n und C n» ?**« Cs «-'«-NL ■‘»«Wt , ■ A^"d. «kattc. I TO8 «d)tbnÄL®irl! «» f «?«>■». L "K'»L R *ä** ME'"' *5,«^ GeSSs LM-Z. 15111 9eW ""etüNäeH^ jÄSÄi fe h »5r| ®itb =i» iim= fa BltHMt btb ü »»d H-ÜS icUCH. ftire ittattrttr, Stlttrgpa 5; tiitigmeemtogefdtoUmt! *• Ü>omat, flamt) 18 Ute filinit »»Stmrsche gesucht, -«tritt Lr^r.____________W Zv einem BankgeWs! Ostern eive Lehrlinge offen. Bewerber mit r Handschrift und Be- znvg-schem jom eins Dienst, wollen Lfferle 8.100 bei der Exped. einreicheo. Pausende, BUftfl: lauch SettiL), KUN»» nunr SeschlechtvKcmth. e bst §Mtn Meo, M'lt. Prosp. gratis- Brich- 'n an 1 Sauer Kraukfurt ro •* ßakikgtslhäst. jiiitr 189L Ät«* fuL^ As»» 1^70 98 TO 81.30 7T?0 jliStr 4S38T 20» 8- 1A-* jäTJO n&:öfr 5S.I0 199.(0 M. 21 Der Mtzeuer JU|d84*————■■■^BBgeSggBBggW^gBWB-L1-1 _ UJ- An Mein 4. Infanterie-Regiment (Prinz Karl) Nr. 118. Kages-Aefeht. Aus Milizbataillonen, deren Ursprung bis zur Zeit des spanischen Erbsolgekrieges hinaufreicht, formierte Mein in Gott ruhender Herr Urgroßvater des Großherzogs Ludewig I. königliche Hoheit nun vor 100 Jahren die zwei ersten Bataillone Eures Regiments. Ernste kriegerische Zeiten brachen -an, sofort nach der Ausstellung. So viele Jahre, fast eben -so viele Feldzüge- auf allen Schlachtfeldern Europas focht das Regiment Groß- und Erbprinz, in den Niederlanden und am Rhein in den 90er Jahren, 1806 und 1807 in Preußen 4in5 Pommern, in Spanien von 1808—1812, 1815 bei Straßburg unter einem heldenmüthigen Prinzen Meines Hauses. — Die Glanzperiode in der Jugcndgeschichte Eures Regimentes spielte sich ab fern von der Heimath aus der spanischen Halbinsel. Entsagung und Ausdauer, Aufopferung rind Heldenmut!) während vier langer Jahre hat Euer Regiment unter seinem alten Namen aus den wasserlosen Hochebenen Eastiliens und den unwegsamen baskischen Gebirgsschluchten gegen einen tapferen unerbittlichen Gegner auf das Glänzendste bewiesen, ewig vorbildlich für jeden echten Soldaten! — Lange Jahre des Friedens folgten, doch das Regiment strebte stets sich zu vervollkommnen und erwarb sich so zu jeder Zeit die Anerkennung Meiner Hohen Ahnherrn Ludwig II. und Ludwig III. — Eine besondere Auszeichnung wurde dem Regiment im Jahre 1836 zu Theil, als Mein Hochseliger Herr Vater die Jnhaberstelle übernahm und über 40 Jahre mit treuer Sorgfalt und Wohlwollen für Sein Regiment führte. In dieser langen Periode zeigte das Regiment musterhafte Haltung auch in den unruhigen Jahren 1848 und 1849 nnd ließ in tapferer Gegenwehr im Feldzuge 1866 seinen braven treuen Kommandeur auf dem blutigen Schlachtfelde. Eine neue, bessere, größere Zeit bricht an. Die vereinten Deutschen Stämme, allen früher» Haders auf immer vergessend, schaaren sich unter des heldenmüthigen Kaisers Wilhelm I. Führung. — Auch Meiner Division und nicht am wenigsten dem Regiment Prinz Karl war es vergönnt, Theilnchmer an den Großthaten des ewig denkwürdigen Feldzuges von 1870/71 zu sein. Auf allen Schlachtfeldern bei Metz und an der Loire bewahrte das Regiment seinen alten Waffenruhm. Ein ritterlicher Commandeur fiel unter Meinen Augen am 18. August am Bois de la Cusse. — Im Winter- feldzuge in den Gefechten um Orleans und an beiden Ufern der Loire war Euer Regiment stets auf seinem Platze. Bei Montlivault am 9. December hat es im Verein mit Meinem Leib-Regiment gegen vielfache feindliche Uebermacht das Feld behauptet und zur gleichen Stunde erstürmte eine kleine Schaar der Euren unter einem kühnen, begabten Führer das alte Schloß Chambord, das Symbol des frühern Herrschergeschlechts Frankreichs. Von den Niederlanden nach Spanien bis zu den blutgetränkten Gefilden der Loire, welch' lange Zeit, wie verschieden in Kriegsmikteln und Kriegszielen und doch in Einem und dem Vornehmsten immer gleich: „Der unerschütterlichen Treue und Hingebung Meines Regiments Prinz Karl!" — So soll es auch bleiben für die Zukunft! Eingedenk der großen glorreichen Vergangenheit Eures Regimentes, gelobe sich am heutigen Tage jeder, wenn Seine Majestät der Kaiser unser Allergnädigster Kriegsherr rufen sollte, cs gleich zu thun den Vätern, den Helden in Spanien und an der Loire, stets vor Augen den alten Hessischen Waht- spruch Eurer ruhmreichen Fahnen: „Gott, Ehre, Vaterland!" Gegeben Darmstadt, den 23. Januar 1891. Ludwig. Um Meinem 4. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118 an dem heutigen Tage seines hundertjährigen Bestehens für die von ihm jederzeit bewiesene musterhafte Haltung und Führung einen besonderen Beweis Meines Wohlwollens zu Theil werden zu lassen, bestimme Ich Folgendes: 1) Ich verleihe den Fahnen des 1. und 2. Bataillons des Regiments Säcular-Fahnenbänder. 2) Ich verleihe im Regiment: dem Oberst und Regiments-Commandeur Kuchenbecker und „ Oberst ä la suite Freiherr v. Brackel, Präses der Gewehr-Prüfungscommission, das Comthurkreuz 2. Klasse- „ Hauptmann R o e ch l i n g das Ritterkreuz 1. Klasse - „ Premier-Lieutenant Gutbier und „ „ v. Wachter I. das Ritterkreuz 2. Klasse- „ Viceseldwebel König die Krone zum Silbernen Kreuz- „ Feldwebel Siegmund, „ /, Coß, „ „ Scholz, „ „ Jacoby, „ „ Dunges, „ Stabshoboist Kern, „ Vicefeldwebel Henning, „ Hoboist Röll, „ Bataillons-Büchsenmacher Thomas das Silberne Kreuz Meines Verdienstordens Philipps des Großmüthigen. 