1891 Zweites Blatt Nr. 141 Amts- und Anzeigeblatt für den Kveit Gieren. Hratisöeilage: Hießener 5-amttmi6fätfrr Amtlicher Theil «) Sonntag den 21. Juni Me Lnnoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegnt. a) b) —a— : ■ —— Annahme von Anzeige« zu der Nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Geburtrzeugniß; ein Einwilligungs-Attest der Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, jowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit^hierzu ist obrig- keitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugnrß, welcher für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Real- Kaasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen mllitärberechtigten Lehranstalten) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungr-Attest die Unterschrift der Vaters oder Vormundes beglaubigt fein muß. «u pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnifle für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom, 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — Zum Bezirk, in welchem der nächstjährige allgemeine Vereinstag abgehalten werden soll, wurde die Provinz Ost- preußen gewählt. Die Zeit vor und nach den Verhandlungen während der drei Sitzungstage war mit festlichen Veranstaltungen uud Ausflügen in die Umgebung Kiels ausgesüllt. Allgemeines In- teresse bot insbesondere die Besichtigung des Nord-Ostsee- Canals und der Besuch der Kaiserlichen Werft, ebenso wird die Fahrt in die offene See am Abend des dritten Tages allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben. An die allgemeinen Verhandlungen schlossen sich am Freitag und Samstag sehr interessante Excursionen in verschiedenen Gegenden der Provinz Schleswig-Holstein, so eine Wagenfahrt in die Landschaft Angeln mit ihren schönen Weide- wirthschasten und Meierhösen, ferner ein Ausflug nach den Düppeler Schanzen und aus die Insel Alsen. Der diesjährige Vereinstag in Kiel ist als ein weiteres ruhmvolles Blatt in der Entwickelungsgeschichte des Deutschen landwirthschastlichen Genossenschaftswesens zu bezeichnen und werden die dreitägigen Verhandlungen, hoffen wir es, nicht ohne Wirkung aus die weitere Gestaltung des Genossenschaftswesens zum Heil und Segen unserer vaterländischen Land- wirthschast bleiben. ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Siebenter Allgemeiner Vereinslag der Deutschen Landwirthschastlichen Genossenschasten. + Kiel, 14. Juni 1891. In den Tagen vom 9. bis 12. Juni, im Anschluß an die Ausstellung der Deutschen Landwirthschaftsgesellschast zu Bremen, sand hier der achte allgemeine Vereinstag der Deutschen landwirthschastlichen Genossenschaften statt, welcher nach jeder Richtung hin einen glänzenden Verlaus nahm und -eine Reihe von für das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen wichtigen Beschlüssen herbeiführte. Der erste Sitzungstag, Dienstag den 9. Juni, war den geschäftlichen Angelegenheiten des Allgemeinen Verbandes der Deutschen landwirthschastlichen Genossenschaften gewidmet. Der erste Vorsitzende, Kreisrath Haas-Offenbach a. M., eröffnete die Versammlung und begrüßte die erschienenen Vertreter von Verbänden und Genossenschaften, sowie die Gäste des Vereins- iags. Aus allen deutschen Gauen waren Genossenschafter und Freunde des Genossenschaftswesens (etwa 200 an der Zahl) gekommen, um in Kiel den gemeinsamen Beratungen Biertkltährigcr JHoenteeebptetos 2 Mart 20 Pfg. «tt Bringerlohn. Durch die Post bezogt« 2 Mark 50 Pfg. Reboction, Expedttto« unb Druckerei: Achutßratze JrJ. Fernsprecher 51. Der Olr-neer Anzeiger erscheint täglich, ■eit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Mch«rttenßtLttsr werden dem Anzeiger »Schmtlich dreimal beigelegt. beizuwohneu. Auch außerdeutsche Staaten, wie Oesterreich, Ungarn und die Schweiz, hatten Vertreter entsandt. An allen drei Sitzungstagen boten die Verhandlungen ein erfreuliches Bild gemeinsamer Thätigkeit und treuen Zusammenhaltens der Deutschen landw. Genossenschaften. Aus dem Jahresbericht der Anwaltschaft ist zu entnehmen, daß das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen auch im ab- gelausenen Berichtsjahre einen erfreulichen Aufschwung gewonnen hat. Die Zahl der Creditgenoffenschasten beziffert sich derzeit auf etwa 2130, diejenige der landwirthschastlichen Consumvereine auf 1050 und diejenige der Molkereigenoffen- schasten auf ca. 1000. Sonstige landwirthschaftliche Genossenschaften existiren noch etwa 140, so daß die Gesammtzahl aller landwirthschastlichen Genossenschasten im Deutschen Reiche gegenwärtig etwa 4300 beträgt. Von diesen sind im Ganzen ca. 3600 dem Genossenschastsgesetz vom 1. Mai 1889 unterstellt, die übrigen existiren als sogenannte sreie Vereinigungen. Dem Allgemeinen Verbände der Deutschen landwirthschastlichen Genossenschasten gehören zur Zeit 21 Bezirks - Verbände mit etwa 1400 Genossenschasten und über 100,000 Mitgliedern an. Am zweiten Verhandlungstage wurde in Sectionen getagt. In der Sectionssitzung für Creditgenoffenschasten, unter dem Vorsitze des Oeconomieraths vonLangsdor s-Dresden, gelangten unter Anderem aus Antrag des Verbandes der hannoverschen landwirthschastlichen Genossenschasten folgende Re- । solutionen zur Annahme: 1. Bei einer genügenden Anzahl von ländlichen Spar- uud Darlehenskassen in einer Provinz oder einem entsprechenden Landestheile empfiehlt fich die Errichtung einer Geldausgleichstelle für dieselben. 