Nr. 221 Mittwoch den 23. September 1891 Mn Amts» und Anzeigeblatt ffir -en Krd» Gieizen. " 1---H.................Hl— HIHI n III Illi II....... W»I» Gratisbeilage: chießmer KamilimöMer. .......... — |.!gym«i «UW I BHBMB *■«■!■! ttn. ■H Arntlr^ev Sherb im statt. t Unterstaatssecretar; Cinder der E«e11 ' iS»!-; ab6£n'm®el'seltä jser baisuu , Pirquet :».»*** r»”e,e [1982 Berlin, 21. September. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge verlautet in Warschau, daß Kaiser Alexander aus seiner Rückreise Warschau nicht berühre, sondern den Seeweg benutze. Berlin, 21. September. Die hiesige chilenische Colonie veranstaltet im Centralhotel ein Bankett zur Feier des Sieges der Congreßpartei. Die Herren der Gesandtschaft sind nicht geladen. Hildesheim, 21. September. Der Reichstagsabgeordnete v. Hake-Hasperde ist heute früh einem Schlaganfall erlegen. Bremen, 21. September. Die Hauptversammlung des deutschen Vereins gegen Mißbrauch geistigerGetränke wurde heute vom Präsidenten, Oberbürgermeister Struckmann- Hildesheim, eröffnet, vom Vertreter des Reichsamts des Innern, Reg.-Rath Jaup und dem Bürgermeister Pauli begrüßt. Die Versammlung ist schwach besucht. Bern, 21. September. Nachmittags-Sitzung des Congresses. Chefredacteur Bodenheimer-Straßburg sprach über die Beziehungen der deutschen Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu der Versicherung gegen Krankheit und Unfall und kommt zum Resultat, die Invaliditäts-Versicherung completire solche gegen Krankheit und Unfall. Die Staaten, welche letztere obligatorisch einsühren wollen, sollen die Organisation treffen, daß später die erstere ohne Schwierigkeit eingeführt werden könne. Die Anträge gehen an die Commission. Dann folgte ein zweiter Vortrag des Fabrikinspectors Schuler über Kranken-, Unfall- und Jnvaliditätsversicherung und ihre Verbindung, eine Union der Unfall- und Krankenversicherung sei absolut geboten. Die Frage der allgemeinen Versicherung wird für alle civilisirten Völker nothwendig werden. Es wurden keine Beschlüsse gefaßt. Wien, 21. September. Der Ministerrath lehnte die Subventionirung der Industriellen, welche die Chicagoer Weltausstellung beschicken, ab. Paris, 21. September. Der Minister des Aeußern de- mentirt formell die Nachricht von einem unterlassenen Salut an ein französisches Schiff seitens eines italienischen. Nach dem Bericht des französischen Dampfer-Capitäns fand die Begrüßung statt. Paris, 22. September. Bei der dritten „Lohengrin"- Aufsührung war die Physiognomie des Operuplatzes eine fast alltägliche. Nur eine geringe Polizeimacht war aufgeboten. Einige Grnppen junger Leute, welche die Marseillaise anstimmte, wurden zerstreut. Es wurden wenig Verhaftungen ! vorgenommen. Das Theater war gefüllt; einige Tumultuanten, I welche die Marseillaise verlangten, wurden hinausgewiesen. Theodor Körner. Zu seinem hundertjährigen Geburtstage. (Nachdruck verboten.) Doch stehst Du dann, mein Volk, bekränzt vom Glücke, In Deiner Vorzeit heiligem Siegerglanz: Vergiß die treuen Tobten nicht und schmücke Auch unsre Urne mit dem Etchenkranz! (Leyer und Schwert.) Vorüber sind die großen Tage, aus denen dieser Mahnruf des Sängers von „Leyer und Schwert" zu uns herübertönt, vorüber die Jahrzehnte Deutschlands jammervollster Zerrissenheit, vorüber auch die begeisterten Kämpfe, in denen Deutschlands Einheit mit Blut und Eisen geschmiedet wurde, und herrlich groß steht unser Volk da „in seiner Vorzeit heil'gem Siegerglanz." Aber die Pflicht der Dankbarkeit gegen die Helden, die mit ihrem Blute die Schmach der Fremdherrschaft von der deutschen Erde abgewaschen, haben wir nicht vergessen- unvergänglich leben die treuen Todten in unseren Herzen fort und mancher Eichenkranz, gespendet von liebender Hand, schmückt ihre Urne. So wallen wir auch heute im Geiste zum Grabe von Wöbbelin, wo der Edelsten Einer den ewigen Schlaf schläft, und bringen auch wir ein Blättlem zu dem Ehrenkranze, der ihm heute in ganz Deutschland geflochten wird, zum Zeichen, daß wir in Liebe und Verehrung des Sängers gedenken, der von Liebe und Leben schied, um der großen Sache, der Befreiung des Vaterlandes zu dienen. Vor hundert Jahren, am 23. September 1791, wurde Karl Theodor Körner als der Sohn des Consistorial- raths Körner zu Dresden geboren. Gleichsam als günstige Vorbedeutung für seinen künftigen Dichterberuf wurde sein Eintritt in die Welt von Schiller, dem Freunde seines Vaters, in einem herzlichen Glückwunschschreiben aus Jena begrüßt: „Meine herzlichsten Glückwünsche zu dem Stammhalter . . ., dem ich meinen besten Segen zuruse." Und der Segen des Dichterfürsten war mit ihm. Zwar zeigte der Knabe keineswegs frühe die Talente eines Wunderkindes, dafür aber nach dem Zeugniß seines Vaters neben einer gewissen Festigkeit des Willens ein weiches Herz, treue Anhänglichkeit an einmal Liebgewonnenes, sowie eine leicht erregbare Phantasie. Die Erziehung, die ihm sein Vater zu Theil werden ließ, war eine ausgezeichnete. Der Vater, selbst ein hochgebildeter Mann, verstand es vortrefflich, die von der Natur in den Knaben gelegten schönen Eigenschaften zu pflegen, ohne sich zu bemühen, diesen fremde, nicht in dem Gemüth des Sohnes begründete, beizugesellen. Unter solcher Leitung wuchs der junge Körner zu einem geistig und körperlich wohl ausgebildeten Jüngling heran und konnte mit berechtigten Hoffnungen aus der väterlichen Zucht entlassen werden, um die Hochschule zu beziehen. Er ging zunächst, 1808, auf die Bergakademie nach Freiberg, wo er zwar sehr fleißig im practischen Bergbau thätig war, sich aber mehr und mehr dem Studium der Naturwissenschaften zuwandte. 1810 setzte er in Leipzig seine Studien fort, d. h. „die Collegien wurden belegt, bezahlt, anfangs fleißig besucht und später noch fleißiger geschwänzt", wie sich sein Biograph Förster ausdrückt. Wegen eines Duells relegirt, begab er sich 1811 nach Wien, nachdem ihm in Berlin die Aufnahme verweigert worden war. Hier in Wien begann für Körner ein neues Leben. Aus den Rath seines Vaters hin beschäftigte er sich mit historischen Studien, wozu ihm die kaiserliche Bibltothek die vorzüglichste Gelegenheit bot. Der Aufenthalt in Wien war zwar ursprünglich nur auf ein halbes Jahr berechnet gewesen, allein da sich der Aufnahme des relegirten Leipziger Studenten auf anderen deutschen Hochschulen die größten Hindernisse entgegenstellten, so wurde be- schloffen, daß Theodor vorläufig in Wien bleiben solle, zumal sich gerade jetzt die Schwingen seines innersten Berufes, der Dichtkunst, frei zu entfalten begannen. Wie wir schon hervorgehoben haben, hatten sich bei dem Knaben Körner nicht eben viel Talente bemerkbar gemacht, die auf eine außergewöhnliche Bestimmung desselben hätten schließen lassen. Er besaß eine „poetische Ader", die in Gestalt von scherzhaften Versen hervortrat und durch die Erzeugnisse der Schiller'schen Muse angeregt wurde. Aus seinem zwölften Lebensjahre haben wir ein kleines Gedicht, das nach Schillers „Hectors Abschied" gedichtet und an seinen nach der Schweiz abreisenden Privatlehrer gerichtet ist. In diesem Product, das den Titel „Küttners Abschied" trägt, dürfen wir