ten. WERT , Q A«fa»tcrje- ihr-s L6“' Si "UP ein Hft S**«**r Mtatw Dm« -tree 50 Pfg. Tag zu gewinnen, gt e i n. 1 Giessen, chviegermutter Westfalen. ! Familie- [6522 sirjenpWJ;- au6er dem <6spl rstellung. s 3 M), für Kin- M.), für Kinder aben Kinder feinen 6596 ffche Theater war M' Abend Vorstellungen e unter dem Namen Nachahmungen ganz chähtes kunMebendes seater nicht etwa mit verwechseln zu wollen werden zu lassen. vollst H. Tiemamt. Werschck Nr. 164.Samstag den 18. Juli 9tt •Kew «ßch«im täglich, W LaOnahm« des No>tt«-S. Wt Meßmer pe*Hte*IWH« W dem Anzeiger MchWOch dreimal heigelegl. ießener Anzeiger Hmeral-Mnzeiger. 1891 •ierWfWf« AHwwwrtfimlM 2 Statt 20 Pta. M Miagertih». Durch die Post bezog« 2 Mark 60 Pfg. Webectten, EspedMm und Druckerei: MtCHteK IM Smch^echer 61. Amts- und Anzeigeblatt für den Kttie Aiefzen. ] chratisöeitage: chießener KamikienökStttt een Ruzeige« -rr der Kochmittags für d« Wg-notz^» Lag erscheinenden Kummer bis Norm. 10 U6r. Alle Unnvuceu-Oureaux des In- und LusNmdes ach»« Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger^ mtgeg«. Amtlicher Theil. Gießen, 15. Juli 1891. Betr.: Die Jnstmction für Ausstellung und Prüfung der Gemeindevoranschläge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzogl. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Es hat sich, insbesondere auch in Folge des Gesetzes vom 19. Juli 1890, betreffend die Aufhebung des Gesetzes vom 22. November 1872 über die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des Gemeindevoranschlags die Nothwendigkeit zu einigen Abänderungen des Formulars für die Gemeinde- voranschäge ergeben. Von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ist daher der Zahlenvoranschlag und das Berathungsprotokoll neu redigirt, insbesondere in der Weise abgeändert worden, daß der Vordruck „Die Vertreter der Forensen" überall wegsallen und weiter auf der Rückseite des Zahlenvoranschlags in der vom Bürgermeister auszustellenden Bescheinigung folgendes eingefügt "werden soll: 1. nach dem Worte ortsüblicher: „und im Kreisblatt Nr. . . vom.....189 . erfolgter" 2. am Schluffe dieser Bescheinigung: „Während der Offenlegungsfrist sind .... Reclamationen eingelangt." Wegen des Neudrucks der Formulare ist durch uns das Erforderliche veranlaßt worden; die von Ihnen etwa bereits angeschafften Formularien können abgeändert und aufgebraucht werden. _________________v. Gagern.__________________ Bekanntmachung, betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährigsreiwilligen Militärdienst im Herbst 1891. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1891 stattsindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1891 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- ciellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüflings - Corn- Mission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Grotzherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthalts- ort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben fein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aetiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt fein; c. ein Unbescholteuheitszeugnitz, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist,- d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Uubescholtenheitszeugniß beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 — Regierungs-Blatt Nr. 5 von 1889) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung- aus specielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 4. Juli 1891. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Neueste Nachrichten. WoM telegraphisches Torrespondmz-Burean. Berlin, 16. Juli. Der „Staatsanzeiger" publicirt das Gesetz betreffend Aenderung des Wahlverfahrens. Kassel, 16. Juli. Das bisherige Gesammtergebniß der Reichstags-Ersatzwahl ist folgendes: Alvensleben (cons.) 1044, Endemann (natllib.) 