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Vierteljahr 1891 laden wir hiermit ergebenst ein. - Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer objectiver Uebersicht zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten des Wolff'schen telegraphischen Correspondenz- Burcaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz O b e r h e s s en ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschäft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, «Handel, Gewerbe, undJndustrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, chre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. April den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Exenrplare nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). Theil. Bekanntmachung, Verminderung der Raben, rabenartigen Vögel und Eichhörnchen betreffend. Wenn auch in Folge der in den beiden letzten Jahren betriebenen Verminderung der Raben und rabenartigen Vögel bereits eine Abnahme dieser Thiere bemerklich ist, so ist doch diese Abnahme noch keine solche, wie sie im Interesse der Landwirthschast, des Vogel- und Jagdschutzes geboten erscheint. Wir haben deshalb für das lausende Jahr nochmals eine Verminderung der Raben und rabenarligen Vögel angeordnet und fordern hierdurch die Pächter von Communal- wie von Domanialjagden auf, sich während der bevorstehenden Brutzeit ein fleißiges Wcgschießen der Raben, Krähen, Häher u. s. w. in ihren Jagdbezirken angelegen fein zu lassen. Wird dieser Aufforderung bis zum 15. April l. I. nicht in wirksamer Weise entsprochen, so werden wir anordnen, daß der Abschuß durch polizeilich bestellte Personen vorgenommen wird. Wegen Bezugs eines Schußgeldes wende man sich in Communal- jagden an die betr. Bürgermeisterei, in Domanialjagden an die betr. Oberförsterei. Was vorstehend bezüglich der rabenartigen Vögel verfügt ist, gilt auch bezüglich der Eichhörnchen. Gießen, 18. März 1891. Großherzogliches StreiSamt Gießen, v. Gagern. Gießen, 18. März 1891. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie, dieselbe alsbald zur Kenntniß der Pächter Ihrer Gemeindejagden zu bringen. Nach dem 15. April l. I. (präcis) sehen wir Ihren Berichten entgegen, ob Seitens der Pächter ein angemessener Abschuß der Raben re. vorgenommen worden oder ob die Anordnung des Wegschießens durch polizeilich bestellte Personen noch erforderlich ist. Für jeden geschossenen Raben' haben die Gemeinden dem Jagdpächter nach Art. 12 der Verordnung vom 7. April 1837 ein Schußgeld von 11 Pfa zu entrichten. Es steht jedoch Nichts im Wege, daß, mit Rücksicht aus die Schwierigkeit des Abschusses, das Schußgeld bis zum Betrage von 20 Pfg. erhöht wird. Das gleiche Schußgeld wie für Raben ist auch für Krähen, Häher und auch für Eichhörnchen zu bezahlen. Weiter beauftragen wir Sie, zu veranlassen, daß die Nester der Raben u. s. w. im Frühjahr zur Brutzeit durch zuverlässige Personen im Beisein der Forst- bezw. Feldschützen ausgehoben werden. Die hierdurch entstehenden Kosten sind auf die Gemeindekasse zu übernehmen. Ende Juni L I. wollen Sie berichten, wie viele Naben und rabenartigen Vögel, alte, junge und Eier, sowie Eichhörnchen seit Erstattung Ihrer Berichte von Ende Juni 1890 in Ihren Gemarkungen vertilgt worden sind. < v. Gagern. Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 19. März. Erste Kammer der Hess. Stände. Die Verhandlungen beginnen heute um 91/4 Uhr mit der Weiterberathung des Budgets 1891/94 und zwar mit den „Ordentlichen Einnahmen, Hauptabtheilung I, Domänen". In rascher Folge erledigte das Haus die einzelnen Positionen. Bei Cap. 2, „Ertrag aus Staatsdomänen" bespricht Gras Solms-Laubach die auf den Oberhessischen Bahnen obwaltenden Mißstände. Außer den im Ausschußbericht angegebenen könne er noch eine ganze Reihe anführen. Er ersucht Großh. Regierung um geneigte Prüfung dieser Mißstände. Fürst Jsenburg-Birstein schließt sich den Wünschen seines Vorredners an. Ministerialrath D i t t m a r erklärt, die Regierung werde die bestehenden Mängel prüfen und womöglich abstellen. In Fortsetzung der Berathung des Budgets werden die sämmtlichen Capitel nach den Anträgen des Ausschusses erster Kammer genehmigt. Auch bei außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben tritt das Haus den Beschlüssen zweiter Kammer bei. Nach einer kurzen Pause wird sodann in die Debatte über die Weinsteuer eingetreten. Graf Solms-Laubach stellt einen Antrag aus Einführung einer allgemeinen Besteuerung des Wein-Consums. Fürst Isenburg richtet ein Ersuchen an Großh. Regierung, auf Einführung einer allgemeinen Reichssteuer für den Wein eintreten zu wollen. Graf Solms-Laubach entwickelt nunmehr Namens des Ausschusses die Stellung desselben gegenüber dem Antrag zweiter Kammer. Gleich der Besteuerung von Bier, Tabak, Branntwein 2C. sei es auch nicht richtig, den Wein von der Besteuerung auszuschließen. Es frage sich nur, wie finder eine gerechte Verkeilung dieser Steuer statt. Sein Standpunkt fei daher der, daß die allgemeine Besteuerung des Weinconsums das Richtige sei. Was nun die Verfassungsfrage betrifft, ob der Beschluß der zweiten Kammer auf Aushebung der Weinsteuer kurzer Hand durchführbar sei, wage er nicht zu entscheiden, er halte ihn aber nicht für richtig und warne davor, darauf einzugehen. Graf Solms-Lich hält die Weinsteuer in ihrer jetzigen Form für eine ausgezeichnete, schließt sich aber im Allgemeinen den Anträgen des Ausschusses an. Commerzienrath Welker spricht sich ebenfalls für eine allgemeine Consumtionsfteuer aus. Er empfiehlt den Antrag des Grafen Solms-Laubach. Comm.-Rarh Michel spricht sich gegen die Weinsteuer überhaupt aus, weil fie eine ungerechte und unlogische sei. Auch die in früheren Jahren stattgehabte Bezettelung der Weineinlagen möge er nicht mehr zurückrufen. Er glaubt, daß aus diesen Gründen die zweite Kammer das Richtige getroffen, daß sie die Aushebung in der jetzigen Form ausgesprochen. lieber die Art einer allgemeinen Besteuerung, für welche er auch stimme, zu entscheiden, sei sehr schwer. Er empfiehlt die Anträge des Ausschusses zur Annahme. Freiherr von Hehl kann sich mit dem Strich der Steuer nicht einverstanden erklären. Er glaubt, daß man den Wein in die Reichstranksteuer hineinziehen möge- eine Particularsteuer empfehle er nicht. Graf Solms-Laubach nimmt nochmals das Wort. Er verwahrt sich dagegen, daß er mit feinem Antrag irgend welche Aenderungen in den Beschlüssen des Hauses herbeiführen wollte, nur als Directive für Großh. Regierung habe er ihn gestellt. Ministerialrath Draudt erklärt, daß durch die Steigerung der Holzpreise eine Mehr;Einnahme von 457 OOO Mk. eingegangen sei, theilweise durch Rindenverkäufe