1891 Sonntag den 18. Oktober Rr. 243 Erstes Blatt Amts- «mb Anzeigeblatt für bett ALre«s Gieren. SKS? Gratisbeilage: Gießener Kamikimökätter Anzeigen für den „Gießeuer Anzeiger^ entgeh«. ■■MB j Mark 9105 'I istkcker". tt Sonntag 9210 ar rmonie. 8 Uhr: tmgsWs anz S-!v«h«e v»v Anzeigen zu der Nachmittag- für dm ^ytibm Tag erscheinenden Nummer big Bonn. 10 Uhr. 90.10 8980 18.80 37.0° 92.12 <0812 19050 13100 122.10 1H°O 545° 113.10 bierraftbriger 2 Mark 20 Pst. mA Lringeriohn. Durck die Post bez»GM 2 Mark 50 Pf,. Aedaction, LrpedMaa und Druckerei: Fernsprecher 61. Mittheilungen über die Heilung der Tuberculose durch Creosot. Aus Grund durch practische Ersahrung gewonnener Ueberzeugung drückt er die Ansicht aus, daß Creosot in hohen Posen, 1 bis 4 Gramm pro Tag, für unzählige Kranke ein ausgezeichnetes, bis jetzt von keinem anderen erreichtes Heilmittel, in erster Linie gegen Tuberkulose sei. Der Hauptwerth bestehe darin, daß bei Creosotbehandlung der Beruf des Patienten nicht unterbrochen zu werden brauche. Wo Creosot nicht mehr heilen könne, habe es bei Lungentuber- culose einen nicht hoch genug anzuschlagenden conservirenden Effect und keinerlei Nachtheile. Berlin, 16. October. Den „Berliner Politischen Nachrichten" zufolge erscheint demnächst ein Werk des srüheren Kriegsministers Berdy über Episoden des Krieges 1870/71. Der erste Band würde in diesen Tagen dem Kaiser überreicht werden. Berlin, 16. October. Wie das „Deutsche Colonialbl." meldet, ist der Legationsrath Sonnenschein zum Oberrichter von Deutsch-Ostasrika ernannt worden. Dem Seconde- Lieutenant Prince ist der Kronenorden vierter Klasse mit Schwertern und den Viceseldwebeln Nowack und Kühne das Militär-Ehrenzeichen zweiter Klasse verliehen worden. — Der Zahlmeister-Aspirant der Schutztruppe, Schubert, ist am 2. September bei Kiboscho gefallen. Reicheuberg, 16. October. Gestern Vormittag wurde unter den Traversen der Schwerzer Brücke von einem Kuhhirten ein Eisengefäß mit Dynamit in losen Stücken, ferner Patronen mit schwarzem Pulver und Zündschnüren, sowie eine Blechbüchse gesunden. Letztere war vollständig als Bombe mit Dynamit und Zündschnur monttrt. Die Beschaffenheit der Sprengstoffe und der Emballage zeigen auf älteren Ursprung und deuten auf eine längere Verwahrung hin- jedenfalls sind dieselben auf den neuesten Fundort in Folge von vielseitigen Haussuchungen gebracht worden. Die Wiener „Neue Freie Presse" constatirt, daß die Brücke, unter der die Explosivstoffe gefunden worden sind, gewöhnlich nur von Fußgängern benutzt, selten von Wagen befahren wird und etwa 2000 Schritte von der Bahn entfernt ist. Es sei gänzlich ausgeschlossen, daß der Kaiser während seines Aufenthaltes in Reichenberg über diese Brücke gefahren wäre. Rom, 16. October. Bonghi demissionirte als provisorischer Präsident des Comitös für den interparlamentarischen Friedenscongreß und lud das Comite gleichzeitig ein, einen definitiven Präsidenten zu wählen. Das Comite nahm Act von der Demission und nimmt alsbald die definitive Wahl vor. welche den Riesenbau dessen zusammenhalten, was wir moderne Civilisation nennen. Gewiß haben wir das volle Recht, mit stolzer Genugthuung aus die Errungenschaften des 19. Jahrhunderts zurückzublicken, aber nur wenn wir gleichzeitig voll Demuth bekennen, daß wir noch unendlich weit von dem Himmel socialer Glückseligkeit entfernt sind, der zu allen Zeiten