1891 Dienstag den 21. April Nr. 91 Btt ^rße»er A«zeiger nchheint täglich, Ausnahme de- Montags. Die Gießener >ys«rtte«rtLlter v^tzen dem Anzeiger >< kchentlich dreimal beigelegt. Kießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger ASonnementspret» i> 2 Mark 20 Pfg. tx* Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pf- Redaction, ExpediN»» und Druckerei: -chntstraßeAr.D. Fernsprecher 51. Amts* und Anzergeblntt fflr den Nrels Gieren nra M «»nähme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den Agenden Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Lür Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes vchvu» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Hratisöeikage: Gießener Jamikienökätter Anrtlrctzsr Theil. Bekanntmachung, Abhaltung von öffentlichen Faselfchaneu zu Gießen und zu Grünberg betreffend. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß in Verbindung mit den am 22. April L I. zu Gießen und am 30» „ „ „ „ Grüaberg stattfindenden Viehmärkten öffentliche Faselschauen durch die Körcommission abgehalten werden. Die Schau zu Gießen beginnt Vormittags 11 Uhr, die zu Grünberg Vormittags SV- Uhr. Bei den Faselschauen, welche nur zum Zweck der Ankörung von Faseln abgehalten werden, wird die Commission vorzugsweise Fasel der reinen Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler Raffe berückfichtigen, andere nur dann, wenn sie ganz besonders schön sind. Es werden nur solche Bullen angekört, welche sprungsähig entweder schon find oder dies wenigstens in kurzer Zeit werden. Bei der Schau zu Gießen können den Besitzern guter Fasel, soweit die Mittel reichen, Prämienbeträge bezw. Wegegelder vorbehMich näherer Bestimmung in Aussicht gestellt werden. Gießen, den 1. April 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 18. s2lpril. Wie der „Darmfi. Ztg." aus Potsdam berichtet wird, waren Seine Königliche Hoheit der Erb großherzog heute Vormittag 10 Uhr zur Theil- .nahme au der Nagelung, Weihe und Uebergabe von Fahnen und Standarten an das 2. Bataillon des Garde-Füsilier- regiments, das Infanterieregiment Nr. 145, das Garde- . Kürassierregiment, das Husarenregiment von Ziethen (Brandenburgisches) Nr. 3, das Husarenregiment König Wilhelm I. (1. Rheinisches) Nr. 7 und das Pionierbataillon Nr. 17 besohlen gewesen. Um 5 Uhr Nachmittags findet im Weißen Saale des Königlichen Schlosses Abendtafel statt, an welcher Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog ebenfalls theil- nehmen werden. Berlin, 18. April. Heute Nachmittag sand auf dem Dennewitzplatze die feierliche Grundsteinlegung für die Lurherkirche statt. Die Umgebung des Platzes war auf das Festlichste geschmückt. Der Kaiser und die Kaiserin trafen 'kurz nach 3 Uhr ein und wurden enthusiastisch begrüßt, während die Thurmglocken der benachbarten Zwölfapostelkirche zu läuten begannen. Auf dem Festplatze wurden die Majestäten -von dem Minister v. Zedtlitz, sowie den Spitzen der kirchlichen Behörden empfangen. Die Majestäten wohnten mit dem Erbgroßherzog von Baden in dem Kaiserzelte stehend der Feier bei, bei welcher auch die General-Feldmarschälle Graf Moltke, Gras Blumenthal und der General-Oberst v. Pape, sowie die Spitzen der militärischen und Vertreter der kirchlichen Behörden anwesend waren. Nach dem Gesang des Liedes „Ein' feste Burg" hielt Pastor Lange die Fest- prcdigt, in welcher er auch den Majestäten für deren Erscheinen Dank aussprach. Der