Ur. 67 Freitag den 20. März 1891 Der frtettw Anzeiger erschemt täglich, *it NuSnehme bei Msatags. Die Gießener Mnmikienßtälter Gerden dem Anzeiger TßGchnttlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Bierteljähr»gc» KV-nnementLpretsi 2 Marl 20 Pfg. mV vrmgrrlohn. Durch die Pog bezog« 2 Mark 50 Pf». Rebaction, Txpedttt», und Druckerei: Kchntßrnße yx.1i Fernsprecher 51. Aints- unb Anzeigeblatt für den ALveir Gietzen - 1 11 ' - 1 -rjrj'l 1 -K ---- : LJKMt Ir.niim. von Anzeigen zn der Nachmittag- für den 0Y **f Annoncea-Bureanx des In. and «n-lande- «e^a* lalg^en Lag erscheinenden Nummer bi- vörm. IO Uhr. I ^TOUSOCT lUlje. UTU | Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeh. 1 .^1» I mir lM«»»G»««NSW»««»G»GN«WMM»GWWWW>GGWMGWWGWWl Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 18. März. Erste Kammer der Hess. Stände. Die Verhandlungen werden um ^/zlO Uhr präcis durch den Präsidenten Fürst Isenburg-Büdingen eröffnet. Nach Verlesung einer Anzahl neuer Einläuse tritt das Haus in die Berathung der Vorlage der Großherzogl. Regierung, hier die für Erweiterung des Güterbahnhoss zu Darmstadt angesorderte Summe von 250,000 Mk. Ohne Debatte genehmigt die Kammer den angesorderten Betrag. Hiernach wird die General-Debatte über den Hauptvoranschlag 1891/94 eröffnet. Der Ausschuß beantragt Nichtbeitritt zu dem Beschluß zweiter Kammer, wonach Ersparnisse an den für laufende Unterhaltung von Gebäuden bewilligt werdenden Crediten zu größeren Herstellungen nur bis zum Betrag von 3000 Mk. verwendet werden sollen und zwar nur für den einzelnen Fall. Diesem Antrag tritt das hohe Haus einstimmig bei. Desgleichen genehmigt das Haus die Gehaltserhöhungen der Staatsbeamten in dem von zweiter Kammer beschlossenen Sinne 10°/0 bis zu 2000 Mk. und 5% bis 5000 Mk. Hiernach tritt die Kammer in die Specialberathung der einzelnen Capitel des Hauptvoranschlags 1891/94 und genehmigte in rascher Folge die einzelnen Capitel. Bei Cap. 30, Polizeibehörden, beantragt Comm.-Rath M i ch e l-M a i n z eine Erhöhung der Polizeikosten für Mainz auf 13,000 Mk. statt 12,000 Mk. Nach einer Erklärung des Staatsministers Finger, welcher vorerst die Ablehnung des Antrags empfiehlt, wird dasselbe in diesem Sinne genehmigt. Bei Cap. 38 ergreift Prälat Habicht das Wort, um zunächst Verwahrung einzulegen gegen die in zweiter Kammer erhobenen Beschuldigungen wegen antisemitischer Umtriebe von evangelischen Geistlichen. Soweit er wisse, habe sich kein evangelischer Geistlicher an dieser Bewegung betheiligt und die Mahnung des Abg. Schröder sei nicht am Platze gewesen. Diese wüßten, daß sie Diener der Kirche und des Friedens seien. Nothwendig sei aber, daß die Großherzogl. Regierung die Behörden anweise, aus die Kauf- und Wuchergeschäfte ihr Augenmerk zu richten, da hierdurch der Bewegung am ersten ein Ende gemacht werde. Staatsminister Finger sagt das Letztere zu, bestätigt aber, daß wenn auch nicht alle, so doch einzelne Geistliche sich an dieser Bewegung betheiligt haben und das sei nicht angängig. Daß solche Ausschreitungen vorgekommen seien, müsse auch dem Herrn Prälaten bekannt sein. Zu Cap. 39, Kath. Kirche, wünscht Bischof Haffner eine gleiche Berechtigung wie die evaangel. Kirche hinsichtlich । der Verwendung der bewilligten Summen. Im Interesse der , Parität sei dieses Wünschenswerth. Staatsminister Finger kann diesem Wunsch nicht zu- fthnmen, solange eine Regelung der Organisation bei der katholischen Kirche noch nicht herbeigesührt sei. Die beiden Capitel werden sodann genehmigt. Bei Cap. 50, Hosbibliothek und Museum, beantragte der Ausschuß zweiter Kammer, daß das Museum gegen Brand- schaden versichert werden soll. Die Regierung und heute auch die erste Kammer spricht sich gegen eine solche Versicherung aus. Comm.-Rath Michel kann sich nicht mit diesem, nur mit dem Antrag zweiter Kammer einverstanden erklären im Interesse des großen Werthes und der Unersetzlichkeit der im Mllseum aufgehäuften Kunstschätze. Staatsminister weist aus die Schwierigkeit bei der Feuer- Versicherung der Hofbibliothek hin. Noch größer werde diese bei dem Museum wegen des ungeheuren Tax- und Kunst- werthes. Das Capitel wird genehmigt. Ebenso Cap. 51 bis 123 ohne wesentliche Debatte. nn. Darmstadt, 18. März. Zweite Kammer der Hess. Stände. Die zweite Kammer, welche heute noch zu kurzer Berathung zusammengetreten ist, bewilligte zunächst 3300 Mk. für Eweiterungen im Bad Nauheim und berieth sodann über eine Eingabe des Bürgervereins zu Kelsterbach, wegen Abgabe billiger Waldstreu aus den Großh. Waldungen. Der