Mr. 220 1891 Dienstag den 22. September Der XnMtt kvfthemt täglich, e&K Arr-nahme bei Montags. DK Gießener ivrrHs btm Anzeiger ^-Lcheettlich dreimal d eigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Wnzeiger. Vierteljähriger JH0Äeeint*tsyt«8*l 2 Mar! 20 Psg. *» Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pf,. Webaction, t^cbüm und Druckerei: Arrnfprecher 51 Amts- und AnzNgeblatt für bett Nreis Gicfzen. miaaergaa: I HrE-r-ir-««- chi«ßm-. JamMmerstt«. > Abonnements - Einladung! Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1891 laden wir hiermit ergebenst ein. — Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer objectiver Uebersicht zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Correspondenz- Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur' Kenntnis; seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden linsen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Exemplare nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). 2lmtlid?er Theil. Gießen, den 17. September 1891. Betr.: Ernteerträgnisse. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreise-. Nachdem nunmehr die Berichte über die Ergebnisse der Roggenernte eingegangen sind, wollen Sie unserer Verfügung vorn 21. August l. I. gemäß binnen 8 Tagen möglichst zuverlässige, ziffermäßige (in Maltern ä 100 Kilo ausgedrückt) Angaben über den Ertrag der diesjährigen Weizenernte erstatten. Soweit Sie über die weiteren Ernteerträgmsse schon mitberichten können, wollen Sie dies gleichzeitig thun. v. (Sagern. ________________ Gießen, den 19. September 1891. Betr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir sehen innerhalb 8 Tagen der Einsendung der Verzeichnisse über die Fortbildungsschüler entgegen. Dieselben sind nach den Jahrgängen geordnet einzutragen, die von auswärtigen Gemeinden Eintretenden besonders aufzuführen und zu bescheinigen, daß diejenigen schulpflichtigen Schüler, welche sich in fremden Gemeinden aufhalten, bei den Schulvorständen derselben angemeldet worden sind. v. (Sagern. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwMgen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur bann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen- 3) Das G such muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den FreiwMgen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit^hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen militärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem EinwMgungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmllich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom, 22. November 1888 — Reg. - Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt fein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 39, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Deutsches Reich. Berlin, 19. September. Die „National-Ztg." theilt mit, daß Dr. PeterS am 28. August nach friedlichem Marsche mit seiner Colonne in Moschi und Kilimandscharo wohlbehalten eintras. — Das „Berl. Tagebl." meldet aus Bagamoyo: Der Norden des deutschen Schutzgebiets ist unruhig, unter den Wadigos. sind Unruhen ausgebrochen infolge der Maßregel, welche der Gouverneur zur Besteuerung der Palmenkerne traf. Falls die Unruhen zunehmen, erscheinen Lewa und Magila gefährdet. Unter den Arabern an der Küste herrscht eine Gährung, die Eingeborenen beobachten eine unruhige Haltung, die Situation ist bedenklich. Die katholischen Missionen im Innern sind in Gefahr. Berlin, 19. September. Die Regierung ordnete Erhebungen an über alle Arbeiter st rikes seit letztem ersten April behufs Gewinnung einer Uebersicht darüber für Industrie und Handwerk, ferner zur Feststellung der Betheiligung minorenner Arbeiter und des Einflusses der Socialdemokratie. Von den Landräthen soll künftig vom Ausbruch, vom Ende und von den wichtigsten Vorfällen eines jeden größeren Strikes berichtet, sowie halbjährlich eine Uebersicht aller Strikes eingereicht werden. Berlin, 19. September. Dem russischen Botschafter in Berlin, Grasen Schuwalow, ist von seinem Souverain der Wladimirorden erster Klasse verliehen worden. Zugleich richtete der Czar ein äußerst huldvolles Handschreiben an den Grafen, in welchem der Verdienste gedacht wird, die sich der Graf in Erfüllung der ihm auferlegten wichtigen diplomatischen Pflichten um den Staat erworben habe. Heber die Gründe dieser unerwarteten Auszeichnung des Vertreters des Czaren am deutschen Kaiserhofe kann man vorerst nur Vermutungen hegen, jedenfalls muß aber daran erinnert werden, daß Graf Schuwalow zu den wärmsten Befürwortern eines guten Einvernehmens zwischen