ßftr. 297. L« -Mittäglich, eü Uvsnahm« M Äoetae». «t Vießmer ®**« Um Anzeigrr Mchmtttch dÄgelegt. 1891 Elftes Blatt. Sonntag den 20. Deccmber Gießener A nzeiger Kenerat-Mnzeiger. vi.rtckpchftig« AI mamüFteUi 2 Mark 20 W «fc Bringerl»y«. Lurch die Post b^q» 2 Mark 60 Äebectien, «xpettü»» und Druckerei. Sch.ßratze W.W 8-nch»rechrr 61. Amt»- und Anzeigeblatt für den Kreif Gieszen. | Krati-b-il-g«: Ki-ßmn K-mikunbkrtter. | rimtlicher Tbsrl Gssfunden: 1 Cylinderuhr, 1 Trinkbecher, 1 Brosche, 1 Peitsche, 1 Gummischuh, 1 Haarpfeil, 1 grüne Gartenbank ohne Lehne, 1 Stenographenheft, 1 Farbzeichen, 1 Notizbuch. Gießen, den 19. December 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsches Reich. Berlin, 19. December. Dem Bundesrat he lag in seiner Wochenplenarsitzung vom 17. d. Mts. das Trunksuchtsgesetz in der veränderten Gestalt vor, welche es in den Ausschüssen gegenüber dem früheren Entwürfe erhalten, hat. Indessen wurden die betreffenden Ausschußanträge wieder von der Tagesordnung abgesetzt und beschäftigte sich das Plenum dafür mit Ausschußberichten über einige Gesetzentwürfe für Elsaß-Lothringen sämmtliche Berichte fanden die Zustimmung des Bundesraths. — Der preußische Landtag, dessen Zusammentritt zu seiner neuen Session für den 15. Januar 1892 angekündigt war, soll schon eher einberufen werden, aus den 12. oder 13. Januar. — Die bayerische Reichsrathskammer hat in Kebereinstimmung mit den Beschlüssen der Abgeordnetenkammer die Gesetzentwürfe über die provisorische Steuererhebung, den Militärnachtragsetat für 1890/91, den Umbau der „schiefen Ebene" bei Neumarkt und der Doppelgeleise sowie die Vermehrung des Fahrmaterials genehmigt. Reichstag. 144. Plenarsitzung. Freitag den 18. December 1891, 10 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die dritteBerathung der Handelsverträge. Vor Eintritt in die Tages-Ordnung gibt der Abg. Freiherr v. Münch (wllddem.) eine längere Erklärung ab, aus der ßu entnehmen, vaß er sich durch die Zursache-Rufe des Präsidenten bei seiner (v. Münchs) neulichen Rede beschwert fühlt und diese Eensuren als nach der Geschäftsordnung nicht begründet bezeichnet. Präsident v. Levetzow erklärt unter dem lebhaften Beifall des Hauses, dah er jedem Redner und auch dem Abg. Frhrn. v. Münch den weitesten Spielraum in der Debatte gelassen und weise deshalb die Vorwürfe zurück. ~ Es wird hierauf in die Tages-Ordnung eingetreten. In der General-Debatte nimmt zunächst das Wort der Abg. v. Helldorff-Bedra (dcons.); er erklärt, daß die all- «emeine Erregung, welche die Ankündigung der Herabsetzung der Schutzzölle hervor gerufen, bet der Lage und dem Schutzbedür fnisse der Landwirthschaft wohl begreiflich sei, daß er persönlich aber trotzdem für die Verträge stimmen werde, mit Rücksicht auf die allgemeinen Gesichtspunkte, die der Reichskanzler dargelegt und weil er die an die Verträge vielfach geknüpften Befürchtungen nicht theile. Er hält die rreueingeschlagene Zollpolitik der Regierung für richtig und noth- wendtg. Wir müssen Schutzzölle haben; dieselben müffen aber maßvoll sein. Daß Deutschland die Initiative zu den Verträgen ergriffen habe erachtet er für einen großen politischen Gewinn. In theuern Leiten bieten hohe Getreidezölle ein gefährliches Agitationsmittel. Redner tritt denen entgegen, die die Getreidezölle als etwas Bewegliches behandeln wollen; darin liege die größte Gefahr für die Zölle selbst Richter habe in der „Freis. Ztg." einen Ton angeschlagen, der aanz'sicher den Anschauungen der Regierung nicht entspreche und den Absichten der Regierung eher schaden als nützm werde. So nöthig -s sei den Schutz der Landwirthschaft zu betonen, so ungerecht wäre die Auffassung, als sei Deutschland ein landwirthschaftlicher Staat. Die Industrie darf man nicht unterschätzen, an ihrem Wohlergehen Lat auch die Landwirthschaft das größte Interesse. ’ Aba Letocha (Etr.) glaubt nicht, daß bte oberschlesische Montanindustrie Vortheile aus den Verträgen habe. Die Tartf- ^Etnisse lägen so, daß Oesterreich, Italien und Belgien mehr Nutzen ^?s den Vertragen hätten, als Deutschland. Er stimme aus allgemeinen politischen ^m^Die Regierung stelle den Reichstag vor ein faitaccompli; allein es könne keinem Abgeordneten zugemuthet r-tn Urtheil über Handelsverträge nach seiner politischen SJhwicuaunß einzurichten; nur die wirtschaftliche Einsicht kann dafür «atzl bend sein Nach den Grundsätzen, die früher in wirthschaft- licken Dingen hier vertreten wurden, hatten die Verträge keine Aus- Ackt auf Annahme gehabt, denn selbst die Freisinnigen haben sich als Geaner der Differentialzölle erklärt, die mit diesen 23ers könnten dann nun die Gründe för0 diesen neuen Curs unserer WtrthschaftsMitik sein? Bet der 1 smMhfdrnft bat der neue Curs große Beunruhigung beroop ^7n Dtt Reickskanzler erhofft Vmtheile für die Industrie; für SÄ' qwig-zB P°Pi°r-und ©laäfabrttatton sind feine $ot= Äe I°nd"rn N-Lth-i^ »u erwarten und au» für andere Zweige ^etlLhnftrie verhält sich die Sache ähnlich. Den Stutzen dieser ^niHi 'SoUtit werden die Socialbemofraten haben. WSHrungs- ?anAenmaae man sich nicht heran, angeblich weil sie eine der schwierigsten TÄÄK«" fein fall. Das ist eine ganz unrichtige, °°n ?^sucht den Redner, seine Aus- drucksweise gegen Mitglieder des Hauses zu mäßigen. — Redner wendet sich sodann gegen den Abg. Stöcker in rein persönlicher Weise, so daß er auch hier vom Präsidenten zur Sache gerufen werden muß. Wenn man nicht billiges Getreide einiaßt, so werden die Leute noch mehr auswandern als bisher. Tie Getreidezolle sück durch Agitation des Fürsten Bismarck und der Großgrundbesitzer durchgesetzt. Die tüchtigsten Grundbesitzer sind nicht immer die Strudelwitze und Prudelwitz, sondern die Leute, die am meisten herauswirthschaften aus dem Boden, und die etwas gelernt habe». Es ist nicht wahr, daß die Grundbesitzer nicht die Zinsen aus dem Boden herauswirthschaften können; wäre es wahr, so müßten die Leute einfach ihre Besitzungen verlassen. Besser werden die Verhäll- nisse nur werden, wenn die staatliche Bevorzugung des Grundbesitze« aufhört. Abg. Frhr. v. Huene (Centr.) findet sowohl Stöckers wie Richters Stellung einseitig und unhaltbar. Man müsse von ber Landwirthschaft auch etwas verstehen, wenn man darüber reden will. Es wird uns nicht leicht, für die Verträge zu stimmen; aber wir thmr es, um das Ansehen der Regierung zu schützen, das durch eine Ablehnung schwer leiden würde. Abg. Graf Behr-Behrenhof (Rp.) erklärt sich für die Verträge. