Nr. 139. Freitag den 19. Juni 1891 ö« Hürche«, ivücheisr täglich, Ausnahme de» Montags W, «Neßenkr 'PtaHCUOHtUf Offnen dnn Anzeiger Mihenllich dreimal heigelegt. Gießener Anzeiger Seneral-Mnzeiger. •lerNttÄ. ' m 2 Mark 20 *y^. u-’X Brmqrr'^dr: Lurch bte Poft 2 Mark 50 M».- Äeboctteu, ^t>eu4w. mib Druarre'. Achntftraz, Arr»tz»rrcket 6?. Amts- und Anzeigeblatt für den ALreis Gietzen. 11 ^n""---T|r—wii in irr "ii ii ii» iiihiiti inrinm -rn Ti~.Tr-~r.~nr 'rrmnn n~rr'Tnriwnr^irT-iiunni. ■in i ■— ■t «v ah«« M« «ureigen zv vrr «schmittagS für T N&r rftft I IBt «tm»MtN-Oar«lMk der Ii». und senden Lag erscheinenden «ummer bis vorm. 10 Uhr. [ ^ICgCUCl ^UmUUUVlUl^l. | Anzeigen fvr den „Gießener «t»|etger* «ntgege^ Abonnements - Einladung! Zum Bezug des „Gietzerrer Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1891 laden wir hiermit ergebenst ein. — Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer objectiver Uebersicht zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten des Wolff'schen telegraphischen Correspondenz- Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissenswerten aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden Lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschäft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienbläiter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Exemplare nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). Theil. Nr. 18 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 9. d. M., enthält: (Nr. 1956.) Gesetz, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung. Vom 1. Juni 1891. (Nr. 1957.) Gesetz, betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern. Vom 1. Juni 1891. (Nr. 1958.) Verordnung wegen Ergänzung der Verordnung vom 16 August 1876, betreffend die Cautionen der bei der Militär- und Marineverwaltung angestellten Beamten. Vom 22. Mai 1891. c Nr. 19 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 10. d. M., enthält: (Rr. 1959.) Gesetz, die Besteuerung des Zuckers betr. Vom 31. Mai 1891. Rr. 20 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 11. d. M., enthält: (Nr. 1960.) Gesetz, betr. das Reichsschuldbuch. Vom 31. Mai 189*1. (Nr. 1961) Gesetz, betr. die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 1891/92. Vom 1 Juni 1891. (Nr. 1962.) Gesetz, betr. die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres und der Post und Telegraphen. Vom 1- Juni 1891. Nr. 21 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 12. d. M., enthält: (Nr. 1963 ) Gesetz, betr. die Abänderung des § 157 des Invalidität«- und Altersversicherungsgesetzes. Vom 8. Juni 1891. (Nr. 1964.) Gesetz, betr. die Abänderung des Gesetzes über die Besteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1887. Vom 8. Juni 1891. Gießen, den 16. Juni 1891. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung, den Geschäftsbetrieb der Landescreditkasse betreffend. Die durch Gesetz vom 15. October 1890 geschaffene Landeskreditkafse hat ihren Geschäftsbetrieb eröffnet. Sie bezweckt, das Wohl der Landwirthschaft und der landwirthschaftlichen Bevölkerung des Großherzogthums durch Erleichterung in der Beschaffung der erforderlichen Geldmittel zu befördern. Demgemäß gibt sie Darlehen an Private, vorausgesetzt, daß hierdurch, diesem Zweck entsprochen wird, insbesondere auch zur Verbesserung und Erweiterung der landwirthschast- lichen Betriebe, sowie an Gemeinden, Communalverb'ände, Laudescultur- und Waffergenoffeuschaften u. dgl. für Bodenverbesserung und die sonstigen durch das Gesetz näher bestimmten besonderen Zwecke. Sie giebt ihre Darlehen gegen hypothekarische Sicherheit, kann sie aber auch ohne solche geben an Gemeinden, andere Communalverbände und öffentliche Landescultur- und Wassergenossenschaften innerhalb des Großherzogthums. Die Hypotheke muß doppelte Sicherheit an im Großherzogthum belegenen Grundstücken (mit Ausschluß des Bergwerkeigenthums), und zwar an erster Stelle, bieten. Die Darlehen sind seitens der Kaffe unkündbar; sie müssen zu dem vereinbarten Zinsfuß, der dann unveränderlich ist, verzinst und durch stückweise Rückzahlung getilgt werden. Doch können die Anleiher außerordentliche Capitalrückzahlungen jederzeit nach dreimonatlicher Kündigung an einem der Erhebungstermine leisten. Als Zinsfuß ist bis auf Weiteres 4 Procent festgesetzt. Die hierzutretende jährliche Tilgung darf nicht weniger als 1 Procent der ursprünglichen Darlehnssumme betragen. Es sind also zur Zeit von dieser jährlich mindestens 5 Procent Zins und Tilgung zu bezahlen. Die durch die allmähliche Herabminderung des Schuldcapitals ersparten Zinsen haben gleichfalls zur Tilgung zu dienen. Bei solcher Leistung wird die ganze Schuld in 42 Jahren getilgt. Zinsen und Tilgungsbetrag sind in baarem Geld an die Districtseinnehmerei des Wohnorts des Schuldners zu bezahlen. Bei Darlehen aus der Landescreditkasse ist keinerlei Verwaltungsgebühr oder dergl. zu entrichten. Gesuche um Darlehen wolle man unter Beifügung der erforderlichen Nachweisungen, jedoch ohne Anwendung von Stempel, bei der unterzeichneten Stelle oder bei der Bürgermeisterei des Wohnorts des Nachsuchenden einreichen. Darmstadt, den 3. Juni 1891. Großherzogliche Verwaltungscommission der Landescreditkasse. Buchner. Gießen, den 15. Juni 1891. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Indem wir Sie auf die vorstehende Bekanntmachung der Verwaltungscommisfion der Landescreditkasse und auf die den Gemeinden, öffentlichen Culturgenossenschaften sowie den Privaten gegebene Gelegenheit zur Aufnahme amortisirbarer Darlehen Hinweisen, bemerken wir bezüglich der von Ihnen selbst eintreterden Falls aufzuwendenden Thätigkeit das Folgende: Soweit es sich um Darlehnsgesuche von Gemeinden und öffentlichen Culturgenossenschaften handelr, werden Sie uns zwecks Einholung unserer zur Darlehnsausnahme erforderlichen Genehmigung Vorlage machen- wir werden sodann die erforderlichen Verhandlungen mit der Verwaltungscommission übernehmen. Handelt es sich um Darlehensgesuche von Privaten, so ist eine Vorlage an uns nicht erforderlich. Hier wird der rechtliche und formelle Theil der Gesuche (betr. die Hypothekbestellung) wie seither durch die Fragenbeantwortung der Ortsgerichte gewahrt werden und auch bezüglich der Abschätzung der Unterpfänder bleibt es bei dem dermalen üblichen Verfahren, unbeschadet der Befugniß der Verwaltungscommission, sich auch anderweit über die Werthe zu verlässigen. Dagegen tritt die Frage neu hinzu, zu welchem landwirth- schastlichen Zwecke Anleiher das Geld wünscht uud ob anzunehmen ist, daß er solchen mit dem erbetenen Darlehen erreichen wird. Wo es sich lediglich um Abstoßung älterer, lästiger Schulden (Hypotheken, Kausschillinge, Erbheraus- Zahlungen u. dgl.) handelt, bedarf es Seitens der begutachtenden Bürgermeisterei keiner besonderen Begründung, um so mehr aber in anderen Fällen, wo es sich um Verwendung des Darlehens in dem landwirthschaftlichen Betrieb, sei es zu Bauten, Anlagen, Vermehrung des Inventars oder dgl. handelt. Hier bedarf es einer eingehenden Angabe und Begutachtung des Zwecks durch die Bürgermeisterei aus Grund zuverlässiger Erkundigungen, damit ohne unnöthige Weiterungen und ohne in belästigender Weise in die Verhältnisse des Gesuchstellers einzudringen, doch Sicherheit entsteht, es werde durch das Darlehen die Absicht des Gesetzes auch wirklich erreicht. Ein Mindestbetrag der zu gewährenden Darlehen ist durch das Gesetz nicht festgesetzt. Die Verwaltungscommission wird diese Freiheit der Bewegung zu Gunsten der wirthschaftlich schwächeren Landwirthe benutzen, jedoch Gesuche insbesondere dann ablehnen, wenn das Darlehen so klein ist, daß es bezüglich der Hypothekerrichtung verhältnißmäßig zu bedeutende Kosten verursacht. Die Formularien für Darlehensgesuche und Fragenbeantwortung können nach Bedarf durch die betr. Districts- einnehmereien bezogen werden. v. Gagern. Gießen, am 16. Juni 1891. Betr.: Die Remunerirung des Feldschutzpersonals. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Zur Belohnung des Feldschutzpersonals ist uns auch für 1890/91 Seitens Großh. Ministeriums ein Credit zur Verfügung gestellt worden- Sie wollen uns daher binnen 14 Tagen diejenigen Feldschützen Ihrer Gemeinden, welche sich durch treue Pflicht- erfüllung ausgezeichnet haben, unter Angabe ihres Alters und der Dienstjahre, namhaft machen. Wir machen hierbei darauf aufmerksam, daß es weniger auf die Zahl der zur Anzeige gebrachten Feldftevel ankommt, als auf den von dem betr. Bediensteten betätigten Diensteifer, insbesondere in Verhütung von Freveln durch stete Anwesenheit im Felde und daß ferner auch das außerdienstliche Verhalten (nüchterner Lebenswandel) mit in Betracht zu ziehen ist. Gleichzeitig werden Sie uns diejenigen Feldschützen, welche Sie einer Belohnung nicht für würdig halten, unter Angabe der Gründe benennen. v. Gagern. Netteste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Lorrefpondenz-Bureau. Berlin, 17. Juni. Der Kaiser hatte zu heute Nachmittag Einladungen an die Gesammtvorstände beider Häuser des Landtags, sowie an namhafte Mitglieder der beiden Häuser nach der Pfaueninsel gerichtet. Sämmtliche Minister außer dem Eisenbahnminister, die Chefs und Mitglieder des Militär- und Civilcabinets erschienen ebenfalls. In Wannsee, wo der Kaiser auf der „Alexandra" die Gäste erwartete, nahm ein Theil der Geladenen Platz, ein anderer Theil auf einem zweiten Dampfer. Bei prachtvollstem Wetter, umgeben von zahlreichen Segelbooten, trafen die Dampfer kurz vor 7 Uhr an der Psaueninsel ein, wo die Kaiserin mit dem Hofstaat die Gäste erwartete. Nach der Landung unterhielt sich der Kaiser längere Zeit lebhaft mit den Ministern Miquel und Herrsurth. Die Kaiserin hielt Cercle, worauf später das Abendessen im Freien eingenommen wurde. Am Tische der Kaiserin saßen drei Präsidenten der gesetzgebenden Körperschaften. Neben dem Kaiser saßen Miquel und Zedlitz. Am Tische der Oberhofmeisterin Brockdorff unter Anderen Fürstbischof Kopp und Minister a. D. Putt- kamer. Um 83/4 Uhr wurde die Tafel aufgehoben. Die Kaiserin begab sich mittelst Bootes zu dem auf dem Festland haltenden Wagen, der Kaiser bestieg die „Alexandra". Nach einem Hoch des Herzogs von Ratibor auf den Kaiser verabschiedeten sich die Gäste. Berlin, 17. Juni. Das Herrenhaus nahm heute zunächst die Vorlage, betreffend das Verbot des Handels mit Staatslotterieloosen, an - bei Berathung der Eisenbahnvorlage dankten Graf Frankenberg und Graf Pfeil (Hausdorf) dem Minister Maybach für seine Amtsthätigkeit, was der Minister mit seinem Danke für das ihm stets vom Hause bewiesene Vertrauen erwiderte, sowie mit der Bitte, dieses Vertrauen such aus den Amtsnachfolger zu übertragen. Die Eisenbahnvorlage wurde angenommen, die vom Abgeordnetenhaus gefaßte Resolution, betr. eine Vollbahn Cöln-Cassel, jedoch abgelehnt. Hierauf gelangte auch die Vorlage über die rheini« scheu Gewerbegerichte zur Annahme. Morgen um 11 Uhr wird der Etat berathen. Berlin, 17. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm in der Schlußabstimmung das Wildschadengesetz mit 175 gegen 97 Stimmen an. Der abgeänderte Gesetzentwurf, betreffend die außerordentliche Armenlast, wurde en bloc angenommen. Bei der zweiten Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Verlegung der Landes-Buß- und Bettage, bittet der Minister Zedlitz, den Antrag der Commission anzunehmen, wonach die gemeinsame Feier aus einen Tag gegen den Schluß des Kirchenjahres, womöglich in der vorletzten Woche, auf einen Mittwoch in Aussicht zu nehmen sei. Hieraus wurden eine Reihe Petitionen theils der Regierung zur Erwägung überwiesen, theils erledigt. Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr. Köln, 17. Juni. Die „Kölnische Volkszeitung" erfährt von gut unterrichteter Seite, daß das Börsengericht betreffend den Bochumer Gußstahl-Verein vollständig unbegründet ist. Weder gegen Baare, noch gegen einen seiner Söhne, noch gegen irgend einen Beamten des Bochumer Gußstahl-Vereins ist wegen Stempelsälschung Anklage erhoben worden. Mannheim, 17. Juni. Der Ausstand der Getreidearbeiter wurde nach achtzehntägiger Dauer heute beendigt, nachdem auch die letzten Ausständigen die Arbeit unter den früheren Bedingungen ausgenommen haben. Pest, 17.Juni. Der Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses genehmigte die Regierungsvorlage betreffend die Verstaatlichung der ungarischen Linien der österreichisch-ungarischen Staatsbahn. Basel, 17. Juni. Nach der „Baseler Nationalzeitung" erhielt Professor So ein aus dem Cabinet der deutschen Kaiserin ein Telegramm, daß sie für eine Nachricht über das Befinden der bei dem Eisenbahnunglück Verwundeten, deren die Kaiserin in wärmster Theilnahme gedenke, verbunden sein würde. Socin gab jede Auskunft und theilte gleichzeitig mit, daß im hiesigen Hospital sieben Reichsangehörige liegen. Basel, 17. Juni. Die Zahl der bei der Mönch en- steiner Katastrophe Umgekommenen scheint viel beträchtlicher zu sein, als angenommen wird- bis heute Mittag wurden 45Personen als vermißt gemeldet. Basel, 17. Juni. Die Theilnahme der Eidgenossenschaft und des Auslandes anläßlich der Mönchensteiner Katastrophe macht einen wohlthuenden Eindruck. Die Stadt ist anläßlich der ersten Beerdigungen in tiefster Trauer. Mittags fand in Mönchenstein die feierliche Beerdigung der nicht erkannten bisher gefundenen Leichen statt. Vormittags wurde die Leiche eines Herrn gehoben mit einem Brillantring und einer großen Summe Geldes. Drei Leichen wurden zwischen den Trümmern angebunden, um das Wegschwemmen zu verhindern. Nachmittags um 4 Uhr hofft man den Boden des umgestürzten Wagens dritter Klasse aufbrechen zu können. Der Regierungsrath von Basel sprach telegraphisch dem ; l Bundesrath in Bern den Wunsch aus, die Hebungen zu beschleunigen. — Auch die Großherzogin von Baden hat in einem an Prosessor Socin gerichteten Telegramm ihre innigste Theilnahme an dem großen Eisenbahnunglück ausgedrückt.— Gestern Abend hat sich ein Hülsscomite gebildet. Die Jurabahn erklärte sich bereit, eine größere Summe als Liebesgabe zu spenden. Basel, 17. Juni. Ein endloser Leichenzug, escortirt von Infanterie, bewegte sich Mittags nach dem Kirchhof in Mönchenstein. Hinter den Särgen folgten Vertreter der Regierung und zahllose Leidtragende. Unter Glockengeläute trugen die Soldaten die Särge nach dem gemeinsamen Grabe. Nach der Leichenrede wurde das Trauergeleite von Schmerz überwältigt. Unter den Bestatteten befand sich auch Amalia Sturmfels-Berlin und Holder-Säckingen. Die Leiche des Reisenden mit dem Brillantring an der Hand wurde als die des Demetrius Pappa-Monastir agnoscirt. Von den unerkannten Leichen werden keine mehr begraben, sondern nach Basel in die Anatomie überführt und dort conservirt. Um die Wegschwemmung der Leichen zu verhindern, ordnete der Regierungspräsident von Basel die Herstellung eines Rechens über die Birs an. Zur Beschleunigung der Räumungsarbeiten ist weiteres Militär aufgeboten. Bern, 17. Juni. Nach einem Telegramm der „Berner Zeitung" hatten die in die Birs, gestürzten Waggons 266 Sitzplätze, wahrscheinlich liegen noch über 100 Personen im Wasser. Paris, 17. Juni. Nach einer Meldung der „Temps" aus Algier ist dort die Getreideernte fast beendet und qualitativ sehr schön und reichlicher als in Durchschnittsjahren. Marseille, 17. Juni. Die Seifen- und Oelfabri- kanten schlossen Vormittags ihre Werkstätten und begaben sich an der Spitze ihrer Arbeiter zur Präsectur, um gegen die von der Commission vorgeschlagenen Eingangszölle auf Oelsamen zu protestiren. Die Kundgebung verlies ohne Zwischenfälle. St. Etienne, 17. Juni. In Folge der Geschäftsstockung, insbesondere in der Bandweberei, zeigt sich unter den Arbeitern eine gewisse Erregung. London, 17. Juni. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung die Budgetbill an. — Der erste Lord der Admiralität Hamilton erklärte, zur Bemannung der neuen Schisse seien 20 000 Mann erforderlich, daher werde beabsichtigt, die Mannschaften um 12 500 aus insgesammt 75 000 Mann zu erhöhen. Loudon, 17. Juni. Einer Reutermeldung aus Santiago zufolge bombardirte das Präsidentschafts-Geschwader P i s a g u a am 8. Juni drei Stunden lang. Am folgenden Tage beschoß das Geschwader Jquique und Tocopilla- etzteres wurde eingenommen. Am 10. Juni wurde Anto- ag asta beschossen und Chanaral besetzt. In den im Besitz )er Congreßpartei befindlichen Städten sind die Lebensmittel knapp. Madrid, 17. Juni. Ein anscheinend unzurechnungsfähiges Individuum tödtete die Schildwache am Palais in Aranjuez, wo die königliche Familie gegenwärtig weilt, mit einem Dolche. Der Verbrecher hielt sich seit einigen Tagen in Aranjuez auf. Petersburg, 17. Juni. Eine Verordnung wird publicirt betreffend die Einführung des Instituts der Vicefähnriche und der interimistischen Militär beamten in der russischen Armee für die Kriegszeit. Erstere fungiren in der Armee bei der Infanterie, letztere in den Militärverwaltungsbranchen- beide genießen Offiziers- resp. Beamtenrechte und Bezüge. Das Institut wird aus fähigen Unteroffizieren mit Hintansetzung der Offiziers- resp. Beamtenexamina gebildet. Stockholm, 17. Juni. In der heutigen Sitzung des hier tagenden internationalen Eisenbahn congresses wurde beschlossen, einen beschleunigten Winterdienst zwischen London, Berlin und Wien sowie wesentliche Verbesserungen des Dienstes zwischen England und Skandinavien einzurichten. Newyork, 17. Juni. Ein großes Bah nun glück hat gestern im Iowa-Staate bei der Coonbrücke in der Nähe der Coonflußschnellen stattgefunden. Die Locomotive gerieth in größerer Entfernung vor der Brücke aus den Schienen, durchlief die Strecke bis zur Brücke außerhalb des Geleises, durchschlug das Brückengeländer und stürzte, sämmtliche Waggons — ausgenommen den Schlaswaggon — mitreißend, in den Fluß. Zwei Personen sind tobt, 30 (mehrere tödtlich) verwundet. ___________ Berlin, 18. Juni. Berichte der Morgenblätter über das gestrige Gartenfest aus der Pfaueninsel melden: „Der Kaiser gratulirte Herrn v. Puttkamer zu seiner Ernennung als Oberpräsident der Provinz Pommern. CecaU* und prwhrsteites» Gieße«, 18. Juni. — Waldhorn-Quartett. Wir empfehlen heute noch einmal das morgen Freitag stattfindende Concert und geben unseren Lesern nachstehend einen Bericht aus Bayreuth, der von Neuem bekundet, daß ein genutzreicher Abend in Aussicht steht. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Concert im Garten stattfinden können. „Die vorgestern Abend gegebenen Concerte des großen Waldhorn-Quartetts der Herren Kammermusiker Richter, Klöpfel, Unger und Herbig unter Mitwirkung des Piston - Virtuosen Herrn Kammermusikers Rammelt erfreuten sich des ungetheiltesten Beifalls der erschienenen Gäste und rechtfertigten auch hier den guten Ruf, der den Concertgebern vorherging, auf das Glänzendste. Eine Tonfülle, dabei eine Zartheit. des Ausdrucks, ein inniges Aneinanderschmiegen der einzelnen Instrumente vereinigen sich in diesem Quartette zu einer ganz eigenartigen Leistung, die als ganz hochkünstlerisch bezeichnet werden muß. Die Vorträge fanden stürmischen Applaus. Die von Herrn Rammelt gegebenen Solopiecen auf dem Piston waren gleichfalls ausgezeichnet. Einen Bläser von der Leichtigkeit dieses Ansatzes, der Wärme der Empfindung und der seinen Distinction in der Art des Vortrags, wie sie von genanntem Herrn entwickelt wurden, wird man selten hören." — Von einem musikkundigen Freunde unseres Blattes erhalten wir soeben noch folgenden Bericht: „Was in der Presse über das Hannoversche Waldhorn-Quartett geurtheilt wurde, sand in den beiden Concerten eine glänzende Bestätigung. Alle Nummern des reichen und gewählten Programms, sowie die durch stürmisches Hervorrusen geforderten zugegebenen Stücke wurden mit einer eigenartigen, wohltönenden Feinheit und absoluten Correctheit dem kunstsinnigen Publikum zum Verständniß gebracht, wie man es nur von Künstlern auf dem Waldhorn erwarten konnte. Besonders entzückten die zarten, Cellotönen ähnelnden Pianissimostellen des Quartetts. Virtuoses auf dem Piston leistete in Wirklichkeit Herr Rammelt. In bester Stimmung entlockte er seinem Instrumente perlende Passagen, neckische Staccattos und gesanglich tief empfundene Weisen mit aleicher Leichtigkeit und Schönheit. Gewiß können die geschätzten Herren Künstler durch ihre beiden hiesigen Concerte ihren bereits geernteten Lorbeeren ein neues Blatt beifügen." ____________ — Au die Adresse der Sommerausflügler ist eine Warnung gerichtet, die von der Postv erwaltung eines bekannten Ausflugsortes ausgeht. Während der Sommermonate, wenn der Fremdenzufluß am größten ist, wird kaum ein Tag vergehen, wo nicht unbestellbare Postkarten zur Post gegeben werden. Viele Fremde kaufen sich die bekannten Postkarten mit Ansicht und setzen stillschweigend voraus, daß sie frankiert sind, beschreiben die Karte und werfen sie in den Briefkasten. Aber nicht alle derartigen Postkarten werden frankiert und so gelangen diese vielen „Grüße und Küsse aus der Fremde" nicht in die Heimath und der Post wird dann unberechtigter Vorwurf der Unzuverlässigkeit gemacht. Wolle daher jeder Verkäufer von „Postkarten mit Ansicht" nie zu bemerken unterlassen, daß noch eine Freimarke nothwendig ist. Es wäre daher zu wünschen, wenn nur bereits frankierte Postkarten zum Verkauf kämen. — Die Frage, ob die in den Genuß der Altersrente tretenden Versicherten verpflichtet sind, auf Grund des Invalidität- und Altersversicherungsgesetzes weiter zu entrichten, hat das Reichsversicherungsamt auf ergangene Anfrage für den Fall bejaht, daß diese Rentenempfänger noch weiter gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt werden. Sie bleiben in diesem Falle versicherungspflichtig trotz des Bezuges der Altersrente, welche von der Erwerbsunfähigkeit unabhängig ist und nur einen Zuschuß zu dem Arbeitsverdienste des Rentenempsängers darstellt. G. Aus dem Kreise Gießen, 17. Juni. In Ihrem geschätzten Blatte lese ich eben eine Notiz, betitelt: „Aus dem Kreise Alsseld". In derselben wird über die hohen Brod- Preise geklagt und es sieht fast aus (durchaus nicht. Red.), als ob die Bäcker die Hauptschuld trügen. Dem ist jedoch nicht so. Das Pfund Roggenmehl kostet heute 15*/, bis 17 Pfg., je nach Qualität, und da nach einer alten Regel 3 Pfund Mehl 4 Pfund Brod geben, so kann sich Jedermann den Brodpreis berechnen. Zieht man nun in Betracht das theuere Brennmaterial, sowie die mit so vieler Arbeit verbundenen Herstellungskosten, ganz abgesehen von sonstigen unvermeidlichen Unannehmlichkeiten, so bleibt dem Bäcker noch ein Verdienst, den ein geringer Taglöhner verschmähen würde. (Wir zweifeln im Allgemeinen nicht an der Richtigkeit vorstehender Notiz, können aber dann nicht begreifen, daß lt. Bericht über die letzte Stadtverordnetensitzung die Gießener Bäcker auf die Befreiung der Backwaaren von Octroi verzichten wollen. Red.) *** Oberbesfiugen, 17. Juni. Heute sand dahier unter- reger Betheiligung der Interessenten die Bürgermeisterwahl statt, bei welcher der seitherige Bürgermeister Kühn einstimmig wieder gewählt wurde. Es ist dies nun das zweite Mal, daß derselbe und zwar, ohne daß ihm ein Gegenkandidat entgegengestellt — was wohl bei der gegenwärtig fast allgemein gewordenen Jagd nach solchem Amte eine Seltenheit genannt werden dürfte — zu diesem wichtigen, begehrenswerthen Amte gewählt wurde. Möge es ihm noch lange vergönnt fein, sich dieses verdiente Vertrauen seiner Mitbürger zu erhalten! vermischtes. *K. Fulda, 17. Juni. Der Unterverband hessischer Vorschuß- und Creditvereine hielt heute hier in den Räumen der „Harmonie" seinen 29. Verbandstag ab, nachdem derselbe gestern Abend in der im Gasthaus zum „Kurfürst" stattgehabten Vorversammlung die Tagesordnung festgesetzt und einige andere Angelegenheiten erledigt hatte. Die Tagesordnung enthielt 9 Gegenstände, deren Berathung bezw. Beschlußfassung die Genossenschafter von Morgens 8 Uhr bis Mittags 2 Uhr beschäftigte. Der Bericht pro 1890 des Verbandsdirectors Diehls-Cassel, der auch zugleich Verbandsrevisor ist, bot viel Interessantes und zugleich Erfreuliches. Es gehören dem Unterverband (welcher einen Theil des Allgemeinen Verbandes deutscher Erwerbs- und Wirthschafts- genoffenschaften bildet) 24 Creditvereine an, außerdem sind