3) An früher im Regiment gestandene Offiziere rc. verleihe Ich: dem Oberstlieutenant a. D. Friedrich v. Wachter das Comthurkreuz 2. Klasse, • „ Oberstlieutenant Graf v. 5.. Schulenburg- Wolfsburg, etatsmäßiger Stabsoffizier im 3. Großh. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse, „ Oberstlieutenant a. D. Daudistel das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone Meines Verdienstordens Philipps des Großmüthigen - dem Major und Bataillons-Commandeur Keim im Infanterie-Regiment Nr. 136 das Ritterkreuz 2. Klasse Meines Ludewigsorhens- dem Major und Bataillons-Commandeur Fel sing tm 6. Brandenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 52, „ Hauptmann v. Wachter im 3. Garde-Grenadier- Regiment Königin Elisabeth, Adjutant des 6. Armeecorps, „ Hauptmann und Compagniechef Thomas im Infanterie-Regiment Herzog Karl von Mecklen- burg-Strelitz (6. Ostpreußisches) Nr. 43 und „ Hauptmann a. D. Maurer das Ritterkreuz 1. Klasse - „ Premier-Lieutenant Aw enger im Infanterie- Regiment Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig (Ostfriesisches) Nr. 78, „ Premier-Lieutent a. D. Seipp und „ Premier-Lieutenant a. D. Freiherr Röder v. Diersburg das Ritterkreuz 2. Klaffe- sodann „ Bezirksfeldwebel Gruhn beim Bezirkscommando II. Darmstadt das Silberne Kreuz Meines Verdienstordens Philipps des Großmüthigen. Netteste Nachrichten. WolfsS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 23. Januar. Der „Reichsanzeiger" ist gegenüber den Mittheilungen der „Saale-Zeitung" über ein angebliches Gespräch, das bei dem vom Kaiser besuchten Mittagsmahl im Finanzministerium über die Ab rüst ungs frage geführt worden sei, zn der Erklärung ermächtigt, daß im ganzen Verlaufe des Festmahls die Abrüstungsfrage mit keinem Worte berührt worden und alles in dem Artikel darüber Gesagte, insbesondere die dem Kaiser in den Mund gelegten Aeußerungen vollständig erfunden seien. Berlin, 23. Januar. Die „Kreuz-Ztg." erfährt, der commandirende General des 9. Armeecorps, Lesczynski, werde bestimmt am 1. April seinen Abschied nehmen. Berlin, 23. Januar. Der Magistrat beschloß in seiner heutigen Sitzung, aus Anregung des Magistrats zu Magdeburg, die Einsetzung einer Untercommission behufs Borberathung etwaiger Maßregeln, welche im Interesse der Realgymnasien zu treffen seien, nachdem die Absichten über die fernere Gestaltung des höheren Schulwesens bekannt geworden sind. Esten a. d. R., 23. Januar. Aus der Zeche „Hibernia" bei Gelsenkirchen fand heute Nachmittag ein großesGruben- Unglück durch schlagende Wetter statt. Die Rettungsarbeiten sind noch im Gange und die Gesammtzahl der Todten und Verletzten konnte noch nicht festgestellt werden. Abends 7 Uhr waren bereits 15 Todte und 22 Verwundete aus der achten Sohle, wo das Unglück geschah, herausgeschafft. Vierzig Bergleute werden noch vermißt. Im Ganzen sind etwa 100 Mann zur Zeit der Explosion auf der achten Sohle beschäftigt gewesen. Bern, 23. Januar. Das Bundesgesetz, betreffend den Schutz der Fabrik- und Handelsmarken, soll am 1. Juli in Kraft treten. Wien, 23. Januar. Sämmtliche Strecken der Oester- reichischen Nordwestbahn und der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn sind wieder in regelmäßigem Betrieb. Paris, 23. Januar. Anläßlich der anarchistischen Kundgebung auf der Place de l'Opera kamen etwa 50 Arnarchisten, unter dem Rufe: „Es lebe die Arnarchie!" — „Brod!" von der Vorstadt Lavillctte her. Der Haufe wurde von der Polizei zerstreut, die insgesammt etwa vierhundert Verhaftungen vorgenommen hat. Mehrere Verhaftete erklärten, sie hätten Geld von anarchistischen Zeitungen erhalten. Bei Anderen wurden Waffen gesunden. Bis auf 50 Personen, die sich für obdachlos erklärten, und 7 anarchistische Führer, die wegen Führung von Waffen gerichtlich verfolgt werden, entließ die Polizei alle Verhafteten wieder. London, 23. Januar. Die aus Mexiko durch Reuter-»- Bureau verbreiteten Gerüchte über Veränderungen im Cab in et und die angebliche Absicht des Präsidenten Diaz, die Präsidentschaft niederzulegen, ist vollkommen unbegründet. Southampton, 23. Januar. Die „Augusta Victoria" ist bei nebligem Wetter und mäßigen Winde hier Abends sechs Uhr eingetroffen. An Bord alles wohl. Brnffel, 23. Januar. Prinz Balduin, der präsumtive Thronfolger, ist heute Nacht plötzlich au einer Lungenentzündung gestorben. Prinz Balduin hat mehrere Nächte bei der kranken Schwester gewacht. Es scheint eine innere Blutung der Lungen eingetreten zu sein, die den Prinzen so unerwartet dahinrafste. Brüste!, 23. Januar. Das Hinscheiden des Prinzen Balduin erfolgte ganz plötzlich. Der „Moniteur" publicirte noch heute Morgen ein Bulletin, wonach der Prinz sich vor einigen Tagen erkältet habe und das Bert hüte- sein Zustand habe sich aber gestern verschlimmert. Die Nachricht von der um 2 Uhr des Morgens erfolgten Katastrophe verbreitete in der ganzen Stadt Bestürzung- überall bekundete sich die größte Theitnahme. Um das Kvnigspalais halten Polizeiwachen die tiefste Ruhe aufrecht, um dasEreiguiß der Prinzessin Henriette zu verbergen, welche selbst kaum genesen ist. Prinz Balduin starb an einer Lungencongestion, welche er, wie man glaubt, durch eine Erkältung bei