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R«n«h«e een Anzeigen zu der Nachmittag- für bee falgenbe» Lag erscheinenden Nummer big Bonn. 10 Uhr. iimieiii m ■ i n ' r~ H ii jrr..>. .„er " rin i r r ' - r~-y.T~'.Tijir7rTmw.~7.ia.j.~~-'r'."' urnrnirL ~~~ irwi i nwin i iii.uii ■ ■H- muinift Hraü-öeitage- Hießener KamilienSkätter. MMS»S—S«W-inijME i ,,._LS»SUW^MIUw^lSMWWWWWW«W«SWWW^ ARntlichev Theik. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche zu Allendorf a. d. Lahn. Der Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d Lahn wurde die Erlaubniß zur Ausstellung von Vieh-Gesundheitsscheinen wieder ertheilt. Gießen, den 15. Mai 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern.__________________ Bekanntmachung, Errichtung eines chemischen Untersuchungs-Amtes für die Provinz Oberheffen betreffend. Unter dem Namen „chemische- UntersuchungS- Amt für die Provinz Oberheffen" ist in Gießen (Liebigstraße 12) eine Provinzial - Anstalt zur technischen Untersuchung, namentlich von NahrungS- und Genußmitteln, sowie Gebrauchsgegenständen, errichtet worden. Sowohl .den Staats- und Gemeinde-Behörden als auch Privatpersonen steht die Inanspruchnahme dieser Anstalt gegen Bezahlung der tarifmäßigen Gebühren frei. Für Untersuchungen, welche im Auftrage der Kreisämter oder Gemeinden der Provinz in amtlicher Eigenschaft oder für amtliche Zwecke veranlaßt werden, wird nur die Hälfte der Tarifsätze berechnet. Der Tarif kann von den Großh. Kreisämtern oder direct von dem Untersuchungs-Amte bezogen werben und ist in demselben auch angegeben, welches Quantum von den einzelnen Untersuchungsgegenständen einzusenden ist. Die Einsendung von Untersuchungsgegenständen kann vom 15. Mai d. I. an erfolgen und hat portofrei an das chemische Untersuchungs-Amt in Gießen zu geschehen; für persönliche Einlieferung derselben Seitens des Publikums sind die Stunden von 10—12 Uhr Vormittags und 3—5 Uhr Nachmittags (mit Ausnahme der Sonn- und Festtage) bestimmt. Gießen, den 25. April 1891. Großherzogliche Provinzialdirection Oberheffen. __v. Gagern._____ Gießen, am 6. Mai 1891. Betreffend: Errichtung eines chemischen Untersuchungs- Amtes für die Provinz Oberhessen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großberzoglicheu Bürgermeistereien und Polizeibehörden de- Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung rubr. Betreffs empfehlen wir Ihnen dringend die Benutzung des Untersuchungsamtes zu den durch das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 vorgeschriebenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen. Ein Exemplar des Tarifs lassen wir Ihnen k. H- zugehen. v. Gagern. Bekanntmachung. Die Provinzial-Fohlenweidc bei Merlan beginnt in diesem Jahr am 1. Juni. Die Fohlen müssen an diesem Tage zwischen 10 und 1 Uhr Mittags daselbst mit gezeichneter Halfter und Kette, sowie mit Gesundheitsschein von Großherzoglicher Bürgermeisterei oder Veterinärarzt abgeliefert und den letzten September d. I. um dieselbe Tageszeit abgeholt werden, wobei der Besitzer beim Einfangen behilflich sein muß. Die Fohlen erhalten, neben Behandlung und Weide- sutter auf ca. 34 Hektaren, bei trockenem Wetter Kleegras oder bei nassem Wetter Heu und außerdem pro Tag und Stück P/2 Pfund Hafer aus der Vereinskasse. Jeder Besitzer kann jedoch Haserzusatz in Natur oder durch Selbstzahlung geben lassen. Das Weidegeld für bezeichnete Zeit von vier Monat beträgt pro Fohlen 39 Mk. 04 Pf. oder pro Tag 32 Pf. und muß die Hälfte beim Eintrieb und die andere Hälfte vor dem 1. August l. I. an die Verwaltung resp. Großh. Baurath Dr. Dieffenbach in Grünberg bezahlt werden. Allen- fallsige Kurkosten der Fohlen muß der Eigenthümer bezahlen. Letzterer kann wegen begründeter Verhältnisse sein Fohlen zu jeder Zeit zurücknehmen und bezahlt dann nur die benutzte Weidezeit. Kranke und bösartige Thiere, sowie über iy4 Jahre alte Hengste, welche die anderen Thiere stören, können ausgeschlossen werden. Sonstige Auskunft ertheilt per genannte Großh. Baurath Dieffenbach. Laub ach, den 1. Mai 1891. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Gießen, am 16. Mai 1891. Betreffend: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen im Kreise Gießen. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Com- misfion Gießen an die^Schulvorftände des Kreises. Wir sehen Ihren Berichten in rubr. Betreff innerhalb 14 Tagen entgegen über: I. Stand der einfachen Volksschule nach Beginn des Schuljahres 1891/92 a. ohne Schulgeld, b. mit Schulgeld. Zahl der Schulkinder: 1) Nach dem Geschlecht: a. im Ganzen, b. Knaben, c. Mädchen. 2) Nach den Klassen: I. n. UL 2C. 3) Nach dem Bekenntniß: a. evangelische, b. römisch-katholische, c. israelitische, d. anderer Confession. II. Stand der Fortbildungsschulen nach Beginn der Schulperiode 1890/91. Zahl der Fortbildungsschulen: a. einklassig, b. zweiklassig, c. dreiklassig re. Zahl der Schüler nach dem Bekenntniß: a. evangelische, b. römisch-katholische, c. israelitische, d. anderer Confession. e. im Ganzen. III. Stand der erweiterten Volksschulen nach Beginn des Schuljahres 1891/92. Wo sich erweiterte Volksschulen befinden, ist ganz nach Schema I über dieselben zu berichten. Die Berichte sind genau nach vorstehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzufassen. v. Gagern. Gießen, am 16. Mai 1891. Betr.: Den Religionsunterricht in der Volksschule, hier Einführung einer fünften Religionsstunde in den einklassigen Schulen. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an bit Schulvorstände de- Kreises. Nachstehende hohe Verfügung theilen wir Ihnen zur Kenntniß mit und sehen den Berichten der Schulvorstände aller Gemeinden, in welchen einklassige Schulen bestehen, innerhalb 14 Tagen entgegen. Darin ist anzugeben, wer, ob Geistlicher oder Lehrer, die fünfte Religionsstunde hält und an welchem Tag und Stunde. Letztere ist auch in den Stunden- plan einzutragen. Wenn der Lehrer die Stunde zu ertheilen hat und bereits 30 Stunden wöchentlich unterrichtet, so ist anzugeben, welche Stunde in den Realien dafür ausfallen soll. ________________________I. V.: Jost._______________________ Darmstadt, am 27. April 1891. Betreffend: Wie vorhergehend. Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz Abtheilung für Schulangelegenheiten an die Großh. KreiS Schulcommisstoueu. Auf Grund der von Ihnen seiner Zeit erstatteten Berichte über den Antrag des Synodalabgeordneten Dieffenbach auf Vermehrung der Religionsstunden in der Volksschule, sowie der in Verfolg derselben stattgefundenen Besprechungen mit Ihren Herrn Vorsitzenden und den Großh. Kreisschul- inspectoren haben wir nunmehr mit Genehmigung Großher- zogl. Ministeriums des Innern und der Justiz die folgenden Bestimmungen getroffen: 1. Die seither als zulässig erklärte, aber nur unter der Beschränkung der Ertheilung durch den Geistlichen in den Stundenplan aufgenommene fünfte Religionsstunde ist für die Folge als allgemein verbindlich in den Stundenplan der einklassigen Schule aufzunehmen. 2. Diese Vermehrung der dem Religionsunterricht wöchentlich zugewiesenen Stundenzahl soll wesentlich dazu benutzt werden, um die Kinder von 6—8 Jahren in zwei Halbstunden getrennt von den übrigen Schülern durch den Lehrer in der biblischen Geschichte unterrichten zu lassen. 3. Es wird dabei vorausgesetzt, daß der Geistliche, wo er irgend möglich ist, mindestens eine Religionsstunde in der Woche zu erthellen bereit ist. 4. Wo dies nicht ermöglicht werden kann, hat der Lehrer die weitere — fünfte — Religionsstunde zu übernehmen und ist es in diesem Falle gestattet, den Unterricht in den Realien um eine Stunde wöchentlich zu vermindern. 5. Wegen Abänderung des vorgeschriebenen Lehrplans werden wir mit dem Großh. Oberconsistorium und dem bischöflichen Ordinariat in Benehmen treten und Ihnen dann weitere Verfügung zugehen taffen. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß die nunmehr getroffene Einrichtung den vielfach ausgesprochenen Beschwerden Abhülfe schaffen und bei weiterer Betätigung der von den Lehrern im Allgemeinen' bewiesenen, wiederholt anerkannten Hingabe bei Ertheilung des Religionsunterrichts einen der hohen Bedeutung desselben entsprechenden Erfolg herbeiführen werde. v. Knorr. ______________________ Achenbach. Lehrer-Konferenz des Conferenzbezirks Lich-Hungen Montag den 25. Mai, Vormittags 10 Uhr in Lich. Lieder 10. 63. 95. des Conferenzbezirks Gießen Mittwoch den 27. Mai, Vormittags 10 Uhr in Gießen. Lieder 138. 175. 185. 216. des Conferenzbezirks Grünberg Freitag den 29. Mai, Vormittags 10 Uhr in Grünberg. Lieder 21. 33. 134. 147. Gießen, den 20. Mai 1891. Büchner, Schulrath. Deutsches Reich. Darmstadt, 16. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Professor Baldensperger von der Landes-Universität. Darmstadt, 17. Mai. Wegen des Ablebens Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Elisabeth von Baden ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 24. l. M. einschließlich angeordnet worden. Berlin, 17. Mai. Im Reichstagswahlkreise Kassel-Melsungen macht sich infolge der Beförderung des bisherigen Vertreters desselben, Landrath v. Weyrauch, zum Unterstaatssecretär eine Neuwahl nothwendig. Bet derselben stehen sich nicht weniger als sechs Candidaten gegenüber, nämlich ein eonservativer, ein liberaler, ein antisemitischer, ein soeialdemokratischer, ein von der sogenannten „hessischen Rechtspartei" aufgestellter Candidat und ein Zähl- eandidat der wenigen Ultramontanen des Wahlkreises. Natürlich gibt dies unter allen Umständen eine Stichwahl, bei welcher nach Lage der Verhältnisse der soeialdemokratische Candidat, Herr Pfannkuch, mit betheiligt sein dürfte, während sein Gegner entweder der Liberale oder der Conservative, vielleicht auch der Antisemit sein wird. Jedenfalls sind die Aussichten für den socialdemokratischen Candidaten infolge der bedauerlichen Zersplitterung unter den bürgerlichen Parteien verhältnißmäßig recht günstige. Berlin, 19. Mai. Die Stille der Pfingstseiertage ist in der inneren Politik durch kein bemerkenswerthes Ereigniß unterbrochen worden. Auch die in diese Zeit fallende Nachricht,^ der Kaiser habe das Entlassungsgesuch des Eisenbahnministers v. Maybach angenommen, hat sich einstweilen noch nicht bewahrheitet- die halbamtlichen „Berl. Pol. Nachr." wissen vielmehr mitzutheilen, daß die kaiserliche Entschließung in dieser Angelegenheit erst in einiger Zeit erfolgen dürste. An der Thatsache der bevorstehenden Amtsniederlegung Herrn v. Maybachs wird indessen auf keiner Seite mehr gezweifelt, er hat jetzt schon zum dritten Male binnen Jahresfrist sein Entlassungsgesuch eingereicht. Dem Vernehmen nach ist dasselbe wiederum durch den Hinweis aus die erschütterte Gesundheit und das vorgerückte Lebensalter des Ministers be gründet. Neben diesen äußerlichen Gründen dürsten indessen wohl noch andere Ursachen bei dem wiederholten Rücktrittsgesuche des Chefs der preußischen Eisenbahnverwaltung mitwirken. Wenn sich die allerhöchste Genehmigung desselben noch verzögert, so hängt dies vermuthlich mit dem Wunsch des Monarchen zusammen, den Personenwechsel im Verkehrsministerium erst nach Schluß der Landtagssession vollzogen zu sehen. Charlotteuburg, 16. Mai. Se. Majestät der Kaiser wohnte dem heutigen Armee-Jagdrennen bei Westend bei und überreichte den Siegern eigenhändig die Ehrenpreise. Potsdam, 18. Mai. Heute Vormittag 10 Uhr fand das Stiftungsfest desLehr-Jnfanteriebataillonsstatt. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die drei ältesten kaiserlichen Prinzen, die Mitglieder des königlichen Hauses und andere hier anwesende Prinzen und Prinzessinnen, ferner der Kriegsminister, der commandirende General des Garde- Corps Freiherr von Meerscheidt-Hüllessem wohnten der Feier bei. Der Gottesdienst wurde vom Hof- und Garnisonprediger v. Haase abgehalten. Nach dem Gottesdienst fand Parademarsch statt und hieran schloß sich die Speisung des Bataillons in den Colonnaden. Um 1 Uhr war im Muschelsaale großes Diner bei den Majestäten, wozu 140 Einladungen ergingen. Breslau, 16. Mai. Die „Breslauer Zeitung" meldet aus Oberschlesien : Auf den Lipiner Zinkwerken und der Klarahütte haben 500 Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Straßburg i. E., 17. Mai. Heute begann das erste elsaß-lothringische Sängerbundesfest. Das Fest ist von etwa 70 Gesang-Vereinen, zur Hälfte ländlichen, aus allen Gegenden der Reichslande besucht. München, 18. Mai. Zu dem gestrigen Begrüßungs- abend des anatomischen Congresses waren außer den Mitgliedern der Vorstandschast: Professor Kölliker (Würzburg), Waldeyer (Berlin), His (Leipzig), Toldt (Wien) und Bardeleben (Jena), unter Anderen anwesend: Dekhuizen (Leyden), v.Gehnchten (Löwen), Leboncq und van Stricht (Gent), Retzius (Stockholm), Roniti (Pisa), Kollmann (Basel), Stöhr (Zürich), Rabl (Prag), Merckel (Göttingen), Henke (Tübingen), Stieda (Königsberg), Schwalbe (Straßburg) und Braune (Leipzig). Heute beginnen die Vorträge und Demonstrationen im Anatomiegebäude. — Der heutigen Hauptversammlung der anatomischen Gesellschaft wohnten Prinz Louis Ferdinand, der Cultusminister Müller, sowie über 70 Mitglieder bei. Der Vorsitzende, Professor v. Kölliker, eröffnete den Congreß mit einer Uebersicht über den Stand der jetzt 250 Mitglieder zählenden Gesellschaft, erwähnte, daß die Gesellschaft, da sich unter ihren Mitgliedern so viele außerdeutsche Celebritäten befänden, eine internationale Vereinigung zu werden beabsichtige und wiederholte, um einer Zersplitterung der Fachliteratur vorzubeugen, seine frühere Bitte, die Fachgenoffen möchten ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen nur in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache machen. Hieraus folgten Fachvorträge und Referate. Ausland. Wien, 16. Mai. Heute Vormittag erfolgte hier die Eröffnung der afrikanischen Ausstellung des Asrikareisenden vr. Holub in der Rotunde durch den Ministerpräsidenten Grafen Ta affe im Namen des abwesenden Protectors derselben, Erzherzogs Franz Ferdinand. Wen, 16. Mai. Die Thätigkeit des Vereines der Buchdrucker und Schriftsetzer wurde wegen statuteuwidrigen Verhaltens bis zur Entscheidung über den vom Vereine eingelegten Recurs sistirt. Prag, 18. Mai. Erzherzog Karl Ludwig eröffnete heute die böhmische Akademie der Wissenschaften. In einer in czechischer Sprache gehaltenen Rede drückte der Erzherzog die Ueberzeugung aus, die Akademie werde, den Absichten des Kaisers Franz Josef entsprechend, die Wissenschaft und Literatur der böhmischen Nation fördern. Der Präsident der Akademie dankte dem Erzherzog und schloß mit einem enthusiastisch ausgenommenen Hoch aus den Kaiser. Die Erzherzogin Maria Theresia, die Minister, die Delegirten der deutschen und czechischen Universität, die Spitzen der Behörden, sowie die Vertreter der Kunst und Wissenschaft nahmen an der Eröffnungsfeier Theil. Pest, 18. Mai. Der heute hier eröffnete Ornithologen- congreß wurde im Namen der Regierung durch den Ackerbau- minifter Grasen Bethlen, im Namen der Stadt durch den Vicebürgermeister begrüßt. Zum Präsidenten des Congresses wurde Victor Tatio (Gens) gewählt. Von Homeyer hielt in der heutigen Sitzung einen Vortrag über das Leben der Vögel in Central- und Westafrika. Triest, 18. Mai. Mit dem Lloyddampfer trafen gestern neun Familien, zusammen sünszig Personen, aus Cvrfu hierein, von denen 13 als mittellos im israelitischen Hospital untergebracht wurden. Lausanne, 18. Mai. Heute sand die seierliche Einweihung der neuen Universität statt. Die Feier begann mit einem Gottesdienst, an welchen sich der Festzug schloß. Derselbe wurde von den Bundesbehörden eröffnet, welchen die Behörden des Kantons, zahlreiche ausländische Professoren und Deputationen, die schweizerischen und Lausanner Professoren, sowie sehr zahlreiche Studirende folgten. Prinz Roland Bonaparte ging zur Rechten des Rectors. Nach dem Einweihungsacte hielt Staatsrath Rusfi die erste Rede, welche mit großem Beifall ausgenommen wurde. Der Syndicus Cuenod hieß die Gäste Namens der Stadt willkommen. Der Rector Professor Dr. Maurer brachte den Toast aus die neue Universität und die Vertreter