im Laufe oieses Jahres drei weitere Vereine hinzugetreten und wurden gestern Abend noch zwei Vereine, die früher schon einmal dem Unterverbande angehört hatten, von neuem aufgenommen. In 1890 betrug die Zahl der Unterverbands- genossen 17 352 gegen 17 106 im Vorjahre. An Vorschüssen auf Wechsel und Schuldscheine wurden etwa 91/, Millionen gewährt, für discontirte (Geschäfts-) Wechsel 7 Millionen, int Contocorrentgeschäft 32 Millionen Mark ausgegebcn. Der Gesammtumsatz in Einnahme und Ausgabe betrug zusammen über 223 Millionen Mark. An Zinsen und Provisionen wurden 1032 000 Mk. eingenommen und für Zinsen 494 000 Mk. ausgegeben. Der Gesammtreingewinn belief sich auf 349 888 Mk. Das Gesammtverhältniß des eigenen Vermögens der Vereine zu den aufgenommenen Capitalien betrug Ende 1890: 40,84 °/0, d. h. es kommen auf 100 Mk. eigenes Vermögen Mk. 244 fremde Gelder. — Die durch das neue Genossenschaftsgesetz vorgeschriebene Revision ist im Unterverband seit bereits einer Reihe von Jahren eingeführt gewesen. Berichterstatter hat im Lause des letzten Jahres wieder eine größere Anzahl der Vereine revidirt und bedauert, daß es ihm unmöglich gewesen, bis jetzt alle Vereine zu revidiren. — Bei der Berichterstattung der Vertreter der einzelnen Vereine, an welche sich Fragen sowohl des Directors wie auch des anwesenden Vertreters der Anwaltschaft Dr. jur. Krüger-Berlin, sowie lebhafte Discnssionen anschlossen, konnte auch ein Nichtbcrheiligter die Wahrnehmung machen, daß die Verbandsgenossenschafter ernstlich bestrebt sind, den hohen Aufgaben, welche sie sich gestellt haben, in jeder Beziehung gerecht zu werden. Sämmtliche Vereine beruhen auf Schulze- Delitzsch'schem Princip, sie sind das, was sie sind, lediglich aus eigener Krast, ohne jede Hilfe und Protection von außen geworden. — Die Verbandsrechnung, von Wörner-Nauheim und Köhler-Alsfeld geprüft, wurde für richtig befunden, der vom Verbandsdirector aufgestellte Voranschlag pro 1891/92 genehmigt. — Der nächste allgemeine deutsche Genossenschaftstag zu Gera wird durch je einen Vertreter des Credit-Vereins zu Friedberg und des Allgemeinen Vorschuß-Vereins zu Cassel auf Kosten des Verbandes beschickt werden und der nächstjährige Vereinstag des Unterverbandes in Marburg statt- finden. Möge der Verband auch ferner immer mehr erstarken, möge er fortfahren, in ächt genossenschaftlichem Sinne zu wirken — dann wird auch der Segen seiner Wirksamkeit für den engeren Mitgliederkreis sowohl, wie auch nach außen hin, nicht ausbleiben! * Worms, 17. Juni. Der Haupttreffer der Wormser Dombaulotterie im Betrage von 75000 Mk. kam nach Coblenz, der zweite Treffer im Betrage von 30000 Mk. auf Nr. 189 540 nach Nürnberg und der dritte Treffer in einer Höhe von 10000 Mk. auf Nr. 6142 nach Berlin. * Frankfurt a. M., 16. Juni. Nächsten Sonntag, den 21. Juni, wird der erste Zwanzigpfennigtag auf der elektrischen Ausstellung stattfinden. Die Ausstellung wird um 8 Uhr Morgens geöffnet und von den drei Haupteingängen, Kaiserstraße, Bahnhofsplatz, Neckarbahnhos aus zugänglich fein. Es werden besondere Billets zu 20 Pfg. pro Person bis 4 Uhr ausgegeben. * Frankfurt, 16. Juni. In der heutigen Stadtverordneten- Verfammlung theile der Magistrat mit, daß. seitens eines Ungenannten der Stadt Frankfurt die Summe von 100000 Mk. zur Errichtung einer öffentlichen Bade- und Schwimmanstalt geschenkt worden sei, mit der Bedingung, daß die Errichtung spätestens bis zum 2. Januar 1892 in Angriff genommen sein muß. bQ6 lt. ^'ebener ^ctroi der. dahier unter -rmeister, ister Kühn st, dies nun '«§ ihm ein der gegen= lchem Amte ^wichtigen, 'Ä ihm noch W seiner v> »«US beg. '« Br°d- * $tb.) °is'!°d°ch , 5‘/i bis ’S* "W Hermann das Arbeit ver- Ztigen un- ?acker noch rhen würde. and hessi- lt heute hier bandstag ab, asthaus zum Tagesordnung rledigt hatte, n Berathung orgens 8 Uhr ro 1890 des ich Verbands- Ersreuliches. cheil des All- Wirthschasts- ußerdem sind hinzugetteten , die früher i, von neuem .nterverbands- [n Vorschüssen |i/2 Millionen Millionen, im egeben. Der ig jufamtMi str W yroirm deiies tz des eigenen ien Capitalien aus 100 M- . Die durch e Revision ist von Jahren mse des letzten e revidirt und ßt alle Vereine Vertreter der des Directors schastvi'.M Men, konntt M * d, den M eder N*> >-N°usE ! f* -*ag xSS und t tlJ AS" der^^ nach .«» gönn« bc( - h°u"'^gl'ch °°.K> n o * dav gjli leuchtung der Maschinenhalle und des farbenprächtigen Wasser- salls zu betrachten, ehe der letzte Bahnzug, der übrigens ohne Trambahnspesen zu erreichen ist, sie ihrer Heimath wieder zuführt. * Worms, 16. Juni. Die hiesige Handelskammer beschloß in ihrer letzten Sitzung, sich mit der Handels- und Gewerbekammer für Untersranken und Aschaffenburg wegen des von der letzteren angeregten Projectes einer Eisenbahn Worms- Miltenberg-Würzburg in Verbindung zu setzen. * Oppenheim, 15. Juni. Als gestern Abend gegen 8 Uhr der hiesige Soldaten-Verein von einem Ausflug nach der Schwedensäule mittels eines Schiffes zurückkehrte, stürzte ein dem Verein Angehörender, Namens Schröder, in der Nähe der Canalmündung in den Rhein und ertrank, obwohl Hilfe rasch zur Stelle war. In dem Verein, der seine Frauen bei sich hatte, entstand eine furchtbare Aufregung, viele der Letzteren fielen in Ohnmacht, andere stießen herzerschütternde Rufe hervor. Der so elend ums Leben gekommene Sch. hinterläßt eine Frau und fünf Kinder. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht geborgen werden, * Mainz, 14. Juni. Seit neuerer Zeit wird bei den, in dem Bereiche unserer Festung vorgenommenen Pionierübungen auch das Velociped probeweise zu militärischen Zwecken verwendet. Zwischen dem Kasteler User und der sogenannten Petersaue fand gestern eine größere Pionierübung statt, bei der es sich in der Hauptsache um die Besörderung eines schweren Belagerungsartillerieparkes über eine Pontonbrücke handelte- die Versuche fielen, trotz der Schwere der Geschütze, die über 90 Ctr. wogen, sehr befriedigend aus. Die auf dem Uebungsplatze befindlichen Ordonnanzsoldaten hatten ihre Stahlroffe bei sich und mit denselben mußten sie militärische Befehle, Anordnungen re. befördern. Vor einigen Tagen wurden sogar militärische Ordonnanzfahrten aus dem Velociped bis nach Hochheim ausgedehnt, welche Wegstrecke von den Mannschaften in einigen Minuten zurückgelegt wurde. * Landau a. d. H., 15. Juni. Bei der heutigen Uebung wurde der Artillerist Gers mann, gebürtig aus Weyherbach, von seinem Geschütz überfahren und sofort getödtet. * Frankenthal, 12. Juni. In einem hiesigen Gasthaus wurde eine Anzahl junger Kaufleute, die daselbst im Abonnement ihre Mahlzeit einnehmen, beim ersten Gang von dem Gerichtsvollzieher mit einer Zustellung überrascht, daß das Abonnementsgeld für das Essen vom ersten ab nicht an den Wirth, sondern an ihn (den Gerichtsvollzieher) zu entrichten sei, i. 'cm alle Ausstände des Wirthes mit Arrest belegt seien. : .i meisten dupirt waren nun bei der Sache die jungen Kaufleute, indem der Wirth, nachdem er sah, daß ihm nichts mehr bezahlt wird, er auch außer dem ersten Gang (Suppe) nichts mehr folgen ließ. Mit knurrendem Magen mußten die jungen Herren von dannen ziehen. * Elektrotechnische Ausstellung in Frankfurt am Main. In verschiedenen Blättern begegnen wir der Behauptung, daß die Nebenausgaben für die Sehenswürdigkeiten innerhalb der Ausstellung sehr kostspielig seien. Wir haben uns veranlaßt gesehen, einmal zusammenzustellen, wie viel ein Ausstellungsbesucher auszuwenden hat, wenn er alles, was innerhalb der Ausstellung geboten wird, besichtigen will. — Wir schicken voraus, daß die Fülle des innerhalb der Ausstellung gratis Gebotenen so groß ist, daß kaum Jemand die Hälfte davon während eines einmaligen Besuches auch nur flüchtig besichtigen kann. Es gehört hierzu die große Maschinenhalle mit ihren 50 bis 60 im Betriebe befindlichen Maschinen, das Kesselhaus, die Hallen für Telegraphie und Telephonie, für Eisenbahn und Signalwesen, für die Marine, für Wissenschaft und Medicin, woselbst die Vertreter der Herren Aussteller in zuvorkommender Weise die verschiedenen Apparate und Vorrichtungen dem Publikum vorsühren- die 22 verschiedenen Werkstätten, welche die Anwendung der Electricität im Kleingewerbe zeigen. Wer auch nur einen Theil der hier jedem Besucher zur Besichtigung freistehenden Ausstellungsgebäude durchwandert hat, der wird foum noch Zeit finden, die ganze Reihe der mehr dem Vergnügen gewidmeten Veranstaltungen durchzukosten. Alle diese Sehenswürdigkeiten kosten zusammen allerdings Mk. 4.40. (Victoriatheater ein nummerirter Platz Mk. 1.