Ausschuß beantragt, dem Gesuch keine Folge zu geben. Ueber diese Auffassung enlspinnt sich eine lebhafte Debatte. Abg. Osann: Die Fassung der Vorstellung erwecke den Anschein, als wolle man die Streu lediglich als Dungmittel verwenden. Die kleinen Landwirthe in Kelsterbach hätten mit ungeheuerer Bedrängniß zu kämpfen, weil sie keine Arbeitskräfte bekommen könnten. Die Arbeiter gingen nach dem nahen Frankfurt, wo sie ein hübsches Geld verdienten. Aus diesem Grund solle die Regierung nicht so streng austreten. Daß sich nur wenige Landwirthe an den Streuversteigerungen betheiligen, komme daher, weil die Preise künstlich in die Höhe getrieben würden. Eine Veräußerung aus freier Hand könne die Regierung wohl nach dem Gesetz zulassen, möge man doch einmal den Versuch wagen, die Petenten wollten ja nicht mehr Streu als der Wald vertragen könne. Abg. Friedrich spricht in gleichem Sinne. Oberforstrath Milbrand wünscht, daß die Landwirth- schaft endlich einmal aus dem alten Schlendrian der Waldstreu-Düngung herauskomme und betont die Werthlosigkeit und Schädlichkeit als Dungmittel. Abg. Kugler-Offenbach ist anderer Ansicht. Er hält die Waldstreu für das Dungmittel des armen Landwirths, der sich keinen künstlichen Dünger für sein Aeckerchen beschaffen könne. Er empfiehlt, gleich den Abgg. Osann und Feuilleton. Kriegserinnerungen. Vor zwanzig Jahren — so erzählt der „Täglichen Rundschau" „Einer, der mit dabei war" — hatte sich in Versailles schon Ende Februar die Nachricht verbreitet, das deutsche Hauptquartier würde spätestens am 10. März auf- brechen, um nach der Heimath zurückzukehren. Plötzlich aber hieß es, alles wäre wieder fraglich geworden, denn die Stadt Paris hätte die Zahlung der 200 Millionen Kontribution eingestellt. Und das war allerdings richtig, nur lag kein neuer Kriegsfall vor, denn sehr bald stellte sich heraus, wodurch die Unterbrechung der Zahlungen herbeigeführt worden war. Es fuhren beim Bundeskanzler Grafen Bismarck die Minister Jules Favre und Pouyer - Quertier vor, um zu melden, Paris wäre außer Stande, den üerabrebeten Zahlungsmodus inne zu halten und es müßten nothgedrungen neue Verabredungen getroffen werden. Auf die Frage Bismarcks, was denn eigentlich vorgefallen wäre, erwiderte der Finanzminister Pouyer-Quertier: „Die Bank von Frankreich ist zwar durchaus im Stande, den noch zu entrichtenden Rest von hundert Millionen jeden Augenblick abzuführen, allein ihre augenblickliche Zahlungsunfähigkeit erklärt sich aus dem leidigen Umstand, daß die Bank nicht über genug — Geldsäcke verfügt. „Wir werden, wenn es verlangt wird, die Zahlung fortsetzen, nur sind wir dann genöthigt, die Goldstücke uneingepackt abzusühren, und das ist ungemein zeitraubend für den Zahler wie für den Empfänger." Bismarck übersah, mit welchen Weiterungen die General-Intendantur, die das Geld vereinnahmte, zu kämpfen haben würde, und er erbot sich zu jedweder Hilfeleistung für die Bank. Sofort wurden also deutsche Lieferanten angewiesen, Zug um Zug Leinwand nach Paris zu schaffen und nunmehr erklärte sich Pouyer-Quertier für befriedigt. Allein er kam noch mit einem Einwand. „Exzellenz," sagte er zum Kanzler, „für jeden Geldsack berechnet die Bank von Frankreich laut Gesetz 75 Centimes, und diesen Betrag ..." — „Wir bezahlen gern jeden einzelnen Sack," unterbrach ihn Bismarck, und siehe da, schon am nächsten Tage nahm, weil die Beutel sogleich in Angriff genommen wurden, die Zahlung ihren Fortgang. Mit der letzten Goldsendung lief dann auch die französische Rechnung ein, sie lautete über 23,500 Franken, und ohne Besinnen wurde der Betrag entrichtet. Diese französischen Geldsäcke, aus deutscher Leinwand hergestellt und vom Empfänger der Kontribution bezahlt, sind hernach Jahre lang bei der Reichsbank und deren Filialen im Gebrauch gewesen, aber kaum einem ihrer späteren Besitzer wird bekannt gewesen fein, welch wichtige Rolle diese Beutel einst gespielt. Jeder enthielt gleich hohe Summen bei gleichem Gewicht und es mag erwähnt werden, daß an der Gesammtsumme, die auf Treu und Glauben angenommen wurde, nicht ein einziger Centime fehlte. Das Gleiche gilt von den Zahlungen, die in Papier geleistet werden dursten, und daß sich unter dem Papiergeld ein nachgemachter preußischer Hundertthaler-Schein befand, konnte dem Schuldner um so weniger als Schuld angerechnet werden, weil die Nachahmung eine vorzüglich geschickte gewesen war. Während der Belagerung hatte nämlich ein Pariser Graveur seine Zeit nicht besser verwerthen zu können geglaubt, als indem er den nachgemachten