der. en« bi« 1W Ab«b , li Mr. ,. .fcffdDCi r'K" T« ß-T» .fct Karger *• Tirb. 'n unterzeichnet« r einen nut tü-tiaer £ ,J**’*t _____Gießen :W jebffl« ,8,L »’S»** Ä«* jO^Orte- ^ost uni iopüi •e«ti»et 84(,. —glilgrtiienw.uj^ ’n,rin (st°°il «"'> ; TroflSSf ilar, S*S*M^»N. gift Georg, Hand-l^ärtner, ^epTutTcr’ Schcr gesch ___Labnstraße Nr. it, Mäscken suchen Stellen iii h zuw 1. April durch a« rvarr, Marktfirake M tüchtiger- Räbchen ld Hüv-arbeit flefecht We^ teilt: tnw 2, Parterre ZaufrMxn ßtfudit.1 4t, Hf. RtfuAt ein tWi^vMLW der Wer. WMorstr^// irtcnarbcttii , m Steins KM •tn Lehrling ir Schulbildung findet pifaj i Zudifltfdiäft SteBunfl. M b.etungen schriftlich sub Uj\ läder 1891 Rr. 45 Zweites Blatt. Sonntag den 22. Februar Weßener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger Anrt§- und fSr den "Kreis (Sieben ■ .'.ttgiS! ■W Ä3e Annonckn-Bureaux dc- In- und Ätullanbel nehmrv Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme ton Anzeigen zu der Nachmittag- für den jntgr ide« Tag erscheinenden Stummer bi« Sonn 10 Uhr. Vie Gießener »erdev dem Anzeiger ^Hcherttlich dreimal d eigelegt. Der Stetzrner Anzeiger erschrinl täglich, Wit Ausnahme deS Montag». findlichen, nicht epidemisch Erkrankten im Hoöpital oder sonst geeignet erscheinenden Räumen untcrgebracht, die in Folge einer Epidemie Erkrankten dagegen in die Jsolirbaracke gelegt werden können. — lieber die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für daS Jahr 1890/91 berichtet als ältestes Mitglied der Finanz * Commission Herr Stadtverordneter Hombergcr. Die Commission hat in drei Sitzungen die Rechnung nebst Belegen geprüft und außer einigen kleinen, durch Nachfragen leicht zu beseitigenden Anständen nichts zu beanstanden gefunden, so daß sie die Ge nehmigung der Rechnung beantragen konnte. Es wird dementsprechend beschlossen. — Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Heße«. Die Mainzer Handelskammer hat beschlossen, betr. der geplanten Obst- und Weinbauschule in der Provinz Rhein- Hessen an das Großh. Ministerium das Ersuchen zu richten, Mainz als Sitz der Schule zu wählen. — In Folge de» niedrigen Wasserstandes konnte am 18. d. M. bei Weise na» ein alter, seit undenklicher Zeit im Rheine lagernder Eichen- stamm geländet worden, der am unteren Ende den respec- tablen Durchmesser von nahezu 1 ,/2 Meter hat. — Eine« in eine Brauereiwirthschast zu Mainz eintretenden betrunkenen Burschen wurde das verlangte Bier verweigert. Dieser halb aufgebracht, drang der Bursche kurz darauf in Gesellschaft von fünf Genossen in das Local wieder ein; die Rotte wurde aber an ihrem Vorhaben, den Wirth zu züchtige», durch gerade anwesende Brauburschen so nachdrücklich verhindert, daß sich zwei von ihnen die erhaltenen Wunden verbinden lassen mußten. — In Kastel wurde am 18. d. M. ein großes Quantum wegen Mindergewicht confiscirteö Brod unter die Armen vertheilt. — Die von der Direktion des Realgymnasiums und der Realschule in Worms veranlaßte Abstimmung über Aenderung oder Beibehaltung der jetzige» Stundeneintheilung hat mit großer Majorität die Meinung der Eltern für Beibehaltung des Nachmittagsunterrichts in seitheriger gewohnter Weise ergeben. — Die Stadtverwaltung zu Bingen hat beschlossen, mit dem Inkrafttreten der neuen Feuerlöschordnung am 1. April den vollständigen Feuerlösch- und Rettungsdienst der freiwilligen Feuerwehr zu übertragen. Die seitherige städtische Feuerwehr wird aufgelöst und deren Mitglieder in die freiwillige