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antisemit) bedauert die Beschleunigung der Berathung. Es liege für uns kein Grund vor, zu Gunsten der anderen Vertragsmächte Opfer zu bringen. Die Annahme der Vorlage wird nur von denen betrieben, die Gründe ganz außerhalb des Handelsvertrages für ihr Votum suchen. Der Landwirthschaft jetzt die Zölle nehmen heißt einem Fußkranken die Krücken nehmen. Die Verträge stellen dar einen Sieg der goldenen Internationale über den Dreibund und man könnte fast wünschen, daß die Völker lieber im blutigen Kampfe mit einander ringen, als daß sie sich das Blut durch die goldene Internationale abzapfen lassen. Redner hat Zutrauen zu dem regis voluntas, dem starken königlichen Willen, der uns hoffentlich bald ein Ministerium der rettenden That geben wird. (Beifall.) Ein abermaliger Schlußantrag wird abgelehnt. Abg. Dr. Petri (ntl.) spricht für die Annahme der Verträge im Interesse des gejammten, großen deutschen Vaterlandes. Die Debatte wird nunmehr geschlossen. Nach kurzer Special- beralhung, in welcher der Abg. Böckel (Antisemit) sich heftig gegen die Regierung ausspricht, von den Verträgen behauptet, daß sie lediglich bewirken werden, die deutsche Landwirthschaft den ungarischen Juden auszuliefern und die Regierung des Fürsten Bismarck lobt, die, obwohl Bleichröder großen Einfluß auf den Fürsten Bismarck besaß, doch tausendmal besser war, als die gegenwärtige Regierung, werden, einem Anträge des Abg. v. Kardorff (Rp.) entsprechend, die Einzeltheile ber Vorlage en bloc angenommen. Die Gesammtabstimmung ist, einem Anträge bes Abg. v. M a s s o w u. Gen. zufolge, eine namentliche. Die österreichischen Verträge werben mit 243 gegen 48 Stimmen angenommen. Die übrigen Verträge werben en bloc genehmigt. Damit ist bte Tagesorbnung erschöpft. Nächste Sitzung: Dienstag, 12. Januar 1892, Nachm. 1 Uhr. Tagesorbnung: 2. Etatberathung. Schluß 41/2 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondmz-Brireau. Berlin, 18. December. Bei ber heurigen Einweihung des Teltower Kreishauses nahm ber Kaiser mit dem Minister v. Herrfurth Theil. Bei ber Festtafel erwiderte ber Kaiser das vom Landrath Stubenrauch auf ihn ausgebrachte Hoch, indem er etwa sagte: „Um das heutige Fest beneiden uns sämmtliche andere Nationen der Welt. Der einfache Mann des Volkes kommt hier mit dem Herrscher zusammen wie das Familienmitglied mit dem Familienvater. Ich hoffe, daß nicht nur die Landwirthe speziell dieser Provinz, sondern meines gesammten Reiches die Empfindung haben werden, daß sie nach wie vor mit mir zusammen gehören, daß wir miteinander arbeiten, miteinander fühlen und daß stets das alte Hohenzollern'sche Wort suum cuique in höchstem Maße auf die Landwirthschaft anzuwenden ist." Der Kaiser schloß mit einem Hoch auf den Kreis Teltow. Sodann folgte unmittelbar die Rede mit der Ernennung Cap- rivis zum Grafen. Darin führte der Kaiser Folgendes aus: „Das Ergebniß der Handelsverträge sei der hingebenden Arbeit des Reichskanzlers zu verdanken. Dieser einfach schlichte preußische General hat es verstanden, sich binnen zwei Jahren in Themata einzuarbeiten, die zu beherrschen außerordentlich fchwer ist. Mit seltenem politischem Blick hat er das Vaterland vor schlimmen Folgen im rechten Augenblick bewahrt. Es ist selbstverständlich, daß die einzelnen Jntereffen Opfer bringen müffen, damit das Ganze vorwärts gebracht werde. Ich glaube aber, daß die That, die durch die Einleitung und den Abschluß der Handelsverträge für Mit- und Nachwelt als eines der bedeutendsten geschichtliche» Ereignisse dastehen wird, geradezu eine rettende zu nenne» ist. Der Reichstag in seiner größten Mehrheit hat gezeigt, daß er den weiten politischen Blick dieses Mannes erkannt hat und sich ihm anschließt. Es wird dieser Reichstag sich einen Mark- und Denkstein in der Geschichte des deutschen Reiches damit gesetzt haben. Trotz der Verdächtigungen und Schwierigkeiten, die dem Reichskanzler und meinen Näthe» von den verschiedensten Seiten gemacht worden sind, ist es uns gelungen, das Vaterland in neue Bahnen einzulenkeu. Ich bin überzeugt, nicht nur unser Vaterland, sondern Millionen von Unterthanen anderer Länder, die mit uns itt dem großen Zollverband stehen, werden dereinst diesen Tag segnen. Ich fordere Sie aus, mit mir daS Glas z« leeren auf das Wohl des Reichskanzlers. Excellenz Gras Caprivi lebe l?od) \n Berlin, 18. December. Gutem Vernehmen nach hat Se. Majestät der Kaiser Reichstags - Abgeordnete aller Parteien, mit Ausnahme der Socia!isten, zu heute Abend mit Einladungen nach dem Neuen Palais beehrt. Dresden, 18. December. Die Reise des Prinzen und der Prinzessin Friedrich August nach Potsdam zum Besuche der Kaiserlichen Familie ist wegen Erkrankung der Prinzessin an Neuralgie verschoben worden. Wien, 18. December. Gegenüber der Meldung der „Neuen Freien Presse", daß Conserenzen zwischen dem Grasen Taaffe und den Abgeordneten v. Plener und Chlumecky stattgefunden haben, infolge deren Graf Taaffe beabsichtige, dem Kaiser die Ernennung eines Mitgliedes der vereinigten deutschen Linken zum Minister ohne Portefeuille vorzuschlagen, stellt die officiöse „Presse" fest, daß thatsächlich zwischen den Dreien Verhandlungen stattsanden, über deren Resultat jedoch nichts bekannt sei, zumal die streng vertraulichen Conferenzen unter Ausschluß jeder anderen Persönlichkeit stattsanden. Bern, 18. December. Die Liga gegen die Vertheuerung der Lebensmittel hat den Handelsverträgen mit Deutschland und Oesterreich - Ungarn keine Opposition zu machen beschlossen. Winterthur, 18. December. Aus Anordnung des Untersuchungsrichters wurden gestern Abend sämmtliche Mitglieder des Verwaltungsraths der fallirten Creditbank in Winterthur verhaftet. Petersburg, 18. December. Die Söhne des Großfürsten Michael Nikolajewitsch, Großfürst Georg Alexander und