Hundert- thalerschein an der Stelle, wo sich die Strafandrohung befand, mit der Bemerkung versah: „Wer Guillaume oder Bismarck lebendig an die Regierung der französischen Republik aus- liesert, erhält dafür die Summe von zehn Millionen Franken." Dieser gefälschte Schein wurde sofort als intereffante Kriegs- erinnerung für 100 Thaler erstanden, schon um der Ober- Friedrich, das Gesuch der Regierung zur wohlwollenden Erwägung anheim zu geben. Für diese Ansicht sprechen noch die Abg. P f a n n st i e l, Wolz und Arnold. Obersorstrath Milbrand empfiehlt, daß den betr. Gemeinden die nöthigen Mittel für Beschaffung künstlichen Düngers bewilligt werden sollen. Nachdem noch die Abgg. Schönberger, Heinze rlin § und Theobald gesprochen, wird der Antrag Osann- Friedrich, das Gesuch der Regierung zu wohlwollender Erwägung zu empfehlen, mit 25 Stimmen angenommen. Zur Vorlage Großh. Regierung, den Neubau einer technischen Hochschule betreffend, beantragt der Finanzausschuß die geforderte Summe zu bewilligen. Es sollen demnach 1. die Gebäude und das Gelände der Großh. Hosmeierei sowie ein Theil des Herrengartens, seither Großherzoglicher Familieneigenthum, an das Großherzogthum als Landes- eigenthum für 239000 Mk. unter Ueberlaffung der Abbruchsmaterialien abgetreten und der Großherzog ermächtigt werden, aus dieser Summe eine neue Meierei rc. zu erbauen; 2. die von der Stadt Darmstadt als Beitrag zu den Kosten des Baues angebotenen 1200000 Mk. angenommen, das von der Technischen Hochschule seither benutzte städtische Gelände und die daraus befindlichen Bauten an die Stadt zurückgegeben werden, unter der Bedingung, daß die Stadt die Straße zwischen Pankratiusviertel und Hoftheaterplatz auf ihre Kosten herstellt; 3) der Regierung für ein besonderes Gebäude für das physikalische und clectrotechnische Institut außer den bereit« bewilligten 315000 Mk. noch weitere 365000 Mk. zur Verfügung gestellt und 4) zur Deckung dieser Summen ein mit 4% verzinsliches Anlehen ausgenommen werden. Diese Anträge werden gegen 4 Stimmen bewilligt. Das Gesuch des Kirchenvorstandes zu Groß-Umstadt um Ueberlaffung einer fiskalischen Scheuer gegen Abgabe deS Erdgeschosses des kurpfälzischen Schlosses zur Abhaltung von Gottesdienst beantragt der Ausschuß abzulehnen. Abg. Frank befürwortet das Gesuch und hält es nicht für Recht, daß man für eine Scheuer 5000 Mk. fordere. Der Vertreter der Regierung antwortet, es sei ein Erlös von 10000 Mk. zu erhoffen. Es sei sogar noch zweifelhaft, ob ein Recht auf Benutzung des Schlosses bestehe. Der Ausschußantrag wird genehmigt. Ein Antrag des Abg. Frank auf Erhöhung der Tagegelder für die Landtagsabgeordneten findet im Hause keine Anhänger. Abg. Wolf stehl spricht gegen, Abg. Metz-Darmstadt für denselben. rechnungskammer keinen Anlaß zu einem „Monitum" zu bieten. Die Ausgabe von 23,500 Fr. für die Geldbeutel ließ der gestrenge Rechnungshof ebenfalls unbeanstandet, nachdem auf diesen Fall hin das französische Bankgesetz und die Bank- ordnung durchgesehen war. Nicht rauchen! In einem Coupe sitzt ein biederer Landmann, der sich in der Nähe der anderen Paffagiere gar nicht wohl zu fühlen scheint. Augenscheinlich belästigt ihn der starke Tabaksqualm, denn in dem Coupe sind mindestens sechs Cigarren verschiedener Qualität in Brand. Er rückt auf seinem Sitze ungeduldig hin und her und hustet recht auffällig. „Sie können wohl den Cigarrenrauch nicht vertragen?" fragte theil- nehmend ein alter Herr. — „O ja," meint der Landmann. Trotzdem sieht er jeden der Raucher ängstlich an und hüstelt fortwährend. „Na, was ist Ihnen denn eigentlich?" fragt ein Anderer. — „Der Roochen! Det Roochen!" meint der Onkel vorn Lande bedenklich. — „Wenn Sie den Rauch nicht vertragen können, müssen Sie in ein Nichtraucher-Coups steigen." — „O nee, ick rooche ja sonst selber." In demselben Moment schrickt der Bauer zusammen, einem Passagier ist die Asche von der Cigarre gefallen. „Herrjeses?" schreit er. — „Aber was fehlt Ihnen denn," rufen nun Alle, „können Sie denn das Rauchen wirklich nicht vertragen?" — „Ick schon," sagt der Landmann ängstlich, „aber bet Säckel Sprengpulver, bet ick unter mir habe, — wenn ick bet man janz nach Hause bringe!" Allgemeines Entsetzen, im nächsten Augenblick fliegen sechs Cigarren aus bem Fenster unb eine Secunbe später sieht ber ganze Wagen aus wie ein „Coupe für Nichtraucher". Der Ausschluß beantragt Ablehnung und beschließt LaS Haus mit allen gegen 7 Stimmen demgemäß. Der Vorstellung der Gemeinde Reichelsheim i. O. wegen Grrichtung eines Amtsgerichts daselbst beantragt