Feuerwehr cin- gereiht, die Stadt übernimmt die Gesammtkosten der Einrichtungen. — Ein curioses Gesuch richteten die Bewohner der Emmeransgasse in Mainz an die dortige Bürgermeisterei, nämlich die dort belegene Knabenschule in eine Mädchenschule umzuwandeln. Die Buben machten zu viel Lärm niß zum Bauen auf dem zwischen dem künftigen Güterbahn- ! Hose und der Lahn gelegenen Gelände hat die Baudeputation ; beantragt, demselben nicht stattzugeben. Sie erklärte es un- i geachtet der Bestimmungen in Art. 5 des OrtsbaustarntS, nach welchem die Genehmigung zum Bauen außerhalb der im Stadtbauplan sestgestellten Bauquartiere in der Regel nicht zu ertheilen ist, für zweckmäßig, wenn sich die Stadt freie Hand für eine später nöthig werdende Feststellung von Bebauungsplänen, namentlich in Bezug aus Anlage von Straßen, sichere. Es wird, dem inzwischen eingegangenen Anträge des Gesuchstellers entsprechend, beschlossen, die Beschlußfassung über das Gesuch auszusetzen. — DaS Gesuch des Herrn Franz Nolte um käufliche Ueberlasiung des von demselben gepachteten und mit einem Geschäftslocale nebst Wohnung bebauten Geländes an der neuen Cascrne (Licherstraße) wird, unter Genehmigung der von der Baudeputation beantragten Verlängerung des bestehenden Pachtvertrages auf drei Jahre, abgelehnt. Da in der Sitzung vom 5. Februar beschlossen worden, das Gesuch an die Baudeputation behufs Feststellung des Preises bei event. Verkaufe des betr. Geländes zurückzuverweisen, so hat dieselbe beantragt, bei einem Mindestverkauf einer Fläche von 300 Quadratmeter, anstatt der von dem Gesuchsteller beanspruchten 170 Quadratmeter den Preis auf 8 Mk. pro Quadratmeter, festzusetzen. — Das Gesuch der Handwerkerschule um Überlassung des Zeichensaales der höheren Töchterschule zur Ausstellung von Zeichnungen während der Dauer der Schulferien wird genehmigt. — Bei Vergebung des S t r a ß e n n n t e r h a l t u n g s- mater ials haben sich bezüglich der Anlieferung von Lahnkies und des Fahrens der Straßenwalze Mehrforderungen gegen den Voranschlag ergeben. Es wird Herrn Rinn in Heuchelheim auf sein Angebot von Mk. 2,80 per Kubikmeter Lahnkies und Herrn Haubach hier, welcher für das Fahren der Straßenwalze mit einem Paar Pferden pro Stunde Mk. 1,30 forderte, der Zuschlag ertheilt. — In der Sitzung vom 5. Februar wurde beschlossen, Großh. Direktion der neuen Klniken die seither als Baubureau benutzte Jsolirbaracke zur Ausnahme von hiesigen Kranken zur Verfügung zu stellen und entsprechend auszurüsten, ohne daß dadurch eine Beeinträchtigung in der Ausnahme der vertragsmäßig einzuweisenden armen Kranken in die Kliniken selbst herbeigesührt werde. Die Großherzogl. Direktion hat das Anerbieten im Einverständniß mit Großh. Ministerium angenommen und letzteres nur noch auf die Noth- wendigkeit aufmerksam gemacht, daß dann die Stadt im Falle Auftretens einer Epidemie für andere geeignete Räume sorgen möge. Es wird beschlossen, Vorsorge für den Fall einer Epidemie dahin zu treffen, daß die in der Jsolirbaracke beveirtsche- Reich. Berlin, 20. Februar. Kaiserin Friedrich weilt nebst ihrer jüngsten Tochter, Prinzeß Margarethe von Preußen, augenblicklich in Paris, wo die hohen Herrschaften auf ihrer Reife zum Besuche des englischen Hofes für einige Tage Station gemacht haben. Man darf daS Ereigniß gewiß als einen Beweis der gegenwärtigen befriedigenden Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich betrachten, denn Kaiserin Friedrich und