Rr. 95 Der Zvzeiger erscheint täglich, mit Au-nohmr deS Montags. Die Gießener $a*ICit*irä(U< A^kLru dem Anzeiger ^iLchmtlich dreimal beigelegt. 1891 Samstag den 25. April vierteljähriger Kenerat-Unzeiger. Redaction, Lxpedin»« und Druckerei: Kchntstraße 3lt.lt Fernsprecher 51. Meßmer Anzeiger M Amts- nnd Anzeigeblatt ffit den Ureis Greben. Tvoahmr von Anzeigen zu der Nachmittag» für den falgeude« Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. ♦ttffofcKeiet Ki-ßen-r Kmullieaklätter. feSXtZX .......................................*11 !■......................................... Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Im Kreise Gießen sind in der Zeit vom 1. Februar 1890 bis dahin 1891 in den einzelnen Gemeinden die nachstehend verzeichneten Beträge für die Landeswaisenkasse eingegangen. Man bringt dies mit herzlichem Danke für die Geber hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 21. April 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gemeinden. utl 1. Albach..... 1.10 2 Allendorf a. d. Lahn 2.07 3. Allendorf a. d. Lda. 1.32 4. Allertshausen . . —. — 5. Alten-Buseck . . . 2.67 6. Annerod .... 8.53 7. Bellersheim . . . 4.— 8. Beltershain . . . 3.04 9. Bersrod .... 3.48 10. Bettenhausen . . 1.32 11. «Beuern .... 6.59 12. Birklar .... -.82 13. Burkhardsfelden 1.11 14. Climbach .... 2.30 15. Daubringen . . . 1.61 16. Dorf-Gill .... -.50 17. Eberstadt .... 1.60 18. Ettingshausen . . —.— 19. Garbenteich . . . 1.05 20. Geilshausen . . . 1.30 21. Gießen..... 159.76 Kreisamt . . . 4.20 22. Göbelnrod . . . 3.50 23. Gcoßen-Bufeck . . 4.75 24. Großen-Linden . . 6.72 25. Grünberg .... 4.66 26. Gröningen • • • 205 27. Harbach .... 1.54 28. Hattenrod.... —.40 29. Hausen..... —.75 30. Heuchelheim . . . 2.57 31. Holzheim .... 1.15 32. Hungen .... 3.30 33. Jnbeiden .... 2.10 34. Kesselbach .... 1.20 35. Klein-Linden . . . 1.74 36. Langd..... 9.32 37. Lang-Göns . . . 5.35 38. Langsdorf .... 2.15 39. Lauter . « . » ; —.— zu übertragen 261.62 Gemeinden. «M. Uebertrag 261.62 i 40. Leihgestern . - . 7.— 41. Ltch......22.47 42. Lindenstruth . . . 1.87 । 43. Lollar..... 5.74 ; 44. Londorf .... —.38 i 45. Lumda.....— : 46. Mainzlar .... 3.30 47. Münster .... L— 48. Muschenheim . . 3.07 49. Nieder-Bessingen . —.37 50. Nonnenroth ... —.40 i 51. Obbornhofen . . . 1.80 I 52. Ober-Bessingen . . — 60 I 53 Ober-Hörgern . . 4.61 54. Odenhausen . . . — 55. Oppenrod .... 4.30 56. Queckborn . . . 1.56 57. Rabertshausen . . — — ! 58. Reinhardshain . . 1.47 । 59. Reiskirchen . . . — 60 I 60. Rodheim .... 1.65 : 61. Rödgen .... —.— | 62. Röthges .... 1.20 63. Rüddingshausen . 1.91 64. Ruttershausen . . 5.28 65. Saasen.....—.20 66. Stangenrod . . . 3.41 67. Staufenberg . . . 169 68. Steinbach .... 5.51 69. Steinhetm . . . 1.63 70. Stockhausen . . . 2.85 71. Trais-Horloff . . 4.96 72. Treis a. d. Lda. . 2.40 73. Trohe.....—.— 74. Ulphe..... 2 51 75. Willingen .... 2.60 76. Watzenborn ... 431 77. Weickartshain . . 3.20 | 78. Weitershatn . . . 2.30 79. Wteftck .... 28.28 Summa 398.05 Bekanntmachung, die Verminderung der Herbstzeitlose betreffend. Nachstehende von Großh. Kreisamt Gießen in Nr. 92 des Gießener Anzeigers erlassene Bekanntmachung in obigem Betreff bringen wir hierdurch zur Kenntniß der Wiesenbesitzer in der Gemarkung Gießen. Gießen, den 23. April 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Abschrift. Bekanntmachung, die Verminderung der Herbstzeitlose betreffend. Da wir in den vergangenen Jahren die Wahrnehmung gemacht haben, daß aus einem großen Theile der Wiesen des Kreises nichts zur Vertilgung der der Wiesencultur und Fütterung des Viehs so höchst nachtheiligen Herbstzeitlose geschehen ist, ordnen wir hiermit auf Grund des Art. 24 der Wiesenpolizeiordnung die Reinigung der Wiesen von dieser schädlichen Pflanze bis zum 15. Mai d. I. bei Meidung der gesetzlichen Strafe an. Ein seit langen Jahren erprobtes Mittel zur gründlichen Vertilgung der genannten Pflanze bietet das Ausziehen mit dem ganzen Schafte bei feuchtem Boden. Geschieht das Ausziehen mit Achtsamkeit, d. h. ohne den Schaft abzubrechen, so bedarf es im nächsten Jahre nur noch einer Wiederholung dieser Arbeit, um das Wiedererscheinen der Pflanze gänzlich zu unterdrücken. Die ausgerupften Pflanzen sind dabei sorgfältig zu entfernen. Gießen, den 20. April 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. (gez.) v. Gagern. Bekanntmachung. Die Berichtigung der im April d. I. gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrafen hat in den ersten 25 Tagen des Monats Mai d. I. und zwar mit Ausschluß des 12., 13. und 14. an die Großh. Districts-Einnehmerei Gießen I bei Meidung der Beitreibung zu erfolgen. Gießen, den 23. April 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Deutsches Reich. Berlin, 22. April. Im 19. hannöverschen Reichstagswahlkreise schlägt die Agitation zu der Stichwahl zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Socialdemokraten Schmalfeld immere größere Wellen. Beide concurrirende Parteien, die Nationalliberalen wie die Socialdemokraten, bieten das Aeußerste zur Bearbeitung der Wählermassen aus, beide überschwemmen sie den Wahlkreis förmlich mit einem Heer von Agitatoren, und noch mehr, wie vor der ersten Entscheidung jagt in Geestemünde und Lehe eine Wahlversammlung die andere. Da sich die Mehrheit der freisinnigen und welfischen Wähler des Wahlkreises bei der engeren Entscheidung der Stimmabgabe vermuthlich enthalten wird und da zugleich die Nationalliberalen über ansehnliche Reserven verfügen, so ist es höchst wahrscheinlich, daß Fürst Bismarck mit bedeutender Stimmenmehrheit über seinen socialdemokratischen Gegner siegen wird. Immerhin sieht man in ganz Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus dem Ausgang dieser am 30. April stattfindenden Stichwahl mit begreiflicher Spannung entgegen. — Die Strike-Erscheinungen im westfälischen Kohlenrevier dauern fort und darf die ganze Bewegung offenbar nicht mehr unterschätzt