der europäischen Universitäten aus. Nach der Feier in der Universität begaben sich die Theilnehmer an derselben im Zuge zum Festbankett. Rom, 18. Mai. Der lateinische Wortlaut der En cy cli ka über die sociale Frage ist heute dem Cardinalcollegium zu- getheilt worden. Die Encyclika führt den Titel: „De con- ditione opificum“ (Ueber die Lage der Arbeiter). Paris, 18. Mai. Nach Meldungen aus vielen Gegenden Frankreichs haben die Saaten durch Schneefall stark gelitten. In Lyon ist das Thermometer in der vergangenen Nacht auf Null, in Grenoble auf 3* unter Null gesunken. Paris, 16. Mai. In dem heutigen Ministerrathe unterzeichnete der Präsident Carnot die Decrete, durch welche eine Anzahl der anläßlich der Vorfälle vom 1. Mai verurteilten Personen begnadigt wird. London, 16. Mai. Die Influenza-Epidemie ist noch immer im Zunehmen. Von den Mitgliedern des Parlaments sind nunmehr 87 an Influenza erkrankt. Glasgow, 18. Mai. In einer heute stattgehabten Versammlung derDelegirten der schottischen Grubenarbeiter wurde beschlossen, den Arbeitern sämmtlicher Kohlenbecken Schottlands zu empfehlen, Sammlungen für die strikenden Kohlengrubenarbeiter aus dem Continent zu veranstalten und dem auf dem Pariser Congresse im März gegebenen Versprechen gemäß auf eine möglichste Einschränkung der Ausfuhr von Kohlen nach dem Continent hinzuwirken. Moskau, 17. Mai. Die russische „Moskauer Zeitung" erfährt, das Ministerium des Innern hätte die Provinzialbehörden beauftragt, über die Zahl der Juden, die in den Städten Rußlands wohnen, sofort Erhebungen zu veranstalten. Personen jüdischer Consession, die sich in Widerspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen in den Städten aufhalten, sollen unverweilt nach den Orten ihrer Herkunft befördert werden. Athen, 15. Mai. Amtlicher Mittheilung zufolge wären in drei Hauptstraßen des Chettos in Corfu die von Juden betriebenen Geschäfte ohne jede Störung wieder geöffnet. Die Behörden rechneten darauf, daß die Ruhe bald hergestellt sein werde. Athen, 17. Mai. Die Regierung hat 12,000 Frcs. behufs Unterstützung der jüdischen Bewohner auf Corfu be« willigt. Von dorther sind übrigens Nachrichten von neuen Unruhen nicht eingetroffen. Bukarest, 16. Mai. Der vormalige Ministerpräsident Jean Bratiano ist in vergangener Nacht gestorben. Bukarest, 18. Mai. Prinz Wilhelm von Hohen- zollern ist gestern Vormittag hier angekommen und aus dem Bahnhofe von dem Könige und dem Thronfolger empfangen worden. — Anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Königs kündigt die Königin in einem Briefe an den Ministerpräsidenten den Bau eines großen Studenten-Stiftungs- hauses aus eigenen Mitteln, sowie eine Spende von 200000 Frcs. zu diesem Zwecke au. Lima, 18. Mai. Bei Pisagua (Chile) hat ein Kampf zwischen Schiffen der Congreßpartei und den der Regierung gehörigen Torpedobooten stattgefunden. Das Resultat ist noch nicht bekannt. __________________ Die Ausweisung der Königin Natalie aus Serbien. Das lange vorausgesehene Ereigniß, die Entfernung der Königin Natalie ans Serbien, ist während der Pfingstfeiertage eingetreten. Das Wolff'sche telegraphische Correspondenz- Bureau berichtet hierüber aus Belgrad, 19. Mai: Die Königin Natalie wurde heute früh unter starker Eskorte zum Bahnhofe gebracht. Sie reiste nach Semlin ab. Gestern war gegen Mitternacht die Ruhe wieder hergestellt. Im I Volke herrschte eine allgemeine Erregung gegen die Regierung, die Regentschaft, König Milan und das Kriegsministerium. Weitere Excesse werden befürchtet. Der Kriegsminister hat demissionirt. Die Regierung verhandelte erfolglos mit dem Oberst Schaffarik wegen Uebernahme des Portefeuilles. — Als die Königin Natalie in eigener Equipage unter starker Gensdarmeriebedeckung ans das Schiff gebracht werden sollte, strömten von allen Seiten Volksmaffen herzu und verlegten den Weg nach dem Landungsplatz. Die Escorte wollte darauf den Weg durch die Festung nehmen, das Volk riß aber die Gensdarmerie von den Pferden, vertrieb die Gensdarmen mit Steinwürfen und führte Natalie unter Jubelgeschrei nach | dem Palais zurück. Eine unübersehbare Menge belagerte das ! Königspalais und die Bevölkerung ist sehr aufgeregt. Natalie | mußte sich wiederholt am Fenster zeigen. Garde-Cavallerie versuchte die Straßen zu räumen. Die Volksmaffen weichen bis zum Palais zurück, nehmen eine drohende Haltung ein und verhöhnen den Commandanten der Truppe. Der Com- mandant befiehlt einen Angriff mit der blanken Waffe, die Massen erwidern mit Stemwürsen und die Garde weicht zurück. Viele Gardereiter, darunter auch Offiziere, wurden verwundet, die Gardisten sitzen ab und feuern zwei Dechargen auf das Volk ab, welches mit Steinwürfen erwidert und die Garde angreift. Letztere weicht abermals zurück. Auf beiden Seiten gibt es Todte und Verwundete. Mittlerweile cernirt die anrückende Infanterie alle Zugangsstraßen, die Volksmassen weichen aber nichl und es werden Rufe • „Nieder mit Paschitsch!" hörbar. Die Situation ist sehr kritisch. — Der „Hamb. Corr." schreibt: In Berliner politischen Kreisen mißt man den Ereignissen in Belgrad nur deßhalb keine über die Grenzen Serbiens hinausgehende Tragweite bei, weil die dortige Regierung im besten Einvernehmen mit Rußland steht und die Königin Natalie von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten hat." — Aus Wien, 19. Mai, wird berichtet: Der hier