Auswahl, iger. Sten. ugch nUktoM s incert der 49. Jnsan/.- eibgarde)Regmts. i’fb Jnf.-Regmts. )erKO75A in der E. Challier- lph) zu 50 Psg. zu _______________7385 sli w -enbrau. vorzüglicher Stoll. Hager ng, MTtern")f ,eister Noll. stes Schublager- 7291 — a |e andern Zeitungen i. Fachzeitschriften desln- schnellsten *■-billigster. Frankf art «- ®" Zed , . „r9ti= Auskünfte :eichni8se gratis. Wer. za Diensten. 383^ litarbeit *£&&&** 5ir«n «> R-L-brL- F5T5S geltet^’ ffrfSS**1 tbflt uj»Ä ÄnseriiS^ [di LArM-A <• ""/rt Ltt^' Nr. 191 Mittwoch den IS. August 1891 Der •Mtim A*ieigtt «fchnnt täglich, ett LuSnahmr deS Montags. Wt Gießener »nrdea dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Vierteltiyriger Asonnementspret»; 2 Mark 20 Psg. m» Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaktion, LxpedM», und Druckerei: -chntstraße Nr.D Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblatt für den Nveis Gieren. , ,,L.J.S—JM"1 ■—uyg' SSg^CS^Jl/L^ZZLr-Kx.-. . . .->. . 1. - -II. ■—- ‘L-—LmUJ ■ Tir 'Ulk I Hr-tisE---- Ki-ß«« ^0^1^ 2lnrtlLchsr» Theil. Anfragen über dienstliche Verhältniffe werden in der Privatwohnung des Bezirks - Commandeurs nicht mehr angenommen, dagegen an Wochentagen von früh 8 bis Abends 6 Uhr, Sonntags am Vormittag im Dienstgebäude, Seltersweg Nr. 55, beantwortet. Grobherzogliches Bezirks-Commando. Caspary, Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur. Zur Lage der deutschen Industrie. Die Ungunst der Zeiten in unserem Vaterlande, welche sich schon längst in den hohen Preisen der nothwendigsten Lebensmittel wiederspiegelt, kommt nicht zum Mindesten auch in der gedrückten Lage der heimischen Industrie zum Ausdruck. Es hieße gewiß bedeutend übertreiben, wollte man behaupten, es herrsche in Deutschland eine allgemeine geschäftliche und industrielle Crisis. Allerdings läßt sich nicht leugnen, daß zahlreiche wichtige Zweige der deutschen Industrie unter ungünstigen Conjuncturen leiden, infolgedessen sich bei ihnen eine mehr oder minder in die Erscheinung tretende geschäftliche Flauheit herausgebildet hat. Es gilt dies namentlich von den verschiedenen Betrieben in der Textil-Jndustrie, in denen zum Theil wegen Mangel an genügenden Aufträgen nur halb so viel gearbeitet wird, wie in früheren Jahren, oder wo man zum Theil aus Lager arbeitet, ohne daß sc bald Aussicht vorhanden wäre, daß erhöhte Nachfrage der Ueberproduction begegnen werde. In Verbindung mit den Klagen über mangelnde Aufträge, besonders aus dem Auslande, erheben sich aus den Kreisen unserer Industriellen Klagen über vielfach außerordentlich gedrückte Preise für zahlreiche Artikel, welche Preise manchmal kaum die Betriebskosten decken. So klagt man in den Leder- waarensabriken, in den Papierfabriken, in der chemischen Industrie, in den Färbereien, in den Möbel- und Bautischlereien, in den Gold- und Silberwaarenfabriken und noch in so manchen anderen industriellen Zweigen, und überall hallt derselbe Refrain wieder: „Zu wenig Aufträge und gedrückte Preise!" Die Ursachen der in vielen Betriebszweigen herrschenden geschäftlichen Flauheit sind natürlich nicht überall dieselben, aber im Allgemeinen wirkt hierbei doch in vielen Fällen die eingetretene Vertheuerung der nothwendigsten Lebensmittel mit ein, da dieselbe selbstverständlich die Kaufkraft des großen Publikums schwächt. Auch die sich für manche Artikel bemerklich machende schärfere Concurrenz des Auslandes, dann in so manchen Zweigen, welche hauptsächlich mit Nordamerika zu thun haben, die Wirkungen der dortigen Mac Kinley-Bill, schließlich die auch wieder wankender gewordenen politischen Aussichten sind allgemeinere Ursachen der in unserem Vaterlande herrschenden theilweisen industriellen Flauheit. Jedenfalls kann nicht mehr geleugnet werden, daß die deutsche Industrie vielleicht schon seit einem Jahre den Höhepunkt ihrer Anfang der 80 er Jahre eingetretenen Prosperität wieder überschritten hat, die Gesammtlage der Industrie ist nicht mehr eine sonderlich günstige zu nennen und diesem Stande der Dinge entspricht auch das Darniedcrlicgen des Kleingewerbes und die sich im Handel durchgängig bekundende wirth- schaftliche Depression. Hierzu kommt noch, daß bei allen betheilig- ten Factoren sich anscheinend eine verminderte Schaffensfreudigkeit kundgiebt, welche bedauerliche Erscheinung natürlich eine gesunde und gedeihliche Fortentwickelung der deutschen Gewerbs- thätigkeit ebenfalls in Frage stellt. Endlich muß noch berücksichtigt werden, daß die deutsche Industrie im Hinblick auf den bevorstehenden Ablauf der zwischen den Hauptstaaten des Weltverkehrs abgeschlossenen Handelsverträge keine klaren und bestimmten Dispositionen treffen kann, eben weil sie sich in Unkenntniß über die künftigen Zollsätze befindet, und es ist ganz erklärlich, wenn hierdurch die Unternehmungslust gedämpft und der Kreis der geschäftlichen Speculationen eingeengt wird.' Wie lange die hier angedeuteten allgemeinen Ursachen der gegenwärtig die deutsche Jndustriethätigkeit beherrschenden ungünstigen Conjuncturen noch andauern werden, entzieht sich einstweilen noch einer bestimmten Voraussage. Da sich indessen die Ursachen nicht von gestern aus heute eingestellt, sondern vielmehr erst nach und nach herausgebildet haben, so läßt sich wohl sagen, daß sie auch nicht mit einem Schlage wieder verschwinden werden und dies zwingt zu dem Schluffe, daß die gedrückte Lage des deutschen Industrie-Marktes ver- muthlich noch einige Zeit sich behaupten wird. Die deutsche Negierung hat es indessen bis zu einem gewiffen Grade in Lrr Hand, wenigstens in etwas zur Wiederbelebung und Aufrichtung der einheimischen Jndustriethätigkeit beizutragen, dadurch nämlich, daß sie sich bestrebt, durch Abschluß günstiger Handelsverträge der vaterländischen Industrie die gegenwärtigen Absatzgebiete zu erhalten und ihr neue zu erschließen. Man darf zu der Reichsregierung auch das Zutrauen hegen, daß sie bei den jetzt schwebenden wie bei den noch bevorstehenden handelspolitischen Unterhandlungen, bei denen sie betheiligt ist, sich von dieser Richtschnur leiten läßt- alsdann erscheint die Hoffnung berechtigt, daß sich bei Erhaltung des äußeren Friedens die Verhältnisse der deutschen Industrie und damit die der einheimischen Arbeiterkreise wieder bessern werden. Deutsches Reich. Berlin, 17. August. Der Erlaß des russischen Roggenaussuhrverbotes wird keinerlei Veränderung in der Stellung der deutschen Regierung zu den Kornzöllen herbeisühren. Wenigstens glaubt die „Nordd. Allg. Ztg." zu wissen, die Regierung halte nach wie vor an ihrem Standpunkte bezüglich der Kornzölle fest und sei auch nicht geneigt, Erklärungen abzugeben. Wenn die deutsche Regierung auch jetzt, gegenüber dem in Folge des russischen Ausfuhrverbotes vorauszusehenden Roggenausfalles in Deutschland, von einer Ermäßigung oder gar Suspension der Kornzölle nichts wissen will, so wird sie hierbei vermuthlich durch die Hoffnung aus ein noch zu erwartendes günstiges Ernte- Ergebniß in Deutschland und auf überseeische Zufuhren geleitet. Jedenfalls kann nur gewünscht werden, daß die Regierung sich in diesen Voraussetzungen nicht täuschen möge. Was im Uebrigen die ausgetauchte Behauptung anbelangt, das russische Roggenausfuhrverbot sei in erster Linie als ein politischer Schachzug gegen Deutschland und Oesterreich auf- zusaffen, so ist dieselbe schwerlich stichhaltig. Unzweifelhaft besteht in gewiffen Gegenden Rußlands ein durch Mißernte, dann auch wohl durch andere Ursachen hervorgerusener Noth- stand, dem durch das Ausfuhrverbot, welches den überschüssigen Roggen im Lande zurückbehält, gesteuert werden soll. Dies wird auch durch Aeußerungen