Großfürst Sergius, spendeten je 35,000 Rubel für die not tz- leidenden Di st riete. Deveschen des „Bureau Herold". Berlin, 18. December. Wie die „Nordd. Allg." meldet, erklärt sich der Schweizer Bundesrath im Anschlußprotocoll des Schweizer Handelsvertrages bereit, für das aus dem freien Verkehre mit der Schweiz nach Deutschland eingehende, aus einem in Deutschland nicht meistbegünstigtem Lande stammende Getreide, sowie für dergleichen Weine die deutschen Vertragszölle aus Verlangen der deutschen Regierung nicht zu beanspruchen. Berlin, 19. December. Die „Voss. Ztg." erfährt aus Pest, die Erklärungen Caprivis und des Directors der Eisenbahnen, Schulz, bezüglich des ungarischen Refactien- wesens hätten dort sehr befriedigt. Man behauptet auf das Bestimmteste, geheime Refactien seien in Ungarn nicht vorhanden. Berlin, 19. December. Der „Voss. Ztg." wird aus Warschau gemeldet, dort und in Lodz seien zahlreiche polnische Studenten wegen nationaler Umtriebe verhaftet worden. Berlin, 19. December. Die „Pol. Corr." erfährt aus London, daß wegen Verstärkung des französischen Mittelmeergeschwaders die englische Mittelmeerflotte verstärkt werden soll. Berlin, 19. December. Nach der „Nordd. Allg. Ztg." find verschiedene wirthschaftlicheMeliorationen für d i e O st Provinzen geplant. So sollen In den nächsten Etat die Mittel eingestellt werden für mehrere Einzelanlagen und Unternehmungen zur Besserung der wirthschaftlichen Verhältnisse und eine Pauschalsumme zur Förderung der Landwirthschast. Die Summe wird der Finanzlage entsprechend beschränkt. Berlin, 19. December. Wie die „Voss. Ztg." schreibt, wurde die Akademie der Wissenschaften aus Bankkreisen angeregt, ein Preisausschreiben über die Börsen- reform zu veranlassen. Hildesheim, 19. December. Die Reichstagserfatz- w a h l ergab für Sander (nat.-lib.) 3847, Baumeister (Centr.) 3761, Oehlmann (Antis.) 1220, Bertram (Soc.) 2745, Quensel (freif.) 1187 Stimmen. Wahrscheinlich findet Stichwahl zwischen Sander und Baumeister statt. Stuttgart, 19. December. Das würtembergische Königspaar wird vom 15. bis zum 27. Januar in Berlin bleiben und sich dann nach Dresden begeben. Brüssel, 18. December. Die Ausschüsse der gewerblichen Vereine protestirten in einer schwach besuchten Versammlung gegen die Handelsverträge, weil dieselben schädlich für die belgische Consection seien. ,Die Einweihung der neuen Knabenschule. Gieren, 19. December 1891. Heute Vormittag 10 Uhr versammelten sich in der Turnhalle der neuen Knabenschule die Vertreter der Großh. Kreis- Schulcommission (Herr Provinzial - Director v. Gag er n, Herr Schulrath Büchner :c.), Herr Oberbürgermeister Gnauth mit den Herren Stadtverordneten, die Herren Geistlichen, Vertreter der Universität, die Directoren der hiesigen höheren Lehranstalten, Herr Polizeirath Fresenius,' sämmtliche städtische Lehrer und Lehrerinnen, die bei dem Bau thätig gewesenen Architecten, Handwerker und Lieferanten, sowie die Schüler, denen das neue Schulhaus eine zukünftige Stätte des Lernens sein soll, um der Einweihung des neuen städtischen Knabenschulhauses anzuwohnen. (Letzteres, ein Prachtbau und eine wahre Zierde der Stadt, verdient, daß es von Jedermann heute und morgen angesehen werde, damit man sich überzeugen kann, mit welcher Umsicht und Liebe auch in Gießen für die Kinder des Volkes gesorgt wird.) Nach Vortrag des Chorals „Lobe den Herrn", gesungen von den Schülern unter Leitung des Herrn Cantor G ört ach, ergriff Herr Schulrath Büchner zur Weiherede das Wort. Er sprach ungefähr Folgendes: Sehr geehrte Festversammlung! Als Festgenossen darf ich Sie heutc begrüßen, denn ist das Wesen eines Festes die gemeinsame Freude seiner Theilnehmer, so bin ich überzeugt, daß in dieser Weihestunde unsrer Aller Herzen von hoher Freude erfüllt sind. Aufgerichtet ist ein neues Denkmal der liebreichen Fürsorge für die Erziehung und Bildung eines Theils der Jugend unserer Stadt. Ein herrlicher Bau ist es, auf dem das Auge mit Wohlgefallen ruht, der eine neue Zierde der Stadt ist und bleiben wird. Er ist der Schluß st ein, der ein nach und nach ausgeführtes Werk abschließt: die Schaffung geräumiger, gesunder, zweckentsprechender Schulräume sür die Kinder aller Stände, sowohl der höheren wie der niederen. Hierin gerade bezeugt sich der edle humane Geist unserer Zeit, daß in dem neuen, stattlichen, wohleingerichteten neuen Schulhaus den Kindern der sog. niederen Stände gesunde Schulzimmer, Helle, von reiner Luft erfüllte Räume geschaffen worden find, in denen sie durch tüchtige Lehrer Erziehung, Unterricht und Bildung empfangen sollen. In dem humanen Geist, der solches schafft, hatten in unserer Stadt die jetzigen Herren Stadtverordneten, an ihrer Spitze Herr Ober-Bürgermeister Gnauth, den Bau beschlossen und rasch ausgeführt. Dank fei diesen Männern für die Liebe und Fürsorge, die sie damit wiederum auch für die Kinder der sog. niederen Stände bewiesen- den herzlichsten Dank dafür dürfen wir ihnen nicht nur von uns, der Schulbehörde des Kreises, gewiß auch von der höchsten Schulbehörde unseres Landes, wie auch im Namen aller Freunde des Volksschulwesens und aller edel denkenden Bürger der Stadt aussprechen. Das Gefühl der Freudigkeit, daß Sie eine heilige Pflicht der Nächstenliebe erfüllt haben, muß Sie in dieser Stunde beseelen; der Dank vieler Eltern und Kinder wird Ihnen in der Stille dargebracht werden. Und diesen Dank darzubringen ist auch eine heilige Pflicht. Durch die städtische Fürsorge ist eine Stätte bereitet, an der sie viele Stunden des Tags ihrer Erziehung und ihrem Unterricht gewidmet, reine Luft athmen und Helles Licht haben, eine Stätte, an der auch in körperlichen Hebungen für Erhaltung der Gesundheit und kräftige körperliche Ausbildung Sorge getragen werden wird. Blicken wir auf das neu erbaute Schulhaus, so werden wir zunächst sagen dürfen: 1) Es ist ein gesundes Heim für die Lehrer und Kinder geschaffen. Damit ist eine der Bedingungen erfüllt, unter denen eine segensreiche Wirksamkeit der Lehrer für Körper und Geist, Leib und Seele stattfinden kann. Das neue Schulhaus ist, wie bereits gesagt, eine Schöpfung der Humanität, bi? für die Kinder der niederen