der Nachtwache am Krankenbette seiner Schwester sich zugezogen hat. Der König war von Mitternacht bis nach 1 Uhr bei seinem Neffen. Der Prinz ist in großer Uniform ausgebahrt. Gent, 23. Januar. Das Journal „Flandre liberale" glaubt, Prinz Balduin sei an einer Nierenblutung gestorben. Schon seit längerer Zeit seien bei dem Prinzen Symptome eines ernsten Nierenleidens beobachtet worden. Gestern habe der zufällig im Palais anwesende Arzt Nomme- lace den kritischen Zustand festgestellt und gerathen, einen Priester zu rufen. Stockholm, 23. Januar. Die heutigen Ausschuß- Wahlen des Reichstages fielen in der oberen Kammer ziemlich unverändert protektionistisch aus- die untere Kammer wählte durchgängig Freihändler. Rom, 23. Januar. König Humbert drückte dem König von Belgien telegraphisch sein wärmstes Beileid über das Hinscheiden des Prinzen Balduin aus, ebenso eondolirte Crispi der belgischen Regierung. Ein auf den 2. Februar angesetzter Hofball wurde aus gleichem Anlaß verschoben. Rom, 23. Januar. In der Dep utir tenkammer interpellirte der radicale Abgeordnete für Ferrara, Luigi, den Ministerpräsidenten Crispi: welche Auslegung die Regierung anläßlich der Erneuerung des Allianzvertrages zwischen Italien und den Centralmächten Europas dem Artikel 5 des Statuts gebe. Nom, 23.Januar. Infolge von Schneeverwehungen ist der Eisenbahnverkehr zwischen Rom und Neapel unterbrochen. In der vorletzten Nacht sind außer den gemeldeten beiden Schiffen noch acht kleinere italienische Handelssahrzeuge an der tyrrhenischen Küste gestrandet. Madrid, 23. Januar. Ein amtliches Bulletin besagt: Die Königin-Regentin leidet seit einigen Tagen öil Schnupfen und hütet leichten Fiebers halber das Bett. Der für heute angekündigte Empfang wurde verschoben. Newyork, 23. Januar. Ein Telegramm aus Mexiko sagt, Präsident Diaz selber habe das Geriicht von bevorstehenden Veränderungen im Cabinet für völlig unbegründet erklärt. Newyork, 23. Januar. In Folge starker Regengüsse werden aus den Neuenglandstaaten Ueberschwemmungen gemeldet- viele Flüsse sind ausgetreten. Auch im Staate Newyork haben heftige Regengüsse stattgesunden und viele Brücken sind weggerissen worden. Washington, 23. Januar. Das Schatzamt hat entschieden, daß bei allen ausländischenPacketen, gleichviel, ob sie zollfreie oder zollpflichtige Waaren enthalten, auf der Außenseite der Name des Ursprungslandes angegeben sein muß. Rio de Janeiro, 23. Januar. Das neue Cabinet ist wie folgt gebildet: Uchoa, Präsidium und Minister ohne Portefeuille- Cavalcante, Inneres- Justo Chermont, Auswärtiges- Alencar Araripe, Finanzen- General Frota, Krieg- Admiral Foster Vidal, Marine - Assiz Brazil, Justiz. Wahrscheinlich übernimmt Lucean das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Das Ministerium des öffentlichen Unterrichts und der Posten ist aufgehoben. Mexiko, 23. Januar. Präsident Diaz, der frühere Präsident Gonzales und mehrere Gckiverneure berathen hier über die politische Lage. Nach einem, jedoch noch unverbürgten Gerüchte soll Diaz beabsichtigen, die Präsidentschaft bald niederzulegen- viele Veränderungen im Cabinet seien wahrscheinlich. Gelseukircheu, 24. Januar. Aus Zeche „Hibernia" sind bis heute früh 9 Uhr 40 Todte und 30 Verwundete zu Tage gefördert. Das Rettungswerk ist noch nicht beendigt. Localer «n- provinzielles, Gießen, 24. Januar. — Aus das morgen Sonntag Nachmittag 5 Uhr stattfindende (Kontert des Akademischen Gesangvereins verfehlen wir nicht, wiederholt aufmerksam zu machen. Nach der Wahl der zum Vortrag kommenden Stücke und der zu erwartenden trefflichen Aufführung stellt dasselbe einen besonderen Kunstgenuß in Aussicht. Eintrittskarten zum Preise von 2 und bezw. 1 Mk. sind bis zu Beginn des Concerts in der Musikalienhandlung von Ernst Chalier zu haben. Programm und alles Nähere im Jnseratentheil. — (Kontert des Akademischen Gesangvereins. Ueber das am Sonntag zur Aufführung kommende Hauptwerk „Der Rose Pilgerfahrt" von Schumann entnehmen wir, um das Verständniß des wundervollen Tonwerkes zu erleichtern, dem „Führer durch den Concertsaal" von Kretzschmar das Folgende: „Das der Composition zu Grunde liegende Gedicht rührt von Moritz Horn her und gehört zu der romantischen Familie der „Hans Heiling" und „Lohengrin", zu den Fabeln, in welchen ein Glied der Geisterwelt Menschengestalt anuimmt und irdisches Glück und Leiden kostet. Ein Elsenkind geht unter die Menschen, klopft erst vergeblich bei einer harten alten Frau an die Thüre und wird dann von Müllersleuten, welche soeben die einzige Tochter begraben hatten, an Kindesstatt ausgenommen, wird Braut und Gattin des Försterssohnes und stirbt, aus diesem Höhepunkt weiblichen Glücks angekommen, sanft und zufrieden. Engel, nicht Elsen, geleiten sie wieder von der Erde hinweg." — Ueber „Schön Ellen" von Max Bruch schreibt Kretzschmar: „Die bekannte Dichtung E. Geibels, welche dieser Composition zu Grunde liegt, führt uns aus eine Burg in Schottland. Die Vertheidiger, am Ende ihrer Kräfte angekommen, bereiten sich aus's Letzte vor. Nur ein Mädchen, Schön Ellen, gibt die Hoffnung nicht aus. Mit der Schärfe, die die Begeisterung den Sinnen gibt, hört sie aus der Ferne das Kriegslied des befreundeten Stammes der Campbells, die zum Ersätze