Archidiaconus Kramm verlas die Urkunde, worauf der Kaiser, die Kaiserin, der Erbgroßherzog von Baden re. die üblichen Hammerschläge thaten. -Propst Brückner schloß die Feier mit dem Segen. Bei der Abfahrt wurden den Majestäten erneute Ovationen dar- ^ebracht. Berlin, 18. April. Die Budget-Commission des Abgeordnetenhauses bewilligte in ihrer heutigen Sitzung den Rest der Secundärbahn - Vorlage nach den Vorschlägen der Regierung und erledigte die Denkschrift über die Ansiedelungen in Posen und Westpreußen, indem sie dieselbe zur Kenntniß nahm. Berlin, 18. April. Dem langjährigen Vorsitzenden des deutschen Kriegerbundes, Obersten Elpons, ist der rothe Adlerorden zweiter Klasse verliehen worden. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitnng" veröffentlicht rin Schreiben des Bischofs Smythien von der englischen Universitäts-Mission, welches sich sehr anerkennend über die deutschen Bestrebungen in Ostafrika äußert. Berlin, 18. April. Die Vertreter aller Parteien con- serirten heute im Beisein des Schatzsecretärs Freiherrn v. Maltzahn über die Gestaltung der Zucker st euernovelle. Es wurde eine Einigung wenigstens über das taktische Vorgehen erzielt. Der Schatzsecretär erklärte, daß die Regierungen vor Allem Werth auf die Steigerung der Einnahmen legten. Falls eine solche nicht erreicht werden könnte, müffe ?ne Reform auf unabsehbare Zeit vertagt werden. Berlin, 18. April. Fürst Bismarck empfing kürzlich in Friedrichsruh eine Abordnung des conservativen Vereins in Kiel. Hierbei hielt der Fürst eine interessante Ansprache, in welcher er in geistreicher Weise seine Auffassung von dem politischen Begriff „conservativ" und sein Verhältnis zu der conservativen Partei Preußens erläuterte. Er betonte, daß er die Zertrümmerung des alten deutschen Bundesstaates und die nachfolgende nationale Einigung Deutschlands als eine conservative That betrachte, die er als solche vor Jedem rechtfertigen könne. Weiter sprach sich Bismarck für Aufrechterhaltung des Cartells zwischen den Conservativen und den Nationalliberalen aus. Schließlich bezeichnete er die laut gewordene Forderung, er solle sich nicht mehr um Politik kümmern, als die größte Dummheit, die ihm je vorgekommen sei. Demgegenüber nahm Fürst Bismarck in sehr entschiedener Weise das Recht für sich in Anspruch, in öffentlich behandelte Fragen, zu deren sachgemäßer Beurtheilung er sich für befähigt erachten müffe, mitzureden, und erklärte er, daß er sich dieses Recht von Niemand verbieten lasse. — Das „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht den Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und dem Congostaate über die Auslieferung von Verbrechern und über Gewährung der Rechtshilfe in Strafsachen zwischen den deutschen Schutzgebieten in Afrika und dem Congostaat. Der Austausch der Ratificationen hat am 21. März in Brüssel stattgefunden. Berlin, 18. April. Der Ausschuß des deutschen Handelstages beschloß, die Reichsregierung zu ersuchen, neben den bestehenden Flottenstationen im Auslande eine südamerikanische Flottenstation einzurrchten. Aus die nächste Tagesordnung der Plenarsitzung soll die Frage der Herabsetzung der Telephongebühren gesetzt werden. Essen, 18. April. Die Meldung über ein angebliches Complott gegen das Leben des Grubenverwalters von Zeche „Langenbrahm" bei Werden a. d. R. ist der „Rhein.