Deutschland und Rußland gehört und in diesem Sinne vom Beginn seiner Berliner Amtstätigkeit an gewirkt hat. Die Auszeichnung des Botschafters mit dem genannten hohen russischen Orden kann man daher gewiß als den äußerlichen Ausdruck der Zufriedenheit des Czaren mit der diplomatischen Wirksamkeit des Grafen Schuwalow betrachten, und gewinnt somit der ganze Vorgang wohl die Bedeutung eines erfreulichen Friedenszeichens. — In München tagte kürzlich die Reichs-Schul- commission und haben ihre Verhandlungen hauptsächlich der Frage gegolten, welche Mittelschulanstalten Befähigungs- zeugmsse für den Einjährig-Freiwilligendienst ausstellen dürfen. Die genannte Commission hat sich dem Vernehmen nach dahin entschieden, daß die betreffenden staatlichen Schulanstalten selbstverständlich auch fernerhin berechtigt bleiben sollen, Reifezeugnisse für den Einjährig-Freiwilligendienst auszustellen- die gleiche Berechtigung sollen auch die städtischen Mittelschulen behalten. Dagegen wird den privaten Mittelschulanstalten nicht als solchen die gleiche Berechtigung zuerkannt, sondern es wird die letztere an die Person ihres Directors ober Leiters geknüpft, welcher seine Befähigung zum Ausstellen solcher Zeugnisse in einer besonderen Prüfung nachzuweisen hat. — Ein andere, von reichswegen einberufene Commission ist am Samstag in Berlin zusammengetreten, nämlich die Weincommission. Dieselbe soll sich mit verschiedenen für die deutschen Weinproducenten wichtigen Fragen beschäftigen und namentlich gesetzgeberische Maßregeln gegen die Weinverfälschung erörtern, hierbei zugleich aber Rücksichten auf bie berechtigten Interessen des Weinbaues, wie des Wein- Handels nehmen. — An diesem Mittwoch, den 23. September, vollendet sich ein Jahrhundert, daß Theodor Körner, der jugendliche Held und Sänger aus dem deutschen Freiheitskampse von 1813, in Dresden geboren wurde. Nicht nur im engeren Heimathslande. des leider nur zu früh verblichenen Dichters der gluth- und schwungvollsten Vaterlandslieder jener kampfreichen Zeit hat man sich vorbereitet, die hundertste Wiederkehr seines Geburtstages würdig zu begehen, sondern es wird dieser Tag auch vielfach im übrigen Deutschland gefeiert werden. Ist doch Theodor Körner eine der hehrsten Gestalten der Freiheitskriege, umflossen vom Ruhmesscheine des für sein Volk und Vaterland begeisterten Dichters und Sängers und des im Kampfe gegen den corsischen Eroberer gefallenen Helden- haben doch seine Lieder, wie sein Beispiel zündend durch das ganze deutsche Volk gewirkt. Mit Reckt leuchtet darum das Bild dieses Heldenjünglings im Herzen unseres Volkes fort und sicherlich wird die Körnerfeier vom 23. September in weiten Kreisen der deutschen Nation das patriotische Empfinden durch die Erinnerung an das Wirken Theodor Körners von Neuem stärken und vertiefen. Frankfurt a. M., 19. September. Die heute hier versammelten Delegirten deutscher Baumwollspinnereien, ca. eine Million Spindeln repräsentirend, haben infolge der zur Zeit verlustbringenden Garnpreise einstimmig eine Pro- ductions-Beschränkung von ca. 15 pCt. beschlossen, wie solche bereits in verschiedenen Betrieben eingeführt ist. Einer demnächst stattfindenden allgemeinen Versammlung sollen noch weitergehende Vorschläge gemacht werden. Ausland. Charleroi, 19. September. Durch schlagende Wetter in dem Kohlenbergwerke Monce-au-Fontaine wurden 27 Bergleute getödtet. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Lorrespoudeuz-Bllremr. Kassel, 20. September. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin besichtigten heute Nachmittag die Wasserkünste von Wilhelmshöhe und begaben sich alsdann gegen 4 Uhr zu Wagen nach Schloß Wilhelmsthal. Das zahlreiche Publikum, welches sich in Wilhelmshöhe eingefunden hatte, begrüßte die Majestäten mit jubelnden Zurufen. Mühlhausen L Th., 20. September. Der Kaiser vereinigte gestern nach beendigtem Manöver die Generäle und höheren Offiziere zur Kritik um sich, in welcher er das gejammte Manöver einer eingehenden Betrachtung unterzog. Der Kaiser sprach den beiden Armeecorps seine volle Zufriedenheit mit der Ausbildung und den Leistungen aller Truppen aus und hob hervor, wie sich namentlich die Reserve- Division in jeder Weise kriegstüchtig gezeigt habe. — Der commandirende General des 11. Armeecorps, General der Infanterie von Grolman I. ist ä la suite des 4. Garde- Regiments zu Fuß gestellt und dem Ches des Generalstabes der Armee, Grasen von S ch l i e f s e n II., ist unter Verleihung des Kronenordens 1. Klasse in einer Cabinetsordre der Dank für die überaus gelungene Manöver-Anlage ausgesprochen worden. Zahlreiche