heranrücken. Die Eingeschlossenen halten das für Spuk und Trug, nehmen Abschied von Weib und Kind und begeben sich aus den Todesgang. Da klingt aber der Marsch in der Nähe- die Campbells sind da." Mit einem grandiösen Siegeslied schließt das zündende Werk. — In der vorgestrigen Versammlung des landwirthschaft« lichen Vereins fand die Vorführung eines Alsa-Handseparators des Bergedorfer Eisenwerks (Vertreter Bergner & vom Stein, Frankfurt) statt. Diese Maschinen gewähren jedem einzelnen Landwirthe die großen Vorzüge des Centrisugal-Entrahmungs- versahrens, welche Vortheile bisher zumeist nur den größeren Molkereien zu Gute kamen. Mit dem Alfa Handseparator werden 125 Liter frisch gemolkene Milch per Stunde entrahmt, ein Knabe ist im Stande, die Maschine ohne Anstrengung zu betreiben, Handhabung und Reinigung der Maschine sind sehr einfach. Die Hauptsache bei diesem Entrahmungsverfahren ist der bedeutende Mehrertrag an Butter, indem durch diese Maschine durchschnittlich 20 °/0 mehr Butter erzielt wird als beim alten Verfahren. Der Rahm wird in der gewohnten Weise behandelt und ergibt eine unübertreffliche Qualität Butter, die hoch im Preise steht, während die gewöhnliche Butter unter dem wachsenden Vordringen der Margarine leidet. Diese beiden Vortheile sind so wesentlich, daß die Maschine sich schon in kurzer Zeit, in der Regel in weniger als einem Jahr, vollständig bezahlt macht- dazu kommt die sofortige Verwendung der frischen süßen Magermilch, die sowohl für den Haushalt wie für Kälber und Schweinezucht von größtem Werthe ist, ferner werden die vielen Milchtöpfe, Milchkannen und Milchkeller erspart. In der dem Probearbeiten vor^l gehenden Besprechung wurde bemerkt, daß z. B- der Frankfurter Buttermarkt mehr und mehr an die mit solchen Maschinen ausgerüsteten Holsteinischen Molkereien verloren gehe und daß u. A. Dänemark im vergangenen Jahre für 60 Millionen Mark allein Butter nach England geliefert habe, was einzig der Anwendung solcher Maschinen zu verdanken sei. Es ergiebt sich daraus, wie viel in hiesiger Gegend noch in dieser Beziehung zu thun und daß es für die hiesige Landwirthschaft an der Zeit sei, sich den großen Fortschritten der Neuzeit aus dem Gebiete des Molkereiwesens anzuschließen. Hoffentlich werden unsere Landwirthe sich die gegebene Anregung zu Nutze sein lassen. — Das Kaiser-Pauorama, welches sich fortgesetzt eines großen Zuspruchs erfreut, wird nächste Woche die prachtvolle Serie Spanien zur Ausstellung bringen. Unter Anderem sind vertreten Madrid, Sevilla, Granada - es werden sämmt- liche Schlösser, Sehenswürdigkeiten re. gezeigt. Von besonderem Interesse dürsten Scenen aus einem Stiergefechte sein, sowie die Alhamba, mit dem weltberühmten Löwenhos in Granada, welche vergangenes Jahr leider ein Raub der Flammen geworden. — Am 21. Januar ds. Js. hielt der Nord-OftVerein seine alljährliche Generalversammlung im Saale des Herrn Restaurateur C. Roth II. unter sehr zahlreicher Betheiligung der Mitglieder ab. Der Präsident, Stadtrath W. Löb er, eröffnete die Generalversammlung und beleuchtete in ein- stündiger Rede die Thätigkeit des Vorstandes, welche zu erfreulichen Resultaten geführt hätte. Nach dieser Rede wurde alsdann der Vorstand wieder ergänzt durch statutenmäßige Ausloosung dreier Mitglieder, und zwar der Herren E. Hanau, E. Sack und I. Boeck. Wiedergewählt mit großer Majorität wurden die Herren E. Hanau und E. Sack, an Stelle des Herrn Boeck wurde Herr Banquier I. Grünewald gewählt. — Zur Freude der Kohlen-Consumenten, zum Leide der Schlittschuhläufer, ist der seit Langem anhaltende Frost einem milden Wetter gewichen. Seit gestern thaut es so intensiv, daß während der Nacht der in den letzten Tagen reichlich gefallene Schnee laut polternd von den Dächern aus die Straße rollte. Jetzt heißt es, gute Stieseln angezogen, wenn man nicht nasse Füße und damit einen gehörigen Schnupfen davon tragen will. Dank dem Aufgebot zahlreicher Arbeitskräfte und Fuhrwerke werden die schmelzenden Schneemassen bald aus der Stadt verschwinden. — Wenn auch nicht zu hoffen ist, daß dauernd schönes und gelindes Wetter eintritt, so ist doch die Jahreszeit geeignet zu der Annahme, daß lange anhaltende und strenge Kälte nun nicht mehr eintreten wird. — Der Kalligraph Herr Otto Gottlieb aus Leipzig eröffnet Hierselbst Dienstag den 27. d. M. einen Unterrichts« tursus im Schönschreiben. Wer heute eine schöne, geläufige Handschrift schreibt, wird überall Unterkommen finden und der Weg zu seinem Fortkommen ist gebahnt. Ja, eine schöne Handschrift bringt jährlich Tausende von Menschen in besser bezahlte Stellungen hinein. Wir können deßhalb allen jungen Leuten, die eine schlechte Handschrift haben, nur anrathen, den im Schönschreiben zu eröffnenden Cursus des Herrn Gottlieb zu benutzen. (Siehe Inserat.) — Vorläufige Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1890 im Grotzherzogthum Hessen: Städte mit über 10 000 Einwohnern. Kreise Ortsanwesende Bevölkerung Zunahme seit 1885 Abnahme seit 1885 Darmstadt 91296 7 276 — Bensheim M039 1283 — Dieburg 53 649 647 — Erbach 46 388 — 1152 Groß-Gerau 41522 1717 — Heppenheim 43 873 — 43 Offenbach 93165 7826 — Provinz Starkenburg 419 932 18749 1195 1755? — Gießen 74 436 2520 — Alsfeld 