Prinzeß Margarethe sind die ersten Mitglieder dcs preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses, welche seit Beendigung des deutsch-französischen Krieges nunmehr wieder den Boden Frankreichs und speciell Paris betreten haben. Sicherlich ist dieser Schritt nicht ohne vorherige Zustimmung Kaiser Wilhelms erfolgt und deshalb gewinnt der ganze Vorgang eine gewisse politische Bedeutung im Sinne einer Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Dieser Auffassung entspricht auch vollkommen die sympathische Aufnahme, welche Kaiserin Friedrich seitens der Pariser Bevölkerung zu Theil geworden ist und ebenso nimmt die Presse der französischen Hauptstadt dem Besuche der erlauchten Gäste aus Deutschland gegenüber eine durchaus freundliche Haltung ein. Die Kaiserin wohnt mit ihrer Tochter im Gebäude der deutschen Botschaft; die Weiterreise nach England soll, soweit bekannt, am Dienstag erfolgen. Sierrtliainriflet JUaHNenttttUprcte - 2 Mark 20 Psg. «tzr Bringcrloh«. Durch bic Post bezog rr 2 Mark 50 Pfg. Webaction, Gxprdwr« und Druckern: -chutstratze Anmjprecher 61 Locale» Mit« provinzielles. Gießen, 21. Februar. — Sitzung der Stadtverordneten vom 19. Februar. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorfs, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Heyligenstaedt, Hornberger, Jug- Ihardt, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schmall, Schopbach, Simon, Dr. Thaer und Wallenfels. Die auf der Tagesordnung stehenden Gesuche um Er- theilung der Concession zum Wirthschastsbetrieb werden be- fürtoortet. Kaspar Heinzerling beabsichtigt im ehemals Schäfer'fchen Hause, Schiffenbergerweg 54, eine Wirth- ychast zu errichten, Philipp Rühl die Wirthschast zum ,Kronprinzen" (Wolf- und Licherstraße) weiter zu betreiben. — Herr Eberhard Fen st er beabsichtigt, den vor einiger Zeit abgebrannten Theil eines Hintergebäudes wieder aufzu- fcauen und bewohnbar zu machen. Mit Rücksicht daraus, daß eine Stockwerksaufsetzung wie die geplante den baupolizeilichen Bestimmungen zuwiderläuft, wird das Gesuch beanstandet. — Zu dem Gesuche des Herrn Georg Schäfer um Erlaub- । ■ । ■ ......... ■ ■ । um ii I "gewr*—■ ■■"■'■-■■r Gratisbeilage: chießener Jamikienblätter --- —----------i > -häKCatotl'M-O* . iiK*8L';WWNW Feuilleton. Der einzige Sohn. Novelle von I. Bonnet. (7. Fortsetzung.) Mit dem Inspektor durchritt und durchschritt Arthur die Feldmark und die Scheunen und Ställe, nut der Wirtschafterin musterte die junge unerfahrene Herrin ihr häusliches Gebiet. Ihm fiel es leichter, sich einzugewöhnen, als ihr. Denn wie er langer als ein Jahr als Lehrling auf einem Gute unter vorzüglicher Anleitung zugebracht, so hatte er auch in Amerika als Ackerknecht auf einer großen Farrn sich mancherlei Kenntnisse erworben und Erfahrungen gesammelt, tteberhaupt sand er sich mit spielender Leichtigkeit auch in noch Unbekanntem zurecht. Sie hingegen vergoß manche heimliche Thräne über ihre Unwissenheit, die ihr aus Schritt und Tritt zum Bewußtsein kam. Jndeß, hatte sie einmal eine Aufgabe übernommen, so setzte sie auch alles daran, die beste Lösung zu Stande zu bringen. Keine Stunde war ihr zu früh, keine zu spät, bei allen Geschäften beteiligte sie sich selbst, verhehlte nicht ihre Unkunde vor der erfahrenen Wirthin, .ließ sich anweisen, sah ihr von den Händen ab und fühlte mit den Fortschritten auch die Freudigkeit wachsen. In der Nachbarschaft wurden Besuche gemacht, die eine ^erbe Demüthigung zur Folge