Beförderungen und Ordensverleihungen haben am gestrigen letzten Manövertage stattgesunden. Hamburg, 20. September. Um 4V2 Uhr Nachmittags fand der Umzug der Hamburger Schlächter vom alten in das neue aus dem Heiligengeistseld erbaute Schlachthaus statt. Den feierlichen Zug eröffneten 4 Herolde, auf welche 100 Berittene folgten. An diese schloffen sich 52 Wagen und etwa 1500 Gesellen zu Fuß. Der Umzug erfolgte in größter Ordnung. Altona, 20. September. Der Aus st and der Seiler und Reepschläger hat nach, einer Dauer von 25 Wochen sein Ende erreicht. Die von den Ausständigen geforderte Abkürzung der täglichen Arbeitszeit um eine Stunde haben dieselben nicht durchgesetzt, dagegen wurde von Seiten der Arbeitgeber eine Lohnerhöhung zugestanden. Rom, 20. September. Der König antwortete auf ein Glückwunschtelegramm, welches der Bürgermeister von Rom anläßlich der zwanzigsten Wiederkehr des Jahrestages der Einnahme von Rom am 20. September 1870 an ihn gerichtet hatte, telegraphisch, er sei glücklich, daß die Feier dieses geweihten Tages für jeden Vaterlandsfreund eine Tradition, nicht nur der Stadt Rom, sondern ganz Italiens geworden sei. Der König gedenkt des Heldenmuthes aller Derjenigen, die sich für die Einheit Italiens geopfert haben und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Vorsehung den Ausdauernden beistehen werde. In dem Bewußtsein seiner Würde und bei seiner muthvollen Zuversicht werde Italien stets bereit sein, seine Rechte zu schützen. Eine unerschütterliche Verfolgung seiner Ziele und ein hohes Pflichtbewußtsein werde Italien zur Ueberwindung der Schwierigkeiten verhelfen, die sich seinem wirthschaftlichen Fortschritte entgegenstellen. Paris, 20. September. Von fachmännischer Seite wird in Betreff der jüngsten Manöver im Osten Frankreichs bemerkt, dieselben hätten gezeigt, daß die französische Armee im Großen und Ganzen recht ansehnliche, theilweise sogar überraschende Fortschritte gemacht habe. Ferner wird nicht ohne Befriedigung daraus hingewiesen, daß die Manöver trotz der durch dieselben, wie auch durch die Vorkommnisse aus dem Gebiete der äußeren Politik hervorgerufenen selbstbewußten Stimmung der Bevölkerung von keinerlei irgendwie bedenklichen demonstrativen Kundgebungen begleitet waren. London, 20. September. Nach übereinstimmenden Meldungen des „Reuter'schen Bureau" aus Buenos-Ayres und des „Newyork Herald" aus Valparaiso tödtete sich Bal- maceda gestern früh um 8^2 Uhr aus der Argentinischen Gesandtschaft in Santiago durch einen Revolverschuß. Die Nachricht hat in Valparaiso große Bewegung hervorgerufen. Gestern Abend war die Stadt festlich beleuchtet. Petersburg, 20. September. Durch einen heute veröffentlichten kaiserlichen Ukas wird der Export von Roggen, Roggen mehl und Kleie auch aus den Häsen der Gouvernements Archangelsk verboten. Sofia, 20. September. Wie in Philippopel, so finden auch in den übrigen Städten Ostrumeliens Festlichkeiten zur Erinnerung an die Vereinigung mit Bulgarien statt. Kouftautinopel, 20. September. Der Minister der Finanzen und der Civilliste Agob Pascha stürzte gestern Abend mit dem Pferde und starb eine halbe Stunde später. Newyork, 20. September. Der „Newyork Herald" meldet aus Valparaiso vom 19. ds., Balmaceda habe am 29. August Santiago in der Hoffnung, aus Chile entkommen zu können, verlassen. Da er jedoch alle Wege bewacht gefunden habe, sei er am 2. September nach Santiago zurückgekehrt und habe seitdem sich daselbst in der argentinischen Gesandtschaft verborgen gehalten. Von dem von Balmaceda verübten Selbstmord habe der argentinische Gesandte, Uriburi, die Junta sofort in Kenntniß gesetzt, welche eine Commission zur Besichtigung der Leiche Balmacedas und zur Aufnahme des Protokolls nach dem Thatorte entsandte. In einem Briese an seine Mutter betont Balmaceda, er habe in dem Bewußtsein gehandelt, daß das Recht aus seiner Seite sei, seine Generäle hätten ihn verrathen- wenn man seine Befehle ausgeführt hätte, wären die Congressisten geschlagen worden. Balmaceda vertheidigt sich sodann gegen den Vorwurf der Grausamkeit. Von mehreren Grausamkeits-Acten, welche ihm zugeschriebeu würden, habe er erst nach deren Verübung erfahren. Den Rathschlägen des amerikanischen Consuls Egan, mit den Congressisten Frieden zu schließen, habe er kein Gehör geschenkt, weil er geglaubt habe, daß Egan unter dem Einflüsse derselben stehe. Der Correspondent des „Newyork Herald" betont, daß er seine Nachricht vom 14. ds., wonach Balmaceda in der Verkleidung eines amerikanischen Marrosen von einem amerikanischen Admiral an Bord seines Schiffes genommen worden sein sollte, von einer Seite erhalten habe, die er bis dahin für vertrauenswürdig halten durfte. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 20. September. Dem „Berl. Tagebl." zufolge sollen in Zanzibar die Besorgnisse über die Lage fort-> dauern. Jedermann ist hier überzeugt, daß die Einführung der Civilregierung für die Colonie verfrüht war und eine Gefahr für uns ist. Nur durch Wißmann, glaubt man, könnte geholfen werden. Daß Gouverneur Soden über die deutsche Schutztruppe Verfügung hat, gilt als ein Mißgriff. Nur die größte Offenheit über die Lage, sowie Ueberweisung ausreichender Hilfsmittel gilt als geeignet zur Erhaltung des Errungenen. Leipzig, 20. September. Der Verein für Gesundheitspflege wählte in den Ausschuß u. A. Oberbürgermeister Adickes-Frankfurt a. M. Bremen, 20. September. Der große englische Dampfer „Ambaffador" ist, von Odessa mit Getteide nach Hamburg unterwegs, im Canal gestrandet. Das Schiff ist total wrack. Tuchel (Westpreußen), 20. September. Das Gut Klein- Bislaw ist niedergebrannt. Ein Knecht verbrannte - mehrere andere Personen trugen Brandwunden davon. Ferner- verbrannten 500 Schafe, 49 Rinder, 20 Schweine und 12 Pferde. Rom, 21. September. Aus allen Provinzstädten und Ortschaften liefen hier Meldungen ein, des Inhalts, daß der Jahrestag der Befreiung Roms gestern infolge der politischen Lage und bei Anwesenheit der Pilger in Rom, mit größerer Pracht und mehr Enthusiasmus gefeiert wurde. Der Syndikus, der Stadtrath und die Armeecommission legten osficiell am Grabe Victor Emanuels im Pantheon Kränze nieder und begaben sich hierauf nach der Porta Pia. Paris, 21. September. Die „Lohengrin"-Vorstellung wird heute Abend wahrscheinlich ungestört verlausen. Die Polizeimaßregeln sind weniger streng. Die Zeitungen kündigten die Anwesenheit des Großfürsten Alexis bei der Vorstellung an. Madrid, 21. September. Die Regierung ließ durch ihren Gesandten in'Chile die provisorische Regierung anerkennen. Die kleinkalibrigen Gewehre. Wie bereits mitgetheilt, waren laut Bericht des „Newyork Herald" die Truppen der Congreßpartei in Chile mit Mannlicher-Gewehren kleinen Kalibers bewaffnet. Es wurde ferner hervorgehoben, daß die mit rauchfchwachem Pulver hergestellte Munition hier zum ersten Male im Kriege zur Anwendung gelangte und daß die Waffe ihre große Durchschlagsfähigkeit in der Durchbohrung mehrerer hintereinander stehenden Mannschaften von ein und derselben Kugel bestens bezeuge- Es mag in Anlehnung an diesen kurzen Bericht daran erinnert werden, daß das Mannlicher-Gewehr seit dem Jahre 1888 in der österreichisch-ungarischen Armee eingesührt ist. Dasselbe besitzt ein Kaliber von 8 Mm. mit 4 muldenförmigen Zügen, welche auf 250 Mm. einen Drallumgang nach rechts beschreiben. Sein Magazin, unter dem Cylinder-Verschluß angebracht, saßt 5 Patronen, deren Hartblei-Kern mit einem Mantel von Stahl umgeben ist. Die Pulverladung für die 32 Mm. lange und 8,2 Mm. starke Patrone beträgt 2,75 Gr. rauchschwaches Pulver. Die größte beobachtete Schußweite beläuft sich aus 4000 Meter. In normaler Feuergeschwindigkeit lassen sich bei Einzelladung mit dem Gewehr 12 Schüsse, bei Repetirung und Zielen 17 Schüsse und bei Schnellfeuer ohne Zielen 35 Schüsse abgeben. Die furchtbare Durchschlagskraft der Waffe, welche vom „Newyork Herald" hervorgehoben wird, ist eine Eigenschaft aller kleinkalibrigen, mit rauchschwachem Pulver geladenen Gewehre. Bezeichnend für diese Kraft ist, daß das Geschoß unseres deutschen achtkalibrigen Magazin-Gewehrs Modell 1888 aus 100 Meter Distanz sogar bis 800 Mm. in Tannenholz hineindringt, hiermit die höchste Durchschlagskraft von allen kleinkalibrigen Gewehren bezeugend; denn beispielsweise vermag das Geschoß des französischen Lebel- Gewehrs Modell 1886 nur bis 650 Mm. und jenes des Schweizerschen Repetir-Modells 1889 nur bis zu 580 Mm. in Tannenholz einzudringen. Bei den Untersuchungen, welche im Interesse der Behandlungen der Schußwunden von Prof. Dr. Paul Bruns in Tübingen über die Geschoßwirkung der neuen kleinkalibrigen Gewehre vorgenommen wurden, haben sich übrigens Resultate ergeben, mit denen sich die jetzt in den chilenischen Kämpfen gemachte Beobachtung, daß ein und dieselbe Kugel mehrere hintereinander stehende Menschen zu durchbohren vermag, durchaus deckt. Pros. Bruns benutzte zu seinen Versuchen daS in der belgischen Armee zur Einführung gelangte, mit einem Kaliber von 7,65 Mm. versehene Mausergewehr Modell 1889. Dasselbe besitzt ein 30,8 Mm. langes und 14,2 Gr. schweres Weichbleigeschoß mit einem Mantel von Nickel, welches mit einer rauchschwachen Pulverladung von 3,05 Gr. unter