einen der ersten poetischen Versuche des Knaben erblicken. Der Einfluß Schillers, den er im elterlichen Hause persönlich lieb gewonnen hatte, trat bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch in allen seinen späteren Gedichten zu Tage. So trägt die erste Gedichtsammlung, die er als neunzehnjähriger Jüngling unter dem Titel „Knospen" drucken ließ, ganz das Gepräge Schiller'schen Geistes. Goethe, der auch im Körnerhause verkehrte und allen Arbeiten Theodors, besonders den dramatischen, warmes Interesse entgegenbrachte, hat diesen Einfluß nie ausüben können, obgleich Theodor mit Begeisterung seine Werke las. Aus Freiberg schreibt der junge Bergstudent: „ . . . und komm' ich endlich an meinen Lieblingsplatz, so nehm' ich den Goethe aus der Tasche und schwebe hinauf in seinen Tönen und labe mich in Der Harmonie seines Geistes". Dabei blieb es aber auch — man findet in seinen Poesien nirgends Goethe'sche Anklänge. Eine von Freiberg aus unternommene Reise nach Schlesien und in das Riesengebirge brachte ihm einen bunten Lieder- strauß, in dem sich manch schöne und ‘duftige Blüthe findet. Aber immer noch nicht war die Saite seiner Leyer angeschlagen, die später so mächtig erklingen sollte. In Wien bot sich ihm ein neues Feld, aus dem er unvergängliche Lorbeeren erwerben sollte: Das Burgtheater öffnete ihm seine Pforte. Hier wurden am 17. Januar 1812 zum ersten Male seine beiden kleinen Stücke „Die Braut" und „Der grüne Domino" unter großem Beifall der Zuschauer aufgeführt. In schneller Reihenfolge kam nun Stück auf Stück, so daß es nicht zu verwundern ist, wenn sich in diesen eine gewisse Flüchtigkeit der Anlage und Durchführung bemerkbar macht. Auch „schillert" der junge Dramatiker in diesen ersten Stücken merklich, jedoch darf man ihn noch lange nicht einen geistlosen Nachahmer des großen Meisters nennen, wie es leider geschehen ist. Ueber die beiden Dramen „Die Sühne" und „Toni", welch letzteres im Burgtheater ungeheuere Beifallsstürme entfesselte, hat sich Goethe selbst in einem Briefe an Körners Vater sehr günstig ausgesprochen und hat auch deren Aufführung zu Weimar veranstaltet. „Toni" war eigens für die am Burgtheater beschäftigte Antonie Adamberger, eine vielgefeierte Tragödin, geschrieben. Für diese hatte Körner eine glühende Lrebe gefaßt, die von dem edlen Mädchen ebenso glühend erwidert wurde. Unter den Strahlen dieser Liebe entstanden „Rosamunde" und „Zriny", die beide einen großen Fortschritt in der Entwicklung des Dichters bedeuten und ihm eine feste Stellung erringen sollten. Der Erzherzog Karl, der Sieger von Aspern, beschied voller Interesse an seiner Muse den Dichter zu sich und ein paar Tage später erhielt dieser das Secret als k. k. Hoftheaterdichter, nachdem er mit dem Intendanten des Hofburgtheaters einen für ihn sehr günstigen Vertrag abgeschlossen hatte. So war denn seine Zukunft gesichert und er schien an der Seite einer geliebten Braut, im Verkehr mit Männern wie Wilhelm v. Humboldt und Friedrich Schlegel, mit geistreichen Frauen wie Karoline Pichler und Frau v. Pereira, geachtet als Mensch und als Dichter, einem seltenen Glücke entgegen zu gehen. Da brach flammend der Morgen der Freiheit an, Preußens Volk erhob sich wie ein Mann zur Befreiung des Vaterlandes. Wie hätte da ein Theodor Körner zu Haus bleiben können! Er, begeistert für alles Große, Edle, mußte „dem Wogensturme die muthige Brust entgegendrücken", sein Leben einzusetzen für das höchste Gut, die Freiheit des Vaterlandes. Und er riß sich los. _ Seine Toni, ebenso groß, ebenso edel denkend wie er, ließ ihn ziehen, wenn auch mit blutendem Herzen. Sie wußte, daß er nicht fehlen durfte, wo seine Brüder siegten, wußte, daß tr nicht „in feiger Begeisterung seinen Jubel den siegenden Brüdern nachleiern" konnte. Bei den Lützower Jägern zu Fuß fand er eine Kameradschaft, deren er bedurfte, die ihn verstand, wenn er in mächtiger Begeisterung seine Kriegs- und Siegeslieder hinausschmetterte. Und wie hat er sie hinaus geschmettert! Alles was die Menschenbrust an Schönem und Edlem birgt, hier kam es zu Tage, hier brach es hervor wie ein gewaltiger Bergstrom und riß alle mit sich fort durch die Macht der Begeisterung zu Kampf und Sieg. So wurde Körner der Tyrtäus der Lützower nicht allein, sogar das ganze Heer sang bald seine Lieder, und noch heute klingen sie fort im Munde des deutschen Volkes. In ihnen ist Körner ganz er selbst, in ihnen ist er unerreicht. Nur zu bald sollte sein liederreicher Mund verstummen — für immer. Schon beim Auszuge hatte er eine Ahnung seines Todes: „Und sollt' ich einst beim Siegesheimjug fehlen: „Weint nicht um mich, beneidet mir mein Glück! „Denn was, berauscht, die Leyer oorgesungen, „Das hat des Schwertes freie That errungen." Als er, bei einem verräterischen Ueberfatt mitten im Waffenstillstand verwundet, einsam und hilflos in einem Gehölze lag, glaubte er, seine Stunde sei gekommen, und unter den heftigsten Schmerzen entrang sich den Lippen des Sängers ein Lied, das ihn uns in seinem ganzen felsenfesten Gott- bcrtraucn zeigt. Aber noch einmal sollte er dem Leben wieder- gegeben werden, ihm war ein schönerer Tod beschieden, als einsam im Walde zu verbluten: Schon bald nach seinem Eintritt in das Lützow'sche Corps war er zu den Reitern über- getreten und zum Lieutenant gewählt worden- Lützow hatte ihn zum Adjutanten ernannt und in dieser Eigenschaft machte er alle Gefechte der Freischaar mit. Wie mit der Leyer, so war er auch mit dem Schwerte den Seinen allzeit voran,- und was er im Liede gesungen, hat er mit seinem Blut besiegelt. Am 26. August 1813 traf ihn die feindliche Kugel, als er auf der Straße von Gadebusch nach Schwerin mit hoch geschwungenem Schwert auf seinem feurigen Schimmel gegen ein von dem Feinde besetztes Gehölz ansprengte. Von seinen Kampfgenoffen, vom ganzen deutschen Volke betrauert, wurde er zwei Tage später unter einer Eiche bei Wöbbelin zur ewigen Ruhe bestattet. Mit ihm, dem zweiundzwanzigjährigen Jüngling, ging ein Mensch dahin, wie es wenige ge- gegeben hat- aber seine Werke lassen seinen Namen nicht untergehen, und mit Liebe und Stolz blickt das deutsche Volk auf seinen Heldensänger, dessen Lieder, wie sie unsere Ahnen 'geführt haben, auch unsere Jugend, wenn es noth thut, zum Siege führen werden, getreu dem Worte des heute Gefeierten: „Was beim auch immer aus dem Sänger werde: „Heil ihm! erkämpft er auch mit seinem Schwerte „Nichts als ein Gcab in einer freien Erde!" H. Locales uni* provinzielles. Gießen, 22. September. — Dramatische Vorträge von Oscar Zack. Wie wir hören, finden in diesem Herbst die früher so beliebt gewordenen Vorträge des Herrn Oscar Zack wieder statt und beabsichtigt derselbe die Hälfte der Rein-Einnahme dem Kirchenbaufonds zu überweisen. Aus diesem Grunde dürste die Subscription, welche durch Liste gemacht wird und für alle drei Vorträge Mk. 2.