4116, Förster (Antisemit) 3289, Martin (Hess. Rechtsp.) 1018, Pfannkuch (Socialist) 7243 Stimmen. Friedrichsruh, 16. Juli. Fürst Bismarck mit Gemahlin ist heute Mittag nach Schönhausen abgereist und begiebt sich in einigen Tagen nach Kissingen. München, 16. Juli. Der angekündigte Bericht der Generaldirection über das Eggolsheimer Bahnunglück umfaßt 15 Folioseiten. Nach demselben hängt die Entgleisung des Berliner Ferien-Extrazuges mit der Geleiseveränderung zusammen. Dieselbe wurde gemäß dem überall anerkannten Verfahren durchgeführt, die Unterstopfung der Querschwellen und Granitwürsel geschehe stets erst allmählig, nachdem die Tragfähigkeit durch Bahnzüge mit gemäßigter Geschwindigkeit stufenweise festgestellt sei. Betreffs der nothwendig werdenden Auswechslung vereinzelter angefaulter Bahnschwellen oder schlechter Schienennägel bestehe bei den bayerischen Bahnen ebenso die strengste Controle der Schienenstrecken, wie im übrigen deutschen Reiche. Ein Güterzug passirte am 4. Juli Morgens zuerst das ausgewechselte Geleise. Der Führer des Güterzuges nahm eine Unregelmäßigkeit der einen Granit- würselreihe, wahrscheinlich der infolge der Regengüsse während der Nacht unterwaschenen, wahr, worauf ein Vorarbeiter sofort mit der Ausbefferung beauftragt wurde. Gerichtlich bleibe festzustellen, ob der Vorarbeiter demgemäß verfahren, sowie ob das erforderliche schrittweise Passiren des Extrazuges angeordnet wurde. Hätte der gesammte Extrazug selbst- thätige Luftdruckbremse gehabt, so wäre das Unglück außerordentlich eingeschränkt worden. Geschwindigkeitsmesser führten bisher nur die Schnellzugsmasch'inen. Der Bericht schließt: „Wahrscheinlich hätte der bedauernswerthe Unfall bei erhöhter Aufmerksamkeit des betheiligten Personals vermieden werden können, doch berechtige der Einzelsall keineswegs die Presse zur Verurtheilung des gesammten Systems der bayerischen Bahnen." Wien, 16. Juli. Nach einer Meldung aus Mekka sind dort bis zum 13. Juli 33 Cholerafälle eonstatirt. Paris, 16. Juli. Der Aus stand der Bahnbediensteten hat heute weitere Fortschritte gemacht. In den Werkstätten der Westbahn striken 651, in denen der Ostbahn 200, der Paris-Lyonerbahn 800, der Orleansbahn 560. Der Güterbahnhof der Westbahn ist wegen Mangels an Arbeitern heute geschlossen. Die Direetion der Westbahn fordert Wiederaufnahme der Arbeit innerhalb 24 Stunden, widrigenfalls die ausständigen Arbeiter durch andere ersetzt werden würden. — Heute Nachmittag beschloß eine Versammlung von 6000 Arbeitern die Fortsetzung des Strikes. Paris, 16. Juli. Nach weiteren Meldungen aus Ville- sranche sind bei dem Eisenbahnunglück zwischen Najac und Laguepic mehrere Personen verwundet, jedoch nur eine schwer. Paris, 16. Juli. Der Strike der Arbeiter in verschiedenen Arbeitsstätten der Eisenbahngesellschasten hat sich heute ausgedehnt, dagegen ist das Zugpersonal in allen Gesellschaften vollzählig. Paris, 16. Juli. Aus Villefranch e (Ronergue) wird gemeldet, daß der um Mitternacht von Toulouse abgegangene Expreßzug zwischen Najac und Laguepic entgleist ist und zwölf Waggons umgeworsen worden sind. Die Anzahl der Verwundeten soll beträchtlich fein. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Rom, 16. Juli. Der Papst empfing Mittags den preußischen Gesandten S ch l ö z e r, welcher am Dienstag seinen Sommerurlaub antritt. Rom, 16. Juli. Stefani-Meldung. Die italienisch- deutsch-österreichischen Handelsvertrags - Verhandlungen sind bis zum Abschlüsse der österreichisch-schweizerischen Verhandlungen in Wien vertagt. London^ 16. Juli. (Unterhaus). Fergusson erklärte, die Ausdehnung der Frist zur Ratifizirung der Brüsseler Anti scl av er ei acte sei principiell acceptirt, der Zeitraum der Ausdehnung indeß noch unbestimmt. England habe Angesichts der Vertagung^ der Ratification seitens