hatten, da sie unerwidert Hieben. Keiner der adeligen Besitzer ließ sich sehen, nur der Pastor erschien freundlich und ließ es auch, nachdem seine Frau von einer Reise zurückgekehrt war, an einer Einladung «icht fehlen. Arthur empfand die Zurücksetzung mit einem wahren Hngrimm, da er sie, ohne sich schuldlos zu fühlen, als auf ‘feine Person, seine Vergangenheit gemünzt erkannte, obwohl er vor seiner Frau geflissentlich dem junkerhaften Dünkel schuld gab. Der Pastor aber genügte ihm nicht; seine Weltanschauung fei unbeschränkt, erklärte er, und übrigens sei ihm der ganze Stand unleidlich. Marie ihrerseits war im Innern froh darüber, daß ihnen die Abweisung der Nachbarn zur Nöthigung ward, den Mittelpunkt des Lebens im eigenen Hause sestzuhalten, und mit dem Pastorat verband sie bald das Gefühl gegenseitiger Achtung. Monate ruhigen, gleichmäßigen Wirkens und Schaffens vergingen so. Allmählich ließ sich bei Arthur eine gewiste Unruhe wahrnehmen, die auch wohl als Mißvergnügen und Unzufriedenheit hervortrat. Den tüchtigen Inspektor, der sich eigene Ansichten erlaubte, hatte er längst sortgeschickt und dafür einen solchen genommen, der ihm in Allem zum Munde redete. Von ihm fand er auch nur Zustimmung zu dem Plan, den Hofraum zu erweitern, die Stallgebäude umzubauen, eine andere Äiehwirthschaft einzuführen. Marie vermochte ihm nicht hindernd in den Weg zu treten, da er ihr mit Recht entgegenhielt, daß sie von solchen Dingen nichts verstehe. Aber ein geheimes Bangen überkam sie bei seinen weitgehenden, kostbaren Entwürfen. Durch den Inspektor auf lhren Mann einzuwirken, gerieth fehl, ein höhnisches Grinsen zeigten ihr, wie der recht daraus aus sei, dem für ihn blindlings eingenommenen Herrn die gefährlichen Wege noch zu ebnen. Seine Baupläne führten Arthur häufig in die Stadt, immer häufiger. Marie empfand, daß ihm die lodernde Gluth der Leidenschaft mehr und mehr erlosch, daß sie nebeneinander hergingen ohne gegenseitige Liebe, die ihm mit der Zeit zu schenken ihr ernstes Kämpfen war. Denn blieb sie aus, erkaltete feine Neigung zu ihr langsam wie ein ungeschürtes Feuer, dann mußte sich der Abgrund öffnen, vor dem ihr entsetzlich bangte. Immer noch war sie im Unklaren über seine Vergangenheit; aber auch sein Charakter, der sich ihr nach und nach offen enthüllte, der ohne edle Kraft, ohne Tüchtigkeit und Stetigkeit war, ließ sie sorgenvoll in die Zukunft schauen. Das waren jedoch vorübergehende Beängstigungen. Ihre sicher aus der eigenen Persönlichkeit beruhenden Art brach ftätig durch. Als eine Pflicht hatte sie auf sich genommen, was sonst im Ueberschwange der Wonne als höchste irdische Gabe hingenommen wird, und dem Wege der Pflicht dachte sie tapfer treu zu bleiben. ‘ Häufig dehnte Arthur seine Besuche in der Stadt bis tief in die Nacht aus und kehrte mit schwerem Kopse wieder heim. Mehr als einmal ward Maricchen an jenen Gesellschaftsabend erinnert, der mit einem so häßlichen Mißklange abbrach und den Anfang zu ihrem künftigen Geschick machte. Aber sie verschloß dergleichen in der eigenen Brust. Geduldig blieb sie aussitzen, auch wenn es tief und tiefer in die Nacht hineinging. Hörte sie bann seinen Wagen, so trat sie ihm mit der Lampe entgegen. Es mochte wohl ein leiser Schatten über ihre Augen flüchtig hingehen, aber ihre Stimme klang hell, wenn sie ihn begrüßte, er sand irgend eine Aufmerksamkeit vor, die ihn erfreue« mußte; Seelengüte erhascht z« jeder Zeit eine Gelegenheit, wie Sonnenschein