— beträgt, wohl reich aussallen. Die Vorträge sind für den 14. October (Gutzkows „Uriel Acosta"), 28. October (Frieda Schanz „Licht") und 11. November (Fitger „Die Hexe") in Aussicht genommen. Wir machen auf die Gediegenheit des Programms schon heute ganz besonders aufmerksam. — Thierfchntz-Verein für das Großherzogthum Hessen. Die diesjährige Generalversammlung findet am 21. October zu Nidda statt, vorher geht am 7. October die jährlich einmal stattfindende Ausschußsitzung in Darmstadt. — Kürzlich fand in Bad-Nauheim eine Coaferenz der katholischen Organisten Hessens statt, in der beschlossen wurde, in einer gemeinsamen Eingabe an das bischöfliche Ordinariat eine endgültige Regelung der Organistenbesoldung zu verlangen und zwar derart, daß für die Ausübung des Orgelspiels an Sonn- und Festtagen eine Minimalbezahlung von 200 Mk. cingesührt würde. Zugleich einigte man sich dahin, daß, falls die kirchliche Behörde sich dem Verlangen gegenüber ablehnend verhalten sollte, man die Intervention des Ministeriums anrufen würde, um event. die gesetzliche Entbindung von dem Organistendienst für alle hessischen Lehrer nachzusuchen. Ruppertenrod, 21. September. Die Frau, welche beim Heuholen von der Leiter herab in die Scheunentenne fiel, ist heute Morgen ihren schweren Verletzungen erlegen. A Hungen, 20. September. In der heute dahier abgehaltenen Generalversammlung des hiesigen Vorschuß- und Credit-Vereins wurde an Stelle des seitherigen Vorsitzenden, Herrn L. Buch dahier, Herr Maurermeister Friedrich Falk dahier zum Vorsitzenden erwählt. - ft Hungcn, 20. September. Die Ehefrau eines hiesigen Geschäftsmannes besuchte dieser Tage ihre in Beuern wohnende Tochter und verstarb daselbst plötzlich in Folge eines Herzschlags. Die Leiche wurde nach hier verbracht. - ft Birklar, 21. September. Heute fand die Beerdigung des am vorigen Samstag plötzlich verstorbenen hiesigen Hos- pächters Kammer statt. In welcher hohen Achtung, Liebe und Verehrung der Verblichene stand, dies zeigte sich nicht nur an dem ungemein großen Leichenzuge, sondern sand auch noch ganz besonderen Ausdruck in der tiefempfundenen Grabrede des Ortsgeistlichen. Herr Kammer stand erst im 57. Lebensjahre, weßhalb der so rasch eingetretene Tod dieses braven Mannes noch um so mehr bedauert wird. - ft Lich, 21. September. Die Taufe des jüngst geborenen Grasen von Lynar, eines Enkels des hiesigen Fürsten, sand heute im hiesigen Schlosse durch Stiftsdechanten Klingelhöffer statt. Unter den Tauspathen, 15 an der Zahl, befindet sich u. A. außer den 'beiderseitigen Großeltern auch ein Herzog von Mecklenburg. Der Täufling erhielt die Namen Wilhelm Rochus. Q Trais-Horloss, 20. September. Die Zuckerrüben- Er nte hat bereits in hiesiger Gegend begonnen und werden seit einigen Tagen die Rüben auf hiesiger Haltestelle zum Versandt angefahren. Die Zuckerrüben werden durch Vertreter der Actien-Zuckerfabrik Büdingen in Stockheim in Empfang genommen und auch der Waschprobe unterzogen. Es wird die seitens der Direction genannter Fabrik getroffene neue Anordnung von den hiesigen Rübenzüchtern als eine große Annehmlichkeit bezeichnet. □ Aus dem Ohmthal, 21. September. Hätte das einzig schöne Wetter der vorvorigen Woche sich auch in der verflossenen Woche gehalten, so wäre jetzt die Ernte vorüber, so aber ist ihr Ende wieder hinausgezogen worden. Dessen ungeachtet ist doch der größte Theil in recht guter Qualität unter Dach und Fach gebracht worden und nur einzelne Hafer- und Weizenäcker stehen noch im Felde. Auch die Grummeternte ist bis auf einzelne Ausnahmen vorüber, sie hat an der Qualität wie Quantität ein vortreffliches Er- gebmß geliefert. Selten sieht man solche hochbeladene Wagen voll Grummet heimfahren wie in diesem Jahre. Ein recht gutes Resultat liefert der Sommerraps (Sommersamen). Dadurch wird der gänzliche Ausfall der Wintersamenernte (Winter- >°!d naÄ’6,8 »rde« ■ oh* ubcr- er®9enf&“? ;e w« bet y* °'»en i» ?'f ittinem b,£ skwdlichi gl, " T* A 5 JCut,9c« Schimmel i tjtlprengit. S b-trm-tt, ®,d,c b« Wöbb-ljn •™ äWetunbjwami,., n»C eS Wenige gr- »N-tm-n nicht mitir- ?s dusche Volk m u°!°re Ahnen ge- .d°s heute Geseiers = ff**?»' -raps) wieder fast ausgeglichen. Ebenso gut ist der Lein (Flachs) gediehen. Wenn auch das gegenwärtige seuchte Wetter für die Beendigung der Ernte zu früh eintrat, so ist es doch auch nicht ohne Vortheil für die Bebauung des Ackerbodens, der trotz des feuchten Sommers durch die intensive Wärme der letzten Tage eine ziemliche Trockenheit zeigte. Die gegenwärtig im Gange befindliche Roggensaat läßt sich deßhalb leichter bewerkstelligen und der bereits gesäete Winterraps kann sich besser entwickeln. — Das Obst hat viel zu leiden durch eine Unzahl von Wespen- bekanntlich sind es die schlechtesten Früchte nicht, woran sie nagen. Ueberhaupt zeigen sich beim Obst vielfach durch Jnsecten verkümmerte und an- gestochene Früchte. Auch die Obstbäume selbst zeigen mitunter kein gutes Aussehen, so fehlen vielen Bäumen theil- weise die Blätter oder die noch daran hängenden sind verkümmert- ein Heer von Blattläusen ist die Ursache dieser Erscheinung gewesen. Eine tüchtige Pflege der Obstbäume ist um deswillen um so mehr geboten. Butzbach, 17. September. Herr Karl Geldmacher (vom Gießener Radfahr-Verein) von hier legte am Samstag unter Controle des deutschen Radfahrer-Bundes die ca. 200 Kilometer lange Strecke Frankfurt a. M. — Heidelberg — Leimen und wieder zurück nach Frankfurt a. M. in 11 Fahrstunden per Zweirad zurück. Die Tour wird vom Bund prämiirt werden. Baddlauheim, 19. September. Nach der gestern ausgegebenen Cur liste sind in der letzten Woche 130 Curfremde zugegangen und beträgt die Gesammtsrequenz jetzt 9125 Personen, 570 Personen mehr als am Schlüsse der vorjährigen Saison. Es werden noch täglich nahezu 500 Bäder abgegeben, worunter fast die Hälfte Sprudelbäder. — In der Kinderheilanstalt „E l i s a b ethh au s" ist jetzt auch Winterdienst eingerichtet. Die erste, 5—6 Wochen währende Curperiode beginnt den 15. November. Der Preis für die ganze Periode mit vollständig freier Pension ist nur 60 Mk. Es liegen bereits zahlreiche Anmeldungen vor. tf Friedberg, 20. September. Ein hiesiger dreizehnjähriger Junge verließ sein elterliches Haus und trieb sich einige Zeit von Ort zu Ort bettelnd weiter. In Inheiden bei Hungen wurde er angehalten. Ein dortiger Land- wirth behielt denselben und da der Junge seine Heimath angab, gelangte ein Schreiben der Bürgermeisterei hierher, worin deffen Aufenthalt mitgetheilt wurde. Die Eltern holten sich dann ihr flügge gewordenes Söhnchen alsbald dort ab. -a- Altenstadt, 21. September. Bei einem Spaziergange wurde gestern ein junger Postbeamter von einem hiesigen Sonntagsjäger durch einen Schrotschuß derart am Kopse verwundet, daß er bettlägerig ist. Oppenheim, 21. September. Herr I. Egly, Sohn des verstorbenen Bürgermeisters dahier, der mit dem Plane umging, die bekannte Ruine „Landskron" vollständig auszubauen und mit Hotel- 2c. Einrichtungen zu versehen, hatte sich vor einiger Zeit um Genehmigung seines Planes an das Hess. Ministerium gewandt. Als Antwort ist nunmehr ein abschlägiger Bescheid eingetroffen. vermischtes. ♦ Frankfurt, 21. September. Gestern belief sich die Zahl der Besucher der electrischen Ausstellung auf 14730. In der Woche vom 14. bis 20. September wurden 53 838 Tickets abgegeben. Im Ganzen sind seit Eröffnung bis zum 20. September 734 337 Tickets abgegeben worden- hierzu kommen die 125 665 Besucher an den fünf Zwanzigpsennig- Tagen, so daß die Gesammtzahl jetzt 860002 beträgt. In das Bergwerk fuhren am Sonntag 1930, im Ganzen jetzt 79 313 Personen. Die eleetrische Bahn nach der Main-Ausstellung benutzten am Sonntag 4549, im Ganzen jetzt 219595 Personen. * Metz, 20. September. Bauunternehmer Georg Weis vom Hof St. Georges bei Metz, welcher, wie seiner Zeit gemeldet, mit der Ausführung der Befestigungsarbeiten aus der Insel Helgoland betraut ist, suchte und sand aus der Insel eine Süßwasserquelle. verkehr, Land, und Volkrrvirthschaft. 