werden. Zur Zeit fehlt es ihr allerdings noch an Einheitlichkeit, wie denn auch ihre Ursachen verschiedener Natur sind. Aber die westfälischen Bergleute befinden sich augenscheinlich wieder einmal in gereizter Stimmung, und ernsthaft erwägt man schon den Plan einer allgemeinen Arbeitseinstellung. Zur Entscheidung hierüber findet kommenden Sonntag in Bochum eine Versammlung von Delegirten nicht nur der westfälischen, sondern auch aller andern deutschen Bergleute statt. Die Zechenverwaltungen werden deshalb gut thun, die Möglichkeit eines allgemeinen Ausstandes der deutschen Bergleute schon jetzt ins Auge zu fassen, wie dies auch von den größeren Industriezweigen gelten kann. Doch möchte man noch immer bezweifeln, daß es die deutschen Bergleute wirklich auf einen allgemeinen Strike ankommen lassen sollten, denn ob sie hierbei ihre Rechnung finden würden, erscheint noch recht fraglich. Deutscher Reichstag. 107. Plenarsitzung. Donnerstag, 23. April 1891. Die zweite Berathuna der Novelle zur/ Gewerbeordnung (Arbeiterschutzgesetz) wird fortgesetzt und zwar bei den Bestimmungen gegen den Mißbrauch des Coalitionsrechts (S 153). Abg. Möller (natl.) erklärt, daß die Nationalliberalen für Absatz 1, aber gegen Absatz 2, welcher die Aufforderung zum Con- tractbruch betrifft, stimmen und diesen Standpunkt auch einnehmen werden, wenn die Materie durch Strafgesetznovelle geregelt werden sollte. Zur Bildung von Verbänden gegen die Arbeiter feien die Arbeitgeber gezwungen worden, die sich in der Nothwendigkeit der Selbstvertheidigung befänden. Die Mittel, die sie anwendeten, seien keine anderen als die, welche man ihnen gegenüber anwende. Redner führt hierfür Beispiele aus der Hamburger Arbeiterbewegung an. Anders werde es erst durch eine Hungercur werden, zu welcher gewissenlose Agitatoren im Lande die Arbeiter zu einer Zeit des wirtschaftlichen Niederganges in frivoler Weise treiben. Die social- demokratischen Führer hier im Hause riethen von weiteren Strtkes ab, aber die Führer im Lande leisteten dieser Ermahnung keine Folge mehr. Sie (zu den Socialdemokraten) haben keinen Einfluß auf die von Ihnen verführten Führer mehr. (Lärm bei den Soctal- demokraten.) Abg Stotze! ((Str.) hat die Aufnahme des § 153 in der vorliegenden Fassung in die Vorlage beklagt, obgleich er nicht im Zweifel darüber gewesen, daß derselbe in diesem Hause keine Mehrheit finden würde. Aber die Vorlage habe dadurch an Ansehen eingebüßt. Arbeitgebercomplotte halte er für verwerflich. Man könne es den Arbeitgebern nicht verwehren, daß sie sich zusammenthun, aber nun und nimmermehr sei es zu billigen, daß sie sich verabreden, diesen oder jenen Arbeiter von der Arbeit auszuschlteßen. Dieses Pro- scriptionssystem verbittere, ohne zu nützen. Es könne die Bewegung unter den Arbeitern nicht aufhalten, die dahin gehe, daß sie auf dem Fuße der Gleichberechtigung neben den Arbeitgebern stehen wollen. Abg. Förster (Soc.) tritt den Ausführungen des Senators Hartmann vom Dienstag entgegen und sucht nachzuweisen, daß die Hamburgische Regierung es den organtsirten Arbeitern Hamburgs möglichst erschwert habe, ihre Forderungen den Unternehmern gegenüber zur Geltung zu dringen. Er verdenke es den Unternehmern nicht, wenn sie sich zusammenthun: das sei ihr gutes Recht; aber die Mittel, die sie anwendeten, seien bedenklich. Die Begehrlichkeit der Hamburger Maurer sei durch die Unternehmer erweckt worden, die sich überboten, weil ein wahnsinniges Hasten im Bauwesen eingetreten war. Die Maifeier sei zuerst von den Unternehmern als Machtfrage aufgefaßt und so die Arbeiter provocirt worden. Die Hamburger Tabakarbeiter seien überaus schlecht gestellt gewesen, sodaß es nur natürlich gewesen, wenn sie auf eine Verbesserung ihrer Lage hin- gewirkt hätten. Man beschränke den Arbeitern nicht das Coalitions- recht, um die Bewegung in ruhigen Bahnen zu erhalten. Abg. Dr. Hammacher (natl.) gibt Stötzel völlig darin Recht, daß die Arbeitgeber die Gleichberechtigung ihrer Arbeiter anerkennen sollen, stellt aber die Existenz schwarzer Listen im westfälischen Bergbaubezirk in Abrede. So lange Kündigungsfristen gesetzlich existirten, so lange müsse gesetzlich darüber gewacht werden, daß dieselben etn- gehalten werden. Den Contractbruch bei dem letzten großen westfälischen Kohlenstrike habe kein rechtlich denkender Mensch vertheidigt. Jetzt seien wieder Strikes in Westfalen ausgebrochen, von denen man nicht wissen könne, welchen Umfang sie annehmen werden, und wieder beginnen diese Strikes mit dem Contractbruch. Erfreulicherweise halte sich diesmal ein ansehnlicher Theil btr niederrheinischwestfälischen Belegschaften zurück; derselbe verurtheile auch das un- patriotische Verfahren der sogenannten deutschen Bergarbeiter-Dele- gtrten in Paris. Werde § 153 jetzt abgelehnt, so werde man nach einigen Jahren genöthigt sein, schärfere Maßregeln zu treffen als diese. Abg. Stadthagen (Soc.): Die Strikes der rheinisch-westfälischen Kohlenarbeiter seien durch Mißhandlungen veranlaßt, welche die Arbeiter erfahren müßten. Die Vertreter der Commune, welche die deutschen Bergarbeiter-Delegirten ehrten, seien in edelster und schönster Weise für die höchsten Ziele eingetreten und dafür in schmählichster Weise behandelt worden. Hamburgischer Senator Burchard weist die Förster'schen Angriffe auf die Hamburger Behörden zurück. So lange das Socialiften- gefetz bestand, sei es ihre Pflicht gewesen, die socialdemokratische Agitation aus den Gewerkoereinen fernzuhalten. Socialdemokratischen Versammlungen gegenüber sei ein großes Maß von Nachsicht gewährt worden, obgleich das den Behörden durch die Art und Weise, in welcher die Agitation einer urtheilslosen Masse gegenüber betrieben werde, sehr erschwert worden. Alles, was Andern heilig sei, werde von den Agitatoren in den Staub gezogen, die Geschichte gefälscht und vor groben Lügen nicht zurückgeschreckt. Das Hamburger „Echo" habe anläßlich der Wahl im 19. Wahlkreise behauptet, Bismarck habe gar kein Verdienst um die Schaffung des Reiches- Bebel äußerte in einer Versammlung die Meinung, Christus würde, wenn er heute zur Erde käme, sofort als Soctaldemokrat mit einem Jahr Gefängmtz bestraft werden. — Das Wort „Laß die Hoffnung hinter Dir" gelte vor Allem für Leute, die sich, wie die Socialdemokraten, in einem socialdemokratischen Zulunfisstaate verrannt haben und nun nicht mehr heraus können. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.): Die Ausgaben, die sich die Socialdemokraten durch Verbreitung ihrer Complotbroschüre gemacht, seien verloren, denn die Broschüre stelle das Maß des gegenüber den Arbeitgebern und den arbeitswilligen Arbeitern geübten Terrorismus klar. Den Arbeitern ist es unoerwehrt, sich zusammenzuthun, um gemeinsam die Arbeit niederzulegen; die Arbeitgeber aber sollen strafbar sein, wenn sie die Mitglieder der Strikevereine nicht beschäftigen wollen. S 153 wird in Namensabstimmung mit 142 gegen 78 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen Conservatioe und Nattonalliberale, letztere mit wenigen Ausnahmen. Art. 7 bestimmt, daß einzelne Theile des Entwurfs durch kaiserliche Verordnung in Kraft gesetzt, im Uebrigen das Gesetz am 1. Januar 1892 in Kraft treten soll. Für Betriebe mit Nachtarbeit weiblicher Arbeiterinnen soll durch die Landes-Centralbehörde die Ermächtigung ertheilt werden können, längstens bis zum 1. Januar 1894 Arbeiterinnen in der bisherigen Anzahl während der Nachtzeit weiter zu beschäftigen. Die Socialdemokraten beantragen Streichung der letzteren Bestimmung; dieselbe wird indeß aufrechterhalten und Artikel 7 damit angenommen. Damit ist die zweite Lesung des Arbeiterschuhgesches beendet. Die zu der Vorlage eingegangenen Petitionen werden als durch die gefaßten Beschlüsse erledigt erklärt. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Musterschutzgesetz, kleinere Vorlagen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenz»Bureau Berlin, 23. April. Da§ Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung den Rest der Landgemeindeordnungsvorlage fast durchgehends nach den Beschlüssen der zweiten Lesung mit einigen unwesentlichen Aenderungen an. Auf Antrag der Geschästsordnungscommission wurde beschlossen, die zweite Ab' stimmung über den Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Wahlverfahrens nach 21 Tagen zu wiederholen. Morgen kleinere Vorlagen. Schlußabstimmung über Landgcmeinde- ordnung. Das Herrenhaus erledigte die aus der Tagesordnung stehenden Vorlagen und Petitionen. Nächste Sitzung morgen: Einkommensteuer- und Gewerbesteuer-Vorlage. Berlin, 23. April. Den „Berl. Polit. Nachrichten" zufolge stände, nachdem die Negierung der Vereinigten Staaten bekanntlich Ausführungsbestimmungen zum Fleischschaugcsetz erlassen hat, die demnächstige Aufhebung des Verbots der Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches und Specks zu erwarten. Die Nachricht, nach der cs sich nur um die Wieder- zulaffung lebender amerikanischer Schweine handeln würde, sei unzutreffend. Gelfevkirchen, 23. April. Seit heute früh ist auch die Belegschaft von Schacht 3 der Zeche „Hoffnung" (Revier Gelsenkirchen) aus ständig. Im Bochumer Revier strikt die Zeche „Carolmenglück". Gelsenkirchen, 23. April. Von den Belegschaften der Zechen des Gelsenkirchener Nordreviers sind die der Morgenschicht und Nachmittagsschicht sämmtlich angefahren. Im Südrevier sind außer den Arbeitern der Zechen „Fröhliche Morgensonne", „Marie Anna" und „Steinbank" noch die Arbeiter der beiden Schächte der Zeche „Centrum" und des dritten Schachtes der Z?che „Holland" ausständig. Effen, 23. April. Laut der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" fuhren in Schacht 1 Zeche „Eintracht Tiefbau" bei Steele Morgens 134 Mann unter Tage, Schacht 2 44 Mann. Auf Zeche „Eiberg" blieben 102 von 398 Mann der Morgenschicht, auf Schacht 3 Zeche „Holland" blieb die ganze Belegschaft bei der Morgenschicht ohne Angabe eines Grundes aus. Aus der Zeche „Carolinenglück" zwischen Wattenscheid und Bochum fuhren 35 von 200 Mann an. Hebet Tage arbeitet alles. Im Dortmunder und im Essener Bergrevier ist alles an der Arbeit. Essen, 23. April. Der „Rheinisch-Westf. Ztg." zufolge strikt ferner der größte Theil der ungefähr 1100 Mann betragenden Belegschaft der Zeche „Vereinigte Maria Anna und Steinbach". Aus Zeche „Centrum" bei Wattenscheid sind 1500 ausständig - aus der Zeche „Bonisacius" sind von der Morgenschicht 50 Mann nicht angesahren. Aus der Zeche „Hasenwinkel" ist Niemand angesahren. Auf der Zeche „Fröhliche Morgensonne" sind 121, Zeche „Friedlicher Nachbar" 25 Mann angefahren. Bei Bochum sind heute früh die Belegschaften der Zechen „Herminenglück-Liborius" und „Prmz von Preußen" nicht angefahren. Effen, 23. April. Der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" zufolge beträgt die Zahl der Ausständischen im Ober- dergamtsbezirk Dortmund fünftausend. Effen, 23. April. Die Führer der Ausständischen der Zeche „Centrum", Werdelmann und Heihoss in Wattenscheid, wurden heute der „Rhein.-Wests. Ztg." zufolge ins Gesängniß abgesührt. Die Verwaltung forderte nach demselben Blatte die Strikenden auf, bis zum 27. April anzu- sahren, widrigenfalls sie als abgelegt betrachtet seien. Aus der Zeche „Centrum" fuhren von 364 Nachmittags, 76 unter und 37 über Tage an. Auf „Hasenwinkel" arbeitet Nachmittags Niemand, aus „Eiberg" von 69 unter Tage 23, aus der Zeche „Friedlicher Nachbar" von 110 unter Tage 10, von 86 über Tage 70. Aus der Zeche „Bonisaeius" fuhr Nachmittags alles an- aus „Marie Anna" und „Steinbank" arbeiten nur neun. Bochum, 23. April. Die Belegschasten der Zeche „von der Heydt", „Eiberg", „Friederike", „Constantine" und „Engelsburg" sind ebenfalls ausständig. Dresden, 23. April. Anläßlich des heutigen Geburtstages dps Königs haben die öffentlichen Gebäude, wie auch viele Privathäuser Flaggenschmuck angelegt. Die Capellen der Leibregimenter brachten dem Könige in Villa Strehlen ein Ständchen, woselbst bereits Prinz