befindliche österreichische Gesandte in Belgrad, Thömmel, und der serbische Finaüzminister Vuic, welch letzterer telegraphisch berufen wurde, sind nach Belgrad abgereist. Unbeglaubigte Zeitungsberichte melden, die Königin Natalie habe die Fenster des Wagens ausgerissen und laut schreiend um Hilfe gerufen. — Da gestern die Minister vor den Stein- würsen flüchten mußten, werden heute die Häuser der Regenten militärisch bewacht. — Die „Neue Freie Presse" meldet, der König weinte in Topschider vor Ausregung. Paschic soll beabsichtigen, zu demissioniren. Die militärische Besetzung Belgrads dauerte in der Nacht fort. Bei der Beförderung der Königin Natalie zum Bahnhofe bei Tagesanbruch war die ganze Garnison ausgeboten. Für den Abend herrschen Besorgnisse, weßhalb umsassende Vorsichtsmaßregeln getroffen finb. — Die „Politische Correspondenz" erhält aus serbischen Regierungskreisen eine Darstellung der Ausweisung der Königin Natalie, worin behauptet wird, die Königin habe anfangs die freiwillige Entfernung zugesichert gehabt, allein im letzten Augenblicke erklärt, nur der physischen Gewalt weichen zu wollen, was die serbische Regierung in die Zwangslage versetzte, Gewalt anzuwenden. — Zugleich publicirt die „Polit. Correspondenz" ein vom serbischen Minister des Innern an die Präsecten versendetes Circulartelegramm folgenden Inhalts: Nachdem die Regierung aus Grund des ordnungsmäßig sanctionirten Beschlusses der Skupschtina vom 30. März alle Mittel erschöpft hatte, die Königin Natalie zu bestimmen, daß sie bis zur Großjährigkeit des Königs ihren Aufenthalt außerhalb Serbiens nehme, mußte der Minister des Innern Namens der Regierung, welcher die Ausführung des Beschlusses der Skupschtina zur Pflicht gemacht war, die Vollstreckung dieses Beschlusses durch die Organe des Staates anordnen. — Die Regierung beorderte weitere Truppenverstärkungen nach Belgrad. Die Folgen des Straßen- kampses stellen sich als schwerer heraus, als bisher angenommen wurde. Bei einer Cavallerie - Abtheilung sind sämmtliche Mannschaften und Offiziere — meist leicht — verwundet. Die Verwundungen der Excedenten sind zahlreich und schwer und theilweise lebensgefährlich. An den Exceffen nahmen außer Studenten und Omladinisten auch Kaufleute und Bürger Theil. Aeweste 2lacb richten. Wolffs telegraphisches Torrrspoildenz-Bureau. Berlin, 19. Mai. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, ist zum Reichscommisfar für die Chicagoer Weltausstellung der Geheimrath Wermuth vom Reichsamt des Innern ernannt worden. Potsdam, 19. Mai. Der Kaiser ist gestern Abend 11 Uhr nach Elbing abgereist. Von dort begiebt er sich zur Ent- I hüllung des Herzog Albrecht-Denkmals nach Königsberg. Hannover, 19. Mai. Die vierte Hauptversammlung des deutschen Sprachvereins wurde heute unter Prosessor Riegels Vorsitz eröffnet. Der Oberpräsident von Bennigsen hieß die Theilnehmer — etwa 150 — Namens der Provinz willkommen. Der Stadtdirector Haltenhoff begrüßte sie im Namen der Stadt Hannover, der Geh. Rath Launhardt im Namen des hiesigen Zweigvereins. Königsberg, 19. Mai. Der Kaiser ist — in Garde- du-corps-Unisorm — um 11 Vs Uhr hier eingetroffen. Er wurde enthusiastisch begrüßt. Er fuhr vom Bahnhof direct zur Enthüllung des Herzog Albrecht-Denkmals. Königsberg, 19. Mai. In Anwesenheit des Kaisers fand um 12 Uhr Mittags die Enthüllung des von Friedrich Reusch modellirteu Herzog Albrecht-Denkmals in feierlicher I Weise statt. Der Kaiser begab sich sodann nach Schlobitten. Elbing, 19. Mai. Der Kaiser erwiderte auf die I Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters Elbitt dem Ver- I nehmen nach etwa Folgendes: Es freue ihn, daß die Industrie Elbings sich gehoben- er habe sich dafür und fpeciell | für die Schichau'fche Werft stets interessirt, er sei darum nach Elbing gekommen und wünsche, daß die Industrie Elbings weiterblühen möge- er hoffe zuversichtlich, daß der Friede voraussichtlich auch für die nächsten Jahre erhalten bleibe- er bitte den Oberbürgermeister, der Bürgerschaft Elbings für den Empfang seinen Dank auszusprechen. Mannheim, 19. Mai. Die Allgemeine deutsche Lehrer Versammlung hielt heute ihre erste, von etwa 4000 Personen besuchte Hauptversammlung ab. Se. Königliche Hoheit der Großherzog hatte infolge des durch den Tod der Prinzessin Elisabeth eingetretenen Trauerfalls feine Theil- nahme absagen taffen. Die Versammlung wurde im Namen der Stadt durch den Oberbürgermeister Moll und im Namen der Regierung durch den Geheimen Hofrath Armbruster begrüßt. Es wurden hierauf folgende Vorträge gehalten: „Ueber Pädagogik als Kunstlehre" von Kreisschulrath Weigoldt (Karlsruhe)- „Ueber die Schule als Bildnerin für das socialpolitische Leben" von ^eminaroberlehrer Keferstein (Hamburg) und „lieber Schulreform und sociales Leben" von Professor Gutersohn (Karlsruhe). Wien, 19. Mai. Der serbische Finanzminister Dr. Vuitsch und die Großfürstin M i l i tz a sind hier eingetroffen- letztere ist nach Cannes weitergereist. — Eine Versammlung von 2000 strikenden Buchdruckern wurde verboten. Die Strikenden durchzogen demonstrativ den vierten Bezirk, ein polizeiliches Einschreiten war jedoch nicht nöthig. Triest, 19. Mai. Das „Cittadino" meldet aus Korfu von heute, daß trotz des Belagerungszustandes neue Ausschreitungen vorgekommen sind. Ein Jude wurde auf dem Wege zur Apotheke durch einen Messerstich von einem Unbekannten getödtet. Es bestätigt sich, daß bei dem Tumult am Freitag ein Italiener verwundet und eine Italienerin getödtet worden ist. Einige jüdische Läden sind unter dem Schutz des Militärs geöffnet. Rom, 19. Mai. Bei dem Bahnhof San Paolo in der Nähe der Stadt stieß ein mit Soldaten besetzter Transportzug mit einem Frachtzug zusammen. 