2. Die geeignetste Form für die Geldausgleichstelle ist die Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 3. Um die Creditsähigkeit der Geldausgleichstelle möglichst auszudehnen, ist es erforderlich, die Haftsumme pro Geschästsantheil nicht zu niedrig zu bemessen und keinen der Haftsumme gegenüber zu hohen Credit an die Mitgenossen- schafter zu gewähren. 4. Es ist wünschenwerth, einen Geschäftsverkehr zwischen den in Deutschland bestehenden Geldausgleichstellen für ländliche Spar- und Darlehenskassen zur gegenseitigen Aushilfe anzubahnen. Der Vereinstag erklärt die Hinterlegung einer Lebensversicherungspolice bis zur Höhe des jeweiligen Zeitwertes und unter der Voraussetzung der Unanfechtbarkeit derselben zur Sicherung der von den Creditgenoffenschasten zu gewährenden Darlehen, insbesondere zur Ergänzung der bisher üblichen Sicherheitsstellung in hierzu geeigneten Fällen für zulässig. Auch in den beiden anderen Sectionssitzungen für landwirtschaftliche Consumvereine und Molkereigenossenschaften kam es nach Austausch der gemachten Erfahrungen im abgelaufenen Jahre zu wichtigen Beschlußfassungen. Großes Interesse erregte ferner noch ein Referat von Professor Dr. Backhau s-Göttingen über die Veranstaltung einer fortlaufenden Statistik über die Preisbildung und den Gehalt an Werthbestandtheilen bei den Rohstoffbezügen, indeß gelangte die zu diesem Punkte der Tagesordnung beantragte Resolution nicht zur Annahme. In der Hauptversammlung, Donnerstag den 11. Juni, in welcher die Königliche Staatsregierung, die Stadt Kiel, sowie der landwirthschaftliche Centralverein der Provinz Schleswig-Holstein durch ihre resp. Vertreter warme Worte der Begrüßung aussprechen ließen, gab zunächst der Anwalt des Allgemeinen Verbandes, Kreisrath Haas-Offenbach, an der Hand des Jahresberichts ein Bild über die Entwickelung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens seit Einführung des neuen Genossenschaftsgesetzes im Allgemeinen, woraus der Geschäftsführer des schleswig - holsteinischen Consumvereins- Verbandes, Biernatzki-Voorde, einen interessanten Vortrag über die geschäftliche Entwickelung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens in Schleswig-Holstein hielt. An das Referat des Rechtsanwalts Bockelmann-Ktel über das Thema: „Welche Erfahrungen sind bezüglich der Anwendung des neuen Genossenschastsgesetzes im Verkehr mit den Register-Gerichten gemacht worden?" knüpften sich sehr interessante Mittheilungen namentlich seitens der zu einer besonderen Sitzung zuvor zusammengetretenen Revisoren aus verschiedenen Verbänden über Vorkommnisse im Verkehr mit den Register-Richtern. Zum Schluffe referirte noch über die Grundsätze und Formen für die Aufstellung und Veröffentlichung der Ver- mögens-Therlnehmer (§ 4, Ziff. 3 und 31 d. G.-G.) An- waltschastssecretär Ihrig - Offenbach und gelangten entsprechende Resolutionen zur Annahme. Wchener Anzeiger Kenerat-MnzAger. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freimütigen Dienst aus Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig fteiwilligen Dienst nachfuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen. Den, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende int Großherzogthum Hessen gestel- I lungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig fteiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen- 5) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Brieftapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: vermischter. * Für Theilnehmer an der Schlacht bei Königgr'ätz und Besucher des dortigen Schlachtfeldes. Das Comite zur Erhaltung der Denkmale auf dem Königgrätzer Schlachtselde hat nach vollständiger Instandsetzung der denkwürdiger Wahlstatt vom 3. Juli 1866, wo es 270 Denkmale den gefallenen Helden errichtete und renovirte, seine Thätigkeit durch die Herausgabe eines „Führer über das Schlachtfeld bei König- grätz" beendigt. Der reich illustrirte und schön ausgestattete „Führer" enthält neben einer übersichtlichen und getreuen Beschreibung der Schlacht vom 3. Juni 1866 eine Präeise Beschreibung des Schlachtfeldes, einen Wegweiser für Besucher desselben, sowie ein vollständiges Verzeichniß aller Denkmale mit Angabe Derjenigen, die unter ihnen den ewigen Schlas ruhen. Eine genau gearbeitete Karte erleichtert den Besuch des Schlachtfeldes und die Verfolgung der Entwicklung der Schlacht. Es ist selbstverständlich, daß dieser practische, auf Grund eigener Erfahrung verfaßte „Führer" in den weitesten Kreisen freudig begrüßt sein und die größte Verbreitung finden wird. Der Preis wurde für das brochirte Exemplar auf 1 Mk., für ein fein gebundenes Exemplar auf 1.50 Mk. festgesetzt (franco 10 Pfg. mehr) und nimmt jede Buchhandlung sowie Herr JUDr. Tausig, Mitglied des Comites in Königgrätz, Bestellungen entgegen. Wir empfehlen das Buch bestens. ♦ Ein das Interesse weiter Kreise herausforderndes Preisausschreiben erläßt die Redaction von „Schorers Familienblatt". Es ist dies ein Preisausschreiben für Amateurphotographen, deren Zahl sich nach vielen Tausenden beziffert. Namentlich zur schönen Sommerszeit, wenn die Liebhaber dieser Kunst draußen in der Sommerfrische weilen und durch Aufnehmen aller möglichen Dinge sich die Zeit vertreiben, werden zahllose Bilder zu Tage gefördert. Um nun dies oft noch ziellose Photographieren in ersprießlichere Bahnen zu lenken und dem Eifer der Amateure einen Ansporn zu geben, wird dies