Georg mit Familie sich zur Gratulation eingefunden hatte. Se. Majestät der Kaiser wohnt der Parade aus dem Alaunplatze bei. Am Nachmittag finden offizielle Festmahle statt. Abends werden, wie auch gestern, die öffentlichen Plätze illuminirt. Dresden, 23. April. Der Kaiser ist um 9 Uhr aus dem Böhmischen Bahnhos eingetroffen. Er begab sich alsbald nach Strehlen, wo ihn die Königin und Prinz Georg mit Familie empfingen und nach der königlichen Villa geleiteten. Um 12 Uhr fand die Königsparade statt, wobei der Kaiser sein Regiment Nr. 101 oorführte. Um 4 Uhr ist das Diner in der Villa. Die Abreise des Kaisers nach Eisenach erfolgt Abends 7 Uhr. Dresden, 23. April. Die Mittags unter dem Befehl des Generallieutenants v. Reyher aus dem Alaunplatze statt- gehabte große Parade nahm einen glänzenden Verlaus. Se. Majestät der Kaiser führte Allerhöchstsein Grenadier- Regiment Nr. 101 hem Könige persönlich vor. Außer dem Prinzen Georg wohnten auch die Prinzen Friedrich August, Johann Georg und Max, sowie die Prinzessin Mathilde der Parade bei. München, 23. April. Bei Forchheim stürzte ein Bahnwärter Haus ein. Zwei Bahnarbeiter wurden getödtet. Brüffel, 23. April. Die hier geplante Arbeiter- knndgebung vom l.Mai wurde vom Bürgermeister unter der Bedingung gestattet, daß die Route des Zuges von den Gemeindebehörden festgesetzt wird und die Führer für die Ordnung cinstehen. Paris, 23. April. Es verlautet, die Direetion der Großen Oper, welche Lamoureux als Dirigenten ihres Orchesters gewonnen hat, beabsichige AnsangS September Wagners „Loh eng rin" auszusührcn. Grenoble, 23. April. Die Forts Saint Eyuard und Montrochois werden demnächst durch je eine Batterie verstärkt. Pittsbnrg, 23. April. Im Ausstandsbezirk Seottdale (Pennsylvanien) wurden die Po l iz e i b c am t en, welche die Strikenden aus den der Cokes-Gesellschaft gehörenden Ar- beilerhäusern ausweisen wollten, angegriffen und genöthigt, sich zurückzuziehen. Nachdem die Polizei verstärkt war, kehrte sie zurück und es erfolgte ein Zusammenstoß mit den Strikenden, hauptsächlich Ungarn; ein Mädchen wurde getödtet und eine Anzahl Personen, darunter der Sheriff, verwundet. Die Menge wurde darauf durch eine Milizeom- pagme zerstreut. 4000 Strikende hielten gestern einen Umzug, wobei der Soetalist JoneS sie in einer Ansprache aus- forderte, der rothen Fahne zu folgen. — Die Minen- arbeite!' in Ober Monongahela, 12600 an der Zahl, lehnten es ab, zur Erzwingung des Achtstundentags am 1. Mai die Arbeit einzustellen. Rom, 23. April. Das „Amtsblatt" theiit mit: Heute früh kurz nach 7 Uhr flog ein Pulverth urm außerhalb der Porta Portese mit furchtbarem Krache in die Luft, wodurch eine starke Erschütterung in der ganzen Stadt und die Beschädigung mehrxrer Häuser in der Nähe des Pulverthurms herbeigesührt wurde. Die Art, m welcher die Explosion erfolgte und die bisherigen Ermittelungen führen zu der Annahme, daß die Explosion aus rein zusälligen Ursachen erfolgte. Nom, 23. April. In der Umgegend des explodirten Pulverthurms wurden bisher zwei Todte aufgefunden. In den Hospitälern sind etwa siebzig Verwundete untergebracht. Zahlreiche Gebäude sind stark beschädigt, Fenster und Thüren zertrümmert. Nom, 23. April. Von den bei der Explosion des Pulverthurmes Verletzten wurden gegen hundert in das Hospital De la consolazione gebracht und davon dreißig zur weiteren Behandlung zurückbehalten. Von der Wachmannschaft beim Pulverthurm wurden acht schwer verletzt, darunter der Genieeapitän Spaeeamela und ein Unteroffizier. Die Häuser im Umkreise eines Kilometers sind beschädigt. Sämmtliche Knaben der Schule Vigna pia sind gerettet. Der König ließ mehrere Verwundete in seinem Wagen nach der Stadt fahren; er beabsichtigt, die im Hospital befindlichen Verwundeten zu besuchen. Im Vattcan wurde eine Anzahl Fensterscheiben zerstört, darunter diejenigen der Rasael'schen Loggien, sowie die von Maximilian von Bayern Pius IX geschenkten Glasfenster der Königstreppe. Nom, 23. April. In Folge der Explosion in der Pulvermühle wurden die Fensterscheiben der Privatbibliothek des Papstes in der Custodia, die Glasmalereien aus der Königsstiege, sowie einige kostbare Gegenstände des Vaticans und der Peterskirche beschädigt, die Eisenstangen an den großen Fenstern wurden verbogen, die Glasmalerei oberhalb der Peterskanzel vernichtet. Die Peterskirche ist provisorisch gesperrt, ebenso die Paulskirche, wo alle bemalten Scheiben zerbrachen- im Paulskloster wurde eine Anzahl antiker Gegenstände arg beschädigt. Der König besuchte Nachmittags die in den Hospitälern untergebrachten Verwundeten- die Volksmenge brachte dem Könige enthusiastische Ovationen dar. Rom, 23. April. Bei der Pulverexplosion wurde der französische Botschafter Billot, während er sich in seinem Arbeitseabinet befand, durch Glassplitter leicht an der Stirne verletzt. Rom, 23. April. Die Kammer berieth die Aushebung des Listenscrutiniums. Die von der Regierung aeeep- tirte Tagesordnung besagt: „Die Kammer nimmt Aet von den Erklärungen der Regierung, unverweilt eine Vorlage einbringen zu wollen, welche die Regelmäßigkeit der Eintragungen in die Wahllisten und die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit bei den Wahlhandlungen verbürgt. Sie übergeht die Berathung der einzelnen Artikel. Die Kammer nahm den ersten Theil der Tagesordnung (durch Aufstehen und Sitzenbleiben) mit großer Majorität an. Der zweite Theil, betreffend die Unterlassung der Berathung der einzelnen Artikel, wurde in namentlicher Abstimmung mit 272 gegen 40 Stimmen genehmigt. 17 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. Locales ttnfr provinzielles. Gießen, 24. April. — Sitzung der Stadtverordneten vom 23. April. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Hornberger, Heyligen- staedt, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Schmall, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Eine größere Anzahl von Bewohnern der Ostanlage ist um Herstellung gepflasterter Uebergänge auf dem zwischen Neuenweg und Wiesenstraße befindlichen Theile des Straßenkörpers, zur besseren und reinlicheren Erreichung der Anlagen, eingekommen. Aus Kosten der Stadt wurden seither solche Uebergänge nur hergestellt an Straßenkreuzungen und besonders langen Straßen, welche nicht gekreuzt werden, sonst erfolgte die Anlage der gepflasterten Uebergänge aus Kosten der Anlieger nach besonders gestellten Wünschen. Da mit Eröffnung der Verbindungsstraße vom Brandplatz nach der Ostanlage und weiter bis zur Grünbergerstraße ein ge- pflasteter Ueb^rgang in der Nähe der Wieseustraße geschaffen wird, so hat die Baudeputativn den Wünschen der Petenten gerecht zu werden geglaubt, indem sie die Anlage eines weiteren Uebergänge^, und zwar in der Richtung zwischen der Gewerbebank und dem Hause des Herrn Stadtverordneten Schwall, beantragt. Die Versammlung hob diesen Antrag zum Beschluß. Aus Anregung des Herrn Habenicht soll vom Stadtbauamt Vorlage über die zweckmäßigste Ableitung des sich öfter in dem Gäßchen zwischen dem Fulda'schen Hause und dem Justizgebäude ansammelnden Wassers eingefordert werden. — Dem Gesuch des Herrn Samuel Rosenbaum um Erlaubniß zur Pflasterung eines Fußpfades (Westanlage) wird vorbehaltlich der gleichzeitig auszuführenden noch rückständigen Pflasterung einer Einfahrt zum Hause des Gesuchstellers Genehmigung ertheilt. — Nachdem die im vorigen Jahre an- gestellten Erhebungen über die Unterhaltung von Erbbegräbnissen bezüglich einer Anzahl solcher, im unteren Theile des Friedhofes gelegenen, ergeben haben, daß Eigen- thumsansprüche an sie nicht erhoben wordcu, wird auf Antrag der Friedhofs-Commission beschlossen, die nicht reclnmirten und seither ohne Unterhaltung gebliebenen Erbbegräbnisse von Habicht, Koch, Laudon und Kreuder einzuebnen. — Nach dem Oetroi-Neglement trat bisher eine Rückvergütung von Oetroi für Backwaaren bann ein, wenn solche in der Mindestmenge von 100 Kilo ausgesührt wurden, und zwar wurden für je 200 Kilo TU Psg. rückvergütet. In einer Eingabe der Innung ersuchen die Bäcker um Herabsetzung der Mindestmenge, sodaß also schon unter 100 Kilo Rückvergütung eiu- treten möge. Zur Begründung ihres Gesuches machen die Bäcker geltend, daß die Ausfuhr kleinerer Partieen von Brod überwiegend, von größeren Partieen (über 100 Kilo) fast gar nicht vor käme und sonach die Wohlthat einer Rückvergütung eine sehr geringe sei. Es könne eine Zusammenstellung der kleineren Mengen stattfinden und darüber allmonatlich die entsprechende Rückvergütung zur Verrechnung gelangen. Es wird nach Vorlage eines ausführlichen Gutachtens des Herrn Oetroi-Con- troleurs Jost, in welchem derselbe sich gegen eine Aenderung im Sinne der Eingabe erklärt, auf Antrag der Finanz-Deputation beschlossen: Die Mindest-Rückvergütung des Octroi von 50 Kilo Ausfuhr an eintreten zu lassen und die Feststellung der Masse der Ausfuhr den Octroierhebern in derselben Weise zu übertragen, wie es hinsichtlich der Ausfuhr von Branntwein, Hafer, Mehl und Steinkohlen geschieht. — Aus das Herrn Georg Emil Möhl gestellte Ansinnen, entlang einem an der Westanlage belegenen Geländestück eine den bestehenden Bestimmungen entsprechende Ein- sriedigung an Stelle des Lattenzaunes Herstellen zu lüften, hat derselbe Einspruch erhoben. Das bezeichnete Gelände sei Bauplatz und unterliege deshalb nicht den Bestimmungen hinsichtlich der Einfriedigungen wie die Gärten, auch sei ihm bei Anlage der Straße gestattet worden, ein vorhandenes Spalier der Straße entsprechend höher zu legen. Die Baudeputation hat unter Berufung auf die inzwischen eingetretenen Aenderungen der einschlägigen Bestimmungen beantragt, auf der Forderung einer dem Aussehen der Straße entsprechenden Einfriedigung zu beharren, dem Petenten aber bis zur Herstellung derselben eine Frist bis 1. November d. I. zu gewähren. Es wird im Sinne des Deputationsantrages beschlossen, jedoch soll die gestellte Frist bis 1. April n. I. verlängert werden. — Ein ähnlicher Beschluß wird gefaßt bezüglich des Gesuchs des Herrn Wilh. Barthel (Grünbergerstraße), welcher zur Herstellung einer besseren Einfriedigung vor seinem Hause Frist bis 1. November d. I. erbittet. — Herr Gärtner Louis Becker macht in einer Eingabe geltend, daß ihm die Anlage einer neuen Einfriedigung zur Zeit, besonders mit Rücksicht auf die Länge des Grund- tückes, nicht möglich und bittet derselbe um Bewilligung einer Frist. Es soll ihm solche bis 1. April n. I. für die eine Hälfte, bis 1. April 1893 für die andere Hälfte der Garten- ront gewährt werden.— Die Beschaffung von Geräthen für die Turnhallen der Realschule und der Stadt- knabenschule soll auf dem Wege beschränkter Submission erfolgen« — Die 8. Klaffe (jüngste) der Stadtmädchenschule soll wegen der großen Zahl der in derselben zu unterrichtenden Kinder (150—160), anstatt seither in zwei, in drei Abteilungen getrennt werden. Die in dem Volksschulgesetz enthaltenen Bestimmungen, wonach die Lehrer verpflichtet, die Gemeinden berechtigt sind, bis zu 80 Kinder in eine Klasse bezw. Abteilung auszunehmen, laffen sich bei den Mittelklassen eher anwenden als bei den untersten, (den sogen. A-B-C»Schützen), da gerade in denselben die Unterweisung jedes einzelnen Kindes durch den Lehrer am notwendigsten ist. Ob die infolge der Theilung zu schaffende Schul- vekwalterstelle mit einem Lehrer oder einer Lehrerin besetzt werden soll, darüber wird nach Befinden des Schulvorstandes entschieden - nach Mittheilung des Herrn Geh. Oberschulrath Greim sind Schulverwalter z. Z. nicht vorhanden, so daß die Anstellung einer Schulverwalterin in Erwägung zu ziehen ist. — Eine Anzahl neuer Schulbänke für die Realschule, desgleichen solcher und zweier Katheder für die obere Klaffe der höheren Mädchenschule soll angeschafft werden - das Bedürfnis hierzu hat sich in Folge Vermehrung der Schülerzahl in den betr. Lehranstalten ergeben. — Die Anlage eines Hydranten im Garten der Realschule soll zu Lasten des Credits für 1892/93 erfolgen. — Herr