- Westf. Ztg." zufolge vollständig unbegründet. Wahr ist nur, daß in der letzten, am Sonntag stattgehabten Versammlung der Belegschaft der Zeche beantragt worden war, bei dem Grubenvorstand ein Gesuch um Absetzung des Gruben-Ver- walters einzureichen. Der Antrag wurde jedoch von der Versammlung abgelehnt. Die Grubenverwaltung hat daraus zehn Bergleuten, welche die Haupturheber des Antrags waren, am 15. April gekündigt. Auf Zeche „Eintracht Tiefbau" bei Steele dauert der Strike fort. Auf Zeche „Sellerbeck" sind heute Morgen 63 Mann unter Tage angefahren. Hildburghausen, 18. April. In dem benachbarten Orte Römhild ist in der vergangenen Nacht eine große Feuersbrunst ausgebrochen. Bis heute früh waren 30 Häuser in Asche gelegt. Wilhelmshaven, 18. April» Bei Wangeroog ist gestern ein englischer Dreimastschuner gestrandet und wahrscheinlich gesunken. Durch ein gekentertes Boot wurden fünf Leichen angetrieben. Ausland. P-st, 18. April. Das Organisationscomite der Arbeiter beabsichtigt am 1. Mai ein Ar bei ter fest zu veranstalten nnd eine allgemeine Arbeiterversammlung abzuhalten. Das Comiö erklärt, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung selbst übernehmen zu wollen. In mehreren Provinzialstädten werden gleichfalls Vorbereitungen für die Feier des 1. Mai getroffen. Marseille, 18. April. Die zur Vornahme einer Enquete in der Arbeitsfrage nach der Provinz entsendete parlamentarische Subcommission vernahm hier mehrere Arbeiterabordnungen, letztere haben sich im Allgemeinen für die Festsetzung des Achtstundentages ausgesprochen. Zahlreiche Hafenarbeiter sind jedoch Anhänger eines vollständig freien Uebereinkommens. Angers, 18. April. Die Direction der Schieferbrüche von Trelaze, wo ein Theil der Arbeiter einen Strike begonnen hatte, beschloß die Schließung sämmtlicher Arbeitsstätten. Die Zahl der in Folge dessen arbeitslos werdenden Arbeiter wird aus 2000 geschätzt. Brüssel, 18. April. Wie die „Etoile belge" meldet, werde am Montag in mehreren Kohlenbergwerken im Bassin Mons der Strike eintreten. Petersburg, 18. April. Eine soeben veröffentlichte Verordnung schreibt tior,- daß die Reservebataillone von Schazk, Korotojak, Laischew, Skopin, Borissogljebsk, Sswiashsk, Wetluga, Spassk, Kotjelnitsch, Mokschau, Baloschow, Chwalynsk, Ssura, Scysran, Busuluk, Orsk, Belebej, Zarew, ! Slatoust und Irbit einen Bestand von 6 Compagnien und I die Reserve-Jnfanterie-Regimenter 166 bis 177 den gleichen Bestand erhalten, wie er im Jahre 1889 für Regimenter ähnlicher Art festgesetzt wurde. Deutscher Reichstag. 103. Plenarsitzung. Samstag, 18. April 1891. Die Berathung des Arbeitersckutzgesetzes wird bei den Bestimmungen über die Beschränkung der Frauenarbeit fortgesetzt. $ 137 in der Commisstonsfassung bestimmt: Arbeiterinnen dürfen in Fabriken nicht in der Nachtzeit von 8Va Uhr Abends bi« 5 5"-^' r. »*&<. d-i Sti: H-n ®,06‘ i). s-^S-t WjUg Abe,,d 1 Ludwizs-tzch- 1 öcr Öocomotibe Quf der Strecke b dann an dem eben sein. ebörk ja nicht zu 1 toMmen, daß WchnMMtm i, w Tn' te Pflege btt hm, Apotheker TverKg ^Seise zu möpmkev, m Fabrtkalm M äifte billiger ist M ffchm Anfordnungea ersten Ranges von ß aus die Schönheit ! selbst bei täglichem en Nachtheil aus die Darum Doerings mH. Zu 40 W. »rüder Adami. »4 Wallenfels, stav Gerhardt, oth, Eberhardt Ang. Noll II" P. F. Thoma», -r, C. Vogt n., , Enaros-Perkaus: ner & Krumm. muc, filmen. [3309 ..»»•* . «rl, N'«1 6 -»**• tÄ -KL Ws n\ tb“8"rit[ ili Irisch. Lch 9QlW Stand? . MM * A" .80, Erbsen * 20- 6.60. reise. Heu P ), KE * -• . 