Preisausschreiben erlassen. Als Preise sind ausgesetzt: 1. Ein Dreirad im Werthe von 450 Mk. 2. Eine Originalzeichnung „ „ „ 200 „ 3. Eine Schreibmaschine „ „ „ 75 „ Ueber das Nähere gibt die Redaction von „Schorers Familienblatt" (Berlin SW., Dessauerstraße 4) Auskunft. Dies Preisausschreiben empfehlen wir allgemeinster Beachtung. * Die Zahl der deutschen ArbeiterColouieen ist jetzt auf 22 gestiegen- Erlach in Württemberg ist die neueste. Die erste Arbeitercolonie ist am 22. März 1883 eröffnet worden, es war Pastor v. Bodelschwinghs Schöpfung Wilhelmsdorf - 1883 kamen 5 andere dazu, 1884 wieder 5, 1885 nur 2, 1886 3, 1887 keine, 1888 4, 1889 1, 1890 keine, 1891 bisher 1. Diese Colonieen können insgesammt 2685 stättelose Wanderer unterbringen und müffen im Winter gelegentlich noch mehr beherbergen, im Sommer sind sie dagegen oft nur spärlich besetzt. Bis zum 1. Mai waren in diesen Anstalten 44,539 Personen ausgenommen, von denen 1788 noch anwesend waren. * Paris, 14. Juni. Eine hübsche, in ihrer schlichten Tragik ergreifende Episode aus dem Leben des Gouverneurs des sranzösischen Jnvalidenhauses, Generals Sumpt, dessen Tod jüngst gemeldet wurde, berichtet der Pariser „Figaro": Der General hatte sich soeben mit einem Fräu- lein Pelletan verlobt, als im Juli 1870 die Kriegserklärung ersolgre. Er war damals ein stattlicher Offizier, eine prächtige, vornehme Erscheinung. Als er aber nach Monaten aus dem Kriege zurückkehrte, waren ihm beide Arme amputirt worden. Der so Verstümmelte wollte hochherzig der Braut das bindende Wort zurückgeben. Diese, nicht minder hochgesinnt, erklärte, daß sie jetzt noch viel stolzer aus die Tapferkeit ihres unglücklichen Gatten sein würde. Und die Hochzeit sand statt. Fräulein Henriette Pelletan ist die Enkelin des Leibarztes Napoleon I. * Originelle Wette. Man schreibt dem „N. W. T." aus München: Eine Wette, die an Curiosität nichts zu wünschen übrig läßt, kommt in dieser Woche zwischen hier und Wien zum Austrage. Zwei Mitglieder des hiesigen Velocipedclubs „Germania" haben mit 1000 Mk. Einsatz gewettet, daß der eine der Contrahenten per Bicycle schneller nach Wien und von dort wieder nach München zurückkommt, als der andere anderthalb Millionen Striche auf das Papier zu zeichnen im Stande ist. Der Distanzfahrer, wie der „Strichlmacher" werden durch bestimmte Mitglieder der „Germania" über- rvacht. Für die Striche ist das Maß angegeben und wurden einige rubrizirre Bögen angefertigt. Man glaubt, daß der Distanzfahrer siegen werde. — Herstellung von JohanniSbeerwein. Rothe und weiße Johannisbeeren werden mttemander mtltelst eines Tuches zerquetscht und der Saft ausgerungen. Die im Tuche zurückbleibenden Beeren werden im Haushalt zur Bereitung von rother Grütze verwandt. Auf 3 Liter des gewonnenen Saftes werden dann 2 Liter Waffer und 3 Pfund Zucker zugesetzt und das Ganze in ein Faß gethan, welches jedoch nicht ganz gefüllt werden darf und offen stehen bleiben muß, bis die Gährung ganz vorüber ist. Im nächsten Frühjahr wird der Wein abgezogen und ist zum Genuß fertig. — Ursache de- Fallobstes. Die Ursache des Fallobstes ist meistens der Apfelwtckler, namentlich bei Apfel- und Birnbäumen. Anfangs Juni legen die Weibchen ihre Eier je eins in die jungen I Früchte. Die sich aus ihnen entwickelnden Raupen fressen fick bald bis ins Kernhaus, verzehren zunächst dieses und dann das äußere Fruchtfleisch. Namentlich die feineren Obstsorten werden von dem Schmetterling, der sich durch einen metallisch glänzenden Sammtfleck an den Spitzen der oberen Flügel kennzeichnet, zur Eterablage aufgesucht. Noch bevor die wurmstichige Frucht vom Baume fällt, läßt sich meistens die fleischfarbige Raupe an einem Faden zur Erde, kriecht dann am Baume hinauf, um sich hinter Rtndenschuppm rc. zu verpuppen. Namentlich hinter den Brumataringen kann man sie oft in großer Zahl finden. Schon Ende Juli kommt häufig eine neue Schmetterlings-Generation zur Welt, um von Neuem Eier in die noch übrig gebliebenen Früchte zu legen. WaS zur Vertilgung gethan werdm muß, ergibt sich schon zum Thetl aus dem Vorstehenden. Vor allen Dingen sind die Raupen in den Rindenspalten der Obstbäume zu vertilgen. Das Anlegen eines Blumatartnges auch während des Sommers ist vortheilhaft, einmal um Raupen zu veranlassen, sich hinter demselben zu verpuppen, andererseits um höher kletternde auf dem Leim zu fangen. Der Leim muß jetzt jedoch dickflüssiger sein und öfter erneuert werden, als zur Zeit wo man die Ringe des Frostspanners wegm umlegt. Das Fallobst muß gesammelt und vernichtet werden. Citeratttr «nd Arrnst. — Es war jedenfalls ein kühner Schritt, eine neue Zeitschrift wie ,A«S fremden Zirngerr" (herausgegeben von Prof. Joseph Kürschner, redigiurl von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt), die von vornherein mit dem verzeihlichen Vorurtheil zu kämpfen hatte, nationale Wege nicht zu verfolgen, mit einem Roman von Zola zu eröffnen. Die bisher erschienenen Hefte (Preis L 50 Pfg.) haben indeß bewiesen, daß eine bestimmte Tendenz damit nicht angedeutet werden sollte, sondern daß es dem Herausgeber vor Allem darauf ankam, die hervorragendsten Autoren des Auslandes ohne Rücksicht auf ihre politische, sociale, religiöse und künstlerische Richtung darin zu Worte kommen zu lassen. Die Auswahl des bisher Gebotenen ist ebenso vielseitig als geist- und geschmackvoll. Es erschienen aus dem Französischen: Zola „Das