Frankreichs, Portugals und der Vereinigten Staaten von Nordamerika in die Fristverlängerung eingewilligt- welches Verfahren nach Festsetzung des Zeitraums werde adoptirt werden, könne er nicht sagen. Bergen, 16. Juli. Die „Hohenz ollern" und „Priuceß" Wilhelm" sind Nachts eingelausen. Heute früh salutirten die Geschütze der Festung die aus der „Hohenzollern" gehißte Kaiserflagge. Bergen, 16. Juli. Der hiesige deutsche Consul Mohr, vom Kaiser zur Frühstückstasel geladen, begab sich heute Vormittag an Bord der Dacht „Hohenzollern." Einige Herren des Gefolges unternahmen eine Spazierfahrt in der Stadt. Um 5 Uhr Nachmittags fuhr der Kaiser ans Land und fuhr zur Villa des deutschen Consuls Mohr. Von dort kehrte der Kaiser zur Dacht „Hohenzollern" zurück. Die Weiterreise erfolgte heute Abend 9 Uhr. Stockholm, 16. Juli. Gestern gaben auf Schloß Gripsholm am Mälarsee die schwedischen Marineoffiziere ein Festessen den Offizieren des französischen Nordgeschwaders. Admiral Virgin toastete auf den Präsidenten Carnot und die französischen Offiziere, der französische Gesandte aus den König Oskar und Admiral Gervais aus die schwedischen Offiziere. Die Menge am Landungsplatz begrüßte die französischen Offiziere mit lebhaften Zurufen. Rewyork, 16. Juli. Aus Sandiego wird gemeldet, daß dort ein Streit zwischen den Seeleuten des Kriegsschiffes „Charleston" und Polizeioffizieren stattgefunden hat, welche sich gegen die Menge verteidigten und nach der Verhaftung eines Seemanns einen Matrosen tödteten; dieselben werden zur Verantwortung gezogen. Newyork, 16. Juli. Auf der Missouri-Pacific- Bahn fand bei dem Fort Scott in Cansas ein Zusammenstoß zwischen einem Waarenzug und einem Personenzug statt. Ein Wagen wurde umgestürzt und 10 Reisende erhielten Verletzungen. Loyaler uttfr provinzieller. Gießen, 17. Juli. — Sitzung Grotzherzogl. Handelskammer vom 8. Zuli 1891. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Seitens Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz war schon vor einiger Zeit bei der Kammer angefragt worden, welche Stellung der hiesige Bezirk der für das Jahr 1893 geplanten Weltausstellung in Chicago gegenüber einnehme und ob eine Beschickung derselben mit deutschen Jndustrieerzeugniffen für vorteilhaft erachtet werde. Die damals bei den in Betracht kommenden Exportfirmen des hiesigen Bezirks vorgenommene Umfrage hatte das Resultat ergeben, daß dieselben sich sämmtlich gegen eine Betheiligung aussprachen und zwar wesentlich aus dem Grunde, weil mit Rücksicht aus die zur Zeit in Amerika geltenden außerordentlich hohen Eingangszölle der Export nach den Vereinigten Staaten lahmgelegt sei und eine Ausstellung deutscher Pro- ducte in Chicago lediglich den Amerikanern Gelegenheit zur Nachahmung und weiteren Beschränkung der deutschen Con- currenz bieten würde. In diesem Sinne wurde damals an Großh. Ministerium berichtet. Dieses theilt nun der Kammer neuerdings mit, daß die ablehnende Stellungnahme des hiesigen Bezirks ursprünglich diejenige des größten Theiles Deutschlands gewesen sei, daß sich jedoch neuerdings ein Umschwung zu vollziehen scheine, weßhalb die Kammer wiederholt ausgesordert wird, diese Frage nochmals in Erwägung zu ziehen. Zunächst wird daher beschlossen, bei den für Amerika in Betracht kommenden Exportfirmen nochmals Umfrage zu halten, ob sich auch bei ihnen der behauptete Umschwung vollzogen habe oder ob sie aus ihrem früheren ablehnenden Standpunkte verharren und je nach dem Ausfall dieser Um- srage sodann an Großh. Ministerium zu berichten. — Die Königliche Eisenbahn-Direction Hannover hatte die Kammer um gutachtliche Aeußerung darüber gebeten, ob in den Kreisen des Handelsstandes die feit dem 1. September v. Js. im Westdeutschen Eisenbahnverbande durchgeführte Schnittform des Taris-Kilometerzeigers sür die Ermittelung der Frachtsätze sich