Nr. 269 1691 Mittwoch den 18. November täglich, »M TsOmchm« M •teMM» •te W*tur ■**« km «spie« WSchMNch IssiBMl Gießener Anzeig er Keneral-Htnzeiger. SintCithriGU ßBosetmesUyrti»-' 2 Mart 20 Psg. nft Vringerloh». Durch die Post bejepe 2 Mark 50 Pf,. RAoction, «tfebtita imb Druckerei: -chstfirstzeMdT Aersiprech« 61. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. ■«ee|*t Wen «ozeigeu zu btt Nschmitta,» für b« |tl|fttbai tq ericheinenben Nummer bis Bornu 10 Uhr. Hratirönla««! Kußmn gamifienßtätter. I qBeilggssMWSSMMMWgpM^IBIRB!***.1111!1 iihi !■—mwiiwww■BgECT’Www ' MH.»IWWMWHBWWWI Anrtlichev Theil. Mordversuch. Petri, Adolf, Weißbindergeselle aus Breithardt, Amt Wehen, geboren am 24. September 1872, von kleiner schmaler Statur, hat An« flug von Schnurrbart und dunkles Haar, ist bekleidet mit dunklem Anzug, trägt Hellen weichen Filzhut und weißen Umlegkragen und schwarzen Shlips, hat am Freitag den 13. l. M., Abends gegen 7 Uhr, auf seine Geliebte in dem Hause Bleichstraße Nr. 35 dahier einen Mordversuch gemacht mid dieselbe vermittelst eines Revolverschuffes lebensgefährlich verwundet. Der Thäter ist ohne Schuhbekleidung, die er am Thatort zurückließ, flüchtig gegangen und konnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden. Jedenfalls ist er noch im Besitz des Revolvers. Petri ist bis zum 28. October I. I. dahier in Arbeit und Logis gewesen und hat sich von hier nach Stierstadt bezw. Weiskirchen bei Frankfurt begeben, wo er kurze Zeit am Bahnbau als Erdarbeiter beschäftigt war; in den letzten acht Tagen ist er beschäftigungslos gewesen und wurde während dieser Zeit wiederholt in hiesiger Stadt gesehen. Offenbar besaß Petri bei seiner Flucht nur wenige oder gar keine Geldmittel. Haftbefehl ist gegen den Genannten erraffen. Wir ersuchen dringend um gefällige ununterbrochene energische Fahndung nach Petri, Festnahme und Drahtnachricht. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß Petri sich das Leben genommen, bitten wir 'auch nach dieser Richtung hin Nachforschungen halten und im Falle des Auffindens der Leiche uns Nachricht geben zu wollen. Offenbach a. M-, am 15. November 1891. Die Polizei-Verwaltung: Bräunig. Bekanntmachung, die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossen- schast für das Großherzogthum Hessen pro 1890 betreffend. Unter Bezugnahme auf § 19 der Verordnung vom 11. Juli 1888 (Regierungsblatt Seite 83) wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschast für das Rechnungsjahr 1890 im Ganzen 137 567 Mark beträgt und daß hiervon auf die Mark Grundsteuercapital ein Pfennig entfällt. Dieser Betrag wird in einem Ziele unter Zusendung besonderer Anforderungszettel erhoben. Darmstadt, den 3. November 1891. Der Vorstand der land- und forstwinhschastlichen Berufsgenossenschaft. Nover, Regierungsrath. Aereefte Nachrichten. WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 16. November. Der Entwurf des Reichshaus Halts für 1892/93 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit Mk. 1,222,416,597 ab. Davon sind Mk. 991,683,030 fortdauernde und Mk. 71,774,745 einmalige Ausgaben im ordentlichen und Mk. 158,958,822 im außerordentlichen Etat. Unter den fortlaufenden Ausgaben sind die für das Reichsheer mit Mk. 427,514,161 um Mk. 14,338,356 höher, die für die Marine mit Mk. 46,078,902 um Mk. 3,248,282. Unter den einmaligen Ausgaben werden für das Reichsheer Mk. 39,190,331, für