—, Kunstausstellung 50 Pfg., Bahn nach der Mainausstellung 10 Pfg., Phonograph 40 Pfg., Münchener Opernübertragung 50 Pfg., Frankfurter Opernübertragung 30 Pfg., Lautsprechendes Telephon 20 Psg., Taucher 20 Pfg., Aufzugsthurm 20 Pfg., Irrgarten 50 Pfg., Panorama 50 Psg.). Selbstverständlich ist geradezu unmöglich, alle diese zum Theil gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen an einem Tage zu sehen. Ein besonderes Eintrittsgeld für dieselben muß erhoben werden, weil die betreffenden Unternehmer ihre Bauten und Einrichtungen, sowie den Betrieb für eigene Rechnung bestreiten. Würde die Ausstellung alle diese Sehenswürdigkeiten für ihre Rechnung unternommen haben und führen, so würde das Anlage- und Betriebscapital eine solche Höhe erreicht haben, daß mindestens ein allgemeines Eintrittsgeld von drei Mark erhoben werden müßte, um die Kosten zu decken. Jetzt aber hat Jedermann für ein Ticket, welches heute zu 70 Pfennig zu haben ist, alles frei, was mit dem eigentlichen Zweck der Ausstellung, der Vorführung der Fortschritte der Electricität aus allen Gebieten zusammenhängt. Will der Besucher noch außerdem einen Theil oder sämmtliche aus dem Aus- stellungsplatz vorhandenen Sehenswürdigkeiten besichtigen, so hat er dazu Gelegenheit. Gezwungen ist hierzu Niemand. Die meisten Besucher werden froh sein, nach ihrem Rundzange durch die Ausstellung selbst bei einem guten Glase Münchener oder Pfungstädter Bier in Ruhe die feenhafte Be- Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 18. Juni. Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 12Va, Lust 13 Grad Reaumur. L. Ehr. Rübsamen Wwe. Bremen, 17.Juni. (Per transatlantischen Telegraph.]. Der Schnelldampfer Saale, Eapitän H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Juni von Bremen unb am 8. Juni von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgen» wohlbehalten in Newyork angekommen. verkehr, £an6>« und Volkswirtschaft. Limburg, 17. Juni. Fruchtmarkt. Rother Wchen JL 20 —, weißer Weizen X —Korn JL. 15.75, Gerste X 11.-, Hafer X 7.75, Erbsen —Kartoffeln — - Sucht die Kleefelder ab «ach Kleeseide! In der Jugend ist die Kleesetde ohne besonders große Schwierigkeiten, wenn sie nicht in allzu großen Mengen auf den Kleefeldern auftrttt, zu vertilgen, während sie, wenn ihr Verbrettungsherd ein umfangreicher geworden, sie den Boden mit Samen tnficirt hat, zu den Schädlingen gehört, die mit am schwersten los zu werden sind. Wo Klee, Luzerne usw. ohne Ueberftucht gesäet werden, da schicke man schon im Juni oder Anfang Juli Leute auf die Felder, welche diese auf Seide genau absuchen, wo der Klee unter Getreide gesaet wtrv, muß dieses sofort nach der Ernte geschehen. Etwa aufgefundene Setdennester müssen verbrannt und die Stellen tief umgraben werden. ________ Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Freitag Abend 72° Uhr, Samstag Vormittag 8* Uhr, Samstag Nachmittag 4°° Uhr, Samstag Abend 900 Uhr. CAmmAnenwneoan Der Einfluss der Lichtstrahlen □OmmerSprUbSUll. macht sich hei Personen mit zarter empfindlicher Haut durch die Sommersprossen oft sehr bemerkbar, und es ist bewiesen, dass scharfgelaugte Seife deren Hervortreten nur um so mehr begünstigen. Man erzielt den denkbar grössten Nutzen, wenn man sich ganz besonders in der Frühjahrs- und Sommerszeit ausschliesslich mit Doering’s Seife wäscht, man wird bei anhaltendem Gebrauche eine schöne zarte, reine Hautfarbe erlangen. 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Ehefrau zu Heuchelheim gehörige Be« sitzung, die Heuchelheimer Mühie, bestehend aus einer gut eingerichteten Mahlmühle mit drei Gängen und Walzenstuhl, guter Wasserkraft und Dampfbetrieb nebst unmittelbar bei der Mühle gelegenen 10 Morgen besten Ackerlandes u. Wiesen unter den im Termine bekannt gegeben werdenden Bedingungen freiwillig versteigert werden. Zur Mühle gehört ein Wohnhaus mit sechs geräumigen Zimmern und großem Keller, bedeutende Lagerräume und eine Bäckerei Das Besitzthum, auf welchem sei uralten Zeilen eine gut besucht Wirthschaft betrieben wurde, it in bestem Zustand und eignet sich in Folge seiner günstigen Lage und großen Räumlichkeiten zu jedem anderen Geschäftsbetrieb. Bei annehmbarem Gebot findet der Zuschlag sofort statt. [5643 Nähere Auskunft ertheilen die Rechtsanwälte Dlery Metz in Gießen. Haasenstein & Vogler A. G., Fra*z^iTt3».i”'’ Kostenanschläge, Probedrucke und Zeitungsterzeichnisse gratis. 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Kaffenvorrath 2694 82 Geschäftsguthaben der Ausstände 10731 81 Mitglieder (Stamm- Ausgeliehene Capitalien 154991 04 anthelle) 8646 — Werth der Mobilien, Capitaleinlagen 157147 35 nach Abschreibung Reservefonds 272 — von 5% 123 50 Nachlaß auf cedirte erst später fällige Kauf- schillinge 823 64 Reingewinn 1652 18 3 6f<541 17 168541 17 T ödes-Anzeige innigst geliebter Gatte und Vater Wilhelm was im Namen aller Hinterbliebenen tiefbetrübt anzeigen Giessen, den 18. Juni 1891. 5653 Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 6 Uhr vom Trauerhanse, Schillerstrasse 11, aus statt. 5557 Ballscg! Ballig! und Getränke bestens empfohlen [5640 Der Festwirth: Ludwig Schlierbach 101.80193er. Königs-Laurab.-Act 119 0 161 20 Tendenz: matt. ReichSbauk-DiScont 4 pCt. — Frankfurter Bank-Dtscont 4 pCt. 9130 92 30 80.00 75 60 100.25 422.(0 19730 145 30 142.10 113S0 71 20 Der Director: JPh. Sommeriad II. 182.00 138.80 142 00 117 90 98.50 259 25 251.00 5639] Ein junges MLdcheit für leichtere Hausarbeit gesucht von Frau Albold, „Solmser Hof". Lomb. E-eB.-Act. Buschtherader E.-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. Disconto-Commanb^Anth Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. drordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver.-Act- Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 4% Mainzer St.-Anl. Gelsenk. Bergw.-Att. 5641] Ein in Küche, Wäsche und Hausarbeit erfahrenes Mädchen gesucht. Weserstraße 6, zweiter Stock. Theodore Hosier, geb. Appel und. Minder. Schlutzcourf- 1 Uhr 15 Min. 85.70 40/0 Ung. Gold-Rente 98.60 5% Jtal. Rente 85 60 41/5^0 Oest. Silber-Rente 98.60 50/0 Rufs. 111.^Orient 3% Reichscmleihe 3Va% do. 3% Preuß. Consols 3Vi% do. Gon«-dexicht von E, Wasserschieben, Bankgeschäft FraMurlei Börse vom 18. Juni 1891. Ordentliche Generalversammlung des Spar-«. Dorslhvßvkttms Heuern H., E.G.m.u.S. Freitag den 26. Juni, Mittags 1 Uhr, in der Wohnung des Herrn Rechners Hch. Ad. Lindenstruth III» dahier, wozu die Mitglieder des Vereins hiermit ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: Abhör der Rechnung von 1890. Beuern, den 17. Juni 1891. Heute Nacht 2 Uhr verschied nach kurzem, aber schweren Leiden unser Kaiser-Regatta auf her Lahn zu Buh Ems Sonntag den 21. Juni, Nachmittags 3 Uhr. , , drummerirte Plätze ä 3 Mk. und reservirte Plätze ab bei dem Hausmeister Herrn Vailly iw Kursaal zu EmS zu haben. Abfahrt von EmS nach Gießen—Wetzlar Abend- 8 Uhr 20. 5562 5647] Kleines Logis zu vermiethen bei H. Grönirrger. Steinstraße 43. 