zu wirken. Nie machte sie ihm einen Vorwurf, aber eine freundliche Frage entfuhr gern ihren Lippen i „Wo bist Du gewesen? Wie ist es Dir ergangen ?" Das that ihr am wehesten, wenn er sie dann offenbar belog, statt ihr einfach die Wahrheit zu sagen. Er schämte sich vor ihr und dies mochte ein gutes Zeichen fein. Doch die fatale Lüge? Der Lüge, gleichviel welcher Art, war sie am entschiedensten feind. In der Lüge lag ihr die Wurzel alles Unheils. Die mußte sie ausrotten bei ihm, auf jeden Fall! Und wirklich, die kleine Frau lag dagegen zu Felde mit ebenso viel Geschick wie Ausdauer, für die sie sich immer von Neuem Kraft in der Stille erholte. Er aber fühlte sich an einem äußerst empfindlichen, schmerzhaften, gleichsam eiternden Punkte berührt und von ihr erkannt in seiner Art, was ihm, der gewohnt war, zu verheimlichen, doppelt ärgerlich war. (Fortsetzung folgt.) heißt es in der Begründung. — An der Landungsbrücke des Trajectbootes zu Mainz wurde am 19. die Lerche eines seit Fastnacht verschwundenen Dienstmädchens gelandet. Mau vermachet, daß das Mädchen aus Furcht vor Ungelegen- heiteu wegen spätem Nachhausekommen sich das Leben gekommen. Am gleichen Tage wurde die Leiche eines Sand- särcherS geländet, der in der Nacht von Samstag aus Sonntag aus bisher unaufgeklärte Weise in den Rhein fiel. Vermischtes. Frankfurt t. M, 19. Februar. Auf dem Wege zum Amtsgericht trug sich heute Vormittag ein tragischer Fall zu. Die für 9 Uhr fälligen Sachen waren aufgerusen; ihnen folgten die Termine, die auf 10 Uhr bestimmt waren. Ein betagter Mann eilte, als er seinen Namen hörte, die Treppe rmpor, setzte sich aber auf dem halben Weg nieder und blieb Unbeweglich sitzen. Im Gerichtssaal wurde seine Sache verhandelt und da er nicht erschienen war, er in seiner Ab- Wesenheit zum Auszug verurtheilt. Das Urtheil wäre nicht Röthig gewesen- wahrend man seinen Fall verhandelte, hatte rin plötzlicher Tod seinem Leben ein Ende gemacht. Eingesandt. Gieße«, 20. Februar. Der Gesangverein rieverkranr dahier bot am vergangenen Sonntag, den 15. d. Mts., durch seine humoristische Abendunter- Laltung in Steins Saalbau seinen Mitgliedern einen so herrlichen, vergnügten Abend, daß es verschiedene außerordentliche Mitglieder Nicht unterlaßen können, hier nochmals darauf zurückzukommen. Dir find ja von jeher daran gewöhnt, von diesem Verein nur Gutes, Schönes und Gediegenes zu hören und haben uns auch diesmal nicht in unseren Erwartungen getäuscht. Das mehrere Tage vorher unter Len Mitgliedern versandte Circular kündigte ein reichhaltiges, mannigfaltiges und interessantes Programm an und verfehlte auch seinen «weck nicht, denn der große Saal war bei unserem Erscheinen bis ans das letzte Plätzchen bereits gefüllt, nur ein verhältnißmaßig kleiner Raum war für den nach dem Concert arrangirten Tanz frei «blieben. Die von der Regiments-Capelle entnommene Musik spielte ihre in das Programm etngereichten Piece» mit Sicherheit und Präcifio» ab und gebührt ihr dafür alles Lob. Als Cborlteder hatte der Verein gewählt: 1. Flotte Sänger von Peuschel, Nr. 2 des Programms 2. Kladderadatsch „ Schreiner, „ 8 „ 3. Sängercommers ,, Böhme, „ 10 „ „ 4. Mein Schatz und ich „ Piche, „ 16 „ „ welche alle ohne Ausnahme, unter der größten Ruhe und Spannung Her Zuhörer, meisterhaft vorgetragen wurden. Die nicht ende» Vollenden Beifallsbezeigungen bekundeten die bedeutende Wirkung, welche sowohl der wohlgelungene Vortrag, als auch der humoristische Inhalt der