der Ausschuß keine Folge zu geben. Hierüber entspinnt sich eine lebhafte Debatte. Für Bewilligung sprechen die Abgg. Hermann, Schröder, Frank, Osann, v. Rabenau und Haas. Abg. Hermann stellt den Antrag, ein Ersuchest an Großh. Regierung zu richten, die Vorstellung in Erwägung zu ziehen und eventuell bei vorkommenden Aenderungen in Len Gerichtsbezirken dann Reichelsheim wohlwollend zu berücksichtigen. Nach weiterer Debatte, wobei die Abgg. Hernzertrng, Metz-Darmstadt und Weber gegen denselben sprechen, wird der Antrag Hermann gegen 8 Stimmen angenommen. Schluß der Sitzung V22 Uhr. Morgen srüh 9 Uhr Fortsetzung der Verhandlungen. Hannolnr, 18. März. WindtHorsts Begräbniß. Mit großen Ehren haben die politischen und kirchlichen Parteien Hannovers den verdienten Sohn des Landes soeben zur Ruhe bestattet. Die Ungunst der Witterung beeinträchtigte den Eindruck der Feier. Ein trüber Nebel, der sich in den Morgenstunden zu einem Sprühregen verdichtete, hing über Ler Stadt, in Folge dessen kam es außer am Bahnhof, sowie an den Straßenkreuzungen nirgends zu allzugroßen Menschen- «»sammlungen - hier und da zeigte sich eine aus Halbstock gehißte Flagge, sonst war die Physiognomie der Stadt unverändert geblieben. Um 6 Uhr Morgens war der Sarg am Bahnhof eingetroffen und dorr von der Geistlichkeit empfangen und eingesegnet und sodann in den Kaiserzimmern Les Bahnhofs ausgebahrt worden. Den vielen Blumenspenden, Lie von Berlin mitgekommen waren, gesellten sich Hunderte von neuen Kränzen zu. Um 9 Uhr setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Vorau schritten zwei Militärcapellen in Civil, dann kamen etwa vierzig Geistliche verschiedener Grade. Dem Sarge vorausgetragen wurden die Großkreuze des Ernst- August- und des österreichischen Eisernen Kronenordens. Es salzte der vierspännige Glas-Leichenwagen, von Mitgliedern Ler Centrumssraction geleitet. Den Sarg bedeckten die Stränge des Kaisers und des Prinzregenten Luitpold. Au der Spitze des Trauergesolges schritten die zwei Enkelkinder Windthorsts, die übrigen männlichen Anverwandten, ein Adjutant des Kaisers, die Vertreter der Behörden und die Eentrumsfraetion des Reichstags in geschloffener Vollzähligkeit. Sodann entwickelte sich der Zug der Vereine und De- pvtationen- jeder Abordnung wurde eine Fahne und ein Kranz mit Widmungsschleisen vorausgetragen. Man zählte achtundfünfzig in Flor gehüllte Banner. Die Führung hatten Lie Vereine von Meppen. Hieraus kamen katholische Studenten- Derbindungen von Göttingen in Wichs und Deputationen von Knappschafts-Verbänden mit brennenden Grubenlichtern. Unter Len Klängen des Chopin'schen Trauermarsches bewegte sich her Zug, der etwa dreitausend Theilnehmer zählte, durch die Georg- und die Nordmannstraße, am alten Nicolai-Friedhofe vorüber, seinem Ziele zu. Schon von ferne begrüßten die Glocken der Marienkirche den Zug. Am Thurmportal empfing Ler Bischof von Hildesheim unter großer Assistenz den Sarg, Ler unter Orgeltönen und Chorgesang zum Hauptaltar getragen wurde. Nur zum kleinsten Theil fand das Trauer- gefolge in der Kirche Platz. Die Zeremonie mit der Trauerrede, worin der Bischof den Staatsmann und den treuen Sohn der Kirche feierte, währte anderthalb Stunden. Hieraus wurde der Sarg in die Gruft gelassen. Die Maurer begannen ihre Arbeit. Der Lärm der Werkzeuge hallte durch die Kirche und nach Kurzem war für immer Las verschwunden, was sterblich gewesen von Ludwig Windt- horst. Fr. Ztg. Rom, 17. März. Prinz Jerome Napoleon, der Sohn Les früheren Königs Jerome von Westfalen und Neffe des Kaisers der Franzosen, Napoleon I., ist gestorben. Neueste Nachrichten. WoW telegraphisches Lorrespondenz-vureau. Berlin, 18. März. Der „Reichsanzeiger" publieirt das Privilegium wegen Ausgabe auf jeden Inhaber lautender Anleihescheine der Stadt Frankfurt a. M. über 12 Millionen Mark. Berlin, 18. Mürz. In der Sitzung der medieinischen Gesellschaft mahnte Professor Guthmann zur Vorsicht bei der Anwendung des Liebreich'schen Mittels. Unter sieben Fällen zeigten drei bedenkliche Einwirkungen auf Nieren, Harn und dergleichen. Dr. Lublinski hat bei 22 Kehlkops- sällen unangenehme Nebenwirkungen nur vereinzelt und vorübergehend beobachtet, dagegen vielfach Vorheilung oder besseres Aussehen constatirt. Er glaubt, Guthmann habe zu vorgeschrittene Falle ausgewählt. Wie«, 18. März. Das osfiziöse „Fremdenblatt" bestätigt die Nachricht, daß dem österreichisch-ungarischen General- conful in Valparaiso, Linnich, seitens der chilenischen Regierung das Exequatur entzogen worden ist, jedoch fehlen noch