«t. 142. Dienstag den 23. Juni 1891 Der OSchemr >«t «ttytat täglich. a* Ls-nahm« öti Montag-. Wt Gichmer wHn bttn Anzeiger »Dch«ttlich bwianl brtgelegt, Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. VbertOMrigtt AbmmtttbmiN 2 Mar! 20 W M» iSringcrleha. Durch die P*ft be|*|W 2 Mark 60 Pf,. Webedieti, ExpedW« und Druckerei: Her»Ldrecher 61, Aints» unö Anzeigeblatt für den Kwb Gieren. »»■■■»■«■BraS==ra=S!==S=^!!E-Sa-^HEE—«SESSÄ«!1B»8BBMenWJB3«MJ8EDC«»?3?2!?2f2aG’*W-!SSa’WW«a2S"?SH»^^ Äe*!i|me een Anzeigen zu der Nachmittag- fflr dm s %Attttftdi»Rj Aüe Äri«ma.t%*Äuv:au? deS In- und LuSlande- «eh««v W^x» Tag erscheinenden Nummer bis Darm. 10 Uhr. ] | ««zeigen für den .Gießener Anzeiger» eirtgee«. Gießen, den 20. Juni 1891. Betr.: Die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen von der II. Periode 1891/92. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien deS «reifes. Wir beauftragen Sie, alsbald und jedenfalls noch vor Ende dieses Monats in Ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lasten, daß die Berichtigung der im Monat Juni 1891 gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrafen in den ersten 25 Tagen des Monats Juli 1891 und zwar mit Ausschluß des 12, 13. und 14. an die betreffenden Districtseinnehmereien stattzufinden hat und daß nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist gegen die säumigen Schuldner das für sie mit Kosten verbundene Beitreibungsverfahren eingeleitet wird. ____________________v. Gagern-___________________ Gießen, den 16. Juni 1891. Betr.: Ausführung der Feuerlöschordnung. Das Großhe^ogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreise- mit Ausnahme von Gießen, Lollar, Grünberg, Lich, Lang.Gös-, Hungen, Avendorf a. d. Lda und Großeu-Linden- Nach § 10 der Ausführungsverordnung zur Landesfeuerlöschordnung vom 11. October 1890 und § 6 der Kreis- seuerlöschordnung des Kreises Gießen vom 4. Mai 1891 steht jede selbstständige Pflichtfeuerwehr unter der Leitung eines Befehlshabers (CommandeurS) und bei dessen Verhinderung eines Stellvertreters desselben. Der Befehlshaber sowie dessen Stellvertreter werden und zwar in der Regel aus den Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr nach Anhörung des Bürgermeisters von uns für drei Jahre ernannt und in Pflicht genommen. Wir beauftragen Sie deshalb, uns spätestens bis zum 1. Juli l. I. geeignete Persönlichkeiten, welche Interesse für die Sache haben und die Achtung der Mannschaft genießen, zu den bezeichneten Stellen in Vorschlag zu bringen. Vorzuziehen dürften bei der Auswahl solche Leute sein, welche gedient haben und mit dem Feuerlöschwesen schon vertraut sind oder demselben in Folge ihres Berufes z. B. als Maurer, Zimmerleute nahe stehen. Die Großh. Bürgermeister sowie Schornsteinfeger sind nicht vorzuschlagen, da ersteren gemäß § 21 der Ausführungsverordnung zur Feuerlöschordnung und den letzteren gemäß ^«rrMeton. Welche von Beiden? Novellette von I. Piorkowska. (1. Fortsetzung.) „Ich bin überzeugt, daß sie nicht kommt," bemerkte ich. „Und ich möchte wetten, daß sie kommt! Jedenfalls ist es des Versuches werth. Außer den kleinen Browns gibt es hier überhaupt kein Mädchen und bis diese erwachsen lind, müßte ich acht Jahre warten. Es ist eben mein Pech, daß die einzige Heiratsfähige, die im letzten Jahre hierher gekommen, meine eigene Schwester ist. Ich wüßte auch gar nicht, weßhalb Lilly nicht kommen sollte! Wenn nur erst die nächsten Monate der Spannung und Erwartung vorüber wären!" „Du hast den Brief doch nicht wirklich abgeschickt?" fragte ich, die ich es kaum glauben konnte. „Gewiß, weßhalb denn nicht?" erwiderte er mir. Ich kann nicht leugnen, daß die Ueberzeugung, daß er mcht nur einen Scherz mit uns trieb, mich wenig erfreute. Lilly war lange nicht gut genug für meinen Bruder. Sie war sehr hübsch, sehr musikalisch, das war aber auch alles. Doch was half es, Bernhard das Herz jetzt schwer zu machen? Ich konnte nur hoffen, daß sie auf seinen so leichtsinnigen Antrag nicht eingehen würde,- die ganze Idee war auch zu absurd, damit tröstete ich mich. II. „Das muß ich sagen, Harry ist naiv!" meinte mein Mann eines Morgens, als wir beim Frühstück saßen und er eben einen Brief seines Bruders las- „schreibt er mir da, er müsse eine Geschäftsreise nach Europa machen und da er Sophie nicht allein in Melbourne lassen wolle, schickte er sie uns- ich möchte sie am 15. in Canning abholen." „Nun," antwortete ich lachend, „wir haben ja Platz genug- warum sollte sie uns nicht willkommen sein? Wie alt ist Sophie eigentlich?" § 34 des Regulativs vom 26. Januar 1875, die Reinigung der Schornsteine betr., besondere Aufgaben zugewiesen sind, welche mit dem Amte des Feuerwehrcommandanten sich nicht vereinigen taffefl. Nach § 8 der Kreisseuerlöschordnung des Kreises Gießen steht ferner jede Feuerwehrabtheilung unter der besonderen Leitung eines Abtheilungssührers und bei dessen Verhinderung eines Stellvertreters desselben. Dieselben werden von den Abtheilungen gewählt, bedürfen aber der Bestätigung und Verpflichtung durch den Bürgermeister. (Ueber den Wahlmodus siehe Abs. 2 des eit. § 8.) Sie wollen deshalb, nachdem Sie die Eintheilung der Mannschaften in Abtheilungen, so weit dies bis jetzt noch nicht geschehen ist, vorgenommen haben, die Wahl dieser Ab- theilungsführer und deren Stellvertreter baldigst herbeiführen. Die Gewählten wollen Sie aber erst bestätigen und verpflichten, nachdem Sie sich mit dem Herrn Kreisfeuerwehr- inspector bei der demnächst in Ihrer Gemeinde stattfindenden Revision des Feuerlöschwesens ins Benehmen gesetzt haben. __________________v. Gagern.