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Das in den Di- strdcten Beltershainerwald, Neuerheegwald, Kaulhain und Ochsenstall sitzende Holz, sowie ein Theil des Holzes im District Langebuchen wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und wollen Kaufliebhaber solches vorher einsehen. Das zur Versteigerung kommende Holz ist mit Kalk bespritzt. II. Dienstag de« 28. April d. I. aus den Districten Bauernhaide, Hainheege, Zeileichen, Güntersgraben, Bauschel, Großer Seng und Kälberstall der Forstwartei Saasen, ferner aus den Districten Koppe, Zuhaag, Pfaffenloch, Klösgesrod, Bettenwald, Grauwinkelund Krummstrauch der Forstwartei Harbach, sowie aus dem District Jungenbuchen der Forstwartei Reinhardshain: Scheiter Rm.: 137 Buche, 18 Birke, 31 Eiche, 227 Nadelbolz; Knüppel Rm.: 54 Buche, 53 Eiche, 167 Nadelholz, 2 Aspe; Reisig Rm.. 327 Buche, 232 Eiche, 1045 Nadelholz; Stöcke Rm.: 10 Buche, 5 Eiche. Zusammenkunft Vormittags halb neun Uhr im District Jungebuchen am neuen Pflanzgarten auf der Kreisstraße Reinhardshain—Winnerod. Das in den Districten Hainheege, Zeileichen, Güntersgraben, Bauschel, Großer Seng, Kälberstall, Koppe, Zuhaag, Pfaffenloch, Klösgesrod, Bettenwald, Grauwinkel und Krummstrauch sitzende Holz wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und wollen Kaufliebhaber solches vorher einsehen. Das zur Versteigerung kommende Holz ist mit Kalk bespritzt. 3654] Eine Meinstehende Dame sucht sofort ein gesundes kräftiges Mädchen, welches Erfahrung im Kochen, Naben und stricken hat und sich allen häuslichen Arbeiten unterzieht. Gute Zeugnisse erfor- derlich. Näheres in der Exped. d. Bl. 3332] Ein braver Junge von 16 dis 18 Jahren als HauSburfche gesucht. _Näheres in der Exped. b- Bl._______ Ziegenlamm-Felle frankfurter Transport-, Unfall- und Glas- Derßlhernnss-Actien-GefeWaft. —Gegründet 1S65. Grundkapital 5000000 Mark. Kapitalreserve Mark 1016250. 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Der Aprtltermtn ist vorübergegangeni und die Auszahlung der fälligen Dividenden ist größtenthcilS erfolgt, ohne daß die erhoffte Wirkung auf die Geschäftsthätigkeit etngetreten wäre. Von den großen Emissionen, von denen die Börse neue Anregung erwartete, spricht Niemand mehr und die Course im Rentenmarkt, wett davon entfernt, bas Feld für die Aufnahme neuer Werthe vorzuberetten, gehen täglich zurück. DaS ist eS, was die Börse am meisten verstimmt. Die Verhältntffe scheinen sich stärker zu erweisen als die „Großen" des Geldmarktes, die sonst so häufig die Börse nach ihrem Willen lenkten. Wie sehr haben die Zetten sich geändert. Früher genügte die Meldung von dem Abschluß eines bedeutenden FtnanzgeschäitS, um die Börse auf das Lebhafteste zu bewegen. Die Speculation enthob die Banken der Nothwendtgkett, durch Interventionen daS Interesse zu erwecken, das für das Gelingen großer Emissionen unbedingt erforderlich ist. Sie trieb die Course der betheiltgten Werthe um Procente in die Höhe und warf den Unternehmern, statt Opfer von ihnen zu foroern, unerwartete und reiche Gewinne in den Schooß. Heute verlangt die Börse von den Emittenten eine Unterstützung, die über, deren Kräfte htnauszugehen scheint. Alle Versuche, eine bessere Tendenz vorzuberetten, scheitern an dem passiven Widerstande der Börse. Die Course gehen zurück und mit den weichenden Coursen entschwinden den Emittenten mehr und mehr die Aussicht auf Gewinn und