Geld", Coppöe „Eifersucht", Daudet „Der Affe", aus dem Englischen: Ouida „Syrlin", Whitman „Deutsche Cultur", Bret Harte „Das Erbtheil in den Dedlow-Marschen", Stockton „Der Seeteufel", aus dem Russischen: Tolstoj „Wandelt im Lichte", Turgenjew „Genug", aus dem Italienischen: Serao „Phantasie", Verga „Ländliche Ritterlichkeit", aus dem Schwedischen: Getjerstam „Schneewinter", aus dem Isländischen: Pülsson „Sigurd der Bootsführer" und aus dem Ungarischen: Kabos „Vogel ohne Schwingen". Der neuen Zeitschrift wäre eine weite Verbreitung dringend längst zu wünschen. Die neueste deutsche Literatur bedarf einer Auffrischung durch neues Blut. Sic bewegt sich nur noch auf ausgetretenen Pfaden und krankt an einem bedenklichen Mangel an Muth, Ueberzeugungstreue, Originalität und Schöpferkraft; Keiner schreibt und spricht, wie ihm umS Herz ist, frisch von der Leber weg, sondern wartet auf Directiven von unten und oben. Vielleicht trägt „Aus fremden Zungen" dazu bei, der sich vorbereitenden Wandlung die Wege zu ebnen; denn die ausländische Literatur hat die deutsche in den letzten zwanzig Jahren nach jeder Richtung hin überflügelt, und es wäre ja nicht das erste Mal, daß die deutsche Literatur vom Ausland her epochemachende Anregung empfinge. — Unter den deutschen Erzählern ist keiner populärer und hat keiner eine größere Verbreitung gefunden alS Wilhelm Hauff. Welcher deutsche Leser erinnerte sich nicht immer wieder mit Vergnügen der romantischen Gestalten des Georg Sturmfeder und des Pfeifers von Hardt aus dem „Lichtenstein", wer griffe nicht immer gern wieder zu dem „Bild des Kaisers", der „Bettlerin vom Pont des Arts" und dem „Jud Süß"! Von ihrem Verfasser in jugend- lichem Alter geschrieben, athmen die Werke Hauffs die ganze Frische und Lebensfreudigkeit, den warmen Idealismus der Jugend. Sind sie auch nicht tief, so sind sie doch so gesund, anmuthig und farbenfreudig, daß selbst der gereifte Mann sich ihnen immer wieder mit Vergnügen zuwendet. Hauff ist wie kein anderer der Erzähler für das deutsche Haus, den Jeder versteht und den Jeder gern hat. Eine neue, elegant ausgestattete und doch billige illustrirte Ausgabe Hauffs, wie sie die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart augenblicklich veranstaltet, bedarf daher kaum einer besonderen Empfehlung. Sie reiht sich den bekannten Pracht-Ausgaben Goethes und Schillers desselben Verlags durchaus entsprechend an, und dadurch, daß sie in ca. 40 Lieferungen L 50 Pfg. erscheint, wird es auch dem Unbemittelteren ermöglicht, sie zu erwerben. Für die Armen zu Hunderttausenden aus Rußland vertriebenen Juden nehme ich meine Zuflucht zu den mildthätigen Herzen unserer Stadt mit der Bitte, mir Geldunterstützungen für dieselben zukommen lassen zu wollen, die ich mit herzlichem Danke entgegennehmen und an das für deren Auswanderung thätige Comito nach Berlin schicken werde. Rabbiner Dr. Levi. Heugras- Versteigerungen der Fürstlich Solmfischen Rentei Lich. Das Heugras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert: Donnerstag den 25. Juni, Vormittags prLciS 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch« und Strauch- waldwiefe, Gemarkung Burkhardsfelden, zus. 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Freitag den 26. Juni, Vormittags PrLciS 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der Stadt, zusammen 115 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke, nächst der Brühlwiese. An demselben Tage, Nachmittags 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich und von bft großen Teichwiese, Gemarkung Hos Albach, zunächst der Staatsstraße Lich-Gießen, ca. 20 Morgen- Zusammenkunft im Schloßgarten an der Eisenbahnbrücke. Montag den 29. Juni, Vormittags PrLciS 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbesstngen, im Ganzen 130 Morgen Zusammenkunft in Mühlsachsen. Lich, am 13. Juni 1891. Fürstlich Solmsische Rentei. Kreiling. 5560 MMenoerkaus. Familienverhältniffe halber soll am Mittwoch den 24. Juni I. I., Nachmittag- 3 Uhr, an Ort und Stelle aus der Heuchelheimer Mühle die der Konrad Volkmann II. Ehefrau zu Heuchelheim gehörige Besitzung, die Heuchelheimer Mühle, bestehend aus einer gut eingerichteten Mahlmühle mit drei Gängen und Walzenstuhl, guter Wasserkraft und Dampfbetrieb nebst unmittelbar bei der Mühle gelegenen 10 Morgen besten Ackerlandes u. Wiesen unter den im Termine bekannt gegeben werdenden Bedingungen freiwillig Versteigert werden. Zur Mühle gehört ein Wohnhaus mit sechs geräumigen Zimmern und großem Keller, bedeutende Lagerräume und eine Bäckerei. Das Besitzthum, auf welchem feit uralten Zeiten eine gut besuchte Wirthschaft betrieben wurde, ist in bestem Zustand und eignet sich in Folge seiner günstigen Lage und großen Räumlichkeiten zu jedem anderen Ge- fchästsbetrieb. Bei annehmbarem Gebot findet der Zuschlag sofort statt. [5643 Nähere Auskunft ertheilen die Rechtsanwälte Dlery 4? Metz in Gießen. Bekanntmachung. Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfervfprecheinrichtuug in Gießen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mit der genannten Stadt- fernsprecheinrichtvng verbinden wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bi- zum 1. Juli d. J-. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Rur für die bis zujdiesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächstjährigen ersten Bauabschnitt zur Ausführung gelangen. Darmstadt, 4. Juni 1891. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Clavel. Ausschreibung. Die unterzeichnete Commission beabsichtigt ungefähr 20 Ctr. Tuchleisten, 20 „ alte Tuchlappen, 12 „ altes Futter, 6 „ alte Drillabfälle, 2 „ neue weiße Futterabfälle, 1 „ neue schwarze „ 10 „ neue Tuchlappen, IV2 n neue Drilllappen, V2 n alte rothe Tuchabfälle, 50 „ gemischte Lumpen, 6 „ Messing, alte Instrumente rc. 90 Pfd. bleierne Taillenknöpfe, 75 „ Nickel-Taillenknöpfe, 15 „ Sergeanten- u. Rockknöpfe, 140 „ alte Schnallen von Brotbeutel- und Feldflaschen- Riemen, 15 Ctr. alte Lederabfälle von Mantel-, Brotbeutel- und Feld- flaschen-Riemen, 2 „ altes Packpapier, 500 alte Tornister an den Meistbietenden zu verkaufen. Wegen Bedingungen und Ansicht der Gegenstände wird Auskunft auf Stube 71 der Kaserne I ertheilt. [5561 Bewerbungen unter der Adresse der Commission bis zum 25. d. MtS. Bekleidungs-Commission des Infanterie-Regiments Nr. 116 zu Gießen. MeilgeSoterres. Hausverkauf. DienStag Vormittag um 10 Uhr soll das an der Mäusburg gelegene, dem Hermann Katz (ftüher Loos) gehörende HauS an Ort und Stelle auf Abbruch versteigert werden. Nähere Auskunft ertheilt Architect <£. Kockerbeck, 5688 Neustadt 78._________ Täglich frischen Kirsch- und Stachelbeer Kuchen empfiehlt WiioreiBettler Süd-Anlage. Fernfprech-Anschluß Nr. 71. [5515 Für Spengler. 5572] Eine noch ganz neue Abbiege- bank, 1 Mtr. lang, billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.__________ Nauheimer Mesch bei 5441 Otto Schaaf. Philosophenwald. Täglich dreimal frisch gemolkene Milch, sowie Dickmilch. 5585 Jeden Montag, Mittwoch «ud Freitag: Waffeln. Sogenannten Deutschen Perl-Kaffee aus Frucht hergestellt, eigene Röstung, d-sPft-nd 25 Pf-«nig- empfiehlt die Kaffeerösterei »oh H. f. Nassauer, ___________Neuenweg 15.________5227 Beste Toiletteseifen und T aschentuchparf iims kaust man in dem [3703 DrogengeschLft von Otto Schaaf. F Miet sparen will, bestelle Sh-Usk. ßotq. fiott. Aäf« i Cento rr 3t 24.— Lotst, ^tmbargtt I~JAäfc ä Ctr. 3t 23— § ^ofh. Edamer SLse ä Centoer 3t Zf).— t" ab hier gegen Ä7ch nähme empfiehlt Julius Werner, ürumünkter i. H. 10 Pfond-Probepostcolli 3t 3 40 und 3t 3.30 und 3t 4 — portofrei. Ausländische (dir. importirt). pr. Fl. v4L 1.— » n »> » 1.20 » » » » n Heidelbeeren-Wein 90 MH 5. pH *- I. 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Trinkt Ginger Beer! 1889 15 Meisterschaften, 143 erste Preise, 69 zweite Preise, 39 dritte Preise. 1890 24 Meisterschaften, 214 erste Preise, 149 zweite Preise, 82 dritte Preise. Täglich frischen Kuchen (Jngwerbier), Ihr Appetitlosen, Bleichsüchtigen, Magenkranke! Es ist alkoholfrei, er- Golch Ginger Beer ist zu beziehen durch G. Hilgenberg Nachf. in Cassel (Sine große Partie Arbeit er Kleider, afo: Hosen, Hemden, Blousen, Jacken, Schurzen und Sowmerröcke r r , r„.,c werden zu bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben ber Iplöb Robert Stuhl, gleiiftabt 33. a Qi’p Zum Frankfurter Hof. Dasselbe wird auch Nachts abgegeben. — An Unbemittelte gratis. 1 Liter Wasser von Brunnentemperatur wird mit diesen Gaskochapparaten in etwa 5 Minuten mit ungefähr 30 Liter Gas zum Sieden gebracht. 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Grünbergerstratze 29. Sonntag den 21. Juni (Siebener Anzeiger. Beilage ja Rr. Ml. -1891- Feuilleton. Welche von Beiden? Novellette von I. Piorkowska. (Nachdruck verboten.) I. Wenn ich es mir recht überlege, kann ich mir nicht verhehlen, daß ich eigentlich recht schlecht an meinem Bruder Bernhard gehandelt habe. Sobald er sich in Australien als Director eines neuen Kohlenwerkes eine feste, gesicherte Stellung erworben und ein hübsches kleines Häuschen gebaut hatte, ließ er mich nachkommen, vermutlich in der Erwartung, daß ich ihm Haus halten sollte, bis sein Glück gemacht war und wir dann zusammen nach Europa, nach Deutschland zurückkehren könnten. Er hatte aber nicht bedacht, daß in Queensland eine heirathssähige junge Dame ein sehr rarer und vielgesuchter Artikel ist. Ich befand mich noch keine drei Wochen in Wymaring, so bewarb sich auch schon ein halbes Dutzend um meine Hand. Einer derselben, ein Deutscher, Georg Seiffart, war gerade so vereinsamt wie mein Bruder. Nicht weit entfernt von uns besaß er eine Farm, und ein Häuschen wartete dort meiner, das einen ganz besonderen Reiz für mich hatte, kurz, nach sechs Monaten wechselte ich meinen Namen und folgte Georg in mein neues Heim. Für Bernhard that er, was in seinen Kräften stand. Zur Entschädigung für mich gab er ihm seinen eigenen Diener, einen etwas dummen, starrköpfigen Irländer, der waschen, nähen und kochen sollte und sich auch um Pferd und Garten kümmern mußte. Für Bernhards einfache Lebensweise hatte er aber einen viel zu feinen Gaumen und was das Nähen anbelangte, so hatte der Mensch wohl noch nie in seinem Leben eine Nadel in der Hand gehabt. So schmeichelhast es für mich auch war, that mein Bruder mir doch unendlich leid, als ich sah, wie unzufrieden der Tausch ihn machte. Eines Abends kam er, wie er dies oft zu thun pflegte, nach unserer Farm geritten. „Nichts wieAerger!" ries er heftig nach der ersten Begrüßung, „0, dieser Mensch!" „Was gibts denn wieder? Will er nicht kochen, wie Du es wünschest?" fragte ich. „Wenns das nur wäre!" lautete die Antwort, „er ist fort." „Fort?!" riesen Georg und ich wie aus einem Munde. „Ja, ich setzte ihn wegen etwas zu Rede- das scheint ihm nicht gepaßt