Lieder auf die Zuhörer gemacht hatte. Das eingelegte Lustspiel: „Als Verlobte empfehlen sich" von Wickert, Nr. 4 des Programms, von Dilettanten des Vereins aufgeführt, wurde so vorzüglich gespielt, daß ebenfalls endloser Applaus die Mitwtrkenden ehrte. Man muß sagen, baß jedes der Mitwtrkenden mit dem richtigen Ver ständniß seine Rolle durchführte. Verkehr, Land, und Volkswrrchscha^. W. Wiese», 18. Februar. Aus den Aufzeichnungen des römischen Schrtflstellers Plinius wissen wir, daß Aepfel und Birnen in der damaligen Zeit als schlechte Früchte kaum beachtet wurden, weil man nur die wilden Formen kannte. Erst im Laufe der Zeit Dem Wunsche Vieler entsprechend, bitte» wir den »erehrlichrn «orstand, auch in der Folge von Zeit zu Zeit theatralische Aufführungen zuzulasteu, damit auch inacttven Mitgliedern, welchen es nicht möglich ist, sich an dem regelmäßigen Singen zu betheiligen, Gelegenheit gegeben ist, im Interesse des Vereins zu wirken und sich für die Mühe und Oprerwilltgkeit der acttven Mitglieder einigermaßen erkenntlich zu zeigen. . Das Doppel-Quartett „Nur nicht ängstlich" von Kunze (Nr. 14 deS Programms) kam ebenfalls schön und rein zum Vortrag, jebe Stimme war am Platze und das Ganze wohlklingend, harmonisch und von ausgezeichneter Wirkung. . , „ Was nun die Duette 1. „Der verspätete Urlauber" von Heinze, Nr. 6 des Programms, 2. „Moderne Liebe" von Butenuth, Nr. 12 des Programms, betrifft, io haben die beiden Herren, welche dieselben in Costümen vorgetragen haben, ganz Vorzügliches geleistet, ja man darf sagen, daß sie unübertrefflich find. Die Reinheit und der Wohlklang der Stimmen mit dem humoristischen Inhalt der Couplets fesselten die Zuhörer aufs Höchste, weshalb auch stets stürmisch Wtderholung begehrt wurde. Nicht minder war dies bei dem Duett „Die beiden Zeiserl" von Becker (Nr. 15 des Programms) der Fall und machte sich die dazu eingerichtete Schenkwirthschast mit den Gästen sehr gut, namentlich spielte auch der Herr als Schenkwirth seine Rolle ganz vorzüglich. Unübertrefflich aber ist schließlich noch der Herr, welcher die Solis „Particulter Bliemchen aus Dräsen" von Simon (Nr. 5 des Programms), „Tuterututütütü", eine thränenreiche Trauerarie des Bauernburschen Hans von Simon (Nr. 11 des Programms) vortrug. Wir haben schon zu Oefterem und stets zu unserer größten Freude das Vergnügen gehabt, diesen Herrn in seiner comrschen Rolle in dem Verein zu sehen und zu hören, aber seine Leistungen in diesen beiden Piecen übertreffen noch alles Frühere. Die schone Stimme, die Gewandtheit im Spiel und sein urcomtsches Auftreten zogen ihm auch diesmal wieder stürmischen Beifall zu. Bei Da capos legte er stets selbstgemachte Verse ein. . Es ging an diesem Abend von Mund zu Mund, daß der Liederkranz eigentlich viel zu viel aufgeboten habe und man dem Verein nicht genug danken könne für seine große Mühe und Opfer an Zeit. Das Programm war erst gegen 1 Uhr zu Ende und die Ausdauer sämmtlicher Sanger wahrhaft bewundernswerth. Ein darauffolgendes Tänzchen, bei welchem sich ca. 60 Paare beteiligten, schloß gegen 5 Uhr Morgens das Vergnügen. Bei Alledem wollen und dürfen wir aber auch nicht den bewahrten Dirigenten des Vereins, den Herrn Kaufmann vergessen. Dieser Herr hat das erste Verdienst um den Liederkranz, er hat es verstanden, den Verein auf seine Höhe zu bringen, aus den Kräften des Vereins etwas zu machen und scheut vor keiner Mühe zuruck, wenn es gilt, auch Solis, Quartette rc. einzuüben; es