russischer und polnischer Blätter bestätigt. Z. B. hebt die „Gazeta Handlowa" (Handelszeitung) in Warschau in einer Besprechung des Ausfuhrverbotes hervor, dasselbe bezwecke den Ankauf von Roggen zu normalen Preisen für die Militärmagazine und die nothleidende Bevölkerung. Nach Erreichung dieses Zweckes werde der Grund des ferneren Ausfuhrverbotes sortfallen. — Heber die Beschlüsse, welche das preußische Staatsministerium in seiner am vorigen Samstag ab- gehalteneu Sitzung gefaßt hat, liegen noch keine authentischen Mittheilungen vor. Es ist allerdings wohl zweifellos, daß die Berathungen in der Hauptsache der Frage der Getreidezölle, namentlich im Hinblick auf das russische Roggenausfuhrverbot, gegolten haben. Aber die von einer Berliner Correspondenz verbreitete Meldung, es sei vom Ministerium beschlossen, vorläufig die Aufhebung der Getreidezölle nicht zu befürworten, sondern den Gang der Dinge abzuwarten, ist zunächst wohl nur eine Combination, die auf dem bisherigen Verhalten der Regierung in der Angelegenheit der Getreidezölle fußt. Es schließt dies freilich nicht aus, daß obige Meldung in der That dem Verlaufe der Staats- ministerial-Sitzung entspricht, um so wünschenswerther wäre cs aber alsdann, wenn hierüber baldigst eine Mittheilung von zuständiger Seite erschiene, schon die Wichtigkeit der Sache erfordert dies. (S. Depeschen des Bureau Herold). Netteste Nachrichten WclffS telegraphisch^ Torreipondenz-Burean Berlin, 17. August. In Folge der übertriebenen Steigerung der Roggenpreise liegt die Absicht vor, zur Brod- ernährung der Armee Weizen heranzuziehen. Berlin, 17. August. Die „Berliner Politischen Nachrichten" können aus zuverlässiger Quelle bestätigen, daß die Verletzung des Kaisers am Knie vollständig geheilt und nur noch bezüglich des Reitens Vorsicht nothwendig sei. Die Rücksicht hieraus war für die Wahl Kiels zum Aufenthaltsort für die nächste Zeit maßgebend. Kassel, 17. August. Gestern Nachmittag fand unter militärischen Ehren die feierliche Ueberführung der Gebeine des Obersten Wackenitz nach dem Bahnhofe statt. Voraus ging eine kirchliche Feierlichkeit in der Garnisonkirche, hieraus erfolgte die Uebergabe der Gebeine an eine Deputation von Offizieren des Gardes du Corps-Regiments. Schwerin, 17. August. Ungeachtet entschiedener Abnahme der Athemnoth ist das Allgemeinbefinden des G r 0 ß h e r z 0 g s weniger befriedigend- wegen ungenügender Nahrung ist der Kräftezustand gesunken. Die Nacht war unruhig. Kisfingeu, 17. August. Heute Vormittag fand im Cur- garten die Grundsteinlegung zum König-Ludwig-Denkmal statt. — Die Abreise des Fürsten Bismarck nach Varzin erfolgt morgen Abend. Bern, 17. August. Nach den neuesten Berichten über das Eisenbahnunglück bei der Station Zollikosen sind die beiden Züge aufeinander aufgefahren. Dieselben folgten sich von Biel her fast unmittelbar. Der erstere konnte das Geleise nicht räumen, da die Linie nach Bern augenblicklich noch nicht frei war. Der zweite Zug soll die Signale nicht beobachtet haben. Prag, 17. August. Die Fe st Vorstellung im neuen deutschen Theater anläßlich des morgigen Geburtsfestes des Kaisers gestaltete sich zu einer großartigen Ovation seitens des Publikums. Am Ausstellungsplatze sanden gleichfalls patriotische Kundgebungen statt. Paris, 17. August. Der Prinz vonWales ist gestern Abend nach Frankfurt a. M. abgereist. Paris, 17. August. In der Nationaldruckerei sind 1500 Arbeiter ausständig - sie fordern die Wiedereinstellung eines Factors. — Heute Vormittag legten 200 bis 300 Rollkutscher die Arbeit nieder. — Im Auftrage des Bischofs von Versailles reiften heute die Pfarrer von Argen- teuil mit drei Geistlichen nach Trier, um den Argenteuiler Christusrock, von dem sie einen Theil mitnahmen, mit dem heiligen Rock in Trier zu vergleichen. — An der gestrigen Gedenkfeier des Schlachttages von Mars-la-Tour und Gravelotte in Mars-la-Tour nahmen 20,000 Personen theil. Die Musik spielte abwechselnd die russische Nationalhymne und die Marseillaise- der Souspräsect Giraud von Briey feierte am Fuße des Denkmals die Allianz mit Rußland. — Prinz Darmong, der Bruder des Königs von Siam, trifft am 23. d. M. hier ein. Paris, 17. August. König Alexander von Serbien wurde heute in Fontainebleau mit den üblichen Ehren empfangen. Carnot begrüßte den König am Bahnhofe. Bei dem Dejeuner hatte Madame Carnot den König Alexander zur Rechten, dessen Vater, Exkönig Milan, zur Linken. Christiania, 17. August. Der Kronprinz von Italien traf gestern in Stavanger und heute Morgen tn Bergen ein, wo er von einer zahlreichen Menge begrüßt wurde. Er reift Nachmittags über Land nach dem Sognefjord, wo er sich aus dem „Neptun" einschifft. Petersburg, 17. August. Das amtliche osfizielle Finanzblatt beziffert den Ertrag des Roggens für das Jahr 1891 auf 711 Millionen Pud - weil größtentheils die Vor- räthe erschöpft und behufs der Verpflegung der Bevölkerung und Aussaat 994 Millionen Pud erforderlich seien, betrage der Ausfall 283 Millionen.Pud, welche durch Kartoffeln uni) Mais ersetzt werden müssen. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 17. August. Nach dem „Reichsanzeiger" wurde am 15. August im Staatsmimsterium wegen Ermä ßigung oder Aushebung der Getreidezölle berathen. Das Ergebniß der Berathung war, daß eine Veranlassung zur Aushebung der Getreidezölle nicht vorliege. Folgende Erwägung ist hiersür entscheidend gewesen. Es liege gegenwärtig, wo noch nicht einmal die Roggenernte beendigt sei, kein Grund vor, die Hoffnung aufzugeben, daß der Ertrag hinter dem Durchschnittsergebmß in den früheren Jahren zurückbleibe. Den Klagen über die Behinderung der Erntearbeiten durch die Ungunst der Witterung ständen zahlreiche Meldungen über reichlichen Erdrusch des eingeholten Korns gegenüber. Ein zutreffendes Bild über den Ernte-Ertrag sei erst nach Beendigung der Ernte möglich. Für die Frage des Nahrungsstoff-Mangels falle thatsächlich das Ergebniß der Kartoffelernte ins Gewicht. Die Annahme eines völlig ungenügenden Ertrages der Kartoffelernte entbehre gegenwärtig der Begründung. Das russische Ausfuhrverbot vermöge nicht die Frage der Herabsetzung oder Aushebung der Getreidezölle zu unterstützen. Ein Ersatz für den Ausfall des russischen Roggens aus Deutschland sei einerseits in der Verwendung von Weizen in erweitertem Umfange und andererseits in der Roggenzusuhr aus anderen zur Abgabe von Roggen befähigten Ländern zu finden. Die Aushebung oder Herabsetzung des Getreidezolles bei der gegenwärtigen Höhe der Getreidepreise würde eine merkliche Einwirkung auf den Brodpreis nicht äußern, eine Herabminderung der deutschen Zölle würde zunächst eine Preiserhöhung aus den Märkten des Auslandes ; hervorbringen. Bei der gleichzeitigen Betheiligung des ! Zwischenhandels äft den Vortheilen der Maßregel würde für I den inländischen Consum nur ein äußerst geringer, vielleicht i gar kein Nutzen erwachsen. Dieser Nutzen ermäßige sich um- 1 somehr, je höher die Getreidepreise und je niedriger das Der- hältniß des Zolles zu denselben ständen. Abgesehen von der durchaus notwendigen Erhaltung und Hebung der Landwirtschaft sei angesichts der schwebenden Handelsvertrags- Verhandlungen jede Veränderung der Getreidezölle für die industriellen Interessen bedrohlich. Die Regierung halte es nicht für angängig, durch eine autonome Zollherabsetzung möglicherweise die Erfolge in Frage zu stellen, welche aus den Verhandlungen für die vaterländische Arbeit erwartet werden. — Die „Volkszeitung" bringt ein Essener Telegramm, wonach der Staatsanwalt bei dem Landgericht die Eröffnung der Voruntersuchung gegen Baare beantragt hat. Der Untersuchungsrichter