Nr. 273 Erstes Blatt. Sonntag den 22. November 1891 M«r Run M*« täglich, alt «»»nahm» bd Rontagi. Vk Gießrner ttidin bfm »n-eig« ÄdchaMlich bwiuMl -»«Lßrlrgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. BirrtinWa« Jde»v*Rtw*i 2 Mark 20 Mg. ad Bringrrloh«. Durch die Post bezOIW 2 Mark 6Q Pfg. Aedaction, LpU-dM» und Druckerei: KmNprecher 61. Amts« und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren. eM— Will I । I IlMLI.■..!!■■- .BW BbäiN*« een Anzeige« zu bet rr«chmitN»s» für bro fdgende« Laq erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. ,MAW»mmWWD M—ip«wwhii jie—i,n. ihi । uiff' 'n i'nrwim ^rrftS6nfi<l K!I.I WIIWWWWWWPWW^MWW Cherl. Bekanntmachung. Nachdem von berechtigter Seite die Rückgabe der von dem verstorbenen Dienstmann Martin Müller dahier gestellten Dienstcaution verlangt worden ist, fordern wir alle diejenigen aus, welche Ansprüche an diese Caution aus seiner Eigenschaft als Dienstmann erheben zu können glauben, solche bei Meidung des Ausschluffes binnen 8 Tagen bei uns vorzubringen. Gießen, den 20. November 1891. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________Fresenius.__________________ Gefunden: 1 Handschuh, 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Maßstab, 1 Kinderstrumpf, 1 schwarze Schürze, 1 Brieftasche, 1 schw. Tuch, 1 Scheere, 1 Schirm, 1 Messer, 1 Milchkanne, 1 Kammrad und 1 Schippe. Zugeflogen: 1 Hahn. Gießen, den 21. November 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. politische Wochenschau. Gießen, 21. November 1891. Der in der vergangenen Woche veröffentliche Entwurf zum Reichshaushaltsetat enspricht im Wesentlichen den vorher gehegten Erwartungen. Zur Erleichterung des Verständnisses der künftigen Etatsberathungen machen wir unsere Leser mit den Hauptzahlen des Etats bekannt. Der Entwurf unterscheidet zunächst zwischen ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben. Die ersteren werden aus den ordentlichen Einnahmen gedeckt, während die letzteren aus Anleihen bestritten werden. Jene zerfallen wieder in einmalige und laufende Ausgaben. Der Mehrbedarf für lausende ordentliche Ausgaben ist für das kommende Finanzjahr aus rund 29 Millionen veranschlagt, während die ordentlichen Einnahmen, die zur Deckung dieser Ausgaben verwandt werden, nur etwa 24 Millionen mehr ergeben sollen. Demnach würden die Einnahmen hinter den Ausgaben um etwa 4 Millionen zurückbleiben. Die einmaligen ordentlichen Ausgaben zeigen dagegen eine Minderung um etwas über anderthalb Millionen. Um so gewaltiger ist die Steigerung, welche die einmaligen außerordentlichen Ausgaben erfahren sollen. Im Ganzen beziffert sich die Summe für diese auf nahezu 160 Millionen, das heißt auf nicht weniger als 67 Millionen mehr als im Vorjahre. Eine Herabsetzung der Ausgabeposten hat hier nur für das Reichsamt des Innern und die Post- und Telegraphenverwaltung stattgefunden,- es handelt sich dabei im Ganzen um eine Ersparniß von ca. 28 Millionen. Auf der anderen Seite sind an außerordentlichen militärischen Ausgaben volle 77 Millionen Mark (77,958,994) für das Reichsheer und 9 Millionen für die Marine angesetzt. In der Hauptsache sollen die Mehraufwendungen für Artillerie- und Waffenwesen gemacht werden, für das 741/4 Millionen mehr eingestellt ist. In diese Summe sind indessen zwei erste Raten eingeschloffen, eine solche für „weitere Beschaffungen für artilleristische Zwecke" als erste Quote eines Gesammtbedarfs von 106 Millionen Mark und eine zweite zur „Beschaffung von Handwaffen" für 21 Millionen im Ganzen. Das E^tra- ordinarium des Marineetats beläuft sich auf 50 Millionen oder 9 Millionen mehr als im Vorjahre (f. oben). Seit der Begründung des deutschen Reiches hat kein Marineetat eine solche Höhe der außerordentlichen Ausgaben erreicht. — In Rußland sollte nach übereinstimmenden Zeitungsmeldungen die Stellung des Finanzministers Whschnegradsky erschüttert sein, vornehmlich wegen des kläglichen Fiascos, welches die Auflegung der russischen Anleihe in Frankreich erzielt hat. Indessen hat der Minister selber versichert, daß er nicht daran denke, feinen Posten zu verlassen. — Auch in Frank- reich hat der bezeichnete Mißerfolg des russischen Finanzministers noch ein Nachspiel gehabt. Der bekannte überspannte boulangistische Abgeordnete Laur imerpellirte letzthin den französischen Finanzminister Rouvier und gab dem Hause Rothschild die Schuld an dem Mißlingen der Anleihe. Unter anderem stellte er das naive Ansinnen an den Minister, die jüdischen Bankiers wegen ihrer Zurückhaltung in der erwähnten Angelegenheit — des Landes zu verweisen. Aus eine solche Albernheit verweigerte Rouvier überhaupt jede Antwort. Im Uebrigen vertheidigte er seine Verwaltung -und erhielt schließlich ein glänzendes Vertrauensvotum. — i In Serbien ist die Ministerkrisis noch immer nicht beendet. Nachdem, wie gemeldet, der Finanzminister Vuitsch vor Kurzem seinen Rücktritt erklärt hatte, ließ er sich durch den Ministerpräsidenten Pasitsch bestimmen, seinen Posten von Neuem einzunehmen. Alsbald aber erwies sich die Stellung von Pasitsch selber als unhaltbar, so daß an seiner Stelle nunmehr Tauschanowitsch ein Ministerium bilden soll. — In Brasilien herrscht im Augenblick vollkommener Aufruhr. Aehnlich, wie seiner Zeit in Chile, richtet sich auch hier der Unwille der Bevölkerung gegen das Dietaturregiment des amtirenden Präsidenten. Ausgegangen ist der Aufstand aus der Provinz Rio Grande und hat schnell weiter um sich gegriffen. Welche Tendenz die Bewegung hat, läßt sich im Augenblicke nicht klar erkennen. Separatistische Gelüste einzelner Provinzen scheinen sich mit den Wünschen der Imperialisten in Bezug auf die Rückkehr des alten Kaisers Dom Pedro zu kreuzen. — Volksbewegungen werden endlich auch aus San Salvador und Guatemala gemeldet. Deutsche» Reich. Darmstadt, 20. November. Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Heinrich von Preußen ist hier eingetroffen und von der Großherzoglichen Familie am Bahnhofe empfangen worden. Darmstadt, 20. November. Zur Berathung der Entwürfe neuer Jagd- und Forstschutzgesetze sowie einiger kleinerer Vorlagen soll die zweite Kammer nunmehr Anfangs December auf einige Tage zusammentreten. Berlin, 19. November. Zur Erprobung der zweijährigen Dienstzeit ist beim 4. Garderegimenr in Spandau nach dem „Anzeiger für das Havelland" die neue Formation nunmehr eingeführt worden. Es besteht danach das 1. Bataillon aus Mannschaften, die im zweiten Jahre dienen, und Rekruten, das 2. Bataillon aus Mannschaften, die im dritten Jahre dienen, und Rekruten, und das 3. Bataillon aus allen drei Kategorien. Neich-tag 122. Plenarsitzung. Freitag, 20. November 1891, 1 Uhr. An Stelle des Schriftführers Dr. Krause (dfr.) wird der Abg. vr. Hermes (dfr.) in dieses Amt gewählt. Die zweite Berathung der Novelle zum Krankenversicherungsgesetz wird mit dem § 2 der Vorlage fortgesetzt. — Der § 2 bestimmt, daß durch Ortsstatut der Verstcherungszwang auf weitere Kreise von Arbeitern, auch wenn das Arbeitsverhältniß keine volle Woche dauert, ferner auf die in Communalbetrteben beschäftigten Personen und auf die Familien-Angehörigen der Gewerbetreibenden, wenn dieselben in dem Gewerbebetrieb des Vaters oder in der Hausindustrie beschäftigt sind, und weiter auf die in der Land- und Forst- wirhfchast beschäftigten Beamten ausgedehnt werden kann. Hierzu liegen mehrere Abänderungs-Anträge vor. Abg. Graf Holstein (cenf.) befürwortet Einbeziehung des Gesindes in den ortsfiatutarischen Versicherungszwang. Abg. v. Strombeck (Eentr.) befürwortet einen von ihm gestellten Antrag, welcher dahin geht, daß die in communalen Betrieben beschäftigten Beamten nur dann statutarisch zur Verficherungspflicht herangezogen werden können, wenn der durchschnittliche Tagesverdienst 62/s vM pro Tag nicht übersteigt. Abg. Molkenbuhr (Soc.) beantragt Ausdehnung des statutarischen Versicherungszwanges auf Dienstboten und landwirthschaft- liches Gesinde. Die Behauptung, daß für Dienstboten ausreichend gesorgt sei, treffe nicht zu; nur in Hamburg bestehe für die Dienst- Herrschaft die gesetzliche Pflicht, für das Gesinde auch in Erkrankungs- fällm zu sorgen. Die Verpflegung des Gesindes in der Wohnung der Herrschaft sei häufig mangelhaft. Abg. Möller (ntl.) hebt die Schwierigkeiten der statutarischen Einbeziehung der Hausindustrie in den Versicherungszwang hervor und bittet namentlich die Verwaltungsbehörden, recht vorsichtig bei der Genehmigung solcher Ortsstatuten zu fein, besonders, wenn die Hausweberei dabet in Frage kommt. Die Einbeziehung der Dienst- boten sei allerdings sehr wünschenswerth, doch scheitere sie an den Schwierigkeiten, die sich ihr entgegenstellen. Abg. Spahn (Eentr.) erklärt, daß auch das Centrum sich in Anerkennung der entgegenstehenden Schwierigkeiten gegen die Einbeziehung des Gesindes in den statutarischen Versicherungszwang entschlossen habe. Abg. Dr. Eberty (dfr.) äußert sich in gleichem Sinne. Staatssecretär Dr.v.Boetticher empfiehlt den Strombeck'schen Antrag zur Annahme; derselbe enthalte eine vräcisere Fassung; mit dem Inhalt sei die Regierung einverstanden. Persönlich könne Redner nur — da die verbündeten Regierungen einen Beschluß in der Sache nicht gefaßt haben — gegen die Aufnahme des Versicherungszwanges für Dienstboten sich ausfprechen, da dieselbe einen in seiner Tragweite unübersehbaren Eingriff in die Landesgesetzgebungen dar- ftellen würde. Bet der Abstimmung wird nur das Amendement v. Strombeck angenommen und mit demselben $ 2. Der socialdemokratische Antrag Bruhns wird abgelehnt. Der 8 3 bestimmt, daß Personen des Soldatenftandes dem Ver- sicherungszwang nicht unterworfen fein sollen, wenn sie einen Anspruch auf Fortbezug von Gehalt oder ausreichendem Krankengeld gegen eine Reichs-, Staats- oder Communalbehörde haben auf die Dauer von 13 Wochen. Abg. Bruhns (Soc.) befürwortet den von feiner Partei gestellten Antrag, diese Bezugsdauer auf mindestens 52 Wochen festzusetzen. Abg. Dr. Hirsch (dfr.): Der Antrag fei geeignet, ein grelles Schlaglicht auf den ganzen Versicherungszwang zu werfen. Man sollte den Leuten den Beitritt zu den fteien Kassen gestatten, die mehr leisten, als hier gefordert werde. Abg. Biehl (Eentr.) hegt auch den Wunsch einer Verlängerung der Unterstützungszett; aber die Kassen seien augenblicklich noch zu schwach, das zu leisten; man möge die Ansammlung des Reservefonds abwarten und dann mit weitergehenden Anträgen kommen. Abg. Möller (natl.) ist ebenfalls für eine weitereAusvehnung der Unterstützungspflicht, doch laffe sich dieselbe zur Zeit noch nicht herbetführen. Staatssecretär Dr. v. Boetticher