dieser Besugniß Gebrauch zu machen und nachdem durch eine von den Ständen genehmigte Vorlage die Möglichkeit hierzu gegeben ist, so hat, wie dem „Franks. Jl." mitgetheilt wird, das Ministerium des Innern und der Justiz sämmtliche ihm unterstehende Behörden beauftragt, den in ihrem Dienstzweig beschäftigten versicherungspflichtigen Personen, bei welchen obige Voraussetzungen vorliegen, die Bereitwilligkeit des Staates zur Versicherung in der höheren Lohnklasse und zur Uebemahme der Hälfte der dadurch bedingten Beträge zu erkennen zu geben. Wenn besondere Billigkeitsgründe dafür sprechen, die Versicherung in einer noch über den tatsächlichen Verdienst hinausgehenden Lohnklasse vorzunehmen, so wird auch hier die Ermächtigung ertheilt, darau einzugehen. A Bisses, 23. Juni. Am letzten Freitag brach in dem Wohnhause des Wilhelm Greis dahier ein Brand aus, der jedoch alsbald gelöscht wurde und größeren Schaden nicht anrichtete. *** Uffenheim, 22. Juni. Der Dien st knecht Anton Pfeffer von Heldenbergen verunglückte am letzten Mittwoch dadurch, daß aus hiesiger Ortsstraße seine Pferde durchgingen, er von dem Wagen fiel und von beiden Rädern überfahren wurde. Der Tod des Bedauernswerthen trat alsbald ein. vermischtes * Frankfurt a. M., 23. Juni. Selbstmord im Zoologischen Garten. Als heute Nacht zwischen 12 und 1 Uhr der Wächter des Zoologischen Gartens auf einem einer Rundgänge in die Nähe des Bärenzwingers kam, hörte er Geschrei und fand eine nackte Frauensperson im Eisbärenkäfig sitzen. Der Bär stand vor ihr, ohne ihr jedoch etwas zu Leid gethan zu haben. Die Frage des Wächters, wie sie denn da hineingekommen sei, beantwortete das Frauenzimmer mit der Aufforderung, sie zu retten oder sie in Ruhe zu lassen. Es stellte sich dann heraus, daß die Person sich oben entkleidet, ihre Kleider sorgfältig zusammengelegt und ich an einem Strick hinunter in den Käfig gelaffen hatte. Der Wächter holte sofort den Wärter. Als die Beiden in größter Hast dem Garten wieder zueilten, bot sich ihnen ein grauenerregender Anblick dar. Der Bär hatte, angelockt durch den Geruch des Fleisches, zunächst seine Tatze in die Haare der Unglücklich-Wahnsinnigen geschlagen und ihr die Zöpfe fammt der Hinterhaut des Schädels durch einen Hieb vollständig abgerissen und sie gewissermaßen scalpirt. Im nächsten Augenblick zerfleischte auch schon ein Hieb den rechten Arm, und als nun das Blut herausspritzte, leckte das Thier dasselbe gierig auf. Mittlerweile versuchte nun der Wärter, nachdem der Wächter die Polizei und den Director Haack e des Gartens benachrichtigt, durch wuchtige Hiebe mittelst eines Eisenstabes auf den Schädel des Thieres dasselbe vom Ablassen seines Opfers zu bringen. Trotzdem Schläge jedoch so kräftig aus- gesührt wurden, daß man hätte meinen sollen, der Bär müsse verenden, ließ das Thier jedoch nun, nachdem es einmal Blut geleckt hatte, nicht ab. Die Unglückliche rief dann auf wiederholtes Fragen den inzwischen Herbeigeeilten zu, man möge sie entweder erschießen, oder — und dann folgte eine cynifche Redensart. Gleichzeitig hotte sie auch angegeben, daß ein Strick herab!,änge, an dem sie sich heruntergelassen habe, jedoch in der