__________________ Gießen, den 16. Juni 1891. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au sämmtliche Bürgermeistereien des Kreises. Für ein gedeihliches Zusammenwirken der Löschmannschaften ist die Einführung gleichförmiger Signale und Reglements für einen größeren Bezirk unbedingt erforderlich. Zu diesem Zweck haben wir beschlossen „das Uebungsbuch, Dienst- und Sanitätsvorschriften für Feuerwehren im Groß- herzogthum Hessen, herausgegeben vom Landes-Ausschuß des Hessischen Feuerwehrverbandes" für die Feuerwehren des Kreises Gießen als Jnstructionsbuch einzuführen und sind in Zukunft sämmtliche Uebungen im Anschluß an dieses Buch auszuführen. Dasselbe ist zum Preise von 60 Pfg. von dem Landes- Ausschuß Hessischer Feuerwehren zu beziehen. Da wir jedoch hoffen, daß sich der Preis, wenn eine größere Anzahl zusammen bestellt wird, noch billiger stellt — zu welchem Zweck wir mit dem Landes-Ausschuß in Verbindung treten werden — beauftragen wir Sie, einen Gemeinderathsbeschluß darüber herbeizuführen, welche Zahl von Exemplaren von Ihnen gewünscht wird. Für die Feuerwehren kleinerer Gemeinden dürsten 10 Exemplare genügen. Der Einsendung des Gemeinderathsbeschlusses sehen wir baldigst entgegen. v. G agern. Bekanntmachnug, die Ausführung der Landesfeuerlöschordnung, hier den Erlaß einer Kreisfeuerlöschordnung für den Kreis Gießen betreffend. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß 'gebracht, daß in dem § 20 Abs. 2 der Kreisseuerlöschordnung vom ? 4. Mai l. I. ein redactionelles Versehen untergelaufen ist, < indem daselbst von „Feuerlöschverbänden" die Rede ist, während \ „Brandhülfsverbände" an dieser Stelle damit gemeint sind, i Die Stelle ist demgemäß zu verbessern. Gießen, den 20. Juni 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. G a g e r n. « Bekanntmachung, ' Amtstage des Großherzoglichen Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird EamStag den 4. Juli 1891, von Vormittags 8 Uhr an, t einen Amtstag im Rathhause zu Grünberg abhalten und j wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-Bezirken ; Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige i Anliegen in diesem Termin vorzubringen. Gießen, den 20. Juni 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 20. Juni 1891. Betr.: Wie vorher. l Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der in den AmtSgerichtSbezirken Grünberg, Homberg und r Laubach gelegenen Gemeinden deS KreifeS GieHen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche , Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen laffen. v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 20. Juni. Abgeordnetenhaus. Staats- secretär Boetticher verlas eine kaiserliche Botschaft, nach welcher Se. Majestät der Kaiser die Session Nachmittags >: 4 Uhr schließen wird. Das Haus erledigte sodann eine Reihe 1 unwesentlicher Petitionen. Der Präsident schlug sodann die „Harrys Frau ist fünfzehn Jahre tobt, damals zählte die Kleine sechs Jahre, also steht sie im zweiundzwanzigsten Jahre, übrigens versprach sie, als ich sie zuletzt sah, sehr hübsch zu werden. Weißt Du, Marie," fuhr er plötzlich, wie von einem neuen Gedanken beseelt, fort, „ich glaube, Sophie ist wie geschaffen zur Frau für Bernhard." Soll ichs leugnen? Mir selbst war dieser Gedanke bereits durch den Kops gefahren. Und die Geschichte mit Lilly hatte ich fast vergessen und mein Bruder, glaube ich, dachte überhaupt nicht mehr daran. Georg schilderte mir seine Nichte in so glänzenden Farben, daß ich nicht wußte, ob ich eifersüchtig sein oder sie deßhalb schon im Voraus in mein Herz schließen sollte. Als sie aber wirklich kam, war ich ganz entzückt von ihr. Zeitig am Nachmittag war mein Mann mit einem Reservepferd nach Canning geritten, um sie dort in Empfang zu nehmen. Gegen Abend stellte sich Bernhard bei mir ein, seine neue Verwandte zu begrüßen. Als wir zwei langsam den Weg hinabschritten, auf dem mein Mann mit Sophie kommen mußte, blieb Bernhard plötzlich lauschend stehen. „Horch, da kommen sie!" sagte er. Auch ich hörte Pferdegetrappel in der Ferne. Doch in der nächsten Minute bei einer Biegung des Weges, meinte mein Bruder plötzlich: „Mein Gott, das ist ja nur ein Pferd, und das kommt im Galopp dahergejagt!" Einen Augenblick — und ich mußte zur Seite springen, um nicht umgerannt zu werden. Ein Pferd kam in vollstem Galopp herbei, auf seinem Rücken eine schlanke Mädchengestalt, die, leicht nach vorn gebeugt, angstvoll des Thieres Hals umschlungen hielt. Bernhard aber hatte die nöthige Geistesgegenwart, schnell trat er dem Pferde in den Weg und griff muthig in die Zügel. Doch ehe ich selbst recht zur Besinnung gekommen war, hatte er das Mädchen aus seiner gefährlichen Lage befreit und vom Pferde herabgehoben. Ich dachte, sie würde halb ohnmächtig sein vor Angst und Schrecken, aber keineswegs — sie hatte ihre volle Ruhe bewahrt. „Sie müssen mich für eine sehr schlechte Reiterin halten," Hub sie nach der ersten Begrüßung an, als wir drei nebeneinander hergingen, Bernhard den Durchgänger am Zügel führend, „ich habe in Melbourne allerdings wenig Gelegenheit, mich im Reiten zu üben." Inzwischen kam auch Georg eilends herbeigeritten. Schon nach der ersten halben Stunde ward ich ganz verliebt in meine neue Verwandte und es entging mir