das höchste Ziel wahrhaft edlen, menschlichen Strebens war — nur dann können wir hoffen, glücklicher zu sein als die Steinträger des Thurmbaues zu Babel. Die echte Wissenschaft ist aus einem sehr natürlichen Grunde stets bescheiden- denn je mehr wir wissen, um so mehr nimmt dir Erkenntniß dessen zu, was wir noch alles zu lernen haben. Und gerade das electrische Licht, dessen Entwickelung sich ja im Grunde auch noch in seinem Anfangsstadium befindet, hat uns einen Ausblick aus unendliche Gebiete eröffnet, die noch in tiesem Dunkel vor uns liegen. Die geheimnißvolle Kraft, welche uns das Licht spendet, das heute bereits in die fernsten Winkel der Erde seine Strahlen wirft, ist offenbar berufen, uns noch manches dunkle Geheimniß zu entschleiern. — Nicht nur für unser Gefühl, sondern auch für das Gehör und die Sprache hat sie uns bereits Raum und Zeit überwinden Helsen. Das Telephon gestattet uns die mündliche Unterhaltung über Hunderte von Meilen hinweg und mittels des Phonographen können wir sogar die Stimmen längst Verstorbener zu uns reden lasten. Wer darf es wagen, nach solchen, beinahe unsaßbaren Erfolgen, der Phantasie noch Halt zu gebieten? Kann uns Jemand thöricht schelten, wenn wir die Vermuthung aussprechen, daß es gelingen wird, auch für das menschliche Auge die Schranken zu brechen, die heute noch seinen Blick 6e= grenzen? — Gewiß nicht! Wie der kupferne Draht die Laute zu uns herüberträgt, so wird er dereinst vielleicht auch befähigt sein, ferne Bilder vor unser Auge zu zaubern, damit wir nicht nur hören, sondern auch sehen können, was draußen weit von uns geschieht. Ein Anfang dazu ist schon gemacht mit dem Edison'schen Kinetographen, dessen Be- jkt $8> t 1891' »nl Wifyr Ui-li [9119 J’yjenfels, n- — ‘ ngen ö Brüssel, 16. October. Dem Vernehmen nach wird der Kriegs Minister von der Kammer einen Credit von 500 000 Frs. zur Einberufung von drei Milizklassen, im Ganzen von 23000 Mann beanspruchen, welche sich mit der neuen Infanteriewaffe vertraut machen sollen. Bordeaux, 16. October. In Folge des Strikes der Arbeiter in den Glasfabriken luden die Arbeitgeber die strikenden Arbeiter vor das zuständige Schiedsgericht, welches die Arbeiter zu 100 Frs. Schadenersatz und zu einer weiteren Entschädigung von 15 Frs. täglich verurtheilte, wenn die Arbeit nicht innerhalb 24 Stunden ausgenommen würde. Buenos Aires, 16. October. Gestern Abend entstand in Folge des Gerüchtes, General Mitre drohe seine Bewerbung um die Präsidentschast zurückzuziehen, eine gewiffe Beunruhigung. Heute glaubt man, Mitre werde diese Absicht nicht aufrechterhalten. Ueberall herrscht Ruhe. Die Behörden trafen dessenungeachtet Vorsichtsmaßregeln. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 17. October. Nach einer „Kreuzzeitung"- Meldung aus Belgrad ist Tanschanowitsch sür den Gesandtschastsposten in Petersburg defignirt. Erfurt, 16. October. Socialisten - Congreß. Zwischen der Opposition und den Anhängern der Parteileitung entspinnt sich eine Auseinandersetzung. Lux will sachlich, nicht oppositionell sein. Gleich ihm gehöre Fischer aus die Anklagebank. Auerbach will die Namen der Abgeordneten, die Darlehen empsangen, nicht nennen. Wildberger präsentirte unter Heiterkeit eine dreimeterige Aufstellung nut Resolutionen gegen die Oppoption. Rechtsanwalt Lande- Elberfeld verlangt, die Commission solle nur über die gegen Personen vorgebrachten