und Bauholz- Versteigerungen. Eine gute Bilancirung unserer Finanzen sei in Aussicht, wenn sich die Preise auf ihrer Höhe halten. Geh. Hofrath Spreng spricht sich gegen eine Aufhebung der Steuer aus. Erst wenn ein Ersatz für, den Ausfall vorhanden, könne er für eine Aenderung der jetzigen Form stimmen. Ministerialrath Baur erklärt, daß durch Beschluß der zweiten Kammer die Regierung in eine precäre Lage gerathen fei, welche nicht kurzer Hand durch eine Steuererhöhung ausgeglichen werden könne. Durch höhere Staatseinnahmen wäre es vielleicht möglich, ohne Erhöhung des Steuer-Coösfieienten auszukommen. Falls die Steuer nicht mehr ins Budget eingestellt werden sollte, so müßte Vorsorge für eine andere Einnahme getroffen werden. Graf Solms-Laubach hebt nochmals den wichtigen heutigen Beschluß der ersten Kammer hervor. Durch die bevorstehenden außerordentlichen Ausgaben, wie Erhöhung der Beamtengehalte, Bau der Secnndärbahnen im Betrage von 29 Millionen, Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn und noch manches Andere sei es nöthig, eine weife Finanzpolitik zu treiben und nichts aufzugeben, was man besitze. All diese Gelder müßten 'herbeigeschafft werden. Trotz all der schönen Reden und den schön gemalten Aussichten vom Regierungstisch sage er „Hand auf den Beutel und nicht worneweg etwas gegessen, was noch nicht gekocht ist." Nachdem sich noch Staatsminister Finger dagegen verwahrt, als habe die Regierung die Ansicht der zweiten Kammer auf Strich der Steuer getheilt, findet die Abstimmung statt. Mit allen gegen die Stimmen des Comm.-Rath Michel und Lauteren und des Präsidenten Görz beschießt das Haus den Nichtbeitritt zum Beschlüsse zweiter Kammer auf Aufhebung der Weinsteuer in Hessen und genehmigte noch das Finanzgesetz nach der Regierungs- Vorlage. Morgen Freitag Sitzung. nn. Darmstadt, 19. März. Zweite Kammer der Hess. Stände. Die zweite Kammer berieth heute zunächst über den Antrag des Abg Jöckel auf Vorlage eines Gesetz- Entwurfs, wonach das Pensionsgesetz von 1874 dahin ergänzt werden soll, daß durch landesherrliche Entschließung in die Dienstzeit die Zeit eingerechnet werden kann, während welcher ein Beamter als Rechtsanwalt thätig war. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. Seitens der Großh. Regierung wird an die zweite Kammer das Ansuchen gestellt, sich damit einverstanden zu erklären, daß bei der Jnvaliditäts- und Altersversicherung in geeignet erscheinenden Fällen die Versicherung der vom Staate als Arbeitgeber beschäftigten Personen in einer höheren Lohn- klasse bewirkt werde. Der Ausschuß ist für Genehmigung, welche vom Hause einstimmig erfolgt. Dem früheren Beschlüsse zweiter Kammer bezüglich der Verwendung von Ersparniffen bei Crediten für Unterhaltung von Gebäuden bis zum Betrage von 3000 Mk. für größere Herstellungen, welches dieselbe nicht bewilligt hat, ist die erste Kammer der Stände nicht beigetreten. Ohne Debatte beschließt das Haus Beharren auf dem früheren Beschlüsse. Dasselbe wird auch bezüglich des Beschlusses, daß Ueber- tragungen in die nächste Finanzperiode nicht stattfinden können, entgegen einem gegenseitigen Beschluß erster Kammer, vom Ausschuß beantragt und angenommen. Oberbaurath Sch ässer erklärt hierbei, nach dem Finanzgesetz sei dieser Beschluß hinfällig. Die Abgeordneten Arnold und Hechler treten der Regierungsvorlage bei. Desgleichen Abgeordneter Theobald, welcher erklärt, die Regierung fei befugt, Verwendungen noch nach 1*/i vornehmen zu können. Hier wird Beharren aus dem früheren Beschlüsse mit 20 gegen 13 Stimmen beschlossen. Auch bei noch weiteren Reeomunicationen aus erster Kammer beschließt das Haus, auf den früheren Beschlüssen zu beharren. Hiernach wird noch über die Vorlage der Großherzogl. Negierung berathen, welche die Höhe des Zinsfußes für Darlehen aus der Landescreditkaffe aus 4 pCr. festgesetzt sehen will. Der Ausschuß beantragt, den Zinsfuß aus 33/4 für 1891—94 zu bestimmen und zwar insoweit, als die auszugebenden 3^/,procentigen Staatsschuldverschreibungen mindestens zum Paricourse ausgegeben werden können, andernfalls 4 pCt. Abg. Vogt hält es für nöthig, daß man der Negierung einen Spielraum lasse. Dies erfolge bei dem Ausschuß- Antrag nicht. Ministerialrath Jaup erklärt sich mit dem Ausschußantrag einverstanden; derselbe wird einstimmig angenommen und wird die Sitzung hiermit geschlossen. Morgen früh Fortsetzung der Berathungen. Ne«efte Nachrichten. Wolfis telegraphisches Torrespoudenz-Bureau. Berlin, 19. März. Der „Reichsanzeiger" erklärt, die Gerüchte von einem bevorstehenden Rücktritt des Ministers Bo etlicher entbehrten jeder Begründung. — Der „Reichsanzeiger" meldet ferner: Reichscommissar Wißmann hat am 1.März das Pulver- und Waffeiwn0nopol für Deutsch- Ostafrika eingeführt. Berlin, 19. März. Der Bundesrath überwies heute den Entwurf eines Handelsvertrags mit Marokko den Ausschüssen und stimmte dem Uebereinkommen mit Belgien zum Schutze verkuppelter weiblicher Personen, sowie dem Entwurf einer Verordnung, betreffend Einführung von Reichsgesetzen in Helogland, zu. Berlin, 19. März. Der Bericht der Petitionscom- mission des Reichstages über die Petitionen, betreffend die gesetzliche Regelung der Wein frage, ist jetzt erschienen. Die Commission beantragt, die Petitionen dem Reichskanzler als Material für die zukünftige Gesetzgebung zu überweisen. Der Vertreter der verbündeten Regierungen, Geheimrath Dr. Hops, hatte die Erklärung abgegeben, von der Reichsverwaltung feien inzwischen weitere Erörterungen über die Angelegenheit eingeleitet worden,- es unterliege der Erwägung, ob ein neuer Gesetzentwurf, welcher neben den einschlagenden fanitätspolizeilichen Fragen auch die wirthschast- lichen Momente umfasse, ausgestellt werden solle. Die Verhandlungen sind indessen noch nicht abgeschlossen. — Bekanntlich wird zu der gegenwärtig dem Reichstage vorliegenden Novelle zum Krankenkassengesetz seitens des deutschen Aerztevereinsbundes ein Zusatz verlangt, dahingehend, daß nur approbirte Aerzte zur Behandlung im Sinne des Krankenkaffengesetzes zugelassen werden sollen. Die Anhänger der arzneilosen Heilweise (Naturheilkunde), welche, wie sie erklärten, in Deutschland nach Hunderttausenden zählen, haben eine Gegenpetition eingereicht, in welcher sie bitten, jeder Aenderung des Krankenkaffengesetzes die Zustimmung zu versagen, welche daraus hinausläuft, die nichtapprobirten Naturheilkundigen von der Behandlung im Sinne des Krankenkaffengesetzes auszuschließen. Berlin, 19. März. Der „Reichsanzeiger" macht das Ergebniß der amtlichen Untersuchung über die Explosion auf der Zeche „Hibernia" bekannt. Die Explosion wurde durch einen Hauer herbeigesührt, der