wohl gar die Aussicht auf glückliche Abwickelung der Engagements. Darin liegt aber auch für die Börse eine große Enttäuschung, die sich in neuen Coursrückgängen und vermehrter Zurückhaltung äußert und so in ständiger Wechselwirkung die hochgradige Verstimmung erzeugt, unter welcher daS Geschäft gegenwärtig so schwer leidet. ES ist begreiflich, daß dieser Zustand des Marktes von der Contremine nach Kräften ausgenützt wird, allerdings weniger durch umfassende Abgaben, alS durch Gerüchte und Darlegungen, welche dazu geeignet sind, die Markttendenz noch weiter zu verschlechtern. Indessen darf man anscheinend diesen Bestrebungen kein zu großes Gewicht beilegen, weil dieselben von Zett zu Zett doch immer wieder zu Deckungen Anlaß geben, welche die früheren Erfolge schnell wieder verwischen. In Gerüchten wird freilich viel geleistet und zwar stets mit einem Erfolg, der jedoch zur Hälfte auf das Conto der außerordentlichen Geschäftsstille gesetzt werden muß. Die Angriffe richten sich hauptsächlich gegen den Montanmarkt, indessen bleiben auch die anderen Gebiete nicht verschont und namentlich in den letzten Tagen werden Banken ziemlich scharf in Mitleidenschaft gezogen. Das findet seine Erklärung zur Genüge in den bereits dargelegten Verhältnissen, verschärfend tritt nun noch hinzu, daß die Nachrichten auS Virginten um nichts besser geworden sind, daß vielmehr die Bewegung deS Goldcvurses, der von 320 wieder auf 350 gestiegen ist, trotzdem alle Goldzahlungen eingestellt sind, auf neue Verwickelungen schließen läßt. Es ist nunmehr auch zur Gewißheit geworden, daß das Garantieenconsortium für Baring nicht ohne große Verluste die übernommenen Verpflichtungen erfüllen kann. Das hat, wie allgemein bekannt, für den deutschen Markt keine dtrecte Bedeutung und doch hat man versucht, die Dtscontogesellschaft damit in Verbindung zu bringen und es hat anscheinend eines besonderen Dementis bedurft, um die Berliner Börse hierüber zn beruhigen. Indessen ist durch diese Klarstellung wenig gewonnen worden, denn die Unsicherheit über die Höhe der argentinischen Engagements der Dtscontogesellschaft bleibt bestehen, und die Geflissenheit, mit welcher dieselbe jede ziffernmäßige Angabe vermeidet, kann keinesfalls zu ihren Gunsten ausgelegt werden. Darmstädter Bank leiden unter dem Rückgang der Portugiesen, an denen offenbar die Opposition der Besitzer der Dom Miguel-Anleihe gegen jede neue Emission Schuld ist. Oesterreichtsche Bahnen unterlagen sehr lebhaften Schwankungen, namentlich Duxer und Buschtherader, erstere auf Verkäufe, welche, wie man sagt, von unterrichteter Seite ausgtngen, letztere auf Divtdcndengerüchte. Der CourS dec Duxer Actten bedeutet gegen die Vorwoche etwa 20 fl. Verlust, Buschtheradcr gewannen ca. 6 fl., ebenso sind Böhmische Westbahn auf Ver- staatltchungschancen 4 fl. besser. Für Lombarden kamen Divtdendenschätzungen in Umlauf, die btS auf 5 Francs zurückgingen, und demgemäß hat sich auch der CourS ermäßigt, andererseits hob sich der CourS der Staatsbahnactien in der Hoffnung auf einen Dtvtdendenvorschlag, der etwa 20 Francs erreichen soll. Schweizer Bahnen sind behauptet bis auf Gotthard, auf welche die Vermehrung des Acttencapitals ungeachtet besserer Einnahmen drückt. Im Montanmarkt beschäftigten sich die Gerüchte wieder vorzugsweise mit Kohlenactten und den großen Submissionen in Magdeburg und Köln. Man wollte wissen, daß die Staatsbahnverwaltung die Offerte