[Ct in goldenen uti egulateurs, Wan) Mahl in Do», 92d» iter Garantie ausgeW- Hochachtungsvoll US HilgarM- «• n bestehm'. ÜSÄ** -SMHorsttaße. , SchMche. 9W «K, iLstraße. ter. nn. uers. W sr«s§ i?!*cn * 11/ itschneiden an Karro3‘61 Ä*"8* Matze 20, ü^büdanlage 22? Jen Wn oute Stellen Mbtt-tt^Seltersw.52. artchln Per Poftarte r Porrath reicht. Gemüsehändler D«°e. L'ML -spretsen' stets )ber 1891. rklsnks. sung. Umgegend die ergebene 1 (Hotel Einhorn) eine turwerkstätte 1891 Samstag den 24. October Nr. 24» Xkr Wtinw Mitte« tVschsml täglich. M M Nmtta-ß. Wt Wrt*ner •Mai dem lnyie«r »Achmttlich bidm«4 bd|dt|L Kießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. viertcktähriger >le*wmc*tsinrdei 2 2Rert 20 Pf,. >M Vringerloh«. Durch die Post bez»IW 2 Mark 50 Pf^ Rebertton, »peMÜ* unb Druckerei: >4*CHre|eit, der Verein solle ) sehr viel zu thun. uns alle zwei Jahre linem Decenium einen \ sein dürfe. Da es ffchast zu fördern, jo tfttnen Zahn neittr iÜt das Gedeihen des Oderhessischm Obft- ilung stimmte lebhaft Preis- und Diplom- der Hoffnung, daß chre, wem auch nicht :e Oberheffens wieder- tf) Dr. Araden die vtt SamStög/ beit n Goncert, bei bem für Schlag urid M tos Ww« Heftes mit Mem mimte Stiterei ou» :au( cki Fremde bei Cm«! W TheE , D--s>tze dei h°« °d g-stm h'» d bei Th'-rschu«' tbum He!!e" ! ’ >Lsk*i e«1«8 ” '"Locol »er W L b«tei namettf » ' jjfteiniintereif'" e„b, d°ß, ®ie” 1 Life als em M erschutz * finbc und n EingaR u |CQte insbesondere 8 be§ GrosiherM' adte oes i Derelne dereins- lesverel" allgemeine" resbeM°g ° $erein^ * m-i V ,.,n Bericht' . »»Ä S Sie $«s ■1892/1’1 in e®r !«[>“' bei ®* #W"l PMirl Son, xhierlch"i , 2ie"1lftl Sie«°'§ : 9ut6pfeall8 enna; Ae-k, gADtie-r §--°n5S-n " n ,»« > 1 1 •St* 5Ä-«. n beider Action der (&tA «•*» ® 8. N°vewb„ i, Staates ^Nbrttthj S E-eiim ist 6on beEannt- Ob eint enM“8 stände wie in besseren Jahrgängen. Besser ist dagegen die Hasen- j n q d geworden. Durch dns Heranwachsen der jungen Hasen sind dieselben nicht mehr so selten. Doch war in anderen Jahrgängen auch die Hasenjagd schon viel ergiebiger. Auch die Hasen werden für ihre gewöhnlichen Preise, pro Stück 3 Mk., angekauft. Mörfelden, 21. October. Hn der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde auf der hiesigen Station die Stationsglocke auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise gestohlen. Die Entdeckung dieser That wirkte etwas komisch. Als nämlich Montag früh in der Dunkelheit der Stationsbeamte gewohnheitsgemäß zur Glocke eilte, um dem um 4 Uhr 50 Min. hier abgehenden Arbeiterzuge das Signal zur Abfahrt zu geben, tastete er nach dem Glockenzuge, aber vergebens ; der Schlagriemen war absolut nicht zu spüren. Bei näherer Besichtigung ergab sich denn zur Verblüffung aller Anwesenden, daß nicht nur der Schlagriemen, sondern auch die Glocke spurlos verschwunden war. Man hat auch bis jetzt weder die Glocke, noch die Vorüber dieses boshaften Bubenstreiches entdeckt. Aus Rheinhessen, 22. October. In einer Concurssache, welche in Wörrstadt geschwebt hat, kamen letzter Tage 25 Pfg. on die Gläubiger zur Vcrtheilung. Hiervon wurden 20 Pfg. für Frankatur und die restlichen 5 Pfg. als Bestellgeld von Lier Post abgezogen, sodaß die Adressaten die Postanweisung ohne Geld erhielten. Worms, 21. October. Die hiesige Stadtverordnelen- Versammlung genehmigte gestern ein Abkommen mit der