entgegen dem bestehenden Verbot und trotz der Warnungen der Kameraden selbstständig einen Sprengschuß weg that. Der bedauerliche Umfang der Explosion beweise, daß die getroffenen Einrichtungen noch immer nicht ausreichten, um im Falle einer Uebertretung der bestehenden Vorschriften größeres Unglück abzuwenden. Die königliche Bergbehörde habe Maßregeln in Erwägung genommen, wodurch bei künftigen Fällen der Fahrlässigkeit eines Arbeiters die Gefahr der Explosion möglichst beseitigt werde. Hamburg, 19. März. In Betreff eines von den Zeitungen erwähnten Gerüchts, daß die Vertretung der russischen Interessen in Bulgarien demnächst von dem deutschen diplomatischen Agenten in Bulgarien aus den französischen übergehen solle, wird dem „Hamburger Correspondenten" gemeldet, daß in unterrichteten Berliner Kreisen davon nichts bekannt sei. Graz, 19. März. Die Wanderversammlung des Wiener deutschen Volksvereins, die hier unter dem Vorsitz Schönerers tagen wollte, wurde behördlich geschlossen, weil unter den 500 Teilnehmern nur fünf Vereinsmitglieder waren. Schönerer kündigte schreiend an, daß er gegen das Verbot gesetzliche Mittel anwenden werde. Paris, 19. März. Die Nachricht der Blätter, die 1890 verurtheilten Nihilisten seien verschwunden und an Rußland ausgeliefert, wird von gut unterrichteter Seite als vollkommen unbegründet erklärt. Die Verurtheilten wurden vielmehr vor einem Monat aus dem hiesigen Ge- fänguiß in das Gefängniß in Angers übergeführl. — Der Deputirtenkammer sind weitere mit etwa 15 000 Unterschriften versehene Petitionen von Industriellen der Tüll- und Spitzenbranche von Calais zugegangen, worin gegen die von der Zollcommission beschlossenen Zölle pro- teftirt wird. Paris, 19. März. Aus Südsrankreich werden große Überschwemmungen gemeldet. Bei Montluel verursachte die Seraine, indem sie die Eisenbahn überschwemmte, große Schäden. Die Rhone, deren Nebenflüsse stark angeschwollen sind, ist um 3 Meter gestiegen. London, 19. März. Jrn Oberhaus beantragt Knuts- sord in der ersten Lesung eine Bill zur Erneuerung der früheren Befugniffe der Krone, den Marineoffizieren Weisungen zugehen zu laffen, welche die Ausführung der England bindenden Verträge sichern. Dieser Schritt sei durch die Haltung Neufundlands geboten, das die Annahme eines Schiedsgerichts in der Fischereifrage ablehnt, falls sich Frankreich nicht von der Küste zurückzieht und auch einen modus vivendi nicht anerkennen will. , London, 19. März. Die Morgenblätter drücken Genug- thuung über die Herstellung des T e l e p h 0 n s Paris-London aus und meinen, daffelbe sei als ein neues Bindemittel zwischen den beiden Nationen anzusehen. Rom, 19. März. Die Leiche des Prinzen Napoleon ist Nachmittags 5 Uhr von hier abgegangen und trifft morgen früh in Turin ein. Die Prinzessinnen Clothilde und Lätitia, die Prinzen Vietor und Roland begleiten den Sarg. Bei Abfahrt des Zuges waren der König, die Königin und die Minister anwesend. Konstantinopel, 19. März. Die „Agence de Constan- tinople" wird von autorisirter Seite ersucht, die Nachricht der französischen Blätter als unbegründet zu bezeichnen, daß Rußland mit der angeblichen Absicht der Pforte, in regelmäßige Beziehungen zur bulgarischen Regierung zu treten, unzufrieden sei und deßhalb in Kairo und Konstantinopel Vorbehalte betreffs der Vasallenverhältniffe Egyptens zur Türkei mache. Newyork, 19. März. Telegramme aus Santiago (Chile) melden, daß nur Jquique und Pisagua sich in den Händen der Insurgenten befänden und die Lage der Regierung sich täglich beffere. Newyork, 19. März. Wie die „Times" berichtet, habe sich der Landwirthschaftssecretär Rusk dahin ausgesprochen, daß das neue Fleischschaugesetz Deutschland, Frankreich und England befriedigen und eine große Zunahme der Ausfuhr von Schweinefleischproducten herbeiführen werde,- hoffentlich werde Deutschland jetzt seine Einwendungen gegen die Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches fallen lassen. Mexiko, 19. März. Zufolge einem Telegramme aus Lima ist dort ein Agent der chilenischen Regierung eingetroffen, um Schiffe zum Kriegsdienst auszurüsten. Cocete» wnb pMHnjkfte». Gieße«, 20. März. — Durch Entschließung vom 7. März dss. Js. haben Seine Königliche Hoheit der Großherzog Allergnädigst geruht, auf Bitte des Rectors und Senats der Landesuniversität Gießen, Allerhöchstsich die Würde eines Rector Magni- ficentissimus der Ludoviciana beizulegen. — Aus dem Landtags-Wahlbezirk Butzbach, 19. März. Wie der „Wett. Bote" von zwei Seiten vernimmt, ist nachstehende Zuschrift, gleichlautend, verschiedenen Bürgermeistern des Bezirkes — wahrscheinlich allen — zugegangen: „Butzbach, den 27. Februar. Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Der Landtag hat in seiner gestrigen Sitzung mich als Vertreter hiesigen Bezirkes bestätigt. Der meiner Wiederwahl vorausgegangene heftige Wahlkamps drängt mich zu folgender Mittheilung an Sie. Soweit mir bekannt, sind auch die Wähler Ihrer Gemeinde zu Theil Gegner meiner Wahl gewesen. Ich hoffe trotzdem, daß hierdurch das langjährige freundschaftliche Verhältniß zwischen Ihnen, Ihrer Gemeinde und mir nicht verändert wird. Obgleich an sich selbstverständlich, gebe ich Ihnen hiermit die seste Versicherung, daß Sie sich in allen Angelegenheiten, welche das Wohl Ihrer Gemeinde im Landtage zu vertreten verlangt, nur vertrauensvoll an mich wenden dürfen. Wie seither, werde ich es als meine erste Aufgabe betrachten, Ihre landwirth- schastlichen Interessen nach bestem Können zu vertreten. Ich bitte Sie, davon Ihrem vcrehrlichen Gemeinderath und den Wahlmälmem gütigst Kenntniß geben zu wollen und begrüße Sie hochachtungsvoll als Ihr ergebener Dr. Vogt." — Bad Nauheim, 18. März. Nach dem soeben aus- gegebenen Jahresbericht der Kinderheilanstalt Elisabeth- Haus wurden in der verflossenen Saison 263 Kinder darin ausgenommen, von denen zwei starben. Diaconissinnen aus dem Elisabethenstist in Darmstadt versahen den Pflegedienst. Einnahmen und Ausgaben des verflossenen Verwaltungsjahres balanciren auf rund 14000 Mk. Die Anstalt wird vergrößert, die Anbauten stehen bereits unter Dach. — r. Echzell, 19. März. Im vergangenen Winter wurden aus unserem Friedhöfe bei der Anlage von Gräbern wiederholt starke Mauern, Scherben römischer Gesäße und Ziegelsteine mit Jnschristen angetroffen. Herr Lehrer Simon berichtete dies Herrn Friedr. Kofler in Darmstadt, der sofort hier eintraf, und im Auftrage des histor. Vereins für Hessen die Oertlichkeit untersuchte. Bei dieser Gelegenheit wurden, soweit es der beschränkte Raum im Friedhof gestattete, die Heizvorrichtungen eines römischen Gebäudes freigelegt. Es zeigte sich als unterste Schicht ein