REIS TAERKE s Fabrikat zum Stärken mpfiehlt [1321 Fischbach. !^° wtftejr 8 te§. ' 250 an We®TPe= ^SlSS"" &"ÄÄ lää4 r freiintf. unb gut möbl- lidgeu. Labnstraße 10. Flora. iber: ft eingelabrt. »eß, Partner, Liebig« E c VsHavb. ihaui. * Damen ohne r>er Vorstands •ichti ,g MeidengaM tgegenb **' eicht. (cit U w 7 MtM >eI 189L -«ist ®’jo 3T.*> ,U' 40525 ISS lct- 1255» S** s 6* al > M 1» e<4““’ MF Nr. 219. Zweites Blatt. Sonntag den 20. September 1891 M« Wk*n M*« «HchMtüglich, *tt faMw das Stcnteel. Wt Gtr-rnrr •Mm Hm »nutzer Mchmtttch bwimel MieUfL Gießener Anzeiger Kenerat-Unzeiger. dtcrWthrth^fTd Ihnnutbitd^ 2 M«rk 20 Wt. *U Bringedoin. Durch die Post be|efet 2 Mark 50 W Äebectwn, tfl»eMMe unb Druckerei: HerujPrecher M. Amts- uttb Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. MlWimi»»! m» ui Hilf-.'-- . ■' i»w^ ii ww?—b—yt—■—uMjjBmgAUMMBrijaMMaasmawiwr^Pi1 !■ ' »- h» - v>R.*ntttM* f«t»« ck.raNsK-ii'm»,- Atcftwrr I -s»«» *«*”*• »*• fstyabm Tag erfcheinenHn Kummet bi, vorm. 10 Uhr. ^4444431H:4l4l|JC. ^4£^<44C4 ^1441444 IC UV 4U44CI« I «u-ebgeu Mr den .Gießener ln|ti|er* mtyt** —W—W^WMM^WWWWAWWWWN!I» WV A»ZM>M' .1. «MMMSNMNWWWUWMWSWMWWWWWMMMMWW^MW» Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betr. Ursprungszeugnisse für Waarensendungen nach Rumänien. Aus Anlaß eines Specialfalls ist Seitens der Königlich rumänischen Regierung darauf hingewiesen worden, daß in den deutschen Ursprungszeugnissen für Waarensendungen nach Rumänien die nach dem vereinbarten Formular erforderlichen Angaben über den Ursprung der Waare mehrfach der hinreichenden Bestimmtheit ermangeln. Insbesondere sind häufiger Undeutlichkeilen dadurch entstanden, daß unterlassen worden ist, in dem Formular die Worte, welche aus die eingeführte Waare keine Anwendung finden, zu durchstreichen. Da Versäumnisse solcher Art die Versagung der Anerkennung der Ursprungszeugnisse zur Folge haben können, so machen wir hiermit die beteiligten Kreise hierauf aufmerksam. Gießen, den 17. September 1891. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. politische Wochenschau. Gießen, 19. September. Den Erörterungen über die Verhältnisse der Volks ernährung im Erntejahr 1891/92 ist durch eine Mittheilung des „Reichsanzeiger" über das in diesem Jahre nach kürzlich gemachten Schätzungen zu erwartende Roggendeficit eine neue Unterlage gegeben worden. Die amtliche Statistik unterscheidet bekanntlich zwischen zwei Arten von Ernteschätzungen, nämlich zwischen vorläufigen, welche gewöhnlich zuerst im Juli und dann im October stattfinden, aber nur in Preußen veranstaltet werden, und definitiven Ernteermittelungen, welche das Reich im Februar jeden Jahres anzustellen pflegt. Dieses Jahr hat man unseres Wissens zum ersten Male die zweite vorläufige Abschätzung schon im September eintreten lassen, wahrscheinlich weil man sich bei Zeiten über die Größe der vorhandenen Vorräthe Klarheit verschaffen wollte. Es hat sich nun bereits jetzt ergeben, daß in diesem Jahre, obwohl — wenigstens nach den Informationen des Reichsanzeigers — von jedem Hectar im Durchschnitt genau soviele Kilogramm Frucht geerntet worden, wie im vorigen Erntejahre, der Ausfall an Roggen für Preußen im Vergleich mit den vorjährigen Octoberermittlungen 7,3 pCt. ausmacht und bei Abzug des gleichen Aussaatquantums sogar 9,11 pCt. beträgt. Zu berücksichtigen hat man hierbei, daß die vorläufigen Ermittlungen, hinter denen in den Jahren 1885—90 das wirkliche Ernteergebniß jedesmal erheblich (im Durchschnitt um 23pCt.) zurückgeblieben ist, in diesem Jahre sicherlich noch unverhältnißmäßig viel mehr die Wirklichkeit hinter sich zurücklassen werden, sodaß das Roggendeficit in Wahrheit noch mehr als 9,11 pCt. der letzten Ernte darstellen wird. Aber auch wenn man den Ausfall an Roggen für ganz Deutschland unter Zugrundelegung der oben angegebenen 7,3 pCt. berechnet, erscheint die Lage schon recht unerfreulich. Denn auch so erhalten wir ein Manco von 5*/, Millionen Doppelcentnern Korn, wenn wir nicht gerade annehmen wollen, daß die Ernte in den nichtpreußischen Ländern die preußische wesentlich übertrifft. Unter der Einwirkung dieser durch den Reichsanzeiger geschaffenen klaren Erkenntniß der Sachlage hat das Sinken der Preise an der Berliner Productenbörse einigermaßen nachgelassen und sind sogar an zwei Börsentagen erneute, wenn auch geringfügige Preissteigerungen eingetreten. — Eine sehr betrübende Nachricht ist am letzten Samstag aus Deutsch-Ostafrika in Berlin eingetroffen und von amtlicher Seite bestätigt worden. Danach ist das Expeditionscorps des Premierlieutenants Zelewski am 17. August in Uheha von den Wahehe total ausgerieben worden und sind etwa zehn Europäer gefallen oder in Gefangenschaft gerathen. Zu den bisher vermißten Mitgliedern der Truppe gehört auch der Führer des Corps Zelewski. Die erlittene Niederlage ist die schwerste von allen, welche uns seit Jnaugurirung der Colonialpolitik betroffen haben und wird nach dem Urtheil des mit den Verhältnissen in Afrika vertrauten Grasen Pfeil sehr schlimme Folgen nach sich ziehen. Das deutsche Prestige, meint dieser, werde gewaltig sinken, der Handel im südlichen Theil des Schutzgebietes auf lange Zeit wieder gedrückt werden und Nachhilfe in irgendwelcher Richtung durch Entsendung friedlicher Expeditionen sehr erschwert sein. Er räth deshalb entschieden, sich vor der Hand durchaus auf den unbestrittenen Besitz in der Küstennähe zu beschränken, die kostspielige Schutztruppe dadurch unnöthig zu machen und an ihrer Stelle eine bloße Polizeigewalt zu etabliren. Zugleich müsse dafür gesorgt werden, daß dem persönlichen Ehrgeiz einzelner Führer in Zukunft keine Concessionen mehr gemacht würden. Die Dardanellenfrage hat auch noch in der verflossenen Woche die Aufmerksamkeit aus sich gerichtet, vornehmlich allerdings infolge eines dreisten Börsenmanövers irgend eines griechischen oder levatinischen Börsenspeculanten, der der staunenden Welt die sensationelle Nachricht zukommen ließ, daß die Engländer ein kleines dem türkischen Reiche zugehöriges Inselchen mit bewaffneter Mannschaft besetzt hätten, um gegen die Türkei wegen deren Nachgiebigkeit Rußland gegenüber nachdrücklich zu demonstriren. In Wahrheit war, wie sich alsbald herausstellte, die Mannschaft eines englischen Geschwaders lediglich zu Uebungs- oder Erholungszwecken ans Land gegangen. Immerhin bleibt es für die gegenwärtige politische Situation characteristisch, daß ein so plump ersonnener Scherz von ernsten Zeitungen und Männern vollkommen ernst genommen worden ist. — In China haben sich die Verhältnisse mittlerweile immer schärfer zugespitzt. Die Feindseligkeit der Eingeborenen gegen alles Fremde wächst immerzu und läßt eine Wiederholung von Gewaltthätigkeiten gegen die Europäer befürchten, ohne daß sich die chinesische Regierung gemüßigt findet, eine etwas weniger schlaffe Haltung zur Schau zu tragen. Die Langmuth der Mächte scheint denn auch endlich völlig erschöpft zu sein. Namentlich beabsichtigt England mit bewaffneter Hand einzugreisen, sowie neue Unruhen ausbrechen sollten. Zu diesem Zwecke gedenkt man die Zahl der in