Anklagen verhandeln. Werner wirft der Parteileitung Oppositionsmeierei vor. Wildberger weigerte sich, vor der Commission zu erscheinen, weil seine Verur- theilung wegen förmlicher Beleidigung sicher sei. Fischer sprach scharf gegen die Anarchisten in der Partei. Erfurt, 15. October (Abends). So ei al ist en - C o n- greß. Auer besteht daraus, daß Werner, Niederauer und Richard Baginsky formulirten Widerruf leisten müssen oder aus Ausschluß derselben erkannt werden soll. Wildberger sei ipso facto ausgeschlossen. Auerbach bestreitet, daß er ein Nachrichten-Bureau sür die Bourgeois-Preffe habe gründen wollen. Wurm hält als Ohrenzeuge die Wahrheit dieser Behauptung ausrecht. Molkenbuhr reserirt dann über die parlamentarische Thätigkeit der Partei. Daraus sprach Bebel über die Taktik der Partei: Die bisherige Taktik hat den Todfeinden der Socialdemokraten Schrecken eingeflößt. WM So hat die moderne Wissenschaft alle Gebiete des Lebens mit ihrem Lichte durcydrungen, und demgemäß har sich die Entwickelung desselben mit einer Schnelligkeit vollzogen, dre nicht einmal auch nur annähernd den Vergleich mit irgend einer anderen Epoche der Weltgeschichte zuläßt. Wir haben daher gar keinen Maßstab, an dem wir beurtheilen könnten, welchen ferneren Weg wir in den kommenden Jahrzehnten noch zurücklegen werden. Und doch ist es gewiß nicht überflüssig, daß wir uns hin und wieder einmal fragen, wohin wir mit dieser gewaltigen Schnelligkeit auf dem großen Strome des Lebens treiben mögen. Unzweifelhaft gleicht die Menschheit heute ein wenig den Schiffern, welche in die Strömung des Niagara gerathen sind und sich anfangs wohlgefällig mit derselben treiben lassen, weil ihnen das Ende der Fahrt unbekannt ist. Wenn die Unglücklichen endlich merken, welchem Ziele sie zutreiben, ist es gewöhnlich zu spat. Ob sie auch mit noch so wahnsinniger Angst sich m die Ruder legen, die Strömung läßt sie nicht mehr los- unaufhaltsam fliegen sie dem alles verschlingenden Abgrunde entgegen. Wird es der aus dem Niagara des Lebens treibenden Menschheit auch einmal so ergehen? Wir hoffen es nicht, und fern sei es von uns, die Rolle der Kassandra zu spielen. Jedenfalls aber kann es nie schaden, wenn wir uns ab und zu erinnern, daß das Ziel, dem wir zusteuern, wahrscheinlich noch auf lange hinaus em unbekanntes bleiben wird. Unsere Generation wird dadurch vielleicht der Gefahr entgehen, das Schicksal derjenigen zu theilen, welche in grauer Vorzeit unter den Trümmern des babylonischen Thurmes zu Grunde ging. Sicherlich steht das Menschengeschlecht, wie damals, \o auch heute, vor einer schweren Versuchung. - Jene Generation, in ihrer naiven Einfalt, wollte die Welt durch die rohe Materie beherrschen. Sie fügte einfach Stein auf Stein und glaubte so den Himmel erreichen zu können. Heute aber bildet die Wissenschaft das Fundament, auf dem wir bauen, und die einzelnen Zweige derselben sind die Steine, Mutig der enfter aus in mamijg- ^uWruug A. Kröll. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. lße. MM .s Geld, rinne: , 15,000 «. I' »• Febrnar 1892. Drr fwtfjrint täglich, *N Un-nahmr deL Montags. Gie-mer ^e*K, Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 50—74 ^ Kalbfleisch 56—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,00-9 Oll SWrout pr. St.