22. September. Marktbericht. Auf dem Heuti«« Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühuerner 1 St. 6-7, 2 6t---H, Enteneier 1 St---4 26t - 4 Käse pr. St. 4-8 4, Käsematte pr. St 3 4, Erbsen vr. Liter 25 4, Lücken pr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar X 0,60—0,70, Hühner pr. Stück X 0,90—1,20, Hahnen pr. St X 0,40-0,76, Enten pr. Stück X 1,70-2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-76 4, Kuh- und Rindfleisch 60-64 4, Schweinefleisch M-70 4, Hammelfleisch 50—744, Kalb« fleisch 56—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 7,00-8,00, Weißkraut pr. St--4, Zwiebeln per Ceittner X 4,00—5.00, Milch per Liter 12-18 4. | z Grünberg, 19. September. Fruchtpreise. Weizen X 2360, Korn X 25.40, Gerste X 17.50, Hafer X 12.90, Erbsen X 20.—, Linsen X —, Wicken X —, Lein X ——, Kartoffeln X —. Alsfeld, 19. September. Auf dem heutigen Fruchtmarkt würben 18 Ctr. Wetzen, 178 Ctr. Korn, 2 Str. Gerste und 4 Str. Hafer aufgefahren. 100 Kilo Weizen wurden zu 24 X, Kor« zu 25.68 X, Gerste zu 16 X, Hafer 13 X verkauft. Saatkorn wurde im Durchschnitt mit 26.80 X bezahlt. Nachftage nach schönem Saatweizen. Literatur und Kuttff. — Im Verlage von Otto Weis er t in Stuttgart erscheint demnächst ein Buch, auf welches heute schon aufmerksam zu machen wir nicht versäumen möchten. Unter dem Titel Bismarck«Anthv» logie gibt derselbe eine systematisch geordnete Auswahl der bcbeub samsten Aussprüche des eisernen Kanzlers aus seinen Reden lunb Briefen und bietet so die zuverlässigste und eigenartigste Selbst- characteristik Bismarcks als Mensch und als Staatsmann. Don seinen Anfängen bis auf die Entlaffung wird das Buch einen Einblick in die politische Entwicklung Bismarcks und mit ihm zugleich Preußens und Deutschlands gewähren, der gerade jetzt das höchste Interesse beanspruchen darf, da Fürst Bismarck, deffen Bild von der Parteien Haß und Wuth verwirrt ist, dafür, daß er sein ganzes Leben geopfert hat, für den Gedanken eines einigen Deutschlands, gerade jetzt von diesem einigen Deutschland mit schnödem Undank abgelohnt zu werden scheint. Es dürfte deshalb diese Bismarck- Anthologie, die originell in Inhalt und Ausstattung fein wird, gerade jetzt vom Publikum mit hohem Interesse begrüßt werden. Die Jnffallatious-i Einrichtungen für mehrere Bedürfnißhäuschcn im Kurpark in Bad-Nauheim, veranschlagt zu rd. 4400 Mark, sollen im Wege schriftlicher Anbietung vergeben werden. Termin zur Einreichung der Angebote bei der unterzeichneten Amtsstelle ist auf Mittwoch ben 7. Oktober d. Js., Vormittags 11 Uhr angesetzt, bis zu welchem Zeitpunkt die Verdingungsunterlagen auf dem Baubureau des Badehauses Nr. V zu Bad-Nauheim eingesehen werden können. Zuschlagsfrist vierzehn Tage. Friedberg, 21. September 1891. Großh. Kreisbauamt Friedberg. ___________Kranz._______8403 Freitag den 25. September, Nachmittags 2 Uhr, lasse ich Srünvergerffratze Nr. 15 wegzugshalber nachfolgende Gegenstände öffentlich meistbietend versteigern: 3 Kleiderschränke, 3 Tische, 6 Stühle, 1 nußbaum-polirte Sommode, 1 Herrenschreibtisch, 1 Nähmaschine, 1 Waschtisch, 1 Sessel, 1 Clavierstuhl, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 3 Spiegel, 2 große Stahlstiche, Oelbilder, 2 vollständige Betten, 1 Regulator, 1 Wecker, diverses Bettzeug, Weißzeug, Glas, Porrellan, Bierteller, Tischdecken, Kleider, 1 antiken Schreibpult u.s.w- H. C. Werner, 8432 Sommissionär. Aeilgevotenes. Tapeten-Reste bis zu 20 Rollen empfiehlt zu bedeutend herabgesetzten Preisen Ernst Bloedner, 8407 Seltersweg. “Zwiebeln, prima haltbare Winterwaare, 50 So. mit Sack Mk. 4.— ab Friedberg versenden gegen Nachnahme Gebr. Oppenheimer, 8405__Artedberg (Hessen) Auf dem Lindenplatz treffen heute Mittwoch Ueberrheiner Gurken ei«. [8417 _______________Ferber. 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Der unterzeichnete Vorstand beabsichtigt das vorliegende Concertjahr durch besonders bedeutende Musikaufführungen auszustatten, die im Sommer 1892 in einer zweitägigen, einem Musikfest ähnlichen Feier gipfeln sollen. Im Hinblick auf diese grossen und kostspieligen Unternehmungen hatte der Vorstand sich veranlasst gesehen, zumal die vielen sich drängenden Kunstgenüsse des verflossenen Jahres eine gewisse Ermüdung zeigten, das 6. Concert ausfallen zu lassen. Mit dem October tritt auch die Neuordnung der Sperrsitze ein. Hierauf bezügliche Wünsche, denen nach Möglichkeit entsprochen wird, bitten wir Herrn Challier schriftlich oder mündlich zu übermitteln; ebenfalls nimmt derselbe auch Anmeldungen neu zutretender Musikfreunde gerne entgegen. Die Zahl der zu vergebenden Sperrsitze ist eine sehr geringe, es dürfte also eine baldige Meldung sehr zu empfehlen sein. * Giessen, im September 1891. 8430 Der Vorstand. Zur Führung eines kleinen Haushalts für einen älteren Herrn wird ein Mädchen oder Frau auf sofort gesucht. Näheres [8435 Bahnhofstraße 65, parterre. 10 bis 12 tüchtige Maurergesellen bei dauernderBeschäs- tigung gesucht. [8423 G. Pfaff, Maurermeister. Ein in Hausarbeit erfahrenes Mädchen per 1. October nach Mainz gesucht von Frau Dr. Usinger, Gießen, Ostanlage 33. Zu sprechen von 10 bis 12 Uhr Borur._________[8419 8409] Ein junges Mädchen, Waise, sucht Stelle für leichte Hausarbeit oder zu Kindern gegen geringen Lohn. Wo? zu erfragen in der Exp. d. Bl. Geschäfts -Verlegung*. Seit Donnerstag befindet sich mein Cigarren-Special-Geschäft Marktplatz L Ecke Kirchenplatz. Durch bedeutende Vergrößerung meines Lagers, speciell in feineren Marken, bin ich in der Lage, den weitgehendsten Ansprüchen zu genügen und bitte um geneigten Zuspruch. 8232 Hochachtungsvoll Philipp Weiler. Bürgergesellschaft. Die auf 27. September bestimmte Abend-Unterhaltung findet erst am 10. October statt. An- und Abmeldungen bittet man baldigst an uns gelangen zu lassen, i 8397 Der Borstand. 1 82591 Mädchen erhalten gute Stellen durch Vermiethfrau Seybicke, Teufels- lustgärtchen 5. _________________________ 8340] Für einen Schüler, Unter-Secun- daner, dem die Mittel z. weit. Bes. des Gymnasiums fehlen, wird e. Stelle «16 Lehrling in e. kaufm. Geschäft gesucht. Gefl. Off, unt. M. an d. (fepeb. d- Bl- 8341] Ein ordentliches Mädchen oom Lande, das mit Vieh umzugehen versteht, gegen einen jährlichen Lohn von 150 X. nach auswärts gesucht- Näheres in der Exped. d- Bl. 8393] Zwei tüchtige Schreiner auf sofort gesucht. ______LoniS Beil, Wetzsteingasse 41. jBraves Bürschchen, mög- lichst von hier, gegen hohen Lohn gesucht; demselben wäre Gelegenheit geboten, nebenbei ein leichtes Haräwerk zu erlernen. 