nicht, daß sie auch aus Bernhard den günstigsten Eindruck machte, und überzeugt, daß er an Lilly gar nicht mehr dachte, fragte ich ihn: „Was meinst Du wohl, würde Lilly an Sophies Stelle ge- than haben?" Mit dieser Bemerkung hatte ich ihn zwar sehr böse gemacht, das hinderte aber nicht, daß er von jenem Tage an mindestens einmal öfter zu uns kam, als bisher. Damit Sophie an der Life nicht wieder ähnliche gefährliche Erfahrungen machte, wie am Tage ihrer Ankunft, gab er ihr Unterricht im Reiten und zwar mit einem solchen Eifer, einem solchen Jntereffe, wie es mir bisher an meinem Bruder fremd gewesen war. Während ich aber beobachtete, wie die Zwei einander täglich nähertraten, drängte sich mir immer und immer wieder der Gedanke an Bernhards Brief an Lilly auf. Mein Bruder schien ihn ganz vergessen zu haben. Als ich ihn eines Tages daran erinnerte, versetzte er lachend: „O, es ist ja Thorheit, daran überhaupt noch zu denken - die Sorgen in meiner Junggesellenwirthschaft müssen mich damals rein um meine fünf gesunden Sinne gebracht haben! Lilly wird mich schön um dieses Streiches willen auslachen und verspotten, wenn ich jemals wieder in die Heimat!) zurückkehren sollte." (Fortsetzung folgt.) Vertagung vor und gab die übliche Geschäftsübersicht. Reichensperger dankte dem Präsidenten im Namen des Hauses für die treffliche Führung seines Amtes und sprach den Wunsch aus, daß derselbe noch in vielen Sessionen das Steuer und die Schelle des Hauses handhaben möge. Der Präsident dankte für das ihm bewiesene Vertrauen und sprach insbesondere auch den Vicepräsidenten seinen Dank aus für ihre Unterstützung und schloß mit einem enthusiastisch aufgenommenen Hoch aus den Kaiser. Berlin, 20. Juni. Herrenhaus. Auf der Tagesordnung steht die Berathung des Wildschadengesetzes. Der Ministerpräsident v. Caprivi tritt entschieden für die Fassung des Abgeordnetenhauses ein, um das Gesetz zu Stande zu bringen, da die jetzigen gesetzlichen Bestimmungen über den Wildschaden nicht ausreichend seien und Handhaben zu Angriffen und agitatorischer Ausnutzung geben, ein Zustand, welchen die Regierung beseitigen wolle. Nach kurzer Debatte wurde das Gesetz in der Faffung des Abgeordnetenhauses angenommen. Berlin, 20. Juni. Um 4 Uhr fand im weißen Saale des Königlichen Schlosses die feierliche Schließung des preußischen Landtages durch den König in Person statt. Schon lange vor 4 Uhr sammelten sich die Mitglieder beider Häuser des Landtages und nahmen im Halbkreise dem Throne gegenüber Ausstellung. Um 4 Uhr traten sämmtliche Mitglieder des Staatsministeriums in den Saal und stellten sich links neben dem Throne auf. Um 4 Uhr ,15 Minuten erschien Se. Majestät der Kaiser ohne Vortritt in der weißen Uniform des Garde-du-corps, hinter ihm Prinz Friedrich Leopold, der Erbgroßherzog von Baden, Prinz Max von Baden, der Erbprinz.Dort Sachsen-Meiningen, Prinz Albert von Sachsen-Altenburg re. Während der König den Thron bestieg, nahmen die Prinzen rechts vom Throne Platz, dahinter Generaloberst von Pape und die Generalität. Der Ministerpräsident General von Caprivi überreichte die Thronrede Sr. Majestät, Allerhöchstwelcher den Helm aufsetzte und dieselbe mit lauter Stimme verlas- der Passus betreffend die Bemühungen zur Wahrung und Erhaltung des Friedens wurde von lebhaftem Beifall begrüßt. Nach der Thronrede trat General von Caprivi vor und erklärte den Landtag der Monarchie im Namen des Königs für geschloffen. Unter lebhaftem vom Präsidenten des Herrenhauses Herzog von Ratibor ausgebrachtem Hoch hatte der König den Saal betreten, unter ebensolchem Hoch, ausgebracht vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Köller, verließ der Kaiser, huldvoll grüßend, den Saal. Damit war die Feierlichkeit beendet. Berlin, 20. Juni. Der „Reichsanzeiger" theilt mit, bei kaufmännischen und gewerblichen Vereinen unterliege die Betheiligung der einzelnen Industriezweige an der Chicagoer A u s st e l l u n g bereits einer eingehenden Erwägung. Sobald der Umsang der Betheiligung annähernd zu erkennen sei, also etwa zu Beginn des Herbstes, werde sich ein Reichs- commissar mit namhaften Vertretern der Industrie in persönliches Einvernehmen setzen. Auch beabsichtigt ein Vertreter der Reichsregierung sich Ende des Jahres nach Amerika zu begeben und dort die ersten Vorbereitungen für die Gestaltung der deutschen Abtheilung zu treffen, insbesondere auf die Zuweisung geeigneter Räumlichkeiten hinzuwirken. Berlin, 20. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet aus Grund von Mittheilungen von gut unterrichteter Seite die Behauptung, daß den Staatsbahnverwaltungen die That- sache der Anwendung von in den Werken selbst angesertigten Stempeln zum Zweck der Materialabnahme bekannt gewesen sei, als völlig grundlos. Geflickte Schienen seien niemals von der Regierung wissentlich abgenommen worden. Berlin, 20. Juni. Der „Reichsanzeiger" meldet: Für April und Mai im Etatsjahre 1891—92 sind an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern im Deutschen Reiche zur Ausschreibung gelangt 79,847,006 Mk., an Spiel- kartenstempel 187,843 Mk. Die zur Reichskasse gelangte Jsteinnahme abzüglich der Aussuhrvergütungen und Verwaltungskosten bis Ende Mai 1891 beträgt an Zöllen und gemeinschastlichen Verbrauchssteuern 115,772,251 Mk., an Spielkartenstempel 237,042 Mk. Paderborn, 20. Juni. Der Domdechant Dr. Schulte ist nach schwerem Leiden in der vergangenen Nacht um 1 Uhr gestorben. München, 