Militärverwaltung, wonach sie in der Folge keine Einquartierung mehr in Friedenszeiten erhält. Als Gegen- Leistung miether die Stadt ein Haus am Andreasplatze um jährlich 900 Mk. und richtet dasselbe für das Militär zu Feldwebelwohnungen ein und baut ferner für 500 Mk. einen Schuppen als Montirungskammer. Seither wurden jährlich circo 1100 Mark für die Einquartierung im Frieden aus- gegeben. Worms, 22. October. In der gestern hier abgehaltenen Sitzung des Provinzialausschusses des landwicthschast- lichen Vereins der Provinz Rheinhessen tourbfr auf Antrag des Herrn Schulrath Dosch-Worms beschlossen, der Grosin herzoglichen Staatsregierung einen Antrag zu unterbreiten, welcher auf die ungemeine Wichtigkeit der Anzeigepflicht der Einführung von Reben — wegen der Reblausgefahr — bei Neuanlagen ober Ergänzungspflanzungen Hinweis! und die Regierung ersucht, die nöthigen Schritte zur Sicherheit des hessischen bezw. deutschen Weinbaues zu thun. Außerdem wurde eine Commission gewählt, welche sich mit der Frage der Einführung unempfindlicher Kartoffelsorten befassen soll. VerniNchtes. *tt Bad Wildungen, 22. October. Der Reichstags- Abgeordnete Dr. Böttcher, welcher das Furstenthum Waldeck Pyrmont im Reichstage vertritt, wird sich nach Rom begeben und daselbst den Verhandlungen der internationalen Friedensconferenz beiwohnen. *tt Arolsen, 22. October. Beförderung. Zum Königlichen Musik-Dirigenten der Capelle des Cadettencorps in Ltchtcrfelde bei Berlin ist der langjährige beliebte Capell- meister der hiesigen Militärcapelle befördert worden. Der Stand seiner Capelle ist ein sehr befriedigender. Die Arolser sehen Herrn Müller nur ungern scheiden. * Barmen, 19. October. Die Heilsarmee, welche trotz des ihr seiner Zeit bereiteten üblen Empfanges sich dennoch hier eingenistet und eine allen äußeren Angriffen scheinbar widerstehende Kaserne gebaut hatte, mußte gestern Abend in ihrem neuen Heim eine regelrechte Belagerung mit darauffolgendem Sturme von Seiten des hiesigen Mob aushalten, bei welchem die festen eisernen Thore der Kaserne ausgeriffen, die dicken eisernen Thüren eingeschlagen und alle sonstigen Schutzvorrichtungen zum Spielzeug einer wilden Rotte wurden. Nur mit Mühe und Noth gelang cS den bedrängten Heilssoldaten, durch eine von der tobenden Menge nicht beachtete Hintenhüre zu entkommen und so ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Erst eine starke Polizeimacht war im Stande, die gesperrte Straße von der Menge zu räumen und dem Spectakel Einhalt zu thun. Schiffsnachrfchten. Bremen, 22. October. fPer transatlantischen Telegraph.]. Der Schnelldampfer Lahn, Capitän H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13.October von Bremen und am 14. October von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 22. October. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Dresden, Capitän W. Kruhöffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. October von Bremen abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst- 22. Sonntag nach Trinitatis, 25. October: Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dingeldey. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottes- dienst. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Bibelstunde am Montag den 26. October, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief, Kap. 1: Einleitung. Pfarrer Dr. Naumann. Am nächsten Sonntag den 1. November: Feier des Refor- mationSsestes; dabei Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. An demselben Sonntag nach den Gottesdiensten Collecte für die Gustav-Adolfs-Stiftung. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 25. bis 31. October besorgt Pfarrer Dingeldey. Katholische Gemeinde. 23. Sonntag nach Pfingsten, 25. October: Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von %6Ubr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr erste Frühmesse; um %8 Uhr zweite Frühmesse; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Ve3 Uhr Christenlehre und Andacht für die Abgestorbenen der Gemeinde. Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht. Dienstag: Abends um 6 Uhr Rosenkranzandacht. Donnerstag, Freitag und Samstag: Zur Vorbereitung auf das am Allerheiligenfest gefeiert werdende hundertjährige Jubiläum der Pfarrei, Abends um Vi8 Uhr Predigt und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 24. October: Vorabend 446 Uhr, Morgens 800 Uhr, Nachmittags 400 Uhr, Abends öS» uhr. Sonntag den 25. October: Morgens 8« Uhr, Nachmittags 4°° Uhr, FestesauSgang 580 Uhr. Eingesandt. Gießen, 22. October 1891. -8. In der jetzt beginnenden Wintersaison tritt bekanntlich der hiesige Concert-Verein in sein hundertstes Vereinsjahr. Eine solche seltene Begebenheit ist für unsere Stadt nicht ohne Bedeutung — wenigstens könnte sie die Culturbtstortker anregen, dem Fortschritt nachzuspüren, den der Geschmack und die Bildung des Gießener kunstliebenden Publikums in den letzten hundert Jahren genommen. So viel steht wenigstens einstweilen fest, daß unsere Stadt nicht zu denjenigen gehört, die opferbereit neuen Anschauungen und Bestrebungen sofort ihre Thore öffnen, sondern — leider! — pflegt sie alles Neue ein wenig mißtrauisch von der Seite zu betrachten und zum mindesten bedarf es langer Ueberlegung, ehe sie sich zu dessen Annahme versteht. Ja, noch mehr: ihre ängstliche Vorsicht hat manches Unternehmen im Keime erstickt, das wohl, wie man später etnsehen mußte, treffliche Früchte zum Besten der Stadt zeitigen konnte. Die Jubiläumsfeier des Concert - Vereins mag deßhalb leicht Veranlassung geben, einmal zu untersuchen, welche die Schwie- rtgkeitm waren, mit denen die Männer zu kämpfen gehabt, die vor hundert Jahren muthig und selbstlos diesen Verein gegründet, deffen Wirken doch unbedingt ein segensreiches genannt werden muß. Ob damals die Einwohner Gießens schon ebenso conservativ waren wie jetzt? Dann mag man billig versuchen, jene Zeit mit der heutigen zu vergleichen! — Dies einstweilen zur Beachtung für Solche, die möglicher Weife eine Culturgeschichte der Universitäts- und GarnisonL- stadt Gießen zu schreibm beabsichtigen. 'MrheMe Eisenbahnen. Am 1. November d I. tritt der Nachtrag VII zu unserem Local-Gütertarif in Kraft, über deffen Inhalt die Güter- Obsertigungsstellen Auskunft ertheilen. Gießen, den 20. October 1891. »452_______Großherzogliche Direktion Versteigerung Samstag ben 24. ds. MtS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Wer" gegen Baar- zahlung: Gerüststangen, 2 silberne Suppenlöffel, 7 Bienenvölker und Hausmobilien. öortt, 9437 Gerichtsvollzieher. r im ‘i ------' ' ---— Meilgeöotenes. Uassnd. Magen- «.Maggondecken zu Fabrikpreisen. [8624 LorriS Wittich II., Sattler, Neustadt 6. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ tIlldw. Iotht ♦ Wallthorstraße 23 0 ♦ empfiehlt aus der Brauerei Hildebrand in Pfungstadt r J ♦ feinst. 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Oeft Staatsb.-Act« 243.50 Marienburger E.-B.-Nct 1% Mainzer St-Anl. 101-801 Der. König8-Laurab--Act Äelsenk. Bergw^Act. 15150| Tendenz: fest 90 00 89 30 78.90 36.70 92 25 404 00 188 75 132 70 119 40 110.50 54 00 114.10 Fedum-ml. < Gchkvi-v. “7 Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießens Die heutige Rümmer umfaßt 6 Seite«. r 11 Att. Samstag den 24. ds. $118.: eurt 9457 19 10 reu mflanell re. 8, 9 Mk. W Grün (Neustadt)^? ZKs" WM 9430 9229 404 00 ld-Kent^ &•«** f. ««!• Samstag den 24. October (Siebener Anzeigen. Beilage ju Nr 248. - 1891 ei «l M direkt aus der Fabrik also auS erster Hand von von Elten & Haussen, Crefeld, « üril Ul lU l in jedem Maaß zu beziehen. Man verlange ' WI'IVvIlpv JJ Muster mit Angabe des Gewünschten. Dross-Seife?“'*” K“V. KW- Siehe Inserat. die wohl aus Freunde aus Stadt und Land rechnen. der Minister sind die Schulhäuser in Rabertshausen geweiht worden Rödgen Queckborn Weitershain Geilshausen zwei einem Schulsaal noch ihre Töchter hauswirlhschafllich unterweisen kann, wodurch der Sinn für Häuslichkeit verloren gehe und die in diesen Verhältnissen Heranwachsenden Mädcken kein geordnetes Familienleben kennen lernen, so ist die Gefahr nahe, daß große Schichten unseres Volkes dem wirthschaft- lichen und sittlichen Verfall entgegengehen. Es ist deshalb Pflicht des Staates, der Kirche und Schule und Gesellschaft, hier vorbeugend und helfend einzugreifen durch Errichtung von schulgemäßen Anstalten, in welchen ausgeschulte Mädchen aus diesen Ständen hauswirthschaftlich unterrichtet werden. Die sehr fleißige, in klarer und schöner Darstellung gegebene Arbeit ist eine weitere Ausführung und Begründung vorstehender Zunächst wird auf die vielfachen Bestrebungen und Verfügungen von Schul- und anderen Behörden hingewiefen, um auch die Schule zur Lösung der socialen Frage, namentlich die Volksschule, mit heran- zuziehen. Wenn sie mithelsen soll, dann müssen in ihr die Mädchen so gebildet und erzogen werden, daß man von ihnen hoffen darf, ste werden einst als Gattin und Mutter - trotz dem schweren Kampf des Lebens — dem bescheidenen Hauswesen wohl vorstehen und ein freundliches Heim, eine Stätte, an welcher der Mann gern weilt, Herrichten können. Zu einer solchen Bildung des Weibes muß die Schule wesentlich den Grund legen, da dies für die Schülerinnen der Volksschule zu Hause nicht oder doch meistens in geringem Grade geschieht.? eine tüchtige Gemüthsbildung erforderlich; dahin wirken foll ein geeigneter Religions- und Geschichtsunterrrckt, idahin besondere nur für Mädchen hergestellte Lesebücher, die zur Sittlichkeit anregen und darin befestigen, die auch in das Haus einfuhren und Liebe und Lust zu schöner Häuslichkeit wecken und so zu dem spateren Beruf des Weibes vorbereiten. Alle Oberflächlichkeit im Unterricht muß vermieden, das Wissen eng begrenzt, aber so vertieft werden, daß das ganze Wesen, der Körper wie Geist, der Wille wie das Gemüth davon umfaßt werden. Schuleinrtchtung und Lehrer müssen mustergültige Vorbilder fein. , , Ein weiterer hauswirthschaftlicher Unterricht außer dem Hand- arbeitungsunterricht, über Haushaltung, namentlich im Kochen, foll in der Volksschule nicht eingeführt werden, da hierdurch ber_ zur