einer Anfangsgeschwindigkeit von 604 Meter getrieben wird. Die Versuche erstreckten sich u. A. auf Leichentheile. Es wurde die Gliederung einer Compagnie in Gesechtssormation nachgeahmt, bei welcher je zwei Glieder mit 64 Zentimeter Abstand unter sich und 2 Meter Abstand von einander marschiren. Dementsprechend wurde eine Anzahl Leichentheile in gerader Linie hintereinander ausgestellt. Hierbei ergab sich dann, daß das Geschoß aus 100 Meter Distanz fünf Leichen der Reihe nach durchdrang, bei dreien Splitterbrüche gefährlichster Art erzeugend und schließlich noch einen Sack mit Sägemehl durchschlug- bei Schüssen aus 400 Meter Distanz drei oder vier Leichen und sogar noch bei einer Distanz von 1200 Meter zwei bis drei hintereinandergestellte Körper - theile unter Splitterbrüchen durchbohrte. Mit dieser furchtbaren Durchschlagskraft der kleinkalibrigen, ! von rauchschwachem Pulver getriebenen Geschosse hat man in allen künftigen Kämpfen zu rechnen. Sie werden scheinbar ein gewaltiges Menschen-Material verbrauchen. Und doch ist nach Bruns Ansicht das neue Kleinkaliber-Gewehr die humanste Waffe, denn die Schußwunden sind rein und glatt und wahren wegen der geringen Weite des Schußcanals eher den subcutanen Character, so daß der Heilungsverlauf sich günstiger gestalten und Verstümmelung und Verkrüppelung häufiger vermieden werden. totales nnd j)voVsnzieLes. Gießen, 21. September. — Sitzung Großh. Handelskammer vom 11. September 1891. Anwesend waren die Herren Ko ch , Scheel, Gail, Heichelheim,Homberger,Katz,Klingspor,Wortmann. Bor Eintritt in die Tagesordnung theilt der Vorsitzende der Kammer das Ableben des Herrn Handelskammer- Präsidenten Lucan in Hanau mit. Er schilderte die vielfachen Verdienste des Verstorbenen namentlich auch als Mitglied des Bezirkseisenbahnraths in Frankfurt a. M. und Hannover, sowie des Eisenbahnraths in Darmstadt und erwähnte in dankbarer Weise seiner steten Bereitwilligkeit in Unterstützung unserer speciellen Jntereffen. Durch Erheben von ihren Sitzen gaben die Mitglieder Großh. Handelskammer ihrem Bedauern um sein Hinscheiden und als Zeichen ihres ehrenden Andenkens Ausdruck. — Seitens der Handelskammer Mannheim ist der Kammer eine Eingabe zur Unterstützung" zugegangen, in welcher das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe ersucht wird, daraus hinwirken zu wollen, daß der projectirten internationalen Tarifdelegation zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien und den Niederlanden auch ein internationaler Ausschuß der Verkehrsinteressenten angefügt werde, damit die Beschlüsse der internationalen Tarifdelegation auch immer die entsprechende Rücksicht auf die thatsächlichen Verhältnisse in Industrie, Handel und Land- wirthschaft nehmen können. Die Eingabe hat die Billigung der Kammer gefunden und soll demgemäß unterstützt werden. — Auf Anregung der Pfälzischen Handels- und Gewerbekammer in Ludwigshafen wird beschlossen, an Großherzogliches Ministerium das Ersuchen zu richten, auf die Einführung einer einheitlichen, auf metrischem System beruhenden Garn- nummeriruug hinwirken zu wollen. — Zur Einzelausführung empfiehlt die Kammer die von dem ständigen Ausschüsse des deutschen Handelstags in seiner Sitzung vom 23. April 1875 gefaßten Beschlüsse. — Zum projectirten Umbau des Güterbahnhofes der Main-Weser-Bahn wird beschlossen, durch eine Eingabe Großherzogliches Ministerium zu ersuchen, daraus hinwirken zu wollen, daß bei dem neuen Project auf die Errichtung von Lagerhäusern gebührende Rücksicht genommen werde. . et — Das Regiment,Kaiser" ist gestern Abend mittelst dreier Extrazüge äu5 dem 'Manöver zurückgekehrt. Die Uebernahme der Chefstelle' d^s Regiments durch Se. Majestät den Kaiser war für das zahlreich aus den Straßen versammelte Publikum Veranlassung, das Regiment bei seinem Einzüge durch laute Zurufe zu begrüßen. Viele Häuser der Stadt waren beflaggt. Heute wurden die Reservisten entlassen. — Am letzten Manövettage, an welchem der Kaiser zwischen Mühlhausen und Schlotheim i. Th. das 11. Armeecorps gegen das 4. befehligte, trug derselbe die Uniform des 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiments „Kaifer" Nr. 116. — Verhaftung. Ein des in der Nacht vom 26. auf den 27. v. Mts. im Hotel Schütz dahier verübten Einbruchs- diebstahls Verdächtiger wurde gestern Abend hier verhaftet. — Schlägerei. Ein gestern Abend gelegentlich der Tanzmusik in einer Wirthschast an der Grünbergerstraße zwischen zwei Arbeitern entstandener Streit wurde ans dem Weg nach Hause in der Licherstraße dadurch zum Austrag gebracht, daß der eine in den Hof seines Arbeitgebers lief, ein