Dunkelheit konnte derselbe nicht gleich erblickt werden und ehe noch das Gewehr aus dem Gesellschaftsgebäude des Gartens zum Erschießen des Bären zur Stelle gebracht werden konnte, hatte der Bär durch einen neuen Tatzenhieb den Unterleib ausgerissen und fraß die hervorquellenden Eingeweide seines unglücklichen Opfers. Der Tod trat bann selbstverständlich ganz kurze Zeit darnach ein und es blieb nun nichts Anderes übrig, als den zerfetzten Körper der Irrsinnigen dem Rachen des Bären zu entreißen. Mittelst Feuerhaken wurde der Leichnam an das Gitter gezogen, das gierige Raubthier durch Wasser und Eisenstangen davon abzuhalten gesucht, und nun sollte der Leib des Cadavers durch einen zweiten Strick angeknüpst werden, mit dem ersten nun gefundenen und herausgezogenen Seil verbunden und so der ganze Körper in die Höhe gezogen werden. Das Raubthier, welches die Absicht merkte, vereitelte jedoch das erste Mal das Unternehmen. Es faßte den Körper in den Weichen und trug ihn ans den Felsen, hieb dann noch die rechte Brust herab, bis es bann den verzweifelten Anstrengungen gelang, den Bären soweit von der Leiche zu entfernen, daß endlich der Körper wieder vorgezogen, angeknüpft und nun rasch in die Höhe gezogen werden konnte. Wüthend hob sich der Eisbär auf feine Hinterpranken und versuchte nochmals seine Beute zu erhaschen, doch diesmal gelang es, dieselbe aus dem Bereich feiner blutigen Tatzen zu entfernen. Die Leiche wurde zunächst in das Heilig-Geist-Hofpital gebracht. Vor 3/4l Uhr schon war der Polizei-Commiffar des dortigen Bezirkes erschienen. Sein mitgebrachter Revolver konnte auch nicht mehr in Action treten. Das ganze gräßliche Drama spielte sich innerhalb weniger Minuten ab. Oben auf der Brüstung des Zwingers sand man die fein säuberlich zusammengelegten Kleider der offenbar Irrsinnigen. Ein bayerisches Steuerquittungsbuch wies dieselbe als eine Karoline Wolfs, von Kleinlangheim in Bayern gebürtig, aus. Sie lebte früher als Privatere und der Wärter des Bärenzwingers, welcher ebenfalls aus bortiger Gegend stammt, kannte die Unglückliche persönlich. Seitens des Personals des Zoologischen Gartens ist bei der furchtbaren Scene unter Aufbietung aller Kräfte alles denkbar Mögliche geschehen, um einen Rettungsversuch zu veranstalten. Das wahnsinnige Weib jedoch faßte nicht einmal nach dem Strick, an dem sie sich herabgelassen hatte. Auch sind die Sicherheitsvorrichtungen über dem oben offenen Käfig derartig, daß absolut nichts vorkommen kann, wenn es eben nicht mit vollster Ueberlegung und Absichtlichkeit geschieht, und da würden selbst haushohe Gitter nicht davor schützen können. Die Direction des Zoologischen Gartens und die Beamten desselben trifft somit keine Schuld. Die Zerfleischte hatte in ihrem geistesgestörten Zustand noch soviel Schamgefühl, ihre Blöße mit einem hintengeknüpften Tafchentuche zu bedecken. Das Taschentuch fand man zerfetzt am Boden des Zwingers liegen. Wir wollen dabei nicht unerwähnt lassen, zum Beweise, daß man es hier mit einer vollständig Irrsinnigen zu thun hatte, daß dieselbe Person bereits im vorigen Jahre den Versuch gemacht hatte, in einen Löwenkäfig des Gartens einzubringen. *△ Mainz, 23. Juni. Der in das vor mehreren Monaten vorgekommene blutige Rencontre mehrerer Osfiziere verwickelte Architect Heyl von hier mußte sich in Folge der bei dem Vorfall erlittenen Verwundungen letzter Tage einer erneuten ärztlichen Operation unterziehen. Die Verwundungen haben sich nachträglich als bedenklicher gezeigt als man anfänglich glaubte und wird bis zur vollen Genesung des Verletzten jedenfalls noch einige Zeit vergehen. f f Kassel, 23.Juni. Hochwasser im Hochsomm'er. In Folge der in den letzten Wochen und Tagen unaufhörlichen, geradezu melancholisch stimmenden Regengüsse erlebten wir das seltene Schauspiel, daß jetzt in den längsten und sonst gewöhnlich trockensten Sommertagen die Fulda und ihre Nebenflüsse eine Höhe erreicht haben, als ob wir uns in der Zeit der Hochwafferperiode, November oder März, befänden. Hier in der Nähe von Kaffel ist die Fulda seit gestern zwei bis drei Fuß gestiegen und droht aus den Usern zu treten, stellenweise ist dieses schon geschehen und sind die Niederungen überfluthet. Daß das Erdreich in Wald und Feld mehr als I genug mit Feuchtigkeit gesättigt ist, geht aus der Thatsache eclatant hervor, daß die hier einmündenden kleinen Nebenbäche, die sonst in dieser Zeit halb versiegt sind, feit gestern Abend derart angeschwollen und über die Ufer getreten sind, wie kaum je schlimmer zuvor. Die Wiesen, Gärten rc. an der Straße nach Waldau und Bettenhausen sind fußhoch vom Waffer überschwemmt. Dir Leipzigrrstraße steht eine ganze Strecke lang fußhoch unter Wasser, so daß der Fußgängerverkehr aufgehört hat. Das Wasser geht bis über die Perrons der Pferdebahnwagen. Die Pferdebahn kann nur mühsam den Betrieb ausrechterhalten. Heute trat endlich trockenes Wetter ein. * Ulm, 20. Juni. Das „Ulmer Tageblatt" berichtet: Bei einer gestern Vormittag auf dem Lerchenfelde vorgenommenen Gefechtsübung ereignete sich ein Unfall, indem eine Batterie des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 13 aus zu naher Entfernung auf eine sie attackirende Eseadron des Dragoner-Regiments Nr. 26 mit Manöverkartuschen Feuer gab, wodurch fünf Mann verletzt wurden. Jedoch nur bei bei einem Manne war die Aufnahme in das Lazareth notwendig und derselbe wird in ganz kurzer Zeit auch wieder dienstfähig fein; die übrigen Leute versehen bereits heute wieder ihren Dienst. * Ein dankbarer Patient. In einem Berliner Krankenhause befand sich längere Zeit ein schwerkranker älterer Herr, bis der Tod seinem Leiden ein Ende machte. Der Kranke hatte, wie die „Allg. Fleischer-Ztg." mittheilt, zu dem ihn behandelnden Arzte, Dr. A., der, wie allgemein gerühmt wird, sich stets durch besonderes liebenswürdiges Wesen und große Gewiffenhaftigkeit auszeichnet, eine so herzliche Zuneigung gefaßt, daß er, der kinderlos war, ihn aboptirte. Der Verstorbene hat ein Vermögen von anderthalb Millionen zurückgelassen, das einst nach dem Tode seiner Wittwe dem adoptirten Arzte zufallen wird. * Landsberg a. d. W., 20. Juni. Am 16. d. Mts. verhandelte das hiesige Schwurgericht gegen den Gemeindeeinnehmer Schülke aus Bernstein, der von ben Jahren 1887 bis 1890 zum Nachtheil der Stadt Bernstein über 3000 Mk., die er amtlich