--Zwiebeln per Centner JL 4,50—5,50, Milch per Liter 12-18 £. Cocoles rtnd Gießen, 17. October. — Oberhesfifche Obstausstellung. Die Oberhessische Obstausstellung fesselt, nachdem das überaus gelungene Arrangement derselben bekannt geworden, in hohem Grade das Jn- tereffc der zahlreichen Besucher. Die Reichhaltigkeit und Schönheit der Sortimente überrascht allgemein und läßt es erklärlich erscheinen, daß die Preisrichter in der Lage waren, einer stattlichen Anzahl von Ausstellern die wohlverdienten Auszeichnungen zuzuerkennen. Die Preisrichter würden noch mehr Preise zu ertheilen in der Lage gewesen sein, wenn nicht einzelne Ausstellungsgruppen ausdrücklich außer Preisbewegung stünden- in letzterer Beziehung sei hier besonders auf das Pomologische Institut in Friedberg, die Sortimente der Herren Freiherr von Rabenau m Friedelhausen und Franz Hohm in Gelnhausen hm- aewiesen, welche sowohl in Bezug auf Schönheit der Fruchte wie der Verpackung hervorstechen. Wenn wir hier auf die Verpackung Hinweisen, so thun wir dies deshalb, weil die Preisrichter dieselbe als wesentlich ihrem Urtheil zu Grunde legten. Es ist sonach auch in dieser Hinsicht ein Besuch der Ausstellung sehr lehrreich, denn dieselbe hat nicht nur die Förderung des Obstbaues im Allgemeinen, sondern auch der Obstverwerthung zum Zweck, und in letzterer spielt die Verpackung eine bedeutende Rolle. Wir hoffen, im -aufe der nächsten Tage noch weiter über einzelne hervorragende Ausstellungsgruppen berichten zu können und beschränken uns heute nur darauf, den Besuch der Ausstellung recht eindringlich zu ernpsehlen. Es ist das erste Mal, daß Gießen eine Ausstellung dieser Art in solchem Umfang bietet, möge deshalb Niemand versäumen, sich durch Augenschein von der Leistungsfähigkeit unserer heimathlichen Obstcultur zu überzeugen. — Von der Obstausstellung. Die Firma PH. May- farth L Co. in Frankfurt a. M. hat neben dem seither ausgestellten Obstdörrapparat einen zweiten größeren ausgestellt. — Neues Theater. Sonntag, den 18. October gehen zwei der lustigsten Stücke über die Bretter des Neuen Theaters. Zunächst: „DesNächsten Hausfrau", Schwank in 3 Acten von Julius Rosen, und zum Schluß die urkomische Posse „Guten Morgen, Herr Fischer" von Friedrich mit der reizenden Stiegmann'schen Musik. Wir empfehlen diese Vorstellung ganz besonders Denjenigen, welche sich einmal tüchtig auslachen wollen. — ReuterVorlesuvg. August Junkermann kann seinen berühmten Vorfahren ohne Uebertreibung würdig an die Seite gestellt werden. So klein auch das Land des Mannes ist, welches der mecklenburgische Dichter Fritz Reuter, dessen unsterbliche Werke Junkermann so musterhaft interpretirt, zum Rahmen seiner Schöpfungen hatte: für alle Gauen, ja für alle Länder gütige und hochwertige Kunstwerke sind es, die er schuf. Junkermann verstand es, die Reuter'schen Personen, seinen Onkel Bräsig u. A. so ausgezeichnet zu verkörpern, daß der Zuschauer sie leibhaftig vor sich zu sehen glaubt, daß er mit ihnen weint und lacht. Die Reuter'schen Werke haben den Vortheil, daß ihre Wiedergabe im Concertsaal nicht weniger packend wirkt, als aus der Bühne. Was auf der Bühne durch die gebotene dramatische Kürze an epischer Breite und unvergleichlich schönen Details verloren gehen muß, kommt durch Herrn Junkermann im Concertsaal zu voller Geltung. __ Feuer. Gestern Abend 9 Uhr brach aus noch un- ermittelter Ursache in der Scheuer des Oeconomen Rinn in ber Mühlgasse Feuer aus, welches in kurzer Zeit diese