von 105 Mark nicht accepttren würde, und suchte außerdem aus der Thatsache, daß für kleinere Quanten niedrigere Offerten eingelaufen waren, die Nothwendtgkett einer Ermäßigung des geforderten Preises darzuthun. Andererseits stimulirte die Absicht der Einführung einer Reihe der wichtigsten Montanactien an der Frankfurter Börse und eS resulttrten hieraus ziemlich lebhafte Schwankungen, deren Resultat eine kleine Ermäßigung des Coursntveaus ist. Renten waren schwach, namentlich Italiener, Ungarn, Spanier, Portugiesen und die exotischen Werthe. Die Bank von England hat ihren Dtscont um Vi °/e erhöht, um Goldentnahmen vorzubeugen, und das hat die Verstimmung auf diesem Gebiet noch verschärft. Auch 3o/otae deutsche Fonds sind wieder stark rückgängig, während die %tßcn Anleihen sich behaupten konnten. Privatdi«cont 2Vg—3 %. Course der Frankfurter Börse. < ütMaklMUleisteN Deere vom 11./VT. 17./TV. Coan vom 11 ./IV. 17./IV, 4»/o Hessische Obligation. 105.— 105.— 4»/^>/sPortug-A.88u.89 84.30 81.3* 105.55 105.70 5% amort. berb. Gold- Rente .... „ Baden..... 103.90 103 95 91.55 91.70 3«/o Sächsische Rente. . 3i/,o/a BremerStaatsanl. 87.75 87.60 5°/0 SerbtscheEisenbahn- 97.40 97.10 Hyv.-Obl. L. A. . 4o/oSchwed.Obltg.l880r 94.95 94.60 „ Hamb.Staatsrente 97.40 97.10 103.15 103.05 40/0 Oestr. Goldrente 97.40 97.30 1°/o Türken cono. . 24.75 24.35 „ GriechtscheMonopol- 50/0 Argent. Gold - Anl. 52.— 51.— Anleihe . . . 70.05 71.— v. 1887 ... bo/o Rumänische Rente . 4o/o Russ. Gold-Anleihe 99.95 99.80 3Vi°/o Egypt..... 94.15 93.75 S. III v. 90 . 100.20 100.20 Sisenbabn-PrioritLte«. 40/t Pfälz. LudwtgLbahn ba/g Südbahn Lombarden 104.75 104.50 (Bexbach) . . . „ Hessische LudwtgSb. 103.— 40/0 do. do. 3% do. do. 99.45 66.90 99.1t 66.— 68/69 garant. . 102.— 102.— 40/0 Prag-Duxer Gold . 100.55 100.50 , Elisabethb. steuerfrei „ Rudolf Gold (Salzt.) 100.55 100.60 Gold .... 100.80 100.95 „ Franz-Josef Silber 86.— 85.70 5o/o Oestr. Staatsbahn. 107.25 —.— 3% ftaatl. garant. Jtal. 40/0 do. do. 100.75 100.60 Eisenbahn . . 57.35 57.25 30/0 do. do. 30/0 Livorneser . . . 64.95 64 65 I.—VIII.Emtff. 84.85 84.85 40/g Ruff.Südw «Eisend. 97.20 97.2t 30/0 do. Ergänzungsnetz 5% Nordwestbahn Gold 82 60 107.60 82.50 107.40 4o/g Wladikawkas garnt. 40/g gar. Sardtn.Sec.stsr. 96.90 83.60 96.90 82.95 «iferrvahn-Aletterr. Ludwigshafen-Bexbach. Hessische Ludwigsbahn. 225.50 225.60 Lübeck-Büchner . . . 165.— 16550 115.35 115.50 Mecklenburger . . . —.— —.— Pfälzische Nordbahn * 116.15 116.20 Gotthardt..... 157.90 156.20 Martenburger-Mlawka. 68.25 68.30 Jtal. Mittelmeer . . 102.25 100.75 Bawk.Aletten. Deutsche Reichsbank . 142.50 142.65 Dresdener Bank. . . 150.15 147.50 Berlin. Handelsgesellsch. 148.75 147.30 Mitteldeutsche Credttb. . 104.75 104 60 Deutsche Bank . . . 156.— 154.70 Wiener Bank-Verein . 102.75 100.35 DeutscheGenofsenschstsb. v.Soergel,ParrisiusLCo. 126.— 126.— Württemb. Veretnsbank 125.60 125.90 Industrie-Papiere. Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) 168.80 167.80 Deutsche Verlagsanftalt 216.50 21590 183.— 133.30 Farbwerke,vorm.Meister, Lucius & Brüning. Bad. Anilin- u. Soda- 275.50 279.80 fabrtk .... 271.95 274.80 Riebeck'scheMontanwerke 176.— 172 90 Pfandbriefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfbbr. rr*. - 4o/gDeutscheGrundschld.- v. 86 ab bis 90. 101.50 101.50 Bk.-Pfandbr. . 100.80 100.80 3V«o/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 95.45 95.40 3