36 657 — 30 Büdingen 38045 503 — Friedberg 62117 629 — Lauterbach 28 403 — 288 Schotten 26 488 — 232 Provinz Oberheffen 266146 3652 _550 3102 — Mainz 118390 9947 — Alzey 38 777 755 — Bingen 3^ 138 1253 — Oppenheim 45 006 554 — Worms 69 225 4838 — Provinz Rheinhessen 308 536 17347 — Großherzogthum Hessen 994614 38003 — Darmstadt 56 503 5201 — Offenbach 35154 3441 — Gießen 20 611 1609 — Mainz 72 934 6613 — Worms 25 504 3601 — E. Bad Nauheim, 22. Januar. Bürgermeister Wörner ist gestern Abend aus der Ortsstraße zu Fall gekommen und hat dabei einen Arm gebrochen. — Kleine Mittheilnngen aus dem Grotzherzogthum Heffen. Um im Falle der Noth nach den gefährdeten Orten bei Aufgang des Eises abrücken zu können, stehen für die Pioniere und für Jnsanterie-Abtheilungen inCastel Extrazüge bereit. — Der vor etwa zwei Jahren von Pfeddersheim nach Seligenstadt versetzte Gerichtsvollzieher Mann wurde gestern Vormittag vom Dienste suspendirt, Abends durch die Gendarmerie verhaftet und nach Offenbach verbracht. Dem Verhafteten sollen dem Vernehmen nach Veruntreuungen im Dienste zur Last fallen. — Der Verkehr über die Eisdecke des Rheins bei Worms ist gestattet. Infolge dieses Ereignisses ließ sich am 22. d. Mts. das gejammte Brückenpersonal mitten aus dem Rhein photographiren. — Eine Darmstädter Firma hat mit Rücksicht auf den außergewöhnlich strengen Winter jedem ihrer Arbeiter 5 Centner Kohlen in die Wohnung bringen lassen. — Die Mainzer Armendeputation hat bis jetzt an bedürftige Einwohner 2500 Centner Steinkohlen vertheilen lassen. — Frau (Som* merzienrath Keller in Darmstadt hat der Direction der Großh. technischen Hochschule 5000 Mk. für Stipendienzwecke zur Verfügung gestellt. — Für Darmstadt ist mit Wirkung vom 1. April die Errichtung eines Gewerbeschiedsgerichts geplant. * Darmstadt, 23. Januar. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung hat — auf die bekannte Anregung der Stadt Mainz hin — den Beschluß gefaßt, das Großh. Ministerium zu ersuchen, den Städten die Erlaubniß zu geben, daß dieselben die Einkommen unter 500 Mk. von der Communalsteuer befreien können. *A Mainz, 23. Januar. Der heutige zweite Tag der 100jährigen Jubelfeier des 118. Infanterie- Regiments, zu welcher am Morgen alle Bahnzüge zahlreiche Personen, darunter Viele, die früher dem Regimente angehörten, hierher gebracht hatten, begann mit einer Re- veille, der um ,/2l Uhr Mittags eine von dem Großherzog zu Fuß abgenommene Parade der Truppen der hiesigen Garnison folgte. Um 3 Uhr am Nachmittag fand ein großes Festmahl statt, bei welchem dem Regimente durch Vertreter der Städte Mainz, Offenbach und Worms, in welchen das 118. Regiment garnisonirt, die Gratulationen dargebracht wurden. Hieran reihte sich am Abend mit der Haupttheil des Festes, nämlich die Veranstaltung für die gesammte Mannschaft des Regiments in der mit militärischen Emblemen reich geschmückten Stadthalle, an welcher der Großherzog in einer Loge auf der Gallerie theilnahm. Den Mittelpunkt dieser Veranstaltung bildete die Aufführung eines militärischen Schwankes von Carl Laufs, „Die Patrouille", in welchem ein Stück Soldatenleben mit gutem Humor gezeichnet ist. Der Schwank wurde ausschließlich von Angehörigen des Regiments ausgeführt, ebenso eine schön arrangirte, aus mehreren Gruppen bestehende Quadrille, bei welcher die verschiedenen Uniformen des Regiments seit seiner Gründung zur malerischen Wirkung kamen. Die ganze Veranstaltung, der auch eine größere Anzahl Civilpersonen beiwohnte, trug einen durchaus kameradschaftlichen Character. — In Folge des heiteren Wetters und die durch die Jubelfeier des 118. Regiments hervorgerufene Anwesenheit zahlreicher Fremden hier war heute auf der Eisdecke des Rheins zwischen Mainz und Caftel ein außerordentlich bewegtes Leben. In den ersten Nachmittagsstunden war die Eisdecke von Tausenden besucht, die aus verschiedenen Bahnen nach den beiderseitigen Ufern wanderten. Zahlreich konnte man heute aus den entlegensten Ortschaften Landleute sehen, die die Gelegenheit nicht verabsäumen wollten, einmal trockenen Fußes über den Rhein zu wandern. — Dem hier anwesenden Großherzog wurde gestern von einem Casteler Bäcker ein „Riesenbuweschenkel", das altherkömmliche Gebäck, wenn der Rhein zugesroren ist, überreicht. — Das Thauwetter hält an und zeigte heute Abend das Thermometer bei leichtem Schneefall 4 Grad Wärme. * Babenhausen, 22. Januar. Die hiesigen Armen wurden dieser Tage mit einer reichen Gabe bedacht und zwar in Gestalt eines Eisenbahnwaggons Kohlen von 200 Centner, welche Herr Kohlenhändler Justus Arnold in Saarbrücken frei hierhersandte und der Bürgermeisterei zur Vertheilung überwies. Der freigebige Spender ist ein Babenhäuser Kind, ein Sohn des verstorbenen Bürgermeisters Arnold- seit ca. 20 Jahren ist derselbe in Saarbrücken wohnhaft und Besitzer einer großen Kohlenhandlung. * Marburg, 21. Januar. Die vollständig neu eingerichtete chirurgische Klinik zu Marburg nimmt selbstzahlende Kranke zum Preise von 6 Mk., 4 Mk. und 1,50 Mk. täglich, bei monatlicher Vorausbezahlung, für drei verschiedene Klassen jederzeit auf, soweit der Platz reicht. Arme aus den vier Kreisen Marburg, Kirchhain, Ziegenhain und Franken- berg werden auf ein Armuthszeugniß ihres