Sielscheit holte und damit seinem Gegner einen Hieb auf den Kopf versetzte, daß der Mann zur Erde fiel. Der Verletzte wurde in seine Wohnung, der Thäter in das Haftlocal verbracht. — Ein Aufruf wendet sich an die deutschen Frauen, einem Bunde zur Abwehr der Mode, Vögel als Kleiderputz zu verwenden, beizutreten. Das Protectorat über diesen „Deutschen Bund gegen den Vogel-Massenmord für Mode- zwecke" hat die Frau Herzogin Wilhelm von Mecklenburg übernommen und dem Bund bereits 100 Mk. zugewandt. — Die Herbstzeitlose tritt jetzt wieder in großen Massen aus den Wiesen auf und wird, wegen ihres hübschen Aussehens, vielfach von Kindern gepflückt. Wir machen wiederholt daraus aufmerksam, daß sowohl in den Wurzeln, als in dem Samen dieser Pflanzen das giftige Colchicin enthalten ist und diese deshalb in den Händen von Kindern zu Vergiftungen Anlaß geben können. § Rieder Moos, 19. September. Heute wurde der in hiesiger Gemarkung gelegene große Karpfenteich gefischt. Das Ergebniß war ein sehr zufriedenstellendes. Eingesetzt wurden vor zwei Jahren 3600 Stück zweijährige Strecklinge. Die Karpfen wogen durchschnittlich 2 bis 4 Pfd. per Stück, so daß meistens 36 Stück auf den Centner gingen. Verkauft wurden die Fische zu 50 Mk. per Centner. Dieser Karpfenteich, welcher ca. 120 hessische Morgen groß ist, rentirt sich also (wie alle anderen Fischteiche in hiesiger Gegend) besser, als alle Gras-, Nadel- und Laubholz-Flächen. Besonders werden auch gerade die Karpfen aus den in hiesiger Gegend befindlichen Fischteichen von auswärtigen Händlern sehr gesucht, indem diese Fische ein sehr schmackhaftes Fleisch liefern. Bad-Nauheim, 15. September. Seit einigen Wochen machen geheimnißvolle Diebe unsere Villen unsicher- deren Specialität sind Genußmittel, Speisen und Getränke. Es wird zu diesem Behufe in Küche und Keller eingestiegen oder eingebrochen. Andere Gegenstände, wie Wäsche, Kleider, Küchengeräthe 2c. reizen die Habgier der geheimnißvollen Eindringlinge nicht. So wurden nach und nach die Villen Karolo, ■fern Mnö mittelst zurüikgekehrt. Die durch Se. Majestät en Straßen versam- M bei Wm . »e Wn der a bie Unvisten ent« iciti^bith ”*ift *W8 t t“nb L?tz! ö qau^er «lies, 211 Sipteober. S'ftember ' Sch-el, tzail, n9lPor,$OTt! 19 theilt der $,t. «HMdelskam^ Werte die ™) auch als Mii- M. unb 7*bt und er. «Willigkeit in n’ M Erheben °°r Handelskammer ®. Keichen ihres ' ^er Handelskammer Mur UntnKtzung- -misterium K han- hmwirken zu weben, 'isdelegation zwiichrn n und den Nieder- er Verkehrsinteressen- ' der internationalen wde Rücksicht aus die handel und Ländle hat die Billigung B unterstützt werden, idels- und Gewerbe- an GroßherzoMs aus die Einführung m bttuhenden Garn-- jiir Einzelaussührung digen Ausschüsse des vom 23. April 1875 Umbau des Güter- «eschlossen, durch eine zu ersuchen, daraus n Project aus die Er- Rückstcht genommen welchem der Kaiser Th. das U. Armee- Mb- die Uniform t„ie-Regm-lit- Nacht WB 26' , Mrü6fe«6** >enb hiert>erh»fteb gelegenflM I* L erftoße !e>m»25 ui de° K°»' ,&*■■** SW1 “’et di-i-n iotector«t Mgde- .«--lletlburg 100 Stoff«" hitbichen.®* " flir ®“S "aö in de°^th-!te° jf tst* bet in sAs ^-iiähngbv Stück, «*' 5« »’S itner- ® ’ n 6^£enb).$ :rnqet 3 $e|ß110 \ W’krt M'" lJ ■ »ln hieftget bt je» °'" lefef’ eini6C” 1 h ,n -de- i'” el'Ss"^' Tjli/ x* ftiee*1“0 • rl'J® (j b e r 5 0 oThjsJr^ionstafel^^ J Verlag des Bibliograph. Instituts in Leipzig\> C. Schwan sen. 8385 Dr. Naumann. Obstversteigerung Das 1. Heft und den 1. Band liefert Jede Buchhandlung zur Ansicht 16 Halbfranzbände ä IO Mark. Verwalter Müller 8368 8017 BEIS [1321 der Wäsche empfiehlt 8394 Emil Fischbach. nach Nähere Auskunft ertheüt; 4 53 passend ist ein an dem Gießener - Krof- Woll.n.Vaffer-.Uerdkdeckku Gmra'-A9fflt Chr . Emil Derschow, Offenbach a. M., [7442 billigst, Glässing Julius Karl, Grünberg. Amtsgerichts. Engel Gerichtsvollzieher. Newyork (pv Ostasien Brasilien Mittwoch den 23. September, Nachmittags 1 Ubr anfangend, läßt die Fürstliche Gutsoerwaltung Eberftadt und Arnsburg die diesjährige Obsternte, bestehend in Aepfeln und Birnen, öffentlich versteigern- Zusammenkunft am Hof in Eberstadt. Eberftadt, den 19. September 1891. oder dessen Agenten: J. M. Schulhof, Giessen, Äug. Kraft, Butzbach Der Pferdezucht-Verein im Grotzherzogthum Hessen. Srction r Pferdemartt Darmstadt. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. Probe-Nummeru versendet auf Wunsch unentgeltlich die Administration des „Baza r", Berlin SW., Charlottenstr. 