8384 Näheres Seltersweg 35. 8276] Schüler finden gute und billige Pension. Näheres in der Exped. d. Bl. 8356] Für eine zuverlässige Frau ober Mädchen kann sofort ein Laufdienff nachgewiesen werden. Näheres in der Exped- d- Bl. 8322] Für ein Manufactur-, Kurz- waaren« und ConfectionS - Geschäft wird zum baldigen Eintritt eine tüchtige Ber- käuferin gesucht, welche auch das Abändern von Mänteln versteht. Offerten unter H. 8. 250 an die Expedition dieses Blattes. Pferdeknecht findet Stelle bei [8310 August Schlesfinger. Eine tüchtige Fra« oder Mädchen wird tagsüber gesucht. [8288 Näheres in der Eftredition d. Bl. Schreinergesellen gesucht. Ludw. Müller, 8245] mech. Bauschreinere 8201] Auf Michaelis suche ich ei« tüchtiges, mit guten Zeugniffen versehenes Mädchen. Frau Budolph, Neuenweg 9. 7826] Pensionärin findet Aufnahme in einer ruhigen Beamtenfamilie in der Nähe der Aliceschule. Steinstraße 55. 8418] Zum 1. October suche ich ein Mädchen für Küche und Hausarbeit. Frau Max Stahlberg, Afterweg 31. Ein tüchtiges Hausmädchen mit guten Zeugniffen auf sofort gesucht. Director Wilson, 8416] Wilhelrnstraße 22. Tüchtiger Magazinier in ein hiesiges Colouialwaaren-Ge- schäst gesucht und Offerten an die Expedition dieses Blattes unter A. Z. erbeten. [8422 "8406] Tüchtige Rock- und Westen« Arbeiter bet guter Bezahlung gesucht von _________3 Pfeffer. Roloilio Häuser und landwirth« MMye schasttiche Grundstücke zu beinahe V» Theil der gerichtlichen Taxation zu billigstem Zinsfüße. Offerten unter W. 0. 100 an die Exped. dS. Bl. [8899 Ziehungs-Liste der Berloos«ng von Vieh und lan-wirth-chaftlichen Geräthe» gelegentlich des Diehmarktcs ?u Hungm am 21. September 1891. lg= UK Gegenstände w Z 15 143 1 Gießkanne 25 234 1 Bogevpeitsche 26 91 1 Pferdedecke 31 203 1 amerikanische Mistgabel 42 199 1 „ Heugabel 64 10 1 Rind 85 60 1 Handkoffer 144 187 1 Stock 149 229 2 Fruchtsäcke 151 137 1 Paar Kuhdecken 161 57 1 Handkoffer 171 133 1 Pferdescheere 185 112 1 gelbe Pferdedecke 204 194 1 Stock A)5 111 1 Eimer 216 19 1 Decimalwaage 230 184 1 Regenschirm 240 99 1 Brieftasche 242 93 1 Pferdedecke 264 192 1 Stock 266 160 1 Krauthobel 269 46 1 Pferdedecke 305 51 1 do. 321 94 1 do. 328 71 1 Schreibzeug mit Kaiserbüste 330 82 1 Bettvorlage 345 135 1 Putzgeschirr 353 226 2 Fruchtsäcke 381 189 1 Stock 394 12 1 Rind 399 86 1 Bettdecke 427 216 2 Fruchtsäcke 446 98 1 Brieftasche 455 1 1 Rind 465 83 1 altdeutsche Tischdecke 477 5 1 Rind 481 78 1 Bettvorlage 559 230 1 Paar Hosenträger 578 247 1 Paar Zugketten 595 49 1 Pferdedecke 596 215 2 Fruchtsäcke 597 220 2 do. 600 106 1 emaill. Eimer 736 188 1 Stock 748 25 1 Fleischschneidemaschine 751 208 1 amerikanische Mistgabel 774 33 1 Weckeruhr 776 218 2 Fruchtsäcke 793 231 1 Paar Hosenträger 796 191 1 Stock v> s bk Gegenstände S> 867 126 1 Sturmlaterne 968 150 1 Waschseil 1007 53 1 Schreibzeug mit Briefwaage 1027 169 1 Steingutfalzfaß 1050 97 1 Brieftasche 1080 4 1 Rind 1101 42 1 Paar Halsriemen 1129 163 1 Rosenscheere 1157 173 1 Steingutfalzfaß 1159 9 1 RiNd 1193 122 1 Sturmlaterne 1224 73 1 Reibmaschinc 1230 238 1 Peitsche 1233 170 1 Steingutsalzfaß 1267 180 2 leinene Fruchtsäcke 1271 101 1 emaill. Kaffee-».Milchkanne 1272 240 1 Peitsche 1296 22 1 Buttermaschine 1327 35 1 Jaucheoertheiler 1343 197 1 amerikanische Heugabel 1344 138 1 Paar Kuhdecken 1480 246 1 Paar Zugketten 1523 119 1 Pferdedecke 1529 20 1 Regulator mit Schlagwerk 1542 24 1 Honigschleuder 1545 95 1 Stock 1551 242 1 Peitsche 1554 60 1 Pferdedecke 1560 96 1 Brieftasche 1563 168 1 Kohlenkroppen 1570 130 1 Sturmlaterne 1573 152 1 Ackerleine 1596 225 2 Fruchtsäcke 1620 172 1 Steingutsalzfaß 1632 181 2 Fruchtsäcke 1637 245 1 Paar Zugketten 1641 47 1 Pferdedecke 1647 200 1 amerikanische Heugabel 1673 37 1 Paar Joche 1709 85 1 Bettdecke 1763 17 1 Wendepflug 1776 72 1 Schreibzeug mit Kaiserbüste 1788 178 2 leinene Fruchtsacke 1799 161 1 Schreibzeug 1811 186 1 Stock 1860 45 1 Halfter 1870 69 1 Kontobuch 1937 59 1 Handkoffer 1945 136 1 Putzgeschirr 1957 212 2 Fruchtsäcke 9St K ZZ Gegenstände « ** D 2018 214 2 Fruchtsäcke 2021 193 1 Stock 2027 174 1 Salzfaß von Holz 2047 3 1 Rind 2059 26 1 vernickelte Bügelgarnitur 2065 116 1 Pferdedecke 2081 13 1 Häckselmaschine 2093 54 1 Handkoffer 2112 182 2 leinene Fruchtsäcke 2134 210 1 Paar Zugstränge 2140 249 1 ,, Zugketten 2145 154 1 Acrerleine 2155 121 1 Pferdedecke 2163 88 1 Bettdecke 2171 115 1 Pferdedecke 2186 29 1 Fruchtpresse 2243 39 1 Paar Rückriemen 2262 108 1 emaill. Eimer 2299 38 1 Paar Rückriemen 2332 158 1 Bogevpeitsche 2336 32 1 Kontobuch 2353 183 2 leinene Fruchtsäcke 2355 79 1 Bettvorlage 2357 224 2 Fruchtsäcke 2371 64 1 Pferdedecke 2386 222 2 Fruchtsäcke 2419 239 1 Peitsche 2433 90 1 Pferdedecke 2435 198 1 amerikanische Heugabel 2505 114 1 Pferdedecke 2509 58 1 Handkoffer 2520 171 1 Steingutsalzfaß 2544 43 1 Paar Halsriemen 2559 103 1 emaill. Kaffee- u. Milchkanne 2586 149 1 Waschsetl 2624 132 1 Bohnenschneidmaschine 2642 248 1 Paar Zugketten 2647 21 1 Buttermaschine 2661 66 1 Schreibzeug mit Briefwaage 2668 156 1 Ackerleine 2680 77 1 Bettvorlage 2701 175 1 Salzfaß von Holz 2702 128 1 Sturmlaterne 2712 213 2 Fruchtsacke 2730 176 1 lange Tabakspfeife 2731 100 1 emaill. Kaffee-».Milchkanne 2734 209 1 Paar Zugftränge 2770 65 1 Pferdedecke 2791 89 1 do. 2818 104 1 emaill. Eimer Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen melden hocherfreut 8433 sind ausgestellt. 8426 Dr. und Mrs. H. P. Weidig Newark, N.-J., U. 8. A., den22l. Sept. 1891. Tanzunterrichts-Anzeige. Montag den 12. October beginnt mein Tanzunterricht. Auf Fortbildungsschüler wird gebührende Rücksicht genommen. Privatstunden werden zu jeder Zeit ertheilt. Anmeldungen bitte ich in meiner Wohnung, Wetzsteingasie 31, abzugeben. [8431 Ferd. Schmidt; Kirchliches Volks- und Missionsfest Montag den 28. September in Beuern. Morgens V210 Uhr: Pfarrer Löhr aus Hohensolms und Superintendent Dettmering aus Marburg; Mittags V32 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann aus Gießen und Hofprediger Stöcker aus Berlin; Abends 1/26 Uhr: Pfarrer Widmann aus Büdingen, Bernbeckaus Staden, Hofprediger Stöcker u. a. Es ladet freundlichst hierzu ein [8404 Der Kirchenvorstand. NB. Die Mittagsversammlung findet bei günstigem Wetter im Freien statt._________________________________________________________________________ Seidea-Sanamt, Meter M. 2.80, alle Farben, Seidenplüsch, „ 2.50, Damen-Filzhüte Mk. 1.50, mit Seidenband eingefaßt. 