sowohl wie eine angrenzende Scheuer zerstörte. Nebenhaus und Stallung waren ebenfalls angebrannt, konnten aber Gerettet werden. Auch die zur Hofraithe der Conrad Ärmling Erben gehörige Scheuer und Stallung wurden beschädigt. r. Aus dem Amte Butzbach, 17. October. Noch einige Nachzügler beschäftigen sich mit der Karlosselernte und hin und wieder sieht man auch noch einen Wagen Frucht einfahren. Im Allgemeinen erzielt der Bauer eine bessere Ernte, als man angesichts der schlechten Frühjahrs- und Sommerwitterung annehmen durfte. Wenn auch Korn und Weizen in hiesiger Gegend nur in einem kleinen Maßstabe geerntet wurde, so wird der Ausfall in diesen beiden Fruchtsorten in einer ziemlich guten Ernte in Gerste und Hafer gedeckt, namentlich letzterer fällt hübsch aus. Die Kartoffelernte ist eine mittelmäßige. Die Quantität ist etwas weniger wie sonst, jedoch erzielt der Landwirih einen schönen Erlös, da die Kartoffeln einen hohen Preis haben. Obst ist nur auf einzelnen Dörfern vorhanden. Manche umliegenden Ortschaften, die sonst für Tausende verkauften, sind theilwetse i gezwungen, ihren eigenen Bedarf zu kaufen. Darmstadt, 16. October. Die Strafgefangenen [ Kretschmar und Dörr, welche am Mittwoch früh aus dem hiesigen Großh. Gefängniß entwichen sind, wurden, wie die §N. Hess. Volksbl." mittheilen, heute in Lampertheim wieder fe ft genommen. Die Spur wurde dadurch auf dieselben gelenkt, daß sie im Gefängniß regen Verkehr mit einem kürzlich entlassenen Gefangenen aus Lampertheim hatten, so daß man vermuthete, sie würden denselben aufsuchen, was auch wirklich der Fall war. Mainz, 15. October. Die Großh. Kreisschul-Commission hat im Interesse des Schulunterrichts eine Vereinbarung mit dem hiesigen Bezirks-Commando dahingehend getroffen, daß die Lehrer des Kreises Mainz für die Folge nicht mehr verpflichtet sind, bei den Controlversammlungen zu erscheinen, dafür wurde aber angeordnet, daß diese Lehrer an dem auf den betreffenden Controlversammlungstag folgenden schulfreien Mittwoch- bezw. Samstag-Nachmittag sich zur persönlichen Meldung auf dem Hauptmeldeamt einzufinden haben. — In die 9. Compagnie des in Castel garnisonirenden 87. Infanterie-Regiments wurde gestern ein Soldat zur Ab- solvirung feiner Militärpflicht eingereiht, der bereits das 40. Lebensjahr überschritten hat. Wegen einer Liebschaft mit einem jungen Mädchen hat sich der aus Hochheim gebürtige Mann vor nahezu 20 Jahren durch Flucht in das Ausland seiner Militärpflicht entzogen. Nach allerlei Irrfahrten gründete sich der Flüchtige jenseits des Oceans einen Hausstand, heirathete und erwarb sich einen kleinen Besitz. Die Sehnsucht nach der alten Heimath erwachte in ihm und mit Frau und drei Kindern kehrte er nach seinem Geburtsort zurück, hoffend, seinen Wohnsitz dorten ungestört ausschlagen zu können. Diese Hoffnung wurde bitter getäuscht, denn die Behörden erinnerten sich noch seiner Desertion und zogen ihn zum Militär heran. So muß er denn auf drei Jahre Frau und Kind verlassen und im 40. Jahre seiner Militärpflicht genügen und sieht außerdem wegen Desertation noch einer Bestrafung entgegen.