Stände in gleicher Weise Sorge trägt, wie die der höheren. Diese Humanität ist aber auch sehr an ihrem Platze! Wenn wir auch gewiß gerne zugeben, daß in vielen Wohnungen der niederen Stände die Räumlichkeiten groß genug sind, um den Aufenthalt darin nicht zu einem gesundheitsschädlichen zu machen, und daß darin für Reinlichkeit und Ordnung, für frische Luft und Helle Sorge getragen wird, so glaube ich doch nicht, daß dies auf die Mehrheit der Familien, aus denen Söhne und Töchter die Stadtschule besuchen, zutreffend ist. Wenn die Wohnungen dieser Familien jetzt sichtbar vor unsere Augen gerückt wären, was würden wir da sehen? Ungenügende Wohnstuben, enge überfüllte Schlafkammern, armselige Lagerstätten, häufig Mangel an Reinlichkeit, an Lust und Licht, oft Schmutz in Stuben und Gängen, auf vielen Tischen ungenügende Nahrung. Wir wollen das Gemälde nicht weiter ausführen! Wir könnten es, wie Sie wohl wissen, mit grelleren Farben malen, ohne uns gegen die Wahrheit zu versündigen, — aber wir wollen es nicht thun, wir wollen den Schleier darüber ziehen. Wersen wir lieber die Frage auf: Ist es nicht ein edles Werk brüderlicher Liebe: Kindern, von denen ein großer Theil in enger dumpfer Stube zu Haus bei Tag und Nacht zugebracht hat, ein herrliches Schulhaus mit gesunden Räumen geschaffen zu haben? Ja dieses Haus ist ein Werk brüderlicher Liebe, dessen wollen wir uns erinnern, wenn wir an ihm emporblicken, wenn wir es heute für seinen Beruf einweihen! Was in diesem Haus geschehen soll, ist kurz gesagt: Kinder sollen darin erzogen und unterrichtet werden. Erziehung und Unterricht soll daraus gerichtet sein, sie zu gottesfürchtigen, rechtschaffenen und gebildeten Menschen zu erziehen. Wer soll nun dies Werk an den Kindern vollbringen? Die Lehrer und Lehrerinnen, denen die Kinder in diesem Hause anvertraut werden. Eine große Ausgabe soll zum Heil dieser Kinder von ihnen gelöst werden. Wie soll sie gelöst werden? Bei dieser Frage lasset uns auf Den Hinblicken, der durch seine Lehre, sein Leben, Leiden und Sterben der größte und beste Erzieher eines großen Theils der Menschheit gewesen ist, noch ist — und einst für die ganze Menschheit werden wird. Wodurch geschah es, daß Jesus, bevor er durch Leiden und Sterben die Welt überwand — so viele Meuschenherzen gewann und sein Wort ihnen ein Licht aus ihrem Wege, eine Zuflucht in ihrer Sündenangst, eine Stärkung in der Versuchung, ein Trost in der Trübsal, ein Uebeiwinder im Todeskampf wurde? Wodurch gewann er so große Macht über die Seelen der Menschen, senkte Glauben und Gottesfurcht in sie ein? Er hatte diese Macht, weil er mit heiliger Liebe um ihre Seelen warb. Gedenken wir der ersten und höchsten Ausgabe eines Lehrers an der Volksschule, der Erziehung der Kinder durch den Unterricht in der Religion, so muß auch ihn hohe wahre Liebe zu seinen Kindern erfüllen, wenn er Glauben und die Liebe zu Gott und den Menschen in die Kindesseele etnpflanzen will. Nur reine Liebe zu dem Kinde — die wahre Liebe, die mit strenger und ernster Zucht vereint ist, wird den Weg zu seinem Herzen finden. Nur da, wo das Kind das Gefühl hat, der Lehrer liebt mich, wird es die Glaubenslehren — die Ermahnungen 5 jur Tugend lebendig und fruchtbringend im Herzen aus- ' nehmen, weil es weiß, der Lehrer will dadurch nur mein Bestes, er will ein braves Kind aus mir machen. Nur Liebe weckt Liebe. Ja sie wirkt Wunder in der Erziehung eines Kindes, an die nur die nicht glauben, die keine Liebe in sich selber finden. Man könnte einwersen: Das ist ideal ganz hübsch gedacht. Wie nun einmal die Menschen sind. — Liebe, die große Gewalt über die Kinder gewinnt, ist nicht Jedermanns Theil und künstlich kann man sie sich nicht geben. Ich muß sagen, jeder Lehrer, der solche Liebe nicht besitzt, gehört nicht in die Schule, aber wenn sie bei einem Lehrer der Volksschule nur als ein kleines Fünklein glühte, muß sie zu heller Flamme entfacht werden, wenn er der Kinder denkt, welche er durch die Macht der Religion zu tugendhaften Menschen erziehen soll. Es ist mir im Leben vielfach Gelegenheit geworden, auch in die Familien der niederen Stände hineinzusehen, einen Einblick in die Denkweise der Leute und in ihr Hauswesen zu gewinnen. Ich bin dabei kein Pessimist geworden, der bei einer solchen Umschau nie ein strahlendes Licht erblickt hätte. Ich habe gefunden, daß auch in ärmlichen Räumen manche Mutter ihr Kind beten lehrte, die Eltern die Kinder zu allem Gutem ermahnten und anhielten, auf ernste Zucht und Ordnung sahen. Aber neben diesen Lichtbildern, was erblicken wir? Wir wissen, wie über vielen Thüren geschrieben steht: Das Leben ist ein an jedem Tag sich erneuernder Kamps- Vater und Mutter verlassen am Morgen das Haus, um des Lebens Unterhalt zu verdienen- das älteste Kind muß schon in früher Jugend für die jüngeren Geschwister sorgen. Unter harter Arbeit, oft auch beim Mangel an derselben oder durch Krankheit veranlaßt — schwindet den Eltern die Freudigkeit- die Kinder werden ihnen zur Last - von einer Erziehung liebender Eltern ist keine Rede mehr. Das ist noch gar kein düsteres Bild. Dort blicken wir in Häuser, worin Leichtsinn, Faulheit und Völlerei das Familienleben zerstört haben, wo der kindliche Sinn durch das, was sie hören und sehen, vergiftet wird. Da sehen wir auch solche Kinder, die von den ersten Tagen ihres Lebens Jedermann zu viel sind, die herumgestoßen und geschlagen werden. Oft sind dies arme Waisen, oft auch arme Verleugnete vor der Welt. Ja, den Lehrern der Volksschule in der Stadt sind oft auch solche und nicht wenige solcher Kinder anvertraut. Soll das nun einen Lehrer entmuthigen, ein Gefühl der Beschämung in ihm Hervorrufen, daß er solche Kinder unterrichten soll? O nein — wo die Liebe in einem Lehrerherzen nur wie ein Fünklein glimmen möchte, da muß die Liebe in Heller Flamme entbrennen, da muß der Lehrer erkennen, daß ihm ein hoher Beruf geworden, daß er die ganze Kraft der Liebe einsetzen muß, das, was verloren gehen kann, zu retten. Trägt er solche Liebe im Herzen, wird er sich seiner Pflicht als Erzieher recht bewußt, dann wird diese Liebe sein Lehrmeister, der ihm die Worte in den Mund legt, welche