hat nicht den zuerst in Aussicht genommenen Amtsrichter Neukamp, sondern ein Mitglied des Essener Richtercollegiums ausersehen, welchem der Amtsgerichtsrath Landschütz in Bochum das von ihm bearbeitete Material übergeben soll. Düffeldorf, 17. August. Heute wurde die „32. Hauptversammlung Deutscher Ingenieure" eröffnet. Der vom Vorsitzenden Swowski verlesene Geschäftsbericht constatirt Fortschritte in den Bezirksvereinen durch erfolgte Mehrung der Mitgliederzahl. Wien, 17. August. Gestern und vorgestern fand hier ein von 100 Delegirten — darunter auch mehrere Deutsche — besuchter Schneidertag statt. In den Verhandlungen wurde als bestes Mittel zur Abhilfe gegen die mißliche Standeslage der Strike empfohlen. Brüffel, 17. August. Aus dem Internationalen Socialistencongreß sand eine lange Discussion statt über die Zulassung des italienischen Anarchisten Merlino alias Levy. Es wurde beschlossen, die Entscheidung der italienischen Section zu überlassen. Die polnischen Delegirten Posens beschweren sich, weil ihr Antrag auf Errichtung municipaler Bäckereien nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden sei. Der Präsident erwidert, ein solcher sei ihm nicht zugegangen; es seien 40 Anträge für die Tagesordnung vor Eröffnung des Congresses eingelaufen. Der Delegirte Thüringer, Textilarbeiter, beantragt, daß die Textilarbeiter deutscher und französischer Zunge zunächst gesondert berathen, sodann die gemeinsamen Besprechungen der internationalen Interessen vornehmen. Morgen findet ein internationaler Specialcongreß der Metallarbeiter statt, ebenso veranstalten die Holzarbeiter einen Sondercongreß. Die Engländer verbreiten Pamphlete in englischer und deutscher Sprache gegen die Trades Unions. Brüffel, 17. August. Internationaler Socia- listentag. Nachmittags wurden nach langer Discussion Beschlüsse über das Coalitionsrecht und Strikerecht gefaßt, sodann folgten getrennte Berathungen über die Verbindung und Propaganda. Dr. Aveling kündigte die Ankunft einer Delegation strikender Londoner Tischler an, welche sich an der Discussion des Achtstundentages betheiligen werden. Der Präsident theilte mit, daß auf Kosten der belgischen Arbeiter am Sonntag ein Separatzug nach Gent abgehe. Heute Abend findet ein großes Verbrüderungssest der maison du peuple statt. Die Anarchisten beschlossen, Angesichts ihres Ausschlusses von dem Congreß für Samstag ein großes Meeting. London, 17. August. Der „Times" wird aus Sansibar gemeldet, eine 300 Mann starke deutsch e Expedition sei von Bagamoyo ins Innere abgegangen, um die Mofiti und andere unruhige Stämme zu bestrafen. Adriauopel, 17. August. Truppen stießen in der Nähe der Stadt auf eine Räuberbande von 6 Mann. Ein Räuber wurde getödtet, fünf gefangen genommen. Der Turner Heim. Gießen, 18. August. Wer sich am Samstag und Sonntag durch die Straßen der Stadt bewegte, fand viele Häuser, die im Fahnenschmuck prangten und mußte sich besonders der Fremde fragen, warum hat man denn hier geflaggt? Die Antwort fiel dem Bewohner Gießens nicht schwer, denn es galt ja „das eigene Heim" des hiesigen Turnvereins zu weihen. Zu diesem Zwecke sanden sich schon am Samstag Abend die Mitglieder des Turnvereins und der Vorstand des hiesigen Männerturnvereins im Saale des Cafe Leib zu einem gemüthlichen Commerse zusammen. Der erste Sprecher des Vereins, Herr Wilhelm Herbert, begrüßte die Erschienenen in einer kurzen Ansprache und gedachte dann der vier ältesten Mitglieder, der Turner Gg. Adami, Ehr. Frutig, Fr. Heuser und Louis Petri II., indem er ihnen nach dem von der Generalversammlung gefaßten Beschluß das Ehrendiplom überreichte, worauf Herr Stadtverordneter Louis Petri II. Namens derselben seinen Dank aussprach. Nachdem Herr Ehr. Frutig in kurzen Worten die in der ersten Zeit preisgekrönten Turner erwähnt und die jüngeren zur Nachahmung aufgefordert, schloß er mit einem kräftigen „Gut Heil". Herr Dr. Pitz vom hiesigen Männerturnverein betonte in seiner Rede das feste Zusammenhalten der Turner zum Wohle des Gaues und der deutschen Turnerschaft. Hierauf wurden noch mehrere Glückwunschschreiben, sowie ein Gedicht aus die Turnerei verlesen und jedesmal mit einem kräftigen „Gut Heil" begrüßt. Musik und Gesang hielten die Turner noch lange zusammen. Das gewidmete Gedicht, verfaßt von einem Mitgliede, möge hier in seinem Wortlaut folgen: Dem Turnverein Gießen zur Einweihung seiner Turnhalle und des 45. Stiftungsfestes. Sagt, Turner Gießens, was geht heute vor? Ihr eilet — rüstet — jubelt laut im Chor, Und schmücket Euch, als ginge es zum Feste, Ich glaub gewiß, man gab Euch heut das Beste. Seht doch Die Halle, im Schmucke harret sie der Schaar, Die oft errungen hat den Lorbeer schon fürwahr, Nun öffnet sie weit grüßend ihre Pforte: Seid All willkommen hier am heimischen Orte! Schaut heut, ihr Turner, auf mit freudigem Blick Auf Euere Müh und Arbeit stolz zurück. — Daß stets der Himmel Euch viel Glück verleihe, Dazu geb Gott dem Hause heut' die Weihe. Und mit dem Eichlaubkranz im greisen Haar, So sehen wir im Geiste heut die Turnerfchaar, Wie sie die starken Glieder beugen, strecken — Gut Hell! es find ja Gießens alte Recken; Ihr kommt zu grüßen heut die Turnerschaar? Gut Heil! zum Jubeltag für immerdar. Einst zogen sie auch aus weit überS Meer — Der Nachwelt noch zum Ruhm und Euch zur Ehr. Dort wußten sie dm Lorbeer zu erringm Und auch ein Reislein für Euch mitzubringm, Das, wie wir sehen, gute Früchte trug. — Ha, wie das Turnerherz da höher schlug! Seid wie ein Mann zum Kampfe stets bereit, Dann sehet Ihr entgegen einer goldnen Zeit. Bleibt treu dem Wahlspruch: Frisch, fromm, fröhlich, frei, Gut Heil! Gut Hell! du deutsche Turnerei! Der eigentliche Weihetag, der Sonntag, brachte unsere Turner schon wieder früh auf die Beine, denn jetzt galt es, die Vertreter der verschiedenen Vereine am Bahnhofe zu empfangen. Nachdem dies geschehen, stellte sich um 1 Uhr der Zug an der Restauration Schnell auf und zog unter Vorantritt der Regimentscapelle nach dem aus der Nordanlage neu erstandenen Heim. Hier angekommen begann der feierliche Act mit Uebergabe der Schlüssel an den Verein durch )en Architecten, Herrn Stein, und Uebernahme derselben seitens des Vereins durch den ersten Sprecher. Nach stattgefundener Besichtigung der inneren Räume des Hauses begrüßte der erste Sprecher, Herr Wilhelm Herbert, die Anwesenden und sprach ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen den wärmsten Dank aus. Dann bestieg Mitglied Rechtsanwalt Grünewald den Rednerpult, um in längerer, mit Beifall aufgenommener Rede die Bedeutung des Tages zu schildern. Nach einem kurzen Ueberblick über die Geschichte des Turnvereins, sowie über die Entstehungsgeschichte des Hauses wendet ich Redner seiner Hauptaufgabe zu, indem er das Haus mit dem Spruche „Der Jugend zur Lehr, der Vaterstadt zur Ehr, dem Vaterlande zur Wehr" weiht. Bei der Begründung eines Weihespruches kommt Redner aus die Bedeutung des Turnens in unserer Zeit der größten Anstrengungen und Erfolge des menschlichen Geistes, der Ueberseinerung und Uebercultur, auf den Unterschied desselben vor dem Sport zu prechen. Er erblickt in der deutschen Turnerei die vornehmste Art aller Leibesübungen. Die Turnerei betreibe nur Die Leibesübungen, um ihrer selbst willen, damit der Körper gestählt und der Character gekräftigt werde, und nicht des Wettkampfes wegen. Der Sport dagegen bilde seine Jünger zum Wettkampf aus. Der Turner lege den Hauptwerth darauf, daß der Körper harmonisch ausgebildet und daß die Haltung desselben eine gefällige und ästhetisch schöne sei. Der Sport hingegen kann hierauf kein so großes Gewicht legen, weil der letzte Zweck