die Marine 17,426,000 gefordert. Die außerordentlichen Ausgaben für das Reichsheer betragen Mk. 102,203,822, mehr Mk. 77,958,994, für die Marine Mk. 32,406,500, mehr Mk. 9,480,500, für die Eisenbahn- Verwaltung Mk. 14,348,500, mehr Mk. 7,478,500. Unter den Einnahmen figuriren die Zölle und Verbrauchssteuern mit Mk. 603,833,960, mehr 25,080,320, die Matrikular- beiträge mit Mk. 321,511,838, mehr Mk. 4,912,554; die außerordentlichen Deckungsmittel betragen Mk. 158,958,822, mehr Mk 67,127,994. Berlin, 16. November. Das „Deutsche Colonialblatt" enthält einen Bericht des kaiserlichen Commissars Dr. Peters an den Gouverneur Frhr. v. Soden über ein Gefecht gegen die Warombos. Dr. Peters brach am 30. Aug. mit 15 Sudanesen, 25 Suaheli, 24 Bagasis und einer Anzahl Asikaris in Begleitung des bayerischen Premierlieutenants Frhrn. v. Pechmann und des Sergeanten Schubert nach Rombo auf. Am 31. August erfuhr Dr. Peters bei einem befreundeten Sultan, daß die Warombos seine beiden Boten nach Ufert auf höchst grausame Weise getödtet hätten. Nach Besprechung mit Schubert beschloß Peters am 1. September, ohne weitere Verstärkung heranzuziehen, nach Rombo aufzubrechen. Er verstärkte sich am Tage darauf in der Residenz des befreundeten Sultans Ktnabo durch dreihundert ihm geneigte Asikaris. Peters beabsichtigte, die unteren Zugänge des Landes zu besetzen und den Sultan aufzufordern, über die Ermordung der Boten mit ihm in Verhandlung zu treten. Der zur Recognoscirung abgesandte Frhr. v. Pechmann gerieth bei Bananenbefestigungen mit den Eingeborenen in eie Gefecht, worin auch Sergeant Schubert, der, um Pechmann zurückzubeordern, nachgeschickt war, verwickelt wurde. Als Peters selbst nachkam, waren die unteren Befestigungen von Wackeron bereits genommen. Die Häuser standen in Flammen. Ein Abbrechen des Gefechts schien nicht mehr rathsam, da Nachgiebigkeit von den Eingeborenen als Furcht angesehen worden wäre. Peters befahl, die Bananenbesestig- ungen niederzuhauen. Hierbei fiel Sergeant Schubert, der keinen Widerstand mehr wähnte, in einen Hinterhalt. Die Eingeborenen batten sich bei den Verschanzungen eingegraben, sprangen plötzlich mit wildem Schlachtgeheul auf Schubert ein und durchbohrten ihn mit ihren Lanzen, nachdem er zweimal gefeuert hatte. Die ihn begleitenden Suahelis und Asikaris waren, ohne zu feuern, geflohen, vier von ihnen wurden fliehend getödtet. Peters ließ nunmehr eine Schützenlinie bilden, die Bananen niederhauen und schlug den zweimaligen Massenangriff der Eingeborenen zurück. Bis zum Hereinbrechen der Dunkelheit waren gegen fünfzig Dörfer verbrannt. Die Feinde erlitten eine Reihe von Verlusten, darunter zwei Häuptlinge. Am 6. September traf Peters wieder in der Station am Kilimandscharo ein, wo dem Sergeanten Schubert die letzten militärischen Ehren erwiesen wurden. Berlin, 16. November. Die brasilianische Gesandtschaft empfing aus Rio de Janeiro vom gestrigen Datum ein Telegramm, worin erneut bestätigt wird, daß die Bewegung in Rio Grande do Sul rein localen Character hat. Die ! Bundesregierung hätte keinen Anlaß gehabt, zu interveniren J und hat nicht intervenirt, weil es sich um innere Angelegen- \ heilen des Senates von Rio Grande handle. Die Bewegung f habe niemals einen separatistischen Character gehabt. Der f gestrige zweite Jahrestag der Proclamirung der Republik wurde festlich begangen. Der Präsident du Fouseca hielt eine Revue der in Rio de Janeiro garnisonirenden Truppen ab. Irgend welche Gewaltmaßregeln seien bis jetzt in Brasilien nicht angeordnet worden. Wien, 16. November. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Belgrad: König Milan unterzeichnete ein Schriftstück, i wonach er aus alle gesetzlichen und verfassungsmäßigen Rechte bezüglich Serbiens verzichtet. Rom, 16. November. Der Friedenscongreß nahm den Antrag aus vertragsmäßige Festsetzung eines permanenten Schiedsgerichtes zwischen den Völkern an und verschob weitere diesbezügliche Anträge bis zum nächsten Congreß. Angenommen wurde der Antrag, die Regierungen Europas einzuladen, daß die vorhandenen oder entstehenden Differenzen dem Schiedsgerichte unterbreitet würden. Nach der Schluß- Feuilleton. Sie und ihr Viertelsvetter. Erzählung von I. Bonnet. (8. Fortsetzung.) Sie erhob sich und trat bei den Eltern ein, die ihr Mit bange fragenden Augen entgegenblickten und sie bei der Erklärung, sich ihrem Willen fügen zu wollen, stürmisch an ihr Herz zogen. Eine halbe Stunde später erschien Lieutenant Hecht in eigener Person. Er war, keine andere als eine günsttge Antwort voraussetzend, der Familie nach Ems nachgereist. Anderen Tags war die Verlobung in allen Zeitungen zu lesen. In Bad Ems machte das schöne junge Paar Aufsehen. Es wurde von Freunden und Bekannten umringt, von Fremden bewundert und bildete eine Zeitlang einen der Mittelpunkte des Badelebens. Auch der Assessor Robert Emling las die Verlobung in den Tagesblättern. Er hatte sie vorausgesehen und hätte nicht gedacht, daß sie ihm einen solchen Stich ins Herz geben werde. „Es hat nicht sollen sein," summte er und stand schnell » Gleiten mit unbeschreiblicher Leicht'gkeit über jedes Papier, 8-c^ weil die Spitzen eine Kngel bilden. 9823 Vorräthig in allen Papier- vnb Schreibwaarenhandlrrngrn. Snecialität: Arte EibSßuppe mit Fleiöchestract und en’ Erbssuppe 999<) Mlgeßotenes. Auf mein neues Sortiment Bf. Kaffees in hochfeinen Dualitäten zu ermäßigten Preisen beehre ich mich aufmerksam zu machen. 1O220 Emil Fischbach. Mittwoch den 18. November versteigere ich gegen Baarzahlung: 1. Norm. 10 Uhr einen Ofen Feld- brandbacksteine. Zusammenkunft beim Thorhaus am Wallthor- 2. NachM. 2 Uhr im Bieker'schen Saale: 1 noch neues Pianino, So- phas, Commoden, Kleiderschränke, Tische, Stüble, 1 vollftänd. 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November, beide Tage einschließlich, zur Einsicht eines jeden Betheiligten und Entgegennahme etwaiger Einwendungen auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. Albach, am 16. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Albach. Balser. d BcniiiM.cu '' ist ^aninständige Familie 11 Sare *Frankf."Wm-st-Eüil«se unb Idhfler MflSow« In und Neu! Neu! Neu I Borgsmüllers Sicherheits-Oel für Petroleumlampen, geruchlos und wafferhell, sparsam im Gebrauch, brennt mit schöner, Heller Flamme, die zwei Petroleumflammen ersetzt, bietet ferner wegen seines hohen, von keinem anderen ähnlichen Oel erreichten Entzündungspunktes von 5b» 6 absolute Sicherheit gegen Expstsiron und ist daher mit Recht al« das beste vorhandene Leuchtol zu bezeichnen. Carl Borgsmüller (Inhaber: Schmeck & Fnhse) Dortmund. Alleinvertreter für Gießen und Umgegend: Herr Aug. Struck, Gießen. Niederlaaen in Siehrn bei den Herren I. He«, Grünbergerstraß-, Heinr. 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