den chinesischen Gewässern stationirten englischen Schiffe zu verwehren. Es heißt, daß die übrigen Mächte vollständig im Einvernehmen mir England handeln würden. Pcrwtticbics. * Aus de« oberen Rheingau, 15. September. Die Frühobsternte ist als beendet anzusehen. Das Steinobst wird kaum mehr gefragt, ebenso gebt es mit dem frühen Kernobst, das sich nicht lange hält. Der Preis ist so niedrig, daß sich kaum mehr das Abmachen lohnt. Das Hauptgeschäft wird eben in Zwetschen gemacht. Ihr Preis ist ein verschiedener. Die Eierzwetsche stellt sich im Gentner auf 8 bis 10 Mk., die italienische Zwetsche aus 5 bis 6 Mk. und die eigentliche Haus- oder Dornzwetsche aus Mk. 3.50. Pfirsiche werden zu 40 bis 45 Pfg. das Pfund verkauft. Die gegenwärtige heiße Witterung kommt der Veredelung des Obstes und der Weintrauben sehr zu statten und fördert auch die Ausreife des Rebholzes, was für das nächste Jahr von großer Wichtigkeit ist. * Frankfurt o* M., 16. September. Der erste heute Vormittag in der Stadthalle eröffnete Ob st markt war nicht in dem Maße beschickt, wie man erwartet hatte- vor allen Dingen fehlten die Verkäufer vom Lande, die äugen- Feuilleton. Dic Dsmc in Meergrün. Eine Scizze aus der Gesellschaft. (Nachdruck verboten.) Die Salons des X.'schen Generalconsuls zu Berlin waren durchfluthet von einem Meer von Licht. Die Generalconsulin gab ihren dritten Gesellschaftsabend der letztjährigen Wintersaison. Die ausgesucht eleganten Räume waren überfüllt. In der Victoriastraße standen die Equipagen in langen Reihen. Der Strom der Gäste, der sich die breite, teppichbelegte Treppe herauswälzte und in die weitgeöffnete Flügelthür des Vorsaales hinein ergoß, schien kein Ende nehmen zu wollen. Für jeden einzelnen dieser Gäste hatte die Dame des Hauses ein liebens- würdiges Wort des Empfanges, für die meisten auch einen Händedruck. „Ab, sieh da!" „Wie freue ich mich, Sie zu sehen!" „Seien Sie mir herzlich willkommen!" „Auch Sie, der sich so rar macht wie ein Phönix!" „Willkommen, Frau Baronin, willkommen!" „Ah, Herr Professor, wie geht es Ihnen?" „Da sind Sie ja endlich, Frau Geheimrath!" „Ihr Sohn, Herr Major, kommt der nicht auch?" „Ei, welche reizende Blumen, gnädiges Fräulein!" „Wo bleiben Ihre Töchter, Frau Commerzienräthin?" „Wie befinden Sie sich, Herr Gras?" „Das ist schön von Ihnen, Frau Director!" „Kalt ists draußen? Das glaub ich." „Guten Abend, Ex- cellenz! Wie gütig, daß Sie kommen!" So kam es unaufhörlich aus den Munde der Generalconsulin. „Lassen Sie mich einen Augenblick hier bei Ihnen verweilen," flüsterte ein weißköpfiger, vornehm aussehender Herr der Gastgeberin zu. „Ich möchte gern sehen, wer die Dame ist, die soeben mit uns hereinkam. Ein wundervolles Geschöpf, sage ich Ihnen. Eine ganz exquisite Schönheit!" „Meinen Sie vielleicht die Frau v. B., Herr Baron? Oder das Fräulein Z. ? Ist sie blond ? Vielleicht die Frau W. ? Nein? Oder das Fräulein A. vom königlichen Theater? Auch nicht? Nun, dann müssen Sie schon warten, bis ich sie gesehen habe." „Da — dort kommt sie. Die mit dem hellblonden Haar! Dort — sie geht neben den Töchtern des Eisenbahndirectors G." In diesem Augenblicke aber hatte die herankommende Schönheit das Malheur, ihren Fächer fallen zu lassen, und in der hierdurch entstehenden kurzen Verwirrung überhörte man den Namen der Dame, die in so hohem Grade die Aufmerksamkeit des Barons erregt hatte. Dieselbe begrüßte die Hausherrin mit einer leichten Verbeugung und berührte dann deren dargebotene Hand. Ihr Haar war auffallend hellblond, fast schwefelgelb, ihre Gesichtsfarbe wunderbar zart und weiß, ihre Augen vom lichtesten Grau. Die Generalconsulin sagte ihr in der Eile ein verbindliches Wort, wobei sie sich vergeblich den Kopf darüber zerbrach, wer diese schöne Fremde wohl sein könne. Gehörte sie zu den Geladenen? Während sie sich dann zu dem Eisen- bahndirector und dessen Töchtern- wendete, rauschte die Unbekannte nach einer leisen, unverständlichen Entgegnung dem großen Salon zu. Die Hausherrin blickte ihr nach. Die Fremde verneigte sich gegen Jemand, gleich daraus wieder und dann noch einmal. Dem Anscheine nach hatte sie also Bekannte unter den Anwesenden. Der Baron wechselte einige Worte mit dem Eisenbahn- director und als dieser mit seinen Damen passiert war, trat er wieder an die Generalconsulin heran. „Eine Schönheit ersten Ranges, nicht wahr?" sagte er eifrig. „Ihren Namen aber überhörte ich." „Auch ich verstand denselben nicht," versetzte die Wirthin, „außerdem erinnere ich mich nicht, die Dame gesehen zu haben. Sie wird mit einer meiner Töchter bekannt oder befreundet sein und so eine Einladung erhalten haben. Zwar habe ich die Karten alle durchgesehen, aber mein Gedächtniß läßt mich jetzt manchmal im Sttch. Ich darf hier meinen Platz noch nicht verlassen- wenn Sie eine oon meinen Töchtern sehen, Herr Baron, die Adelheid oder die Ellen, wollen Sie dieselbe zu mir herschicken? Ach, da kommt mein Mann! Alexander, geh doch einmal in den blauen Salon und sage mir dann, wer die Dame mit dem auffallend hellblonden Haar ist." „Hm," machte der Generalconsul. „Blondinen gibts dort drinnen äutzendweis." „Kommen Sie, ich will Ihnen die Betreffende zeigen," sagte der Baron, der vor Neugierde brannte. Die Herren gingen davon; allein wie die auf Kundschaft aus der Arche entsendeten Raben kehrten auch sie nicht zurück. Die Viertelstunde verging, dann sagte sich die Dame des Hauses, daß sie nunmehr als Wirthin im Vorsaale ihre Schuldigkeit gethan habe, und erschöpft zog sie sich aus einige Augenblicke zurück. Sie vergaß die Unbekannte - ein Zufall führte ihr spater erst ihre älteste Tochter in den Weg. „Da bist Du ja, Adelheid," sagte sie. „Ich wollte Dich etwas fragen, 'habe aber wieder vergessen, was es war. Ach ja, jetzt fällt mirs wieder ein. Wer ist denn eigentlich — jetzt sehe ich sie nicht — doch, dort drüben steht sie, — wer ist denn eigentlich die hellblonde Dame da neben dem Spiegel?" „Die in Meergrün? Das weiß ich nicht, Mama." „Ich weiß es auch nicht, ich meinte aber, daß sie Dir bekannt sein würde. Schicke mir Ellen her." Es vergingen zwanzig Minuten, ehe die jüngste Tochter vor ihrer Mutter erschien. Die Meergrüne hatte sich inzwischen in den nächsten Salon begeben. „Ich weiß, wen Du meinst, Mama, aber ich kenne sie nicht. Sie hat Haar wie früher meine Puppe trug und dazu ein Kleid so grün wie unreife Pflaumen." „Ganz recht." „Ich weiß nicht, wer sie ist." (Fortsetzung folgt.) $ y'j r« bet beste» gute i kaufe» Sch.z Ä ich der '»„Ari “itt «28$ /N QJ/ Z 1 M 2t; unerrei Differe’ Leinen Türken-Loose. ??Ocwbtt?SNl? 8051 Ausverkauf ru wesentlich ermäftioren Prisen. 