starker Beton, auf welchem reihenweise runde und viereckige Backftein- Pseilerchen standen, ans welchen ein Estrichboden ruhte. Frühere Grabanlagen hatten den letzteren stark beschädigt und theilweise zerstört, doch konnte man sich immerhin noch ein deutliches Bild der Heizeinrichtungen machen. Die Pseilerchen bestanden etwa aus 10 Backstcinplättchen, welche genau auseinander gelegt und durch eine dünne Lehmschicht miteinander verbunden waren. Die viereckigen trugen sämmtlich den Stempel der 22. Legion, LEG. XXII. PR. P. F. (primigenia, pia, fidelis), die runden zeigten keinerlei Stempel. Etwa 200 Schritt davon entfernt, in dem Garten des Herrn Schmidt, fand Herr Kofler die Vollschicht einer 3.80 m breiten Mauer, die möglicherweise die Ostseite des von ihm schon längst in und bei Echzell vermutheten größeren Castelles sein kann. Da eine Untersuchung Echzells durch die Limes Commission in Aussicht steht, so wurde von einer Verfolgung der gemachten Funde Abstand genommen. t Laudwirthschaftliche Wiuterschule zu Büdingen in Ober- Hessen. Der siebente Winter-Cursus (1890/91) dieser Anstalt begann Montag den 3. November vorigen Jahres. In die I. (obere Fach-) Klaffe traten 14 Schüler aus dem Winter» Cursus 1889/90, während in die II. (untere Vorbereitungs-) Klaffe 15 neue Schüler ausgenommen worden sind- darunter befanden sich 4 aus dem Kreis Gießen. Das Lehrer- Collegium war das gleiche wie im Vorjahr und bestand aus acht Herren: Landwirthschastslehrer Dr. UH mann, Anstalts- dirigent, Landwirthschastslehrer Andrä, Amtmann Dr. G öttelmann, Hofapotheker Kraußer jun., Veterinärarzt Gerhard, Lehrer Diehl I. in Bleichcnbach, Lehrer t P. Freimann, Lehrer Ruth. Die Bibliothek und die Lehrmittelsammlung erfuhren eine wesentliche Bereicherung. Zahlreiche Excursionen auf Felder und Wiesen, in größere und kleinere Gutswirthschasten und Baumschulen, In gewerbliche Etablissements (wie Brennerei, Zuckerfabrik, electrifche Fabrik, Molkerei) sanden statt. Der Schulbesuch und Gesundheitszustand war ein befriedigender- nur ein Schüler hat in Folge eines älteren Leidens längere Zeit dem Unterricht nicht beiwohnen können. Das (Kuratorium der Anstalt, bestehend aus den Herren: Kreisrath Klietsch zu Büdingen, Vorsitzender, Gymnasiallehrer Dr. Oßwald und Bürgermeister Knas zu Büdingen, Bürgermeister Mäfer zu Büches, Bürgermeister Nos zu Wolf und Landwirthschastslehrer Dr. Ullmann, wurde in der Generalversammlung des landwirthschastlichen Bezirksvereins-Büdingen am 20. November zu Nidda per Acclamation wieder gewählt. Am 18. März ist der Winter- Cursus 1890/91 durch eine öffentliche Prüfung geschloffen worden (in Gegenwart des Herrn Oeconomierath Müller von Darmstadt, als Vertreter der Großherzogl. Oberen land- wirthschaftlichen Behörde). *△ Mainz, 19. März. Die oft erwähnte Unter- schleissgeschichte bei dem hiesigen Artillericdepot, in welcher schon vor Monaten die beteiligten Militärpersonen von dem Militärgericht zu beträchtlichen Freiheitsstrafen ver- urtheilt worden sind, wird nächster Tage auch vor den hiesigen Civilgerichten ihren Austrag finden. Die Voruntersuchung gegen die Lieferanten, welche aus den Unterschleifen den Hauptvortheil gezogen haben, ist nämlich geschlossen und hat deren Verweisung vor die Strafkammer des Mainzer Landgerichts stattgesunden. Hauptsächlich belastet sind zwei Lieferanten, von denen der eine von hier nach Bruchsal über- gesiedelt ist. Außer Betrug wird denselben auch Beamtenbestechung zur Last gelegt. * Frankfurt, 18. März. Man schreibt der „Kl. Pr.": Wie 'die stets zunehmende Concurrenz im Geschäftsleben die Arbeitslöhne herunterdrückt und wie sauer ferner sich manche Leute ihr Brod verdienen müssen, zeigte sich mir vor einigen Tagen bei einem meiner Armen- und Krankenbesuche. In der Familie, von der ich rede, war der Mann krank und arbeitslos, in Folge dessen blieb der Fran nichts Anderes übrig, als daß sie selbst den nöthigen Unterhalt zu verdienen suchte. Sie bat daher in einem hiesigen Wäschegeschäft um Arbeit, die sie auch erhielt. Die Frau durfte Kinder Hemden an- fertigen, aber — man höre und staune — zu welchem Preise: 50 Pfennig für das Dutzend solcher Hemden, das sollte ihr Lohn fein! Wie die betreffende Frau mir sagte, geht ihr 3/4 vom Tage daraus, um ein Dutzend Kinder- hemdchen herzustellen. Hier ist doch gewiß die Frage am Platze: Ist es wirklich möglich, daß eine Arbeit so schlecht bezahlt wird oder sollte man hier die Nothlage der Betreffenden, die unter allen Umständen Arbeit haben wollte, benutzt haben, um einen solchen Hungerlohn zu geben? * Kaiser Wilhelm wird nun auch als Schriftsteller vor die Oesfentlichkeit treten. Nach einer Meldung der Hamburger „Reform" hat der Monarch ein Werk „Die Geschichte Kaiser Wilhelms I." vollendet, das aus zwei Bänden besteht. Das Werk, welches nur in 200 Exemplaren erscheinen soll, ist ausschließlich für die regierenden Fürsten Europas und die königlichen Familienmitglieder bestimmt. Außerdem werden die deutschen Staatsbibliotheken je ein Exemplar erhalten. Der Kaiser habe den Text unter Geheimrath Hinzpeters Beihilfe fertiggestellt und vielfach handschriftliches Material des Fürsten Bismarck zu Grunde gelegt. * Neue Postwerthzeichen von Luxemburg. Für das Groß- herzogthum Luxemburg werden in nächster Zeit neue Post- werthzeichen verausgabt werden. Sie werden das Brustbild des Grvßherzogs Adolf von Nassau in österreichischer Uniform tragen und sollen noch vor dem feierlichen Einzüge des Großherzogs in feine Hauptstadt Luxemburg, welcher Ende Mai stattfinden wird, zur Verausgabung gelangen. Die einzelnen Werthe dieser Postwerthzeichen entsprechen genau der Ausgabe vom Jahre 1882. £iteratur Hnnft — Willkommen wird unfern Lesern die Mittheilung sein, daß von »MeyerS Volksbüchern* (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien) wiederum eine weitere Folge erschienen ist! Diese Sammlung des Besten aus allen Literaturen hat damit bereits die stattliche Zahl von 840 Nummern und eine erfreuliche Bereicherung in nachstehenden Bändchen erfahren: Nr. 801-804 „Marlin Luthers Tischreden." V. und VI. Theil. „Deutscher Humor", Schwänke und Erzählungen aus älterer Zeit, herausgegeben von H. Merkens, findet sich in Bändchen 805—806. Hieran schließt mit einem besonders zeitgemäßen und intereffanten Inhalt Nr. 807—810: „Fürst Bismarcks Reden", ausgewäblt und erläutert von Fr. Purlitz. Bändchen 811-816 enthält „Schillers Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs". Die beliebten französischen Romanciers Erckmann-Chatrian sind in Bändchen 817—819 mit den „Erlebnissen eines Rekruten von 1813", Erzählung aus dem Französischen von K. Schade, vertreten. „Schillers Leben" von Karoltne von Wolzogen bringt Bändchen 820- 824. E. M. Arndt ist in Nr. 825—826 mit seinen „Gedichten" und in Nr. 827—829 mit: „Meine Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfretherrn v. Stein" gebührend gewürdigt. Hochinteressant ist das Bändchen Nr. 830—833 mit dem Inhalt: Edward Bellamy, „Ein Rückblick. 