authentische Berichte darüber, ob die Beschuldigung, Linnich hätte Correspondenzen für die Aufständischen vermittelt , begründet sei oder nicht. Eine Bestätigung der Meldung, daß Linnich als deutscher Staatsangehöriger aus- gewiese« sei, liege nicht vor. UebrigenS habe Linnich sofort xad) Entziehung des Exequatur den deutschen Collegen ersucht, den Schutz der österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen zu übernehmen, was auch mit Genehmigung des deutschen Gesandten geschehen sei. Die österreichischen Consuln in Jquique, Puerto Monte und Tacua seien auf ihren Posten anwesend. Pari-, 18. März. Die Blätter beschäftigen sich mit dem Tode der Prinzen Jerome Napoleon. Die republikanischen Journale bemerken, daß sein Tod keinerlei politische Bedeutung habe. Die royalistischen fällen über den Verstorbenen sehr strenge Urtheile; in Betreff der Consequenzen, welche der Tod für die Imperialisten habe, sagt der „Figaro", falls Prinz Victor Napoleon zum Erben designirt sei, werde sich die Einigung der bonapartistischen Parteien rasche- stens vollziehen. Paris, 18.März. Die telephonische Verbindung Paris-London wurde durch den Handelsminister nebst seiner Gemahlin und dem englischen Botschafter Lytton in aller Form eröffnet. Die Genannten waren im Hauptpostamte in Paris anwesend und unterhielten sich mit dem Gcne- ralpoMieister in London. London, 18. März. Einer Lloydmeldung aus Gibraltar zufolge wird die Zahl der Ertrunkenen von der gesunkenen „Utopia" auf gegen 500 geschätzt. Bisher sind 318 gerettet und 90 Todte aufgefunden worden. Rom, 18. März. Am Sonntag findet in der Kirche del Anima eine Seelenmesse für Windth0rst statt, wobei die Sänger der sixtinischen Capelle Mitwirken. Der Papst läßt sich durch Cardinal Rampolla vertreten. Rom, 18. Mürz. Vor Eröffnung der heutigen Kammer- sitzung schleuderte ein entlassener Bahnhofgepäckträger von der Gallerie aus ein Gesuch in den Sitzungssaal unter dem Ruse: „Exzellenz, ich verlange Gerechtigkeit!" Derselbe wurde verhaftet und zur Polizei geführt, dürfte aber, da dem Zwischenfall keine Bedeutung beigelegt wird, wieder entlassen werden. Brüssel, 18. März. ES verlautet, die Centralsection werde morgen den Gesetzentwurf, betr. die Verfassungsrevision, ablehnen. Petersburg, 18. Marz. Der Regierungsbote veröffentlicht ein kaiserliches Rescript, wodurch der Gen eralg ouver- neur Finnlands beauftragt wird, den treuen Untertanen des Kaisers in diesem Lande mitzutheilen, daß Se. Majestät geneigt sei, dem finnischen Volke wie früher sein Wohlwollen und Vertrauen zu schenken, ihm seine Fürsorge zu widmen, die ihm von dem russischen Monarchen verliehenen Rechte und Privilegien stets zu bewahren, und daß es nicht in der Absicht des Kaisers liege, die Grundlage der im Lande bestehenden inneren Verwaltungs-Ordnung abzuändern. In dem Schriftstück, das die Antwort des Kaisers auf die Ergebenheits- abreffe der finnischen Landstände ist, drückt der Kaiser seinen herzlichen Dank für die Adresse ans und schließt mit der Bemerkung, er fei von der Ergebenheit der Bevölkerung Finnlands zu erwarten berechtigt, daß sie einmütig an der Verwirklichung feiner Meinungen, welche auf die Festigung des staatlichen' Verbandes des Großfürstenthums mit dem Reiche abzielen, Mitwirken werde. Bukarest, 18. März. Der Generalsecretär des Auswärtigen Amtes, Latrovary, ist aus Pest zurückgekehrt,- er hält seine Demission aufrecht, um bei den nächsten Wahlen zu candidiren. Rio Le Janeiro, 18. März. Dreißig brasilianische Depu- tirte proteftirten in einem Manifest gegen die Politik der gegenwärtigen Regierung. ml jiijbii iiurrn—Twrn-fTr-rr1 * * **Ö Gießen, 19. März. — Schwurgerichtsverhandlung vom 18. März. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit kam die Strafsache gegen Christian Böttcher aus Bofferode wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit zur Verhandlung. Die Anklage vertrat Herr Staatsanwalt Theobald, die Verteidigung führte Herr Rechtsanwalt Weidig, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren Schmidt, Kalbhenn, Becker (Gießen), Hämmerle, Schäfer, Bogt, Binz, Oppenheimer, Jhring, Euler, Gernand und Baumann. Letztere bejahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage, verneinten jedoch die weitere Frage nach dem Vorhandensein mildernder Umstände, woraus der Gerichtshof eine Zuchthausstrafe von fünf Jahren gegen den Angeklagten aussprach unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Nach Verkündigung des Urtheils wurden die Schwurgerichts- verhandlungen für dieses Quartal für geschlossen erklärt. — Während der Ferien bleibt von nächsten Sonntag ab das Museum deS Oberhesfischen Geschichtsvereins im alten Rathhanse geschloffen. Ilbenstadt, 15. März. Der bekannte Gastwirth Grix von hier war im vorigen Herbste gelegentlich des Pferdemarktes zu Friedberg von dem Handelsmann Kaufmann und Genossen thätlich angegriffen und nicht ungefährlich am Kopfe verletzt worden. Vorigen Dienstag stand die Sache am Amtsgericht Friedberg zur Verhandlung. Kaufmann wurde zu sechs Wochen Gesängniß verurtheilt und hat außerdem an Schmerzensgeldern und Heilkosten nicht weniger als 2713 Mk. ju zahlen. ___ — — 1 1 »'■ - ■■ .....