bewährt habe und als zweckmäßig befunden worden. Das Gutachten der Kammer wurde dahin abgegeben, daß nach den Mittheilungen aus den Kreisen des hiesigen Handels- standes und den Erfahrungen der Kammer durch die im Westdeutschen Eisenbahnverbande eingeführte Schnittsorm des Taris-Kilometerzeigers die Ermittelung der billigsten Frachtsätze wesentlich vereinfacht und erleichtert worden ist. — Es wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß nach einer der Kammer zugegangenen Mittheilung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz aus den österreichischen Staatsbahnen die Musterkoffer von Handlungsreifenden, welche eine Legitimationskarte mit sich führen, zu dem von 0,2 aus 0,1 Kreuzer für 10 Kilogramm und 1 Kilometer ermäßigten Satze befördert werden und daß diese Vergünstigung auch den deutschen Handlungsreisenden zu Gute komme. Die Legitimationskarten find durch die Großh. Kreisämter den Handlungsreisenden, nach Prüfung der genannten Eigenschaft als Reisender, aus Ansuchen auszustellen. h. Die hiesige Rudergesellschaft wird, nachdem die Regatta-Saison ziemlich zu Ende gegangen ist, auch ihren passiven Mitgliedern Rechnung tragen und übernächsten Sonntag, den 26. Juli, Nachmittags 4 Uhr aus ihrem Bootplatz das gewohnte und stets gern besuchte Sommersest abhatten. Außer den üblichen Auffahrten werden einige Boot-Rennen, Schifferstechen unter den activen Mitgliedern stattfinden und ein Wettschwimmen für Nichtmitglieder arrangirt werden. Für letztere sind Preise ausgesetzt. Abends findet Feuerwerk und bengalische Beleuchtung der Lahnuser statt. Der musikalische Theil des Festes ist der hiesigen Regimentsmusik übertragen, während die Leitung der Wirthschaftsverhältniffe die Herren Weigand und Hettler in liebenswürdigster Weise übernommen haben. — Am gleichen Tage Vormittags 11 Uhr findet die feierliche Einweihung des neuen Boothauses statt, an welche sich ein kleines Gabelfrühstück in den Gesellschasts- räumen anreihen wird. An die Spitzen der Behörden sowie Sports-Vereine werden Einladungen hierzu ergehen. — Tiemanns Mechanisches Theater aus Oswalds Garten gab gestern Abend vor zahlreich erschienenem Publikum seine Eröffnungsvorstellung. Das Theater, welches Wunder der Mechanik in malerischer, stets fesselnder Weise vor den Augen der Beschauer wechselnd vorüberziehen läßt, verdient größte Anerkennung und wurden sämmtliche vorgeführten Abteilungen mit lebhaftestem Beifall aufgenommen. Schon die erste Abtheilung, eine „Reise um die Welt", nahm das ganze Interesse für sich in Anspruch, das in der nächsten Abtheilung, in welcher ein mechanischer Seilkünstler meisterhafte Pro- ductionen vorführte, noch erhöht wurde. Hieran schloffen sich die anderen prächtigen Abteilungen ebenbürtig an. Für Groß und Klein bieten die Vorstellungen dieses Theaters wirklich Schönes und abwechselnd Neues. — Auf das Sonntag Abend in Steins Garten stattfindende Tyroler Concerl der Gesellschaft Stiegler aus dem Zillerthal machen wir besonders aufmerksam. Dieselbe besteht aus 10 Personen (5 Damen und 5 Herren), welche im National-Costüm auftreten, verfügt über vorzügliche Solo- kräste, darf, nach vorliegenden Berichten angesehener Blätter, den besten Gesellschaften dieser Gattung zugezählt werden und hat eine Concurrenz mit dem beliebten Rainer'schen Ensemble durchaus nicht zu scheuen. Dabei hat die Gesellschaft Stiegler noch den Vorzug vor den meisten ihrer übrigen Colleginnen, daß sie bei ihren Vorträgen den Schwerpunkt nicht ausschließlich auf den National-Gesang legt (denn das ewige „Duliö, duliö" hat im Laufe der Jahre die Tyroler-Gesell- schaften etwas discredirt, da es selbst bei der besten Vortragsweise schließlich ermüdet), sondern auch durch flotte Walzer, Operetten-Motive und serieuse Lieder für reiche Abwechselung des Repertorrs sorgt. Herr G. Reinert, der die