7978 « ö o öS’p 8196 5916 Zu haben In Glessen bei C. Fr. Conrad. alle Nüancen. alle Arten brauchter Herd 8285 0082 Vereine, schasten Frees & Tasche, G i etze « , Seltersweg 53. — In hunderttanfende von Familien hat sich das Ver- sandgeschast Mey & Edlich in Leipztg-Plagwitz nicht nur einzuführen, sondern vor Allem dauernd einzubürgern gewußt. Erreicht ist dies einzig durch unentwegtes Festhalten an dem (Grundsätze, nur gute, brauchbare Maaren zu möglichst niedrigen Preisen zu liefern, und durch das fortgesetzte Bestreben, stets vom Neuesten das Beste der schon vorhandenen Waaren-Auswahl hinzuzufügen. Den besten Beweis hierfür liefert der soeben erschienene Herdst- Catalog des genannten Geschäfts; die Menge der in demselben durch zahlreiche Abbildungen veranschaulichten Artikel ist ganz erstaunlich. Es liegt im Interesse des Einzelnen, wie jeder Familie, sich den erwähnten Eatalog kommen zu lassen. Das Versandgeschäft Mey & Edlich in Leipz-g-Plagwitz versendet denselben auf Verlangen überallhin unentgeltlich und potoftei. 12. Hefte gediehen. Die anziehendsten, aber auch schwierigsten Fragen» mit welche« sich die Menschheit beschäftigt, werden hier auf Grund umfassender Vorarbeiten und eines ungeheuren, von den Gelehrten aller Länder gesammelten Materiales abgehandelt. Seit wann tft die Erde von Menschen bewohnt? Wie entstand unser Geschlecht und wie verbreitete es sich über den ganzen Planeten, ungleich den Thieren und Pflanzen, welche wir überall nur in gewissen beschränkten Wohn- oder Standorten heimlich finden? Welches war die physische und geistige Beschaffenheit der verschollenen Generationen, von welchen lange Zeit nur Sage und Mythus trügerische Kunde gaben, bis eS gelang, Werke ihrer Hand, ja sogar ihre leidlichen Reste, wieder aufzufinden? Stimmen diese Documente mit den religiösen Ueber- lieferungen der verschiedenen Volker? Wo und wie entstand zuerst das Lickt einer höheren Cioilisation und wie wurde dieselbe über die Erde ausgebreitet? Welche Rolle spielt unser heute so hervorragender Erdtheil in der Urzeit? Wann und wie tauchen die einzelnen Länder- räume desselben, unsere spectellm Heimathgebicte, zuerst mit den Zeugnissen der Anwesenheit und fortschrittlichen Thätigkeit menschlicher Bewohner aus dem Dunkel der rein geologischen Urzeit empor? Die Geschichte beginnt mit den ältesten glaubhaften Nachrichten, die unS durch geschriebene Denkmale überliefert sind. Naturgemäß ist man in dem einen Lande früher, in dem anderen später an die Aufzeichnung geschichtlicher Ereignisse geschritten. Aegypten, Assyrien und Babylonien liefern uns schon lange Königsrethen, während Rom noch nicht einmal erbaut war. Dann vollzog sich in Italien und den übrigen Küstenländern des Mittelmeeres ein gewaltiges Stück Weltgeschichte, während die Nationen am Rhein und an der Donau noch tief in ihrer namenlosen Prähistorie steckten. Im Norden und Osten Europas dauerten die vorgeschichtlichen Zustände noch viele Jahrhunderte über Christi Geburt hinaus und in manchen außereuropäischen Erdraum dauern sie noch heute fort. Die Urgeschichte führt uns also auf einer langen und umfangreichen Wanderung durch fast unermeßliche Zeit- und Länderstrecken. Der hohe Stand der Wissenschaft in unseren Tagen ermöglicht eine Fülle von Aufschlüssen auch auf diesem Gebiete und somit darf eine rege Theilnahme für dieses Buch in allen Kreisen des gebildeten Publikums vorausgesetzt werden. W Literatur utib Kwnft — Die Heffen-Darmstädtischen Regenten. Originalzeichnung von Peter Halm. Verlag von I. Diemer in Mainz. Der Geschichtsunterricht hat es sich zur Aufgabe gemacht, die großen Begebenheiten aus dem Leben des deutschen Volkes mehr, als es früher geschah, in den Schulunterricht einzubeziehen. Unter den gleichen Gesichtspunkten verdient die Landesgeschichte gefördert zu werden. Ein guter Theil unserer nationalen Kraft ruht in der Eigenart der verschiedenen Stämme Deutschlands. Von den Landschaften und Stämmen aber sind unzertrennlich unsere alten deutschen Fürstengeschlechter. Die großen Ereignisse bei Gründung des neuen deutschen Reiches haben unsere Völker und Fürsten abermals aufs Innigste mit einander verbunden. Die Geschichte unserer Fürstenhäuser zu pflegen, ist darum heute von erhöhter Bedeutung. Als das geeignetste Hilfsmittel für unser Großherzogthum erschien der Verlagshandlung von I. Diemer in Mainz die Fürstentafel unserer hessischen Regenten; sie beginnt mit dem Ahnherrn Philipp dem Großmüthigen und ist über zwölf Glieder der Darmstädtischen Linie bis zu dem regierenden Großberzog Ludwig IV. fortgesührt. In künstlerischer Umrahmung, welche von P. Halm entworfen wurde, schließen sich die Bildnisse zu einem prächtigen Ganzen zusammen. Es sei besonders hervorgehoben, daß die Porträts in einheitlicher Behandlungsweise für diesen Zweck gezeichnet sind und der Gesammt- erscheinung sich durchaus harmonisch einfügen. Den einzelnen Fürstenbildern sind die besten Abbildungen der Zcit zu Grunde gelegt. Durch die characteristischen Züge und die eigenartige Tracht prägm sich die mit Namen und Regierungszeit bezeichneten Bildnisse leicht der Erinnerung ein. Schule und Haus, sowie wettere Kreise werden dieses monumentale Geschichtsbild mit Vortheil gebrauchen. — Die Urgeschichte deS Menschen nach dem heutigen Stande der Wisser.fchaft. Von Dr. Moriz Hoernes. (Mit über 800 Abbildungen im Texte und 20 ganzseitigen Illustrationen.) A. Hartlebens Verlag. Wien, Pest und Leipzig. In 20 Lieferungen L 50 Pf. Das Werk „Die Urgeschichte des Menschen" ist bis zum I. Rothenberger, Lindenplatz 8 bringen die genauen Abschlüsse von 1072 Creditgenossen- schasten mit 518 003 Mitgliedern und über 145 Millionen eigenem Vermögen. Der Anwalt konnte einen regelmäßigen Fortschritt in der genossenschaftlichen Bewegung bekunden. * Posen, 15. September. Gestern Nachmittag explo- dirte zwischen Monlwy und Jnowrazlaw ein aus einem Wagen liegendes Fäßchen Schießpulver. Der Kutscher wurde in Stücke gerissen und der Sohn des Kausmanns Davidsohn, welchem der Wagen gehörte, erlitt lebensgefährliche Verletzungen. * Die 2,50 Meter hohe Krone, welche auf der Kuppel des neuen Reichstagsgebäudes am Sedantage enthüllt wurde, kostet, wie die „N. A. Ztg." erfährt, rund 6000 Mk. Die Vergoldung ist mit reinem 24karätigen Blattgold vorgenommen, während gewöhnlich nur 6karätiges gebraucht wird. * Von der Menge des Schweinefleisches, das jährlich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika verarbeitet und von dort auf den Weltmarkt gebracht wird, kann man sich bei uns zu Lande kaum einen Begriff machen. So belief sich beispielsweise allein in einem einzigen derartigen Geschäfte, in demjenigen des sogenannten Schweinefleisch-Königs Philipp Armour zu Chicago, der Umsatz des letzten Jahres auf 63,000,000 Doll. scheinlich eine juwartende Stellung einnehmen und erst die Entwickelung der Dinge abwarten wollen. Dann sind die Termine nicht glücklich gewählt,- unter allen Umständen hätte bei der diesjährigen späten Reife aller Früchte der erste Markt nicht vor Ende September stattfinden dürfen- der zweite aber müßte in den ersten acht Tagen des Octobers, nicht Mitte October abgehalten werden. Die Kgl. Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim, die hauptsächlich Ursache der frühen Abhaltung des Marktes ist, hat sich wider Erwarten gar nicht betheiligt. Wie berichtet wird, ist sie nicht in der Lage, in diesem Jahre einen Obstmarkt mit Proben beschicken zu können. Eine prächtige Mustercollection in Obst hatte Herr Franz Hohm-Gelnhausen mit 23 Sorten Aepsel und 8 Sorten Birnen, eine Sorte schöner als die andere, an den Markt gebracht, und zwar lauter Tafelobst von hochstämmigen und Pyramiden-Bäumen, von denen sofort Ankäufe, u. A. der Centner Aepsel für 18 Mark, gemacht wurden. Es waren im Ganzen etwa 300 Sorten Obst, hauptsächlich Aepsel und Birnen, zum Verkauf ausgestellt und zwar in Mengen von 50 bis 5000 Kilo. Letzteres Quantum war eine Wiesenbirne, die Herr H. Schlegel von Oestrich gesandt hatte. Außer dem Obst waren verschiedene Obst- producte ausgestellt: von I. Fromm hier Beerweine und Schaumweine, von Gebr. Freyeisen hier Aepselwein und Aepselwein-Champagner, von Franz Süß hier Beerwein und Obstsäste, von Dr. Otto Krast-Schierstein Beerweine und -Mousseux, von Ferd. Riedel-Sulzbach a. H. Himbeersaft und von Franz Scior-Erbach i. O. Zwetschenbranntwein. Der Besuch war ein sehr lebhafter. Es fehlte nicht an Kaufliebhabern, die gerne zugegriffen hätten, wenn genügende Zufuhr am Markte gewesen wäre. * In Gera tagte der 32. allgemeine Vereinstag der Erwerbs- und Wirthschaftsgenoffenschaften. Die Hauptaufgabe des Vereinstags ist die Revision der Statuten. Dem vom Anwalt Schenck erstattenen Bericht ist zu entnehmen, daß am 1. Mai d. I. verzeichnet waren 7608 Genossenschaften, darunter 3910 Creditgenoffenschaften, 2664 Genossenschaften in ten Fabriken zu soliden Preisen. Klavierstimmen und Reparaturen X Leihanstalt von Pianos etc. A m Gg. Dtr. Gebauer, ©A Pianohandlung, Seltersweg 67. IC Haupt«Trefferr FreS. 400,000.— Kleinster , , 400.— Stets vorräthtg bei Schulhof & Co., Bankgeschäft Gießen, Marklftraße 4. Frankfurt cu M., Zeil 69. * Da8 Ende eines Spielers. Ungarische Blätter berichten über den unter tragischen Umständen erfolgten Tod eines jungen Mannes, des Sohnes eines Millionärs. Eduard Machlup, ein 25jähriger Mann, war in dem Leder-Etablissement seines Vaters in Budapest als Bureauchef angestellt. Als einziger Sohn des Millionärs hatte er eine sorgfältige Erziehung genossen und Weltreisen unternommen, bis er in das väterliche Geschäft eintrat. Machlup gerieth bald in die Gesellschaft junger Lebemänner, lernte den Reiz aufregenden Spieles kennen und contrahirte eine Spielschuld von 20,000 fl., welche sein Vater deckte. Das Taschengeld des jungen Bureau- chess wurde nach diesem Vorfälle auf 30 fl. monatlich redu- cirt. Er konnte die Leidenschaft des Spieles jedoch nicht lassen und verlor kürzlich an einen Freund Namens Sarkany im „Macao" die Summe von 4500 fl. An dem nächsten Spielabend gewann er diese Summe zurück, ließ sich jedoch von dem Spiele hinreißen und verlor wieder an denselben Freund 11,000 fl., an einen andern 4000 fl. Er stellte Bons über den Verlust aus und verpflichtete sich binnen vierundzwanzig Stunden zu zahlen. Es gelang ihm nicht, diese Summe aufzutreiben und als sein Vater, dem der Trübsinn des Sohnes ausgefallen war, in ihn drang, entdeckte er sich ihm. Der Advocat der Familie wurde nun beauftragt, die Angelegenheit zu ordnen. Die Schuldner jedoch, welche Ungelegenheiten befürchteten, erklärten, Machlup sei ihnen nichts schuldig. Als der junge Mann dies erfuhr, nahm er Gift und an den Folgen der Vergiftung starb er. * Der Entwurf zum Trunksuchtsgesetz beschäftigt naturgemäß auch die — studentischen Kreise. So bringen die „Burschenschaftl. Blätter" ein Gedicht, in welchem der Studio auf die Geldstrafen des § 18 verwiesen wird : „Nun brauchst du nicht dazu allein dein Geld, damit du fidel kannst zechen, nein, weil du trankst, und zwar zu viel, dafür sollst du jetzt blechen! Der Studio schmunzelt vergnügt und denkt: Ich weiß, was ich davon halte! Pah, ob ich bleche, damit oder weil — bezahlen muß ja der Alte!" Wegen demnächstiger Verlegung meines Geschäftslocales nach Bahnhofstraße 29 verkaufe ich Photographie- und Bilderrahmeu, Wandspiegel, Toilettenspiegel, gerahmte Knnst-Oeldruckbilder re. StF* zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Einrahmen von Bildern, Photographien ?c. in solidester Ausführung und billigster Berechnung. 6247 Otto Hochstätten, Marktstraße 28. Daheim 1892. 4wra,f,i!S<|MartaIiürneueAbonnenten. Am 1. October eröffnet eins unserer besten und interessanteften illustrierten Journale, das Daheim, einen neuen Jahrgang und ein neues Abonnement. Wir liefern neu eintretenden Abonnenten das erste Quartal des neuen Jahrgangs (October December 1891) gratis, wenn dieselben auf den Rest des Jahrgangs fest abonniren. , r o . SMF Preis pro Quartal 2 Mk. Fehsenfeids Univ.-Buchhandlung, Kunsthandl. und Antiquariat Mlgeöoienes. 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Der allgemeine Verband enthält jetzt 1422 Genoffenschaften, darunter 1046 Credit- und 301 Consum- Den 33 Unterverbänden gehören 1327' Genossen- Universität» • Nachrichten. -- Professor Dr. Löffler von Greifswald hat den an ihn ergangenen Ruf für den hygienischen Lehrstubl in Marburg abgelehnt- Die „Deutsche medicinische Wochenschrift" bemerkt hierzu: „Es ist bemerkenswertb, daß, obgleich die Professur für Hygiene in Marburg etatsmäßig ist, während dies in Greifswald, der zweitgrößten medicinischen Facultät in Preußen, nicht der Fall, glücklicherweise eine Lehr- und Forscherkraft von dem Range Löfflers doch der medicinischen Facultät in Greifswald erhalten bleibt. nach wissenschaftlichen Erfahrungen hergestellt, ist das einzige reelle, in seiner Wirkung unübertroff. Mittel z. Pflege u. Beförderung eines vollen u. starken Haarwuchses u. z. Erlang, eines flotten u. kräftigen Schnurrbartes. Erfolg, sowie Unschädlichkeit garantirt. Man hüte sich vor werthl. 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Programm, Statuten, sowie das Verzeichniß aller seitherigen Schüler stehen gratis und franco zu Diensten- [8111 an. Die statistischen Tabellen des Jahresberichts ‘“"Sä*. -nd J“ ist Ä4t S"Ä$ 5’?11« l,1 wieder auf* ■n ttfylgfen Heber: »Äe :{^®M eepot? en N-chrlchtm, die ^turgemij t|i 1 Mer «nbtiM- gm.Wri.npnb "ffl ■•Jnitb Rim M 'n Italien mb «MWttgei ®tüf l”V’mb'r D°nm unb ÄWi Pech Diele 0 ’n wsnLm außer- B01 WaMlumdurck $er hohe 6tenb der W von AMMn e rege Theilnahme iLr libiikums öorau8ßek%t ichten. Jdlb hat dm an ihn in Marburg abgelehnt, merkt hierzu: „Es ist für Hygiene in Mar- wald, der zweitgrößten er Fall, glückltchenveiff Afflers doch der ruedi- ibt. »ächße Ziehung l. Octoder 1891. OOO- 8051 vanlgtschäst M., M 69. 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September bei dem unterzeichneten Vorstande oder einem der nachbenannten Mitglieder der Ausstellungs-Commission 1) Herrn Gutsbesitzer Schlenke zu Gießen, 2) „ Oeconom Helfrich zu Gießen, 3) „ Oeconom Georgi zu Gießen einzureichen. Es wird hierbei darauf aufmerksam gemacht: 1) Daß bei Bestellungen von Mitgliedern des landwirthschastlichen Bezirkvereins, welche den Betrag von 30 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transports der Saatsrucht bis zur Eisenbahn- Station Gießen auf die landwirthschaftliche Bezirksvereinskasse übernommen werden, daß dagegen bei größeren Bestellungen die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports des Saatgutes insoweit zu übernehmen haben, als die Bestellung den Betrag von 30 Mk. übersteigt. 