~~---------------- * WonnS, 18. März. In einer gestern Abend dahier abgehalteneu Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde der Antrag der Metzgerinnung von Worms, auf Erhebung von Octroigebühren auf das zur Einfuhr kommende Geflügel und Wildpret, von der Versammlung mit großer Majorität abgelehnt. Die Motive zur Ablehnung gaben die Mittheilungen deS Finanzausschusses, daß die Ausgaben für Beamte, Bureaukosten rc. größer seien als die Einnahmen, welche durch die Octroigebühren zu erwarten seien. * Alzey, 16. März. Der Seminardirector Dr. Eisen- Huth veröffentlicht in den hiesigen Blättern eine Erklärung, in der er mittheilt, daß wie schon in früheren Fällen so auch jetzt anonyme Denunciationen einlaufen, durch die Schüler des Seminars grober Verletzung der Schulgesetze — durch Wirthshausbesuch — beschuldigt werden. Dr. Eisen- huth fordert Diejenigen, die eine Beschwerde gegen Seminaristen vorzubringen haben, auf, ihm mündlich oder in einem mit Namen unterschriebenen Briefe Mittheilung zu machen, woraus er Untersuchung einleiten werde, und schließt seine Erklärung wie folgt: „Von anonymen Denunciationen werde ich jedesmal dem ober den beschuldigten Seminaristen Mittheilung machen und sie zu correcter Haltung und tadelloser Führung ermahnen. Niemals aber werde ich auf Grund einer so niederträchtigen und feigen Handlung, wie eine anonyme Denunciation ist, eine Untersuchung einleiten." *= Frankfurt a.M., 18 März. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung eine Naturalleistung der Stadt für die elektrotechnische Ausstellung in Höhe von 50,000 Mk. unter der Bedingung, daß riese Summe der Stadt aus etwa verbleibenden Ueber- chüssen in erster Linie zurückzuzahlen sei und unter der erneren Bedingung, daß während der Dauer der Ausstellung 10 Zehnpfennigtage eingerichtet werden. — Der städtische Haushaltungsplan für 1 89 1/92 sieht in Einnahmen 11,971,165 Mk., in Ausgaben 11,971,561 Mk. vor, was einen Fehlbetrag von 395.35 Mk. ergibt. Die Position „landwirthschastliche Zölle" wird zur Deckung um 150,000 Mk. erhöht, so daß ein Dispositionsfonds von 149,600 Mk. verbleibt. Das Extraordinarinrn beträgt 8,107,111 Mk., wovon 4,133,000 Mk. durch Anleihen zu decken sind. — Ein internationaler Schwindler, der Rheinländer sein und Wolter heißen soll, wurde hier gefänglich eingebracht. Derselbe soll bedeutende Schwindeleien verübt und auch schon jenseits des Oceans seine Kunst versucht haben. * Ein „Kaninchenessen" hatte der allgemeine deutsche Verein für Kaninchenzucht und Kaninchenverwerthung in Berlin am Mittwoch veranstaltet, lieber 500 Gesuche um Billets waren eingegangen; der mangelnde Raum hatte den Verein aber gezwungen, nur 70 Gesuche zu erfüllen. Die Speisen sollen gut gemundet haben. Der Verein beabsichtigt nunmehr, in einem großen Locale eine Art Volksfest zu veranstalten, bei dem jeder Theilnehmer für 50 Psg. eine Portion Kaninchenfleisch erhalten soll. * Die Kutscher der Berliner Aerzte werben jetzt weiße Hüte tragen , damit man sofort den Wagen eines Arztes kennen kann. Die Berliner Aerzte sind übereingekommen, diese Einrichtung dort allgemein einzuführen,- dieselbe kann nur praktisch genannt werden. * Oppeln, 17. März. Der wegen Raubmordes zum Tobe verurtheilte Zigeuner Anton Pawlowsky aus Bobrek, Kreis Beuthen, wurde heute Morgen 6 Uhr im hiesigen Gefängnißhose durch den Scharfrichter Neindel enthauptet. Der Verbrecher hat die That reumüthig eingestanden. Eingesandt. Gieße«, 19. März. (Unlieb verspätet.) Vergangenen Samstag veranstaltete der hiesige „Mä««er- Gesangverein" im Saale des Caf6 Leib eine Abendunterhaltmrg, welche sich einer regen Theilnahme zu erfreuen hatte. Da« g«t gewählte, für Ernst und Humor reichhaltige Programm erntete bei dessen sorgfältiger gediegener Ausführung reichsten Beifall und bietet die Gewähr, daß der Verein bei fernerem eifrigen Vorwärtsstreben ganz besonders in seiner Pflege des Volksgesanges