20. Juni. Mehrere Gebirgsgewitter verursachten ein Steigen der Isar. Die Heuernte in Oberbayern ist verregnet. In Oberfranken sind die Kartoffeln erfroren. Ausland. Wien, 20. Juni. Der Wiener antisemitische Gewerbe-Genossenschaftstag wurde wegen Ueberschrei- tung seiner Statuten durch Entwicklung politischer Thätigkeit behördlicherseits aufgelöst. Bern, 20. Juni. Der Bundesrath hat die Direction der Jura-Simplon-Bahn angewiesen, bis aus Weiteres aus der Strecke Basel-Delsberg nur Personenzüge auszusühren, die mit einer Locomotive befördert werden können. Wegen Unterbrechung der Geleise sind die schweren internationalen Güterzüge eingestellt und der Güterverkehr geht über andere Routen. Ebenso ist erwirkt worden, daß der internationale Personenverkehr bis aus Weiteres ohne Belästigung sich über die Reichsbahnen bewegen kann, endlich werden von morgen an die Schnellzüge von und nach Frankreich über Delle und Delemont gänzlich eingestellt. Der Bundesrath hofft, daß diese Anordnungen zur Beruhigung beitragen werden. Bern, 20. Juni. Ständerath. In der heutigen Sitzung gab Wirz-Obwalden die Erklärung zuProtocoll, er erwarte bestimmt, daß sobald als möglich eine technische Untersuchung über die Sicherheit der Eisenbahnviaducte mit aller Genauigkeit vorgenommen und die sich hierbei herausstellenden Uebelstände und Gefahren beseitigt werden. Der Präsident des Bundesraths erklärte, es werde alles Mögliche geschehen. Der Bundesrath habe die Professoren Ritter und Tett mayer mit der Erforschung der Ursache der Mönchensteiner Katastrophe beauftragt und von der Jura- Simplonbahn die Untersuchung ihrer sämmtlichen Brücken verlangt. In der nächsten Woche finde unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Bundesraths, W elti, eine Conserenz mit den Directionen der sechs großen Bahnen der Schweiz statt, um Maßnahmen zur Untersuchung sämmtlicher Eisen- bahnbrücken anzuordnen. Das Ergebniß dieser Untersuchung, welche mit aller erforderlichen Gewissenhaftigkeit durch erprobte Fachleute vorgenommen werden wird, soll veröffentlicht werden. Basel, 20. Juni. Die fortgesetzten Taucherar beiten, wie auch eine genaue Untersuchung der bis jetzt aufgesundenen Wagenbestandtheile ergeben mit Sicherheit, daß kein größerer Wagentheil außer den Locomotiven sich im Wasser befindet. Das Flußbett wird durch Taucher und Pioniere sorgfältig untersucht, bis jetzt ohne Resultat. Man nimmt an, daß die Zahl der Vermißten überschätzt worden ist und daß die that- sächlich fehlenden Leichen bald nach der Katastrophe die Birs, beziehungsweise den Rhein hinuntergeschwemmt wurden. Nach Ansicht der Taucher würden sich unter den Trümmern nur einige wenige Leichen befinden. Basel, 20. Juni. Zur Hebung der Leichen in der Birs sind nunmehr einige Taucher eingetroffen. Wahrscheinlich muß die Birs abgeleitet werden, um alle Lerchen auszufinden, die mehrere Meter tief im Sande vergraben sind. Man vermuthet, der erste in die Birs gefallene Personenwagen sei unter eine Locomotive zu liegen gekommen und von derselben zerdrückt worden. London, 20. Juni. Nach einer Meldung des „Reuter- schen Bureau" aus Cal cutt a sind in der Nähe von Ra- tiya in Bengalen Heuschreckenschwärme aufgetreten, welche großen Schaden in den Reis- und Jndigo- plantagen anrichten. Es ist dies das erste Mal, daß Heuschrecken in Bengalen erscheinen. Konstantinopel, 20. Juni. Nach einem im Lause der Nacht verbreiteten Gerücht soll der Polizei Minister telegraphische Nachricht von der Gefangennahme des Räuberhauptmanns Athanas erhalten haben. Washington, 20. Juni. Der Director der Münze erklärte aus Befragen eines Journalisten bezüglich der Silber- Hausse, es seien am Mittwoch und gestern bedeutende Silberankäuse gemacht worden, weil die Anzeichen eine Hausse wahrscheinlich erscheinen ließen, er sei der Ansicht, daß der bedeutende Betrag an Silber, welcher durch die Certificate an der Newyorker Börse repräsentirt würde, aus Rechnung des Auslandes komme. Der sichtbare Vorrath habe abgenommen und die Ouantität an Silber, welche der Regierung angeboten werde, habe sich merklich verringert, die gegenwärtige Hausse sei daher natürlich und werde voraussichtlich noch weiter sortschreiten. Der Schatzsecretär habe sich noch nicht darüber schlüssig gemacht, ob die Silberausprägungen nach dem 1. Juli noch fortgesetzt werden sollten- die Entscheidung darüber dürste erst in der nächsten Woche ersolgen. Neueste Nachrichten. WolfiS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Paris, 21. Juni. Die Tramway- und Omnibus- hediensteten in Marseille und Bordeaux haben einen Ausstand begonnen. In Bordeaux-Stadt sind kleinere Ruhestörungen vorgekommen. Als die Strikenden einige Wagen, die aus der Route waren, aushalten wollten, gab die Gesellschaft den Befehl, daß sämmtliche Wagen in die Depots zurückkehren sollen. London, 21. Juni. Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Jquique haben sich die Truppen Balmacedas in Coquimbo empört und vier Offiziere getödtet. 800 Mann sollen sich aus dem Wege nach Calbera befinden, um sich mit der Armee der Congreßpartei zu verbinden. Das Kriegs- schiff der Congreßpartei, „Esmeralda", hat den Quai und die Eisenbahn auf den Labosinseln zerstört, um die Verschiffung von Guano durch den General Balmaceda zu verhindern. CocaUs utt6 ^provinzielles, Gießen, 22. Juni. — Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen am 19. Juni cr. In der Strafsache gegen Karl Bloß von Heisters wegen Brandstiftung sprachen die Geschworenen das Nichtschuldig aus, worauf der Gerichtshof den Angeklagten von Strafe und Kosten freisprach. Die Verhandlung hatte bis Nachmittags 5* */4 Uhr gedauert. Hiermit wurden die Sitzungen des Schwurgerichts für dieses Quartal geschlossen. — Die Nr. 14 des im Auftrage des Evang. Pfarrvereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Gebet, Gebetserhörung, Kirche. 