36 Soldaten wurden leicht verwundet. L Konstantinopel, 19. Mai. Zu Ehren des gestern Abend hier eingetroffenen Wiener Männergesangvereins wurde von dem Empfangscomite zusammen mit der „Teutonia" ein großer Festcornmers veranstaltet. Stürmische Hochs wurden aus" den Sultan, den österreichischen und den deutschen Kaiser ausgebracht. Coettte* unft prwiBjieUe«. Gießen, 20. Mai. — Herr Polizeifeeret'är Kraemer hier wurde zum Polizei- Commifsär in Darmstadt ernannt. — Ein hiesiger junger Mann, der sich in verschiedenen Fällen der Urkundenfälschung und des Betruges schuldig gemacht, ist am ersten Pfingstseiertag verhaftet worden. — Wohl feiten ist den Pfingstfeiertagen nach einem. Drogenhandlung ten. ^durm. Anzeiger" mM, ist goer WeltaussteÜMtz " des Innern erstem Abend 11 Uhr " er sich zur Entfach Königsberg, mptversammlung des eure unter Projessor ident von Bennigsen Hamens der Provinz hoff begrüßte sie im Rath Launhardt im b,e ‘ ti i« w «w* -Dr' >en r Paolo w M ; Transp"^ s-S -S- in" te«-* 4 t6,8 bit ä'Mt 4b*" 2 ÄJ ino hpß nvs, ' fin .es ordnungs- ‘•niöom 30,®L 5V x ffK ft" 4t ">°r, bie $o[1: 9M£ d-s Staats Trupps [«« d°s St*. «rt ’* ‘Neitimg smd ’ «eist leicht - nten falb zahlreich «n den Exrcffen l«i °«ch Kausteute ir ist - in Gardengetroffen. Er wurde jnhos direct zur Ent- cheit des Kaisers fand von Friedrich Reusch mals in feierlicher nn nach Schlobitten. erroiberte auf bie (Mitt beut §er- . ihn, daß die Jn- h dchr und foröÄ t n dnrm nach >i'e Industrie Elbings M, daß der Friede ahrc erhalten bleibe- rgerMs' Elbing- sm gemeine d-nts-h- hre erste, »on etw« iah. S-. K«g- durch denT-d Ltiato seine S*,m ?* n(a Kdnerru B 6 X K-s-rst-w aroverleq^ „ üon Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Die Kinderkirche nächsten Sonntag, und daher auch die Vorbereitung am Donnerstag fällt aus. Mehr als bei allen Anderen finden wir bet dem Haus-und Küchenpersonal, in Folge seiner Beschäftigung in Haus und Küche, die Erscheinung hochgerötheter Hände. Die Ursache liegt in dem grellen Wechsel von Wärme und Kälte, von Wasser und Luft. Kommt hierzu noch die Benutzung einer scharfen mtnderwerthigm Seife, so ist es nicht zu verwundern, wenn die gerötheten Hände aufspringen und schließlich zu Hautkrankheiten Veranlassung geben. Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 20. Mat, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 9V2, Lust 10 Grad Reaumur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. § Elpenrod, 19. Mai. Gestern Nachmittag ertönten plötzlich die Sturmglocken und der Rus Feuer. Es brannte bei einem hiesigen Maurer L. Das Feuer war im Holz- hinter Schloß und Riegel, hoffentlich bekommt er, zum abschreckenden Beispiel für unsere sonst friedliche Gegend, lange Zeit Gelegenheit, über diese Kohlenrevierthat nachzudenken. t Arnsburg, 19. Mai. Das diesjährige Stiftungsfest des hiesigen Rettungshauses, verbunden mit einem Missions- sefte, wurde heute unter großer Betheiligung von Nah und Fern wieder abgehalten. Die Festredner waren Herr Pfarrer Nebel aus Höchst i. O. und Herr Reiseprediger Wagner auS Darmstadt. _______________________ gemacht. Nachdem gestern schon ziemlich rauhe Witterung herrschte, ist über Nacht vollständiges Winterwetter eingetreten. Ausflügler fanden heute früh den Wiesengrund und Wald stark bereist, so daß das Mairöschensuchen in letzterem keine angenehme Beschäftigung war. Gegen 10 Uhr stellte sich Regen ein, der gleich daraus in Schneegestöber ausartete, das uns Frau Holle um Weihnachten nicht heftiger hätte zu Theil werden lassen können. Aus dem Gebirge kommende Personen berichten, sie hätten tüchtig im Schnee waten müssen, den Beweis hiersür lieferten ebenfalls von dort kommende Chaisen, deren Bedeckung mit einer hohen Schneeschichte überzogen war. ß Hungen, 19. Mai. Die Vortheile der Viehwa agen sieht man in landwirthschastlichen Kreisen allgemein ein und werden auch überall solche, theils auf Kosten der Gemeinden wie auch von Privaten errichtet. Wo sich noch nicht eine ein Feuerchen angemacht. A Lauterbach, 19. Mai. In Angersbach kam es in der Nacht vom 17. auf 18. d. Mts. zwischen zwei jungen Burschen zu Streitigkeiten, wobei leider das Messer | wieder eine traurige Rolle spielte. Der eine derselben erhielt I fünf Stiche, davon einen lebensgefährlichen in den Unterleib. Der Verletzte mußte noch in derselben Nacht in das hiesige Krankenhaus verbracht werden. Der Thäter ist verhaftet. — । Heber den Vorfall wird dem „L. A." wie folgt geschrieben: Einem Act entsetzlicher Rohheit ist in der Nacht vom 1. auf den 2. Pfingsttag hier fast ein Menschenleben zum | Opfer gefallen. Es herrscht hier noch die alte Sitte, daß in der Pfingstnacht den Mädchen Maibäume gesetzt werden. Ein junger Bursche, geboren im Regierungsbezirk Königsberg, welcher hier dient, wurde bei dieser Gelegenheit von einem unreifen Jungen > m 18 Jahren, der meistens in Westfalen in Arbeit steht, üi lallen und nieder gestochen. Als der Unglückliche von mehreren Stichen getroffen unter einem Wagen Schutz suchen wollte, warf sich der Unmensch nochmals über ihn und versetzte ihm noch einige Stiche. Der Verwundete, dessen Wunden tödtlich sind, wurde nach Lauterbach ‘ ins Krankenhaus gebracht. Der Mordgeselle sitzt bereits | Verkehr, taub» unb Volkswirthsehaft. X Sich» 19. Mai. Der heute hier abgehaltene Schweine - markt war mit ungefähr 800 „Springern" befahren. Der Handel ging recht flott, es blieben nur wenige Exemplare unverkauft. Das Pärchen erhielt einen Durchschnittspreis von 40 X Grünberg, 16. Mai. Fruchtpreise. Weizen X Korn X —, Gerste X 22.