als guter Samen in des Kindes Herzen fallen, aufgehen und hundertfältige Frucht bringen. Das ist die Hoffnung und oft auch der Lohn des treuen Lehrers. Oft dankt der Jüngling oder der Mann dem Lehrer, was er an ihm als Knabe gethan. Dem Gesichtspunkt der Erziehung muß in der Volksschule vor Allem, deren Schüler zu Hause so oft nur mangelhafte oder keine Erziehung erhalten, wo oft zerstört wird, was in der Schule gebaut wurde, der Unterricht in allen Disciplinen untergeordnet werden. Auch hier wird die rechte Liebe zum Kind uns lehren, wie die Geschichte ihm zu einer Erzieherin. Es muß sie ausschauen lernen nach dem Worte: Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Sie müssen erkennen, wie Völker und einzelne Menschen durch eigene Schuld fallen, — durch Tugenden, die sie zieren, aufblühen. An der vaterländischen Geschichte muß die Liebe zum Vaterland entzündet werden. Wesentlich die Erziehung fördernd, kann und soll der Unterricht an den ausgewählten Stücken des Lesebuchs und die Wahl des Aufsatzes, in der Naturkunde der Kenntniß der Wunder des Weltalls und der Erde dienen. Werden die Lehrer in der dargelegten Weise den Unterricht in allen Fächern unter den Gesichtspunkt der Erziehung stellen und dabei von der wahren Liebe, die mit Ernst und Strenge vereinigt ist, erfüllt fein, dann wird auch in diesem neuen Schulhaus reicher Segen über die Kinder ausgegossen werden. Ihre Liebe wird einen Wiederhall in der Kinder Herzen finden und wir hoffen von diesen, daß sie ihre Liebe und Dankbarkeit zu ihren Lehrern als fromme, fleißige und gewissenhafte- Schüler, auch einst in späteren Jahren als rechtschaffene Menschen erweisen. In solcher Hoffnung lassen Sie uns heute dies Haus weihen: Möge die neue Stadtknabenschule, die Schöpfung liebreicher Fürsorge des Stadtvorstandes, eine gesegnete Erziehungs- und Bildungsstätte für die Jugend sein und bleiben. Segne, Gott, dies Haus! Gieb den Lehrern Kraft, darin ihr Werk mit Freuden zu thun, lasse sie guten Samen ausstreuen und gib den Kindern empfängliche Herzen, daß sie ihn ausnehmen und bewahren in feinem guten Herzen und einst Frucht bringen in Geduld. Amen! Nach dieser zu Herzen gehenden Weiherede des Herrn Schulrath Büchner bestieg Herr Oberbürgermeister Gnauth die Rednerbühne. Seine Worte waren etwa folgende: Meine Herren! Als Vorsitzender von Schul- und Stadtvorstand sage ich vor Allem verbindlichsten Dank unserem verehrten Herrn Schulrath für die Freundlichkeit, mit welcher er es übernommen, diesen Schulbau seiner künftigen Bestimmung zu weihen, für die von Herzen kommende, zu Herzen gehende Art, wie er dies gethan. Mit ihm sind wir den übrigen hier erschienenen Herren Mitgliedern Großh. Kreisschulcommission aufrichtigen Dant schuldig für die Sorge, welche sie immerdar unserem städtischen Schulwesen gewidmet, für die vielfältige Rücksichtnahme aus die darin geäußerten Wünsche des Schulvorstandes, wie für das heute wieder durch ihr Erscheinen bethätigte Interesse. Gleichen Dank schulden wir den Herren Vertretern anderer Behörden, der höheren Lehranstalten und der Geistlichkeit, welche bisheran schon berufen waren oder für die Folge es noch sein werden, diesem Schulwesen die Unterstützung und die Theilnahme ihrer Amtsthätigkeit zuzuwenden. Als Bürgermeister aber muß ich ganz besonders auch danken dem Schulvorstand wie der Stadtverordneten-Versammlung für die Einmüthigkeit und für die Opferwilligkeit, mit welcher beide Körperschaften diesen Bau beschlossen und in allen Theilen gefördert haben: am 5. October 1887 hat der Schulvorstand beantragt, dem Neubau einer Stadtknabenschule näher zu treten und am 11. Mai 1888 hat die Stadt- perordneten-Versammlu'ng im Princip genehmigt die Erbauung eines Ende 1891 zu beziehenden Schulbaues- im Januar 1889 wurde der Ankauf des Bauplatzes beschlossen, im Juni Programm und Plan und im November 1889 der zu 252000 Mk. berechnete Gesammtvoranschlag genehmigt- im Frühjahr 1890 wurde der Rohbau begonnen und heute ist es — ungeachtet des Brandunglückes, das diese Halle betroffen — uns vergönnt, das Ganze eiuzuweihen für den demnächstigen Bezug. Daß solche Einhaltung des vor Jahren gestellten Voll- endungstermines ermöglicht worden, daß die neue Schule eine Zierde unserer Stadt, aber wohl auch ein Muster zweckmäßiger Einrichtung geworden, das haben wir ausschließlich zu danken den beiden Herren Baumeistern und unseren Bauhandwerkern. Die reiche künstlerische Begabung des Herrn Architecten Has ist in dem Plan des Ganzen zu seinem Vortheil ebenso zur Geltung gekommen, wie die langjährige Erfahrung, die gewissenhafte Sorgfalt des Herrn Architect Blattner in der weiteren Ausführung und Einrichtung des Baues - beider Herren sei auch an dieser Stelle mit wohlverdienter Anerkennung gedacht. Ein Gleiches gilt all' den Handwerkern und Lieferanten, welche an diesem Bau mitgewirkt, wie ich wohl sagen darf, ihr Bestes dafür gethan. Durch ihunliche Rücksichtnahme aus die Interessen der hiesigen Handwerker, wie insbesondere durch die Wahl des neuen, den berechtigten Anforderungen des Gewerbes entsprechenden Angebotverfahrens nach Einheitspreisen hat die Stadt sich bemüht, auch als Bauherr den höheren Ausgaben eines Gemeinwesens gerecht zu werden, und sie könnte sich nur freuen, wenn dabei unsere Bauleute noch etwas mehr als blos die innere Befriedigung gefunden haben. Und so stehen wir denn heute an der Schwelle des neuen Schulhauses- für die Werthschätzung, welche unsere Stadt der Schule, und zwar mit gleicher Liebe der Volksschule wie den höheren Lehranstalten, entgegenbringt, sprechen — so glaube ich — beredter als alle Worte die Opfer, welche unser Gemeinwesen allezeit sür die Schule gebracht, auch in diesem Bau wieder aufgewendet hat. Möge die Zukunft unsere Hoffnungen verwirklichen, mögen Lehrer und Schüler wohl sich fühlen in den neuen Räumen und mit verdoppeltem Segen zusammen arbeiten darin! Mit diesem Wunsch, Herr Oberlehrer, übergebe ich diese Schule Ihrer ferneren Obhut und heiße ich im Namen von Schul- und Stadtvorstand Lehrer und Kinder an dieser Stelle von Herzen willkommen! Herr Oberlehrer Hahn, dem das neue Schulhaus zur Obhut übergeben