__ Bekanntmachung. Mr das Provinzial - Arresthaus dahier soll die Lieferung nachstehend genannter Verzehrungs- und Zser* brauchsgegenstände: Brod, Wecke, Eier, Erbsen, Linsen, Bohnen, Reis, Gerste, Gries, Hafergrütze, Salz, Pfeffer, Muscat- nuß, Efsig, Nelken, Kümmel, Schweineschmalz, Cocosnußbutter (aus der Fabrik von P. Müller u. Söhne in Mannheim), Ochsen- fleisch, Schweinefleisch, Mehl, Kaffee, Milch, Lorbeerblätter, Petroleum, Zündhölzer, Besen verschiedener Art, Borstenschrupper, Bürsten, Putzlumpen, Seife, Schmierseife, Soda, Putzpulver, Zinksand, weißer Sand, Stroh, Thran, Wichse, Fensterleder, Reifer- und Hofbesen, ferner: die Reinigung der Feuerungsanlagen für die Zeit vom Diplom I. Klaffe C. Becker in Gießen. ,, Friedrich Georg in Gießen. „ Frau C. Berger in Gießen. ,, Wilhelm Wipper in Gießen. „ V. Moser in Gießen. AitSMg an» den Standesamtsrcgister»» Der Stadt Gtetzen. Aufgebote. October: 12. Heinrich Stein Metzger zu Ockstadt, mit Katharine Beppler daselbst. 12. Johannes Opper, Knecht zu Tret« o. d. Am., mit Margarethe Becker zu Londorf. 13. Karl Johann Emil Hell, Procurist dabier, mit Eva Margarethe Elisabeth Hartmann zu Offenbach a. M. 13. Ludwia Volk XXL, Wagner -U Mendorf«. Lahn, mit Elisabethe Hildebrandt IL daselbst. 14. Karl Ewald, Sergeant, und Regimentsschreiber dahier, mit Elisabeth Lob hierfelbft. 14^ott- hard Müller, Apotheker zu Fronhausen, mit Emilie Clara Ottilie Flemming zu Naumburg. EhEfih5I«fiVUg«U. October: 12. Jacob Heinrich Kriegk, Großh. Steuer-Affeffor dahier, mit Wilhelmine Schellenberg dabier. 14. Andreas Krug, Maurer dahier, mit Elisabeth Kreiling Hierselbst. 15. Adolf Philipp ^acob Ludwig Thomas Caspars, Braumeister zu Rotterdam, mit Johanna Mathilde Brück von hier. 16. Karl Friedrich Paul Krause. Steinmetz dahier, mit Franziska Elisabeth Margarethe Schenck dahier. 16. Georg Reinhardt, Taglohnrr dahier, mit Marie Weitzel Hierselbst. Geborene. _ » » . October: 4. Dem Stations-Assistent Joh. Georg Frank ein Sohn, Hans Christian Adolf. 7. Dem HllfSlademeister bet der Main-Weser-Bahn Johs. Kuhl eine Tochter, Anna. 9. Dem Handelsmann Ernst Birkenstock eine Tochter. 9. Dem Zahlmeister Ermann Piltz eine Tochter, Charlotte. 11. Dem Flaschenbierhandler Wllhelm Forster eine Tochter, Marie Hermine Eleonore. 11. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Christoph Mootz eine Tochter. 12. Dem Kaufmann Louis Benner ein Sohn. 12. Dem Oberkellner Georg Lohr ein Sohn. 15. Dem Schlaffer Sebastian Rietz eine Tochter. Gestorbene. October: 12. WUHelm Reuter, 20 Jahre alt, Arbeiter von Wieseck. 13. Friedrich Lehrmund, 4 Monate alt, Sohn von Friseur Friedrich Lebrmund dahier. 14. Marie Muller, 9 Monate alt, Tochter von Telegrapben-Anwärter Heinrich Müller dalner. 14. Amm Katharine Schmalz, 7 Monate alt, Tochter von Stadtpostbote Johs. Schmalz dahier. 15. Kaih. Reinig, geb. Michel, 60 Jahre alt, Ehe- frau von Messerschmied AdamReinig bakster^——— Auszug aus den ^kirchenbüchern der Stadt Giesten. Evangelische Gemeinde. Getraute. Am 10. October. WUHelm. Rudolf Schlich, Apotheker zu Dörzbach, und Elisabeth Emilie Wilhelmine Auguste Georgine Petri, Tochter des Weißbindermeisters Ludwig Petri HI. zu Gießen Am 12. October. Jakob Heinrich Kriegk, Steuer-Assessor zu Gießen, und Wilhelmine Schellenberg, Tochter des Universttats- Jnstrumentenmachers Jakob Schellenberg zu Gießen. Am 14. October. Andreas Krug, Maurer zu Gießen, und Elisabeth Kreiling, Tochter des Taglöhners Johannes Kreiling X. )u Güßem 5 Stober. Adolf Philipp Jakob Ludwig Thomas CaSparö, Braumeister zu Rotterdam, und Johanna Matbilde Brück, Tochter des Gold- und Silberarbeiters Carl Brück zu Gießen. Am 