5654] Schöne Wohnung zu vermiethen. I. Sorger, „Schöne Aussicht". i Xienz’sch®r ^eisenkelier. (W- Kaufmann.) BW' Neues Programm. WÖF Neues Programm. Heute Donner-taa den 18. und Freitag den 19. Juni, Abend- von 8 Uhr an: Große Brillant - Vorstellungen der internationalen Künstler-Truppe.5660 Gießener Mnnergesimg - Verein. Sonntag den 21. Juni: [5661 Parthie nach Staufenberg. Abfahrt 1 Uhr 40 Min. Mittags. Bei ungünstiger Witterung von 71/2 Uhr Abends gewüthlicheS Zusammensein in SteinS Garten. Die Mitglieder wollen ihren Bedarf an Fahrkarten bis spätestens Samstag Abend bei den Mitgliedern Graveur Carl Schwan, Kreuzplatz 15, und Kaufmann W. Schomber, Reuen Bäue 10, angeben. ___Der Vorstand. Grosses Waldhorn-Quartett-Concert ausgeführt von den Königlichen Kammermusikern Herren Richter, Klöppel. Ehrhardt, Unger unter Mitwirkung des Piston»Virtuosen König!.Kammermusikers Herrn Rammelt aus Hannover in Steins Garten Freitag den 19. Juni, Abends 8 Uhr. Bei ungünstiger Witterung im Saale. Eintrittskarten ä 50 Pfg. bei Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) und Abends an der Kasse ä 60 Pfg. 553g Gesangverein Liederhain in Bieber bei Rodheim. Sonntag dm 21. und Montag den 22. Juni: F alownweiM'est. Der Festplatz befindet sich am nahegelegenen Wald. Hierzu ladet freundlichst ein Her Vorstand« Aus Obiges Bezug nehmend, hält sich in Bezug auf Speisen Englisch. 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Dc folgte ihn b(l 80 Schritte : « !' an uni N tyetnai 'fyben, 200 Schn« "1'lbst er , fit? ei":tt $ K tief u leb er steh ,, 0'e et, h ‘6e -Män ^ßerte er: Stet dem «Äff* über 1 Herr ? ft k tzK 'Pater hn Si ser 5653 iltt. Ä- L* '"«*• gestand auch heute die That in der Hauptsache ein und entschuldigte solche nur damit, daß er stark betrunken gewesen sei. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuld- srage unter Verneinung der von dem Vertheidiger beantragten mildernden Umstände, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gesängnißstrase von fünf Jahren nebst Kosten ver- iten geübten Den Erler- Sprache. d. M. 8”b an die Exped- [5652 WchU Ser- mitgenommenen LDringen- "'Billig'- t««f „ibach Mw- urtheilte. — Volksfchuleu im Großherzogthum Hessen. Im Groß- herzogthum Hessen gab es im Frühjahr 1890 991 Volksschulen und zwar 878 gemeinsame, 53 evangelische, 57 katholische, 3 israelitische. Nach dem Geschlecht der Kinder waren 912 Schulen gemeinsam, 50 theilweise gemeinsam, 29 ganz getrennt. Von den Schulen sind 522 einklassig, 250 zwer- klassig, 110 dreiklassig, 60 vierklassig, 49 mehrklassig, in 604 Schulen wird kein Schulgeld erhoben. Das Lehrer- Personal zählt 2188 Lehrer, 169 Lehrerinnen. Die Zahl der Schüler beziffert sich aus 80158 Knaben, 80 730 Mädchen. 108 281 Kinder sind evangelisch, 48 679 katholisch, 2890 israelitisch, 1038 gehören anderen Consessionen an. Es kommen von den die Volksschulen besuchenden Kindern durchschnittlich 168,2 auf 1000 Einwohner, 162 auf eine Schule, 68,2 auf einen Lehrer. Was die Volksschulverhältnisse in Gießen betrifft, so steht dasselbe insofern am günstigsten, als die Durchschnittszahl der auf eine Lehrerstelle kommenden Schüler im Vergleich zu den Städten Darmstadt, Mainz, Offenbach, Bingen, Worms mit 54,8 am geringsten ist. Allerdings ist auch die Durchschnittsschülerzahl mit 86,6 auf 1000 Einwohner nächst Darmstadt die geringste. Die höchste auf 1000 Einwohner entfallende Volksschülerzahl weist Worms auf (158,2). Das günstigste Verhältniß in der Zahl der auf eine Lehrstelle kommenden Schulkinder weist auch die Provinz Oberhessen mit 65,1 auf; es ergibt in Rheinhessen 67,2, in Starkenburg 71,2 Schulkinder auf eine Lehrstelle. In Oberhessen unterrichten auch die wenigsten Lehrerinnen, nämlich 6 bei 681 Lehrern, Rheinhessen hat bei 596 Lehrern 93, Starkenburg bei 911 Lehrern 70 Lehrerinnen. Locales un6 provinzielles. Gieße«, 18. Juni. Land erfahre, wie die Dinge liegen. Die hessischen Metzger sollen dafür sorgen, daß ihr Stand in der hessischen Kammer vertreten und gehört werde. Nach vielen Erörterungen kommt ein Antrag an den deutschen Fleischerverband zur Annahme des Inhalts, derselbe solle eine obligatorische emheitliche Regelung der Fleischschau und eines Währschastsgesetzes anstreben und zu diesem Zwecke di- Regierung zu ersuchen, eine Unterredung von Aerzten, Thierärzten, Landwirthen und Metzgern^zu Die „Meraner ßeitung" 6e« ridltet: Die Lage im Martellthäle in Tyrol, welches $ jüt ’n A-nfM Letl*6“ Wi he, — Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu am 17. Juni cr. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Karl Dörr von Angersbach wegen Körperverletzung mit tüdtlichem Erfolg. Derselbe ist angeklagt, daß er in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1891 zu Angersbach den Gustav Pudelleck daselbst vorsätzlich mittels eines Messers körperlich mißhandelt und an der Gesundheit beschädigt habe und daß durch diese Körperverletzung der Tod des Verletzten verursacht worden sei. Der Dienstknecht Gustav Pudelleck in Angersbach begab sich am Abend des ersten Pfingstseiertages aus dem Hause des Schäfers Dittert zu Angersbach, woselbst er mit einer Gesellschaft junger Leute sich aufgehalten hatte, in Begleitung von vier Kameraden auf die Ortsstraße, um noch eine Wirthschaft zu besuchen. Am Spritzenhause begegneten sie einer anderen Gesellschaft junger Burschen, darunter dem Karl Dörr, die aus der Wirthschaft des Conrad Schul kamen und im Begriffe waren, sich in die Wohnung des Johannes Schway zu begeben, woselbst ihre Kameradschaft den Abend über versammelt war. Pudelleck hielt den Angeklagten für den ihm bekannten Sohn des Spielmanns von Angersbach, in Wahrheit kannte er denselben überhaupt nicht, da jener bereits seit zwei Jahren ständig in Westfalen als Bergwerksarbeiter sich aufgehalten und nur vorübergehend zum Besuche seiner Eltern während der Pfingstfeiertage nach Ängersbach gekommen war, er selbst aber erst seit Neujahr 1890 daselbst in Diensten stand. In seinem Jrrrhum redete Pudelleck den Dörr arglos mit den Worten an: „Guten Abend, Heinrich, wie geht es Dir?" Dörr antwortete . „Ich kenne Dich nicht, wie kannst Du mich Heinrich herßen ! Daraus erwiderte jener: „Ich kenne Dich wohl, Du bist doch der Heinrich!" Dörr entgegnete, er könne ihn gar mcht kennen, er sei ja schon seit drei Jahren in Westfalen. Pudelleck bestand aber darauf und entgegnete: „Da kenne ich Dich schon vier Jahre!" Dörr wurde hierüber sehr aufgebracht, erklärte jenem, er habe ihn hier nicht anzuranzen, er solle seiner Wege gehen und versetzte ihm rasch hintereinander zwei Stöße auf die Brust. Pudelleck erwiderte den Angriff nut einem Gegenstoß, in Folge dessen Dörr wider einen Zaun und auf die Kniee fiel. Dabei war ihm eine seiner Manschetten zu Boden gefallen. Dieser doppelte Nachtheil reizte lhn. Rasch sprang er auf, zog sein Taschenmesser heraus und drang, nachdem er dasselbe geöffnet, auf Pudelleck ein. Dieser wrch erschrocken einige Schritte zurück und tief: „Der Kerl hat I ja das Messer, ich zeige ihn an!" Dörr erreichte ihn aber tm Augenblick und versetzte ihm mehrere Stöße mit dem Messer, das er mit der geschlossenen Faust führte. Dabei | äußerte er, er habe westfälisches Blut in den Adern, er dürfe auch besoffen sein, er würde ihm den Balg doch spalten. Pudelleck erhielt bei diesem Angriff einen Stich m die rechte Hüfte und einen solchen in die Brust. Als derselbe die Verletzungen fühlte, wandte er sich schleunigst zur Flucht Dorr verfolgte ihn jedoch, das Messer m der Hand Pudelleck erkannte bald, daß ihn sein Gegner einholen werde, deßhalb flüchtete er in die Hofraithe des Andreas Schad, ^ener folgte ihm aber auch dorthin. Daher verkroch er sich in feinet I Anast unter- einen dort stehenden Wagen und tief dem Vet- solget bittend zu, er möge ihn doch gehen laßen. Dieser aber erwiderte: „Und wenn ich Dich gleich todtsteche, fiel mit diesen Worten zum zweiten Male über ihn her und brachte ihm wiederum mehrere Stiche nut bem offenen Messer bei Er versetzte ihm hierbei den Stich in die linke Huste, der später den Tod des Verletzten herbeiführte. Pudelleck raffte sich trotz seiner Verwundungen wieder auf, entwand sich dem Angreifer und lief aus der Hofraithe wiederum auf die Straße Dörr ließ aber immer noch nicht von ihm ab, vet- folqte ihn vielmehr, bis er auf der Straße an einer etwa | 60 Schritte von der Schad'schen Hofraithe entfernten Brücke niederstürzte, griff ihn in dieser wehrlosen Lage zum dritten Male an und hieb mehrmals mit dem Messer auf ihn drein. Auch hiernach vermochte es Pudelleck noch, sich wieder zu erheben. Er ergriff abermals die Flucht und lief noch etwa 200 Schritte weiter bis an die Wirthschaft von