11. Bekanntmachung. Auf der Lofraithe des Herrn C. Rinn, Große Mühlgaffe 37, ist am Mittwoch den 23. dieses Monats, Nachmittags 3 Uhr, die Ernte von einem Morgen Sommerweizen des landwirthschaftlichen Versuchsfeldes, Handdrusch, Stroh und Körner, meistbietend zu verkaufen. Gießen, den 21. September 1891. Großherzogl. Universitäts - Rentamt. Schmitt. 8392 Baltimore Australien La Plata 6» Darmstädter Pferde- und Fohlen-Markt am 8., 9, und 10. Oktober 1891. Preisvertheilung am 8. October, Nachmittags 3 Uhr. Derloosung am 10. Oktober, Nachmittags 3 Uhr, von schönen Reit- und Wagenpferden, Fohlen einem eleganten Zweispänner mit zwei Pferden und completem Geschirr, einem Stuhlwagen mit Pferd und Geschirr, vielen Reit- und Fahrgegenständen rc. rc. Der Vertrieb der Loose ä 2 Mark per Stück ist dem Herrn L. W. Ohnacker in Darmstadt im einzigen General-Debit übertragen. Mittwoch den 23. September, sollen zu Gießen öffentlich gegen Baar versteigert werden: a. Rachm. 2 Uhr in der Bieker'schen Hofraither 1 Handwagen, 1 Sopha, 1 Regulator, 1 Commode, 6 Stühle, 1 Ladenspiegel. b. Rachm. 3 Uhr im Restaurant Postseller r 1 Weißzeugschrank (neu), 1 Pult, 3 Belten, 1 Anzahl Vorhänge mit Gallerten, Hängelampen, 1 Spiegel, 2 Büffetschränke, 6 Billard-Queues, 1 Parthie Flaschenwein und Liqueur, Weißzeug, Silber, Glas, Porzellan, Küchengerätbe rc Versteigerung b bestimmt; die unter a voraussichtlich bestimmt. ^MgeSotenes. Auf dem Brandplatz treffen heute Dienstag früh Gurken und Ueberrheiner Weißkraut ein. [8296 ___Ferber. Für Bäcksteinfabrikation Wasser-. Wagen-«.Waggon- VkUa« zu Fabrikpreisen. Louis UrmfU Wittich 11-, Neustadt 6 Die Rechnung der evangelischen Kirche zu Gießen für das Rechnungsjahr 1890/91 liegt im Pfarrhause an der Südanlage acht Tage lang zur Einsicht offen. Gießen, am 21. September 1891. Der evangelische Kirchenvorstand: Die einzige große Modenzeitung, welche alle 8 Tage _____ erscheint, ist Der Bazar Mnstrirte Damen-Ieitmig für Mode, Handarbeit and Unterhaltung. Abonnementpreis — 2’/2 Warft — vierteljährlich. Der Bazar übertrifft an Reichhaltigkeit jedes andere Modenblatt. MeSortenWaagen als: Decimal-, Tisch-, Schnelloder Kettenwaagen rc. vorräthig bei Carl Hensel, | 7751] Wallthorftraße. Norddeutscher Lloyd Post- und Schnelldampfer Cocosfaserstricke besser und billiger als Strohseile, offerirt und sendet Muster gratis und franco Simon Frank, 8363 Halberstadt.________ Pings- STAEBKE Unübertroffenes Fabrikat zum Stärken °°r dem Grobherzoglichen Amtsgerichte ffi’ wächst 7-7 Lnd-sgr-nz-b7 hierselbst bestimmt. 8388! l-g-nes etwas über iroei Morgen großes Gießen, den 16. September 1891. Grundstück zu verkaufen, oder auch bei K, äs sinn Eautionsletstung für Backst-tnh-rstellung Gerichtsschreiber des Großherzoglichen G,stwttth'Bendtt^n°R°dh-tinTS. B. Amtsgerichts. [8360] Arbeitsversteigerung. Donnerstag den 24. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhause versteigert werden: veranschlagt zu Schreinerarbeiten 122,47 «X, Weißbinderarbeiten 68,83 „ Uferbesestigungsarbeiten 190,— „ Gießen, den 21. September 1891. 8387 I. A. Stief, Stadtbaumeister. Montag den 2. November, Nachmittags 2 0.7 cbm. Gasconsum, Regenerativ-Gasheizöten 6 goldene und silb.Medaillen. nit Abführung der Heizgase, für Salons, Wohn-, ■ehlaf- und Krankenzimmer, grosse Säle, Kirchen 6000 Francs Prämie von der Stadt Brüssel tiir besten Gasofen. J. G. Houben Sohn Carl, Aachen. Referenz: Jede Gasanstalt. I Der neue Iahrnanf, det .Illustrirten Welt' Q zeichnet sich durch eint- ganz bedeutende Vermehrung deä belletristischen Teils aus. Der- selbe wird eröffnet durch die beiden hochinteressanten, wannenden Roinane. Die Dell-es Zcheiils. I *Aique-Aß. Don Don Ä. von der C-Kc, Ä. A-rtü-r», denen sich dann in unerreichter ffüsst und Mannigfaltigkeit UnierhnlrungS- und Btldungchtofs mit herrlichem Bilverschmmk anreibt. Tie „Jllustrirte Welt' ift so reckt ein Familien-Iournal ' z im besten Sinne des Wortes. Alle It Tage erscheint ein Heft. 5 — Preis pro Heft nur 30 Pfennig. ----- Abonnements 0 in allen Buchhandlung, u. Zei»uns?.Expeditionen j (diese liefern ein Probeheft auf Verlangen zur 3 Ansicht in« Haus), sowie bei allen Postanstalten. in Kenntnis» zu setzen. Der Academisch - naturwissenschaftliche Verein zu Giessen 8372 Otto Drescher, cand. cam. Die Beerdigung findet Dienstag den 22. September 1891, Nachmittags 1 Uhr, in Steinbockenheim statt. 6550 zu unterstützen, [7982 brauchtcr Herd 8285 die Direction: Lehmann-Helbig befördert durch die Annoncen-Expedition Pferdeknecht [8310 findet Stelle bei AuguK Schlesfinger. Redaction: 21. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'jchcn Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. für diese Zeitung, sowie alle andern Zeitungen u. Fachzeitschriften desln- u. Auslandes werden am schiellsten u. billigster Wintercursus am 2. November a. c. Nähere Auskunft unentgeltlich durch Die Wormser Brauerschule, practische und theoretische Lehranstalt mit Versuchsbrauereien etc., beginnt den 8334] Kaute Mist zu verkaufen. Sehr. Rosenbaum. Unterfertigter Verein erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben Ehrenmitglieder, Alte Herren und Freunde von dem Ableben seines Mitgliedes 7870] Ein «nverheiratheter Bursche zum Fahren mit Pferden gesucht- Zu erfragen in der Exped. d- Bl- Eine tüchtige Ara« oder Mädchen wird tagsüber gesucht. [828S Näheres in der Expedition d. Bl. zeichnet mit der vorzüglichsten Hochachtung Adam Reiners. in allen Größen und Weiten empfiehlt Robert Stuhl Neustadt 23. Nur hefte Qualitäten (keine Fabrtkardeit). Billigste Preise. Karl Lahr, cand. med aus Steinbockenheim (Rheinhessen) Theater - Anzeige. Indem ich die Ehre habe, am Sonntag den 4. Oct. d. J. die vierte Saison im „Neuen Theater“ zu beginnen, bitte ich das lochverehrte theaterbesuchende Publikum gehorsamst, das mir in den Vorjahren gütigst entgegengebrachte Vertrauen auch in der kommenden Spielzeit freundlichst angedeihen zu lassen. Um nun in erster Linie einem langgehegten und vielfach ausgesprochenen Wunsche nachzukommen, habe ich mich entschlossen, die ersten drei Reihen des Sperrsitzes zu einem Parquet mit höheren, und die Estrade zu beiden Seiten als einen für sich nummerirten Platz zu billigerem Preise umzugestalten. Gleichzeitig möchte ich nicht unterlassen, das hochverehrte Publikum auf die umfassenden baulichen Veränderungen des Einganges, welcher, entgegen des früheren Missstandes, jetzt ganz separat von der Strasse bis in den Saal abgeschlossen ist, ergebenst aufmerksam zu machen. An Personal habe ich eine Reihe der tüchtigsten Kräfte durch ganz besondere Opfer für das hiesige Theater gewonnen, und bin überzeugt, dass ich auch nach dieser Seite hin den Anforderungen des hochverehrten Publikums in jeder Beziehung gerecht zu werden im Stande bin. In Bezug auf die Neuheiten habe ich keine Kosten gescheut, die renommirtesten Erzeugnisse der modernen dramatischen Literatur zu erwerben und kommen im Laufe der Spielzeit äusser einer Anzahl guter alter Stücke nachstehende Novitäten zur Aufführung: „Pension Schöller“, „Alfreds Briefe“, „Ein Teufel“,. „Das zweite Gesicht“, „Citronen“, „Ilse“, „Sie wird geküsst“, „Seine Schwestern“, „Das verlorene Paradies“, „Schön Rothtraut“, „Der Unterstaatssecretär“, „Grossstädtisch“, „Die Haubenlerche“, „Die Kinder der Excellenz“, „Die Stützen der Gesellschaft“, „Der Schatten“, „Die Frau von Meere“. An hervorragenden Gästen ist es mir gelungen, das von voriger Saison rühmlichst bekannte Fräulein Thessa Klinkhammer zu einem sechsmaligen Gastspiel zu gewinnen. Äusser dieser^ wird noch die gefeierte Heroine des Weimarer Hoftheaters, Fräulein Hildegard Jänicke, ein viermaliges Gastspiel absolyiren. Da nun die erhöhten Anstrengungen in dieser Saison meinerseits auch naturgemäss eine regere Betheiligung von Seiten des hochverehrten Publikums erfordern, sehe ich mich veranlasst, das Abonnement,, welches auf 66 Vorstellungen berechnet ist, in zwei Abteilungen einzurichten, und zwar die erste Abteilung vom 4. Oct. bis 22. Dec. (35 Vorstellungen), die zweite Abteilung vom 29. Dec. bis 3. März (31 Vorstellungen). Der Abonnementspreis beträgt für die erste Abteilung: Parquet (20 Karten) 30 Mk., Sperrsitz (20 Karten) 20 Mk., Estrade (20 Karten) 15 Mk., erster Platz (20 Karten) 10 Mk. [6268 Zum Schlüsse nochmals die dringende Bitte an das hochverehrte Publikum, mich durch zahlreiche Beteiligung am Abonnement bestens 8230] Ei« freundl. Zimmerchen, mödl. oder unmöbl., sofort r« der- miethen. Schillerstratze IS. AermietPmzea. 8162] Die Mansarde meines Hauses am Afterweg ist an ruhige Leute zu ver- miethen. Eduard Sack U. 8028] Wohnung, 5 Zimmer mit Zubehör und Gartenantheil, zu oermiethen. Eh. Bischoff, Liebigstraße 66. 7646]' Mittlerer Stock, 4 Zim-, Wasserleitung ic., per 1. Octbr. oder später zu oermiethen. Näheres Dammstraße 25. 4568] In meinem Hause, Oftanlage Nr. 39, find per sofort noch zwei schöne größere Wohnungen zu oermiethen A. Keller. Parket-Böden Ä uTb s-inst-r Ausführung in Buch-m und Eich-n-H°l, liefert und legt stets [7024 Aph. Lenz, Schreinerei und Holzhandl. 8030] Ein Logis, 4 Zimmer nebst Zubehör, 300 pr. Jahr, ist zu oermiethen. ________C. Stückrath, Asterweg 47. 8082] Zwei möblirte Zimmer im Nebern Hause zu oermiethen. LouiS Petri 1. 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