16. October. Georg Reinhardt, Taglöhner zu Gießen, und Marie Weitzel, Tochter des Taglöhners Johannes Weitzel zu Gießen. GetauUe. Am 11. October. Dem Bremser Kaspar Göbel eine Tochter, Auguste, geb. am 19. September. Dens. Dem Schuhmacher Carl Müller ein Sohn, Heinrich, a$)enf. Dem^Fuhrmann Georg Lich eine Tochter, Johannette Elisabethe, geb. am 30. August. Dens. Dem Stationsgehilfen Louis Hauß ein Sohn, Albrecht Richard Hugo Willy, geb. am 21. Juli. . Deni. Dem Schreiner Erlist Falkenheiner ein Sohn, Eduard Ernst, geb. am 31. August. Dens. Dem Knecht Ernst Martin ein Sohn, Carl Friedrich, geb. am 4. September. Dens. Dem Schlaffer Albert Haas ein Sohn, Hans Christian Friedrich, geb. am 9. September. Dens. Dem Bremser Johannes Sehrt ein Sohn, Wilhelm, geb. am 5. September. Dens. Dem Kunst- und Friedhofsgärtner Carl Volk eine Tochter, Hedwig Margarethe Marie Elisabethe, geb. am 26. August. Dens. Dem Hilfsbremser Heinrich Schäfer ein Sohn, Carl Konrad, geb. am 24. August. „ . Am 12. October. Ein außerehelicher Sohn, August Friedrich, geb. am 22 September. . , ,, Am 13. October. Dem Kreisbauaufseher-Aspirant Heinrich Philipp Nikolaus eine Tochter, Marie Helene Caroline, geb. am 27 ^Äm^l5. October. Dem Telegraphisten Carl August Koch ein Sohn, Carl August, geb, am 2. August. W benenn WM von hau ober von Kalben । färbte, ( $ In die Milcl lassen un a) Mi iü Zun unter Be bett, der § 367 i 13. Jun sammlun msterium Die besondere Weise zu bewahrt, Augen ft Weife, n rahm/e Uniet Milch ve S'* Dir reinen G portirt, Ebenso kit zu e Ausbewal fein und' . Zn < aufbervahr 1* W JUn»* vor Erös Zeigen ut a) d^iS! Metern; »)i Gnauth. 9182 9271] Ein HerrschaftSlandaner bMg zu verkaufen. Marktstraße 11. I Pfeffer. GesangvereinHeiterkeit. Restauration Gross Frei-CoBwerf. Lich-rstraße 21. iU258 1 B WOHHUtSä *-■ *3^ Zeugnisse berühmter Professoren der Musik. 9231 9261 ladet ergebens! ein Das Comite. Anfang 4 Uhr. [8503 Die heutige Rümmer umfaßt 10 Seite«. 90 10 89 40 78.90 36.90 Gießen, ben 15. October 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 92.12 403 50 190 00 132 00 121.50 111.00 54 50 174.50 130 90 135 90 113 50 93 50 244 00 242.50 Steinhauerarbeit Gußeisenlieferung Pflasterarbeit Gesangverein Eintracht Samstag den 31. Oetober, Abends 8 Uhr im Saale des Caf6 Leib: Lomb. E.-B.--Act. Buschtherader E.-B.-Act Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Aet. Mainzer E.-B.-Act- Marienburaer E.-B.-Art Obstausstellung des Oberhesffschen Obftbanvereins Schlußcovrs« 1 Uhr 15 Min. S4.1 Oi 4% Ung. Gold-Rente 97.85150/0 Ztal. Rente 84 1014V5l% Oest. Silber-Rentr 97.85130/0 Portugies. Anl. Arbeitsbersteigerung. Montag den 19. L Mts., Vorm. 9 Uhr, sollen im alten Rath- hause versteigert werben : in „Steins Garten" zu Gießen. Dauer der Ausstellung bis 22. October. Täglich geöffnet von Morgens 9 Uhr Zur Insel Helgoland, Sdjc** , , bluterzeichnet^ empfiehlt sich im Hufbeschlag, Neubau von scharfen und Wagen, sowie zu jeher in dieses Fach einschlagenden Arbeit, unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung, und werde, da ich 13 Jahre als Fahnenschmied sungirte, allen Anforderungen entsprechen. Hochachtend 9251 Georg Lamberth, Lehrschmied, Veterinär-Anstalt. Heute Sonntag: Taus-Musik Redactton: Scheyd«. - ^rud und Verlag der Brühl'schar Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. DtSconto-Commandu>Arüh I Darmstädter Bw?k>A