2000—1887". Aus dem Englischen von Joh. Hoops. Bändchen Nr. 834—849 enthält: Alexander von Humboldt, „Ansichten der Natur (mit wissenschaftlichen Erläuterungen). Bändchen 840 beschließt die neue Folge: Archenholz, „Gemälde der preußische Armee vor und in dem Siebenjährigen Kriege". Bearbeitet von Joh. Wagner. — Jedes dieser Bändchen ist gleich den früheren Eischeinungen zum. ‘ Unil a"? ««6 , 12,’W i“Ä’nn Dr. S ihek unff u ?. «J- vv*-s unb ®e[ „ Miet hferridjt „iA6 Lbchchli: ?*K?5 lA'Wr ,„■ . “Umann , Zu Nidda pet U der Win^- H’S geschloffen "«nttat Mül,", 'Mntt Unttr= ««-mdW, i, ie° Militäyechnen W'Htrafen 6tt: 14 "or toMgeit “Swunfer^ung Unterjchleisen den Leschloßen und hat des Mainzer Landet sind zwei Liese- nach Bruchsal über- -en auch Beamten- eibt der Fl. Pr?: Geschäftsleben die r Inner sich manche sich mir vor einigen nkenbefuche. In der krank und aMs- fts Anderes üdch/ u verdienen suchte, eschaft um Arbeit, rderfternden arv- ■ zu weichem'PM : icher Hemden, das ade Frau mir sagte, ein Dutzend Kinder- ewiß die Frage am int Arbeit so schlecht ie Nothlage der Be- Arbeit haben wollte, ohn zu geben? als schriftsteller vor idung der Hamburger Die Geschichte Kaiser änden besteht. Das i erscheinen soll, ist »n Europas und die Außerdem werden Exemplar erhalten. stlicheS Merck W gär ba6@* ,11er 3tit «'« werd.» b«8 8* ;au in -sterr-E SS'" M- S° °° d«m» '»;• vuntivLIS £ in KSä! tites ddben bi - Fr^ KW Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (bte leicht speckig wird wunb bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen bie „Schußfäben" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), unb hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man bie Asche ber achten Seibe, so zerstäubt ste, bie der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-D«pÄt von G» Henneberg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Hau?. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 1019 Preise von nur 10 Pfennig die Nummer einzeln käuflich. Guter Druck, gutes Papier und handliches Taschenformat der gehefteten Bändchen find Vorzüge der Meyerfchen Volksbücher, welche im Jn- tereffe der weitesten Verbreitung dieser empfehlenswerthen Bibliothek auch hier besondere Erwähnung verdienen. Marke Nr. 30 der Deutsch- Italien. Wein - Import- Gesellschaft (Central Ber- waltung gfrantfurt a.M.) ____________________________________ist ein Italien. Bermorrth« wein, welcher aus Traubensaft iemfier Moscateller Trauben und Vermouthkraut hergestellt ist; derselbe befördert den Appetit, ohne zu erhitzen und ist als diätetisches Mittel ganz besonders zu empfahlen; da durch königl. ital. GtaatScontrole Garantie für absolute SleiNheit geboten ist. Ganz besonders wird darauf aufmerksam gemocht, oatz dieser italienische Vei mouthwein aus sehr gehaltvollem extraetreichen und garantirt reinem Wein dargestellt wird, und daher nicht wie bet vielen ähnlichen Fabrikaten, durch Zusätze die geringe Qualität des Weines verdeckt zu werden braucht. Die Ber« kaufSstelleu werden durch Annoncen bekannt gegeben. [2616 Vermouth di Torino i Mr. 1.90 pr. 1/1 Masche ä r 1.- r V1 , verkehr, Ctmfr tmt — Die Frist fik den Umtausch der in den Händen des Publikums verbliebenen, seit dem 31. Januar zur Fraukirung von Postsendungen nicht mehr verwendbaren Postwerthzeiche« älterer Art ist — wie dem „Reichs- anzeiger" mitgelbeilt wird — von dem Reichspostamt bis zum 30. Juni verlängert worden. Es können also bis dobiu die gedachten Wertbzeichen gegen solche neuerer Art bet allen Postanftalten eingetauscht werden. Marburg, 19. März. Dem heutigen Viebmarkte waren 1543 Stück Schweine, 15 Schafe und 18 Stück Rindvieh zugetriebeck. Der Handel war lebhaft, die Preise etwas geringer als bisher. Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 19. März» Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 590 Ochsen, Kühe und Rinder, und 663 Schweine. Der nächste Markt ist am 6. April l. I. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Palmarum, 22. März: Buß- und Bettag. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach beiden Gottesdiensten Collecte für hilfsbedürftige evangelische Gemeinden unseres Landes unter überwiegend katholischer Bevölkerung. Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser. Am Gründonnerstag und am Charfreitag wird im Vormittagsgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl gehalten werden. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 22. bis 28. März besvrgt Pfarrer Schlosser. Kathslische Gemeinde. Palmen-Sonntag, 22. März. Sam Stag: Nachmittags von 4 Uhr an und Abends um Vt8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um */|7 Uhr AuStheilung der hl- Communion; um '/«8 Uhr Früh- meffe; um 8/«10 Uhr Hochamt. Nachmittags um '/-3 Uhr PassionS- andacht. Abends um 6 Uhr Fastenpredigt- Gründonnerstag, 26. März. Mittwoch: Nachmittags von 4 Uhr an und Abends um */j8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Donnerstag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um WZ und V,8 Uhr Austbeilung der hl. Communion; um 8/*10 Uhr Hochamt- Abends um 6 Uhr PassionLandacht. Charfreitag, 27 März- Freitag: Morgens um 7 Uhr Aussetzung bes hochwürbigstcn GuteS; um 8/<10 Uhr Passion, Enthüllung deS Kreuzes unb Missa Praesanctilicatorum. Abenbs um 6 Uhr PassionSanbacht mit Predigt. Charsamstag, 28. März- Samsta g: Morgens um 7 Uhr Feuer- und Taufwafferweihe; um 8 Uhr Hochamt. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V>8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, 21- März. Freitag Abend ö45 Uhr, Samstag Morgen 8“ Uhr, SamStag Mittag 3oo Uhr, Samstag Abend 6» Uhr. Gottesdienst der Methodisten (Wolkengasse 22). Sonntag, 22 März, Abds. V,7Uhr: EinMisstonszöal-a.Frkf.a/M. Dienstag, 24- März, Abds- 8 Uhr: C. Raith, Prediger- [1794 Sd?iffsnadyrid?t-ichlen-Stocke, 67 rm Buchen Reiset; 2) Leuzesberg: 13 Bucken - Stangen (Kangroieben); 3) Dörnberg r 32 rm Buchen - Stöcke, 50 rm -Rciserprugel; 4) Giehern (bet ber vortoffsmnble): 62 rm Buchen Stöcke, 95 rm Reiserprügel; 1 Lärcheuftamm „oh 44 cm Durckm. und 20 m Länge, 190 abftänbine Fichtenstangen von 6-8 cm Durch»', 51 Stück bet-gl. von 9-14 em Dutckm.; 5) Attengerichl: 92 rm Hain- bucken-Stammleiset (Sck'chten); 6. Glasbau^'Biberlob^ttback Dörnberg, Soblreifer ab'.beilungswei'e; III. im Eichberg von Nachmtttags 3 Ubr on. 3 Eickenstämme von 22-27 cm Durchw. (0,59 cbm), 218 Ficktenstangen von 8__14 cm Dmchm., 80 rm besgl. (Latten-, Baurnstangen, ßeiterbaume), 150 rm Buchen-Scheiier, 94 rm -Prügel, 18 rm -Stöcke, 123 rm -Reiset. s-ub-ch, d-n n. Er, 189, Ob-.förft-r-i. 2606 MT Versteigerung. -ME. 1 Samstaa den 28. d. M., w« LIhr ab, wird gegen Baarzahlung bei Unterzeichnetem versteigert: 2 schwer« Sagen, Geruhstang«n, H«drl, Sandsteine und eine größere Parthie Brennholz sowie circa so Ctr. Kohlen L. Keller, Wiesenstraße 4. Einen Garten i auf dem NahrungSberg, sehr schön gelegen, drei Ser raffen, ca. einen Morgen groß, habe im Auftrag r« verkaufen. Der Garten kann auch getheilt abgegeben werden. [2642) H. A. Naffauer. 