doch schließlich der Preis am Wettkampf ist. Während das Turnen Jedermann zugänglich sei, setze der Sport immer einen gewissen Wohlstand voraus. — Mit der Einführung des Turnens in die Schule und in das militärische Leben habe man den hohen Werth desselben anerkannt. Aus allen diesen Gründen kommt Redner zu dem Resultat, daß die Bedeutung des Turnens diejenige des Sports überragte und daß letzterer nicht so geeignet sei, die Rolle als erziehliches und sociales Moment zu spielen, wie das erstere. Nachdem der Redner noch den Wunsch ausgesprochen, daß in dem neuen Heim der echte Geist der deutschen Turnerei blühen und gedeihen möge und daß die schöne Blume des nationalen Sinnes hoch emporblühen möge, schließt er mit einem „Gut Heil!" auf das dauernde Blühen und Gedeihen des deutschen Vaterlandes, in welches die Festversammlung begeistert einstimmt. Nachdem dasselbe verklungen, wurde von der Versammlung das Lied „Deutschland Deutschland über Alles" gesungen. Es sprachen sodann noch Herr Oberbürgermeister Gnauth Namens der Stadt, Herr Rothermel aus Darmstadt im Austrage des Kreisausschusses, ferner Herr Gauturnwart Schneider aus Marburg im Namen des Gaues Hessen- schließlich noch Herr Realgymnasiallehrer Dr. Pitz für den Männerturnverein und Herr Kaiser Namens des hiesigen Bicycle-Club. Nach Beendigung dieses Theiles der Feier wurden auf dem Turnplatz oon den activen Turnern eine Anzahl Freiübungen und Stabübungen aufgeführt, an die sich ein Schauturnen anschloß. Um 5 Uhr zogen dann die Theilnehmer im festlichen Zuge nach Steins Garten, wo noch einige Pyramiden zur Ansicht gelangten und ein lebendes Bild aufgestellt wurde. Beides wurde mit großem Beifall von den zahlreich erschienenen Mitgliedern und Gästen ausgenommen. Das ganze Fest fand seinen Abschluß durch einen Tanz, der die Theilnehmer bis zur frühen Morgenstunde noch zusammenhielt. Anschließend an vorstehenden Bericht geben wir nachstehender Zuschrift Raum, welche uns mit der Bitte nm unveränderten Abdruck zugesandt wurde. Wir haben die Erfüllung dieser Bitte um so weniger in Frage gestellt, als der Verfasser derselben ein ruhig denkender erfahrener Sportsmann ist und sich bereit erklärt hat, für die Richtigkeit seiner Angaben eventuell mit seinem vollen Namen einzutreten. Gingesandt. Nachklänge zur Einweihung der neuen Turnhalle des Turnvereins Gießen. —h. Eine ansehnliche Festoersammlung aus allen Kreisen der Einwohnerschaft war es, welche dem hiesigm Turnverein bei der Einweihung seines neuen Heims durch ihre Anwesenheit das Interesse und die Sympathien für die Turnsache bekundete und zum sichtbaren Ausdruck brachte. Zahlreiche Vertreter der Stadtverordnetm- Versammlung, an ihrer Spitze der Oberbürgermeister Herr Gnauth, die Spitzen der Staats- und Schul-Behörden, die Vorstände der hiesigen Vereine, der Gau- und Kreisvertreter des Mittelrheinkreises und nahezu vollzählig die Mitglieder des Männerturnvereins Gießen. — In fast einstündiger, ost von Beifall unterbrochener Rede gedachte Herr Rechtsanwalt Grünewald in erster Linie der Gründer des Vereins und beleuchtete den idealm und edlen Zweck der Turnerei, denselben in die Worte zusammensassend „Der Jugmd zur Lehr, der Stadt zur Ehr, dem Vaterland zur Wehr!* Zur Begründung dieser Worte zog derselbe alsdann einen Vergleich zwischen der Turneret und dem Sport, welcher allerdings zum Bedauern einer größeren Anzahl der Anwesenden in nichts weniger als günstiger Weise für den letzteren ausfiel. Wenn die als Gäste geladenm und zahlreich erschienene* Sportsleute eine Weiherebe, wie das Programm sagte, erwarteten, so hatten sie sich insofern getäuscht, als sie sich eine Kritik ihrer Leibesübungen gefallen lassen mußten — eine Kritik, die weder ächmänntsch begründet, noch denThatsachen entsprach. — Wmn der Herr Festredner sagte, daß der Sport seine Befriedigung nur darin indet, Geld- und Werthpreise zu erringen, so kennt er ebm die Ziele und Gesetze nicht, die speciell das Starten um Geldpreise unter allen Umständen verbieten und vorschreiben, daß die errungenen Ehrenpreise nicht den Siegern, sondern den denselben angehörenden Vereinen zufallen muffen. Die wettere Bemerkung, daß dem Sportsmann körperliche Haltung und Styl einerlei sei und nur die Sucht, der erste am Ziele zu sein, innewohne, mußte geradezu komisch wirken, da selbst der Uneingeweihte und Unbetheiligte wissen könnte, welche Energie und Discipltn nothwmdtg ist, um dm Anforderungen gerade was Haltung, Sitz, Styl usw. anbetrifft, im Sporte Gmüge zu leistm. Nicht um die sonst vortreffliche und formvollmdete Rede zu kritisirm oder in die so würdig und schön verlaufme Festlichkeit einm Mißton zu bringen, greife ich zur Feder, sondern nur zur Wahrung der Interessen der hiesigen Sportsoereine, deren Thätigkett und Ziele hierdurch in officieller Weise bei der Einwohnerschaft Gießens ins älsche Licht gestellt werden könnten und die ausnahmslos stets bemüht ind, sich die Sympathien und Interessen für ihre auch gute Sache in der Stadt zu erwerben und zu erhalten; nur in diesem Sinne möchte ich diese meine Zeilen ausgelegt und verstanden wissm. — Der um die Turnsache so hoch verdiente und bei der Feier oft genannte, leider dahingeschiedene Ehr. Rübsamen ist übrigens der Gründer eines der hiesigm älteren Sportvereine, Iber „Ruder- Gesellschaft" ! Derselbe hat große Opfer an Zeit und Geld gebracht, um diesem Sport in Gießen eine Heimstätte zu bereiten. Eine That- sache, die mehr sagt und besser für dm Sport spricht, als es diese meine Zeilen vermögen. Localer uttfc Provinzielles. Gießen, 18. August. — Obstbauverein der Provinz Oberheffen. Am Donnerstag, den 3. September l. I., Vormittags halb 11 Uhr, findet die constituirende Generalversammlung des Obstbauvereins in der Provinz Oberhessen in Steins Garten Hierselbst statt. Die Tagesordnung lautet: 1) Be- rathung und Festsetzung der Satzungen. 2) Wahl des Präsidenten und Vicepräsidenten. 3) Wahl der Ausschußmitglieder. 4) Wahl des Directors der Geschäftsstelle und der Geschäftsführer. 5) Festsetzung des Voranschlags für 1891/92. 6) Ernennung des Kafsirers und der Vereins- techniker. 9) Mittheilungen über die Obstausstellung in Gießen. Die Mitglieder des bisherigen Ausschusses und die Vertreter der neu eintretenden Bezirke werden zu einer Besprechung vor der Generalversammlung, um 11 Uhr Morgens, eingeladen. — Vor einigen Tagen fand hier eine Prüfung von Zöglingen der Caffeler Postfachschule (Director Volz) statt. Sämmtliche Schüler, welche sich derselben unterzogen, haben das Examen bestanden. — Gestern Abend wurde wiederum ein schon älterer Mann wegen Vergehens gegen § 176 pos. 3 (Unzucht mit Minderjährigen) verhaftet. — Eine Anzahl Bnbeu, welche am Samstag einem Obsthändler einen Korb mit Birnen erleichterten, wurden zur Anzeige gebracht. — Lohnender Ausflug in Wald und Flur. Da das Wetter sich endlich freundlicher zu gestalten scheint, macht in der „Oberh. Ztg." ein Kundiger die Freunde schöner und erquicklicher Ausflüge mit oder ohne Familien auf eine auch für Gießen sehr nahe liegende herrliche Fußtour aufmerksam, zu der sich jeder Freund der Natur, die so herrliche Schätze in sich birgt, mit Freunden und Bekannten ein oder mehrere Male ausmachen sollte. Er wird sie nicht zu bereuen haben. Man fährt mit der Bahn bis Station Fronhausen, am besten mit dem Zuge ab Gießen 1 Uhr 40 Min. Mittags, geht von Fronhausen (3/4 Stunde Entfernung) zur Schmelze, von hier (ebenfalls 3/4 Stunde) auf breiter Straße unter prächtigen Waldbäumen zum sogen. Waldhaus, ein Weg, aus dem man nicht irren kann. In der Umgebung vom „Waldhäuschen" sind Bänke angebracht, auf denen man unter den