2) Daß Bestellungen von Landwirthen des Kreises Gießen, welche nicht Mitglieder des landwirthschastlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgesührt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht vorher noch Mitglieder des landwirthschastlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behufe bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Aus- führung ihrer Bestellung zu vergüten. 3) Daß die Zahlung bei Empfang der Frucht alsbald zu erfolgen hat, falls nicht die Gemeinde die Zahlung der Frucht für ihre Gemeindeangehörigen übernimmt. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lasten, Anmeldungen entgegenzunehmen und mit der Erklärung des Gemeinderaths, ob die Gemeinde die Garantie für die Zahlung der Frucht von Seiten der betreffenden Gemeinde-An- gehörigen übernimmt, bis zum 20. September l. I. an den Unterzeichneten einzusenden. Die Gemeinde hat dann den Kaufpreis innerhalb drei Wochen an den landwirthschastlichen Bezirksverein zu entrichten und denselben von den Empfängern der Frucht wieder erheben zu lassen. Gießen, den 7. September 1891. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins. Jost. Saatausstellungs-Ordnung für die am Mittwoch den 30. September 1891 auf Lonys Felsenkeüer in Gießen stattfindende Saatausstellung. Als Aussteller wird nur Derjenige zugelassen, der fich nachstehender Ordnung unterwirft: 1) Saatgut aller Art kann ausgestellt werden. 2) Die von den Ausstellern einzusendenden Proben dürfen bei Getreide-Arten nicht unter 2 kg betragen. 3) Der Aussteller hat die Probe mindestens einen Tag vor Beginn der Ausstellung an Herrn Wirth Jäger auf Lonys Felsenkeller zu Gießen einzusenden. Die Anmeldung muß enthalten: a. Name und Wohnort des Ausstellers. b. Genaue Bezeichnung der ausgestellten Saatwaare. c. Garantie für Lieferung von diesjährigem Saatgut. d. Angabe der Menge, welche verkäuflich ist, in kg, sowie des Preises für 100 kg und der Lieferzeit. 4) Nm vollkommen reine Waare wird zum Markte zugelassen. 5) Der angegebene Preis kann während der Ausstellung nicht mehr erhöht werden. 6) Der Aussteller verpflichtet sich, das zum Verkaufe an- I gemeldete Quantum des Saatgutes zu dem angegebenen Preise in der festgesetzten Lieferzeit dem landw. Bezirksverein unter Gestattung einer Zahlungsfrist von 4 Wochen zu liefern, andere Besteller erhalten die bestellte Frucht nur gegen Baarzahlung bei Empfang der Waare oder gegen Nachnahme des Kaufpreises. 7) Die Proben der verkauften Saatwaaren bleiben Eigenthum des landwirthschastlichen Bezirksvereins, welcher dieselben drei Monate lang nach Schluß der Ausstellung zum Zweck der Controle aufbewahrt, die Proben von nicht verkauften Saatwaaren können von den Ausstellern zurückgenommen werden, widrigenfalls sie ebenfalls dem landwirthschastlichen Bezirksverein zufallen. 8) Der Verkäufer haftet für seine Angaben und für Lieferung der Waare nach Probe. — Bei nicht vertragsmäßiger Lieferung kann der Käufer die Waare unter Beanspruchung des Ersatzes der Kosten des Hertransports unfrankirt zurücksenden oder dieselben unter Beanspruchung des Minderwerths behalten. 9) Der Verkäufer hat die verkaufte Waare bis zur nächsten Bahnstation zu bringen und dort aufzugeben; von da trägt der Käufer die Transportkosten resp. für seine Mitglieder ganz oder theilweise der landwirthschaftliche Bezirksverein Gießen. Von der Absendung der Waare hat der Verkäufer dem Käufer zu gleicher Zeit Nachricht zu geben. 10) Sind besondere Vereinbarungen nicht getroffen worden, so steht es dem Käufer frei, die nöthigen Säcke zum Bezug der gekauften Waare selbst zu stellen; anderenfalls hat der Verkäufer die Säcke in tadelloser Qualität zu liefern und das Recht, dieselben zum Selbstkostenpreise zu berechnen, wenn sie nicht vom Käufer binnen vierzehn Tagen frei zurückgesandt werden. 11) Die Zahlung des Kaufpreises rc. für die durch Vermittelung des Bezirksvereins gekaufte Frucht hat bei Empfang der Frucht durch den Besteller zu erfolgen, insoweit nicht die Gemeinde für ihre Angehörigen die Zahlung des Kaufpreises übernommen hat. 12) Jeder Aussteller verpflichtet sich, sein ausgestelltes Muster zum Zwecke beliebiger Untersuchung und Vergleichung der vom landwirthschastlichen Bezirksverein ernannten Ausstellungs-Commission zur Verfügung zu stellen, die Bestellungen genau nach den Mustern zu liefern und bei Streitigkeiten über die Uebereinstim- mung der auf Grund der Ausstellung bezogenen Waaren mit dem ausgestellten Muster sich dem Ausspruche eines Schiedsgerichts zu unterwerfen, falls ein solches vom Käufer angerufen wird. Das Schiedsgericht besteht aus drei unparteiischen Sachverständigen, von denen je einer durch die Ausstellungs- Commission, den Käufer und Verkäufer gewählt wird. 13) Aufstellung und Etiquettirung und Ueberwachung des Saatguts ist Sache der Ausstellungs - Commission, deren Anordnungen unbedingt Folge zu leisten ist. 14) Alle abgeschlossenen Kauf- und Tauschverträge werden von der Ausstellungs-Commission ausgenommen und mit Angabe der Katalog-Nummer, des Kaufpreises des verkauften Quantums, sowie der Namen von Käufer und Verkäufer in ein Buch eingetragen. 15) Durch den Eintrag in ein Buch wird jedem Käufer das Recht eingeräumt, in Fällen von Streitigkeiten betreffs Uebereinstimmung der aus Grund der Ausstellung bezogenen Waaren mit dem Muster die Entscheidung des Schiedsgerichts innerhalb vierzehn Tagen nach der Lieferzeit anzurufen. Dabei macht sich Käufer verbindlich, sich dem Urtheile des Schiedsgerichts ohne Weiteres zu unterwerfen. 16) Zur Entscheidung der Streitigkeiten steht dem Schiedsgericht die Befugniß zu, die landwirthschaftliche Versuchsstation zu Darmstadt mit Gutachten zu hören, sowie sonstige Sachverständige nach ihrem Ermessen zuzuziehen. ____________ Anmeldung zu der am........zu Gießen aus Lonys Bierkeller stattfindenden Saatausstellung. 1) Bezeichnung der Saatwaaren. 2) Die Saatwaare wurde in der Gemarkung....... gebaut. 3) Verkäufliche Menge in Kilogramm. 4) Preis für 100 Kilogramm. 5) Lieferzeit. 6) Es wird garantirt: a. für Reinheit, b. Sortenächtheit, c. diesjähriges Saatgut. 7) Bemerkungen. Ich habe von der umstehenden Saatausstellungs-Ordnung Kenntniß genommen und erkenne die Bestimmungen derselben für mich als bindend an. ......... (Ort), den . . ten.......1891. (Unterschrift des Ausstellers.) Gießen, den 7. September 1891. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen. Jost. Genossenschaftliche Getreidespeicher. Mehrfach tritt der Vorschlag auf, genossenschaftliche Getreidespeicher für die Landwirthe an den Eisenbahn- und Wasserverbindungen, besonders an den Verkehrsknotenpunkten zu errichten und so die Landwirthe in die Lage zu versetzen, auf die in den Kornhäusern ausgelieferten Quantitäten Getreide sich Lombard Credit zu verschaffen. Namentlich tritt Herr von Graß-Klanin für diesen Plan ein. In Pommern ist bereits ein Ausschuß zusammengetreten, welcher ein Statut für die neue Genossenschaft ausarbeiten soll. Die Regierung steht anscheinend dem Plan freundlich gegenüber, und derselbe paßt ja auch ganz zu der Absicht, dem nächsten Reichstag den Entwurf eines Warrantgesctzes vorzulegen, nachdem uns andere Völker auf diesem Gebiet schon weit voraus gegangen sind. Was besonders die Getreideerzeugung betrifft, so sind uns nicht blos die nordamerikanische Union, sondern auch Ungarn und selbst Rußland durch die Errichtung von großen Getreide-Elevatoren an den Eisenbahnen, in welchen die Landleute ihr Getreide gegen lombardsähige Lagerscheine aufspeichern können, weit voraus. Ist doch in Rußland sogar die Eisenbahnverwaltung gesetzlich berechtigt, unter Zurück- grersung auf den Credit der Reichsbank für das Lagergetreide bis zu zwei Drittel des Werthes verzinsliche Vorschüsse zu geben. Was nun den Plan des Herrn von Graß-Klanin betrifft, so hebt die „Post" mit Recht hervor, daß durch denselben der Landwirth sich nicht bloß die Vortheile des Großbetriebs in Betreff der Lagerung und Bearbeitung zu Nutze machen, sondern auch gleichzeitig eine erleichterte Beleihung und vortheilhastere Verkaufsbedingungen erzielen kann. Er wird dann nicht mehr nöthig haben, auf Lieferung für spätere Zeit an den Zwischenhändler zu verkaufen, um vorschußweise in den Besitz der unbedingt notwendigen Wirthschafts-Betriebsmittel zu gelangen, da der Landwirth eben in der Lage ist, auf die in den Kornhäusern aufgelieferten Quantitäten Getreide sich Lombard-Credit zu verschaffen. Dadurch, daß die größeren Besitzer vor der Ernte auf Lieferung an den Zwischenhändler verkaufen, erklärt es sich auch, daß die Speculation, und zwar gerade die für Roggen, in der Lage ist, die Preise zeitweise ohne Rücksicht aus Vorrath oder Bedarf hoch zu treiben oder sinken zu lassen. Wenn die Landwirthe im Wege der Vereinigung es ermöglichen, sich ihre Getreidevorräthe in größerem Maßstabe aufzuspeichern, so könnte dies auf die Beständigkeit der Getreidepreise nur günstig wirken. Schon der Umstand, daß große Mengen sofort verkäuflicher, den Speculanten nicht gehöriger Waare vorhanden ist, dürfte den fortwährenden Preisschwankungen der Productenbörse entgegenwirken. Es ist doch jedenfalls eine befremdende Thatsache, daß die Börse, obwohl gewaltige Getreidemassen in neuerer Zeit über die Grenze geschafft sind und die Provinzialmärkte schon seit fast ca. 4 Wochen mit neuem einheimischen Getreide überfüllt waren, dennoch an den vorher durch den Mangel effectiver Waare entschuldigten hohen Preisen festhält. Die Anlage genossenschaftlicher Getreidespeicher würde indessen, wie die "K. Volksztg." meint, auch nicht verhindern, daß die Ge- tre'.depreise zeitweise in künstlicher Höhe gehalten würden. Der „Hannoversche Cour." findet, daß der Gedanke der großen Getreidespeicher etwas Bestechendes habe- ebenso unleugbar seien aber die finanziellen und sonstigen praktischen Schwierigkeiten, die sich der Ausführung desselben in seinem ganzen Umfange entgegenstellen. „Mtt diesem Einwand ist die Sache natürlich nicht erledigt. Das Nächste sollte sein, daß größere landwirthschaftliche Verbände die Idee in engerer Begrenzung fruchtbar machten- einer förderlichen staatlichen Unterstützung, auch auf dem Gebiete der Eisenbahnfrachten, darf man von vornherein sicher sein." vermischtes. * Die französischen Reiterregimenter haben in jeder Schwadron eine Anzahl im Feldpionierdienst ausgebildeter Mannschaften, welche durch zwei Beile aus rothem Tuche auf den Aermeln des Waffenrockes oder des Dolmans kenntlich gemacht sind. Sie führen keine Carabiner, dagegen Handwerkszeug. Mit dem Pionierzug der 21. reitenden Jäger hat ein zur Dienstleistung commandirter Genieoffizier in Limoges eine 56 Meter lange Brücke über die Vienne in drei Stunden hergestellt, über welche das ganze Regiment dann ohne irgend einen Zwischenfall den Strom überschritt. Man verwandte zum Brückenbau das Material, das sich zufällig an Ort und Stelle fand, alte Telegraphenstangen, Fässer, Bretter u. s. w. Einige Tage vorher war in vier Stunden eine 65 Meter lange Brücke für Fußgänger gebaut worden. * Das Land der Ehescheidungen. Man schreibt uns: In seinem Buche „Jonathan und sein Continent" führte der bekannte Schriftsteller Max O'Rell das nachstehende scherzhafte Wort über Chicago an: „Chicago, Alles aussteigen, Ehescheidungen in 20 Minuten", ebenso wie es in Deutschland früher von Gießen hieß: „Gießen, fünf Minuten Aufenthalt, für solche Herren, die den Doctor zu machen wünschen, zehn Minuten." Diese Anzeige ist jetzt aber that- sächlich übertrumpft worden. In Dakota veröffentlicht ein Advocat alltäglich das nachstehende Inserat: „Man zeige seine Abreise aus Newyork telegraphisch an und nehme hier bei der Ankunft auf der Bahnstation seine Ehescheidungspapiere in Empfang." * Mittelalterliche Justiz. In der Chronik der Stadt Gonsowa (Provinz Posen) wird, wie man von dort schreibt, folgender Fall erzählt: Im Jahre 1480 war ein Rademacher wegen Diebstahls zum Tode verurtheilt worden. Die Bürger der Stadt aber kamen bei dem hochweisen Rathe und Bürgermeister mit der Bitte ein, den verurtheilten Rademacher zu begnadigen, und führten als Motiv an: Die Stadt besitze nur einen Rademacher- sei dieser gehangen, wer sollte den Bürgern, die größtenteils sich vom Ackerbau ernährten, die Räder zu ihren Wagen machen? Müsse aber der Gerechtigkeit Genüge geschehen und ein Mensch gehangen werden, nun, so sei auch hierin leicht Rath geschafft. Die Bürger präsentirten einen Galgencandidaten in der Person eines Schusters, indem sie ansührten, der Schuster besitze die Stadt zweiundzwanzig. Es würde, so auch dieser gehangen, dennoch ein Ueberschuß bleiben. Der wohlweise, gestrenge Herr Bürgermeister und Rath wurde durch die triftigen Gründe überzeugt und ließ den Schuster statt des Rademachers hängen. (?) * Aus der Secundärbahn. „Was ist denn los, Schaffner?" — „Vor zehn Minuten ist der Heizer vorn von der Loco- motive gefallen." — „So, so, dann müssen wir ja bald an ihm vorbeikommen." BörfenwocheNbertcht 8224 Gnauth. vermischte Anzeigen ntwerne IKlffl Gisendodn-Aette«. von Diverse Obligationen» I 4°/o Etsenbahn-Rentenb.- | Obligat. . . Geschäfts-V erlegung Dtrector. 8299 Exped. d. Bl- entgegen- [8215 Pferdeknecht gesucht. Wilh. Tripp. 8173 Uothe Stern Linie König. Belg. Postdampfer von Nach Wetzlar wird eine gesetzte tüchtige Person zu Weihnachten gesucht, welche kochen kann und Haushalt zu führen versteht. Lohn 60 Thaler. Anmeldungen nimmt die behaupteten CourS aufweisen. „ Oesterretchische Bahnen sind in der großen Mehrzahl abgeschwächt, nur einzelne, Lombarden, Elbtbal, Nordwest und Budapest Fünfkircken zeigen th ilweise beträchtliche Lohn. Näheres bei der Expedition Ausschreiben. Als Vorarbeiter für ca. 6 im hiesigen Filialarbeitshause unterzubringende Sträflinge wird ein in Erdarbeiten erfahrener, durchaus zu« verlässiger Mann gegen eine Jahresvergütung von 750 auf jeder- zeitigen Widerruf gesucht. Bewerber wollen ihre Meldungen bis spätestens den 25. dieses Monats hierher einreichen. Gießen, am 13. September 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 8259] Mädchen erhalten gute Stellen dwch Vermieihfrau Seybicke, Teufelslustgärtchen 5. 