2635] Kinderfitzwage« zu verkaufen. Neuenweg 20. Siliil- Erbsen, Wicken, Hafer, Weizen empfiehlt [2634 Joseph Herz. Albach, am 16. März 1891. Großb. Bürgermeisterei Albach. Balser. 2620 Versteigerung. Samstag den 21. März dS. IS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier: Betten, Tische, Commode, Kleiderschrank, Waschtisch, Küchenschrank, Regulator, Spiegel u- andere Sachen. Versteigerung bestimmt. Ferner noch: goldene und silberne Uhren, Juwelen, Damen- und Kinderhüte, sowie Hutfedern. Ä vorn, 2629 Gerichtsvollzieher. AllsUuMMNchWllMmModkUkN ber erweiterten Kandwerkerschute. Der hiesige Ortsgewerbverein veranstaltet in der Zeit vom 22. März bis 1. April eine Ausstellung von, im verflossenen Jahre durch die Schüler der, unter seiner Leitung stehenden erweiterten Handwerkerschule gefertigten Zeichnungen und Modelle, um auch weiteren Kreisen einen Einblick in die Leistungen dieser Schule zu gewähren. Die Arbeiten umfassen: Geometrisches Zeichnen, Darstellende Geometrie, Freihandzeichnen, Maschinenzeichnen, Bau zeichnen, Bauconstructionen und Modellir- arbe iten. Die Ausstellung befindet sich im Festsaale der höheren Töchterschule in der Schillerstraße und ist von 10 bis 5 Uhr geöffnet. Wir beehren uns, die Bewohner hiesiger Stadt und der Umgebung zu deren Besichtigung höflichst einzuladen. Der Vorstand des Ortsgewerbvereins. A. Heß. 2647 Gastwirthschaft und Metzgerei. Das von mir käuflich erworbene _ Gasthaus zur Krone werde ich mit dem 1. April d. I beziehen. Ich bitte meine hiesigen und auswärtigen Gönner, das mir seither geschenkte Wohlwollen auch ferner zu bewahren; besonders empfehle ich mich einem verehrlichen reisenden Publikum. Stets werde ich es mir angelegen fein lasten, allen Ansprüchen möglichst gerecht zu werden. Hochachtungsvoll W. Pr öscher, seither Besitzer des Gasthauses zum Löwen. Schotten, im März 1891. 2645 Vergebung von Bnuuebeite« im Wegbaubrstrk Gladknbach. Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines Backhauses mit Schulsaal und Lehrerwohnung zu Rodhe-m an der Bieber, als: veranschlagt zu 1) Erdarbeiten 302 «X 40 H 2) Maurerarbeit 909 „ 70 „ 3) Steinhauerarbeit 580 „ 40 „ 4) Zimmerarbeit 2104 „ 87 „ 5) Dachdeckerarbeit 623 „ 80 „ 6) Spenglerarbeit 127 „ 60 „ 7j Schreinerarbeit 1629 „ 60 „ 8) Schlosserarbeit 137 „ 50 „ 9) Weißdtnde arbeit 471 „ 75 „ 10) Backosenbauarbeit560 „ — „ li) Materialien 921 „ — „ sollen SarvStag den 28. März Vormittags 11 Uhr, in der Rathhausstube zu Rodheim an der Bieber < urch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden. Plan und Kostenanschlag können auf der Bürgermeisterei zu Rodheim, sowie bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. Montag den 23. Mär^, j Mittags 1 Uhr, i wird bei Hch. Mühlich (HauS Nr. 120) in WiSwar: Hea und Dtroh, Dickwurz und Kartoffeln, ein Wageo, ein Pflug, eine Egge, sonstige ; Ackergeräthfchaften, eine i Häckselmaschine,!Pfuhlfaß, sowie mehrere Ctr. Hafer gegen Baarzahlung meistbietend versteigert. 2636 | 2609] Ein Stotzkarren billig abzu- ! geben. Wetzsteingasse 4, II. Stock. Metzgerei und Mschaft besonderer Familie uverhältnisse halber preiswerth zu verkaufen. Nachfragen befördert die Expedition des „Gießener Anzeiger". [2630 26411 Ein gut erhaltener Handwagen zu verkaufkn. Seltersweg 61. 8. Reinach & Co., Markt 5 Gießen Markt 5. Glace-Handschuhe für Damen unb Herren JL 1.40, Glace-Handschuhe für Damen, 4 Knopf lang, X 170, [2603 in farbig und schwarz bis zu JL 3 80. Gladenbach, 18. März 1891. Der Bezirksbauausseher: 2621 C. Werner. Die am 17. März d. I. im Ober- Bessinger Gemeindewald abgehaltene Nutzholz-Versteigerung ist nicht genehmigt. Ober-Bessingen, 20. März 1891. Gr. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 2643 Musikai. Hausfreund Platter f. ausgewählte Halonmufik. IV. Jahrgang. Monatlich 2 Nummern (mit Text- Beilage). Preis pro Quartal 1 JL Probenammero gratis uod fraaoe. Leipzig- C. A. Kochs Verlag. Louis Textor Die Beerdigung findet Samstag, Nachmittag 2 Uhr, vom Sterbehause (Wallthorstrasse 6) aus statt. 2618 Tödes - Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die tiefschmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst geliebten unvergesslichen Gatten, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel nach kurzem, aber schwerem Krankenlager zu sich abzurufen. Um stille Theilnahme bitten 1 Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, Halle a. d. Saale, Frankfurt a. M„ Darmstadt, den 20. März 1891. II. Z« Gii rmAtz bei der MMrM Mn-Bchck, Burkhardsjelde Montag K derjenigen der (1889 und 1 Dienstag derjenigen hei und derjenige! Mittmch h derjenigen der k'rchen, Rödge Trohe und Ä Donnerstag III. Kl E Kreitag d der Miiärpj Hain, Gliniba Wesselbach unt Samstag i derjenigen dei Udenhausen, Saasen, Sta Writershain. Montag de Zur Wn 6t* Diejenig finbern Etaa- Wchchen, m a) in । Don sitz • des Stac geben b) in eii >a» S-l- S'ä £•» «’ Mtag dkll bei dcn birjeiii9en d" Iw* 3ä Mittwoch oei derjenigen der Münster, ddede Usingen, Obei Donnerstag derjenigen der Steinhe'nn, W Steinberg. Kreitag den Der Vorstand. 2638 Billige Preise? 2631 Markt 5. Gäessen Markt 5. Auslauferaesucht. Wo? sagt die Exped o. Bl. 12615 Schloßgafse 11. 2632 3^8 °/o Gießener 126 60 S>w8 « Modell»Ausstellung. 8 WM7 Unsere Modell-Ausstellung ist eröffnet. ’TWiE X Damen- und Müdcheu - Stroh - Hüte. X Heeren- und Knaben-Stroh'Hüte. 2619^ XXXXXXXXXXXIXIXXXXXXXXXX^ W ^Kri^gervereinGiessen. W 2626] Der 1. Stock, vollständig neu hergerichtet, bestehend aus 6 Zimmern, Wasserleitung rc., per sofort oder später zu vermiethen. Bahnhofstraße 58. II. 2627] Stube mit Küche zu vermiethen- ______________Völker, Maigasse 12. 2640] Erlengasse 15 ein Logis zu oer- miethen._________H F. Naffauer. Iür Einjährige. 2612] Zwei möbltrte Zimmer einzeln zu vermiethen Näheres _______Grünbergerstraße 13, II. Stock. 2608] Ein möblirtes Zimmer, sowie ein unmöblirtes Zimmer, auf Wunsch auch zwei, sofort zu vermiethen. ___ __ Seltersweg 83, III. Stock. 