2. Ein Wort für das gute Recht des Pfarrvereins. 3. Ein Wort über das Vicariat. 4. Was soll das heißen? 5. Sieben Sätze über Befreiung der Landeskirche von staatlicher Bevormundung. 6. Die Stellung des Hess. Kirchenblatts und Pfarrvereins zueinander. 7. Ueber das Verhältniß des Pfarrvereinsausschuffes zum Kirchenblatt. 8. Verhältniß von Pfarrer und Lehrer zu einander. 9. Die Feier des heiligen Abendmahles. 10. Eine Jesuitenforderung. 11. Das erste Halbjahr, die 14 ersten Nummern des Hess. Kirchenblattes. 12. Eine Schrift über die Consessionsschule. 13. Literarische Thätigkeit hessischer Pfarrer. 14. Mittheilung. 15. Einladung u. A. 16. Briefkasten. — Schlecht angewandtes Mitleid. Ein kleiner 9jähriger Schlingel von hier treibt sich zuweilen in den äußeren Stadttheilen und den umliegenden Ortschaften herum, durch verschiedene Manipulationen das Mitleid der Leute erregend. Er gibt dann an, der Sohn eines Gießener Schutzmanns zu sein, würde schlecht behandelt, bekomme nicht satt zu essen rc. Aus diese Weise hat er schon mit Erfolg Gastrollen in Leihgestern, Rödgen und anderen benachbarten Orten gegeben, wo er sogar theilweise auch beherbergt wurde. Einen ähnlichen Versuch machte er wieder am verflossenen Samstag auf der Grünberger Straße, von wo er mit Gewalt zur Polizei gebracht werden mußte. Eine tüchtige Tracht Prügel dürste wohl jedes Mal das beste Züchtigungsmittel für diesen angehenden Jndustrieritter sein. —Kirchliche Dienftuachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 2. Mai dem evangel. Pfarrer Wilhelm Vo lp zu Fürfeld die evangel. Pfarrstelle zu Groß-Winternheim, Decanat Mainz, und dem Pfarrverwalter Ludwig von der Au zu Guntersblum, Decanat Oppenheim, die evangel. Psarrstelle daselbst- am 26. Mai dem Pfarrer Friedrich Scriba zu Maar die evangel. Pfarrstelle zu Kaichen, Decanat Rodheim, aus Präsentation des Freiherrn von Leonhardt- am 2. Juni dem Psarrverwalter Jakob Christ mann zu Framersheim, Decanat Alzey, die evangel. Psarrstelle daselbst, an demselben Tage dem Pfarrverwalter Ludwig Appel zu Beerfelden, Decanat Erbach, die 2. evangel. Psarrstelle daselbst, — zu übertragen. — Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Breidenbach, Kr. Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk., mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schneppenhausen, Kr. Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Alzey mit einem Ansangsgehalte von 1100 Mk. jährlich. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Birklar, Kr. Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk., mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Queck, Kr. Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk., mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herren Grasen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerfielle an der Gemeindeschule zu Unter-Hambach, Kr. Heppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. — Technische Hochschule zu Darmstadt. Das diesmal fällige Jubiläumsstipendium der Banken für Süddeutschland und für Handel und Industrie ist unterm 17. l. M. im Betrage von 700 Mk. dem stud. Ferdinand Butz aus Darmstadt verliehen worden. — Was die Kartoffel Alles zu leisten vermag, das tritt zwar in jeder Haushaltung für den aufmerksamen Beobachter genugsam zu Tage- sie ist in der That nicht nur ein Allerweltsgericht für Reiche und Arme, ähnlich dem Brod, sie ermöglicht auch die verschiedenartigste Verwendung und Umgestaltung. Das zeigte dieser Tage wieder in Berlin der Regierungs-Baumeister S., welcher eine Anzahl befreundeter Gelehrten und Künstler nach einem Restaurant in der Leipzigerstraße geladen hatte. Bei diesem „opulenten Diner" spielte die Kartoffel, die in allen Gestalten und Zubereitungsarten auf den Tisch kam, die Hauptrolle. Zuerst wurde Kartoffelsuppe mit gerösteter Semmel gereicht, dann folgten Kartoffeln mit gedämpften Nieren und hiernach saure Kartoffeln mit Speck. Als Zwischengericht diente Kartoffel mit Matjeshering und Gebirgsbutter, hierauf wurde Kartoffelbrei mit Bratwurst ausgetragen, die sogenannte Speise ersetzten Kartoffel-Puffer, als Compot, beziehungsweise Salat wurde Kartoffelsalat beigegeben, und Dessert war Butterbrod mit Pellkartoffeln. Zur „Anregung" wurde sogar Kartoffelschnaps servirt. Die Theilnehmer an dieser Kartoffelmahlzeit sollen von derselben sehr befriedigt gewesen sein. — Die neuen Nickelstücke zu 10 Pfennig vom Jahre 1891 haben eine von den älteren Münzen ganz verschiedene Prägung, indem der Adler nunmehr die ganze Fläche aussüllt. Damit ist ein ziemlich ausfallendes Unterscheidungs-Merkmal zwischen 10- Pfennig- und 50-Psennig- stücken gegeben, da letztere auch ferner die alte Prägung erhalten, die einen kleinen Adler aufweist. Auch bei den neuen 5-Pfennigstücken reicht der Adler über die Fläche bis zum Rande. **♦ Obbornhofen, 20. Juni. Dahier wurde aus Anordnung der Ortspolizei wegen Diebstahl und Bettelei ein Stromer verhaftet und sollte durch drei hiesige Ortsbürger dem Amtsgerichte Hungen überliefert werden. Unterwegs, in