wurde, hielt sodann eine Ansprache, in welcher er sagte: Hochverehrte Anwesenden, verehrte Collegen, liebe Schüler! Mit dem Gefühle herzlichster Freude sind wir Lehrer und Schüler hierhergekommen, um das neue Stadtknabenschulhaus zu übernehmen, welches fortan die Stätte unserer gemeinsamen Arbeit sein soll. Ja, meine Verehrten, wer in die Schwierigkeiten des Unterrichts während der letzten Jahre hineingeblickt hat, wo wir in fünf von einander entfernten Häusern unseren Unterricht zu ertheilen und an Mißständen nicht weniges zu ertragen hatten, der kann die Freude ermessen, welche wir Lehrer heute haben, wo wir in einem Hause vereint sind, wo ohne Zeitverlust Lehrer und Schüler von einer Unterrichtsstunde zur anderen übergehen können, wo Licht und Luft vortrefflich sind. Dahinter liegt die drückende Enge, und über uns wölbt sich das Dach des stattlichen Baues, verlassen sind die mitunter düsteren und unfreundlichen Räume, hell und mächtig strömt das Himmelslicht in unsere Arbeitsstätte. Drum lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Guts gethan hat? Laß dir wohlgefallen den Dank unseres Herzens, das Lob unseres Mundes, laß unseren Eingang gesegnet sein! Wenn wir Lehrer heute mit inniger Herzensfreude die schöne Gabe übernehmen, welche die Stadt Gießen uns darbietet, so wissen wir aber auch nicht genug tiefempfundenen Dank auszusprechen Denjenigen, die die Erbauung dieses Schulhauses anregten und mit Energie und Ausdauer für die würdige Ausführung besorgt eintraten. Deshalb herzlichen Dank dem Schul- und Stadtvorstande, welche zunächst dem Grundsätze gemäß handelten: „Für die Jugend ist das Beste gut genug", und welche sich mit diesem Prachtgebäude, das eine Zierde der Stadt ist und zu einem Vorbilde anderen Städten dienen kann, in den Herzen der Jugend ein unvergeßliches Denkmal des Edelsinns, der Opfer- sreudigkeit und der Werthschätzung der Jugend gesetzt haben. Herzlichen Dank dem Herrn Oberbürgermeister, der gestützt auf seine reiche Erfahrung bei diesem Bau und seiner inneren Ausstattung nur dem Besten und Zweckentsprechendsten feine Fürsorge zuwandte! Herzlichen Dank der Hohen und Höchsten Schulbehörde, die den Plan gut hieß und, sich mit den Lehrern freuend, das Unternehmen freudig begrüßte. Verehrte Collegen, geleitet aber von dem Bewußtsein, daß dieser Bau, so schön er ist, doch nur eine Schale ohne Kern ist, ein Gesäß prächtig anzusehen, aber ungefüllt, geleitet von dem Bewußtsein, daß das, was wir in diesem Hause Gutes thun werden, erst demselben den rechten Werth verleiht, gelobe ich in unserer Namen vor der hier anwesenden hohen Behörde, dem Schul- und Stadtvorstande, ja der ganzen Gemeinde: Wir. wollen, von der rechten Berufstreue geführt, an den uns anvertrauten jungen Seelen arbeiten, damit sie die Treue mitnehmen ins Leben- die Treue zu Gott und dem Nebenmenschen, die Treue zu unserem Fürstenhause, die Treue zu unserm Kaiser und dem Deutschen Reiche! Wir wollen in Geduld und Liebe auch den schwächsten Schülern nachgehen, nie müde und verzagt werden, wenn die treueste Arbeit an einem Schüler vergeblich gewesen ist. Wir wollen in Frieden und einmüthigem Geiste-unser Werk treiben- denn es ist für die Kinder ein Segen, wenn sie unter dem Sonnenschein des Friedens unterrichtet und erzogen werden. Wir wollen uns bestreben, in diesem Hause Knaben zu erziehen, die einst als Jünglinge, als Männer wissen, worauf es ankommt im Leben, die ein edles Herz und den guten Willen in sich tragen, etwas Tüchtiges zu leisten und würdige Glieder der menschlichen Gesellschaft zu sein! Ja, der Hoffnung gehört dies Haus, Euch lieben Kindern, Euch gehört es, die in immer neuen und fröhlichen Schaaren hier einziehen und dem Leben entgegenreifen sollen. Es soll Euch ein zweites Vaterhaus sein, in das Euch Eure besten Erinnerungen zurückführen sollen. Hier soll der Grund gelegt werden, auf den Euer Leben sich ausbaut. Darum so gehorchet Euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wachen über Eure Seelen. Und wenn Ihr die geweihten, schönen und tadellosen Räume dieses Hauses betretet, so haltet alles von Euch fern, was gemein ist und diese Stätte entheiligt. Und so wollen wir denn alle, Lehrer und Schüler, dahin wirken und arbeiten, daß aus diesem Hause ein reicher Strom des Segens wieder zurückfließe aus unsere Gemeinde! Ja, das walte Gott! Nach Beendigung dieser Ansprachen sang der Lehrer- Sängerchor das Lied „Mit dem Herrn fang alles an". Hieraus fand unter Führung des Herrn Oberbürgermeisters und der Herren Architecten eine Besichtigung des Hauses statt. Wir gedenken in einer der nächsten Nummern aus die Einrichtung desselben zurückzukommen, verfehlen aber heute nicht, unsere Leser auf den Besuch desselben am morgenden Tage aufmerksam zu machen. An die Kinder, welche für die Folge in den hellen, luftigen und freundlichen Räumen unterrichtet werden, wurden zur Feier des Tages Bretzeln vertheilt. Locales und provinzielles. Gießen, 19. December 1891. — Das am 17. December ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 32) enthält u. A: Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Arznei-Taxe für die Apotheken des Großherzogthums betreffend. — Ein neues Gewehr? Der „Lauterb. Anz." schreibt: Ein junger Zimmermann vom benachbarten Angersbach hat die Zeichnung emes von ihm erfundenen Repetirgewehres bei der hessischen Regierung eingereicht. Das Gewehr soll wie seither eine Blechkapsel mit 11 Patronen aufnehmen und durch einen Druck mit dem Daumen, ohne Abfetzen des Gewehres, die neue Patrone vorgeschoben werden. Das Absetzen nach jedem Schuß, Auf- und Zumachen der Kammer und Ausspringen der Patronenhülse soll vermieden werden. Nach 11 Schuß wird die Blechkapsel mit den Hülsen durch eine andere ergänzt. Die Idee ist gut- bezüglich der practischen Verwerthung müssen wir das Gutachten der Techniker abwarten. Berstadt, 15. December. Von befreundeter Seite wird dem „Büd. Anz." mitgetheilt: Aus unserer Gegend sind in letzter Zeit vielfach Nachrichten von „Ueberfällen" verbreitet worden, die zu der Annahme führen könnten, als sei man hier seines Lebens nicht mehr sicher. Dem gegenüber möchten wir darauf. Hinweisen, daß bei keinem dieser sogen. „Ueberfälle" auch nur irgend Jemand zu Schaden gekommen ist, weder ein „Ueberfallener" noch ein „Stromer". Einzelne dieser Fälle, wie z. B. mit dem überfallenen Knaben und dem seines Geldes beraubten Manne sind überhaupt nur der Einbildung entsprungen. Bei dem Ueberfälle der Post, von dem allein der betreffende Postillon etwas zu erzählen weiß, sowie dem des Rechners Wolf wird nur erzählt, daß die betreffenden „Stromer" hätten mitfahren wollen. — Die Thätigkeit der Gendarmerie sowie der Ortspolizei ist hier eine so emsige, daß man zuversichtlich sagen kann, es kann hier Jedermann, sowohl bei Tag, wie bei der Nacht, ungefährdet seines Weges gehen. Auszug aus den Staudesau.isreg»fterw -er Stadt Greheu. Aufgebote. December: 15. Heinricb Maximilian Jobann Jacob Loh. Bäcker za Niedergirmes, mit Wilhelmine Befort >u Gießen. 