82H9J Bürschchen gesucht. Näheres in der Exped. d^BU Sympathie mit diesen schwächer. Der Rentenmarkt zeigt nicht weniger starke Einbußen. Namentliche find von deutschen Anleihen einzelne nahezu lo/0 zurückgegangen. Doch wird man in dieser Woche keine Verkäufe zur Uebernahme sprculatioer Engagements Vorschüßen tonnen. Unter den ausländischen Anleihen fallen außer Türken namentlich Ungarn und Italiener durch stärkere Rückgänge auf. Die Einbuße der Elfteren ist durch den Zwischenfall Myrilene genügend ei klärt, auf Ungarn drückt die Wahrscheinlichkeit, daß durch starke Miittärforderungen das Gleichgewicht des Budgets wieder gestört wird. Italiener gehen ohne besonderen Grund zurück. _ Sogar im Montanmarkt hat die Tendenz der Woche Verwüstungen angerichtet und zwar namentlich unter den Kohlenwerthen. Gelsenkirchener verloren 4°/,, Hsrpener 6°/0, Hibernia 2«/»o/o. Diese starken Einbußen rühren daher, daß sich das Eokes-Syndicat nun doch entschlossen hat, den Klagen der Industrie Gehör zu chenken und oom I. Quartal des nächsten Jahres an Preisermäßigungen emtreten zu lassen. Eisenw'rke, denen dies zu Gute kommen würde, haben sich behauptet. Es verlautete auch etwas von einem Project der Fusionirung Oberschlesischcr Werke. 99.90, 99 90 Seit Donnerstag befindet sich mein Cigarren-Special-Geschäft Montag den 21. September, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Behausung der verstorbenen Jost Bellos Witttwe in den Eichgärten 9k- io dahier gegen Baarzahlung versteigert: ein noch neuer Kleiderschrank, sechs Stühle, ein Tisch, vier Bilder, sowie verschiedene Haus- ur.d Küchengeräthe Gießen, den 17. September 1891. 8254 Kemmer, Pfandmeister. Junger Mann sucht, gestützt auf vrima Referenzen, Stellung auf eimm Comptoir oder in größerem Detailgeschäft. Branche einerlei. Eintritt 1. October, event. später. Gefl Off- sub F. W. an die Exped. d. Bl erbeten. ___________________F8.46 Zöpfe jrft» fertigt. Perrückerr, Torrpe», Scheite» nach Maß; sowie Tuffen, Dreher, Haaruhr- ketten u. s. w. bei [492 Georg Petri Wwe. Nachf., SelterSweg 43. öo/o BuderuS-Obligat. . 1102.90 | 102.80 8219] Schüler oder Schülerinnen finden gute Pension. Zu erfragen in der Exped- d Bl. waAdtt Wir 8201] Au» Michaelis suche ich ei« zuverlässiges Ma d chen für gutcn Zeugntffen ver- leichte Hausarbeit gegen hohen - ----- Herren, welche in befferen Kreisen verkehren und einer der ersten und renommirtesten deutschen LebenSverficherungS - Gesell- schasten Versicherungen zuweiscn wollen, erhalten für jeden einzelnen Fall gutes Honorar. Angestellte und junge Kaufleute können sich auf diese Weise, ohne ein Agenturgeschäft zu betreiben, einen hübschen Nebenverdienst sichern. Discretton zugesichert. Offerten sub Z. Z. 00 befördert die Expedition dieses Blattes. 5914 Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'ichen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Cours vom 1% Hessische Obligation. „ Bauern .... „ Baden..... 30/0 Sächsische Rente. . 3V,°/o Bremer^taatsanl. „ Hamb.Staatsrente 40/yOestr. Goldrente . - GriechischeMonopol- Anleihe . . . 5% Rumänische Rente . 4% Russ. Consols S. IH Eine tüchtige Fran oder Mädchen wird tagsüber gesucht. (8288 Näheres in der Expedition d. Bl. Tüchtiges Mädchen mit guten Zeugnissen gegen hohen Lohn gesucht. [8274] Seltersweg 38. Ilorbereitungsanstalt für die MgkMil-WfiW Kirl, Ringstraße 55. Junge Leute werden sicher vorbereitet. fsalls daö Ziel nicht erreicht wird, zahle ich da- volle Prnsions- «nd Unterrichtsgeld zurück. Bisher bestanden 908 meiner Schüler die Prüfung Die Anstalt besteht 10 Jahre. Stete Aussicht, sehr tüchtige Lehr- kräste und gute Pension. Kostenfreie Auskunft durch J. EL F. Tiedemann, schnelle Fahrten, gute Verpflegung, billigste Preise. i.iu— Auskunft crtheiley: der Becke & Maraily, Antwcrper io/y Pfälz. LudwigSbahn (Bexbach) . . . „ Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . „ Elisabethb. steuerfrei Gold . . . . 5% Oeftr. StaatSbahn. 40/0 do. do. 30/c do. do. L—VIII.Emtss. 30/0 do. Ergänzungsnetz 5°/o Nordweftbahn Gold Course der Frankfurter Börse. Staatsanleihe«. i Avancm. Schwächer sind namentlich Böhmische Westbahn 3 fl, Staatsbahn eben- BorfevhvoeyeNVerieyr I f0Diel> unfo Buschtherader und Duxer etwa 2 fl. Auch Schweizer Bahnen konnten _ ‘ftd) nicht behaupten, auf Gotthard drückte ein Einnahmeausweis, der durch ferne vsn KMMgtslyllsl.i starke Kostenvermehrung auffällt, und Schweizer Central und Nordoft sind in Die Geschäftsstille an der Börse ist in ihrem ganzen Umfang bestehen geblieben, aber die feste Tendenz, die sich nahezu zwei Wochen hindurch erhaltm , konnte, ist verschwunden, und die Course sind wieder rückläufig geworden. Der , Umschwung ging nicht ohne äußeren Anlaß vor sich, er erfolgte schon am Montag . auf die Nachricht von der Besetzung Myttlenes durch die Engländer, aber wahrend . diese Meldung bereits an der Adenddörse dementirt wurde, und somit der directe Anlaß der Rückwartsbewegung gefallen war, konnten sich die Course nur unwert- ; ltch erheben und sind seitdem abermals schwächer. Man ist zwar nich verlegen , um neue Motivirung und findet sie heute in der Rede des Kaisers in Erfurt, morgen in ben Straßenkrawallen gelegentlich der Lohengrinauffuhrung tn Paris, aber, es ist doch ersichtlich, daß dies alles nur Nothbehelse sind, um den abermaligen Rückschlag zu erklären. Die wahre Ursache desselben ist nicht in Myttlene zu WrP und nicht in des Kaisers Reden, sondern einzig und allein in der Situation selbst. — Die Größe des bestehenden Decouverts, das die Ultimoliquidatton enthüllte, das an sich niedrige Coursniveau, der oerhältnißmäßig flüssige Geldstand, die Anleiheverhandlungen in Paris, dazu die feste Tendenz der weftlrchen Börsen, das Alles machte eine Verringerung der Positionen wünschenswerth, und sie erso.gte auch thatsächltch in ziemlich beträchtlichem Umfang in den ersten Wochen dieses Monats. Dazu kamen Meinungskäufe, die in der Erwartung zur Ausführung kamen, daß steigende Course das Publikum zum Eingreifen veranlassen würden. Aber das Publikum kauft nicht, die Anleiheverhandlungen in Paris ruckten nicht vorwärts, zudem hat die Börse an der Baisse Geld verdient, und da die Lage im Allgemeinen sich durchaus nicht zum Besseren gewandt hat, vielmehr noch poetische Bedenken die Schale der Wage nach der anderen Seite geneigt haben, so ist die große Mehrzahl der Speculanten durchaus nicht geneigt, eine bisher so nutzbringende Position so willig zu verlassen, und es bleibt daher nichts übrig, «ls abermalige Liquidation der ooretligen Hausseengagements. Ob die Sensationsnachricht über Mytilene und die Entstellung der Rede des Kaisers böswillige Erfindungen find, die Baistebestrebungen dienen sollen, wer will das untersuchen, wer entscheiden! .