theilt den Wunsch nach Ausdehnung der Unterstützungspfltcht der Kassen, die ja auch schon heute von vielen Kassen über das gesetzliche Minimum hinaus geleistet wird. Man möge auch in Zukunft den einzelnen Kaffen es überlassen, auf diesem Wege fortzufahren und nach Verhältntß des angesammelten Vermögens die Unterstützung auf längere Zeit zu gewähren; das werde Den Zwangskassen allerdings nicht so leicht möglich fein als den freien Kaffen, weil jene verpflichtet sind, alle Mitglieder aufzunehmen, während diese ihre Mitglieder auswählen können und kranke Mitglieder überhaupt nicht aufnehmen. Abg. Molkenbuhr (Soc.) bestreitet, daß die freien Kassen besser gestellt sind, als die Zwangskassen; beide arbeiten so ziemlich unter Den gleichen Bedingungen. Abg. Dr. Hirsch (dfr.) ist gleicher Ansicht, Arbeiter über 40 Jahre lassen sich lieber in freien Kaffen versichern, weil sie glauben, daß sie keine Arbeit finden, wenn sie einer Zwangskaffe beitreten müssen. Abg. Dr. Eberty (dfr.) widerräth aus Zweckmäßigkeitsgründen, schon jetzt eine Erweiterung der Kaffenpflicht eintreten zu lassen. Der § 3 wird hierauf unter Ablehnung des socialdemokrattschen Antrages angenommen. 8 3a, welcher von den Personen handelt, die auf ihren Antrag von dem Verficherungszwange befreit werden sollen, wird unverändert genehmigt. 8 4 enthält die Bestimmung, daß alle Personen, die nicht dem Versicherungszwange unterliegen, doch berechtigt fein sollen, der Gemeindekrankenversicherung ihres Wohnorts beizutreten. Hierzu beantragt der Abg. v. Strombeck ((Eentr.): die Einschränkung, daß der fteiwtllige Beitritt zur Gemeinde-Krankenversicherung nur solchen Personen gestattet fein soll, deren Jahreseinkommen nicht über 2000 Mark beträgt. Abg. Dr. Hirsch (dfr.) stimmt dieser Einschränkung bei; ohne dieselbe gebe man lediglich einer großen Zahl wohlhabender Leute Gelegenheit, ihre Arzeneien billig zu beziehen. Abg. Dr. Buhl (natl.) erklärt sich gegen die Einschränkung; auch unter den kleinen Handwerksmeistern gebe es viele, deren Einkommen zwar 2000 Mark übersteige, die aber dennoch der Krankenversicherung wohlbedürftig sind. Nachdem noch der Abg. Eberty (dfr.) sich dm Ausführungen desAbg. Dr. Hirsch angeschlossen, wird der Antrag v. Strombeck mit großer Mehrheit angenommen und mit dieser Amderuna der Absatz 2 des 8 4 genehmigt. § öa bestimmt, daß für Personen, welche in einem bestimmten Gewerbetriebe periodisch an anderen Orten beschäftigt sind, der Be- schäftigungsort als Sitz des Gewerbebetriebes gilt. — Ein hierzu von dem Abg. Vollrath (dfr.) beantragter Zusatz, wonach auch die Versicherungskaffe des Wohnortes in solchen Fällen in Anspruch genommen werden kann, wird abgelehnt und 8 5a unverändert genehmigt. § 6 bestimmt die von den Kassen zu gewährenden Leistungen. — Abg. Dr. Höff el (Rp.) beantragt die Aufnahme einer Erweiterns, wonach die zu gewährende ärztliche Hilfe nur von einem appro- birten Arzte geleistet werden soll. Zur Begründung weift er auf die Vorkommnisse in Sachsen hin, wo Kurpfuscher als Krankenkassen - Aerzte angestellt worden seien. Abg Dr Virchow (dfr.) befürwortet einen von dem Aba. Dr Eberty gestellten Antrag, wonach ärztliche Behandlung im Sinne dieses Gesetzes nur ein gemäß 8 29 der Reichsgew.-Ordn. approbirter Arzt leisten kann. In Fällen dringender Gefahr, wo ein solcher Arzt nicht zu erreichen ist, kann die Hilfe anderer Personen angerufen werden, die eine technische Vorbildung genossen, aber die ärztliche Prüfung nicht bestanden haben. — Der Kranke möge sich behandeln lassen, von wem er will, auch von einem sogmannten Naturarzt- aber es fei nicht richtig, wenn diese Kurpfuscher behördliche Protection genießen; das geschehe aber, wenn sie ihre Bemühungen aus den Kassen bezahlt erhalten. Zwischen den Aerzten und den Behördm ist aus diesem Anlaß ein Streit ausgebrochen, der am besten durch die Annahme des vorerwähntm Antrages beseitigt wird. Staatssecretär Dr. v. Bötticher: Die Frage, ob ärztliche Hilfe durch einen approbirten Arzt geleistet werden soll, muß an der Hand der Reichgew.-Ordn. entschieden werden. Eine besondere Bestimmung hierüber ist für dies Gesetz nicht zu empfehlen. In vielen Gegendm des Reiches, aus den schleswig'schen Inseln, in Masuren und in vielen Tbeilm Posens ist ärztliche Hilfe gar nicht so schnell zu erreichen. Von einer solchen gesetzlichen Bestimmung hätte also kein Arzt einen Vortheil, wohl aber könnten die Patienten dadurch Nachthell baben. Dre Kurpfuscherei wird man ja durch andere Mittel verhindern können. — Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Samstag 1 Uhr: Fortsetzung der soeben abgebrochenen Debatte. — Schluß 5i/< Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Burearu München, 20. November. Die „Allgem. Ztg." meldet: In der heute Vormittag stattgehabten Sitzung der Delegirten Oefterreich-Ungarns und Italiens wurde die Paraphiruna des österreichisch-ungarisch-italienischen Handelsvertrags vorgenommen. In einer drraus folgenden gemeinschaftlichen Sitzung nahmen die Delegirten voneinander Abschieds ein großer Theil derselben verläßt noch heute München. Königsberg, 20. November. Amtliches Resultat der Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreise Gerdauen-Raften- burg-Friedland: Stolberg mit 9012 Stimmen gewählt. Papendieck (freis.) erhielt 7175, Lorenz (Soc.) 439 Stimmen. Lübeck, 20. November. Dem hiesigen Dampfer „Nau- tilius" wurde in Reval die Abfahrt seitens des Zollamts untersagt, weil er eine Ladung von Weizen mit über 8 Procent Roggenzusatz enthielt. Der „Nautilius" muß die Ladung löschen. Wien, 20. November. Der Kaiser ernannte den Prinzen Friedrich August von Sachsen zum Major im Dragoner-Regiment Albert, König von Sachsen. Paris, 20. November. Nach einer Meldung aus Valparaiso ist George Montt zum Präsidenten der Republik Chile erwählt worden. Paris, 20. November. Präsident Carnot empfing heute Nachmittag Giers. Der Besuch trug keinen offiziellen Character; daher wurden dem Gaste keine militärischen Ehren erwiesen. Nach etwa halbstündiger herzlichster Unterhaltung stattete Giers dem Premier Frey ein et gleichfalls einen Besuch ab, der etwa 20 Minuten dauerte. Hieraus verweilte der russische Minister längere Zeit bei Ribot- einige andere Besuche schlossen sich daran. Freycinet und Ribot werden morgen die Besuche erwidern. Petersburg, 20. November. Nach Meldungen aus Taschkent trafen im Syrdarjagebiet 1300 Familien aus den von der Mißernte betroffenen Gouvernements ein. Ebensoviele Auswanderer sollen noch unterwegs sein. Zur Unterstützung der Auswanderer hat sich ein Comitö unter Vorsitz des Stadthaupres gebildet. Boston, 20. November. Auf einem gestern vom H o m e- marketclub veranstalteten Banket wurde Mac Kinley als der zukünftige Präsident der Republik begrüßt. In einer Ansprache wies Mac Kinley aus die angeblich aus dem neuen Taris für Amerika entstandenen Vortheile hin, dessen auswärtiger Handel niemals so groß gewesen sei, wie im vergangenen Jahre. Europa habe den Vereinigten Staaten in dem letzten Jahre 99 Millionen Dollars in Gold gezahlt, was den Mehrbetrag der europäischen Käufe in Amerika über die amerikanischen Käufe in Europa ausmache. Die Schutzzollpolitik müsse aufrecht erhalten bleiben, bis die Nationen sich den Arbeitsbedingungen Amerikas anpaffen und ihren Arbeitern dieselben Löhne bezahlen wie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Buenos Ayres, 20. November. Reuter-Meldung. Nach einem Telegramm aus Brasilien befindet sich die ganze Provinz Rio Grande do Sul im Aufstande. Gegen 30,000 Mann haben gegen den Dictator die Waffen ergriffen. Der Chef des Jnsurgenten-Comitos verlangte in einem Telegramm an Fonseca die Demission desselben und fordert die Bewohner der Provinz Santa Catharina aus, sich dem Aufstande anzuschließen. Buenos Ayres, 20. November. Reuter-Meldung. Man glaubt hier, daß es den Aufständischen in Rio Grande do Sul schwer falle, die bereits auf 50,000 Soldaten angewachsene Armee zu bekleiden und zu bewaffnen. General Osorio drohe in einer Proclamation, gegen Rio de Janeiro zu marschiren. Die Unthätigkeit des Dictators überrasche die Führer der Aufständischen, welche Forts errichteten und die Stadt Rio Grande absperrten, vor der das argentinische Kanonenboot „Rosales" ankam und der englische Kreuzer „Cleopatra" erwartet wird. Depeschen des „Bureau Herold" Berlin, 20. November. Im Reichstag brachten die Conservativen, die Reichspartei und das Centrum einerseits, die Nationalliberalen andererseits einen Antrag ein auf eine Gesetzesvorlage gegen die Mißbräuche des Bankwesens und Börsenwesens. Berlin, 21. November. Der „Börsen-Cour." bespricht abfällig die Reichstagsanträge, betreffend die Börsengeschäfte- dieselben hätten ihren Urhebern wenig Kopfzerbrechen gemacht. Berlin, 21. November. Nach einer Mittheilung des „Börsen-Cour." aus Odessa, wurde die Ausfuhr von Weizen dort verboten. Berlin, 21. November. Nach den „Berl. Pol. Nachr." liegt der Ausweis der Haupt-Einnahm en des Reiches bis 31. October vor. Hiernach ergiebt die Schätzung der Ergebnisse des laufenden Etatsjahres an Zöllen gegen den Etatsanschlag mehr 34% Millionen. Die Tabaksteuer erbringt mehr 2% Millionen, die Branntwein-Verbrauchsab- gabe weniger 1 Million, die Reichsstempelabgabe weniger 2 Millionen. Sonach betragen die Mehrüberweisungen 34 Millionen. Die verbleibenden Verbrauchssteuern ergeben msgesammt einen Wenigeranschlag von % Million. Hamburg, 21. November. Der schwedische Schooner „Hesperus" wurde auf der Cuxhavener Rhede vom Dampfer „Ermeland" an gerannt und sank, derselbe wurde jedoch rechtzeitig an den Strand geschleppt. Wilhelmshaven, 20. November. Im Artilleri e- Depot crepirte eine Granate, 5 Personen wurden schwer verwundet. Wien, 20. November. Im Abgeordnetenhaus- erklärte der Finanzminister Steinbach, die Finanzlage sei unbefriedigend, doch gebessert, er werde im Februar die qe- sammten Steuervorlagen einbringen. Graz, 21. November. Graf Hartenau empfing anläßlich der Denkmals-Enthüllung in Slivnitza aus Bulgarien zahlreiche Beglückwunsch-Telegramme. Petersburg, 21. November. Das russische Weizenausfuhrverbot ist heute publicirt worden. Cocales unö ^provinzielles, Gießen, 21. November 1891. Kirchliches. Wie uns mitgetheilt wurde, ist Herr Pfarrer Dr. Elz hier zum Pfarrer der katholischen Gemeinde in Darmstadt ernannt worden. Da Herr Pfarrer Dr. Elz mit Erfolg an dem Ausbau seiner Gemeinde thätig gewesen ist und eine ersprießliche Thätigkeit auch insofern entfaltete, als er den Umbau der katholischen Kirche zu fördern suchte, so ist es erklärlich, daß ihn die hiesige