—, Hafer X 17.20, Erbsen X 22.80, Linsen X —, Wicken X , Lein X —, Kartoffeln X 8.20. Waage befindet, plant man die Anschaffung einer solchen, so daß bald in jedem Orte eine Waage vorhanden sein wird. SÜitA ’X’ÄÄ I SW 9'8« Mifatk »• MchrmM Mr bereits seither offen gelegen hat. langen und strengen Winter mit solcher Sehnsucht und großen Erwartungen in Bezug auf schönes Wetter entgegengesehen worden, als in diesem Jahre, aber noch nie ist die erholungsbedürftige Menschheit in diesen Erwartungen so bitter getäuscht worden. Pfingstausflügler ziehen wohl einige Regenschauer mit in den Gesichtskreis ihrer Unternehmungen, aber Kälte und Schnee hat, auch hier werden die bekannten ältesten Leute dies bestätigen, noch nie auf einem Pfingstl Programm gestanden. Die denkbar frostigsten Pfingstfeiertage blieben dem Jahre 1891 Vorbehalten. Am ersten Feiertage wirbelten die Schneeflocken so, daß es fast keiner Phantasie bedurfte, um sich in die Weihnachtsfeiertage zu versetzen, der zweite Tag war kalt und der dritte nicht warm. Um bei der gänzlichen Unmöglichkeit des Aufenthalts im Freien wenigstens den Aufenthalt daheim erträglich zu machen, mußte nachdrücklichst zu Kohlenschaufel und Stocheisen gegriffen werden. Die mit viel Sorgfalt und unter Aufwand aller Kräfte für die Feiertage fertiggestellte Toilette konnte nicht zur Entfaltung gebracht werden, denn als beste Festkleidungsstücke erwiesen sich Ueberzieher, Pelzmäntel, „warme" Handschuhe u. s. w. Daß unter diesem winterlichem Wetter die Pflanzenwelt geradeso gelitten, wie die Sommer- wirthschasten, ist bedauerlich, daß manche hübsch ausgedachte Pfingsttour unausgeführt bleiben mußte, war für die Betreffenden einfach ärgerlich. Nach von auswärts vorliegenden Meldungen war das Wetter fast überall das gleiche, im Vogelsberg, im Taunus, in der Rhön, im Thüringerwald, im Odenwald u. s. w. hat es geschneit. Die Redensart: „Grüne Weihnachten, weiße Ostern!" hat ihren Schrecken verloren, seit der Welt das Schauspiel von weißen Pfingsten geboten wurde. Hoffentlich bleiben wir in nächster Zeit von allem verschont, was geeignet ist, „Froststimmung" zu erregen. + Wenings, 15. Mai. Großes Aussehen erregt hier folgender Vorfall: Der hiesige Lehrer Müller ging gestern Nachmittag in den Wald nach Gedern zu. Als der Lehrer Abends 8 Uhr noch nicht zurückgekehrt war, wurde Seitens der hiesigen Bevölkerung nach demselben gesucht und fand man ihn Abends 11 Uhr an einem Baume erhängt vor. Dem Vernehmen nach ist Geistesstörung der Grund der That. §, Vom höchsten Vogelsberg, 17. Mai. Die verflossene Nacht hatten wir hier eine Temperatur von —3° N., heute Morgen war hier dichter Schneefall, so daß der Schnee um 12 Uhr Mittags einen halben Fuß hoch lag. Eine prachtvolle Ansicht gewährte jedoch die Gegend, das weiße Schnee- seld, dazwischen die hellgrünen Bäume und die schon emporgeschoßten Kornfelder. Im Oberwald sind in der verflossenen Nacht in verschiedenen Districten sämmtliche Pflanzen erfroren. -d. Schotten, 17. Mai. Pfingsten im Schnee! Eine rasche Aenderung der Temperatur hat sich fühlbar schuppen entstanden. Es gelang bald, des Feuers Herr zu werden- doch waren bereirs Stallung und Holzschuppen, sowie , - . eine Swllung der Nachbarliche den Flammen zum Opfer ;«enTÄ gefallen. Die Ursache des Brandes war das Spielen der 1 - - - --- --- - - Kinder mit Feuer. Sie hatten sich nämlich im Holzschuppen losen Doerings Seife wäscht. Diese Seife macht mehr wie jede andere die Haut weich und geschmeidig und wirkt durch ihren Fettgehalt schützend auf die oberen Hautlagen, verhindert also das Aufspringen. Die Wöhlthat intacter Hände wiegt die kleine Ausgabe von 40 Pfennig, für welche man Doerings unübertroffene Seife erhält, tausend Mal auf. Zu Haven in Giessen bei Gebrüder Adami, F. C. Conrad, Eberh. Dort, Drebes & Walleniels, Fritz Egly, Emil Fischbach, Ad. Geisse, Gustav Gerhardt, L. Kalkhof, Gg. Kinkel, Dndwig Loth, Eberhardt Metzger. P. J. Möbs, Paul Möser, H. F. Nassauer, Aug. Noll II., Otto Schaaf, .1 .M.Schulhof, P. F. Thomas, Ang. Voigt, Hch. Wallach, tn Wieseck bei Heinr. Volzel II in Lieh bei J. Häuser, C. VogtII., „zur Rose", in Lollar bei H. Geissler VI., in Schotten bei Gg. Böhm. Engros - Verkauf: Doering & Co., Frankfurt a. M. und Benner & Krumm, Droguen-, Material- u. Farbenwaaren-Grotzhandlung, Giessen. 13309 Mittwoch den 27. Mai l. I., Nachmittags 2V-2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die zum Nachlaß der Emil JurNer Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 977 — 194 Meter auf dem Afterweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 19. Mai 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________I. A.: Vogt. 4751 Königliche Eisenbahn-Direktion Hannover. Verdingung der Lieferung von 1310000 Stück Reiser- Wellen in 13 Loosen für die Zeit vom 1. Juli 1891 bis Ende Juni 1892, lieferbar in monatlichen gleichmäßigen Mengen, am Dienstag den 2. Juni 1891, Vormittags 11 Uhr. ZufchlagSfrist bis 25. Juni 1891. Bedingungen nebst Angebotbogen werden gegen poftfreie Einsendung von 60 H entweder baar oder in Reichspost-Briefmarken abgegeben. Dre abzuschließenden Verträge bleiben ffempelfrei. Hannover, den 15. Mai 1891. 