zu haben, wie ich eine Stunde später nach ihm rufe, ist er aus und davon." „Schade," meinte Georg, „er war bei all seinen Fehlern doch ein ehrlicher, rechtschaffener Mensch." „Meinst Du?" entgegnete mein Bruder mit bitter-süßer Miene, „na, ich kann nicht sagen, daß ich ihn vermisse, wenn meines Vaters goldene Uhr und noch verschiedenes Andere nur nicht mit ihm verschwunden wäre. Weißt Du, Schwager," suhr er in gereiztem Tone fort, „eigentlich wäre es nur recht und billig, wenn meine Schwester wieder zu mir käme, ich habe sie Dir nur mit der Bedingung gegeben, daß dieser John dafür bei mir bleibt." „Was soll ich aber ohne meine Marie anfangen?" entgegnete mein Mann, indem er seinen Arm um meine Taille legte, mich fester an sich zog und lächelnd zu mir niedersah, „ich will Dir aber einen andern guten Rath geben, Schwager, Du mußt heirathen!" „Ja, Bernhard, Du mußt heirathen!" stimmte auch ich bei. „Ist das Euer Ernst?" sagte mein Bruder und sah uns dabei mit frohem Lächeln an, „nun, dann wißt, daß ich gestern einem Mädchen einen Heirathsantrag gemacht habe." „Du?" wiederholten wir beide in höchstem Erstaunen, gab es doch vierzig Meilen in der Runde kein heirathssähiges Mädchen. „Aber sag mir um alles in der Welt, wem denn?" fragte ich endlich. „Du brauchst nicht zu erschrecken, Schwester," erwiderte er lachend, „ich will weder eine Eingeborene noch die Alte heirathen, die da drüben den Krämerladen hat. Nein, nein, ich habe deßhalb nach Deutschland schreiben müssen." „Aber so sprich doch, wem denn?" „Lilly Sanders." „Lilly Sanders? Wäret Ihr denn schon verlobt?" „Nein, aber ich habe sie immer gern gemocht. Sie kann kochen und nähen, und aus zuverlässiger Quelle weiß ich, daß sie stets eine besondere Vorliebe für mich hatte." „Was hast Du ihr denn geschrieben?" forschte ich. „Nun, ich schrieb ihr, daß, seit ich sie zum letzten Male gesehen, ich keine Minute an ein anderes Mädchen gedacht hätte —" „Besonders, da Du kaum eins gesehen hast," fiel Georg ihm ins Wort. „Daß ich eine Frau brauchte," suhr Bernhard, der Unterbrechung nicht achtend, fort, „und fragte sie, ob sie sich entschließen könnte, hierher zu kommen und mich zu heirathen. Ich würde sie dann in Brisbane treffen und mich sofort dort mit ihr trauen lassen- ich zweifle nicht, daß wir sehr gut zu einander passen und sehr glücklich miteinander leben würden." „Kurz und bündig!" lachte Georg, „das muß ich sagen." „O, das ist noch nicht alles- ich habe ihr auch noch ein schönes Gedicht gewidmet, das sie schon herlocken wird," versetzte Bernhard, indem er einen Zettel aus der Tasche zog, „hier habe ich den ersten Vers, wollt Ihr ihn hören?" „Als Kinder gingen Hand in Hand, Zu suchen schön Vergißmeinnicht, Wir über Feld und Wiesenland Wie Ltebesleut — entsinnst Du Dich? — Die Blümlein alle sind verblüht, Sind welk, sind htngeftorben, Ich aber bin gekehrt zurück Und hab um Dich geworben. Willst, Liebling, Du mein Eigen sein? Willst kommen nach Australia? Laß hören mich kein traurig nein, Für ewig laß es sein ein ja!" „Gelungenes Versmaß!" spottete Georg. „Du gehst doch auch nicht nach Deutschland zurück?" „Das sind Freiheiten, die man sich in poetischen Ergüssen wohl erlauben darf," rechtfertigte sich Bernhardt. (Fortsetzung folgt.) Aeilgeöotenes. Feinsten deutschen COGNAC ärztlich empfohlen Literflasche Mk. 2.—. Ldqueure und 111 Wein-Essig ▼on Georg Scherer & Co., Langen. Alleinige Niederlage: Adolf Geisse vorn. 6. C. Windecker Seltersweg Ä, Ecke am Kreuz. Wer Sprachen kennt, st reich zu nennen. TfrCZ Das Meisterschafts-System zur praktische« und natnrgemLße« Erlernung der französischen, englischen, italienischen, spanischen, portugiesischen, Holland" scheu, dänischen, schwedischen, polnischen russischen und böhmischen Geschäfts- und Umgangssprache. Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache sprechen, schreiben ur.b lesen zu lernen. Zum Selbstunterricht von Dr. Richard 8. Rosenthal. 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Sie sind auch insofern zutreffend, als sie bekunden, daß eine Börsentendenz zur Zeit gar nicht extstirt, sondern daß die Course auf- und abschwanken je nach dem das Verhalten einzelner oder Gruppen von Speculanten Angebot oder Nachfrage erzeugt. In diesen Verhältnissen kann sich auch solange nichts ändern als das Publikum von der Börse fernbleibt. Das ist die alte oft- gehörte und tmmerwtederkehrende Klage, aber eine Besserung hierin scheint heute so fern wie je, denn die Unbeständigkeit der Börse, die heute z. B. Lombarden und Staatsbahn 5 fl. und mehr in die Höhe treibt, um sie morgen ebensoviel wieder fallen zu lassen, ist nichts weniger als geeignet, fernstehende Käufer, die auf eine sichere Anlage ihres Capttals, und nicht auf Spielchancen sehen, heranzuziehen. Zudem bleibt die Ungewißheit über den Ausgang der schwebenden großen Geschäfte der Banken bestehen. Von fast allen größeren Instituten weiß man, daß sie zur Zeit mit Engagements belastet sind, die theils erhebliche Opfer bereits gefordert haben, theils noch fordern werden, die aber im günstigsten Falle eine Festlegung beträchtlicher Mittel auf lange Zett bedeuten. Wie oft sich auch die Börse den Anschein gtebt, als ob sie sich allen Befürchtungen in dieser Beziehung entschlagen habe, die Empfindlichkeit, welche sie an den Tag legt, sobald von den Pöppschen Patenten, von portugiesischen oder argentinischen Finanzen die Rede ist, verräth zu