ist ihm nichts zu viel und er versteht es, die Gesänge so einzuftudiren, daß kein Tadel übrig bleibt. Nur hierdurch und durch das fortwährende ein- müthige Zusammenhalten der Sänger konnte bis jetzt der Verein mit jedem andern Gesangverein am Platze concurriren und wollen wir hoffen, daß dies auch für alle Zeiten der Fall ist. Möge der Liederkranz immer so fortfahren und der Dank, den er um die Pflege des Gesanges verdient, wird ihm nicht blos von seinen Mitgliedern, sondern auch von allen Seiten stets der schönste Lohn für seine Bestrebungen sein. haben sich infolge einer gewissenhaften Auswahl der vollkommenster? Früchte zur Vermehrung, durch gute Bearbeitung des Bodens, zweckmäßige Düngung, sorgfältige Behandlung der Stämme und richtiges Ausschneiden der Kronen die edlen Sorten entwickelt, welche gegenwärtig in unseren Gärten und Feldern wachsen. Sollen nun untere Obstarten in der Vollkommenheit erhalten werden, in der sie stehen, so müßen wir ihnen die zu ihrem Gedeihen günstigsten Lebensbedingungen gewähren, wozu, wie bereits erwähnt, auch eine ausreichende Düngung des Bodens gehört. Zur Düngung kann man natürliche und künstliche Dungstoffe verwenden. In der Anwendung der ersteren besitzen die meisten Obstbaumzüchter Kenntniß und Erfahrung, wie ich hier und da zu beobachten Gelegenheit hatte; n»r die Art und Weise, wie letztere Verwendung finden, dürfte vielen noch unbekannt sein. o AlS künstliche Düngemittel benutzt man eine aus gleichen Therlen bestehende Mischung von bOprocentigem Chlorkalium und 2Opro- centigem Superphosphat oder Kali-Ammoniak-Superphosphat inb Chilisalpeter. Die beiden ersten Stoffe, von denen man nach Belieben bald den einen, bald den andern verwenden kann, werden im Herbste, soweit die Baumkrone reicht, ausgeftreut und untergegraben oder etwas vom Stamme entfernt in flache Gruben gebracht und tüchtig begossen, den Chilisalpeter streut man im Februar, gräbt ihn aber nicht unter, weil der Regen ihn in genügendem Matze den Bauw- wurzeln zuführt. Herr Professor Dr. Wagner in Darmstadt macht bezüglich der aufzuwendenden Menge folgende Vorschläge: Bei einem starken Obfthochstamme genügt 1 kg der Chlorkalium- und Superphotzphat- Mischung ober 1 kg Kali-Ammoniak-Superphosphat oder Vt kg Chilisalpeter. Bei schwächeren Bäumen verwendet man verhältuitz- mäßig weniger, in feuchtem Boden von Chilisalpeter nur etwa die Hälfte, bei einem größeren Pyramiden-oder Spalierbaum von eine« der beiden ersten Düngemittel etwa 250 g, von dem Chilisalpeter 150 g, bei einem größeren Cordonbäumchen von der Mischung oder dem Kali-Ammoniak Superphosphat 60 g, von dem Chilisalpeter 40 g. Zeigen die Obstbäume schwache Jahrestriebe und kleine Früchte, so ist der Chilisalpeter unbedingt erforderlich, man streue aber davon nicht mehr aus, als oben angegeben ist, indem allzu starke Gaben dieses Mittels schädlich auf die Pflanzenwurzeln wirken können. Haben dagegen die Bäume einen üppigen Holz- und Blättertrieb, aber nur geringe Fruchtbarkeit, so bedürfen sie vorzugsweise d« erwähnten Mischung oder des Kalt-Ammoniak-SuperphosphatS enb man kann den Chilisalpeter weglaßen. Die Düngung mutz jedes Jahr vollzogen werden, unter keinen Umständen darf sie nach einer reichen Obsternte versäumt werden. Eine zweckentsprechende Dünguntz wirkt günstig auf die Ausbildung der Früchte und TragknoSpen befähigt die Obftbäume, den Witterungseinflüssen, Jnsecten und Krankheiten besser zu widerstehen und hilft somit die Miß- und Fehljahre im Obstbau wesentlich vermindern. Möchten diese kurzen Mittheilungen zu Versuchen anregen, umsomehr, da die zu bringenden Opfer an Zeit, Mühe und Geld äußerst gering sind. Schiffsnttchrichten. Bremen, 19. Februar. sPer transatlantischen Telegraph- Der Schnelldampfer Fulda, Capt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Februar von Bremen und am 9. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. -----s---------——.——---— I Schwarze rein wollene Kleiderstoffe (glatt und gemustert) zu Fabrikpreisen vti | 394 <*ebr. Stumm. Holzversteigerrmgen m der Mrstlichm Ode sö'lrerei Hohensolms. I. Am Donnerstag den 26 d Mts. in den Districten Lappenberg und Hollerberg bei Hohensolms: 150 rm Buchen-Scheit- und Prügelholz, 16 „ Eichen-Scheit- und Prügelholz, 33 „ Eichen- und Buchen-Stockholz, 26 Hundert Wellen Eichen- und Buchen-Reisholz, 4 „ „ Nadelholz- und Weichholz-Reisholz, 30 Stück Eichen-Wagner- und Bauholz mit 24,61 km, 3 „ Nadelholz-Bauholz mit 1,81 fm. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf der Chaussee am Dlstrict Hollerberg nahe Hohensolms. II. Am Freitag den 27. d. MtS. in den Districten Buchenberg, Fuchslöcher und Junkernwald: 22 nn Kiefern-Prügelholz, theils 2 m lang, 41 „ Nadelholz-Stockholz, 25 Hundert Wellen Buchen-Reisholz, 91 Stück Fichten-Bauholz I. und II. Cl. mit 30,30 fm, 71 „ Kiefern- und Lärchen-Bau- und Grubenholz mit 16,61 fm, 43 „ Fichten-Stangenholz mit 4,79 fm, 28 „ Kiefern-Stangenholz mit 2,76 fm. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr im District Buchenberg nahe Bermoll. Fortgesetzt wird die Versteigerung: a) im District Fuchslöcher Mittags gegen 12V2 Uhr, b) „ „ Junkernwald Nachmittags gegen P/a Uhr. Hohensolms, den 19. Februar 1891. 1542 Rietsch, Revierförster. Holzversteigerung im Steinbacher Gemeindewald Mirtwoch den 23. Februar 1891, von Vormittags 10 Uhr an, soll im Steinbacher Gemeindewald, District Embach, nach verzeichnetes Holz versteigert werden: 4 Eichenstämme mit 4,40 fm, 3 Fichtenstämme mit 0,98 fm, 40 Fichten-Derbstangen m. 3,95fm 240 Fichten-Rüsstangen mit 4 fm, 11450 Buchen- und Eichen- zweite Durchforstunzs-Wellen, 160 Fichten-Astwellen, 23 Rm. Eichen-Werkscheit, 3 „ Buchen-Scheit. Zusammenkunft an der Kreisstraße Stembach-Oppenrod Steinbach, am 17. Februar 1891. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 1458 Holz-Versteigerung. Mittwoch den 23. d. MtS wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Eichenholz versteigert: 26 Stämme von 15 bis 59 cm Durchmesser und 3 bis 7 Meter Länge, 23 Derbstangen, 7 Rm. Nutzholz, 54 n Scheit, 117 „ Knüppel, 157 , Stöcke, 4000 Wellen Reisig. Die Zusammenkunft ist Vormittags 10 Uhr am District „Hain" in der Winkelschneise. Großen-Linden, 17. Febr. 1891. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 1444 1416] Wir suchen zum 1. April einen Lehrling. C. Röhr & Co. Holzverstelgernng. ’ DirnStaa den 241. u, Mittwoch den 25 d. Mts, j mittags 9 Uhr anfangend, sollen in dem Albacher Gemeindewald, Districten Noderde und Dachsberg, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Kuüppelh. Reish. Stockh. Rmtr. Rmtr. Wellen Rmtr. Buchen 140 160 4000 50 Eichen — 20 3300 6 Nadel — — 3000 14 B. Bau, Werk- und Nutzholz: Holzverst'« ^^Äi1 ":S«L 'SW* ä uud W somit die Mtk-L mindern Möchten diese kio, ihrft10®?’ da die zu brinzsic '«erst gering find. brichtem trMsatlmtischen TelW R. Ringt, vom NordM . 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