Vorträge auf der Zither begleitet, beherrscht sein Instrument in virtuoser Weise und excellirt auch durch vortreffliche Solo-Piecen. Die Gesellschaft Stiegler hat bisher England, Frankreich, Rußland re. mit großem Erfolge bereist, befindet sich gegenwärtig auf einer Concert-Tournee durch Deutschland und wird in München bis Anfangs October austreten. Wer sich also einen genußreichen, amüsanten Sonntagabend verschaffen will, versäume es nicht, „Steins Garten" einen Besuch abzustatten. ______________ — Eine probeweise Einführung der Trennung der Ge> schlechter soll in den Eisenbahnwagen 4. Klasse eingeführt werden- die Abtheilung der Frauen soll durchgehend mit Sitzplätzen versehen werden. — Landes Gewerbvereiu. Die diesjährige Generalversammlung des Landesgewerbvereins findet am 27. August in Ober-Ingelheim in Rheinhessen statt. Es ist damit eine Ausstellung der Schülerarbeiten aus den Handwerkerschulen Rheinhessens und der Landes-Baugewerkschule verbunden. — Schonet die Eidechse, sie ist ein gefräßiges Raubthier und lebt nur von den schädlichen Kerb- und Weichthieren, den Larven, Raupen, Fliegen, Käfern, Würmern und Schnecken. Man sollte dieses Thier als Vertilger des Ungeziefers in Gärten einbürgern. — Unzulässige Geschäftsfirmeu. Das Großh. Amtsgericht Darmstadt I hat dem Liebmann Spier, welcher vor Kurzem ein Schuhwaarengeschäst in Darmstadt errichtete, die Führung der Firma „Louis Spier, Strafanstalts-Schuhmagazin" verboten, da dem Geschäftsinhaber der Vorname „Louis" nicht zustehe und in dem Zusatze „Strasanstalts-Schuhmagazin" eine Täuschung des Publikums veranlassende Reclame enthalten sei. Aus die von dem Geschäftsinhaber durch alle Instanzen erhobenen Recurse hat nun das Großh. Oberlandesgericht dahier dieses Verbot endgiltig bestätigt und hat infolge dessen der Geschäftsinhaber die die unzulässige Firma enthaltende Aufschrift am Geschästslocale innerhalb kürzester Frist zu entfernen. — Erdbeer- und Himbeerbau im Großherzogthum Heffen. Der Kreis-Obstbautechniker des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Mainz, Herr Barth, hat sich nach Metz und Umgegend begeben, um die dortigen ausgedehnten Anpflanzungen von Erdbeer- und Himbeeranlagen zu besichtigen und sich mit der Cultur dieser Pflanzen, wie dieselbe in den dortigen ausgedehnten Ländereien geübt wird, vertraut zu machen. In aller Kürze sollen alsdann in verschiedenen Gemeinden des Kreises Mainz Vorträge gehalten werden, durch welche die Landwirthe der benachbarten Orte auf die Rentabilität der Erdbeer- und Himbeercultur aufmerksam gemacht werden. Es handelt sich hier wesentlich um die Anpflanzung von besseren Sorten dieser Obstarten, wie sie von den in Mainz und in der Provinz Rheinhessen befindlichen Conserve- fabriken benöthigt werden, denn alljährlich und so auch Heuer wieder wandern hunderttausende von Mark nach Metz, nur zum Ankauf von Erd- und Himbeeren, welche in ganzen Waggon-Ladungen in Mainz eintreffen. Trotzalledem genügen diese Zusendungen dem Bedarf nicht, welcher sich alljährlich in ganz ungeheuerem Maße steigert. Die bedeutenden Summen könnten mit Einführung der betreffenden Cultur im Lande verbleiben und die Conservefabriken selbst würden durch Ersparung der Transportkosten für ihre Maaren nicht so viel Geld anzulegen haben. Darmstadt, 15, Juli. Ernennung. Ernannt wurden: Am 19. Juni l. I. der Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Karl Hilgärtner, zum Locomotivführer und die Hilfsheizer bei diesen Bahnen, Moritz Oswald und Hermann Schleuning, beide aus Gießen, zu Heizern bei genannten Bahnen- an demselben Tage der Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Heinrich Bender zum Schaffner und der Hilfsbremser bei diesen Bahnen, Kaspar Göbel aus Ermenrod zum Bremser bei genannten Bahnen. A Mainz, 17. Juli. (Privatdepesche.) Ein Taglöhner hat heute