deutlich, wie wenig Hoffnung sie aus eine günstige Abwicklung dieser Geschäfte hegt. Diese Unsicherheit wird im Publikum sehr deutlich empfunden und mir scheint, daß, bevor nicht die äußersten Grenzen der hieraus vielleicht zu erwartenden Verluste genau bestimmt und bekannt gegeben sind, man vergeblich auf Unterstützung aus dem Publikum warten wird. Die verhältnißmäßig festen Course der Bankactien können hierüber nicht Hinwegtäuschen; das Deckungsbedürfniß, das noch immer nicht vollständig erloschen ist, bildet die wesentlichste Stütze dieser Course. An thatsächltchen Ereignissen war die Woche außerordentlich arm. Wien warf sich am Montag mit außerordentlichem Elan auf die beiden Favoritbahnrn. Staatsbahn und Lombarden und die Course derselben wurden dadurch bis 255% und 105% hinaufgetrieben. Die Speculation war zu solchem Umfang gediehen, daß namentlich über die Lombardifche Bahn allerei Gerüchte auftauchten, welche die außerordentliche Bewegung dieser Actten entweder zu erklären oder weiter zu schüren bestimmt waren. Das Gerücht, welches am meisten Aufsehen erweckt und die lebhaftesten Ei örter ungen hervorgerufen hat, war dasjenige, welches sich mit der Conversion der Lombardischen Prioritäten resp. der Hinausschiebung ihrer Tilgung beschäftigte und durch die dadurch herbeigeführte Entlastung der nächsten Jahre fabelhafte Diotdendenchancen für die Actien herausrechnete. Diesem Project, das wieder, bezeichnend genug für die Art, wie die Börse gegenwärtig auf eigene Faust Pläne schmiedet, der Verwaltung selbst überraschend kam, ist schnell die Spitze abgebrochen worden durch die bündige Erklärung, daß die Verwaltung an eine Con- oersion der Schuld schon um deswillen nicht denken könne, weil jede derartige Maßregel die Classtfictrung der ungeheuren Schuld auf das Empfindlichste zu schädigen drohe. Am Dienstag folgte darauf ein Sturz des Actiencourscs, der die ganze Avance wieder hinwegwischte und auch Staatsbahn empfindlich drückte, weil man auch hier zur Erkenntniß kam, daß man über das Ziel hinausgeschoffen habe, daß die Abtrennung der Domänen und Bergwerke zwar ein Vortheil für die Gesellschaft sein würde, daß aber zur Abstoßung eines solchen Besitzes besonders in gegenwärtiger Zett mehr nöthig sei, als ein bloßer Beschluß, und daß der Käufer, welcher einen günstigen Preis dafür zu zahlen bereit sei, erst noch gefunden werden müsse. Uebrigens sind durch diesen Rückschlag die Erörterungen nicht vollständig zur Ruhe gekommen und die Course schwanken seitdem mit geringeren Spannungen zwar, aber doch täglich, auf und ab. Die übrigen österreichischen Bahnen leiden fortgesetzt unter den Befürchtungen, mit welchen man der Wirkung der neuen Gütertarife, die mit dem 1. Juli in Kraft treten, entgegcnsieht. Die österreichischen Fachschriften sind schon seit Wochen voll von Artikeln, welche auf Grund der vorliegender Betriebsstatistiken die etwaigen Einnahmeaussälle zu berechnen suchen. Sie alle kommen zu dem Resultat, daß die Betriebseinnahmen jedenfalls für die erste Zeit eine Verminderung aufweisen werden und die Course der betreffenden Bahnen leiden natürlich unter solchen Erörterungen. Das furchtbare Eisenbahnunglück bei Mönchenstetn hat gleichfalls eine ungünstige Wirkung auf die Course geübt, zunächst natürlich auf die Jura-Stmplonbahn, zu deren Linien die zusammengestürzte Brücke gehörte, dann aber auch aus die anderen Schweizer Bahnactien, die dadurch, daß sich dieselben durch eine gegenseitige Versicherung gegen derartige Schäden gedeckt haben, eine schwere pecuniäre Schädigung erleiden. Später hat der ungünstige Betriebsausweis der Gotthardbahn zur Verschärfung des Druckes betgetragen. Nahezu in letzter Stunde erst hat für die Centralbahn eine Besserung eintreten können auf die unerwartete Nachricht, daß der Standerath im Gegensatz zum Nationalrath den Ankauf der ganzen Centralbahn beschlossen ha'.e. Zu große Bedeutung wird man aber dieser Abstimmung nicht beilegen dürfen; es scheint, daß der Ständerath den Beschluß nur gefaßt hat, um überhaupt etwas zu beschließen. Einen Theil des ursprünglichen Coursgewinnes hat die Centralbahn auch schon wieder abgeben müssen; doch bleibt immerhin noch ca. 1% gegen den vorwöchentlichen Schlußcours übrig, mährend Gotthardt 2%, die beiden Jura- Simplon-Aclien 6 und 8% verloren haben. Deutsche Bahnen blieben vollkommen leblos bis auf Marienburger, aber auch bei diesen ist das Resultat der Cours- tchwankungen ein negatives. Selbst der Montanmarkt hat in der abgelaufenen Woche viel von der Festigkeit, welche er die letzte Zeit zur Schau trug, verloren. Bezüglich Kohlenactien verlautet neuerdings von einem Abschluß von GaSkohlen nach Paris zu bedeutend ermäßigten Preisen. Die Nachricht ist von betheiligter Seite dementirt worden, von der anderen Seite wird sie hartnäckig aufrecht erhalten. Das Resultat sind ebenfalls Coursermäßigungen von 1—2 o/o. Eisenactten bleiben schwach. Die Marktberichte bleiben ungünstig und auf Laura-Actien insbesondere drücken noch Gerüchte über ein acutes Geldbedürfniß des Werkes. Der Rentenmarkt ist zwar relativ fest, zeigt aber nicht entfernt die Lebhaftigkeit, die man im Angesicht eines so großen Couponstermins erwarten sollte. Deutsche Fonds sind sogar etwas rückgängig. Italiener sind behauptet, aber Ungarn etwas Julius Schulze am Kreuz. 