Wipfeln hoher Bäume eine längere Ruhepause macht. In dem Waldhause wohnt seit Kurzem ein Förster, der auf Wunsch darreicht, was zur Stärkung und Erquickung gereichen kann: Milch, ^Butterbrot) mit Zugaben rc. Alles mitten in herrlicher Waldnatur. Vom Waldhause findet man leicht den Weg (1 Stunde) zur Altenburg oberhalb des Dorfes Odenhaufen. Die Rundsicht von der Höhe der Altenburg aus ist weit bekannt- es ist ohne Frage einer der schönsten Höhenpunkte der ganzen Lahngegend. In 20 Minuten ist man, gerade am Dorfe Odenhausen, auf Station Friedelhausen und kann um 7 Uhr 27 Min. Abends nach Gießen heimkehren. Wer früher reisen will, fahre um 11 Uhr 39 Min. Vormittags von Gießen nach Fronhausen, lege die oben beschriebene Tour zu Fuß zurück und dehne dieselbe bis Staufenberg aus, von wo die Rückfahrt ebenfalls mit dem Zuge 7 Uhr 27 Min. Abends ab Friedelhausen oder 7 Uhr 34 Minuten ab Lollar erfolgen kann. So ist ein höchst befriedigender Nachmittag verbracht, ohne jegliche Ueber- müdung. Auch Damen können sehr leicht die nicht anstrengende Tour mitmachen, und wenn man auf dem Waldhause ausgeruht und sich erquickt hat, ist es eine geringe Anstrengung, von da nach Friedelhausen zu gelangen. Hoffentlich werden Viele dieser Directive folgen und Erholung, Ausspannung und Erquickung in der Luft und im Schatten des Waldes suchen und finden. Die schönsten Punkte sind: Schmelze, Waldhaus, Altenburg. Dabei muß Waldhaus der Ruhepunkt sein. Man versuche und urtheile! __ Erledigte Stellen für Milit'äranwärter im Bezirk des 11. Armee-Corps. Kassel, Stadtrath der Residenz, Bureau- hllssarbeiter in der birecten Steuerverwaltung, auf jederzeittge vierwöchige Kündigung, je nach Tüchtigkeit und Leistung, zwischen 75 und 100 Mk. monatlich. Marburg, Universität, Kassen- und Hausdiener, aus Lebenszeit, 1000 Mk. Gehalts 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Sonneberg (Sachsen- Meiningen), Postamt, Postschaffner, auf vierwöchige Kündigung, 900 Mk. Gehalt, 108 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Werdohl, Postamt, Postpacketträger, auf vierwöchige Kündigung, 700 nzieller. >t. sagt, sprach. C J Veda 1 fault nL!S dim» ’t'aW. im 6*C «rniioBenbete R-d, SFeä ?Wit unb sw, ««ttaft SlSta b-müht 'J'e,«UJ flute sZ Mtrft? ? ',rai ®in“ 3 °?standm wissen - S w dir Srtet oft JUlP ® übrigens "Leider,,RL«- *7 unb Geld gebracht “ b°Kv. Eine Thal! rt Erichs, ai§ e§ diese Nen, 18. Augch. km. Am Donners, alb 11 Uhr, findet die >ng des Obstbau- !rhessen in Steins dnung lautet: 1) Degen. 2) Wahl des Wahl der Ausschuß- er Geschäftsstelle und )es Voranschlags für 's und der Vereins- e Obstausstellung in 1 Ausschusses und die werden zu einer Be- um 11 Uhr Morgens, >x eine Prüfung von Mrector Volz) statt, .den unterzogen, haben rum ein schon älterer 6 pos. 3 (Unzucht mit am Samstag einem Mterlen, wurden zur uti> W- Du d°8 taten Mni, mach'in Freunde schwer und Familien auf eine auch de Fußtour ausmerksm, die so herrliche Schatze XU«*« nicht i« bitt«« ;• gronH”' J »in. 2®t* 8* ” „ Schmelz-, * £ Le unter pwcht'g-« hfl» bem”°! MldhSusch-n" ratet W Wipfs!" in" ”.n bem Waid- 7*'aui i &**£& 6t'«16 bre um 11oben be- lauft”/dieselbe b-8 ßW- «6«' ■&* jcht die n^,dhÄ- ° af dB ^Lftteng* *!S<"ä H°"Lusfp«"""z^cht« S d-s ®at£i^”8' J oti ■•ÄS >■ ^1000 fisa^’ ■*• 2$6tilrad ->"°' 100 W Gehalt, 72 Mk. Wobnungsgeldzuschuß. Im Bezirk der Großh. hessischen (25.) Division. Hechtsheim, hessische Nebenbahnen im Privatbetrieb, Darmstadt, zwei Schaffner und ein Stationswärter, aus vierwöchige Kündigung, je 720 Mk. Mnb freie Uniform. Mainz, hessische Nebenbahnen im Privatbetrieb ; Darmstadt, zwei Weichensteller, auf vierwöchige Kündigung, 720 Mk. und freie Uniform. — Eine kürzlich in verschiedenen Zeitungen enthaltene (auch von uns veröffentlichte) Mittheilung über den Fortfall der Zuschlagskarte vou 1 Mk. für zu spät kommende und ohne Bill et in den Zug steigende Reisende ist, wie wir erfahren, nicht zutreffend. Es handelt sich um Folgendes: Bisher war auf kleinen Stationen der Stationsbeamte wegen Abfertigung des Zuges verpflichtet, vor Abgang desselben den Schalter zu schließen und somit den Verkauf der Fahrkarten einzustellen. Die noch vor Abgang des Zuges, aber nach Schalterschluß kommenden Reifenden waren gemäß § 14 des Betriebs-Reglements gehalten, den in diesem Falle um 1 Mark erhöhten Fahrpreis zu zahlen, um den Zug noch benutzen zu dürfen. Nach einer jetzt ergangenen Verfügung des preuß. Eisenbahnministers hat der den Zug abfertigende Beamte den Zugführer anzuweifen, die später kommenden Reisenden ohne Lösung der Zuschlagskarten von 1 Mark in den Zug einsteigen zu lassen und auf der nächsten Station für nachträgliche Lösung der Fahrkarte zu sorgen. Reisende, welche auf einer Uebergangsstation eintreffen, aber nicht mit direeten Fahrkarten für den Anschlußzug versehen sind, auch wegen Kürze der Zeit eine solche nicht mehr lösen können, brauchen ebenfalls keine Zuschlagskarte mehr zu lösen. — In sehr beherzigenswerther Weise äußert sich der soeben erschienene Jahresbericht der Handelskammer zu Darmstadt über das Creditgeben in kleineren Geschäften. Die betreffende Stelle lautet: „Bei kleineren Geschäftsleuten unseres Bezirks besteht noch vielfach die Gewohnheit, erst lange nach erfolgter Lieferung einer Waare oder Arbeit dem Empfänger Rechnung darüber zu ertheilen. Es geschieht dies theils in Folge mangelhafter Buchführung und weil man sich zum Nachfragen der Bücher und Ausschreiben von Rechnungen nur selten Zeit nimmt, theils aus der falschen Besorgniß, der Empfänger könne es übel aufnehmen, wenn man die Rechnung der Lieferung der betreffenden Waare zu bald folgen lasse. Dem gegenüber muß darauf hingewiefen werden, daß man es in geordneten Geschäften längst als das Wünschens- wertheste erkannt hat, daß jeder bezogenen Waare die Rechnung beiliegt. Muß es schon einem ordnungsliebenden Privat- manne unangenehm sein, eine Rechnung erst dann zu erhalten, wenn ihm die betreffende Lieferung und die sie begleitenden Umstände bereits aus dem Gedächtniß entschwunden sind, so ist für ein Geschäft, welches von einem anderen Maaren zur weiteren Verarbeitung oder zum Wiederverkäufe bezieht, eine solch verspätete Rechnungsstellung meist störend und nachtheilig. Es kann daher kleineren Geschäftsleuten, die doch auch besonders darauf sehen sollten, ihre Betriebsmittel zusammenzuhallen, nicht warm genug empfohlen werden, ihre Rechnungen regelmäßig und bald auszuschreiben und zu verschicken. Dies wird mehr Beifall bei ihren Abnehmern finden als die Eingangs geschilderte, noch vielfach übliche Praxis." Hoffentlich findet diese völlig zutreffende Bemerkung der Darmstädter Handelskammer allseitige Beachtung. — Von der Bergstraße, 16. August, wird den „Neuen Hess. Volksbl." geschrieben: Im „Franks. Journ." lesen wir heute die nachstehende, aus Homburg v. d. Höhe, 14. August, datirte Mittheilung: „Die Kaiserin Friedrich bemerkte geftern auf ihrem Spazierritte im Hardtwalde, wie sich eine Frau mit drei allerliebsten, gleichmäßig gekleideten Kindern ängstlich in das Gebüsch drückte. Ihre Majestät rief der Frau einen schönen guten Morgen zu und frug, ob die Kinder ihr seien. Die Frau wurde nun ob der leutseligen Anrede auch gesprächig, bejahte die Frage und erzählte, daß die Ktnder Drillinge seien. Es sei die Geburt für sie, da sie nicht begütert sei, ein harter Fall gewesen. Auf die weiteren Fragen erklärte die Frau, daß sie von Bensheim a. d. B. sei und zu Hause noch fünf lebende Kinder und einen durch einen Beinbruch verunglückten Mann habe, sie wolle nach Friedrichsdorf zu Verwandten. Ihre Majestät befahl nun der Frau, bei ihrer Zurückkunft