Gemeinde ungern scheiden sieht. Kuustvereiu Gießen. Den Besuchern der Ausstellungen im alten Hofgerichtsgebäude können wir an dieser Stelle mittheilen, daß die gegenwärtige sehr schöne und reichhaltige Ausstellung voraussichtlich noch im Laufe der nächsten Woche wieder durch eine andere ersetzt werden wird, so daß baldiger Besuch der derzeitigen Ausstellung zu empfehlen ist. — Neues Theater. Dr. Karl Töpfers Lustspiel „Der beste Ton", das gestern zur Aufführung gelangte, ist eins der wenigen Lustspiele, die nicht aus den sogen. „Lacheffect" zugeschnitten sind. Es geißelt in scharfer aber gerechter Weise die mannigfachen Unzuträglichkeiten, welche vorzüglich der „gute Ton" unserer modernen, feinen Gesellschaft zu Tage fördert. Hazardspiel, Sectgelage bis zum frühen Morgen, Courschneiden trotz des Trauringes 2c. aus männ- licfjer Seite, Kaffeeklatsch, Ball-, Theater-und Concertvergnügen auf der anderen Seite, das sind im Großen und Ganzen die Hauptmomente, aus welche die Handlung mit einigen Carricaturen in obigem Lustspiel aufgebaut ist. Sowohl der Zeichnung der Charactere als auch dem Grundgedanken nach, welchen das Stück seinen Ursprung verdankt, dürfte dasselbe eher als Schauspiel wie als Lustspiel bezeichnet werden. Demnach erforderte auch die Darstellung mehr Routine im Schauspiel als in der Comödie, welchen Anforderungen die Inhaber der Hauptrollen nach Möglichkeit gerecht wurden. Herr Director R e i n e r s spielte den polternden aber herzensguten Oberjägermeister v. Strehlen, den Landedelmann von altem Schrot und Korn, mit viel Natürlichkeit und in den letzten drei Acten, wo er seinen windigen Neffen couriren hilft, mit viel Humor. Ausgezeichnet war die Darstellung der verwittweten Leopoldine von Strehlen durch Fräulein Bischoff. Sie spielte die routinirte Salondame, die gewohnt ist, die Männerwelt zu ihren Füßen zu sehen und durch ihre geistige Ueberlegenheit (auf gut deutsch: weibliche Schlauheit) vollständig zu unterjochen, mit außerordentlicher Feinheit und Accuratesse, sie schoß nicht eine Linie über das Ziel, was weitaus die meisten in dieser Rolle thun. Herr Paul Ernst suchte die so unnatürliche Rolle eines fünfzigjährigen Gecken im Superlativ, des Herrn v. Sporting, möglichst der Wirklichkeit entsprechend wiederzugeben, während Herr Jaroczynski aus der komischen Rolle des Bedienten so viel wie möglich zu machen bestrebt war, indem er die unlautere, anmaßende, die Schwächen der Herrschaft nach Möglichkeit ausnutzende Bedientenseele sehr richtig characterisirte. Neben dem Major v. Warren, der von Herrn Adolph Peickner gegeben wurde, für einen Bataillonscommandeur aber zu jugendlich aussah, sind noch zwei Hauptrollen, die des Philipp v. Strehlen (Herr Georg Stegemann) und seiner jungen Gattin (Fräulein Agnes Hüner) zu erwähnen. Beide Rollen lagen in guten Händen und wurden dementsprechend auch durchgeführt, nur muß sich Frl. H. die oft unnützen Seitenblicke nach dem Zuschauerraum abgewöhnen, in Folge deren der Gesichtsausdruck an spannender Situation sehr verliert. — Neues Theater. Am Sonntag, den 22. November, geht eine hier allgemein bekannte und sehr beliebte Posse „Die beiden Reichenmüller" und zwar auf Wunsch vieler Theaterbesucher, in Scene. Die überaus lustige Posse, welche bis jetzt in jeder Theatersaison zur Aufführung kam, wird auch Sonntag wieder die alte Zugkraft bewähren und Herrn Director Reiners ein volles Haus verschaffen. — Gewarnt wird vor einem jungen Manne, der durch falsche Namensabgabe in einer hiesigen Buchhandlung auf den Namen seines angeblich in Düsseldorf wohnenden Vaters Bücher ausschwindelte. Der Reichscommissär für die Weltausstellung in Chicago, Herr Geh. Regierungsrath Wermuth, wird am Dienstag den 24. November in Darmstadt eintreffen, aus welcher Veranlassung eine Besprechung der Interessenten im Sitzungssaale der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe stattfinden wird. — Soldatenbriese. Nach Einberufung der Rekruten kommen viele Eltern und sonstige Angehörige in die Lage, zum ersten Male Briefe und Packete an das Militär zu senden, es erscheint daher angebracht, an die Port overgünstig ungen zu erinnern, welche die Vaterlandsverthei- diger genießen, nämlich folgende: Ein Bries an einen Soldaten bis zum Feldwebel bezw. Wachtmeister aufwärts ist bei einem Gewicht bis zu 60 Gramm portofrei, wenn man denselben mit der Bezeichnung „Soldatenbries. Eigene Angelegenheit des Empfängers" versieht. Das Gewicht eines Packets kann bis 3 Kilogramm gleich 6 Pfund schwer sein und muß ebenfalls mit dem Vermerk versehen sein: „Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit des Empfängers." Das Porto kostet dann, ohne Unterschied der Entfernung 20 Psg. Schwerere Packete unterliegen den tarifmäßigen Portosätzen. — Daß es nicht erlaubt ist, einem bestraften Menschen seine frühere Bestrafung öffentlich zum Vorwurf zu machen, scheint nicht allgemein bekannt zu sein. Ein Schauspieler von untergeordneter Bedeutung war im Jahre 1866 zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt worden, welche im Jahre 1871 verbüßt waren. Seitdem hat er -sich volle zwanzig Jahre tadelfrei geführt. Ein „College" indessen hielt es für angemessen, bei verschiedenen Gelegenheiten auf jene Bestrafung öffentlich zurückzukommen. Er wurde, der \ „Nat.