1820 Mereinssaßnen und Aanner gestickt und gemalt, zahueuschleistu,Abzeichen, Schärpen, Kavdeliere eil. liefert in bester Ausführung billigst •®®®®®®®®@®®s@®®®®®@©©®®® Neuester vervollständigter e | Placat - Fahrplan | A enthalt, die Fahrzeiten der auf den Stationen Criessen, • D Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, 9 9 Lollar, Fronhausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, ® 5 Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, ä Gedern, Schotten und Laubach ankommenden und ä abgehenden Eisenbahnzüge, zum Preise von 20 Pf. D D in der Expedition des „Giessener Anzeiger“ 9 9 vorräthig. — Der Fahrplan kann auch durch die Aus- 9 9 träger des „Anzeiger“ bezogen werden. 999999999999199999999999^ schwächer und Portugiesen liegen wieder recht matt. Spanier sind gleichfalls schwächer im Zusammenhang mit der angekündigten Emission einer inneren Anleihe von 10 Millionen Lstr., wovon der größte Theil aller Wahrscheinlichkeit nach wieder in den Tresors der Bank von Spanien bleiben wird zur Deckung für eine Notenemission, die auf den ungeheuren Betrag von 1500 Millionen Francs gesteigert werden soll. Der Geldmarkt bleibt anhaltend steif trotz eines sehr günstigen Bankausweise-; aber eine Ermäßigung der Bankrate scheint selbst, nachdem die Bank von England auf 3<>/o wieder herabgegangen ist, nicht zu erwarten, denn der Discontsatz des offenen Marktes bleibt kaum V2 % hinter der officiellen Notirung zurück. Course der Frankfurter Börse. Staatsanleihen. Cours vom 12./VI. 19./VI. Courn vom 12./VI. 19./VI. 4°/o Hessische Obligation. 104.— 104.15 4V»o/oPortug.-A. 88 u.89 73.- 70.20 „ Bauern .... 105.40 105.45 5o/o amort. Serb. Gold- „ Baden..... 3o/o Sächsische Rente. . 103.55 103.40 Rente .... 89.10 89.40 85.65 85.70 5o/o SerbischeEisenbahn- 3Vt°/o BremerStaatsanl. 96.— 96.— Hyp.-Obl. R. ä. . 91.15 92.— „ Hamb.Staatsrente 96.20 96.60 4o/oSchwed. Oblig.l880r 102.70 102.80 4o/oOestr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- 96.30 96.35 l°/o Türken conv. Ltt. D. 18.60 18.45 50/0 Argent. Gold - Anl. 42.50 46.— Anleihe . . . 68.50 67.35 v. 1887 ... 5% Rumänische Rente . 99.20 98.80 3Ve°/o Egypt. priv. Anl. 93.— 93.15 4% Ruff. Consols S. III 98.45 98.20 Eisenbahn-Prioritäten. 4o/o Pfälz. LudwigSbahn 5% Südbahn Lombarden 104.15 103.40 (Bexbach) . . . „ Hessische Ludwigsb. 102.— —.— 4% do. do. 3% do. do. 96.20 65.40 96.70 65.70 68/69 garant. . 102.— 101.85 4o/o Prag-Duxer Gold . 99.90 99.60 * Eltsabethb. steuerfrei „ Rudolf Gold (Salzt.) 100.40 100.35 Gold .... 5o/o Oestr. Staatsbahn. 100.50 160.35 „ Franz-Josef Silber 84.50 — . 106.— 105.90 30/0 staatl. garant. Jtal. 4o/o do. do. — _--- 100.55 Eisenbahn . . 56 55 56.40 3% do. do. 30/0 Livorneser . . . 40/0 Ruff. Südw Äisenb. 62 70 62.70 I.-VUI.Emiff. 83.90 84.45 97.20 96.75 3o/o do. Ergänzungsnetz 81.30 81.40 4o/o Wladikawkas garnt. 97 — 96.70 5o/o Nordwestbahn Gold 106.70 107.10 40/0 gar. Sardin.Sec.stfr. 81.80 80.80 Eisend ahn-Aetie«. Ludwigshafen-Bexbach. Hessische Ludwigsbahn. 223.50 223.80 I Galtz CarlLudw.-B.-Act. 190.75 190.05 113.75 113.70 | Oest. Nordw.-Bahn Ltt.8. 187.75 187.65 Pfälzische Nordbahn . 114.50 114 95 j Gotthardt..... 147.85 145.80 Lübeck-Büchner . . . 154.50 155.50 1 Jtal. Mtttelmeer . . 101.35 101.75 vanl-Aetien. Deutsche Reichsbank . 144.— 144 30 Dresdener Bank. . . 143.— 142.— Berlin. Handelsgesellsch. 141.85 141.50 Mitteldeutsche Creditb. . 103.20 103.— Deutsche Bank . . . DeutscheGenoffenschftsb. 152.75 153.— Wiener Bank-Verein . 98.50 98.50 Württemb. Vereinsbank 124.90 124.90 o.Soergel,ParristusLCo. 123.50 123.— Deutsche Vereinsbank . 108.90 108.50 Jndrrftris'Slctien. Bindtng-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) Bad. Anilin- u. Soda- fabrik .... Hibernia Bergw.-Ges. . 165.20 130.90 274.40 173.95 165.— 133.— 274 50 170.30 Deutsche Verlagsanstalt Farbwerke,vorm.Meister, Lucius & Brüning. Riebeck'scheMontanwerkc Bochumer Gußstahl 201.20 277.70 172.90 119.60 205.70 278.- 171.30 117.25 4»/o Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 91 ab . . . 102.— Pfand 102.— brlefe. 40/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr. 100.80 100.80 3VsO/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 95.40 95.40 31/» Vo do...... 95.20 95.20 4°/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- Psandbr. . . . 101.40 101.40 3V. 0/0 Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 40/ Meininger Pfandbr. 93.70 93.70 3V2°/o do...... 95.30 95.30 101.50 101.50 40/oPreuß. Centr.-Bod.- Creo.-Pfandbr. bis 1885 ..... 100.95 100.80 Oestr. 1860rfl. 500-Loose „ 1854rfl.250- w 40/0 Meininger Prämien- Pfandbr. . . . 125.05 128.10 2o< 125.— 121.— 128.10 >se. Braunschweig. 20 Thlr^ Loose .... 30/0 Oldenburger Loose. 3V»o/oKöln-Mindn.Loose 105.50 128.70 135.45 106.— 128.75 tu 6o/oChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . rrerUar 113.— tische « 112.50 senbahn-Bond-. 40/0 Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 83.10 83.— 5o/oChtc.MUw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 . 102.— 102.15 4Ve°/e California Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 —— —— 102.50 60/0 Cmtr. Pactf. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . 105.95 105.60 6o/oPacifwfMiffouri con- solidated I. M. r. 1920 104.— 104.70 Diverse Obligationen. § bei allen Postämtern oder Landbriefträgern. ^^Probenummern gratis. ■ 50/0 BuderuS-Obligat. . 1103.20 1102.90 Vierteljährlich kostet die täglX in 8 gr. 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