morgen seiner Logiswirthin aus Eifersucht elf lebensgefährliche Stiche beigebracht. Der Thäter ist entflohen. vermischtes. * Internationale elektrotechnische Ausstellung m Frank- furt a. M. 1891. Man schreibt uns aus Frankfurt a. M.: Die elektrische Ausstellung ist nunmehr auch Morgens von 8—10 jUhr gegen Abgabe von zwei Eintrittskarten, und zwar nur vom Hauptportal an der Kaiserstraße aus, geöffnet. Es wird hierdurch auch Denjenigen Gelegenheit gegeben werden, die Ausstellung so weit als möglich zu besichtigen, welche mit den letzten Abend- oder ersten Morgenzügen ankommen und nur wenige Stunden in Frankfurt verweilen können. Abends ist die Ausstellung bis 111/2 Uhr geöffnet. — Das Wohnungsbureau für die Besucher der Ausstellung im Hauptbahnhos ist nunmehr eröffnet. Dessen Leitung ist vom Ausstellungsvorstande der Firma I. Schmidt Söhne übertragen. Ankommende Fremde finden aus dem Bureau jederzeit den Nachweis von Wohnungen in Gasthöfen und Privathäusern zu festen Preisen. * Siegen, 14. Juli. Die Feier des hiesigen Schützenfestes wurde heute Morgen durch die Wahrnehmung gestört, daß in der vergangenen Nacht die Königsmedaillen, die gestern noch die Brust des vorjährigen Königs zierten, gestohlen sind. Der diesjährige König wird heute Nachmittag ohne die äußeren Zeichen seiner Würde vor sein Volk treten müssen, als Ersatz aber das beglückende Gefühl im Herzen tragen, von der nicht geringen Bürde seines Amtes entbunden zu sein. Die gestohlenen Medaillen stammen zum Theile noch aus den 40er Jabren und haben einen Werth von 1000 bis 1500 Mk. * Jena, 16. Juli. Ein eigentümlicher Fall beschäftigt die Thüringer Behörden bereits seit etwa vier Wochen, ohne daß es gelungen wäre, Licht in die Sache zu bringen. In Rudolstadt griff die Polizei einen etwa 14 Jahre alten taubstummen Knaben aus, dessen Namen und Herkunft festzustellen sich bis jetzt die Organe der öffentlichen Ordnung vergebens bemüht haben. Den Umständen nach läßt sich mit Gewißheit annehmen, daß Thüringen die Heimath des ausgesundenen Knaben ist - um so auffälliger erscheint es, daß derselbe von den ©einigen noch nicht durch die Zeitungen gesucht worden ist. Eine Umfrage an sämmtliche Anstalten für Taubstumme in Thüringen hatte kein Resultat. Man vermuthet, daß das Kind von seinen Angehörigen verstoßen wurde. * Trier, 15. Juli. Die Vorbereitungen für die Zeit der Besichtigung des heiligen Rockes sind in vollem Gange. Man erwartet hier täglich 50,000 Fremde. Da jedoch diese Berechnung sich aus den Besuch von 1844 stützt, so ist gar nicht abzusehen, ob dieselbe annähernd der Wirklichkeit entsprechen wird. Den heute schon eingelaufenen Meldungen nach zu urtheilen, wird z. B. der Besuch aus Amerika 1891 ein ungleich größerer seien als 1844. Voraussichtlich werden die, ganz gering gerechnet, 3,000,000 Menschen den Rock innerhalb der vorgesehenen sechs Wochen gar nicht alle sehen können, so daß die Zeit der Ausstellung wird verlängert werden müssen. * Warnungen für Touristen. Das „Tiroler Tageblatt" schreibt: „Als Warnung für Touristen beiderlei Geschlechts können zwei Unfälle dienen, welche sich dieser Tage auf dem Marlinger Berge ereigneten. Der eine Fall betrifft eine Dame, welche sich, mit einem grellrothen Sonnenschirm bewaffnet, in der Nähe der Quadrathöfe erging und das Mißfallen eines Stieres erregte, der sie attakirte, wobei sie das Unglück hatte, drei Rippen zu brechen. Ein aus dem Eggerhos weilender Arzt wurde schnell verständigt, und brachte der Armen die möglichste Hilfe. Der zweite Fall betrifft einen Herrn, der, nachdem er im Schweiße seines ganzen Körpers die Höhe des Jochers erstiegen hatte, als enragirter Kneippianer der Versuchung nicht widerstehen konnte, sich seiner Fußbekleidung zu entledigen und in den dortigen taufeuchten Bergwiesen spazieren zu gehen. Das Resultat ist, daß der Unvorsichtige