Gemeindevorstehers ebenfalls ohne Weiteres ausgenommen, wenn ihre Krankheit sich für die Klinik eignet. Aber auch für die Armen anderer Landstriche ist durch Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Freibetten gesorgt worden- nur müssen dieselben vorher anfragen und außer einem Armuthszeugniß ein ärztliches Attest einsenden. * Die Redaetion von „Schorers Familieublatt" hat an Deutschlands Humoristen die Frage um die besten Recepte zur Erhaltung der guten Laune gestellt. In der jüngsten Nummer liegt eine Reihe von Antworten vor, von welchen wir nachstehende wiedergeben: Vergiß, was man Dir Böses that, Kreis' niemals in ein rollend Rad, Heiß' närrisch, was die Welt heißt schlecht, Streit nicht, ob grün, ob blau der Hecht, Und brichst Du Dir das Nasenbein, Sei froh — es könnt der Hals auch sein. Rudolf Baumbach. An all unserem Aerger sind Andere schuld. Das beste Mittel aber, um bei guter Laune zu bleiben, ist die stets richtige Erkenntniß, daß man selber nichts taugt. Wilhelm Busch. Recept für Frohsinn und launiges Scherzend Der Friede im Herzen. P. K. Rosegger. Soll gute Laune bei Dir walten, Rath ich: D'n Kopp stets oben halten, Un' — därsst rntrsch abber nich oeriebeln, Trag niemals nich zu enge Schtiebeln! Fritze Bliemchen (Gustav Schumann.) Das beste Mittel zur Erhaltung der guten Laune besteht meines Erachtens darin, sich recht vertraut mit dem Gedanken an den Tod zu machen. Alsdann erkennt man klar die Ntchlig- keit und Hinfälligkeit des Irdischen und läßt sich Seelenfröhltch- keit und Hoffnungsfreude nicht durch überschätzte Geringfügigkät trüben. Dies Recept versagt jedoch mitunter, weil wir Menschen find, Erdenkinder. Julius Stinde. Die Mutter der fluten Laune ist die üble Laune; nur wenn man fich mit der Alten zu verttagen weiß, kriegt man die Junge» Ed. Pötzl. ' aS 8r0 rtLet et.bl ju gefien T.g öet ""' beg... p» °°n te: «-- Truppe» bet *»«8 durch in >Lx eltI ®ratMneiA^n bö5 bend mit ber? gebracht z für h,des «Ä» Mannar der 5&n «ich K di-i-r - tis ;* ® dlugehmgen bä $,-- ft mangm-, ms nnb- >k, be, welcher bie n^chch- 161 lcmct Gründung -nr e. 9a”i= Bernnstnltwz, bet Wen beiwohnte, trug einen icter. Wetters und bie durch die hervorgerufene Anwesenheit me aus der Eisdecke des lel ein außerordentlich be- Nachmittagsjtunden war die !>ie aus verschiedenen Bahnen änderten. Zahlreich konnte Ortschaften Landleute sehen, ren wollten, einmal trockenen rn. 'oßherzog wurde gestern ^eseMweKeM", daS alt- piroxen \\\t Äder- an und zeigte heute Abend Schneefall 4 Grad Wärme. . Die hiesigen Armen wurden Gabe bedacht und zwar in ! Sohlen von 200 Gentner, itu§ Arnold in Saarbrücken -genveisterei zur Vertheilung )er ist ein Babenhäuser Sind, cgermeisters Arnold,- seit ca. Micken wohnhaft und Bescher s/.t vollständig neu eingerich- i,2rburg nimmt selbstzahlende 4 W. und 1/50 Mk- täg- hlung, für drei verschiedene Platz reicht. Arme aus den i Ziegenhain und Franken- nißchres Gemeindevorstehers mmen, wenn ihre MaW auch für die Armen anderer einer ausreichenden Anzahl nut müfien Wetten»* :mutW*6 e,n *** ’ bie beste» !»»° ® der MB« - 9eftp„ 2 w welchen Antworten vor, .Sii-iN w ■-»äR»*** gl l«*«’ ®4“Äe»!Qsi, A ArrS der Wetterau, 22. Januar. In der gestrigen Nummer Ihrer Zeitung brachten Sie die kurze Notiz, daß die Stockheimer Rübenzuckerfabrik ihre Campagne beendigt habe. Da der Rübenbau in der Wetterau, im Kreise Gießen und bis in die warmen Thäler des westlichen Vogelsberges, wo milder, kräftiger Boden vorhanden ist, cultivtrt wird, so dürften nachstehende kurze Notizen für viele Leser Ihrer Zeitung nicht unwillkommen sein. Die Campagne pro 1890/91 begann am 30. September 1890 und endigte am 19. Januar 1891, dauerte also 16 Wochen und zwar gut einen Monat länger als in früheren Jahren. Dies hat seine Ursache in verschiedenen Gründen; einmal wurden ca. 140' bis 150000 Gentner Rüben mehr probucirt als frühtr. Da die Fabrik täglich 5000 bis 5500 Gentner Rüben pro Tag verarbeitet, so macht dieses Mehr bereits 25 bis 30Tage aus. Sodann stellte sich Inder trockenen Zeit vom 1. September bis 15. October mitunter Wassermangel ein; ferner hinderte die um Stockheim herrschende Maul- und Klauenseuche die mit Rindvieh arbeitenden kleinen Landwirthe am Liefern, weil Stockheim Gemarkungssperre hatte. Endlich retar- birten bie gefrorenen Rüben ben Betrieb, inbem bie Zerkleinerungs- messer an ber Schnitzelmaschine sich außerorbentlich rasch an den gefrorenen Rüben abstumpfen, das Einsetzen neuer Messer aber stets viel Zeit erfordert. Die 1890er Rüben reichen mit ihrem Zucker nicht an die 1889er heran. Das Resultat der Campagne wird aber doch ein recht erfreuliches sein, denn die Betriebskosten der Fabrik Haden sich durch Uebergang zur Braunkohlenfeuerung vermindert. Wünschenswerth wäre es, wenn bie Arbeiter für bie Fabrik aus diesiger G egenb herangezogen und vorgebildet würben, was keine Schwierigkeit sein kann, benn bie Leute sind intelligent und wenn sie sehen, daß sich ihre Mühe lohnt, lernen sie leicht und billig. Seit 1874 tragen aber auswärtige Arbeiter aus Norbbeuischlanb bie besten Löhne bavon unb gehen nach Schluß ber Campagne fort. In den letzten Jahren ist nach und nach die Ueberzeugung zum Durchbruch gekommen, daß ber Rübenbau nicht