■Raum scheint es so, denn die ostentativen Verkäufe fehlten fast vollkommen die ganze Woche hindurch. Erst am Freitag schienen sich Abgaben geltend zu machen, die offenbar speculatioer Natur waren. Es entwickelte sich ein Angebot, das anscheinend von Hamburg und Berlin ausging und eigentlich ohne Begründung blieb, denn auS dem Schlagwort „Afghanistan", das ausgegebeu wurde, konnte man die Berechtigung eines CourSdrucks nicht abletten. Die Meinung hat seyr viel für sich, daß dieses letzte Manöver dazu bestimmt ist, dem Erfolg der russischen An eihe in Paris entgegenzuarbeiten. Ist das der Fall — und der Umstand, daß dre Abgaben in dem Moment auftreten, da die ersten Nachrichten über den endgültigen Abschluß der Anleihe in die Oeffentlichkeit dringen, scheint daraus hinzudeuten - so konnten allerdings die nächsten Tage noch größere Ueberraschungen bringen. Ein Mißerfolg der Anleihe würde natürlich die unberechenbarsten Folgen haben, und es konnte für die Baissepartei gar keine günstigere Wendung geben, als wenn die Operation, vor der sie schon im Begriff stand, die Segel zu stretchen, zu ihren Gunsten ausschlagen sollte. Es kann daher nicht Wunder nehmen, wenn man besondere An- strengungen macht, um di- Entwickelung der Dinge in dieser Richtung »u beeinflusim. Der Emisfionscours der Anleihe wird neuerdings mit etwa 79°/o beziffert. Das ist gegen den zuerst in Aussicht genommenen Cours eine bedeutende Ermömgung, und offenbar haben auch die Verhandlungen über diesen Punkt den Abschluß so sehr vuzögcrt. Die Ermäßigung ist indessen zweifellos gerechtfertigt, denn es wäre nicht angängig, daß ein io schlechtes Einteeigebniß, wie eS das russische Reich in diesem Jahre geliefert hat, das offenbar seinen Staatshaushalt ungünstig beeinfurssen muß, im Cours einer Anleihe einfach negirt wird. Zudem kann die niedrige Normirung des Courses dem Erfolg der Subscription nur förderlich sein. Die Abwärtsbewegung an den deutschen Börsen vollzieht sich übrigens in dieser Woche, im Gegensatz zu Paris und London, die sich auch be m Zwischenfall Mytilene ziemlich behaupten konnten. Nur Wien hat gleichfalls in die Abschwächung eingelenkt und vermag nur für einzelne Werthe eine günstige ©timnumg aufrecht zu erhalten. Das sind einige Eisenbahnactien, für welche die VerstaaUichungschancen wieder angeregt worden sind, und auf diese conccntrirt sich auch in Ermangelung anderer Anregung das Interesse. Die Verstaatlichungsfrage wurde auf die Tagesordnung gesetzt, weil die Thronrede einige diesbezügliche Bemerkungen enthielt. Die Börse hat sich übereifrig auf diese Ankündigung gestürzt, und glaubt auch thatsäch- lich Anhaltspunkte gefunden zu haben, daß bezüglich der Ferdinands Nordbahn und der Lombardifchen Südbahn dergleichen Erwägungen bestehen. Die Erstere hat für Deutschland wenig Interesse; um so größer ist dasselbe aber bei der Lombardischen Südbahn, und deshalb mag hier ausdrücklich gewarnt werden,^ den zahllosen Gerüchten und Versionen Glauben zu schenken, mit denen die Börse in letzter Zeit überschwemmt wird, und die mit dem Anschein einer intimen Sachkenntniß über diese Frage urteilen, dabei aber ganz außer Acht lassen, welche Abfindungsrente wohl für ein Unternehmen zu erwarten steht, das sich auf Grund seines heutigen Courses mit kaum 1^0/0 verzinst, und ebensowenig berücksichtigen, daß die Regierung vor Durchführung der Valutaregulirung schwerlich geneigt sein wird, etne so ungeheure Goldschuld, wie sie auf der Südbahn lastet, zu übernehmen. Bei weitem mehr Beachtung als diese vagen Gerüchte scheint der Besserung in den Ernnahmen der Bahn zu gebühren. Dieselben erreichen fast die hohen voriahrigen Parallelziffern, trotzdem die Verkehrsstörungen noch immer nicht behoben sind. Diese Einnahmeziffern beweisen jedenfalls die fortlaufende günstige Entwickelung der Babn, denn bei den stark rebucirten Tarifen muß das beförderte ©üterquantum ein bedeutend größeres sein als im Vorjahre. , Der Geldmarkt hat sich weiter beträchtlich versteift, trotzdem Gold in erheb- kicher Menge aus dem Ausland hereinströmt und trotzdem der Status der Reichs- bank, der sonst um diese Zeit die Ansprüche des Octobertermins bereits aufzuweisen pflegt, sich in gleicher Stärke behaupten konnte. Nach Rußland ist einiges Gold abgefloffen, die Summen kommen aber nicht In Betracht, gegenüber den Eingängen von der anderen Seite, denn auch Frankreich scheint in letzter Zeit Gold hereinzusenden, vermuthlich gegen russische Anleihen, die dasselbe die Freundlichkeit hat, und abzuraufen. Der ganze Vorgang ist deßwegen bemerkenswertb, weil daraus hervorzugehen scheint, daß der Export deutschen CapitalS in das Ausland aufgehört und ein Rückfluß desselben stattfindet. Die Woche schließt mit den niedrigsten Notirungen. Im Bankenmarkt verloren nach mehrfachen Schwankungen: Disconto 3%, Deutsche Bank 2®/0, Handelsgesellschaft und Dresdner 1°/o, Credit 4 fl. Darmstädter haben in der Vorwoche den Coursdruck vorweggenommen und können daher al8 einzige Ausnahme einen F. J. Bothof, Generalagent, Mainz. H. KUppstein in Langsdorf.[551 Deutsche Bekleidung-Akademie Frankfurt am Main. 6393 ZuschneidelehranstaltmitStellenzuweieung für Direotrioen und Zuschneider. 1500 ausgeb. Sohnellourse 1 —2 “Woohen. Prospecte durch Director klarten*. seheneS Mädchen. । Krau Rudolph, Neuenweg 9. 828o] Ein Mädchen per 1. October nach außerhalb gesucht, näheres Bahndofftraße 34, I. St. Energiev?rtheilung, Metallurgie, Telegraphie und T-levbonie. Für weitere Kreise rargestellt von Dr. L. Graetz. Mit 364 Abbildungen. Preis geb. 8 Mark. 7089 E. Trenckmann, Buchhandlung und Antiquariat, Kietzen, Sonnenstr. 5, am Kanzleiberq. 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Anl. 91.40 91.35 —.— 97.30 Eisenbahu-PrioritLte«. 5% Südbahn Lombarden 102.80 102 40 101.95 101.60 40/0 do. do. 93.55 93.60 30/0 do. do. 63.— 62.70 100.90 100.75 4°/o Prag-Duxer Gold . 98.15 '.'7.40 „ Rudolf Gold (Salzk.) 99.20 99.20 99.20 99.20 v Franz-Josef Silber 82.60 82 70 105 — 104.95 30/0 ftaall. garant. Jtal. 98.75 98.65 Eiswbabn . . 54.20 53.75 30/0 Lioorneser . . . io/,.. Russ.Südw Eisend. 62 60 62 50 83.95 83.90 94 35 93 80 81.40 81.10 40/0 Wladikawkas garnt. 93.60 93.10 104,55 104.80 4% gar. Sardin.Sec.stfr. 79.80 79.50 Ludwigshafen-Bexbach. Hessische LudwigSbahn'. Pfälzische Nordbahn . Lübeck-Büchner . . - 220.50 110.30 113.85 150.50 221.80 I 110 20 I 113.45 I 147.— 1 Galiz CarlLudw.-B-Act. Oüft Nordw.-BahnLit.ö. Gotthardt..... Jtal. Mittelmeer . . 177.75 1877/g 129.30 94.— 1765/8 189.25 127.90 92 25 Stent» «ctUtu Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch. Deutsche Bank . . . DeutscheGenostenschftSb. o.Soergel,ParrisiuSLCo. 142 — 133.— 145.50 121.50 142.— 132 — 143.60 121- Dresdener Bank. . . Mitteldeutsche Credttb. . Wiener Bank-Verein . Württemb. Vereinsbank Deutsche Vereinsbank . 134.90 98.50 943/8 122.— 104.50 133.40 98 — 92.75 122.40 104.60 Jndufieir-Actien. Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) 150.— 154.20 Deutsche Verlagsanstalt 198.20 196.25 131.20 131.50 Farbwerke,vorm.Meist er, 276.60 Bad. Anilin- u. Soda- LuciuS & Brüning. 277 — fabrik .... 269.50 267.90 Mebcck'scheMontanwerke 170.50 171.20 Hibernia Bergw.-Ges. . 152.40 149.— Bochumer Gutzstahl 109.50 110.15 Pfandbriefe. 4»/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4o/oDcutscheGrundschld.- 101.— 101.— v. 91 ab . . . 102.— 102.— Bk.-Psandbr. . 3VL0/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 95.50 95 50 3