empfangen hatte, unter Fälschung der Bücher unterschlagen und für sich verbraucht, sowie 400 bezw. 385 Mk. als Agent der „Germania" und „Berlinischen Feuerversicherungs-Gesellschaft" unterschlagen hat. Der Angeklagte will dadurch zum Verbrecher geworden sein, daß er verleitet wurde, an Glücksspielen theilzunehmen, welche von den Magistratsmitgliedern häufig des Mittwochs im Anschluß an die Magistratssitzungen veranstaltet wurden. Der Bürgermeister mußte als Zeuge selber eidlich zugeben, daß er bei dem Spiel „Lustige Sieben" oder „Gottes Segen bei Cohn" an einem Tage 10, 15, 20, 25 und 30 Mk. verloren habe. Der Angeklagte meinte freilich, daß es oft viel höhere Beträge gewesen seien. Unter Annahme mildernder Umstände wurde Schälke zu 21/3 Jahren Gesängniß verurtheilt. * 44 Damen in Berlin, bürgerliche, adelige und gräfliche, haben einen „Verein zur Bekämpfung des Modefrevels" gegründet. Männer werden als „Freunde" in den Bund aufgenommen. Vorn 15. Juli ab gibt der Bund ein eigenes Blatt, „Der Flügel", heraus. Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen wahrend des Monats April 1891. Milzbrand wurde festgestellt in den Orten des Kreises Friedberg: Groß-Karben am 3., Nieder-Roßbach am 21. und Maibach am 27.; in Lanzenhain, Kreis Lauterbach, am 2. in Dauernheim, Kreis Bübingen, am 4. April, jedesmal bei einem crepirten Rinde; in Echzell, Kreis Büdingen, am 3. April bet einem crepirten Pferde und im Schlachthause zu Offenbach am 13. April bei einem geschlachteten Ochsen. Rotz. In Mümling - Grumbach, Kreis Erbach, wurde ein Pferd als der Seuche verdächtig erkannt und unter Stallsperre gestellt, drei weitere Pferde desselben Besitzers stehen als der Ansteckung verdächtig unter polizeilicher Beobachtung. Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Darmstadt, Eberstadt und Pfungstadt, Kreis Darmstadt; in Bickenbach, Kreis Bensheim; in den Orten des Kreises Erbach: Hainstadt i. O., Beerfelden, Hinterbach und Unter - Sensbach; in Rimbach und Unter- Schönmattenwag, Kreis Heppenheim; in den Otten des Kreises Gießen: Annerod, Trohe und Allendorf a. d. Lahn; in den Orten des Kreises Friedberg: Ockstadt, Büdesheim und Bad Nauheim; in Maar und Angersbach, Kreis Lauterbach; in den Orten des Kreises Alzey: Flomborn, Hackenheim, Bornheim, Tiefenthal, Wöllstein , Pleitersheim und Zotzenheim; in den Orten des Kreises Oppenheim: Eichloch, Wallertheim, Nierstein, Hillesheim, Partenheim, Ober-Saulheim und Eimsheim, und in Hamm im Kreise Worms. Die Seuche herrscht fort in Leusel und Arnshain, Kreis Alsfeld; in den Orten des Kreises Alzey: Obernheim, Flonheim und Fürfeld; in den Otten des Kreises Bingen: Gau-Algesheim, Sauer- Schwabenheim und Gensingen, und in Gimbsheim, Kreis Worms. Die Seuche wurde im Monat April festgestellt und war am Schluffe desselben wieder erloschen in Eschollbrücken, Kreis Darmstadt; in Habitzheim, Kreis Dieburg, in Neckarsteinach, Kreis Heppenheim; in den Orten des Kreises Alzey: Pfaffen-Schwabenheim, St. Johann, Sprendlingen, Welgesheim und Framersheim; in den Orten des Krttses Oppmheim: Ober-Hilbersheim, Bechtolsheim, Oppenheim, Dalheim, Schimsheim, Gau-Weinheim, Dolgesheim, Wolfsheim; in