bloß eine gute Divibenbe, fonbern auch große indirecte Vortheile bietet. Hierher gehört bie tiefe Bearbeitung des Bobens, der baburch sauberer und ertragsfähiger wirb. Die nachfolgenden höheren Erträge an Halmfrüchten und Futterstoffen gegenüber den früheren Rrsultaten sind am besten dadurch nachgewiesen, daß große und kleine Landwirthe seit 1884, d. h. feit ber Zuckerrübenbau in ber östlichen Wetterau und den angrenzenden Thälern eingeführt wurde, Scheuern, Keller und Speicher erweitern müssen. Da Ihre Zeitung bemüht ist, ben Lanbwirtheu mit Rath unb That zur Hand zu gehen, so soll nicht versäumt werden, auf die Vortheile des Rübenbaues aufmerksam zu machen. Auch auf die Futterstoffe, die sogen. Rübenschnitzel, welche von der Fabrik theils gratis, theils zu enorm billigen Preisen verabfolgt werden, soll hingewiesen werden und das Dungmittel, der sogen. Scheideschlamm, darf nicht unerwähnt bleiben. Der Widerstand unb bie Abneigung gegen ben Rübenbau war noch vor wenigen Jahren sehr stark. Das Jahr 1889 mit seinen ll pCt. Divibende hat bas Eis gebrochen. Für 1890 sinb zwar keine ll pCt. zu erwarten, aber 8 bis 9pCt. mögen schon Vorkommen. Ob bas ein anberer $ trieb ebenso liefert, wie ber Rübenbau, bürste einigermaßen zweifelhaft erscheinen. vieße«, 24. Januar. Marktbericht. Auf dem heuttgen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,80—0,85, Hühnereier 1 ©t 7-9, 2 St. — H, Enteneier 1 St.--H, 2 St. — Käse pr. St. 5—7 H, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen vr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar X 0,40—0,50, Hühner pr. Stück X 0,80—1.00, Hahnen pr. St- X 0,75—1,00, Enten pr. Stück X 1,40—1,80, Ochsenfleisch pr. Vfd 70—74 H, Kuh- unb Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 62—68 4, Kalbfleisch 60-64 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 5,50—0,00, Weißkraut pr. St- 3—7 Ä, Zwiebeln per Centner X 6,00—0,00, Milch per Liter 12-18 H. Gänse pr. Pfd. 60- Ball-Seidenstoffe von 95 Pfge. bis X 14.80 p. Meter — glatt, gestreift unb gemustert — versendet roben- unb stückweise porto- unb zollfrei das Fabrik -D6M G. Henneberg (K. u. K. Hoflief. Zürich. Muster um- gehend. Doppelte« Briefporto nach der Schweiz.255 , SWW M sgibtzk ötiitoHe s direkt aus der Fabrik von von Elten & Kcusicn, Crefeld, ” all ? .> 'T fYitev .yenb in jedem Maat; zu belieben- ' ' Man v^lana- 'Pinfter uut Angabe des Gewünschten. — Man verlange in den Apotheken, Mineralwasserhandlungen etc. nur die Pastillen der „Kaiser-Friedrich-Quelle” nnd lasse sich keine andern minderwerthigen aufschwatzen. 623 Schwarze rei« wollene Kleiderstoffe (glatt und gemustert) zu Fabrikpreisen bei 394 Gebr. Stamm. Attszrtg au» -en Standes aintsregist*rn der Stadt Gießen. Aufgebote. Januar: 18. Christoph Balthafer Brückel, Sergeant dahier, mit Elifabethe Maid zu Watzenborn. 18. Martin Häuser, Bürstenmacher dahier, mit Katharine Burk zu Rüchenbach. 20. Georg Dönges, Hilfsbremser babier, mit Elifabethe Pfeiffer von Großen- Buseck. 21. Dr. Wilhelm Lubwig Godel, pract. Arzt zu Wiesbaden, mit Luise Katharine, genannt Käthe Keydell zu Jena. Geborene. Januar: 11. Dem Küfer Johannes Hilgärtner eine Tochter. 12. Dem Postassistent Heinrich Pitzer eine Tochter, Bertha Elisabeth Emilie. 16. Dem Wirth Wilhelm Weber eine Tochter, Elise Friederike. 18. Dem Bäcker Hermann Strobel ein Sohn, August. 19. Dem Hilfs-Locomotioheizer Louis Bierau ein Sohn, Otto Heinrich Georg. 20. Dem Taglöhner Daniel Müller eine Tochter, Katharine. 21. Dem Bierbrauer Anton Schmitt ein todtgeborenes Kind weiblichen Geschlechts. 22. Dem Schneidermeister Friedrich Schomber ein Sohn, Friedrich Max Karl. Gestorbene. Januar: 16. Katharine Jung, 33 Jahre alt, ledig, von Butzbach. 17. Katharine Zimmermann, 57 Jahre alt, von Gladenbach. 18. Katharine Schaum, geb. Eckhardt, 64 Jahre alt, Wittwe von Kunstgärtner Johannes Schaum dahier. 19. Wilhelm Theodor Wiedmeyer, 40 Jahre alt, Schneidermeister dahier. 20. Katharine Schmitt, geb. Lipp, 83 Jahre alt, dahier, Wittwe von Gewerbebankdiener Adolf Schmitt. 21. Ludwig Schäfer, 61 Jahre alt, Kolporteur von Rodheim a. Bieber. 22. Ferbinand Euler, 9 Jahre alt, Sohn von Metzgermeister Hermann Euler dahier. Artszng aus den der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 18. Januar. Dem Taglöhner Ludwig Baumann eine Tochter, Katharine, geboren ben 16. November 1890. Denselben. Dem Hilfsbremser Valentin Ruppel eine Tochter, Marie Katharine, geboren ben 7. December 1890. Beerdigte. Den 17. Januar, Johann Georg Wagner, Schneibermeister in Gießen, verheirathet, alt 53 Jahre, gestorben ben 15. Januar. Den 21. Januar. Katharine Schaum, geb. Eckharbt, Wittwe bes verstorbenen Kunstgärtners Johannes Schaum in Gießen, alt 65 Jahre, gestorben ben 18. Januar. Denselben. Wilhelm Theobor Wiebmever, Schneibermeister in Gießen/verheirathet, alt 40 Jahre, gestorben ben 19. Januar. Rau- u. Mtzholz- Berlteigerunfl im tzttiugshäuser Geiukindemld. Montag den 2. Februar, Vormittag» 9>/z Uhr anfangend, soll in dem Gemeindewald zu Ettingshausen folgendes Holz versteigert -werden: 22 Eichen«Stämme, 15—23 cm Durchmesser, 6—12 m Länge = 4,62 fm, 74 Fichten - Stämme, 15—35 cm Durchmesser, 12—22 m Länge = 31,72 fm, 20 Kiefern - Stämme, 15—20 cm