geistigen Ausbildung des Kindes erforderliche Unterricht leiden wurde, befonders wie er im letzten Schuljahr nöthig ist. Der weitergehende hauswirthfchaftliche Unterricht foll erst für aus der Schule ent- । lassene Mädchen, bei denen der Verstand bereits mehr gereift ist, eintreten. Dies ist nur eine kurze Hindeutung auf den reichen und intet5 effanten Inhalt der Arbeit, die viel Beherzigenswerthes enthalt, was wir leider hier aus Mangel an Raum dem Leser nicht bieten können. Es knüpfte sich nur eine ganz kurze Discufsion an dieseri Vortrag, fast nur darüber, ob nicht auch schon Inder Schule bei Mädchen von 12 bis 14 Jahren mit Belehrungen über die Küche und mit Uebungen im Kochen begonnen werden könne. Es wurde dem entgegnet, daß besonders wegen der zu großen Jugend der Kinder ein solcher Versuch erfolglos bleiben werde — und pflichtet die Versammlung den ausgestellten Thesen ohne Ausnahme in der von Herrn I Oberlehrer Fuhr gebrachten Form und der dieselben begründeten I Ausführungen bei. Es folgte nun die zweite Abhandlung: seien. Die Lehrer sollen in der Schule hierüber die Kinder belehren und verwarnen. Dann forderte er die Lehrer noch auf, in ihren Gemeinden behilflich zu fein, daß gute Dolksbibliotheken eingerichtet würden. Nachdem die Conferenz geschlossen worden, sand ein gemeinsames Mahl statt, bei dem Herr Prooinzialdirector Freiherr v. Gagern den ersten Trinkspruch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog, dem erhabenen Gönner und Förderer des Volksschul- wesens, ausbrachte. Zhm folgten weitere Trinksprüche von Herrn Oberlehrer Fuhr auf die Mitglieder der Kreisschulcommifsion, von Herrn Schulrath Büchner auf den deutschen, insbesondere den hessischen Lebrerstand und von Herrn Oberlehrer Hahn ein Hoch den beiden Herren, welche die beiden Arbeiten für die Conferenz übernommen und in anerkennenswerther Weise ausgeführt hatten. Nach dem Essen, bei dem auch zwei Lehrer als Claviervirtuofen zur Erheiterung und Belebung beigetragen hatten, begab sich die Gesellschaft in den Stein'schen Garten, um die Obstbauausstellung zu betrachten, die eine reiche Sammlung der herrlichsten Früchte aus der Provinz Oberhessen aufwies. Durch den Herrn Vorsitzenden der Conferenz veranlaßt, horten die Lehrer hier noch zwei Vorträge, wovon der eine die Darstellung der Geschichte der Pomologie von ihren kleinsten Anfängen bis zu ihrem jetzigen Stand enthielt, der andere eine Sammlung von Aepfeln und Birnen, Namen-Pflege, Bodenbedingungen der Bäume besprach, welche sich besonders für den Anbau in Oberhesfen empfehlen. Auch wurden von beiden Rednern in beherzigenswerthen Worten die Lehrer ersucht, wenn möglich im Verein mit Pfarrer und Bürgermeister die Pflege des Obstbaues nach besten Kräften zu fördern. Es darf wohl geschloffen werden, daß die heimkehrenden Lehrer mit dem Gefühl sowohl auf der Conferenz wie durch den Besuch der Ausstellung neue Anregung für ihren hohen Beruf empfangen zu haben, von hier geschieden sind. Locales «n0 provinzielles. Gießen, 23. October. Nach welchen neueren Grundsätzen soll dcr naturgeschichtliche Unterricht in der Volksschule betrieben werden? Referent Herr Lehrer Adam zu Rüddingshausen. In freier Rede sprach sich der Redner zunächst darüber aus, daß auch für den Unterricht in der Naturgeschichte in der Volksschule neue Bahnen gebrochen worden feien, mit ganz besonderem Erfolg