4737______Materialien. Bureau. Betarmtmachimg. Die Holzversteigerungen vom 12. und 14. lsd. Mts. in der Frei- herrlichen Oberförsterei Rabenau sind genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 29. Mai ab auf Freih. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Überweisung SamStag den 30. Mai. Keffelbach, den 19 Mai 1891. Freih. Oberförsterei Rabenau- 4763 Schlotterer.________ Mittwoch den 1. Juli l. I., Nachmittags 2Va Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Johann Adam Hermann Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur H Nr. 64*/10 — 862 Meter Acker Laggärten am Wismarer Weg, Flur II Nr- 645/in — 250 Meter Hofraithe daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 19. Ma: 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. I A: Bogt. 4752 Jeilgeöotenes. 4757] Gute Speise« und Galat- Kartoffeln verk. K. Enler, Hammstr. 5. Wohnungs-Veränderung 4721 Meine Wohnung befindet sich nunmehr Bahnfiofstrasse 31. Louis Wittich. MnkM-Mllftrik KrchMndkii-Gikßkn Inhaber: Carl Haas jr. Großer Ringofen-Betrieb. Täglicher Versandt in Marmor-, Weiß' und hydraul. Stückkalk. “ Einzelne Fuhren ab Kalkwerk nur gegen! baar zu den billigsten Tagespreisen. 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Bezugnehmend auf obige Annonce gestatte ich mir, meine Geschäftsfreunde und Gönner darauf aufmerksam zu machen, daß ich ein assortirtes Lager in franz. Champagner der Firma Jules Champion & Co. in Reims unterhalte und mich bei Bedarf bestens empfohlen halte. Hochachtungsvoll Friedrich Stooss. Bade- «ad Schwimm-Anstalt von Ph. Carl Euler ist eröffnet. Schwimmunterricht und Badezeit für Kinder von Vormittags 10 12 Uhr und Nachmittags von 3—7 Uhr. Schwimmunterricht sowie Aussicht wird von gewissenhaften tüchtigen Leuten geführt. - Die Anstalt ist von Morgens 6 Uhr Lis Abends 8 Uhr, an Sonntagen nur Vormittags von 6—12 Uhr geöffnet. Die Liste zur gefälligen Einzeichnung liegt in der Anstalt offen, woselbst auch alles Nähere zu erfahren ist, und lade zum Abonnement ergebenst ein. 4657 Ph. Carl Euler. Aachener und Münchener Feuer - Beestcherungs - Gesellschaft. Nachdem der Herr Johann Lerch in Grünberg in Folge freundschaftlicher Uebereinkunft die Agentur unserer Gesellschaft niedergelegt hat, haben wir dieselbe dem Sparkaff.nrechner Jpewn Julius Karl in Grüubrrg übertragen. Darmstadt, den 10. Mai 1891. Carl Horumann, General-Agent. Julius Karl. 4579 Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung empfehle ich mich zur Vermittelung von Versicherungen gegen Feuersgefahr bei obiger Gesellschaft und bin zu jeder Auskunft stets gerne bereit. Grünberg, den 10. Mai 1891. Norddeutscher Lloyd. Post- und Schnelldampfer von B 1R B N nach Newyork ' Baltimore Ostasien Australien Brasilien La Plata ■£> Nähere Auskunft ertheilt; 4573 General-Agent Chr. Emil Derschow, Offenbach a. M., oder dessen Agenten: J. M. Schulhof, Giessen, Ang. Kraft, Butzbach. VermieHungen. Luftkurort Marbach i. Odw. [4727 in Hanau 4732 Herr August Braun 4749 Gießen, den 20. Mai 1891. 101.801 Ver. Königs-Laurah^Act. 124.50 Tendenz: fest. 158 20 Reichsbank-DiScont 4 pCt. — Frankfurter Bank-Discont 4 pCt- Der O ö o Gesangverein Staufenberg. 8 ber OOOOODODaOOöOÖODOO । Bezirk« Köln (rechtsrheinisch) bei. 4% Mainzer St -Anl. Gelsenk. Bergw.-Act. 89 90 91 00 78 90 7b 00 90 00 425 50 194 50 143.00 143 60 114.90 6890 Disconto-Command^Anth Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Act Wiener Bankver.-Act Oest. Credit-Act Oest. Staatsb.-Act. 184.70 134.90 141.20 118.20 98 00 258 OO 235.25 am 20. October statt. Mainz, 19. Mai 1891. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag öVa Uhr " vom Hause Schillerstraße 19 aus statt. Lomb. E-B.-Act Buschtberader E.-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. gestern Mittag Vz12 Uhr nach langem schweren Leiden im Alter von 39 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen ist. Aervüschte Anzeigen. Gross-Gerauer Lotterie. 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Todes-Anzeige Tiefbetrübt machen wir Verwandten, Freunden und Bekann- ten die traurige Mittheilung, daß unser innigst geliebter Gatte, Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel aaGöooöQooaDöDaQög g Oeffentlicher Dank, g 2 Für die so tüchtige Leitung und 8 9 sorgfältige Pflege des Männerge- SS U sanges sprechen wir unserem, durch dck S Versetzung nach Nieder-Bessingen 64 ö nun scheidenden Dirigenten, Herrn O Lehrer Graulich, den besten Dank W S aus. [4728 v Moritz Gtrarrtz jr., Generaldebit. Dienstag den 26. Mai 1891: Zucht- u. Mvieh-Murkt Entlaufen ein großer schwarzer Hund (Neufundländer). auf den Namen „Loki" hörend- Dem Wiederbringer eine gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt- 4743 Noll, Ostanlage 33. 4731] Ein großer schwarzer Hund mit Steuermarke zugelaufen. Tchwarzentraub, Hof Bubenrod. 4753] Ein Standtuch in der Bahnhofstraße verloren. Abzugeben Rodheimer- straße 40 oder Polizeiamt. 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