2622]~ Laden mit großem schönem Zimmer zu vermiethen. Bahnhofstraße 58, II. SamStag bett 21. März (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr. 68. - 1891; Amtlicher Lheil. Bekanntmachung, »a» Ersatzgeschäft pro 1891 betreff,nd. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1891 findet an den nachbenannten Tagen statt und zwar: I. Zu Sich im Rathhaussaale. Montag den 6. April, Vormittags von 9 Uhr an Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eber- fiadt, Ettingshausen, Garbenteich und Großen-Linden; Dienstag den 7. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Gruningen, Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Lang-Göns und Langsdorf; Mittwoch den 8. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, Munster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern und Rabertshausen; Donnerstag den 9. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Rodheim, Röthges, Steinbach, Steinheint, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn nM Steinberg. Freitag den 10. April, Vormittags von 9 Uhr an: Loosziehung. II. Zu Gießen in dem friiheren Hofgerichtsgebäude (B r a n d p l a tz). Samstag den 11. April, Vormittags von 8 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen-Buseck und Hattenrod; Montag den 13. April, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1889 und 1890); Dienstag den 14. April, Vormittag von 8 Uhr an: derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1891) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinden Heuchelheim und Klein-Linden; Mittwoch den 15. April, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reis- kirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck; Donnerstag den 16. April, Vormittags von 8 Uhr an: Loosziehung. III. Zu Grünberg im Gasthaus zum Rappen. Freitag den 17. April, Vormittags von 8 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Genteinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Keffelbach und Lauter; Samstag den 18. April, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Montag den 20. April, Vormittags von 8 Uhr an: Loosziehung, Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem andern Theile des Großherzogthums Heffen oder einem andern Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- oder Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aushalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Heffen, «och in einem andern deutschen Staate Domicil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1871 geboren sind; ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1889 bezw. 1890 zurückgeftellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht ein- berufen w o rd en sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst ertheilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loosungsscheine mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter Zurückstellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müffen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Ersatz-Commission einzufinden. Noch nicht eingereichte Aurücksteüungsausprüche sind bei der Grobherzoglichen Bürgermeisterei vorzubringen und die Verhandlungen baldigst — unter allen Um standen vor Beginn deS GrsatzgeschäfteS — an die Ersatz-Commission einzusenden. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse _ des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. DaS "Vorhandensein von Gpilepfie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Ausrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Ersatz-Commission das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörige« oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige auf Grund der ihnen bereits rugegangeneu Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Bemerkt wird hierbei, daß Militärpflichtige, welche fich auswärts aufhalten, zur Musterung nicht geladen werden dürfen, da solche nur an ihrem Aufenthaltsort gestellungspflichtig find. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Musterungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren 1/2 Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Hast befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Donnerstag den 9. April im Rathhaus zu Lich, Mittwoch den 13. April in dem früheren Hofgerichtsgebäude zu Gießen, SamStag den IS. April im Ga st hauszum Rappen zu Grünberg, die Clasfifieirnng der Mannschaften der Neserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots und der Ersatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältniffe statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehrmänner ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 12. März 1891. Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Jost, Negierungsrath. Locales und ^ovinzSelles. Gießen, 20. März. — Erst wägen, dann wagen! Dies Wort gilt auch für die Eltern der jungen Leute, welche mit dem kommenden Ostersest oder Pfingstfest die Schule verlaffen und nun einen Berus erlernen wollen, der ihnen später durch ehrliche Arbeit ehrliches Brod gewähren soll. Und das Wort gilt auch für die jungen Leute selbst. Die Wahl des Lebensberufs ist immer ein Wagniß, dem das Erwägen vorangehen muß. Wer weiß, ob der gewählte Beruf späterhin, sobald es ernst mit dem Leben wird, zusagt, wer weiß, ob die jungen Leute es darin zu etwas Tüchtigem bringen. Und es ist doch nicht damit gethan, daß einige Handgriffe gelernt werden, eine gewiffe äußere Fertigkeit erworben wird, sondern darauf kommt es an, daß der Jüngling und spätere Mann an seinem Lebensberus auch seine Lebensfreude hat, daß er nicht mechanisch und maschinenmäßig arbeitet, sondern seinen gesunden Handwerksstolz darin setzt, zn sagen, „ich kanns, sucht Jemand, der es besser zu machen weiß, als ich \“ Aus dem Unbefriedigtsein durch die Lebensthätigkeit entstehen gar zu häufig allerlei unwirsche Gedanken und eine Beschäftigung mit allerlei Ideen und Plänen wird hervorgerusen, an die zu denken andere Leute weder Zeit, noch Lust, noch Anlaß haben. Wer das Rechte gelernt hat, das Rechte gründlich versteht, dem erblüht auch sein rechter Verdienst, der ihm zu leben gestattet und wehrt, Traumgebilden nachzujagcn, die sich nie erfüllen. Auf gute Zucht für alle Lehrlinge ohne Ausnahme muß heute in der Zeit der socialen Bewegung ganz besonders gesehen werden, und den Eltern ist zu rathen, den Lehrmeistern volles Vertrauen zu schenken und sie zu bitten, daß sie für eine strenge und gerechte Heranbildung uud Erziehung sorgen. Auch Erziehung^ die jungen Leute bedürfen gerade während der Lehrzeit noch eines Leiters, Lehrers und Mahners, damit sie vor Extravaganzen bewahrt