jetzt im einsamen Jocherhose schwer krank darniederliegt, und vermutlich zeitlebens einen Denkzettel an diesen Ausflug davontragen wird." * Der „Tourist" berechnet, daß eine Dame in einer Ballnacht bei den jetzt gebräuchlichen Tänzen, wenn sie dieselben alle mittanzt, nach Schritten gerechnet, einen Weg von circa 30Kilometer zurückgelegt und zwar aus den Fußspitzen hüpfend, von einem küraßartigen Schnürband zu- sarnrnengepreßt. Sollte eine solche Dame im bequemsten Anzuge auf besten Wegen in 14 Stunden 30 Kilometer zurücklegen, wahrlich, sie würde glauben, es sei ihr Ende! * Erkennungszeichen. Fremder: „Wo wohnt denn hier ein Barbier?" — Einh eimischer: „Da gehen's nur da g'rad um die nächste Eck', nacha wern's das Kratzen schon hören." * Ein Menschenfreund. „Geld gebe ich Ihnen nicht, aber Arbeit sollen Sie haben." — „Danke, was soll ich die den andern armen Leuten wegnehmen." * Eine Dame in Pau hat der Pariser Academie der Wissenschaften 100,000 Fr. vermacht, als Preis für Denjenigen, welcher innerhalb zehn Jahren das Mittel findet, mit dm Bewohnern eines anderen Gestirns Nachrichten ans- zutauschea. Der Entdecker braucht kein Franzose zu sein. Am liebsten wünscht die Dame eine Verbindung mit dem Mars (oder mit einem Jünger des Mars?) hergestellt zu sehen. Lehnt die Pariser Academie das Vermächtniß ab, so soll es der Mailander, nimmt auch diese es nicht an, so soll es der Newyorker Academie angeboten werden. * Braut eines Naturforschers: „Geh, Bruno, ich mag Dich nicht mehr. Ich habe Deinen Reisebericht belauscht und gehört, wie Du Deinem Papa gestanden haft, die reiche Flora imSchwarzwalde hätte einen mächtigen Eindruck auf Dich gemacht." * Gerichtspräsident: „Sie sind schon so oft bestraft, fühlen Sie denn nie Gewissensbisse?" — Angeklagter: „Ick fühl wohl wat dergleichen, Herr Präsident, aber ob et jrade Jewiffensbisse sind, weeß ick nich." * Unteroffizier: „Mehlmann, nennen Sie mir ein bekanntes Dienstabzeichen der Unteroffiziere." — Rekrut (schweigt). — Unteroffizier: „Zum Himmel-Donnerwetter, wodurch zeichnet fich denn der Unteroffizier aus?" — Rekrut (zaghaft): „Durch sein vieles Fluchen." * A. zu seinem Collegeu, der seit acht Tagen ein neues Logis bezogen: „Das ewige Clavierspiel Deiner Nachbarin würde mich zur Verzweiflung bringen." — „Ich habe mich bereits beim Wirth darüber beschwert." — „Was spielt die denn eigentlich den ganzen Tag?" — „Sie übt jetzt Rache." * Kasernmhosblüthe. Unteroffizier: „Was sind Sie denn eigentlich in Ihrem Civilberus?" — Einjähriger: „Mineraloge!" — Unteroffizier: „Ach was, Mineraloge! Damit imponiren Sie mir ja nich! Was sollen die dummen Fremdwörter — sagen Sie doch einfach Selterwasserfabrikant!" Universität- - Nachrichten. — In München ist am 15.d. M. Professor Dr. 91. Martin, der Gründer der dortigen ftetwilligm Krankenpflege, gestorben. — Der Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Karl Rammesberg, Director des zweiten chemischen Instituts der Universität Berlin, tritt Ende des Sommers in den Ruhestand. Verkehr, Land- nnd Volkswirthschaft. Frankfurt, 16. Juli. Der gestrige Markt im städtischen Viehhof war befahren mit 350 Kalbern und 468 Schweinen. Die Umsatzpreise waren bei Kälbern erster Sorte 66 bis 68 Pfg., zweiter Sorte 56 bis 60 Pfg., bei Schweinen erster Sorte 59 bis 60 Pfg., zweiter Sorte 57 bis 58 Pfg. per Pfund. — Am Dienstag wurde wegen Fehlens jeder Zufuhr von Schweinen kein Markt abgehalten. AlSfelb, 15. Juli. Auf dem heutigen Ktrschenmarkt wurden 77 Stück Rindvieh und 1751 Stück Schweine aufgetrieben. Obgleich ziemlich gehandelt wurde, gingen sämmtliche Preise etwas zurück. Ferkel wurden das Paar von 18—30, von 30—50, Läufer von 50—70, von 70—90, von 90—110 verkauft. Der nächste Viehmarkt wird Montag den 24. August abgehalten. — DaS Tränken der HauSthiere. Bet der großen Hitze ist