Neurung, woselbst er wiederum zusammenbrach. Dörr verfolgte ihn noch einen Theil dieser Strecke. Als jener aber laut um Hilfe rief und mehrere Leute in der Nähe sichtbar wurden, blieb cr stehen. Dort holte ihn Andreas Eifert em. Diesen fronte er, wer denn sein Gegner sei, und nachdem ihm der- clbe erklärt hatte, es sei der Knecht des Andreas Kohler mihcrte er' „Gut, das Haus kenne ich, der kommt so noch nickt nach Haus!" Pudelleck wurde sodann von Mehreren, darunter dem Hermann Morscheck, in die Wirthschaft hmem- getragen. Eine Untersuchung ergab, daß er in der ganzen Bauchqeaend blutig war und ein Stück Eingeweide aus einer blutenden Wunde heraushing. Morscheck fuhr ihn daher ohne Aufenthalt aus einem Schiebkarren in seine Wohnung, unter- wegs muhte er jedoch wiederholt anhalten, da der Verletzt, über gaizz auherordentliche Schmerzen klagte. Herr brachte ihn sodann noch in deri Nacht in,das ^ran en- . ^'^n Reichstag" für zweckmäßig, damit das ganze Haus zu Lauterbach. Die erste ärztliche Unter, ch 8 1 “ | ^ 3 Dinae lieaen. Die hessischen Metzger fünf frische Verwundungen, die bereits genannten und zwei dickt nebeneinander gelegene Verletzungen am linken Over- arm-, sowie weiter fest, daß aus der Wunde in der linken Hüste ein häutiges Stück der inneren Darmbedeckung, des sogenannten Netzes, herausgetreten war. Der Arzt erklärte diesen Zustand alsbald für bedenklich; am 27. Mai l. Js. starb der Verletzte nach qualvollen Leiden. Die zwei Tage später vorgenommene Leichenöffnung ergab, daß er an einer septischen Bauchfellentzündung gestorben sei, die ihrerseits die unmittelbare Folge der in den Bauchraum eingedrungenen Htichverletzung der linken Hüste gewesen ist. Der Angeklagte seine Billigkeit. Literatur unfr KUhft. — Burg Gleib rg. Ein Führer für Fremde und Einheimische. Herausgegeben vom Gleiberg-Verein. Zum Besten der Baukasse. Gießen, Verlag von Emil Roth. Preis 50 Pfg. Das neue, mit vielen der Burg Gleiberg entnommenen Illustrationen gezierte Merkchen, bearbeitet von Mitgliedern des Gleiberg-Vereins, durfte dem genannten Verein viele neue Freunde und Mitglieder zuführen, er eher, der sich noch einen Rest von Sinn und Pietät für geweihte historische Stätten bewahrt hat, wird insbesondere den historischen Theil dieses Büchleins mit größtem Interesse verfolgen und sein Erstaunen nicht verhehlen können über die vielfältigen Beziehungen, in welchen die Burg Gleiberg zu den verschiedenen deutschen Konrgs- familien des Mittelalters, ja noch bis zur Gegenwart steht Tas Merkchen beginnt mit einem Gang durch „Burg Gleiberg und orientirt den Touristen aufs allergenaueste über die Umgebung, wie über die Jnnenräume der Burg. Illustrationen veranschaulichen den Tert. Hat der Gleiberg-Besucher die zum Theil fchön restaurirtm Räume und Sehenswürdigkeiten besichtigt und fühlt das Bedürfniß nach leiblicher Stärkung, so verräth ihm die dem „Führer" bei- aeaebene Speisekarte den permanenten Inhalt des Weinkellers und der Küchentöpfe. Die Auswahl ist vortrefflich und die Preise mäßig. Ueber den historischen Theil des Führers haben wir schon gesprochen. Wir wenden uns zu der Geschichte des „Gleiberger- Gefelligkeits-Vereins", welcher vor 50 Jahren ins Leben trat und dem die Burg ihr heutiges freundliches und anmuthiges Jnneuwesen dankt. Wahrscheinlich wäre sie ohne den hochherzigen Zusammenschluß der Gründer dieses Vereins ihrem endlichen Verfall zugeführt worden. Die Geschichte des Gleiberger Vereins bis zur Gegenwart ist daher ein hoch interessanter Theil des Führers, durch welchen wir einer Reihe von hochachtbaren Persönlichkeiten in der Umgegend der Burg näher treten. Auch von den Statuten des Vereins wird man nicht ohne Interesse Kenntniß nehmen. Zum Schluß folgt noch ein Verzeichnitz der Mitglieder des GefelligkeitS-Vereins-Gleiberg i nebst der Angabe der Stückzahl von Antheilfcheinen ä 20 Mk., mit welchen sich dieselben für die Zwecke des Vereins — äußere und innere Wiederherstellung der Burg zu einem reizend anmuthigenHeim für Touristen, Natur-und Alterthums- freunbe — beteiligt haben und an deren Spitze kein geringerer steht als unser verstorbener Kaiser Wilhelm L Alles in Allem wünschen wir dem Führer, der schon an und für sich eine reizend spannende Lectüre bildet, die weiteste Verbreitung. Das Werkchen ist gegen Einsendung voy 60 Pfg. franco nach auswärts zu beziehen. ME sich von der Etsch bis zu dem durch die Ortsgruppe abgeschlossenen Kaserboden erstreckt, gestaltet sich so gefahrdrohend, daß der Ausbruch des gewaltig angestauten Gletschersees jeden Tag erwartet werden kann. Die zwischen dem Langenserner und der vorgeschobenen Zunge des Zufallferuers gelegene Wasseransammlung hat eine Länge von 300 Meter, eine Breite von 80 bis 100 Meter und eine Tiefe von 20 Meter, repräsentirt also bereits jetzt die ungeheuere Waffermaffe von ca. 600,000 Cubikmeter. Das 15 Meter hohe Gletscherthor, durch welches der letzte Ausbruch erfolgte, ist bereits ganz unter Wasser und der Spiegel des Sees ist, genährt durch Zuflüsse des Putzenbaches und eines anderen kleineren Wasserlaufes, noch fortwährend im Steigen. Die Eiszunge des Zufallferuers, welche in der Dicke von 400 bis 500 Meter des Thal sperrt, ist zum Theile schon von den nagenden Wassermassen angegriffen und kann nicht mehr lange Stand halten, worauf sich die ganze ungeheure Masse mit einemmale über das unglückliche Thal entleeren wird. * Nizza, 13. Juni. Das Garibaldi-Monument ist in der Nacht mit Terpentin begossen und zum Theil zer» stisrt worden. verkehr, Land- und volkswirthschaft. Freitag bett 19. Juni Gietzenev AnzerAev. Beilage zu Ar. 139. - 1891. - Die Zahl der antiseptische« Mittel ist wiederum um eins vermehrt worden. Die Empfehlung neuer Mittel pflegt immer der beste Beweis für die Thatsache zu sein, daß die bisher bekannten und benutzten nicht allen Wünschen und Anforderungen genügen. So ist es auch mit den antiseptischen, richtiger gesagt antiparafitaren Mitteln, da sie nicht nur fäulnißwidrig, sondern auch eiterungswidrig sein sollen. Ein ideales Antiseptikum gibt es noch nicht, d. h. ein solches, das eine starke, bacterienvernichtende Wirkung besitzt, für den Menschen unschädlich und für alle Zwecke der Desinfection anwendbar ist Ein oder der andere Fehler haftet der Earbolsaure, dem Sublimat, der Salicyl- und Borsäure, dem Creolin und wie sie alle beiüen an. Der Wunsch nach einem idealen Desinfectionsmittel ist deshalb in den Kreisen der Aerzte sehr lebhaft, da sie es fehr noth- wendig gebrauchen. Bisher hat keines der Mittel das gehalten, was von seinm Entdeckern ihm nachgerühmt worden ist. In der Praxis Baben sich meist die Nachtheile des Gebrauchs herausgestellt. Das neueste Antiseptikum wird daher erst einer ernsten Prüfung miter- zogen werden müssen, ehe ein endgültiges Ü^ihbil über semen Werth gestattet ist. Die bisherigen Berichte lauten günstig. ES ist von der chemischen Fabrik Schülke & Mayr in Hamburg hergestellt und hat den Namen Lysol erhalten. Es ist eine dunkelbraune, klare Flüssigkeit von öliger Eonsistenz und riecht nach Theer, mit ^dem es als Steinkohlenproduct den gleichen Ursprung hat. In destillirtem und kalkarmem Wasser löst es sich völlig klar, dagegen n dem gewöhnlichen kalkhaltigen Brunnen- und Leitungswasser mit einer leichten Trübung, die indeß die desinficirende Wirkung nicht beeinträchtigt. Das Lysol hat die schätzenswerthe Eigenschaft, beim Verreiben auf den Händen unter Schaumentwickelung zu seifen und macht daher die Seife, welche für die jeder Desinfection vorhergehenden Reinigung bisher nothwendig war, überflüssig. Allerdings hat sich auch bereits eine Schattenseite dieses Vorzuges gezeigt, nämlich Hande und Instrumente werden durch das Lysol so glatt, daß man Muhe hat, etwas damit festzuhalten und dergleichen. Die antiseptrsche Wirkung - - - - - ' Nach den Prüfungen von Profesior hygienischen Instituts in Freiburg, Hosrath I Engler von der Technischen Hochschule in Karlsruhe u. a. übertrifft eS in dieser Hinsicht selbst das Carbol und Sublimat. Es tobtet selbst die widerstandsfähigsten Keime, z. B. Milzbrandbacillen