16. Heinrich Lerch, Kutscher dahier, mit Elilabethe Rosenbecker dahier. Eheschließungen. December: 16. Johannes Ludwig Scharmann, Geschäfts- Reisender dahier, mit Marie Grasenftadt bierselbst. 16. Philipp Knoch, Oberkellner dahier, mit Marie Elisabeth Amalie Sonntag dahier. Geborene. December: 7. Dem Metzgermeister Heinrich Kiefer ein Sohn. 8. Dem Zimmermann Johs. Kuba ein Sohu. 8. Dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Heimer eine Tochter, Emmy Anna Luise. 9 Dem Metzger Christian Seum eine Tochter. 10. Dem Lokomotivführer Jobann Manns eine Tochter. 12. Dem Schuhmacher Heinrich Sckomber II. ein Sohn, Heinrich Johann Max. 12. Dem Vicefeldwebel Johann Philipp Berntheusel Zwillinge, eine Tochter und ein Sohn. 12. Dem Regimentsschuhmacher Karl Kräußlich eine Tochter. 13. Dem Schlosier Marcellus Galtnskt eine Tochter, Ottilie. 13. Dem Bahnarbetter Wilhelm Ude eine Tochter, Elise Katharine Jacobtne Karoline. 15. Dem Universitäts-Professor Dr. Konstantin Höhlbaum ein Sohn, Goswin Heinrich Max. 16. Dem Kaufmann Robert Ruff ein Sohn, Gustav Peter Robert. Gestorbene. December: 11. Henriette Münch, geb. Löll, 61 Jahre alt, dahier, Wtttwe von Oberförster Carl Münch. 14. Marte Katharine Flett, geb. Dietz, 43 Jahre alt, Ehefrau von Gastwirth Karl Emil Ludwig Flett dahier. 14. Ein Kind männlichen Geschlechts, 1 Tag alt, Sohn von Vicefeldwebel Philipp Berntheusel dahier. 14. Friedrich Jughard, 2 Jahre alt, Sohn von Fuhrmann Karl Jughard II. dahier. 15. Katharine Hansmann, 2 Monate alt, Tochter von Rangtrer Wilhelm Hansmann dahier. Auszug aus Öen Uirchenbücheru -er Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. «etrante. Am 12. December. Georg Appel, Spenglermetster zu Gießen, und Johannette Marte Moll, Tochter des verstorbenen Spengler- metsters Heinrich Moll zu Gießen. Am 16. December. Johannes Ludwig Scharmann, Geschäfts- Reisender zu Gießen, und Marie Grafenstadt, Tochter des Schuhmachermeisters Konrad Grasensladt zu Fretenseen. Getaufte. Am 13. December. Dem Schreiner Georg Beck eine Tochter, Frieda Georgine, geb. am 10. September. Dens. Dem Rangirer Wilhelm Hansmann eine Tochter, Katharine, geb. am 18. October. Am 17. December. Dem Taglöhner Johannes Kuba ein Sohn, Konrad Wilhelm, geb. am 8. December. Beerdigte. Am 13. December. Henriette Münch, geb. Löll, Wittwe deS verstorbenen Oberförsters Karl Münch zu Hohensolms, alt 61 Jahre, starb am 11. December. Am 16. December. Anna Marie Flett, geb. Dietz, Ehefrau des Gastwirths Flett, alt 43 Jahre, starb am 14. December. Schiffsnachrichten, Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 17. December wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land« und VolksuUrthschaft. Gieße«, 19. December. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochermrartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,20, Hühnereier 1 St. —, 2 St. 15—17 A, Enteneier 1 St.--A, 2 St. — A Käse pr. St. 7—9 A, Käsematte pr. St. 3 A, Erbsen pr. Liter 20 Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,00, Hühner pr. Stück X 0,85—1 00, Hahnen pr. St- X 0,70—1,20, Enten pr. Stück X 1,50-1,70, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-76 A, Kuh- und Rindfleisch 62—66 H, Schweinefleisch 60—70 A, Hammelfleisch 50—70 A, Kalbfleisch 54—60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 7,50—8,50, Weißkraut pr St- 4—10 A, Zwiebeln ver Centner X 6,50—7,50, Milch per Liter 12-18 A, Gänse 50-60 A. Brodpreise vom 2V. December 1891 bis 3. Januar 1892. 1 Kgr. (2 Pfd. 2 1 2 1 2 3 8 (4 (2 (4 (6 Bei den Bäckern. a Tafelbrod............. Tafelbrod ........ . 66 Weißbrod Weißbrod Schwarzbrot» 29 Schwarzbrot» Schwarzbrot) bei K. Haas, L. Kell, I. Lein 87 1 2 1 2 3 1 2 3 Bei de« BrodverkLnferrt. A Kgr. (2 Pfd.) Tafelbrod..............33 , (4 „ ) „ (2 „ ) Weißbrod „ (4 - ) „ ..............62 W (6 N ) „ • • ...........— , (2 „ ) Schwarzbrot» 29 - t < ..............58 F » ) N bei K- Heuser, I. Thomas 87 Gießen, den 19. December 1891. Großh. Polizeiamt Gießen. Fresenius. Lingesaudt. Gieße«, 18. December. Es dürfte vielen Gliedern unserer evangelischen Gemeinde willkommen sein zu hören, daß der Kirchenvorstand Nachbildungen der neuen evangelischen Kirche in photographischem Lichtdruck in Cabtnetformat bat anfertigen lassen. Ein Probebild ist im Erker der Ferber'ichen Unioersitätsbuchhandlung ausgestellt, die Bilder selbst kommen anfangs nächster Woche zur Ausgabe. Die Ferber'swe Unioersitätsbuchhandlung nimmt jetzt schon Bestellungen dafür entgegen, auch werden sie noch vor Weihnachten in den Häusern angeboten werden. Die Bilder sind sehr sauber und fein ausgeführt, und eignen sich daher sehr zu Weihnachtsgeschenken. Da auch der Preis sehr billig gestellt ist (50 Pfg.) und der ganze Erlös zum Besten der inneren Ausschmückung der neuen Kirche verwandt werden soll, so darf wohl eine Bitte, den guten Zweck durch den Ankauf dieser Bilder zu unterstützen, auf eine gute Aufnahme rechnen. 8. SIBittt fiühoi dre reichhaltigste Auswahl der gedie- gensten, modernsten Herren- und Knabenkleider, sowie vorzügliche Stoffe zur Anfertigung nach Maass und zum Verkauf nach Meter zu sehr mäßigen Preisen bei Gebrüder Stamm, Markt und Schulstraßerr-Ecke. Havelocs und Joppen aus wasserdichtem bayrischen Loden, sowie Schuwaloffs und Schlafröcke sind zu allen Prosen oonä'btfl und werden nach Maaß angefertigt. 