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Wein) 1050 Mk. im Ganzen 4530 11. Wein 13,690 Mk. Nur Rheingauer und Binger Weine aus den feinsten Lagen. Preis des Looses 1 M., 11 Loose 10 M. zu haben in Giessen bei den bekannten Verkaufsstellen. Wiederverkauf er erhalten Rabatt bei der General - Agentur J. B. Heim jr., Grossh. MQ;n™ Cigarren- Hoflieferant.mdlUiMrmport-GeBch. Wnnfo werden für vM 1 ange- fertigt. Perrücke«, Loupes, 4 zkf Scheitel nach Maß; sowie V-2 T Luffe«, Dreher. Haaruhr- > ketten u. s. w- bei [492 ™ Georg Petri Wwe. Nachf., ______________SelterSweg 43._______ Brennholz. Buchen- und Tannenholz, in guter trockener Maare, per Meter und per Eentner, billigst bei es] Andreas Euler, «s» , • c -Su Gegenstände LooS- Nr. c G - BK © 2848 124 1 Sturmlaterne 3981 123 2855 120 1 Pferdedecke 4004 140 2861 211 1 Paar Zugstränge 4010 179 2925 15 1 Pflug (Wandsleber) 4020 155 2930 205 1 amerikanische Mistgabel 4043 34 2965 177 1 lange Tabakspfeife 4067 11 3000 228 2 Fruchtsäcke 4083 62 3037 148 1 Jaucheoertheiler 4097 105 3040 84 1 altdeutsche Tischdecke 4133 201 3042 52 1 Pferdedecke 4159 129 3051 23 1 Regulator mit Schlagwerk 4162 151 3093 147 1 Paar Halsriemen 4167 165 3117 55 1 Handkoffer 4174 48 3119 70 1 Federwaage 4211 167 3152 6 1 Rind 4218 142 3169 50 1 Pferdedecke 4231 144 3171 74 1 Jaucheoertheiler 4249 159 3231 219 2 Fruchtsäcke 4320 87 3242 166 1 Baumsäge 4335 61 3300 125 1 Sturmlaterne 4340 244 3301 75 1 Bettvorlage 4350 221 3314 95 1 Schreibzeug 4353 14 3352 40 1 Paar Rückriemm 4374 164 3381 162 1 Schreibzeug 4399 139 3406 102 1 emaill. Kaffee- u. Milchkanne 4408 196 3413 243 1 Peitsche 4522 2 3488 18 1 Krupper 4548 27 3526 250 1 Paar Zugketten 4562 141 3541 134 1 Putzaeschirr Pferdedecke 4594 236 3542 117 1 4608 223 3573 109 1 Eimer 4636 131 3612 146 1 Gießkanne 4640 227 3629 204 1 amerikanische Mistgabel 4641 56 3698 44 1 Halfter 4651 36 3709 16 1 Wendepflug 4652 7 3716 80 1 Bettvorlage. 4671 190 3754 153 1 Ackerleine 4770 92 3784 68 1 Schreibzeug mit Kaiserbüste 4780 76 3787 185 1 Regenschirm 4783 235 3804 107 1 emaill. Eimer 4799 118 3817 41 1 Paar Halsriemen 4807 207 3828 28 1 Buttermaschine 4808 113 3830 202 1 amerikanische Heugabel 4822 232 3833 237 1 Peitsche 4857 157 3878 241 1 do. 4882 127 3879 206 1 amerikanische Mistgabel 4904 31 3899 233 1 Paar Hosenträger 4911 30 3910 145 1 Gießkanne 4916 67 3933 8 1 Rind 4977 217 3956 110 1 Eimer 4982 81 Gegenstände 1 Sturmlaterne 1 Paar Kuhdecken 2 leinene Frvchtfäcke 1 Ackerleine 1 Weckeruhr 1 Rind 1 Pferdedecke 1 emaill. Eimer 1 amerikanische Heugabel 1 Sturmlaterne 1 Waschfest 1 Baumsäge 1 Pferdedecke 1 Baumsäge 1 Fruchtrolle 1 Gießkanne 1 Bogevpeitsche 1 Bettdecke 1 Koffer 1 Paar Zugketten 2 Fruchtsäcke 1 Pfuhlpumpe 1 Rosenscheere 1 Paar Kuhdecken 1 Stock 1 Rind 1 Buttermaschine 1 Fruchtrolle 1 Peitsche 2 Fruchtsäcke 1 Bohnenschneidmaschint 2 Fruchtsäcke 1 Koffer 1 Kaffebrenner 1 Rind 1 Stock 1 Pferdedecke 1 Bettvorlage 1 Bogenpeitsche 1 Pferdedecke 1 amerikanische Mistgabel 1 Pferdedecke 1 Paar Hosenträger 1 Ackerleine 1 Sturmlaterne 1 Pferdedecke 1 do. 1 Rauchgarnitur 2 Fruchtsäcke 1 Bettvorlage. Todes - rLmzerge. Montag Morgen verschied ganz plötzlich meine langjährige Haushälterin Fräulein Christine Knecht im Alter von 46 Jahren. 8428 Gießen, den 22. September 1891. D. H. Lohmann. Fermiet-ungen. 8414] Die Mansarden - Wohnung im Seipp'schen Hause, Seltersweg 68, ist sofort an eine kleine Familie zu oer- miethen. Näheres zu erfahren bei ________A. Otto, Bahnhofstraße 49. 8420] Der untere Stock zu vermiethen. Emil Menget. Kavlaneigasse. 8413] Logis zu vermiethen. __________________Katharinengasse 10. 8427] Die von Herrn Lieutenant von Dewald bewohnte Wohnung vom 1. Oct. anderweit zu vermiethen. Caf6 Ebel. 8424] Eine Familienwohnung, sowie Schlafstellen sind zu vermiethen. _______________Kaplansgasse 23L Ein geräumiges möblirtes Zimmer, auf Wunsch mit zwei Betten, zu vermiethen. 8421 Marktplatz 17. isitenkarten 8429] Ein ev. auch zwei möblirteZimmer zu vermiethen. Wilh. Plank, Bahnhofstraße 18. werden in jeder Schriftart und Papiersorte angefertigt m der Brühl’schenDruckerei Schulstrasse 7. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 22. September 1891. Schlußeours« 1 Uhr 15 Min. 3% ReichSanleche 3V8°/o do. 3% Preuß. ConsolS do. 83.40 96.75 83 40 96.75 '4% Ung. Gold-Rente 5% Ztal. Rente 41/8|o/o Oest. Silber-Rente 3°/0 Portugtes. Anl. Dis conto-Command^Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act- Oe st. Credtt-Act. Oest. StaatSb^Act. 172.00 ULomb. E.-B.-Act. 128.70 »Bufchtherader E.-B.-Act. 132.80 'Elbthal-Bahn-Act. in.oo Gotthard-Bahn-Act. 92 001 Schweizer Nordost-B^Act. 237 751 Mainzer E.-B.-Act. 240.751 Marienburger E.-B.-Act. 4% Mainzer Stt-Anl. Gelfenk. Bergw.-Act. 101-801 Der. KönigS-Laurah^Act. 153.001 Tendenz: fest. 88 86 89 20 78.00 38.10 94.25 405 00 188.00 128 50 124.10 109.90 5 6 90 112.00 Reichsbank-DiScont 4 pgt — Frankfurter Bank-DiSeont 4 pCt- Der heutigen Nummer liegt der Winter-Fahrplan der Königl. Cifenbahn-Direction Hannover bei. 8412 Redaction: T. Gchehd». — Truck und Verlag der Brühl'schw Druckerer (Fr. Chr. Pietsch) in Die heutige Stummer umfaßt 6 Seite«. n 8402 ®'»e«Hhke lurmiaterne '« Nbtien eckerichr iud «bedecke <- Eimer SÄ*** 8«IW (teuft 3aumjä^ ÜmdittoEt dießklwm äOfltTipÄ öettdccke Koffer Nc Zugkettm fiuchlsäcke bfuhlpumpe Kosmscheere baar Kuhdecken Stock Mn- öultnmaschiN ^ruchtrolle Msche Zruchtsacke SohneMneidviaschtm Zruchtsöcke ikoffer ^affebruwer Mnd Stock ÜferbeWe Zettoorlage Zogenpeiische Zterdedecke matkantsche ERiitflabd btndedecke ßaax hvMtrLger Ackerleine Sturmlaterne Pferdedecke bo. 1aud}gamitu r 'mchtfäcke ettDOilaflt Lohmann. > V* MW WlW II Schart * IÜ *di »Pnf”1 88»® 892» 18.«» 38.1» 9<8a 405«» MO» 1285» ,24.1» 109.»» S«»° MslyM :6er 189L d-R-ck 'N. Mittlvoch dm 23. September Anzergev. Beilage zu Br. 221. -1891 Feuilleton Große Preise. Große Preise. Große Preise. Große Preise. Große Preise. dann werden die Pflanzen noch elender, denn der Acker ist gesuppt", wie man mit einem populären Worte in vielen Dörfern zu sagen pflegt. Ein anderes Beispiel Hilst in der Regel auch das Verständniß über Düngung und Pflanzenernährung erleichtern und zwar folgendes: In einem Bauernhause gibt es verschiedenartige Thiere. Warum füttert der Bauer die Pferde, Kühe und Schafe nicht mit Fleisch? Mit einer solchen Frage wird man ausgelacht. Warum gibt man dm Schweinen, Gänsen und Hühnern kein Heu? Ei nun, sie treffen es nicht, wird lachend geantwortet. So geht es auch mit dm Pflanzen! Die einen wollm Diese« nicht, die anderen Jmes nicht. Wieder andere nehmen ihre Nahrung aus dm verschiedmartigsten Stoffen; ähnlich ist es bet vielen Thieren. Schweine, Enten, Hunde und Hühner verzehren die sonderbarstm Dinge und gedeihen dabet. Erhalten sie aber diejenigm Nahrungsmittel, welche ihnen am meisten zusagen, dann gedeihm sie am schönsten und das ist doch immer der hauptsächlichste Zweck. So etwas sieht der Bauer ohne Schwierigkeit ein. Wir knüpfm daran an. Die Pflanzen draußen im Felde gedeihen auch am Besten, wenn ihnen der Standort, das ist der Acker, sorgfältig tn die Reihe gemacht wird. Darunter versteht man: dm Pflanzm muß auch der Tisch richtig gedeckt werden, damit sie tüchtig verzehrm können. Das Ungeziefer und das Unkraut muß fortbleiben, dann wird eS schon gehen. Für diesmal mag es genug sein; wir sind bereits mittm in der Sache drinnen. Das gibt zu denken. Darum: auf Wiedersehm in acht Tagen! Mittwoch den 23. September: Excelsior. Außer Abonnemmt. Donnerstag den 24. September: Walküre. Freitag den 25. September: Excelsior. Außer Abonnemmt. Samstag den 26. September: Excelstoir. Außer Abonnement. Locale» unfc provinzielles. Gießen, 22. September. — Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen am 21. September 1891. Unter Vorsitz des Großherzogl. Landgenchtsraths Dr. Linkenheld wurden heute die Schwurgerichtssitzungen für das III. Quartal 1891 eröffnet. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Wilhelm Schäfer Ehefrau von Bruchenbrücken wegen Meineids. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Theobald, die Vertheidigung führte Rechtsanwalt Lauer- als Geschworene wurden aus- geloost die Herren: Profeffor^vr. Kattenbusch, Heinrich Ernst Eifer, Karl Zöckler II, August Pröscher, Georg Conrad Kromm, Johann Heinrich Scharch, Gustav Adolf Otto Heisermann, Theodor Geilfus (Daniel Wirths Nachfolger), Wilhelm Balser IV, Heinrich Walz, Gustav Schmitt II, Heinrich Feldmann. — Wilhelm Schäfer Ehefrau ist angeklagt, daß sie am 11. November 1890 zu Friedberg vor Großherzogl. Schöffengericht Friedberg den vor ihrer Vernehmung in der Privatklagesache des Heinrich Michel von Bruchenbrücken und der Sophie Rössel daselbst gegen Philipp Best III. von da wegen Beleidigung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe. Die Verhandlung sand auf Antrag der Staatsanwaltschaft unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Wegen Ausbleibens eines Zeugen sand eine Vertagung der Verhandlung bis Mittwoch den 23. l. M. statt und werden wir das Resultat derselben hiernach mittheilen. flöte. Große Preise. TchsrrsbielhatrS. Mittwoch dm 23. September: Der arme Jonathan. Gewöhnliche Preise. (Vandergold: Herr Bauer.) Donnerstag den 24. September: Zur hundertjährigen Geburtstagsfeier Theodor Körners (Abonnements-Dorstellung für einen ausgefallenen Mittwoch): Neu einstudtrt: Zriny. Gewöhnliche Preise. Freitag den 25. September: Das letzte Wort. Gewöhnliche Preise: Samstag den 26. September: Der Zigeunerbaron. (Barinkay: Herr Bauer als Gast.) Gewöhnliche Preise. Sonntag den 27.September: Sodoms Ende. Gewöhnliche Preise. Montag den 28. September: Das letzte Wort. Gewöhnliche Preise. Spielpla« der vereinigten frankfurter Ltadttheater. Opernhaus. Dross-Seife mitdcrKatzc ist in jeder Beziehung mindestens ebenso vorzüglich wie Dörings Seife. Preis: I Stück 30 Pfg., 12 Stück 3 Mark. [8214 „Dars ich Sie um den Namen der Dame bitten, die soeben hier hinausgegangen ist?" sagte er. „Vor zehn Minuten noch hätte ich dieselbe Frage viel* leicht an Sie gerichtet, Herr Capitän. Sie ist eine Frau Fontheim, Wittwe des in Ostpreußen verstorbenen Rittergutsbesitzers Fontheim. Sie hätte sich in der Adresse geirrt und die Victoriastraße mit der Thiergartenstraße, den General- consul Mettenbach mit dem Generalconsul Orlovius ver- wechselt." , „Weiter wissen Sie nichts von ihr?/ „Weiter nichts." „Dann entschuldigen Sie mich gütigst." Der Capitän eilte hinaus und die Treppe hinunter. Frau Fontheim öffnete soeben die schwere Hausthür. „Sie gestatten mir wohl, Sie nach Ihrem Hotel zu geleiten, Mademoiselle Leroy, alias Nellida Patoff," sagte ” Dame fuhr zurück, dann aber lächelte sie und verneigte sich leicht. „Monsieur est bien aimable“, versetzte sie. Er führte sie zu einer in der Nähe haltenden Droschke und half ihr einsteigen. „Fahren Sie in mäßigem Schritt dem Potsdamer Thore zu," befahl er dem Kutscher. Dann wendete er sich an seine Gefährtin. „Hier also treffen wir uns wieder, Mademoiselle? „Oui, Monsieur!“ „Haben Sie schon viel Bekannte in Berlm? „Non, Monsieur, nicht viel." „Die Generalconsulin Mettenbach wäre eine willkommene Empfehlung für Sie gewesen, nicht wahr? Denken Sie nur, wo Ihnen dieser Name überall Einführung verschafft hätte. Ja, ja, das würde Ihnen wohl gefallen haben." „Monsieur beliebt zu scherzen." „Wollen Sie nun die Güte haben, mir zu sagen, was Sie in Ihrer Tasche haben?" „Mein Taschentuch, Monsieur." „Und was noch?" „Eine magere Börse." „Was sonst noch?" „Das ist alles." „O! Besinnen Sie sich, Mademoiselle!" „Das ist alles, ma foi!" Der Mann dorr unter der Laterne, der mit oem Sonntag den 27. September: Lohengrin. Montag den 28. September: Cavalleria rusticana. Hierauf: Mikado. Große Preise. Außer Abonnemmt. Dienstag den 29. September: Zur Erinnerung an die erste Aufführung der „Zauberflöte" vor 100 Jahrm. Die Zauberblanken Helm — sehen Sie ihn? Das ist ein Berliner Schutzmann. Was haben Sie sonst noch in der Tasche, Mademoiselle?" „Nur noch diese Kleinigkeit," sagte Frau Fontheim, die Wittwe des ostpreußischen Rittergutsbesitzers, indem sie dem Capitän eine kleine brillantensunkelnde Brosche einhändigte. „Weiter nichts." „Weiter nichts, Monsieur. Ich habe heute kein Glück gehabt." „Sind Sie fest überzeugt, daß Sie sonst nichts m der Tasche haben? Ich brauche den Schutzmann nur zu rufen und —" „Sparen Sie die Mühe. Ich habe wahrhaftig werter nichts." , „Gut. Ich will Ihnen glauben und Sie m Frieden ziehen lassen — um der alten Erinnerungen willen. Gute Nacht, Mademoiselle." „Gute Nacht, Monsieur." Der Capitän verließ den Wagen und ging zur Victoria- straße zurück. f „Ich habe mich geirrt," sagte er zu der Generalconfulm. „Ich glaubte in der Dame eine alte Bekannte aus Wiesbaden wiederzusehen; es war aber eine Täuschung. Da," fügte er hinzu, ihr die Brosche in die Hand legend, „das habe ich soeben im Vorsaale gesunden. Sie wissen vielleicht, wem das Ding gehört." „Die Verliererin wird sich sicherlich bald bei mir melden." Einige Tage darauf trafen sich die beiden Generalcon- sulinnen, Frau Mettenbach uud Frau Orlivius, einander auf der Straße. , „Hat Frau Fontheim Ihnen erzählt, tote sie neulich «einen Gesellschastsabend mit dem Ihrigen verwechselte?" fragte Frau Mettenbach. „Die Frau Fontheim? Die war doch aber auf meinem „rout“, zwei Tage vor dem Ihren! Der Kutscher hatte sie vor die falsche Thür gefahren, denn sie wollte zu Ihnen. Frau Mettenbach öffnete die Augen starr und wett. „Wann ist das gewesen?" fragte sie. „Am Mittwoch. Den Tag vergesse ich in meinem Lebe« nicht! Denken Sie nur, in dem Trubel habe ich mem Brillantenarmband verloren." o- M. LanSwirthschafiliche Winke und Rathschläge. △ ArrS Oberhesserr, Mitte September. Zur Bestellung -er Herbstsaaten. „Gut gesät ist halb geerntet !" sagt eine goldene Bauernregel — und wir meinen, diese fünf Worte sagen recht. Aber inhaltschwer sind sie, denn gut säen das will gethan, gelernt und gemacht sein. Ein Stück Arbeit ist es, viel größer als sich mancher Bürger, Handwerker, Geschäftsmann oder Beamte träumen läßt. Dieweil das nun ein solch wichtig Stück Arbeit ist, kann es nicht schaden, wenn einer, der ein Bischen Theorie und Praxis ein- gesammelt, sich in populärer Weise über die Sache ausspricht und wenn sich Der oder Jener etwas daraus abntmmt, wird sich der Schreiber herzlich darüber freuen. Ehe er aber zu diesem Punkte übergeht, muß et seiner wohl- berechtigten Urende über die Gründung und Ausbreitung des Oberhefstschen Obstbauvereins, über die Aufstellung eines Obstdörrapparates neuester Constructton, sowie über den Erlaß eines Regulatives gegen das zu frühe Einernten des Obstes in Nr. 212 tiefer Zeitung vom 12. September Ausdruck verleihen. Das sind in der ersten Hälfte des Septembers drei Fortschritte. Alle Hochachtung! Vivant Sequentes! Dazu kommt, daß