Durchmesser, 12—20 m Länge = 5,20 fm, 53 Eichen - Derbstangen, 9 — 14 cm Durchmesser, 5—10 m Länge = 3,68 fm, 843 Fichten'Derbstangen, 8—14 cm Durchmesser, 10—18 m Länge = 107,39 fm, 173 Kiefern»Derbstangen, 8 em Durchmesser, 10 bis 18 m Länge = 24,02 fm. Der Anfang ist im Retzstein bei Holz Nr. 1. Ettingshausen, den 24. Jan. 1891. Gr. Bürgermeisterei Ettingshausen. I. V. 757 Görnert, Beigeordneter. Montag den 2. Februar, Nachmittags von 2 Uhr an, werben bie zum Nachlaß ber Frau Phil. Dan. Odel Wwe., Tiefenweg 10, gehörigen Mobilien, bestand in 2 Kleiderschränken, 2 Kommoben, 3 Bettstellen, Bettwerk, Stühlen, Tischen, Betttüchern, Ueberzügen und anderem Weißzeug, Haus- u. Küchengeräten Meistbietend versteigert. I. A.: 745 Lo«i» Rothenberger, Ger -Taxator. F euer spritzen in jeder Art und Größe, für Hand- und Dampfbetrieb, sowie Reparaturen und Umbau älterer Maschinen nach den neuesten Verordnungen, ferner sammtliche Feuerwehr-Ausrüstungsgegeustau-e liefert unter Garantie billigst 783 Carl Meta in Heidelberg. Die besten Deklamationen ii. komische Dorträge für frohe Menfchenkreise. 10. Aufl. Geh. Preis 1 X 50 Vademecum für Dilettanten. Eine theoretisch-praktische Anleitung zum öffentlichen Auftreten- Von Max Traustl. Geh. Preis 1 X 20 Versteigerung. Montag den 26. Januar e., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Gasthaus „zum Adler" dahier gegen Baarzahlung: drei Wagen. Born, 785 Gerichtsvollzieher zu Gießen. kmp—ihwi iiiwiiiwiinnn mfMinr~rr- Der Gesangs-Komiker. Ausgewählte Couplets, Duette, Toloscenen rc. mit Pianoforte-Be- gleitung. 25 Bände (23b. 20—25 neu) ä 23b. IX Jnhaltsverzeichnitz gratis und franco. Die Bauchrednerkunst von Gustav Lund. 2. Aufl. Mit Illustrationen. Geh. Preis 50 C. A. Kochs Verlag, Leipzig. Zurückgescht. Eine Parthie Glaev- und Dänische Handschuhe bedeutend unter Preis. 718 I. Kaan jr., Kreuz Parkett-Böden liefert unb legt stets [347 Schreiner Lenz, Frankfurterstr. 123. la. neue holl. Vollhäringe, per Stück 4 H, 30 Stück für . . v4L 1.— 100 Stück für . . X 3 — empfiehlt [743 F r. Seihe L ■ Russisch Brod ■ Feinstes Theegebäck [742 ■ von Rich. Selbmann, Dresden.™ Lager b- Kaufrn. E. Dort, Gießen. B Irische SchMsche eingetroffen. 769 ___L» Kalkhof, Friedberger "MA iPf ©rdeloos© I (Ziehung 11. Februar), empfiehlt 1758 Heinrich Wallach. I PIANINOS MkT°350 Flügel von 1000 Mk. an. , I IfyllllVg an Harmoniums von Mk. so an. 256 Alle berühmten Fabrikate. Verkauf schon zu monatl. Raten von Mk. 10, gegen Baar zu Vorzugspreisen. Gespielte Klaviere von Mk. 50 an. Umtausch alter Klaviere. Auswahl von über 100 Instrumenten. — Langjährige Garantie. Wüh. Rudolph, Pianomagazin, Neuenweg 9. Fische und Geflügel. Heute und folgende Tager Grosse Extra-Sendungen I la. Caviar, Sprotten, Bücklinge LachS, sämmtliche feine Käse, Compotfrüchte u. Gemüse empfiehlt 771 C. G. Kleinhenn. 779 Neuheiten Geschw. Heerz Neuenweg zu Ballkleidern, sowie Ballsliawls empfehlen billigst r JO ec sparen will, bestelle jaoffl. ^oll. Käs, 4 Gentner <.« 24.— jfrorH. Limiturgcr nitäfe A Ctr. Jt- 23 — ^»otll. Edamer A Centner JC 30-— ab hier gcaen 'Nachnahme empfiehlt Julius Werner, Neumünster i. H. lo Pfund-Probepostcolli JC 3 40 und X 3 30 und M 4.— portofrei. in Stickerei - Kleidern von den billigsten bis zu den feinsten in großer Auswahl empfiehlt 719 J. Kaan jr., fj/nin Kreuz. Reine Harter Kanarienvögel verkauft 773 Adolf Laudon, Sonnenstraße 14. W Briefpapier and Couverts mit_____ Monogramm^ liefert dla BrOhrscbe Druckerei (Fr. Ohr. Pietsch) 7. Schulstrasse 7. Fernsprecher 61. VTechnicum MittweidaA, \ — Sachnen. — \ a) ÄMehiieB • Ligealeir -Schtie N Werkmeütor • Behwle. o — voranterrleM frei. — ■ Bervefferte GH» ■ Lilienmilchseife | vollkommen neutral mit Boraxmilchgehalr unb von ausgezeichnetem Aroma ist zur Herstellung unb Erhaltung eines zarten blendendweitzen TeintS unerläßlich Bestes Mittel gegen Gommersprosten. Vorr. k Stück 50 bei: H. Tichy (Wwe. Petri Nachf.) 78« Dienstag den27. Jan.: Gesammtprobe. 763 [775 Personen: ZU 611 W. Rudolph. Wacker,CommiSBionär Richard Lerch. Der Vorstand 782 744 753 768 CONCER T. Entree frei. — Anfang 3 Uhr Nachmittags und 7 Uhr Abends- Der Dorstand. Dingeldey. 774 daselbst auf. Neichsbank-DtScont 4 pEt. — Frankfurter Bank-Discont 4 pEt. Bedingungen. 780 ».ILttlLvn«t«Lu,Schillerflr.27. 754 Kl iso, seine Frau Cäsar Muffel Pauline Purzel, Wirthschafterin >Schimmel, Botelhos. Anni Reihers. Adam Reiners. Frau Mudolbock Auguste, Kellnerin Schutzmann Elisabeth Bischoff. Karl Rupp. Der Präsident. H. Wagner. Ida Unger. Antonie Roland. Fritz Werner. den Jughardsbrunnen im Vereinsbezirk. Nichtmitglieder sind auch willkommen. Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. 752 statt, zu welchem ergebens! einladet Gustav Gühiholtz, Besitzer des „Cafe Leib“. Der Preis des Gedeckes beträgt 2 Jü und liegt die Einzeichnungsliste Mermietpungen. 2131 Schöne Wohnung, 4—5 Alm , an rnb. Familie zu verm. Löberstratze 4. Zimmer zn ver- Marktplatz 2. Der Börsen-^Wochenbericht de- Herrn b Waffersch- leben wußte wegen Raummangel für die nächste Nummer Zurückbleiben. Restauration Kempf, Dswaidsgartrn Heute Sonntag Einladung* ? Anläßlich der GeburtStag-feier Sr. Majestät de» Kaiser» und König» findet Montag, den L