in V«- bis Iprocentigen Lösungen in wenigen Minuten ab. Der hauptsächlichste Vorzug des Lysols ist nun eine einheitliche Verwendbarkeit, welche zum Beispiel dem Sublimat abgeht, das, da es eine Quecksilberverbindung ist, zur Desinfection der metallischen Instrumente nicht benutzt werden kann, weil sie sonst amalgamirt wurden. Das Lysol ist in gleicher Weife oder höchstens mit einem Unterschiede in I der Concentration der Lösung für die Desinfection der Haut, der Wunden, der Instrumente, Verbandstoffe und dergleichen zu ver- werthen. Was die Frage der Unschädlichkeit anlangt, so ist sie, wenngleich das Lysol weit weniger gefährlich als Carbol und Sublimat ist doch nur eine relative. Denn ein absolut ungiftiges Arzneimittel gibt es überhaupt nicht- in der beschränkten Anwendung kann aber jedes unschädlich gemacht werden, sodaß seine gute Wirkung nicht beeinträchtigt wird. Ein Vorzug des Lysols ist schließlich noch * herb- n, 15. Juni. In den Abendstunden des gest- rtqen Tages juchte am nördlichen Ende der Stadt -ine hiesige Iran für sich und ihre zwei Kinder den Tod in den W-llen der Dill. Herr Bürgermeister Dr. Siegfried rettete durch rasches und entschlossenes Eingreifen alle drei Personen und ließ sie auch zur ersten Pflege in sein Haus ausnehmen. Ehre, dem Ehre gebühret! . . Coblenz, 14. Juni. Am Dtenstag den 9. ^unt htelt hier der Bezirksverein beider Hessen und Nassau im deutschen Fleischerverbande seinen Verbandstag ab, zu welchem alle dem Bezirksverein angehörigen selbständigen Metzger und Innungen der Provinz Hefsen-Nafsau des Gr°ßh-rzogthums fthr^statte. Hessen und der Regierungsbezirke Trier und Coblenz em- - - - - geladen waren. Der Bezirksverein zählt z. Z. 854 Mitglieder. Hauptgegenstand der Berathungen war der Bericht über die Bestrebungen des Bezirksvereins zur Erlangung I eines durch Reichsgesetz geregelten einheitlichen Fleischschau- und I Währschastsgesetzes. Die „Cobl. Volksztg." berichtet u. A. hierüber- Von einschneidender Bedeutung ist diese Frage für das hessische Metzgergewerbe, weil dort abweichend von Preußen, wo die Fleischbeschau nicht obligatorisch em- qesührt ist, diese in unerträglicher Weise gehandhabt wird. Dort wird jedes Stück Vieh, welches bei sonst ganz gutem und kräftigem Aussehen auch nur die Spur von Tuberkulose ausweist, auf die Freibank, wenn es in höherem Grade damit behaftet ist, auf den Wasen verwiesen. Von verschiedenen Vertretern hessischer Städte, so von Offenbach, Gießen, Mainz usw. wird auf diese Calamität energisch hmgcwiesen und der Begriff minderwerthiges Fleisch dahin definirt, daß cs nur weniger werth, aber nicht gesundheitsschädlich sei, denn | wenn es das wäre, dürste es unter keinen Umständen als aenießbares Fleisch auf die Freibank verwiesen werden. Eine einheitliche Fleischschau müsse geübt werden, denn wir gehörten doch einem einheitlichen Staate an. Bei Berathnng der Mittel um Abhüife dieser verschiedenartigen Fleischbeschau im Deutschen Reich müsse man sich an diese Uneinigkeit der Sachverständigen anklammern- es müsse einmal festgestellt werden wo die Tuberkulose beginne und wo sie aufhüre. 29 ptzt der in Frankfurt geschlachteten Kühe seien mehr oder weniger tuberkulös- wo sollte die Landwirthschast hinkommeu, wenn diese schlankweg verworfen würden. Herr Josef Römer- Coblenz betont die Aufgabe der Innungen, die dann besteht, Klagen möglichst abznhelfen und das Princip hoch zu haltens Einer für Alle und Alle für Einen. Wenn die Hessen derart, wie geschildert, geplagt seien, habe der Verband die Pflicht, sie in ihrem Bestreben auf Abhülfe zu unterstützen. Zunächst : müßten sich die hessischen Innungen durch großartige Agitation selbst die Wege bereiten und beim Reichstag und ihren ■ städtischen Körperschaften ihre Klagen vorbringen. Eine Fleischbank dürfe keine Kundschaft unterhalten, das fei un- : | statthaft und das Metzgergewerbe schädigend. Er halte eine la 52 ii Aumann. 5634 kräftiges Nahrungsmittel für 5209 5231 en detail 5496 274 140 ii fi Bezug der Milch bei Herrn Gemüsehändler 17, woselbst auch jede weitere Auskunft berett- Londorf, am 16. Juni 1891. Großh. Bürgermeisterei Londorf. 675 35 318 171 90 S o n u ff ff 23 empfiehlt O r rKEB- Mmm l Ö7B aor Gesunde wie Kranke. Für Suppen, Klötze, Puddings, Torten vorzüglich geeignet. Zu haben in besseren u. feineren Äeliraieß- n. Eolonialwaaren-Veschäften. En gros-Verkauf Türk & Pabst, Frankfurt a. M. en gros Cocus Glycerin- Mandel» Rosen- Beilcheu- Nelken. Citronen- Lilien milch- Theer- Theerschwefel- 2) Steinhauerarbeit 3) Zimmerarbeit 4) Schlosserarbeit mit Eisenlieferung 5) Weißbinderarbeit 6) Pflasterarbeit 7) Chausfirarbeit 8) Steinlieferung dazu 9) Zerschlagen von Unterhaltungssteinen für die Orts- ttratzen Anmelde-Stelle zum Klotz, MäuSburg willigst erthetlt wird. in Original Packeten ä Vi und V2 Kilo ist ein an Nährwerth und Geschmack unübertreffliches, billiges und Vier Oefen Backsteine sanderKrofdorfer Straste gelegen), und ein guter Doppelspänner - Wagen find Preiswerth zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt Ersuchen Sie gefl. Schusters Caffee. Verkaufsstelle Gießen: Hch. Wallach, Markt 8. Lohnende Verkaufsstellen werden soliden Händlern an allen Orten übertragen. 4412 M. Schuster, Bonn, Dampfkaffee-Brennerei, gegr. 1857. y Soolbad Soden-Stolzenberg. Stärkste kohlensäurereichen Soolguellen zu Trink- und Badekuren. Nähere Auskunft ertheilt die Vadeverwattung sowie der Pächter PH. Zindel (früher Inhaber des Restaurants zum Wintergarten in Frankfurt a. M.) 5245 Milch-Kur-Anstalt Dos Mrklar. Rationelle Milch-Production durch Trockensütlerung Die Mllch der Anstalt wird ärztlicherseits als bestes Nähr- und Kurmittel für Kinder und Reconvalescenten empfohlen. Dieselbe wird täglich in verfiegelten Flaschen ins Haus geliefert. Die Anstalt steht unter thierärztlicher Controle des Herrn Dr. Kreuder zu Lich. Großh- Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. Sommersprossen- Borax- Cawpher Kräuter- Carbok- Perubalsam- Tannenduft- Parfümerien Zahnpulver Zahnbürsten Arbeitsversteigerung. Mittwoch den 24. Juni d. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen bei unterzeichneter Stelle in Accord gegeben werden: veranschlagt zu 1) Maurerarbeit mrt Material 270-^. Taxationen U»d Versteigerungen vo« Möbel», Hanshal- tungssachen, Gold- uud Silbergegenständen,Kunstsachen,Antiquitäten,Waa- re» re. re. führt aufs Sorgfältigste aus Louis Rothenberger, Gerichtstaxator u Auctionator, 4537 Neuenweg 22. K. Kammer, Pachter de» HofguteS Birklar. Freitag den 26. Juni, Nachmittags 2Vs> Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des Georg Franz dritter in Gießen gehörigen Jmmobllien: Flur 17 Nr. 275i/100 - 378 Meter Grab- garten am Hamm am Neustädter Thor, Flur 17 Nr. 27m/100 170 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 17 Nr. 27«/tw - 293 Meter Grab- garten daselbst, Flur 17 Nr. 28710 — 323 Meter Hof- raithe daselbst, Flur 17 Nr. 8»/io - 373 Meter Grabgarten daselbst und dem Mühlwegsgarten öffenllich meistbietend versteigert werden. Gießen, 7. Juni 1891. Nur in Packeten ä"1/! und i/2 Kilo. Man achte auf die Firma ar „Wesermühle. “ "TBC Hartgries der Wesermühle Bekanntmachung. Damit die -um wetteren Ausbau der Stadtferusprecheiurichtmrg hi Gtetzeu erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bezw. Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mtt der genannten Stadt- fernsprecheinrichtvng verbinden wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bi- zum 1. Inti d. Js. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zr^diessm Zettpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Ausficht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächstjährigen ersten Bauabschnitt zur Ausführung gelangen. Darmstadt, 4. Juni 1891. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Clavel. WerMischte Anzeigen. 5633] Aus werthvolle Häuser hiesiger Stadt werden Gelder als erste Hypothek bis zu einem Dritttheil des Werthes zu leihen gesucht. Offerten unter w. w. an die Exped dieses Blattes. 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