-Ztg." zufolge, wegen Beleidigung gestern zu zwei Wochen Gefängniß verurtheilt. cM Groß-Felda, 20. November. Eine unliebsame Ueber- raschung widerfuhr dieser Tage einem hiesigen Einwohner bei seiner Heimkehr, nachdem er mehrere Wochen abwesend gewesen war- es fehlte ihm in seinem im Wohnzimmer befindlichen Koffer die Summe von 450 Mark nebst einigen Pfund Garn. Seine von ihm getrennt und in einem anderen Ort wohnende Gattin hatte sich das Geld und Garn angeeignet. Dieselbe hatte die Abwesenheit ihres Mannes benutzt, sich das verschlossene Haus und den verschlossenen Koffer öffnen lassen, zu dem sie anscheinend ein Recht besaß, und sich mit dem entwendeten Gute aus dem Staube gemacht. Der mehr als betrogene Ehemann soll gerichtliche Klage eingereicht haben. Darmstadt, 21. November. Wie das „D. Tagbl." mit- theilt, ist seitens des Vorsitzenden der Versicherungsanstalt für das Großherzogthum Hessen auf morgen, Sonntag, nach Frankfurt a. M. eine Versammlung der mit der Ausführung des Jnvaliditäts- und Altersv ersich erungs - gesetzes im Großherzogthum betrauten Vorstände größerer Verbände und Kaffen einberusen worden, in welcher die bislang gewonnenen Erfahrungen ausgetauscht und besonders auch über die Behandlung der nunmehr zu erwartenden Anträge auf Gewährung von Invalidenrenten berathen werden soll. Darmstadt, 18. November. Die Metzgerinnungen unseres Landes hatten s. Z. an das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz eine motivirte Eingabe um Erlaß eines Schlachthausgesetzes gerichtet. Nachträglich haben sich nun die Innungen in derselben Angelegenheit an das Ministerium gewendet und als Basis ihrer Forderungen in Bezug auf das Schlachthausgesetz nachstehende Bestimmungen zur Ausnahme in das Gesetz unterbreitet: 1) Bestimmte Vorschriften über die Seitens der Gemeinden, welche öffentliche Schlachthäuser mit Schlachtzwang errichten, zu leistende Entschädigung an die bisherigen Besitzer von Privatschlächtereien- 2) Bestimmungen über die Höhe der Gebühren für die Schlachthausbenutzung - 3) Bestimmungen über die Höhe der Gebühren für Fleischbeschauer und Untersuchungen des Viehes- 4) Bestimmungen über die Verzinsung und allmähliche Amortisation des Anlagecapitals für das öffentliche Schlachthaus - 5) Control- vorschriften bezüglich des vom Lande in die Stadt eingesührten Viehes und 6) Ausdehnung der sanitätspolizeilichen Vorschriften auf Geflügel, Fische rc. (D. Ztg.) Mainz, 18. November. Heute Nachmittag wenige Minuten vor 3 Uhr waren es 34 Jahre, daß Mainz durch die Pulverexplosion so schrecklich heimgesucht wurde. Zur Linderung des Unglücks kam bekanntlich damals aus der ganzen Welt eine bedeutende Summe zusammen, so daß noch ein Capital übrig blieb, aus dessen Zinsen die unterstützungsbedürftigen Familien, welche bei der furchtbaren Katastrophe Todesfälle zu beklagen hatten, seither Renten ausbezahlt bekamen. Anfänglich handelte es sich um 73 Personen, jetzt sind es noch deren 20, wovon die meisten in Oesterreich leben. Es sind dies die nächsten Angehörigen der damals getödteten österreichischen Soldaten. Jy den letzten Jahren hat sich die Zahl der Rentenempfänger rasch reducirt, so daß in einigen Jahren alle diese Personen gestorben sein werden. Das noch vorhandene Capital von 38000 Mark wird alsdann für einen anderen wohlthätigen Zweck verwandt werden. Vermischtes. * In Hannover tagte jüngst die deutsche Colonial-Gefell, schäft. Am Empfangsabend würzten Gesang und Vorträge das Festmahl. Eine von einem Hannoveraner verfaßte humoristische Dichtung geben wir hier wieder: Der Wtrthin Töchterlein. Es hatten drei Könige in Kamerun Beim Scat sich versammelt zu löblichem Thun. Die Kron' auf dem Haupte, das Scepter zur Hand, Im Uebrigen barfuß, wte's Sitte im Land. „Mo-i-o, Frau Wirthin, trag auf und schenk ein, Wo hat sie ihr pechschwarzes Töchterlein?" — „Mein Palmwein ist klar und das Hontgbier süß, Mein Töchterlein brät euch ein Flußpferd am Spieß." Der erste, der sog am Palmweinmousseux So lang, bis die Haare ihm thaten weh. Der zweite von Straußei trank Knickebein, Bis selber die Beine ihm knickten ein. Sie Huben selbander sich wankend davon, Erreichten mit Stolpern den heimischen Thron Und suchten bekümmert im Morgenlicht Nach ihren Kronen und fanden sie nicht. Der dritte dünkt mich der Klügste zur Stund, Der küßte des Töchterleins rosigen Mund. Er kaufte, wie's Brauch ist in Kamerun, Zum Weibe sie für zwölf Meter bunten Kattun. Er liebte sie treulich noch manches Jahr Und verspeiste sie schließlich mit Haut und Haar. Anszrrg aus den Stnndescrmtsregifterw -er Stadt Gretzeu. Aufgebote. November: 14. Philipp Lahr III., Dampfmolkereibesitzer dahier, mit Luise Wilhelmine Elisabeth Hoffmann von hier. 17. Georg Appel, Spenglermeister dahier, mit Johannette Marte Moll von hier. 19. Philipp Blum, Kutscher dabier, mit Elise Frank hterselbst. Eheschließungen. November: 18. Christian Hermann Wagner, Buchbinder dahier, mit Helene Marie Feldbaus Hierselbst. 18. Wilhelm Schneider, Maurer dahier, mit Elisabeth Balser hterselbst. 20. Gerhard Jahres, Ctgarrenmacher dahier, mit Anna Margarethe Kreiling zu Gleiberg. Geborene. November: 9. Dem Friseur Heinrich Tichy ein Sohn, Jean Heinrich. 9. Dem Taglöhner Konrad Will ein Sohn, Wilhelm. 11. Dem Kasernenwärter Andreas Wilhelm Schuck ein Sohn, Heinrich Kar! Wilhelm. 