Schmall macht nochmals auf den Brunnen vor dem Gail scheu Hause in der Neustadt aufmerksam. Das Wasser dieses Brunnens sei geradezu ungenießbar- er bitte um baldigen Ersatz desselben durch einen Ventilbrunnen, da die Bewohner in dieser Gegend nicht alle in der Lage seien, ihre Häuser an die Wasserleitung anzuschließen. Herr Oberbürgermeister Gnauth wird die Frage wegen Ersatzes der Pumpe durch einen Ventilbrunnen der Deputation für das Gas- und Wafferwerk unterbreiten, inzwischen aber ein die Ungenießbarkeit des Wassers bezeichnendes Plakat au der Pumpe anbringen laffen. Auch die Anfrage des Herrn Löber wegen der beschlossenen Ausstellung eines Ventilbrunnens in der Mühlgasse soll der Deputation zugestellt werden, nachdem Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß wohl die Ausführung srüher beschlossener Arbeiten wie auch die Ungunst der Witterung die Ausstellung dieses Brunnens verzögert hätten. — Großh. Kreisamt hat nach Mittheilung Großh. Ministeriums die Bürgermeisterei von der Gehaltserhöhung der Civilstaatsbeamten in Kenntniß gesetzt - diese Erhöhung, welche bei Gehalten bis zu 2000 Mk. 10 °/0, von 2000—5000 Mk. 5 °/0 beträgt, bezieht sich auch aus die (behalte der Lehrer an der Realschule und dem Realgymnasium, für welche zur Hälfte die Stadt aufzukommen hat. In Confeguenz dieser Bestimmungen stimmt die Stadtverordnetensitzung der Gehaltserhöhung bezüglich der auf die Stadt entfallenden Hälfte zu. — Herrn Bäckermeister Faß wird auf sein Nachsuchen die Hälfte des Pachtgeldes für einen Holzlagerplatz am Lutherberg, in dessen Benutzung er in Folge Anlage und Bepflanzung eines Theiles des Platzes beeinträchtigt wurde, erlassen. Gleichzeitig wird beschlossen, wegen weiter vorzunehmender Auffüllungen das Pachtverhältniß zu kündigen. — Dem Kunstverein für das Groß- herzogthum Hessen, der bekanntlich auch hier eine dauernde Ausstellung unterhält und (einen Mitgliedern Gelegenheit zum Erwerb wie Verkauf votr Oelgemälden, Stahlstichen u. s. w. giebt, wird ein jährlicher Beitrag von 100 Mk. unter der Bedingung bewilligt, daß alle 14 Tage Sonntags das Eintrittsgeld auf 20 Psg. ermäßigt wird, nm die Ausstellung weiteren Kreisen zugänglich zu machen. — Durch einen schweren Nnglückssall wurde gestern die Familie eines hiesigen Kupserschmiedes in tiefe Trauer versetzt. Ein Sohn derselben, welcher im Geschäfte des Vaters demnächst seine Lehrzeit beendet hätte, war an der Reparatur eines Petrvleum-Druckkessels mit beschäftigt, als letzterer plötzlich unter heftiger Detonation explodirte. Fas " Dtfroi=6og, **"*«■« ''ö*^ep»= btä Ottwt rUni> fr S* bev äuäjuhr ei* SGcht. - Wt£ »nftnnen P cdicnb. Sin, *te -ochiminunM n- ^ch fei it)m [ri t'orharrdenes jcn. Dle Kau- cn eingttretenen beantragt, auf ^tUechenden lcr to zur Her- ? 3^- non§anttay§ be- ’ 1- Apri^ n. M wirb zrich ^rthel Km !er besseren 6m-- Novernber d. I. wacht in einer uen Einfiiedigung änge des Grund- Bewilligung einer I. für die eine Mte der ©arten- von Geräthen und der Stadt- mfter Submission dtmädchenschule rselben zu unter- :r in zwei, in drei em Bolksschulgesef er verpflichtet, die iber in eine Klaffe j bei den Mittel- iften, (Öen sogen. bie Unterweisung m not^wenbigften tyaffenbe Sd)uL- : -chrnin btitfy e, 'L^vvrftMdtL 8>ch. Odn^uirach fanden, fo daß die wägung ö" ^hen die Realschule, jjr die obere Klaffe angesch» werden^ e BermehiiUllg öcr eben. - Die An- -plschul- io« ä“ _ Herr Schwall n GailM Hau'e r di-i-s ^"T albi«n E-i-tz des- di° B-'°°hn-r w •' ?„&*• S*»Z A°ÄS bh^°E »o« «7- in iä*;y 50,0-2 «”6 6,11 T^dbei-dl-^ ing ^Ler^*”'6 ht id)Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act- Oeft. Credtt-Act. Oeft. Staatsb.-Act. Schlußcovrse 1 Uhr 15 Min. 85 75 40/0 Ung. Gold-Rente 99.20 5 0/0 Jtal. Rente 85 75 4«/ö'0/o Oeft. Silber-Rente 99.10 50/0 Ruff. Ul. Orient Morgen hochfeine Schellfische, 23 Pfg.. ferner Hecht, Zander, Cabliau, Ha« Pannen und Poulets bei 3927 E. G. Meinheim. Lomb. E.-B.cAct. Buschtherader E>-V.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. Ver. Königs-Laurah^Act. Tendenz schwach. Keilgeöotenes. 3909] Frührofa-Kartoffeln zu verkaufen. Adolf Laudon» Sonnenstr. 19. im Alter von 18 Jahren, was wir Freuudeu und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme tiefbetrübt mitth eilen.' Giessen, den 24. April 1891. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Spuck. Ed. Traut mann, Kupferschmied und Familie. Yennischte Anzeigen. Hessischer Landeslehrer-Verein. De« Mitglieder« hierdurch die Mittheilung, daß ich den ganzen und vollen Inhalt meines Circulars aufrecht erhalte. Wenn bis heute die nichtssagenden Auslassungen im Sprechsaal des Hess. Schulboten unerwidert blieben, so kann ich Ihnen die Mittbei- lung machen, daß meine Antwort, die eine zu gravirende Richtigstellung und Wahrheit enthielt, trotz mehrfacher Anrufung aufdas Pretzgesetz von den betheiligten Leuten unterdrückt und nicht aufge- nommen worden ist. Wer die Aufklärung haben will, möge fich direct an mich wenden« Frankfurt a» M«, den 22. April 1891. W. Lefebre, Subdirector der Mecklenburgischen Leben-vers- u. Spar-Bank in Schwerin i. M. 3903 Benner & Krumm 40 Bahnhofstraße 40. Gießen, 24. April 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 3920 GentrniversaMlung des VeOMeruugs-Derems Dienstag, den 28. April, Abends 8 Uhr, im Oafe Balzer. Tagesordnung: Bericht über die Lage und Wirksamkeit des Vereins. Heinrich Repp Lindenplatz 5. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 24. April 189L Kopallack Lederlack Anstreichpinsel Lackpinsel Wamerpinsel Strichpinsel Mafondöürfien Wertreiver Garöotinenm Gement Hyps Kreide, gemahlen Glaspapier Leim I. Gölner Terpentinöl Schellack Schwämme empfehlen billigst Neuheiten «» Sonnenschirmen Coßßursverkhren. In dem Concursverfahren über das Vermögen der Heinrich Konrad Gsibel Wittwe zu Hof „Ludwig-hohe" bei Leihgestern ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußver- zeichniß der bei der Verkeilung zu berücksichtigenden sowie zur Prüfung § zweier nachträglich angemeldeten Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerth- baren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Donnerstag d. 14, Mai 1891 Vormittag- 9 Uhr vor dem Grobherzoglichen Amtsgerichte Hierselbst bestimmt. Gießen, den 16. April 1891. Bekanntmachung. An der Ackerbauschule zu Friedberg wird mit Benützung des alten und des neuen pomologischen Gartens ein ObstbaueursuS für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaus abgehalten. Die Vorträge werden innerhalb 15 Wochen mit Unterbrechung von einigen Wochen je Montags und Freitags von 4—6 Uhr Nachmittags ab- gehalten. Die Demonstrationen finden Samstags während des ganzen Tages in einzelnen Abtheilungen statt, für außerhalb Friedbergs Wohnende auch nach besonderer Verabredung an anderen Tagen. Die Vorträge erstrecken sich auf folgende Themata: 1) Morphologie, Anatomie und Physiologie des Obstbaumes, Grundbedingungen des Pflanzenlebens — 20 Stunden — vr. von Peter- 2) Geschichte des Obstbaues, Pomologie, Obstbaumpflege; Schnitt der Zwergobstbäume, Baumkrankheiten, thierische Schädlinge des Obstbaumes; Obsthandel und Conservirung des Obstes einschließlich Obst- und Beerenweinbereitung — 40 Stunden — K. Reichelt. 3) Demonstrationen an Obstbäumen zu geeigneten Stunden und prac- tische Uebungen — K. Reichelt. Anmeldungen zu dem Montag den 27. April beginnenden Cursus sind an die Direction der Ackerbauschule zu richten. Das Honorar für den ganzen Cursus wie einzelne Theile desselben beträgt 10 Mark. Friedberg, den 20. April 1891. Der AuffkchtSrath der Ackerbauschule. Bekanntmachung. An der Veterinäeanstalt dahier sollen vergeben werden. 1. die daselbst in der Zeit bis Ende März 1892 erwachsenden Pferdehäute an den Meistbietenden ; 2. die Abfuhr von Asche, die Reinigung der Senkgruben und die der Defen an den Wenigstnehmenden. Ich ersuche die Interessenten, sich alsbald mit ihrem Angebot an die Unterzeichnete zu wenden. Gießen, 22. April 1891. Die Directwn der Veterinär-Anstalt. Prof. vr. Pflug. 3896 A, 4G. Dreyer Hannover, Dreyerstrasse Hof-Schönfärberei u. chemische Waschanstalt für Herren- und Damen - Garderobe. 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Pfoten und rothem Halsband. Wiederbringer erhält Belohn. Neuenweg 28, Hinterh. Ein gewandter Junge von 16—18 Jahren findet bei hohem Lohne dauernde Stellung als HauS- burfche. Auch ist demselben Gelegenheit geboten, nebenbei ein Handwerk zu erlernen. Wo? sagt die Exp d. Bl. [3918 3928] Kleines Logis, ein Zimmer mit Eabmet und Küche, an ruhige ordentliche Leute zu vermiethen Sonnenftraße 32. 39u4J Mövltrtes Zimmer zu vermiethen. ___ Frankfurterstraße 11. 3906] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. __Bahnhofstraße 6. 3907] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. __________________Ludwigstraße 57, II. 3908] (Nrünoergerstratze 8: schön möbl. Zimmer zu vermiethen. I. Schmidt. WerMielfiunge». 3910] Der zweite Stock, 3 Zimmer nebst Zubchör, zu vermiethen. __Frankfurterftraße 73. 3911] Wohnung, 3 -ftmmer nebst Zubehör, an ruhige Leute zu vermiethen Frankfurterftraße 43. _ —319b] Dammstratze, Ecke der Nordanlage, ist der mittlere Stock per 1. Juli zu vermiethen. Frau E. Neuenhagen. 3925] Möblirtes Zimmer zu ver- mi then.Dammstraße 32. Vonheute -tcacymillag 4 uyt au. —899j Möblirtes Zimmer zu vermiethen. t ti Sff ___Grünbergerftraße 34, II. ] 3747] Ein schönes möblirtes Zimmer nicht ladenrein, per Pfund 45 Pfg.1 zu vermiethen. Frankfurterstrabe 36. Samstag dm 25. April (Siebener Anzeigen. Beilage zu M 95. - 1891. Feuilleton. Aller guten Dinge. Novellette von Eonr. Telmann. (3. Fortsetzung.) Im Gegentheil, das gefiel Ewald immer recht gut. Sie hatte etwas in ihrem Wesen, was auch mit ihren herbsten Auslastungen sofort wieder versöhnte. Ueberhaupt war es eigentlich doch seltsam, daß sich nie ein Mann in sie verliebt haben sollte, denn, wenn man es recht bedachte, besaß sie alle möglichen weiblichen Eigenschaften, um einen Mann glücklich zu machen. Oder hatte sie selber nur nicht gewollt? Aus unglücklicher Liebe vielleicht? Es war das ein Problem, das Ewald Warner plötzlich zu beschäftigen begann und über dem er zeitweilig seine eigenen Liebesnöthe und Sorgen fast vergaß. Dann freilich lebten sie mit verdoppelter Kraft wiederum in ihm aus. Denn in der Stadt hatte sich das Gerücht verbreitet, die blonde Tilly wolle sich mit dem Lieutenant v. Osten verloben, der um ihretwillen seinen Abschied nehmen wolle, weil Tilly sich nicht entschließen könne, den Brettern zu entsagen, welche sie unter so glücklichen Vorbedeutungen betreten. Ewald glaubte fein Wort davon. Man wollte natürlich blos einmal wieder etwas zu klatschen haben. Der Lieutenant v. Osten! Ein kleines, schmächtiges, verlebtes Männchen mit einem blonden Schnurrbart, dessen Haare sich unschwer zählen ließen, ein Herrlein, das den Spitznamen „Bummelzug" erhalten hatte, weil es so oft „anhielt", — jedesmal, um sich einen Korb zu holen! Daran war gar nicht im Ernst zu denken. Aber etwas anders regte Ewald mächtig aus. Er hatte sich bisher noch niemals deutlich klar gemacht, daß er als Tillys Gatte der Gatte einer Schauspielerin sein werde, einer Frau, die auf der Bühne sich vor Aller Augen von anderen Männern würde umarmen und küssen lassen, die bei ihrem Rollenstudium, unter Schminktöpfen und Puderquasten keine Zeit für die stillen Freuden der Häuslichkeit finden werde, ja, einer Frau, die unter Umständen sogar von Stadt zu Stadt, von Land zu Land, bis in den fernsten Westen Amerikas ziehen werde, um ihrem Künstlerruhme nachzujagen und Geld und Ehren einzuernten, während er daheim einsam bei seinen griechischen Exercitien sitzen und sich auf die nächste Liviusstunde vorbereiten würde. Hatte er deßhalb das Heirathen als seine nächste und heiligste Pflicht gegen sich selber erkannt? War das der Schutz gegen ein einsames Altern? Oder sollte er seinen Lehrberuf ganz aufgeben und sich als der Mann einer