den Orten des Kreises Worms: Westhofen, Eich und Leiselheim; Ausbrüche der Seuche wurden noch festgestellt einmal auf dem Viehhofe in Darmstadt und zweimal auf dem Vtehhofe Die Seuche wurde im Monat April festgestellt und herrschte am Schluffe desselben noch fort: in Hahn, Kreis DNrmstadt;Zn Lindenfels und Biblis, Kreis Bensheim; in Birklar, Kreis Gießen; in den Orten des Kreises Alsfeld: Otterbach, Ohmes, Ober-Bretden- bach, Appenrod; in den Orten des Kreises Mainz: Essenheim, Nieder- Olm und Stadecken; in den Orten des Kreises Alzey: Erbes-Büdesheim, Volxheim, Bermersheim.und Bosenheim; in Groß-Winternheim, Kreis Bingen, in Spiesheim und Friesenheim, Kreis Oppmheim, und in Pfeddersheim, Kreis Worms. Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh ist erloschen in Hüttenthal, Kreis Erbach, in Albach, Kreis Gteßm, in Blofeld, Kreis Büdingen, in Ossmheim, Kreis Friedberg, in Weiterfeld, Kreis Schotten, und in Hahnheim, Kreis Oppmheim. In Liederbach, Kreis Alsfeld, herrscht die Seuche fort. Festgestellt wurde dieselbe unter Rindvieh in Ohmes, Kreis Alsfeld, am 3., in Heppenheim a. d. W., Kreis Worms, am 6., in Maibach, Kreis Friedberg, am 9., in Darmstadt am 21., in Gau- Bischofsheim, Kreis Mainz, am 22., in Münster, Kreis Dieburg, om 29. und in Dauemheim, Kreis Büdingen, am 30. April; ferner bei einem Landbeschäler in Schlitz, Kreis Lauterbach, und bei je einer Stute in Maar, Uetzhausen und Hartershausen, in demselben Kreise, am 11. April. 3 (1) Bekanntmachung vor dem Großh. Amtsgerichte hier- [5818 selbst anberaumt. 23. Juni 1891. 5830 5843 versteigern. a> 5816 Hofmeyer. 5829 Utz ct CD fachen. 5845 Allellwerttttlmg der größten u. renom- mirtesten deutschen Aäymaschtnen- AabriKen. 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In dem Concursversahren über das Vermögendes verstorbenen Salomon Kuder von Heuchelheim ist Schluß- und zugleich Prüfungstermin, Heinrich Repp, Lindenplatz 5. öffentlich versteigert Maurerarbeiten Zimmerarbeiten Schlofferarbeiten Cbaussirarbeiten Dienstboten des Sparkaffebezirks Nidda, welche fünf Jahre lang bei einer und derselben Herrschaft gedient und sich während dieser Zeit durch Fleiß, sittliches Betragen ausgezeichnet und ihren Sinn für Sparsamkeit durch Einlage in die Sparkasse betätigt haben, sowie solche, welche aus triftigen Verhinderungsgründen keine Ersparnisse einlegen konnten, indessen den vorbemerkten übrigen Anforderungen zu entsprechen im Stande sind, können von fünf zu fünf Jahren prämiirt werden. Diejenigen Dienstboten nun, welche um Zuweisung einer Pränne aus hiesiger Sparkasse nachzusuchen wünschen, wollen ihre Dienstzeuqnisse durch die Herren Bürgermeister bis längstens den 23 Juli bei uns einreichen. Spätere Gesuche können keine Berücksichtigung mehr finden. Nidda, am 18. Juni 1891. Die Direction der Sparkasse Nidda. 3. Ausstellung des neuen Voranschlags. Gießen, 23. Juni 1891. Für den Ausschuß: v. Gagern, Provinzial-Director. Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 24. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 22V2 Grad Reaumur. L. Ehr. Rubsamen Wwe. Freitag den 26. Juni, Nachmittags 2 Uhr, In der früher Br am m'scheu Hofratthe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 3 Schweine, 1 Decimalwaage, 1 Ladeneinrichtung, 1 Pianino, 1 Verticow, Secretär, 2 Sophas und sonstige Mobilien, dio. Gold- und Silber- MhmWnen-Handlung Th. Haubach Bahnhofstr. 40. 1 Treppe. Aclttstes und größtes Geschäft dieser Krauche am hiesigen Platze. ______ 3101 Grosses Lager. — Reelle Garantie. Bedeutende Jahlunsserleichteruusen. Kegen Saar hoher Aavatt. 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Jede nähere Auskunft am Versteigerungsplatze. 5809 Wegen freiwilliger Aufgabe «eine» Fuhrwesens in Nieder-Ohwen lasse ich Montag den 29. Juni, Morgens 9 Uhr, bei Gastwirt- Gallenbach in Mücke (Oberheff. Bahn): 10—12 gute, schwere, weist junge zugfeste ArbeitS- vferde belgischer Raffe, darunter 1 Doppelponny und 1 Ardenner, sowie schwere Wagen u. Geschirre öffentlich versteigern. 5840 August Schlessinger. Bekamttmachrm« Ferien-Sonderzug nach Frankfurt a. M. und Basel. Am 4. Juli d. I. wird ein Sonderzug mit 50 % Fahrpreisermäßigung von Hamburg nach Frankfurt a. M. und Bafel über Cassel-Gießen bezw. Heidelberg-Freiburg befördert werden. Rückfahrkarten I-, II., und III. Klaffe mit 45tägiger Gültigkeitsdauer gelangen auf den Stationen Harburg, Lüneburg, Uelzen, Celle, Hannover, Northeim, Göttingen, Münden, Cassel, Marburg, Gießen, Geestemünde, Bremen, Minden, Hameln und Hildesheim zur Verausgabung, unv zwar nach Frankfurt a. M., nach Basel hin und zurück über Freiburg und nach Basel hin über Freiburg und zurück über denselben Weg oder ab Konstanz oder Singen oder Schaffhausen oder Neuhausen über die Badische Schwarzwaldbahn. Die Hinfahrt nach Frankfurt a. M. bezw. Basel muß mit dem Sonderzuge erfolgen. Bezüglich der Rückfahrt ist das Nähere aus den Fahrkarten zu ersehen. Für die Strecken der preuß. Staatsbahnen werden auf jede Fahrkarte eines Erwachsenen 15 kg, auf jede halbe (Kinder-)Fahrkarte 7 kg Freigepäck gewährt. Alles Nähere ist aus den auf den betreffenden Stationen aushängenden Bekanntmachungen zu ersehen ober bei den Fahrkarten-Ausgabestellen zu la. Kernseife, per Pfund 28 Pfg., 10 Pfund - . Mk. 2,73 23 „ . . „ 6,75 empfiehlt H. F. Aassauer, 5487] Neuenweg 15. Nauheimer Mesch bei 544i Otto Schaaf. Nainzlar, den Großh. Bürgermeisterei Mainzlar- Vogel. 5779 Strohhute für Herren und Knaben, Sonnenschirme für Damen und Herren in neuesten Fayons zu bitt- Preisen bei Flüssige Kranceftrben. 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Main empfiehlt Ia.Fortland-Cement Fabrikat ersten Ranges von höchster Festigkeit und V olumenbeständigkeit. Durch die hohe Leistungsfähigkeit der Fabrik — grösstes Werk dieser Branche in Bayern — wird die prompte und gleichmässige Ausführung auch der grössten Aufträge garantirt. Ferner: la. Roman-Cement, vorzügliches billiges hydraulisches Mörtelmaterial. Zahlreiche Zeugnisse über ausgeführte grosse Lieferungen stehen gern zu Diensten. . , , . Die Niederlage für Giessen und Umgegend befindet sich bei 4279 J. Happel, Neustadt 56. Sams tag den 27. Juni, Abends 8 Uhr, taffe ich mein Wohnhaus an der Frankfurterstr. Nr. 1, zu Klein- Linden auf dem Rathhaufe daselbst werden durch ein bewährtes äußeres Mittel bei gleichzeitigem Tragen eines eigens construirten anatom. Bruch- bande^r^llen heilbaren Fällen auf einfache, schmerzlose Weise dauernd geheilt. Brochüre gratis. Vermittlung von Bandagen nebst Bruchheilmittel. — Dr. Goericke, Stabsarzt a. D., Soecialarzt für Bruchkranke und Frauenleiden. - Briefadresse.