12. Dem Buchhalter Jacob Zeyen ein Sohn, Wilhelm. 13. Dem Schlosser Ludwig Klotz ein Sohn, Ludwig Karl Leopold. 15. Dem Metallgießer Johann Georg Stauß ein Sohn. 15. Dem Schneider Jost Schneider ein Sohn. 16. Dem Knecht Johannes Dechert ein Sohn, Heinrich Otto Johann. 17. Dem Restaurateur Wilhelm Scharf ein Sohn, Karl Friedrich. 19. Dem Spengler Georg Bayer ein Sohn, Adam Hermann. Gestorbene. November: 13 Elise Friederike Weber, 9 Monate alt, Tochter »on Wirth Wilhelm Weber dahier. 14. Marie Müller, 62 Jahre alt. ledig dahier. 14. Karl Kaspar, 74 Jahre alt, Maurermeister dahier. 14. Wilhelm Völzel, 21 Jahre alt, Schneider dahier. 17. JohS. ©tief, 61 Jahre alt, Stadtbaumetster dahier. Auszug aus -en Uirchenbüchevn -er Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Getränte. Den 15. November. Johannes Gieß, Schneider, und Elisabeth Flach, Tochter des verstorbenen Taglöhners Johannes Flach von Beltershain, zu Gießen. Denselben. Julius Hosch, Schuhmacher und Katharina Großer, Tochter des Kalkbrenners Johannes Größer zu Gietzen. Den 18. November. Christian Hermann Wagner, Buchbinder, und Helene Marte Feldhaus, Tochter des verstorbenen Tapeziers Georg Feldhaus zu Gietzen. Denselben. Wilhelm Schneider, Maurer, und Elisabeth Balser, Tochter des Taglöhners Johannes Balser aus Queckborn. Den 20. November. Gerhard Jahres, Cigarrenmacher, und Anna Margarethe Krailing, Tochter des Flurschützen Wilhelm Kratltng von Heuchelheim. Getaufte. Den 15 November. Dem Flaschenbierhändler Wilhelm Förster eine Tochter, Marte Hermine Eleonore, geboren den 11. October. Denselben. Dem Dienstmann Johann Böckncr ein Sohn, Johann Konrad, geboren den 16. September. Denselben. Dem Schreiner Georg Veith ein Sohn, Franz Karl, geboren den 28. August. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Ludwig Adolf, geboren den Den 17. November. Dem Professor Dr. Wilhelm Sievers ein Sohn, Otto Helmuth Wilhelm, geboren den 1. October. Beerdigte. Den 15. November. Wilhelm Gans, Fuhrmann, alt 34 Jahre, starb den 12. November. Den 16. November. Wilhelm Völpel, Schneider aus Mönstadt, Amt Usingen, alt 21 Jahre, starb den 14. November. Den 17. November. Marie Müller, Näherin, Tochter des verstorbenen Fuhrmanns Philipp Müller, alt 61 Jahre, starb den 14. November. Denselben. Karl Kaspar, Maurer und Ofenputzer, alt 74 Jahre, starb den 14. November. Dm 19. November. Johannes ©tief, Stadtbaumetster, alt 61 Jahre, starb den 17. November. Schiffsnachrichten. Bremen, 20. November. Der am 9. November abgegangene Dampfer „Werra" des Norddeutschen Lloyd ist heute Vormittag wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 20. November. Der am 10.November abgeqangene Dampfer „Lahn" des Norddeutschen Lloyd ist gestern Abend wohl- behaltm in Newyork angekommen. Verkehr, Land« und Volkswirthschaft. Gietzen, 20. November. Auf dem am 17. und 18. d. M. dahier abgehaltenen Vieh markte waren aufgetrieben 1113 Stück Rindvieh und 641 Stück Schweine. Trotzdem datz Tags vorher schon ein lebhafter Handel stattfand, hielten sich die Preise auf gleicher Höhe wie bei den vorhergehenden Märkten. Nächster Markt Dienstag den 8. und Mittwoch den 9. December d. Js., am letzteren Tage auch Kramermarkt (letzter Markt in 1891). Gietzen, 21. November. Marktbericht« Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,03—1,14, Hühnereier 1 ©L 7-8, 2 St.---H, Enteneier 1 ©t--H, 2 St. - A. Käse pr- St. 5—10 H, Käsematte pr. St- 8 A> Erbsen pr. Liter 25 A, Linsen pr. Liter 29 A, Tauben pr. Paar X 0,40—0,60, Hühner vr. Stück X 0,90—1 00, Hahnen pr. @i X 0,50-0,75, Enten pr- Stück X 1,70-2,00, Ochsenfteisch pr. Pfd. 70—76 A, Kuh- und Rindfleisch 62-66 A, Schweinefleisch 60-70 A. Hammelfleisch 50—70 4, Kalbfleisch 60—64 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 7,00-8,00, Weißkraut pr St. 4—10 4, Zwiebeln ver Centner X 4,50—5,50, Milch per Liter 12-18 A, Gänse 50-60 A. Frankfurt a. M., 19 November. Der gestrige Markt im städtischen Viehhofe war befahren mit 70 Ochsen, 60Kühen, Rindern unb ©tiercn, 225 Kälbern, 238 Hämmeln und 396 Schweinen. Preise für Kälber erster Qualität 65—70 A, -weiter Qualität 55—60 A per Pfund; die übrigen Viehsorten unverändert. Der Markt schloß bei schwacher Kauflust mit Ueberständen. Die starken Zufuhren von Geflügel und Wild an den Märkten machen sich an den Viehmärkten bemerkbar. Lingesan-t. In Nr. 272 berichten Sie über die unfreiwilligen Schlammbäder an der Main-Weser-Bahn, schöner jedoch sind solche vom Hotel Kühne bis zur Güter-Expeoition der Oberhessischen Bahn zu haben. 10353 g. werden darauf aufmerksam ge- Häaä macht, daß man in dem Spectal- Fl IIII iTlrV Geschäft von Phil. Weiler, W Marktpl. 1, die größte Auswahl / in Cigarren, Cigaretten und Tabaken findet. Ein Versuch zeigt, daß selbst dem verwöhntesten Geschmack Rechnung getragen werden kann. 9471 üftSdf die reichhaltigste Auswahl der gedie- gensten, modernsten Herren- und Knabenkleider, sowie vorzügliche Stoffe zur Anfertigung nach Maass und zum Verkauf nach Meter zu sehr mäßigen Preisen bei Gebrüder Stamm, Markt und Schulstraßen-Ecke. Havelocs und Joppen aus wasserdichtem bayrischen Loden, sowie Schuwaloffs und Schlafröcke sind zu allen Preisen vorräthig und werden nach Maaß angefertigt. 