berühmten Frau von ihr ernähren lassen, sich an ihren Triumphen weiden, mit ihr von Stadt zu Stadt ziehen? Unmöglich für ihn, eine so klägliche Rolle zu spielen. Was blieb ihm also? Tilly zum Aufgeben ihrer Laufbahn zu bewegen? Und wäre sie dann — abgesehen von der Sünde gegen den heiligen Geist der Kunst — auch noch die, welche er liebte? Würde sie selber als Hausfrau sich befriedigt, in der Enge beglückt fühlen, wo sie jetzt mit vollen Segeln einer glänzenden, aussichtsreichen Zukunft entgegensteuerte? Undenkbar, ganz undenkbar. War es das gewesen, was Martha bewogen hatte, an der Vortrefflichkeit seiner Wahl auch jetzt wieder zu zweifeln? Und hatte sie nicht recht, wenn sie es that? Es vergingen mehrere Tage, in denen Ewald Warner ohne Nachricht von Martha blieb, in denen er weder Anny Tandler, noch die blonde Tilly wiedersah, sondern grübelnd und grollend sich einsam in seinem Studierzimmer vergrub. So viel rothe Striche wie diesmal hatten die Exercitien der Tertia noch niemals aufgewiesen. Endlich beschied ihn ein Billet von Martha zu ihr. Und als er in ihrem kleinen, lauschigen Boudoir saß, wo er sie an ihrem Clavier gesunden hatte, da rief sie ihm, ohne zunächst ihr Spiel abzubrechen, über die Schulter zu.' „Man gibt Dich frei!" Das klang ihm wie Sirenengesang in den Ohren. Dann spielte sie immer weiter, bald lustige, bald traurige Weisen, alles in buntem Wechsel, während er in einem Sessel lehnte und die Augen schloß und, während er ihr zuhörte, ein Gefühl unendlichen Behagens und tiefinnerlicher Befriedigung hatte. Plötzlich brach sie ab, drehte sich auf ihrem Claviersessel um und sagte: „Nun also! Anny Tandler ist gar nicht'unglücklich, denn sie findet Deine Belehrungsmanie unausstehlich und der junge Krause, Amtsgerichtsraths Aeltester, der nächstens die Epau- letten bekommen soll, ist ihr viel lieber. Und Herr Gottlieb Tandler schimpft wie ein Rohrsperling, belegt Dich mit Namen, für die Du ihm ein Dutzend Jnjurienprocesse an den Hals hängen könntest, ist aber im Grunde gleichfalls froh, die „lederne Schulmeisterseele" wieder aus dem Hause zu haben, hat mich sogar i- iederholt seiner ganz besonderen Dankbarkeit versichert, daß ich-ihm dazu verhalfen und bildet sich ein, daß er Dir — nicht Du seiner Tochter — den Laufpaß gegeben. Da er hierin Trost findet und ihr auf Grund dieser Illusion später wieder „in aller Freundschaft" miteinander gesellschaftlich werdet verkehren können, hab ich ihn dabei gelassen." Ewald hatte zunächst nur ein unverständliches Brummen zur Antwort auf das alles. Daß man ihn so leichten Kaufs freigegeben, wurmte ihn nun doch. „Wie hast Du das denn nur fertig gebracht?" fragte er endlich. „Darum gräme Dich jetzt nicht mehr!" erwiderte sie mit ihrem seinen, vielsagenden Lächeln. „Die Hauptsache bleibt ja, daß Du in allen Ehren frei bist, und nun nutze Deine Freiheit!" „Hm," machte er und versank wieder in sein Brüten. Eine Weile hörte man nichts als das Schmettern des Kauarienhahnes, der im Nebenzimmer am offenen Fenster dem sinkenden Tage aus seinem Bauer einen Gruß nachrief, und die Sonnenstrahlen trieben aus dem Teppich ihr schweigsames Spiel. „Ich finde, Du nimmst Deine Freiheit gar nicht so freudig auf, wie man denken sollte," sagte Martha endlich. „O, doch, doch," entgegnete er in leichter Verwirrung, „nur —" Er stockte und auch sie sagte nichts mehr. Plötzlich stand er auf, ergriff ihre beiden Hände und sagte: //Ich bin Dir sehr, sehr dankbar, Cousine. Ich kann es Dir gar nicht so ausdrücken, wie dankbar ich Dir bin, aber ich habe immer noch so eine unbestimmte Empfindung, als würde ich es Dir einmal klar und deutlich beweisen können." „Das klingt ja enorm feierlich!" lachte sie, „hoffentlich aber beweisest Du mir Deinen Wunsch, Dich zu revanchiren, bei anderer Gelegenheit, als ichs gcthan, nicht?" Er verstand nicht gleich, was sie sagen wollte, dann aber mußte auch er lächeln. Und sich zum Scherzen zwingend, ob zwar ihm bitter ernst zu Muthe war, sagte er: „O, auch dabei, warum nicht?" Und galant fügte er hinzu, nicht ohne Treuherzigkeit: „Nur daß Dich schwerlich Jemand wieder freigeben würde, wenn er Dich einmal sesthält." „Ah!" machte sie, in erheuchelter Wehmuth den Kops wiegend, „das klingt zwar sehr ritterlich, aber es wird sich leider niemals bewähren. Wenn bisher keiner nach mir ge- sragt hat, wärs doch sehr wunderlich, wenn es jetzt geschehe, wo ich auch noch das Einzige verloren habe, was möglicherweise früher einem Manne hätte an mir gefallen können: mein bischen Jugend. Das mußt Du zugeben, das ist logisch, nicht wahr?" Ewald erwiderte nichts darauf- er war sehr nachdenklich geworden. Und sie immerfort anblickend, sagte er, ganz in seine Gedanken verloren: „Es ist doch eigentlich höchst eigenthümlich, daß keiner nach Dir gefragt hat, Martha. Ich habe all diese Tage darüber sinnen müssen." (Fortsetzung folgt.) [3667 I. 91.: «othettberger, Gerichtstaxator. Montag den 27. AprU, -rachmittag- Uhr, werden aus dem Nachlaß der Frau Apotheker Hausch Wwe., Aartenstratze Nr. 88 III, nachoerzeichnete Möbel und -auShattuogSsache« meistbietend versteigert: 1 Geeretör, 1 Berticow, 1 Com- mode, 2 Kleiderschränke, 1 Nähtisch, 1 Sopha, 1 Sessel, 12 Stühle, 1 Waschtisch, 3 Nachttischchen, 1 Eck- Ichränkchen, S Bette«, mit Sprung- sedermatraßeir, IDeckbett, 2 Kissen, 1 Blumentisch, 1 großer Klapp- tisch, 1 großer Spiegel, 3 kleinere, 4 gewöhnliche Tische, Bilder, 1 ÜU« bafter Standuhr, __ 3f* 1 Singer Röhmaschine Haushaltungs- und Küchengeräthe, 1 fast neue Fleischmaschine u. s. w. Ieilgeöotenes. 3884] 300 000 Stück Backsteine zu »erkaufen. Näheres bei «hrist. -aubach, Westanlage. 3890! Ein Brodwagen zu verkaufen. Näheres Wallthorstratze 7. Syndetikon klebt, leimt, kittet Alles. Za haben bei (Otto Schaaf. [3871]________ 3878] Aechte süße Monnikendamer Bückinge zum Braten frisch einaetroffen bei E. Dort. 3839] Krührosa Kartoffel« zu verkaufen. Marktplatz 19, I. 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