sich bei dem königlichen Sattelmeister Herrn Kunze ein Geldgeschenk zu holen. Die Frau erschien denn auch am Mittag pünktlich unb zwar in dem Gasthofe, wo Herr K. zu Mittag speiste. Schnell hatte derselbe, nachdem er sich des Geschenkes Ihrer Majestät entledigt, die anwesenden Kurgäste veranlaßt, eine Sammlung für die Frau zu veranstalten, die auch reichlich floß und der überglücklichen Frau eingehändigt wurde. Außerdem wurde der Frau nebst ihren Drillingen, die 5 Jahre alt sind, ein gutes Mahl aufgetragen, dem wacker zugesprochen wurde. — Die hier erwähnte Drillingsmutter ist eine Frau Haas aus Bensheim und ist es dort wohl bekannt, wie sie , schon seit Jahren bemüht ist, durch Vorführung bei gleich- । gekleideten Drillinge die Aufmerksamkeit und den Wohlthätig- keitssinn der Kurgäste an der Bergstraße wachzurufen, während sie es vollständig unterläßt, für ihre übrigen, theils älteren, theils jüngeren drei Kinder zu sorgen. Wer die betreffenden Verhältnisse und die Manöver der Frau kennt, wird beim Lesen obigen Berichts, wonach dieselbe sich ängstlich mit ihren Kindern ins Gebüsch geduckt haben soll, sich eines Lächelns nicht enthalten können. Worms, 14. August. Für die am 22. b. M., Nachmittags 3y2 Uhr, im Festhause Hierselbst stattfindenbe Ab- georbneten - Versammlung hessischer Feuerwehren ist folgenbe Tagesorbnung festgestellt: 1) Bericht über ben Staub bes Löschwesens. 2) Berichterstattung der Commission zur Berathung der Statutenänberung. 3) Rechnungsablage. 4) Antrag, betreffeub bas Fortbestehen der Verbanbsunterstützungskasfe unb Einführung einheitlicher Gradabzeichen für Commandanten und Führer freiwilliger Feuerwehren. 5) Antrag, betreffend Gründung einer Krankenkasse für aus Anlaß von Hebungen oder Bränden krank gewordene Feuerwehrleute. 6) Antrag, betreffend einheitliche Hebungen und Signale. 7) Antrag, betreffend Entbindung passiver Mitglieder von den Hebungen der Pflichtfeuerwehr. 8) Antrag, betreffend Zuschüsse aus Mitteln der Landes- feuerlöschkasse für Besuche der Feuerwehrtage. 9) Antrag, betreffend Bekanntmachung des § 368, Pos. 8, des Reichs- ftrafgesetzbuchs im Verbandsorgan. 10) Wahl derjenigen Feuerwehr, welche den nächsten hessischen Feuerwehrtag ab- bätt. — Am Samstag den 22. d. Mts. findet Empfang der Delegirten statt, Eröffnung der Ausstellung im Carmeliter- Schulhause und Delegirtenversammlung im Festhause, Abends großer Zapfenstreich. Weiter enthält das Programm: Sonntag den 23. August: 11 Uhr Begrüßung der Gäste und Festrede- 11% Hhr Angriffsübung auf dem Marktplatz- 12% Hhr: Bankett, 3 Hhr: Festzug nach dem Barbarossa- platze, daselbst Volksfest, Abends Feuerwerk. Montag findet Concert und Frühschoppen statt. Darmstadt, 17. August. „Zu Hilfe, zu Hilfe!" schrie dieser Tage ein im Woog badender Junge aus Leibeskräften. Sofort war die Rettungsmannschaft an der vermeinten Hnglücksstelle, um von dem liebenswürdigen „Heiner" die Worte zu vernehmen: „Es fehlt mer nix, ich wollt blos emol sehe, wie schnell er bei de Hand währt!" Sprachs und griff mit langen Armen aus, um sich den rettenden Helfern zu en« petzen. Aber die Retter waren noch schneller und eine wohl gezählte Tracht Prügel auf denjenigen Körperteil, der sonst zum Sitzen benutzt wird, war der verdiente Lohn für die ungezogene Fopperei. * Lübeck, 17. August. In Rücksicht auf das ungünstige Erntewetter soll, wie verlautet, den Mannschaften auch während der Manöver in der dienstfreien Zeit Urtaub erteilt werden, um die Landwirthe bei den Erntearbeiten zu unterstützen. Wien, 13. August. Die weitere Untersuchung, gegen das mörderische Ehepaar Franz und Rosalie Schneider (S. Nr. 189, Beil. d. Bl.) hat bereits ergeben, daß außer dem Morde an der Dienstmagd Hottwagner von denselben auch an der Dienstmagd Friederike Zuffer, welche seit 8. Juli verschollen ist, ein gleicher Raubmord begangen wurde. Zwei Mägde, Anna Djuris und Johanna Stoiber, sind von Franz Schneider ebenfalls in den Wald nach Neulengbach gelockt und dort vergewaltigt worden, aber mit dem Leben davongekommen. Andere Personen, Dienstmädchen und Gastwirthe, sollten unter Vorspiegelung guter Stellen und Kaufanträge durch Rosalie Schneider nach auswärts gelockt werden, faßten aber rechtzeitig Verdacht. Die Polizei hat bisher sechs von den Schneiders geraubte Koffer von Dienstmädchen aufgefunden. Einer derselben wurde als der Hottwagner, ein anderer als der Zuffer gehörig erkannt. In letzterem befand sich Wäsche mit F. Z. gezeichnet und eine Photographie der Zuffer. Die Eigentümer der anderen Koffer sind vielleicht ebenfalls den Schneiders zum Opfer gefallen und die Polizei durchforscht jetzt im Verein mit Gensdarrnerie und dem Forstpersonal das zum Theil urwaldartige Waldgebiet von Neulengbach. Univerfitäb - Nachrichten» (Nachdruck verbotm.) G. Die Immatrikulation im W.-S. 1891/92 und die Honorarien an der Landes-Universität Gieße«. Zur Jmmatriculation werden an der Universität Gießen Diejenigen zu- gelassen, welche das Maturitatszeugniß eines deutschen Gymnasiums oder einer für gewisse Fächer der Gymnasien gleichgestellten Anstalt (Realschule I. Ordnung, Realgymnasium) erhalten haben, ferner solche, welche sich als Pharmazeuten, Zahnärzte oder als Thterärzte appro- btren lassen wollen, wmn sie die für das betreffende Fach nach den reichsgesetzlichm Bestimmungen erforderlichen Zeugnisse besitzen. Nach dem Ermessen des Rectors werden auch solche Manner zugelassen, welche sich durch andere alS wie vorgenannte Zeugnisse über Unbescholtenheit und wissenschaftliche Vorbildung ausweisen können. Wer eine andere Universität bisher besucht hat, hat das AbgangS- zeugnitz derselbm vorzulegen. Hat ein Studirender zwischen zwei besuchten Hochschulen längere Zeit mit dem Studium ausgesetzt, so hat er ein weiteres Unbescholtenheitszeugniß beizubringen. DMeS Zeugniß muß von der Orts-Polizeibehörde, woselbst sich der Betreffende längere Zeit aufgehalten hat, ausgestellt sein. Minderjährige haben in allen Fällen noch die Einwilligung ihrer Eltern oder Vormünder beizubriugen, daß sie mit deren Einwilligung die Universität Gießm besuchen. Die Jmmatriculationsgcbühr beträgt 20 Marr, sm Diejenigen, welche vorher eine andere Universität besucht haben, 10 Marr. Der Jmmatriculation hat eine Anmeldung bei dem Secretär der Universität, sowie die Vorlage der nöthigm Zeugnisse vorauszugehen. Die Anmeldung kann in der Woche vor- und muß innerhalb der ersten drei Wochen, nachdem das Semester seinen Anfang genommen hat, erfolgen. Nach Ablauf der Frist darf die Anmeldung nur dann angenommen werden, wenn die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird. Die Einschreibung auf Vorlesungen stndet bet den betreffenden Lehrern statt. Wer ein Stundungsgesuch gestellt hat, kann sich vorläufig einschreibm. Stundungsgesuche um Honorare sind in den ersten 14 Tagen des W.-S. 1891/92 unter Beifügung von Bedürftigkeitszeugnisfen an den engeren Senat zu richten und bei dem Universitäts-Quästor der Universität einzureichen. Später eingehende Gesuche findm nur dann Berücksichtigung, wenn die Verspätung glaubhaft entschuldigt wird. Die Stundung wird nur sür ein Semester gewährt und müffen Gesuche um Erneuerung vor Schluß des Semesters bet dem Universitäts-Quästor eingereicht werden. Marburg, 17. August. Freitag Abend fand eine erneute Rectorwahl — Herr Prof. Dr. Marchand hatte die auf ihn gefallene Wahl abgelehnt — bei hiesiger Universität statt. Gewählt wurde Herr Prof. Dr. Külz, welcher jedoch ebenfalls die Rectorwürde nicht annahm. I Verkehr, Land- nnd Velkswirthjchast. Gieße«, 18. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10-0,00, Hühnereier 1 St. 6-7, 2 St. -Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - A, Käse pr. St. 5—8 A, Käsematte pr. St- 3 A, Erbsen pr. Liter 18 A, Linsen pr. Liter 30 A, Tauben pr. Paar X 0,70-0,90, Hühner pr. Stück X 0,90—1,30, Hahnen pr. St. X 0,50-1,00, Enten pr. Stück X 1,70-2,20, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-76 A, Kuh- und Rindfleisch 60—64 A, Schweinefleisch 60-70 A. Hammelfleisch 50-74 H Kalbfleisch 56—60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 5,00-8,00, Weißkraut pr. St---A, Zwieoeln per Cerrtner X 6,50—7,00, Milch per Liter 12-18 A. Eingesandt. Gieße«, 17. August 1891. Wenn wir alle die Zeichen der Zeit auf wirthschaftlichem Gebiete betrachten, so drängt sich uns der Gedanke auf, daß wahrscheinlich die schon jetzt hohen Lebensmittelpreise noch wesentlich höher werden. Damit hängt der größere Aufwand an Geld zum nothwmdigstm Bedarf zusammen und anderntheils wird man unnöthige Ausgaben zu vermeiden suchen, sofern man nicht in der glücklichen Lage ist, über ein sehr großes Einkommen verfügen zu können. Die weitere Folge der Einfchränkungen ist eine größere Geschäftsftille und weniger Verdienst unb daraus folgt wieder, daß die Zahl Derer größer wird, die der öffentlichen Unterstützung bedürftig werden. Es ist deshalb nothwendtg, daß alle Hilfsquellen, auch wenn sie noch so klein sind, berücksichtigt und alle unnützen Ausgaben beschränkt werden müssen. Eine solche kleine Quelle der Wohlthätigkeit wollte auch der Reformverein für Bestattungswesen durch Verkauf von Beileidskarten, die bei Herrn E. Balser, Mäusburg, zu haben sind, eröffnen, allein bis jetzt haben dieselben noch sehr geringen Absatz gefunden, dagegen sind wieder viele taufend Mark für luxuriöse Blumenspenden verwandt worden. — Möge der Hinblick auf ben bevorstehenden Winter und die oben erwähnten Aussichten uns mahnen, auch auf diesem Gebiete Mittel zur Wohlthätigkeit zu beschaffen und möchten namentlich die Vereinsmitglieder diese Bestrebungen besser unterstützen. Bemerkt sei noch, daß diese Karten an Jedermann verkauft werden. Briefkasten. Abonnent und Zollfreund in Lich. Ihrer Schreibweise nach zu urtheilen, durften Sie wiffen, daß anonyme Zuschriften keine Aufnahme in einer Zeitung findm können. Warum also dieses mit dem häßlichen Schlußsatz Ihrer Einsendung. Wir gestatten jeder ehrlichen und anständigen Einsendung Raum in unserem Blatte, aber uns gegenüber mutz Offenheit des Namms herrschen. Buxkin-Ausverkauf a Mk. 1.75 p. Meter reine Wolle nabelfertig t(u 140 cm breit. Um unser Saison-Lager vollkommen zu räumen, versendm birect jebes beliebige Quantum Buxkin-Fabrir-Depot Oettinger & Co., Frankfurt a. M. _______Muster aller Qualitäten umgehend franco.______7125 Temperatur der Lahn und Lust gemeffm am 18. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Lust 20 Grad Reamnur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. Keitgeöotenes. Zu verkaufen bas Hans Katharinengaffe Nr 11. Näheres zu erftagen bei Fuhrmann Herz« Verger, Rodheimerstraße 6. 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Folgende für die Gießener Stadt- waldungen nöthigen Arbeiten und Lieferungen, nämlich: veranschlagt zu a. Lieferung von Basaltsteinen 2985 JC. 30 b. Aufsetzen der Steine 140 „ 68 „ c. Chaussirung 1578 z/ 50 „ d. Ueberdecken d. Chaussee mit Kies 115 „ 88 „ e. Anfertigen v. neuen und Auffrischen von alten Gräben 262 ,, 72 ,, sollen Samstag, 22. August 1891, Vormittags 11 Uhr, im Saale des alten Rathhauses öffentlich vergeben werden. Gießen, den 17. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth. 7435 Bekanntmachung. In dem Hose der Realschule sollen eine Parthie eiserne Herdplatten und ein großer Blasebalg Donnerstag den 20. d. M., Nachmittags 3 Uhr, öffentlich versteigert werden. Gießen, den 18. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______7443 Bekanntmachung. In dem Schulhofe der neuen Stadt- knabenschule soll eine Parthie angebranntes Balkenholz und desgleichen Bretter Donnerstag den 20. d. M., Nachmittags 4 Uhr, öffentlich versteigert werden. Gießen, dm 18. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 7444 SberMche Eisenbahnen. Betreffend: das Betriebsreglement für die Eisenbahnen Deutschlands. Der Bundesrath hat einige Abänderungen und Ergänzungen der Anlage D zu 8 48 des Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands hinsichtlich der Annahme und Beförderung von rauch- schwachem Pulver, Schwefelkohlenstoff und Kienruß beschlossen, welche am 1. August d. I. in Kraft getreten sind. Nähere Auskunft hierüber ertheilen die Güterabfertigungsstellen. Gießen, den 10. August 1891. 7413_______Großherzogliche Direktion. Donnerstag den 20. August, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Restauration Bieker, Neustadt 55 (fr. Bramm): 2 feine franzöfifche Bettstellen mit Sprungfedermatratzen, zwei gewöhnliche Bettstellen mit Sprungfedermatratzen, 2 Nacht- tische, 2 KüchenschrLnke mit GlaSauffatz, 2 BertteowS, zwei Pfeilerschränkchen, 1 Plüschsopha, 1 Parthie Schemelstühlchen (sämmtliches neu), 2 Commoden, 2 Sophss, 2 Sessel U. f. W. [7431 Im Auftrag: Louis Rothenberger. Vermischte Anreizen. $7416] Ein goldenes Pince-nez gefunden. Abzuholen Weserstraße 4, NI. Verloren am Montag ein Theil einer Veloeiped- schelle. Geaen Belohnung abzugeben 7429 Grabenstraße 11. 1 Portier, 1 Hausbursche und 1 Wärter werden gesucht. [7432 Alte Klinik. Buchhalter von einem hiesigen Getreide-Geschäft ju engagiren gesucht. , [7430 Offerten mit Gehaltsansprüchen beford. die Exped. d. Bl. unter 3. 960. 7371] ®ln ßtud. phii. ertheilt Nach- Hülse in allen Fächern. Seltersweg 32. Versteigerung. Heute Mittwoch den 19. August, von Nachmittags 3 Uhr ab, kommt am alten Meister scheu Hause am Seltersweg: eine grotze Parthie Brenn-, Glaser- und Schreinerholz, eine große Parthie gut erhaltene Futzboderr- bretter, gut erhaltene Thüren und Fenster zur Versteigerung. Desgleichen können von Donnerstag (20.) Morgen ab gut erhaltene Backsteine (pro 1000 Stück 10 Mark) abgefahren werden. [7436 Schuhwaaren. H Während dem Umbau meines Ladens verkaufe ich verschiedene große Posten Schuhe und Stiesel ?u Einkaufspreisen. Ferner bringe ich mein Lager in nur soliden Schuhen und Stieseln von den gewöhnlichsten bis zn den hochfeinsten in empfehlende Erinnernng. Ich bemerke, daß ich kein Commiffionslager habe und auch keine Parthie- und Rain sc h- waare führe, sondern durch direkten Einkauf aus den größten und besten Fabriken in der Lage bin, wirklich reelle, gute Waare billiger als jede Con- currenz zu verkaufen. Bitte ein geehrtes Publikum, fich hiervon gefl. zu überzeugen. Hochachtungsvoll Julius Buch 7433 Gießens wirklich ältestes, größtes und billigstes Schuhlager Ecke der Mäusburg und Wettergasse. Streng feste Preise. — Streng feste Preise. B’tahoisto. ßö|jr ß Qj Bah^ofstr. einziges Speeial-Geschäft am hiefigen Platze in fertigen Betten, Bettfedern und Daunen. Geschäftsprimip: Beste Qualitäten zu den denkbar billigsten Preisen. Feuerlöschmssse [ altbar! I von Joseph Bauer in Wiers Der Alleinverkauf dieses Fabrikates, welches sich schon bei vielen Bränden ausgezeichnet bewährte und sich auch zum Löschen von brennendem Petroleum, Spirituosen, Fetten u. bergt, wo Wasser allein nicht mehr genügt, sehr wirksam erwiesen hat, ist mir für den Kreis Gießen übertragen worden und empfehle ich dieses auch für jede Haushaltung unentbehrliche Löschmittel geneigter Abnahme. [5701 Leicht I AAlgJUSt Noll H-p I Erfolg anwendbar Bahnhofstraße Sl.