7978 Bekanntmachimg. Bureau dahier offen. Flur 4 Nr. 20 - 2319 Meter Acker am Krofdorserweg, !r. 30 - 1038 Meter Wiese in 10333 Faul stich. ■ Flur 5 Nr Bekanntmachnng. auf dem Aulweg hinter dem I. A-: Bogt. 10354 Montag den 23 November, 10338 Dienstag den 24. November, Vormittags 10 Uhr, «SNA HeiLgeöstmes. 21 Kirchenplatz 21. 10345 Gießen, Kirchenplatz. 10157 Gnauth. 10289 ux 102*25] Einige schön geleg. Bau» Plötze zu verk. Näh. Exped. d. Bl. fieren in besten Facons in allen Weiten, stets vorräthig, Meitea io Dameo-Uoterröckeo Weitershain, am 20. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Weitershain. Nachmittags 2Vs Uhr, Y „r. 1OA_ c c . Ä sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Dre Ausloosung der Schöffen pro 1892 findet Donnerstag den @r&en ter Jacob Magel Eheleuten 3. Deeember l. I., Vormittags 11 Vz Uhr in öffentlicher Sitzung in Gießen gehörigen Grundstücke:' Engel, Gerichtsvollzieher. unseres Gerichtssaales Nr. 18 statt. Gießen, den 14. November 1891. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Fres enius. Nachmittags 2 Uhr, in der Bieker'scheu Hofraithe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 3 Pferde, 4 Wagen, 2 Schweine, 1 Ladenschrank, 2 Sophas, 2 Betten, 2 Commoden, 1 Pianino rc. werden im alten Polizeigebäude, Brand- , platz, 1 zweiräderr. ©toßkarren, 1 großer empfiehlt zu billigen Preisen m großer Auswahl Mehlkasten, Thüren und Fenster rc. ver- £- steigert. [10307 S In grünem Halbfranzband gebunden Mk. 28.—. J.C.Wallenfels, Färberei, perber’sche Univ.-Buchhandlung (W. Ferber) Geilheiten inWollwaaren als: Caputzen für Damen und Kinder, Umhängetücher, Kopftücher jeder Art, Kragen, Westen, Trieot-Taillen, Handschuhe in Tricot, Wolle, Buckskin und Glace, ©dgT bedeutende Auswahl in Knabe«-«. Mädchen-Anzüge«, Mäntelchen «nd Ueberzieher« in Cheviot, Tricot u. Buckskin, Ein interessantes, für die langen Winterabende unentbehrliches Spiel. Das Kr-eisrätfel " ist nur echt mit „Anker". Preis 50 Pfg. Bekanntmachung. Aus Mitteln der städtischen Armenkaffe muffen unter Anderen auch eine größere Anzahl von Personen unterstützt werden, weil es denselben an ausreichender, ihren Fälligkeiten entsprechender Lohnarbeit ermangelt. Die Zuwendung solcher Arbeit seitens Privater würde ebensowohl eine Unterstützung dieser Armen, wie eine Entlastung der städtischen Armenkaffe bilden. Wir ersuchen danach alle Diejenigen, welche in der Lage find, Arbeitskräfte zu dauernder oder vorübergehender Beschäftigung zu suchen, sich wegen des Nachweises von solchen zunächst an unser Armenamt (Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 6) gefälligst zu wenden. Laufdienste, leichtere Taglohnarbeiten, Strick-, Näh-, Bügel- und Wasch-Arbeit, sowie schriftliche Arbeiten werden fast beständig von einer Anzahl unserer Armen gesucht. Gießen, den 21. November 1891. Die Armendeputation. Gnauth. Bekanntmachung. Gemäß Art. 13 der Städteordnung wird die nachstehende Bestimm- ung bezüglich der Stimmfähigkeit bei der Wahl der Stadtverordneten hier- flttit bekannt gemacht: Stimmfähig sind: 1) alle in der Gemeinde wohnenden Ortsbürger, 2) alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen — unter Ausschluß der bayerischen Staatsangehörigen und derjenigen von Elsaß-Lothringen, weil dorten das Reichsgesetz vom 6. Juni 1870 nicht eingeführt ist — und seit zwei Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, jedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 25 Jahre alt und vom 1. April des dem Rechnungsjahre, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergehenden Jahres an in der Gemeinde communalfteuer- pflichtig sind. Die Stimmberechtigung jedes der unter 2) bezeichneten Stimmfähigen ist davon abhängig, daß derselbe spätestens vor dem Schluß des Jahres, welches dem Jahre, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in dessen Amtslocal die mündliche Erklärung abgegeben hat, daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er auch gleichzeitig Jahr und Tag seiner Geburt, den Tag, seit welchem er in der Gemeinde wohnt und den Zeitpunkt, seit welchem er communalsteuerpflich- tig ist, anzugeben und auf Erfordern nachzuweisen hat. Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche die Abgabe dieser J/. Erklärung bis zum 433t December d. I. Unterlasten, können bei einer im Laufe des Jahres 1892 nothwendig werdenden Wahl zur Stadtverord- neten-Versammlung oder bei einer solchen Wahl, für welche die Stimmberechtigung durch die Stimmberechtigung zur Stadtverordnetenwahl bedingt ist, kein Stimmrecht in Anspruch nehmen. Die Abgabe der Erklärung hat auf unserem Amtszimmer Nr. 15 itn zweiten Stock des Bürgermeisterei-Gebäudes zu erfolgen. Gießen, den 16. November 1891. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. den Weiden, Flur 5 Nr. 31 — 1825 Meter Wiese daselbst, Flur 5 Nr. 439 — 1038 Meter Acker über dem Fabricischen Acker montan den 30 Nommber.! Der Voranschlag der Geyreinde Weitershain für 1892/93 9 - - . liegt vom 21. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht eines jeden Bethei- ligten und Entgegennahme etwaiger Einwendungen aus dem Bürgermeisterei- A. Fangmann, 29 Bahnhofstr. 29 Nützliches Geschenk zu jeder Gelegenheit! geräuschloser Thnrschliefter mit pneumatischem Selbstschlutz. . 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