- Bruchheilinstitut, Stuttgart. Sprechst. d- gepr. chirurg Assist- u. Bandag. in Gießen, Hohl Lenz am 29. Juni o- 8-11»/, Vm. 5820 Neue Landauer, Mylord, Vietoria, Breaks re. zu verkaufen. 5790 E. Mohrmann, Hofschmied, Darmstadt. MöchevUiche Neberßcht der Todesfälle in Gieße«. 24. Woche. Vom 14. Juni bis 20. Juni 1891. Einwohnerzahl: 20 611 (tncl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeUSzfffer: 22,71 °/«bezw. 15,14 nach Ausschl. der Ortsftemden. Kinder ES starben en: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: werden: veranschlagt zu 48 «X 75 A, 188 „ 22 16 „ — 108 „ - Die Mitglieder des zur Abstellung des Bettels gegründeten Unterstützungs-Vereins (Armen-Verein) in Gießen werden hierdurch auf Dienstag, 30. Juni L I., Vorm. 11 Uhr in das Regierungsgebäude zur jährlichen Generalversammlung eingeladen. ... Tagesordnung: 1. Auslassung der Hälfte des Vorstands und Neuwahl für die nachträglich angemeldeten For- deffelben. lderungen Termin auf 2. Vorlage der Rechnung und Rechenschaftsbericht. < Donnerstag, 23. Juli 1891, BoruuttagS 11 Uhr, Hch. Eich, Klein-Linden. ----Beste Toiletteseifen und Taschentuchparfüms kauft man tn Dem [3703 Drogengeschäft von Otto Schaaf. Chilisalpeter bei 5442 Otto Schaaf. AMeöotenes. la. türk. Zwetschen wieder eingetroffen bei [5181 Robert Stuhl, Neustadt 23. Schirme werden dauerhaft reparirt und überzogen bei Jean Häuser, 5771 Mäusburg L Gießen, den 19. Juni 1891. Glässing, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Arbeitsvergebung. Montag den 20. l. M., Mittags 1 Uhr, sollen in der Gemeinde Mainzlar nachstehende Arbeiten Das Neueste und Eleganteste in \ 3im 1. Ze-tember 1891 WWA Kinderwagen , ist zu vermiethen oder zu verkaufen em Fabrikanwesen, _____» SB! I, <«,.» MW Nxllr Sommer-Wellen. i in welchem bisher eine Wollspinnerei । betrieben würbe. Wasserkraft tn t Girard- Iftdlte Sommer-Rome, turbine, reichliche Deconomiegebaube, X; J « r IV- Hectar Ackerland. 2ief|eiL miethen gesucht 5828] Eine durchaus tüchtige Weitz- Taglöhnerinnen gesucht. 5832 Riegelpfad 12 Vermischte Anzeigen 101.801 Ver. KönigS-Laurab.-Act 119 50 Tendenz: fest. 160.50 91 40 92 10 80.00 75 40 o a 4% Mainzer St.-Anl. Gelsenk. Bergw.-Act. 5812] Am 21. d. Mts. ein goldenes Medaillon, auf dessen innerer Platte 21. April 1863 gravirt ist, verloren. Gegen Belohn, abzugeben in der Exped. d. Bl. 99 37 422.00 188 37 142.80 140.10 113.70 71 20 Disconto-Commcmd^Anth- Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Art. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act- Oest. Credit-Act. Oest. StaatSb.-Act. 181.00 137.60 142 00 11800 93.00 S59.C0 253.25 Lomb. E.-B.-Act. Bufchtherader E.-B.-Act. Elbtbal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act Schlußcourfe 1 Uhr 15 Min. 85.55140/0 Ung. Gold-Rente 98.55 50/0 Jtal. 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