der Nähe des Feldheimer Waldes, macht der Verhaftete den Versuch, zu entfliehen, und als die drei Männer ihn daran hindern wollten, zog er einen Dolch und brachte einem derselben einige Stichwunden am Kopfe bei, worauf er m dem Walde verschwand. * Vom Main, 19. Juni. Die- Heuernte ist im Main- thale allenthalben im vollen Gange und liefert nach Qualität und Quantität einen ausgezeichneten Ertrag. Leider werden die Erntearbeiten durch die herrschende Witterungsungunst empfindlich gehemmt und erschwert. * Oppenheim, 18. Juni. Der Küferbursche Adam Hillgärtner von hier hat nach der Anklage vor dem Schöffengericht am 18. April einen Jagdhund im Werthe von 300 Mk. durch einen Wurf so schwer verletzt, daß dieser getödtet werden mußte. Wegen Uebertretung des Strafgesetzes im Sinne des § 360, Abs. 11 wird der Angeklagte zu 14 Tagen Haft verurtheilt. Ein warnendes Exempel für ihn und eine heilsame Lehre für Andere. * Olmütz, 20. Juni. Das hiesige Schwurgericht ver- urtheilte die Eheleute Johann und Franziska Beck aus f nHB- MTOATLFiE k 1B7B 'J Die mit M der Ge- d, m einem stelle ^Orgel. Lehrer zu zu Schneppen- n Gehalte von setzende Lehrer- inem Ansangs- evangel. Lehrer ile zu Birklar, 900 Mk., mit i Herrn Fürsten cht zu derselben de erste Lehrer- Zauterbach, mit der Stelle ist ,jen von Schlitz, cht zu derselben e zweite Lehrer- ch, Kr. heppen- M. Das diesmal nken sür Süd- nterm 17. l.M. nand Butz aus i vom^ ..v, tn g°»r 6 ; n Jr di- 9* L°s UE "1 50-Ps-E (te PrSgmg «' Tiei d-n : AM rden. .t'd-Kih» brei/L einevt £ °ss°n -c. sollen in **; ®«itn ^n, e* für dich, 1°H°hÄder Sta 2. SDiai !öte evangel. ^8/ und dem Guntersblum, daselbst^ Qm 5U Maar die im, aus Prä- 2- Juni dem rsheim, Dean demselben i Beerfelden, MiN' rnte tst l iett na« ^rben stzr ’a0tt»f9|e^g(ii •At <»' - fra»r MA, büß tritt merksamen der M M ne, aM bem Ke Verwendung nieder in Berlin Anzahl besteun- lestaurant in der pulenten Diner nd Zubereitungs- uerft wurde Kar- - dann folgten -nach saure Karte Kartoffel nut rdeKarEelbrei Speise ersetzten Salats Putterbrod # Mährisch - Neustadt, welche ihren zwölfjährigen Sohn in erbarmungslosester Weise tödteten, nachdem sie ihm zuvor mit Stricken die Hände gebunden und ihn in einen Wasfer- tümpel, genannt die „Wolssschlucht", geworfen hatten, zum Tode durch den Strang. * Heber die unvernünftige Verbannung des Sonnenscheins. Es ist eine falsche Ansicht, das Sonnenlicht aus den Zimmern abzusperren oder gar solchen nach Norden gelegenen den Vorzug zu geben, in der Meinung, daß die Sonne an Möbeln und Tapeten viel Schaden anrichte. Mag es auch sein, daß manche Farben in Sonnenschein schneller verbleichen, Vorhänge und Rouleaux schneller zerreißen, so ist dieser Schaden doch viel geringer, als derjenige, welcher an den Menschen selbst angerichtet wird, die ohne Sonnenschein leben. Wenn die Sonne auch zuweilen an Häusern und Hausgeräthen schadet, so erhält sie dafür auch ebensoviel; denn sie verscheucht Mäuse, Motten und anderes Ungeziefer, das nur nistet, wo Licht und Luft nicht hineinkommen und im Dunkeln ein viel gefährlicheres Zerstörungswerk treibt, Moder, Pilze, Schwamm, Feuchtigkeiten mit aller Art schädlichen Einwirkungen für Gebäude, Möbel und Menschen entwickeln sich nur da, wo keine Sonne hineinkommt, und es ist bekannt, daß bei fast allen Seuchen die sonnigen Wohnungen diejenigen sind, in denen sie sich zuletzt oder gar nicht zeigen. „Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Arzt hin", ist ein sehr wahres Sprichwort. In manchen Familien — zumal bei den weiblichen Mitgliedern derselben — gehört es zum „guten Ton" die Zimmer zu verdunkeln und jeden Hereinsallenden Sonnenstrahl wie einen Hochverräter am Dasein zu betrachten. Für unzählige Leiden gibt es oft kein besseres Heilmittel, als sich in die Sonne zu setzen. Mehr als römische und andere Bäder wirkt solch ein Sonnenbad, wie das Tausende aus eigener Erfahrung bestätigen können. Auch in die Krankenzimmer bringt der Sonnenschein weit sicher Linderung und Genesung, als das Verhängen der Fenster und tausend andere innerlich oder äußerlich vorgeschriebenen Mittel. Man versuche es nur einmal mit der „Sonnenkur." Billiger giebt es nichts. Schisssnachrichten. Bremen, 20. Juni. Wer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Werra, Eapt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Juni von Bremen und am 11. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angenommen. Vorkehr, Land- rrnd Volkswirtschaft. SrSrrberg, 20. Juni. Fruchtpreise. Weizen 24.-, Korn JL 21.20, Gerste X 19.—, Hafer JL 16.30, Erbsen JK —. Linsen if»l»90 bis 7.25 pr. Met. — (ca. 450 versch. Disposit.) vers. roben-und stückweise porto- und zollfrei in's Haus das Fabrck-D^pdt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zurich. Muster umgehend. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 1744 5756 Serie IX Lit. Q 5753 Serie 5767 Anthracit- und Wasch-Nußkohlen in hervorragend guten Qualitäten offerire waggonweise, sowie in Fuhren von 30 Ctr. an zu den billigsten Preisen. Submission. Für die chirurg.-ophthalm. Univ.- Klinik sollen die im Rechnungsjahr 1891/92 nöthigen Weißzeug- und Kleidungsstücke aus dem Wege der Submission vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den! Wochentagen Nachmittags von 3—5 Uhr aus dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bi« zum 2». ds. MtS., Mittags 12 Uhr, aus dem erwähnten Bureau abzugeben. Gießen, den 17. Ium 1891. Gr. Verwaltungs-Direction der chirurg.