I von Friedrich Junge in Stiel. Derselbe habe treu den Anschauungen Humboldts, die er in Aussprüchen niedergelegt wie: „Die Natur ist in jedem Winkel ein Abglanz des Ganzen" und „Der RUchthum der Naturwissenschaften besteht nicht in der Fülle, sondern in der Verkettung" in seinem Buche „Der Dorfteich als Lebensgemeinschaft" mustergültig gezeigt, wie der naturgeschichUiche Unterricht in der Volksfchule betrieben werden soll. Die Schulkinder werden an den Dorfteich geführt und es werden ihnen die darin lebenden Pflanzen und Thiere mit ihren Eigenthümlichkeiten, ihren Lebens- bedingungen und ihrer Abhängigkeit unter einander vorgefuhrt. Die Kinder werden zum Selbstdenken, Auffinden und zur Erklärung der Bedingungen und verfchiedenen Erscheinungen in der Natur angeleitet. Dadurch gewinnen die Kinder Interesse an der Betrachtung der Natur und es wird die Erkenntniß und das Gefühl von dem einheitlichen I Wesen und Wirken der Erscheinungen in derselben bei ihnen erzeugt. Andere Pädagogen sind bereits in die Futztapsen Junges getreten und sind ebenfalls in Arbeiten für den Grundsatz im natur- geschichtlichen Unterricht, „die Einheit in der Natur darzustellen", eingetreten. Der Redner kann nicht umhin, zu gestehen, daß diese Art des Unterrichts noch viele Gegner zahle. Er erklärt dies damit, daß die Lehrer der Gegenwart meistens sich noch zu Lüben als ihrem I Dorbild bekennten, der vor Allem Beschreibung und Anschaulichkeit I der organischen und anorganischen Erscheinungen in der Natur ver- I I langt Aus Grund dieser Forderung würden die Schulkinder mit I langweiligen Schematisirungen, mit endlosen gleichförmigen Be- I Schreibungen, mit gedankenlosem Auswendiglernen von Klaffen, Ord- I nungen und Gattungen geplagt und die Freude an der Betrachtung I der Natur ihnen genommen und kein Gefühl der Einheit in der I Natur in ihnen erweckte. Wenn man Bücher solcher Art lieft, glaubt I man sich in einen zoologischen Garten mit ausgestopften Thieren I versetzt ober an ein Herbarium mit getrockneten Pflanzen. I Der Redner ist entschieden gegen die gewöhnlichen Beschreib- I ungen es soll das Leben in der Natur in seinen Wechselwirkungen I dargestellt werden. Nichts foll in der Natur als selbstverständlich I angesehen, die Bedingungen und Wirkungen nachgewiesen werden. | Das Kind soll in dem Leben und Weben in der Welt die Ausführung I des einheitlichen Plans eines weifen Schöpfers erkennen lernen. I Eine solche Erkenntniß wird dann den Erwachsenen vor Atheismus I bema6($ine eifrige Discufsion schloß sich an diesen Gegen-tand an, I Woran die Mitglieder der Kreisschulcommifsion, der Referent und I einzelne Lehrer lebhaften Antheil nahmen. Es wurde anerkannt, baß allerdings der naturgefchichtliche Unterricht, wie er zur Zeit betrieben werde, viel zu wünschen übrig lasse und daß die Versuche, ihn an- I regender und fruchtbringender zu machen, sehr dankenswerth seien. | Die Frucht fei aber noch nicht reif, das letzte Wort in diesem Gegen- »and nach nicht gesprochen. Directe Gegner der Junge'icken Dar- I stellung warfen derselben vor, daß sie gerade die Kenntmsse, welche die systematische Naturgeschichte gebe, als dem Kind bekannt voraussetze, daß ste zu viele und verschiedenartige Dinge mit einander ver- I knüpfe und daß in einer folchen Ausdehnung der Unterricht tu ber I Volksschule nicht betrieben werben könne, was der