unter der vorzüglichen Leitung seines Dirigenten, des Herrn Mufikdirectars Krauße, bald zu einem der beliebtesten und besten gehören wird. Literatur rind Kunjt — Von dem Journal für moLerue Mädel (Renaiffaoce- ftil), herausgegeben von practischen Fachmännern, das im Verlaße von W. Kohlhammer in Stuttgart erscheint, ist jetzt daS 4. Heft der 7. Abtheilung herausgekommrn. Dasselbe enthält u. A.: Büffet, Eckschronk, Credenzschränkchen, Divan, Auszugtisch, Lehnstuhl, Truhe, Abstelltisch, Schemel; es kann somit als sehr reichhaltig bezeichnet werden. Beigegeben sind genaue Grundrisse und Seitendurchschnitte, Zeichnungen aller Details in natürlicher Große und genaue Preisüberschläge. Die Maße find in Zentimetern angegeben, Maßstab 1 : 10. Der Umschlag enthält einen «ehr belehrenden Artikel über Bildhauerkunst bei den Griechen und Römern. DaS Unternehmen, das wir schon mehrfach lodend erwähnt haben, ist auf die Bedürfnisse des mit seinen Leuten ohne Dampf banttrenben Meisters berechnet und bietet diesem Vorlagen zu einsachen und doch stilgemäßen Möbeln; wir können es den Interessenten, Gesellen wie Meistern und namentlich auch Gewerbe- und Fortbildungsschulen, sehr empfehlen. Der Preis des HefteS beträgt 1.50 Mk. Verkehr, £aitö« «nd Volksrvirthtzchaft. Limburg. 18. März. Fruchtmarkt. Rother Wetze» JL 17 70, weißer Weizen 17.50, Korn X 13 55, Gerste X 1660, Hafer 7 60 Erbsen , Kartoffeln Frankfurt - 18. März. Marktpreise. Heu pro 100 Ko- JL 4 60-6.80, Stroh -A 4.---4 60, Kartoffeln 4.50 bis 7.50, Butter per Pfd. JL. 1.10—1.25, Eier per St- 6—7 Roggenbrot» 4 Pfd. 45 do. feines 48 gemischtes 6 Pfd- 86 KrhWssrirrhVkht«. Bremen, 1. März. sPer transatlantischen Telegrapb.s Der Schnelldampfer Eider, Capitän H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. März von Bremen und am 8. März von Southampton abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalren in Newyork angekommen. Bukin Stoff genügend in einen Anzüge »eine Wolle nabeltet«« 1« Mk. 5.86 Pf. fftt eine Hofe allein dloö Mk. S.85 Pf. durch das Bnxkli-Fabrlk-Mpat Cettinget 4 «».. 0r«*<. tnrt ‘ . 3ler gefänglich jn *ltifn beruht e M versucht deutsche 'enverwerthun. in er 500 Gesuche um )e Raum hatte den -u erfüllen. Die Verein beabsichtig t Volksfest zu ver- W eine Portion "den jetzt weitze V eines Arztes 1 ubereingrkommen, |Xeni dieselbe kann tja# 19.3Jtär$. hiesige M„er- Abendunterhattang, in hatte. Programm erntete bei sirn BrW und bietet rigm VorwirtSsirebm sangeS unter der mv Herrn Mufikdirectaü und bestm gehören mjt. t WM (totgwf- im, bii Im toW if, ij> W bei W enthält u. 8l.: fasset, jMMnMl,»* ;r «idÄ Mjiut mb Satenbutitf&W E>e und genaue Prm- i angegebm, MaWb »bunbtn WH » , Das Uoterneh«m. ttrtlUeM«# taWÄ ^Hirifiernunb^ sehr empfehlen, ** w«w4 t&,S» r ooin Jtü nX EM Ä T5*8 w -ne"- rt 6 r[104’1 s bet 3fi6rli<6 ^SiS Cokes. Gegenwärtige Preise: Stückeokes......1.15 per Ctr. ab Gaswerk, Nutzestes in drei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung zerkleinert und für alle Ofenschächte passend . . . „ 1.25........♦) Die Anfuhr an das Hans erfolgt von dem Gaswerk aus bei Abnahme von mindestens 5 Centnern und werden für dieselbe 5 Pfg. per Ctr. berechnet; von Herrn Emil Pistor werden auch Heinere Quantitäten als 5 Centner zugeschickt. Städtisches Kas- und Wasserwerk Hießen. *) Zerkleinerung der Cokes betreisend. Außer der seither üblichen Zerkleinerung der Cokes für größere früüöfen wird jetzt noch, um daS Nachruischen der CokeSstückchenin den neueren riefen mit engeren Füllfchächten zu erleichtern, eine Zerkleinerung in der Korngröße von 8ln1hraci!tohlen, sowie eine noch etwas kleinere Sorte als letztere hergestellr. Mr bitten unsere geehrten Abnehmer, durch Versuche die zweckmäßigste Korngröße für die betreffenben Offen zu ermitteln und bei Bestellung von zerkleinertem CokeS die gewünschte Sorte — Nr. 1 etwas größer als Anthracit, Nr. 2 in der Größe des Anthracit, Nr. 3 kleiner als Anthracit — zu bezeichnen. D. O. Sammte, Pelusch u. Seide«-, stoste für Ä(e Iber Verzierung in großer Auswahl und billigen Preisen empfiehlt A. Fangmann, 1705) Bahnhofstraße 29. Einen Posten B«ck-kin «Nester verlausen wesentlich unter Preis [2229 Gebrüder Scheel. ♦ Oesaugbücher ♦ ♦ elegant gebunden ♦ ♦ in der 2488 £ ♦ I. Ricker'schen Buchhdlg. * Holzversteigerung. Dienstag de« 24. und Mittwoch den 26. März 1891 sollen in dem Gemeindewald zu Hungen in den Distritten Herborn, Langsdorser Grenzwald, Galgenwald, Marksteinmühl, Buchwald und Eichen- stücke nachstehende Holzsortimente versteigert werden: I. Brennholz. Scheiter rm Knüppel rm Reisig rm Stöcke rm Buche 509 41 389 264 Siche 5,8 74.6 620 115 Radel — 39 176 40 II. Bauholz. 