7978 Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Afche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-D6pöt von G. Henneberg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Hans. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 9592 Bekanntmachung. Der mit Beginn des kommenden Jahres erfolgende Bezug des neuen Stadtknabenschulhauses an der Nordanlage wird Samstag den 19. d. M., Vormittags 10 Uhr, durch eine einfache Schulfeier in der Turnhalle der Schule begangen werden. Des beschränkten Raumes wegen ist es nicht möglich, zu dieser Feier weitergehende Einladungen zu erlassen, dagegen bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die neue Schule sammt Zubehör Samstag den 19. d. Mts., von 1 bis 4 Uhr, und Sonntag den 29. d. Mts., von 9 bis 4 Uhr, der allgemeinen Besichtigung (jedoch mit ausschließlichem Zugang von der Wetzsteingasse aus) geöffnet sein wird. Gießen, den 17. December 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 11055 Nutzholz Versteigerung im Arnstmrger Walde. Mittwoch, den 6. Januar 1892 sollen in den Districten Hardt, Seeberg, Hain und Kalkofen öffentlich versteigert werden: 14 Eichen-Abschnitte (Schnittholz von 36—72 cm mittl. Durchm.) mit 18,50 fm, 94 Eichen-Stämme (Schwellen-, Bau- und Wagnerholz von 20 bis 46 cm mittl. Durchm.) mit 49,70 fm, 15 Buchen Abschnitte (Schnitt- und Wagnerholz von 36—61 cm mittl. Durchm.) mit 15,10 fm, 112 Fichten-Stämme (von 13—41 cm mittl. Durchm.) mit 81,40 fm, 11 Kiefern. „ ( „ 21—30 „ „ „ ) „ 5,90 „ 3 Linden- „ ( „ 27—30 „ „ „ ) „ 1,10 „ 1 Kirschbaum-Stamm (30 cm Durchm.) mit 0,31 fm, 20 Fichtenstangen mit 0,80 fm, 5 rm Nadelholz-Nutzprügelholz, 6 n Linden-Rundscheitholz. Zusammenkunft: Vormittags 10 Uhr an der Peterseewiese. Arnsburg, den 18. December 1891. 11105 Grast. Forstverwaltung. Montag den 21. und Dienstag den 22. December, Vormittags von 10 Ubr und Nachmittags von 2 Uhr ab, versteigere ich im Gasthaus zum 11068 Wo»-. Kurz-, Spiel- und Galanteriewaaren, eine Parthie Tafel- «nd Taschenmesser, 200 Flaschen ffst. Go^nac, Rum und Liqueur, WM- Tischlampen, Schlittschuhe u. ogl.H. C. Werner. Durch den Unterzeichneten sollen acht Stück städtische eiserne Wasser- puwpen, welche durch die Anlage der Wasserleitung entbehrlich geworden sind, verkauft werden. Liebhaber hierzu können jederzeit Einsicht von denselben nehmen. Laubach, im December 1891. Großh. Bürgermeisterei Laubach. Jochem. 11077 Iettzevotenes. 11080] Waschmangel zu verkaufen- Ecke der Eder- und Steinstraße 36. 11101] Ein elegantes Sopha mit 2 Seffeln (Kameeltaschenstoff), 1 nußb. Pol. «thiffoni^re, 1 eleg. Schreibtisch, 2 Klappsessel mit Stickerei, 3 große prachtvolle Bilder in modernen Rahmen: »Christus auf dem Äeet*, „Abschied Christus von seiner Mutter", „Einnahme der Insel Alsen" sind preiswürdig abzugeben Asterweg 16. ar SLmmtliche Zaditn sind noch wie neu. TWB Frische Feemuscheln bei [11 Friedrich Wirtz, 63 SelterSweg 63. J. Ricker’sche Buchhandlung, Giessen 11089 empfiehlt aus ihrem Antiquariatslager folgende Werke: Falke, J. V., Die Kunst im Hause. Prachtausg. Mit 6 Farbendruckbildern, 50 Lichtbildern u. Tondruckplatten u. mehr als 220 Holzschn. Wien 1881. 4°. Orig.-Leinwandbd. mit Rothschnitt. Wie neu. (Mk. 80.) . . Mk. 24.— (xervinus, G., Geschichte d. 19. Jahrhdts. seit den Wiener Verträgen. 8 Bände. Lpz. 1855/66. Eleg. Halbfranz. Sehr schönes Exempl. (Mk. 66.40.) Mk. 28.— txrässe, J. G. Th., Lehrbuch e. allg. Literärgeschichte aller bekannten Völker von der ältesten bis auf die neueste Zeit. 4 Bände in 13 Abtheilungen. Lpzg. 1837—59. Eleg. Ppbd., weisses Glacßpapier mit Goldverzierungen, vergold. Rückentitel u. m.Goldschn., d. ersten 2 Abth. in Halbfranz. (Mk. 150.) Mk. 70.— Grote, G., Geschichte Griechenlands. Aus d. Engi. 6 Bände. 2. Aufl. m. Portr., Karten u. Plänen. Brl. 1880. Halbfranz. Neu. (Mk. 75.) . . Mk. 30.— Milton, J., Das verlorene Paradies. Deutsch v. A. Böttger, illustr. v. G. Dore. Lpz. 1879. Orig.-Lwdbd. m. Goldschn. Sehr gut erhalten. (Mk. 45.) Mk. 20.— Scherr, J., Germania. Zwei Jahrtausende deutschen Lebens, kulturgeschichtlich geschildert. Prachtausg. Stuttg. Fol. Gepr. Lwdbd., Rücken u. Ecken in Leder. (Mk. 70.)....... . Mk. 35 — WCStermanns Illustr. Deutsche Monatshefte. 1.—46. Band. Braunschw. 1856—79. Orig.-Lwdbd. Schönes Exempl. (Mk. 350.) . Mk. 70.— Versandt nach auswärts. Emballage frei und franco. Zn bevorstehenden Festtagen bringe mein Weinlager in empfehlende Erinnerung. Daniel Heil, 11102 Lindenplatz . •••••••••••••••••••••••* Meine Weihnachtsausstellung in großer, reichhaltigster Auswahl empfehle geneigtem Zuspruch 10919 Marktstr. 32. Conditorei Heinr. Kinkel, Marktstr. 32. Heute Sonntag den 20. December: 11103 __ Anfang 71/2 Uhr. Der Vorstand. Q) Q Schlesische Kümmelkäse wieder eingetroffen. [11092 0) CS Hermifchle Anzeigen. Neues Theater, Giessen CSX rrt s Das Verzeichnitz der Culturverande-) rungen, welche seit der vorjährigen Steuer- regulirung gewahrt worden sind, liegt, während der Dauer von 4 Wochen bei! Gr. Ortsgericht Gießen zur Einsicht der' Interessenten offen. Gießen, den 17. December 1891. £ 'M SM Großh. Ortsgericht Gießen. GroS. Adolf Geisse, vormals «. G. Windecker. 11085] Ein unmöblirtes Zimmer inmitten der Stadt zu miethen gesucht. Schrifil. Offerten befördert die Exped. d. 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Todes-Anzeige. , Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass unsere liebe gute Schwester Hermine Lang i heute Vormittag 9 Uhr nach kurzem, schweren Leiden im 63. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Geschwister. iiu-lj Em kleines Mansardenlogis zu oermiethen. Eck«- der Eder- und Steinfiraße 36. 11096] Ein möbltrtes Zimmer zu ver« «ietben. Steinstratze bO. 3MF Der Börsen • Wochenbericht des Herrn E. Wafferschleben mntzte wegen Raummangel für die nächste Nr. zurückgestellt werden. 10662] Der heutigen Nummer liegt eine Extrabeilage der Herren Julius Bach und Wilhelm Reiber in Gießen bei. Nedaction: A. Scheyd». — Drud imb Berlao der Brhhl'scheu Dnrckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seite«.