bleiben, zu welchen ihr Alter nicht paßt. Tüchtiges lernt man nur, wenn man tüchtig zur Arbeit heran muß, und es liegt deßhalb am wenigsten im Interesse der Kinder selbst, wenn die Eltern in ihren Sprößlingen schon „junge Herrchen" erblicken. Erst wissen, dann etwas vorstellen; das Leben ist lang und wer in jungen Jahren schon Triumphe gefeiert, dem bescheert das Geschick nicht selten, in späteren Jahren wegen seiner mangelhaften Kenntnisse ausgelacht zu werden, denn daraus setzt sich schließlich, wenn die Kenntnisse hinzugckommen, ein tüchtiger Mann zusammen. Wir haben so viele Existenzen, die auf irrige Wege gedrängt sind, und die nun sich und Andern das Leben schwer machen. Es ist nicht nöthig, daß diese Zahl noch vermehrt wird. ‘ Citeratur »nd Knnft. — Webers Naturwiffenschaftliche Bibliothek. Zweiter Band. Die Bacterten vor» Dr. W. Mrgula, Pnoatdocent der Botanik an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe. Mit 30 in den Text gedruckten Abbildungen. Preis in Original-Leinenband 3 Mk. Die Batterien bilden heutzutage einen Gegenstand der Unterhaltung, von einem Interesse, wie es sonst nur politische Ereignisse von größter Bedeutung zu besitzen pflegen. Es ist auch kein Wunder, denn in wenig Jahren hat sich die junge Wissenschaft, welche wir Bactertologie nennen, vieler Zweige des wissenschaftlichen und prac- tischen Ledens bemächtigt. Die Bacterien spielen am Bett des Kranken wie in den Maischbottichen der Brauer, in der Landwirth- schaft wie in der Küche des Städters eine wichtige Rolle. Ansteckende Krankheiten, Gährung und Jäulniß rühren von Bacterien her, von jenen kleinen Organismen, welche sich so lange dem suchenden Auge des Forschers entzogen haben und nun endlich erkannt, für die ganze Menschheit von größter Bedeutung geworden sind. Sie haben auf vielen Gebieten der Wissenschaft und des practischen Lebens völlige Umwälzungen herbeigeführt und es gibt keinen Menschen, ja wohl kaum ein Geschöpf aus der ganzen Erde, welches von jenen kleinsten Feinden des Lebens nichts zu fürchten hätte. Anderseits spielen sie tm Haushalte der Natur durch die Zersetzungen organischer Stoffe, welche sie bei ihrer Lebensthätigkeit herbeiführm, die wichtigste Rolle. Schon hierdurch müßten sie uns ein größeres Interesse einflößen als die meisten anderen Organismen; aber um wie viel mehr wird dasselbe gesteigert durch Kochs neueste Entdeckung! Das Interesse an den Bacterien ist auch in allen Kreisen der Gesellschaft ein sehr hohes, aber vergleicht man die wirklich vorhandene Kenntniß von den Bacterien mit dem Interesse an ihnen, so findet man ein sehr merkwürdiges Verhältnitz. Man hat noch heute dis wunderlichsten Vorstellungen, denkt fich unter Bacterien, weil es doch „Spaltpilze" sind, wirkliche kleine Schwämme mit Stiel und Hut oder spricht von Thierchen und Würmern. Ueber die Lebensbedingungen und Lcbenserscheinungen dieser Wesen hat man aber erst gar die unglaublichsten — oder oft auch gar keine Vorstellungen. Und doch ist gerade dieses Capttel für jeden Menschen ohne Ausnahme von der allerhöchsten Wichtigkeit. Erst die Kenntniß der Lebensweise der Bacterien befähigt den Menschen dazu, unter allen Verhältnissen zu beurthellen, wie er seine Maßregeln den Bacterien gegenüber zu nehmen hat, wie er sich bet Ausbruch ansteckender Krankheiten, bet der Aufbewahrung von Nahrungsmitteln, bei der Pflege seines Körpers und bet tausend anderen Dingen zu verhalten hat. Und das sind doch wohl Gründe genug, sich etwas eingehender mit diesen Organismen zu befassen. Der Grund, weshalb so wenig von den Bacterien in weiteren Kreisen bekannt ist, liegt größtenthetls darin, daß es noch keine Literatur gibt, welche das in hochgelehrten Werken niedergelegte umfangreiche Wissen — da jene eine sehr bedeutende fachwissenschaft- ltche Vorbildung zu ihrem Verständniß erfordern — für den Laien genießbar macht. Denn das, was man bruchstückweise in Zeitungen liest, ist selbst meist von Laien geschrieben und gibt oft gerade das Gegentherl von dem wieder, um was es sich eigentlich handelt. Durch diese Zeitungsartikel wird der Laie nur krause Zerrbilder von dem bekommen, was man Bacteriologie nennt. Diesem Uebelstand hofft der Verfasser durch vorliegendes Werkchen abzuhelfen. Er ist der Ansicht, daß nicht genug zur Verbreitung der Kenntniß der Bacterien in weitesten Kreisen des Volkes geschehen könne und bietet in knapper Form das Wissenswertheste zur Belehrung in der Hoffnung, nicht nur dem Leser Unterhaltung zu gewähren und seinen Wissensdurst zu befriedigen, sondern auch ourch die Verbreitung des Wichtigsten aus dem Reich der Bacterien Gutes zu stiften. Verkehr, Land- und — AbLnderrrrrg der Postordnung vom 8. März 1879. Auf Grund der Vorschrift tm $ 50 des GeietzeS über dasPostwefen des Deutschen Reichs vom 28. Oktober 1871 wird die Postordnung oom 8. März 1879 wie folgt abgeändert. Der S 43, „Verkauf von Postwerthzeichen" betreffend, erhält nachstehende Fassung: I. Die Freimarken, sowie die gestempelten Postkarten und Postanweisungen werden zu dem Nennwerthe des Stempels an das Publikum abgelassen. II. Die Anstalt, in welcher die Postwerthzeichen hergestellt werden, übernimmt die Abstempelung von Postkarten mit dem Frei- markenftempel für das Publikum unter den bei jeder Postanstall zu erfragenden näheren Bedingungen. III. Außer Curs gesetzte Postwerthzeichen werden innerhalb der durch den „Deutschen Reichs-Anzeiger" und andere öffentliche Blätter bekannt zu machenden Frist bet den Postanstalten zum Nennwerth gegen gültige Postwerthzeichen umgetauscht. Nach Ablauf der Frist findet ein Umtausch nicht mehr statt. Die Neichs-Postoenoaltung ist nicht verbunden, Poftwerthzeichen baar einzulösen. IV. Die Verwendung der aus gestempelten Postanweisungs- sormularen und Postkarten ausgeschnittenen Francostempel zur Fran- ctrung von Postsendungen ist nicht zulässig. Zum Umtausch in den Händen des Publikums unbrauchbar gewordener Poftwerthzeichen (Freimarken, gestempelter Postanweisungsformulare und Postkarten) ist die Postoetwaltung nicht verpflichtet. Die vorstehende Abänderung tritt sofort in Kraft. K Gesund 1 Leckender Gieße' Tn«°d°" Verlin : Aai'ser vcr! proösi Aßma Berlin, 2 vom 1. März kaus im bei öffentlichen 2 anzeiger"5 an der Küpe mit wenigen während sre, Wnpen und diene nur nähre die K daher schon der Küste. Wn, . Zeitung" beff Bergarbe Abstimmung psang zu i Anlegung zu Bergarbeitei arbeiterveck Zeitung, dri Vorstand tue Helfing befinden sich Pflichtges Paris,: von Derouled Anwaltschaft ■ Uga sonbest im fünften ur Verhaftungen London, kirche imL horst abgeh welcher er d Der herzi er sein Bed Der . 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