128 Nadelstämme von 15—31 cm Durchm., 6—21 m Länge, 73,82 fm, 8 Kiefern schnittholz- stiimme „ 35—42 „ „ 6—11 „ „ 8,22 „ 33 Nadelderbstangen „ 6-13 „ „ 6—10 „ „ 1,27 „ Am ersten Tag kommt das Brennholz zur Versteigerung und ist der Anfang im District Eichenstücke. Am zweiten Tag wird mit der Brennholzversteigerung im District Tangsdorser Grenzwald fortgefahren Nachdem die Brennholzversteigerung beendigt, wird mit der Bauholzversteigerung im District Herborn sortgefahren. Der Anfang der Versteigerung ist an beiden Tagen Vormittag- 9 Uhr. Hungen, am 18. März 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Bender. 2583 Verdingung. { Holz-Versteigerung Die Anlieferung von 2000 cbm; Lahnkie» auf die Lagerplätze bei Bahn-, Hof Wetzlar soll unter Zugrundelegung ■ der in Nr. 295 der „Kölnischen Zei-1 hing" vom 24. October 1889 ver-! offentlichten Bedingungen in einem, Roose vergeben werden. Verdingung«- ■ unterlagen können bei der unterzeichneten Dienststelle eingesehen, auch gegen Erstattung von 0,50 Mark von dort bezogen werden. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind versiegelt und kostenfrei bis Mittwoch den LS. diese- Monat-, Vormittags 10 Uhr, einzureichen. ZuschlagSfrist 14 Tage. 2564 Wetzlar, den 16. März 1891. König!. Eisenbahn-Bau-Jnspectton III. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 23. März 1891, von Vormittag« 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Distritten Buchwald, Bahnholz, Ober- sörsterwiese, Bruch und Hang nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 29 Fichten- und Kiefern-Stämme mit 11,57 Festm., 131 Fichten-Stangen mit 50,20 Fstm., darunter Weißbinder- u. Spalierstangen. B Brennholz. Schetth. Priigelh. Stockh. Nrrsh. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Buchen — — - 3410 Eichen 6 — — 1900 Nadel 93 114 30,5 6340 Weichholz— - — 1270 und Dornen in dem Walde der Gemeinde Wieseck. Die«-tag de« 2«. « Mittwoch de« LS. März 1891, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll iw dem Wiesecker Gemeindewald, District Badenburger Wäldchen, das nachverzeichnete Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz: 73 Gichenstämme bis zu 69 Centi- Bieter Durchmesser mit 63,83 Festmeter. 2 Bucheilstämme bis zu 54 Centi- «eter Durchmesser mit 3,64 Festmeter, 6 Nadelstämme mit 1,41 Festmeter, 26 Sichennntzscheit mit 18,20 Festmeter. B. Brennholz: Scheith. Knüppelh. Stickh Ncish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen. Buchen 364 58,8 36 3830 Eicken 186,2 76 33 1785 Bemerkt wird, daß das Stammholz und Eichennutzscheit am ersten Tage zuerst zur Versteigerung kommt Die Zusammenkunft ist an beiden Tagen zur angegebenen Stunde in dem genannten District Wieseck, am 18. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 2593 Arbejtsmgebllvg. Montag de« 23. I. M., Mittags 1 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Alten-Buseck nachbenannte Unterhaltungsarbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden: JL Maurerarbeiten veranschl. zu 363-54 Spewglerarbeiten „ „ 29.— DachdeckerarbeÜen „ „ 20.— Glaserarbeiten „ „ 90.— Wüßbinderarbeiten „ „ 14.50 Gießen, den 18. März 1891. Senßfelder, 2527 Bezirks-Bauaufseher. I Herren-Hemden «ach Maaß in bester Ausführung von Mk 3.— an. J. Kaan jr. um Kreuz. Die Zusammenkunft ist am Lumpen- mannsbrunnen. Gießen, am 16. März 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth._____2473 Freitag den 20. ds. Ms., Nachmittags 2 Uhr, in der Bieker'scheu Hofraithe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Schwein, 1 Cafsaschrank, 1 Ladeneinrichtung, 1 Bierapparat, I Pianino, 1 Regulator, 1 Consolchen, 2 Com- moden, 1 Sessel, Stühle, 1 Nähmaschine u. s. w. Gngel, 2563 Gr- Gerichtsvollzieher. Ireiwg den 20. Mär?, von Bormittaüs 9 Uhr Uttd Nachmittag- 2 Uhr au, im Gg. Möhl'schen Laden zu Gieße« (Bahnhofstraße 1): Fortsetzung der Versteigerung von Cognac, Champagner, Cigarren, Cigaretten rc. Engel, 2584 Gr. Gerichtsvollzieher. Istilgeöotenes. 2576] 20-30 Ctr. Dickwurz verkauft ______________Carl Steinberger. Garnirte Damen- und Aädchen-Strohhüte empfiehlt in reichhaltiger Auswahl billigst [2579 Wettergasse 3._______Bertrand. Durch neuen günstigen Geleaenbeitskauf gebe ich eine Parthie Handschuhe, schwarzen und farbigen Peluche, Sammt, sowie Bänder in schwarz, roth und allen sonstigen Farben und dann einen großen Dosten Vorhänge, Stickereien. 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