Referent jedoch bestritt Es wurde ihm auch bemerkbar gemacht, baß, abgesehen von dem derzeitigen obligatorischen Normal-Lectionspl.n, ein systematischer Naturgeschichtsunterrickt mitbetrieben werden muffe, weil sonst für I das Verständniß ber Junge'schen Behanblung viele Voraussetzungen | fehlen würden. Wie bereits angedeutet, wurde anerkannt, daß noch nicht spruchreif sei, in welcher Weise bei naturgeschichtliche Unterricht I in ber Schule am geeignetsten zu ertheilen sei. . Nach Schluß der Discusston wies ber Herr Vorsitzende noch in kurzer Ansprache daraus bin, daß in neuerer Zeit vielfach durch kleine I Kinder, die mit Feuerzeug ober Licht spielten, Bränbe entstanden u r SchuNäle wurden 'gebauten Kess'elbach und Daubringen, I die bereits bezogen sind, in Alten-Bufeck einer, ber noch nicht ganz I oollcnbet ift-n eigentlichen V°lksschulen des Kreises wirken 161 Lehrer und 3 Lehrerinnen, davon 128 definitiv (9 mehr als 1888). I 34 Schuloerwalter und 2 Schulgehülfen. | Wir erwähnen hier noch, daß Herr Lehrer Walz in Ober- I Bessingen am 4. Juni 1890 das 50jährige Dienstjubiläum geeiert I und ihm neben der Anerkennung ber höchsten Kirchen- und Schul- I bebörbe, wie ber Kreisschulcommission, von Sr. Konigl. Hoheit bem I Großherzog das Ehrenzeichen für 50jährige treugeleistete Dienste ver- I ltc^en^?ftorben ist Herr Lehrer Holzheimer in Röthges am I 2 Mai d. I. In ibm hat der Kreis einen Lehrer von biederem I Character und einen fleißigen Arbeiter in ber Schule verloren, der I nach Kräften für bie Erziehung und geistige Ausblldung seiner Schuler I Sorge getragen hat. , .. Bezüglich der Kreisschulcommifsion thellen wir noch mit, I haft durch Versetzung an eine andere Stelle Herr Real-Gymnasial- I Director Weihrich aus derselben geschieden ist. Wenn der Kreis I in ihm einen für das Wohl des höheren Schulwesens wie für das her Volksfchule freudig wirkenden Mann verloren hat, so ist ihm durch die Wahl und den Eintritt seines Nachfolgers, des Herrn Real-Gymnasial-Directors Dr. Rausch in die KreisschuUommisston wieder ein Mann gewonnen worden, ber in demselben Geist weiter wirken wir^ rpri(fit sich weiter eingehend über die Leistungen in den Schulen des Kreises, über die stattgehabten Personalver- änderungen und über die einzelnen Lehrern zuerkannten Verweise Strafen aus. Die Mittheilungen hierüber wurde schon der Raum verbieten; außerdem eignen sie sich auch nicht für bie Ver- öffenUMMW rourbc Serm Oberlehrer Fuhr zu Gießen zum ersten Gegenstanb ber Tagesorbnung bas Wort ertheilt: rantie, billiger wie jede Concurrenz, Tisch-, Tafel- und Taschenmeffer, sowie alle in dieses Fach einfchlagende H. C. Werner, ITrägern rc. rc. Uebernahmslustige und ungsfähige Ucbernehmer wollen ihre Offerten , worin Angebote in Pro- centen zur Voranschlagssumme anzugeben sind, versiegelt und portofrei bis zum Montag den 26. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, bei uns ein- 7817] Der mittlere Stock mit allem! 9381] Möblirtes -immer zu vermiethen. Zubehör, Bleichplatz usw., zu vermiethen.' Frankfurterstraße 1'1, 4. Stock. A. DickorS, Schanzenftraße 8. ) 9391] Möbl. Zimmer zu vermtethen 7966] Ein Familienlogis im Hinterhaus zu vermiethen. Schloßgasie 9. W. MontanuS, Marktstraße 34. 8440] Mansardenwohnung, 3 Zimmer mit Zubehör, per Decbr. zu vermiethen. Ehr. Haubach. 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