| sicher! Ausverkauf. Ich habe das Engros-Waarenlager von L. Reitz hier, bestehend in Woll-, Kurz- und Galanteriewaaren, gekauft, und verkaufe ich dasselbe sowohl im Detail als in Parthien billiger als irgend Jemand zu verkaufen im Stande ist. [7422 Der Ausverkauf findet Lindenplatz Nr. 12 von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr statt.___________________ H. C. Werner. 7404] Ein Mann für Oeconomiearbeit | 7390] Junges Mädchen gesucht. gesucht. Ehr. Haubach, Westanlage. I___________________Neuen Bäue 5. Gourspxxreht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 18. August 1891. Schlußcoorl« 1 Uhr 15 Mtn. ReichSbank-DiSco nt 4 pCt. — Frankfurter Bank-Dtscont 4 pEt 3% Reichsanleihe 3Vg % do. 3% Preuß, Consol« 3V*% do. 83.00 9670 83 00 96.70 4% Ung. Gold-Rente 5% Ztal. Rente , 4V5!% Oest. Silber-Rentr 3% Portugies. Anl. 88 70 89 30 78 50 38.90 Disconto-Command^AnH 168,10 Lomb. E-eB.-Act. 81.62 Darmstädter Bank-Act. 129-70 Buschtherader E.-B.-Act. 409.50 Dresdener Bank-Act- ISO 20 Elbthal-Bahn-Act. 18L00 Nordd. Lloyd-Act- 110 00 Gotthard-Bahn-Act- 126.90 Wiener Bankver.-Act- 91.75 Schweizer Nordost-B.-Act. 125.00 Oest. Credit-Act. 242 62 Mainzer E.-B.-Act. 108 50 Oest. StaatSb.-Act. 239.62 Marienburger E.-B.-Act 56 90 4% Mainzer St.-Anl. 101-80] Ver. KöntgS-Laurab-Act 109 50 Gelsenk. Bergw.-Act. 150.001 Tendenz: matt. Jugendfest. Allen Denen, die zum Gelingen des schönen Festes beigetragen, insbesondere den Herren Lehrern, die mit großer Bereitwilligkeit die sehr umfangreichen Vorbereitungen für dasselbe getroffen, sowie den Herren Zugführern, Preisrichtern, Spielordnern sagen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank. Ganz besonders danken wir den beiden Feuerwehren, den beiden Turnvereinen und dem Kaufmännischen Vereine für die thatkräftige Unterstützung, die sie uns zu Theil werden ließen. Ebenso herzlichen Dank denen, die uns mit Geldbeiträgen auch diesmal gütigst unterstützt haben. 7414____________________________Das Fest-Comite. Geschästsempfehlung. Einem geehrten hiefigen und auswärtigen Publikum zur Nachricht, daß mit meiner Gerberei nunmehr auch verhandel und Merausschnitt verbunden habe. Ich werde neben meinen Fabrikaten nur die besten Artikel in Schuhmacher-, Sattler- und Riemenleder führen und wird es mein Bestreben sein, durch gute Waare bei billigst gestelltem Preis meine Abnehmer in jeder Beziehung zufrieden zu stellen. Wilhelm Flank 7276 Bahnhofstratze 18. Marie Schreiber 8 geb. Lang [74110 Vermählte. Lausanne, 15. August 1891. Bei meiner Abreise von hier sage allen meinen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl! Franz Schreiber Musikalienhändler 7425] Siegfried Wolf. 7426] Eine silberne Herrenuhr an einer silbernen Kette mit einem goldenen Ring gefunden. Abzuholen gegen Erstattung der Jnsertionsgebühr _________________Marburgerstraße 5 Die unterzeichnete Kammer sucht ein größeres unmöblirtes Zimmer, eventuell zwei mittelgroße zu miethen, welches sich als Handelskammerbureau eignet. Großherzogliche Handelskammer. 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Wurden sie aber nach und nach der Natur untreu und überfeinert, so wurde auch die Lebensdauer kürzer. Aber das nämliche Volk kann durch zufällige Rückkehr in einen roheren, naturgemäßeren Zustand wieder zu dem natürlicheren Ziele des Lebens zurückkehren. Das Menschengeschlecht im Ganzen behält also sein ihm angewiesenes Lebensziel. In Hochliegenden Gegenden findet man durchweg mehr alte Menschen, und diese in höheren Jahren, als in den tiefliegenden; in kälteren Himmelsstrichen wird der Mensch im Ganzen älter als in den heißen. Die höchste Kälte hingegen von Grönland, Island u. s. w. verkürzt wieder das Leben. Ganz vorzüglich zuträglich zur Verlängerung des Lebens ist die Gleichförmigkeit der Luft, besonders in Hinsicht der Wärme und Kälte, Schwere und Vergebung von Maurerurbetten. Durch öffentliches Angebot soll die Ausführung der nachstehend angeführten Einfriedigungsmauern mit Materiallieferung vergeben werden. 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Die Großh. Bürgermeister der umtiegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 16. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Leichtigkeit. Daher sind die Länder, wo schnelle und starke Abwechselung im Barometer- und Thermometerstande gewöhnlich ist, der Lebensdauer nie vortheilhast, denn jene schnellen Abwechselungen sind eben so viele innere Revolutionen und diese nützen die Kräfte und Organe ab. Dies gilt z. B. auch von Deutschland, wo man oft in einem Tage zugleich Frost und Hitze erlebt und wo der März sehr warm und der Mai beschneit sein kann. Ein zu hoher Grad von Trockenheit ist ebenso wie zu große Feuchtigkeit der Lebensdauer nachtheilig. Hingegen ist eine ständig mit einem gewißen Grade von Feuchtigkeit gemischte Luft die beste, um ein hohes Alter zu erreichen. Daher sind die Inseln und Halbinseln die Wiegen des Alters. Von jeher wurden die Menschen auf den Inseln älter als auf dem dabei unter gleicher Breite liegenden festen Lande. So leben die Menschen aus den Inseln des Archipels länger, als in dem gleich dabei liegenden Kleinasien, auf der Insel Eypern länger, als in Syrien, aus Formosa und Japan länger, als in China, in Schottland, Dänemark, Schweden länger, als in Deutschland. Das Seewasser also wirkt sehr wohlthätig und die Seeleute werden daher sehr alt. Stillstehende, süße Wasser hingegen schaden durch ihre Ausdünstungen. Je mehr der Mensch der Natur und ihren Gesetzen treu bleibt, desto länger lebt er; je weiter er sich davon entfernt, desto kürzer. Daher wurden die Bewohner einer und derselben Gegend, so lange sie das einfache und gesunde Hirten- und Jägerleben führten, alt; sobald sie aber civilisirter wurden und dadurch in Ueppigkeit und Faulheit verfielen, sank auch ihre Lebensdauer. Daher ' haben nicht die Reichen und Vornehmen, sondern vorzüglich I die Bauern, Ackersleute, Matrosen u. s. w. die gegründetste vorzügliche- Fabrikat, empfiehlt I. Happel, Neustadt 56 Hoffnung, alt zu werden. In einer gewisse» Mittelmäßigkeit des Standes, des Klimas, der Gesundheit, des Temperaments, der Leibesconstitution, der Geschäfte, der Geistesarbeit, der Diät u. s. w. liegt also das große Geheimniß, alt zu werden. Auch lehrt die Erfahrung folgenden bemerkenswerthen Umstand: Alle sehr alten Leute waren verheirathet und mitunter öfters als einmal und gewöhnlich noch in hohem Alter. Man hat kein einziges Beispiel, daß ein lediger Mensch, Junggeselle, ein sehr hohes Alter (d. h. über 100 Jahre hinausgehend), erreicht hätte. Der Franzose de Longueville lebte 110 Jahre [unb hatte zehn Frauen gehabt; die letzte, die er, 99 Jahre alt, noch heirathete, gebar ihm noch in seinem 101. Jahre einen Sohn. Es werden der Anzahl nach mehr Weiber als Männer alt, das höchste Ziel des menschlichen Alters erreichen aber doch nur Individuen männlichen Geschlechts. In der ersten Hälfte des Lebens ist ein thätiges und selbst anstrengungsvolles Leben, in der letzten Hälfte aber eine ruhigere und gleichförmigere Lebensart dem Alter zuträglich. Kein einziges Beispiel findet sich, daß ein Müssiggänger ein ausgezeichnetes hohes Leben erreicht hätte. Nach Bacons Beobachtungen erreichen Söhne von alten Vätern und jungen Müttern ein hohes Alter, und Söhne,"welche der Mutter ähnlich sehen, durchschnittlich ein höheres Alter, als solche, welche mehr dem Vater gleichen. Betrachten wir endlich die einzelnen Menschenrassen in Bezug aus ihre längere oder kürzere Lebensfähigkeit, so scheint die kaukasische Rasse im Allgemeinen eine größere Lebensdauer zu haben als die mongolische und malayische. Aug. Gabriel jr. in Gießen. Ringofenbetrieb. Große Production von Prima-Marmor- und hydraulischem Stückkalk. 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