in Frankfurt ein Obstmarkt abgehalten werden soll. Mit dieser Einrichtung entsteht ein geregelter Geschäftsverkehr zwischen Producent und Con- fument, es können nicht mehr Dinge vorkommen, wie wir sie in 9lr. 181 dieser Zeitung vom 7. August I. I. schilderten. Der Bauer empfängt einen richtigen Marktpreis für seine Erzeugniffe und der Eonsument kann sich besser nach diesen Preisen einrichten. Das Geschäft gewinnt also nach beiden Seiten hst, an Sicherheit und Reellität. So muß es sein! Durch den Handel sollen beide Thetle gewinnen, während es sonst Sitte war, daß der Tine den Anderen übern Löffel zu barbieren suche. Eanz ist diese Absicht mit dem Obstmarkte auch nicht aus der Welt geschafft, aber es sind solide Grundlagen gewonnen, auf die weiter gebaut werden kann. Nun aber zur Bestellung der ©Uten zurückZwei Punkte I tnb es, die hierbei in Bettacht kommen: 1) Beschaffenheit und I Kulturzustand des Bodens; 2) Herrichtung und Verwendung von I möglichst vollkommenem Saatgut. Besprechen wir den Acker und die richtige Vorbereitung des- I eiben. In dieser Beziehung ist fett zwei Jahrzehnten Hervorragendes I geleistet worden. Die großen Oeconomm richten diejenigen Grund- I tücke, welche bestellt werden sollen, nach allen Regeln der Wffsenschaft I und Erfahrung her und die Erträge sind daher stets im Wachsen I begriffen. Wenn das Land durch entnommene Ernten arm an I diesem oder jenem Pflanzennährstoffe geworden ist, so bringen sie I den fehlenden Stoff in leicht löslicher Form auf und der Erfolg ist I icher, wenn die Witterung nur einigermaßen mithilft. Sie pflügen I den Boden tief und bringen ben unteren sonst nicht benutzten Grund I an die Oberfläche, wodurch er nutzbar wird. Sie zerkleinern den I Boden mit Hülfe der besten Gerätschaften und Maschinen, wodurch I der Acker ein so schönes Aussehen erhält und so wirksam werden I kann, wie der Gartenboden. Von vielen Dingen dieser Art wissen Hunderte von kleinen I Landwirthen, für die sich unsere Zeitung in erster Linie intereffirt, I nichts oder haben nur dunkele Vorstellungen vom Hörensagen her; I manche wollen gar nichts hören und halten sich für klüger als zehn I Professoren der Landwirtschaft. Anderen wird es ungemüthltch, I wenn sie von Stickstoff, Ammoniak, Phosphor- und Kohlensäure, I Ehilisalpeter, Thomasmehl oder Peruguano hören und meinen, sie I müßten sich nun ein chemisches Laboratorium anlegen. Daß man I verhältnißrnäßig nur wenige Stoffe, wie Phosphorsäure, Stickstoff, I Kali und Kalk nöthig hat, mit denen man auf billige und nachhaltige I Weise größere Ernten und bessere Früchte erzielen kann, halten sie I für falsche Vorspiegelungen. Hintennach kommt doch nichts Gescheites I heraus und man hat sein gutes Geld verplempert, meinen sie. Wieder I Andere sagen: „Was ? wir kommen so nicht ordentlich hemm und I sollen auch noch Geld für künstlichen Dünger ausgeben'. Mehr als Pfuhl und Mist im Acker wirken, leisten auch diese Apothekersachen nicht und da lasse ich mich nicht drankriegen." Bei solchen vorgefaßten Meinungen ist schwer anzukommen und oft hat Einsender schon die Ansicht aussprechen Sören: Man muß diese Leute laufen lassen. Wer nicht hören will, mag fühlen; die nachfolgende Generation wird sich schon besser mit den Fortschritten zu stellen wissen. Das ist wohl richtig. Aber der Einsender | weiß, daß durch kleine Zufälle aus einem Saulus ein Paulus ge- 1 worben, welch' Letzterer bann nachträglich recht Gutes leistete. Damm bars man nicht mübe werden, immer wieder auf die schadhaften Stellen hinzuweifen und auf bas Gute aufmerksam zu machen. Es ist nun wirklich schwer, ben kleinen Lanbwirthen in populärer Weise vorzutragen: wie bie Pflanzen gebüngt unb ernährt werben müssen, auf baß sie so schön unb groß wie nur möglich werben unb am meisten Stroh unb Körner einbringen. Wir hoffen, biefe Schwierigkeiten aber boch größtenteils überrotnben zu können unb barum fni-men wir an bie Herbstsaatbestellung an. Der Acker ist im Herbste, jagen wir im September geräumt; er wirb vielleicht schon flach um geackert sein, bamit bie Untrautfamen zum Keimen fommen^ wir am besten auf ben Acker? fragt ber Sohn den Vater. Mir fcheint, die Sachen sind in ben letzten Jahren nicht fo schon gewesen, wie früher; wir zuckern, eggen unb walzen fleißig, wir lassen es an Mist unb Pfuhl nicht fehlen unb boch sieht man an ben Aeckern ber Hofbauern, bie bas Düngersalz auf ihre Sieder streuen, viel schönere Sach' als bei uns. — Das kommt eben daher, daß jene Leute ihre Pflanzen tWhiiget nühren. als die Heinen Landwirthe. Wie manchmal ist der Schreiber dieser Zeilen schon ausgelacht worden, wenn er mit kleinen Landwirthen über bie Ernährung ber Pflanzen sprach. Kinder ernährt man, sagen sie; auch das Vieh wird ernährt; aber Pflanzen! Nein, bie wachsen schon D°n ^Allerdings thun sie bas; sie haben auch keine so großen Mäuler wie bie Thiere, sonbern nur ganz feine, bünne Säugwurzelchen, mit denen sie die'. Nahrung auffuchen und aufnehmen. Wenn sie die passende Nahrung nicht finden, dann werden die Pflanzen elend. Bringt man im nächsten Jahre dieselbe Frucht auf denselben Acker, Die Dame in Meergrün. Eine Scizze aus der Gesellschaft. (Schluß.) Sollte hier ein Mißverständniß obwalten?" sagte sie. Ich "fenne Sie nicht persönlich, da ich ja nicht zu Hause war, als Sie mir die Ehre Ihres Besuches schenken wollten. In der Familie des Herrn von Linden, der mir und wohl auch Ihnen befreundet ist, hörte ich, daß Sie bei mir gewesen seien, um mich zu Ihrem heutigen Abend zu bitten," Die Hausherrin wußte nicht, was sie sagen sollte. „Sie sind doch die Generalconsulin Orlovius, die Stiefschwester meines seligen Mannes?" fuhr die andere fort. , Hier waltet thatsächlich ein Mißverständniß," entgegnete die Dame des Hauses. „Mein Mann ist ber Generalconsul Mettenbach." Frau Fontheim erhob sich schnell. Dann bitte ich tausendmal um Entschuldigung!" rief Tte. «Ich bin fremd in Berlin, erst vor vierzehn Tagen aus Ostpreußen hier eingetroffen. Ich war an Frau Orlovius empfohlen, die ich jedoch ebenfalls nicht persönlich kenne. Daher der Jrrthum. Herr von Linden brachte mich in seinem Wagen hierher. Er wird die Adreffen verwechselt haben." Frau Mettenbach lächelte. „Das ist sehr leicht möglich," sagte sie. „Der General- eonsul Orlovius wohnt in der Thiergartenstraße, an der Ecke ,ber Victoriastraße." . „Ganz recht, das war die Adresse," mckte Frau Fontheim. „Und dies ist die Victoriastraße." ^Jch bin außer mir, daß ich mich so irren mußte!" „Aber ich bitte Sie, beruhigen Sie sich. Sie haben hier Bekannte genug gefunden, wie ich gesehen habe, und mir persönlich ist es ein angenehmes Vergnügen, Sie kennen ge- Frau Fontheim drückte noch einmal aus das Lebhafteste ihr Bedauern aus, dann empfahl sie sich schnell und verlieg bie gastlichen Räume. ., Gin Herr, der ihr aus der Treppe begegnete, sah ihr scharf in daS Gesicht und suchte bann eilig die General- eonsulin aus. f k wj ww direkt aus der Fabrik also aus erster Hand von ShtnhtillllnO v<>n Elten & Keussen, Crefeld, 3 Ul IIIL IIIIIIII L in jedem Maaß zu beziehen. 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