-ophthalm. Univ.-Klinik«! B0se.. Vossius. [5631 bie ___ Heuchelheimer Mühle, bestehend aus einer gut eingerichteten Mahlmühle mit drei Gängen und Walzenstuhl, guter Wasserkraft und Dampsbetrieb nebst unmittelbar bet der Mühle gelegenen 10 Morgen besten Ackerlandes u. Wiesen unter den im Termine bekannt gegeben werdenden Bedingungen freiwillig versteigert werden. e Zur Mühle gehört tut Wohnhaus mit sechs geräumigen Zimmern und großem Keller, bedeutende Lagerräume und eine Bäckerei. Das Besitzthum, aus welchem sei uralten Zeiten eine gut besuchte Wirthfchaft betrieben wurde, if in bestem Zustand und eignet sich in Folge seiner günstigen Lage und großen Räumlichkeiten zu jedem anderen Geschäftsbetrieb. Bei annehmbarem Gebot findet der Zuschlag sofort statt. [5643 Nähere Auskunft ertheilen die Rechtsanwälte Dlery «fe Metz in Gießen« Bad-Nauheim, den 15. Juni 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad-Nauheim. Wörner. Zuschlagsfrist vier Wochen. Wetzlar, den 18. Juni 1891. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection III. H. F. Nassauer Neuenweg 15. Mühleiwerkaus. Familienverhältniffe halber soll am Mittwoch den 2». Juni l. I., Nachmittag- 5 Uhr, an Ort und Stelle aus der Seuchelheimer Mühle die der Karl Volkmann II. Ehesrau zu Heuchelheim gehörige Besttzung, Frankfurter Hypothekenbank. Pfandbriefverloosung am 17 Juni 1891. Bei der am 17. Juni 1891 vor Notar stattgehabten Verloosung sind von unseren Pfandbriefen die folgenden SMmmern zur SMckzahlung auf den 1. Oetober 1891, mit welchem Tage die Verzinsung endigt, gekündigt worden. Es beziehe« sich diefe Nummern auf sLmmttiche Serien und Literae sowohl unserer 3 V^/aigen als unserer 4°/oigen Pfandbriefe, also auf alle Stücke, nÄ eine dieser Nummern tragen. Bemerkt wird hierher, daß dre Jahrgange 1886 und folgende unserer 4°/viaen Pfandbriefe von der Verloosung ausgeschlossen wurden, Nummern dieser Jahrgänge deshalb in dem Verzeichniß überhaupt nicht Bekanntmachung. Am 22. Juni wird bei der Kaiserlichen Postagentur in Villingen (Heffen) eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet- Darmstadt, 16. Juni 1891. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Clavel. Wtzkvatenes. » Frauenschönheit erMüht, Sommersprossen und Hautunreinigkeiten verschwinden, einen zarten Teint bewirkt nur allein l&bd‘ Lilienmilch-Seife von Bruno Bergmann in Elberfeld- Aecht ä St. 30 und 50 Pf. bei Drebes & Wallenfels, Marktplatz, Eberhard Dort, Wallthorstr 4o, Carl Hoffmann, Seltersweg 33, Avgust Noll II, Bahnhofstr. 51. Bekanntmachung Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtuug in Gießen erforderlichen Vorbereitun^arbeiten rechtzeitig in Angriff genommenwerden können, werden diejeni et Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume rc. im Laufe die,. 3 Jahres mit der genannten Stadt- sernsprecheinrichtung verbinden wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, । spätestens bis zum 1. Juli d. IS. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächstjährigen ersten Bauabschnitt zur Aussührung gelangen. Darmstadt, 4. Juni 1891. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Clavel. Vorkommen. 977< 1048. 1090. 1784. 1901. 1965. 2171. 2425. 2999. 3166. 3480. 4022. 4167. 4399. 4582. 4644. 5080. 5111. 5245. 5524. 6036. 6182. 6543. 6679. 6701. 6844. 7899. 8246. 8254. 8435. 8802. 9159. 9452. 9860. 10923. 11163. 11168. 11624. 11759.11774. 11775 11985- 12031. 120%. 20335. 20379. 20585. 20952. 21563. 22247 22923. 23177. 23189. 23315. 23421. 23559. 24105. 24219. 24603' 24682. 25145. 25354. 25483. 25746. 2624s. v63Q2. Die Rückzahlung dieser heute gekündigten Pfandbriefe erfolgt vorn 1. October 1891 ab. Auf olche Stücke, welche erst nach dem 31 October 1891 zur Einlösung gelangen, wird für die Zeit vom 1- October 1891 ab brs auf Weiteres ein 2°/oiger Depositalzins^vergiUet^ ^^^^sungen find noch rückständig r Serie XII Lit' N Nri 3606, 5664, 6143; Lit. 0 Nr. 232, 1104, 2900, 12935; Serie xn Lit. n m. 134g- 1846; 3125. Lit a Nr. 1885, 2674, 6624; Serie XIII Lit 0 Nr. 22649 O^Lit.^p' X^21012/22649; Lit. Q Nr. 20936, 23088, Die @MöVn84«ioILgMd 12>- wie durch Vermittelung unserer auswärtigen Einlosungsstellen, insbesondere. Vermmemng umerer öant Handel und Industrie, S tei Herrn A. Heichelheim, ,” Mainz bei Herren Schmitz, Heidelberger & Co., EbendEtwkd^auNWu"ch^de'r wmäusch der verloosten Stücke gegen neue 31/2 °/0Ähoflle unserer Psnnbbriese aber, nut Slntraa toftenrrei Antragsformulare, aus welchen die Bedingungen ersichtlich finb“Ä« Ä Kasse, sowie bei unseren Einlosungsstellen bezogen "^'-nNnr. W., den Ogffik, H^htk-nba-k. Bekanntmachung. Betreffend: 372%^ Anleihe der Stadt Bad-Nauheim vom 1. Juli 1888. Von der rubr. Anleihe werden, in Folge Ausloofung, die nachverzeichneten Schuldverschreibungen, nämlich: Litr. B. Nr. 21 über 1000 Mk., „ C. Nr. 165 und 176 über je 500 Mk., „ D. Nr. 18, 44, 179 und 185 über je 200 Mk. aus den 1. Oetober 1891 zur Rückzahlung hiermit gekündigt und hört mit diesem Tage die Verzinsung der obigen Papiere auf. | Leichter Nebenverdienst Offerten sub A 14706 zu richten an | ADOItP STEINER, Annoncen-Expedition, HAMBl'Rti. 5751 Verdingung. Die Ausführung der Zimmerarbeiten einschließlich Lieferung der erforderlichen Materialien zur Vergrößerung der Ladebühne neben dem Güterschuppen auf Bahnhof Wetzlar und Ueberdachung derselben soll unter Zugrundelegung der in Nr. 295 der Kölnischen Zeitung vom 24. October 1889 veröffentlichten Bedingungen vergeben werden. Verdingungs-Unterlagen können bei unterzeichneter Dienststelle eingesehen, auch mit Ausnahme der Zeichnung gegen Erstattung von 1,00 Mark von dort bezogen werden. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind versiegelt und kostenfrei bis Montag den 6. Juli 1891, Vormittag- 10 Uhr, einzureichen. Mittwoch den 2L. d. MtS., von Vormittags 10 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Pfarrwiesen in dem Dorfeld'schen Garten dahier versteigert werden. 5776 Wieseck, am 21. Juni 1891. __ Sommerlad, Bürgermeister. —Mittwoch den 24. d. MtS., von Vormittags 10 Uhr an, soll das Heugras von den Kempff'schen Wiesen in dem Dorseld'schen Garten dahier versteigert werden. 5777 Wieseck, am 21. Juni 1891. Sommerlad, Bürgermeister. “ 56201 Ein gevrauanes wwv iu vXfeu. Bahnhosstrabe 49. 0. Stückrath Asterweg 47. — Ederstr. 8, Möbelfabrik u. -Lager empfiehlt 1442 sein reichhaltiges Lager in eichen- u. nussbaum-polirten Möbeln, sowie completen Betten, polirt und lackirt aller Art, Blumentischen und Rohrsesseln, sowie Spiegel, Teppiche, Läufer und Gardinen zu aussergewöhnlichen Preisen! durch Ersparnisse der Ladenmiethe! Eigene Polsterwerkstätte! Eigene Schreinerwerkstätte. Heu- und Grummetgras von mehreren Wiesen zu verk. [5763 H. Busch Geben, Löberstr. 5. Schirme werden dauerhaft reparirt und überzogen bei Jean Häuser, 5771___________Mäusburg 1-_______ V Eine Ladentheke mit Schränke- -u fttwg( 56 ^Wiheimer Kadesatz^ bei 544i Otto Schaaf. Grosses Lager 5750 6757 I. Happel, Neustadt 56 4295 ie c 5769 Rodheim a. d. Bieber, den 22. Juni 1891. 5762 bei Eduard Klinket CD: (Z> 5687 en detail 5772 Der Vorstand. Vermählte [4017 Glesseiii im Juni 1891. 5770 en detai en gros 5443 Gmil Orbig durch 5421 5774] <8itt Kutscher gesucht. 118 50 Hotel zum Rappen oer- miethen- Ludwigsplatz 14, II. ReichSbank-DiSeont 4 pCt. — Frankfurter Bank-Discont 4 pCt 4% Mainzer St.-Anl. Gelsenk. Bergw.-Act. CD 03 99.70 421 75 188 30 142 90 140 60 113.80 70 '4 0 F« Hoffmann Concursverw alter. Disconto-Command^Anth Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act- Nordd. Lloyd-Act, Wiener Bankoer.-Act- Oest- Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. Lomb. E-B.-Act. Buschtherader E-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act- 3 CD kV P- ® v*- t 0 v> 6» © s fl v 180.30 137.40 141 70 118 00 98 00 258 75 253.25 en gros Campher Naphtalin Insektenpulver Benner & Krumm 40 Bahnhofstraße 40. Empfehle einen hochfeinen wirklich ächten Emmenth.Hchwetzerkiise ächt Desinfectionspulver Esfigsther Räucherkerzen Eisenvitriol Kupfervitriol Lorbeeröl empfehlen | 1) Wahl eines Delegirten zum Verbandsschießen in Karlsruhe. 2) Anträge zum Schützentag in Karlsruhe. 3) Stiftung einer Ehrengabe. 4) Fremdenbuch in der Schießhalle. ____ i 5332] Zwei gut möblirte Zimmer mit oder ohne Pension zu oermielyen Schloß- Ber- i 6asse 9. Daselbst ein separirter Raum, zu Lager oder Werkstatt geeignet, zu ver- : mietben. 5664]_ Freund!, möbl oder unmobl. Zim. sof. z. verm. Dammstr. 39,1 Tr. h. 91 20 91 90 79 90 75 50 des verstorbenen Talomon Kuder in Heuchelheim ist Schlußrechnung gestellt und auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts zur Einsicht der Betheiligten niedergelegt. Die verfügbare Masse beträgt Offerten unter 0. 8. an die Expedition I dieses Blattes.____________________________ 5698] Ein tüchtiges braves Dienst- ! Mädchen auf Mitte Juli ges. Näheres J Seltersweg 65, im Laden. 4990] „Erlengaffe 15" ein Logis zu oermiethen._______H» F. Nassauer. 5647] Kleines Logis zu oermiethen bet H. Gröninger, Steinstraße 43. Mittwoch den 24. Juni: Einmaliges Eoncert erlitt Solilttn ta Hmdm-er ÄM-Theiters. Mitwirkende: Leop.Landau, Mathieu Lorent, Fa*. Weidmann vom Hamburger Stadttheater, sowie Willy Lorent aus Cöln. Preise der Plätze: Reservirter Platz Mk. 1.50, Zweiter Platz Mk. 1. Billet-Vorverkauf: Für reservirten Platz Mk. 1/25, bei Herrn Ernst Challier, ^teueuweg 9, und in Steins Garten. g Dr. Wilhelm Lang 8 § Marie Lang, geb. Spies A 49521 Gesucht werden Mädchen für reden Beruf durch das Bermieth- bureau von Frau Müller, Löwengasse. 1 5679] Einen zuverlässigen Pferdeknecht sucht Carl HaaS jr. i 5681] Zwei Arbeiter können Schlaf- ■ st^le_erhalten.___Kanzleiberg 5. 5708] Pferdeknecht kann eintreten. __Lichsrftraße 5. Drei bis vier Steinhauer finden dauernde Arbeit bei [5672 Eg. Wenz, Steinhauergeschäft in Biedenkopf. in Gebrauchs- und Luxusartikeln, Tafel-, Kaffee-, Criftall- und Waschfervicen, vollständigen Ausstattungen, Hotel- und Wirthschaftseinrichtungen in einfacher und feinster Aurführung zu den billigsten Preisen, la. Karlstadter Portland-Cement, anerkannt vorzügliche« Fabrikat, empfiehlt Tüchtige PlatzvertreterI womöglich technisch gebildet, gesucht gegen hohe Provision., Fabrik für (5754 ■ Elektrotechnik und Maschinenbau, E Bamberg. Ein gut empfohlener kräftiger Hau-bursche, -er auch mit Pferden umgehen kann, per sofort gegen guten Lohn gesucht. 5752 Näh, in der Exped. d. Bl. Neue Kliniken Chilifalpeter bei 5442 Otto Schaaf. Wegen Umzug! Neue herrschaftliche Betten, Mahagonimöbel und Kücherrgeräth- schäften werden verkauft im (5605 Waarenhaus SelterSweg 63. 5738] Ein HauSbursche auf sofort; gesucht. j •_—__________ u^^Sa^usmädÄen * mit'großem^Ber- i ' lrck Enscht zu heirathen. Offerten „ j>1 9 ©fneHweg 52 ' ert>et‘ G-A- l^ernd Poft 12 Berlin, (4220 . 57741 «in ‘ fÜC 9