die Gefahr, daß Mensch und Thier sich durch kaltes Trinken Krankheiten holen, sehr groß. So bekannt diese Thatsache auch ist, so wenig wird bei der Vieh-, besonders Pferdehaltung noch barauf geachtet, ganz einfach aus dem Grunde, weil die nachteiligen Folgen nur selten sofort in Form von Erkältungskoliken usw. in Augenschein treten. Verdauungsstörungen, Magendeschwerden, frühzeitige Abnutzung werden nachher allen möglichen Ursachen zugeschrieben, daß hier auch das kalte Trinken sein Theil mitgewirkt haben kann, daran denkt Niemand. Je wärmer die Luft und je erhitzter das Thier noch ist, desto wärmer mutz auch das Trinkwasser sein, unter 10° R. sollte die Temperatur desselben nie herabsinken. Ebenso nachtheilig 6 wie das kalte Trinken ist aber auch das Verabreichen von Wasser, welches die Thtere nicht gewohnt sind. Gibt man einem Pferde, welches an weiches Wasser gewohnt ist, z. B. auf einer Reisetour plötzlich sehr kalkhaltiges Wasser oder umgekehrt, so treten nur zu leicht Koliken auf, also auch in dieser Hinsicht ist sorgsamste Vorsicht geboten. — «hittsalpeter zur Vertilgung von Ungeziefer. Um Ungeziefer, wie Raupen, Blattläuse usw. von Blumenstöcken, Beerensträuchern usw. zu vertreiben, empfiehlt sich etn Bebrausen mit einer einprocentigen Lösung von Chiltsalpeter in Wasser. Auch zur Reinigung der Obstbäume von Ungeziefer kann die letztere benutzt werden, wenn man im Besitze einer Gartenspritze ist. — Kürbisse alS Viehfutter. Vielfach werden in den Gärten, auf Eomposthausen usw. Kürbisse in großer Zahl angebaut. Man hat nun wegen der großen Masse, die hierdurch auch neben dem zur menschlichen Nahrung dienenden Fruchtfleisch gewonnen wird, empfohlen, das Uebrtge an das Vieh zu verfüttern oder sogar lediglich zu Futterzwecken Kürbisse anzupflanzen. Wenngleich nun Schale, Fruchtfleisch, Blätter, Stengel usw. gutes und viel Futter abgeben, so ist doch nachdrücklich davor zu warnen, Kerne mit zu verabreichen, da diese einmal auf die Milchabsonderung einen ungünstigen Einfluß ausüben, andererseits auch auf den Gesundheitszustand nachtheilig einwirken. • Literatur nwö Arrirst. — „Cavalleria Rusticana“. Unsere Leser wissen, daß der Stoff von Mascagnis berühmter Oper einem Volksstück des bestbekannten italienischen Autors G. Verga entlehnt wurde. Minder bekannt ist der Umstand, daß Verga diesen Stoff zuerst in erzählender Form behandelt hat, bevor er ihn für die Bühne bearbeitete. Wir finden die Erzählung in trefflicher Uebersetzung in dem letzten (19.) Heft der ^Wiener Mode", und ebendaselbst, als willkommene Beigabe die Eostüm-Porträts der Hauptdarsteller von Mascagnis Tonwerk an der Wiener Hofoper. — Generattarte von Schweden, Norwegen, Dänemark re. (Glogau, Verlag von Earl Flemming.) Maßstab 1 : 3000000. In Umschlag 1 Mk. Von den großen und trotz ihrer Trefflichkeit so billigen Generalkarten der Flemming'schen Verlagsanftalt ist nunmehr in ganz neuer Bearbeitung auch die Karte von Schweden, Norwegen und Dänemark erschienen. Wie sich alle Flemming'schen Karten durch ihre meisterhafte Ausführung und schöne Ueberfichtlich- (eit bei gewissenhaftester Berücksichtigung der kleinsten Detalls das Publikum erobert haben und in keinem Studirzimmer, in keinem Amts- und Kaufmannsbureau fehlen, so wird fich auch diese neueste Karte als unentbehrliches Hilfsmittel überall einbürgern, wo Dänemark und die scandinavische Halbinsel in Frage kommen. Auf der Höhe der modernen kartographischen Technik stehend, erfüllt die Karte alle Bedingungen, die man an ein vollendetes Werk stellen darf. Durchaus correct in der Zeichnung, fcharf und klar in Druck und Nomenclatur, lebhaft und angenehm in der Farbengebung, welche Länder und Grenzen scharf auseinanderhält, bietet diese fast plastisch ’ ausgesührte Karte einen überraschenden Reichthum von Angaben. ■’* Ä n Bindung ^HÄ [ee?*§ ab, 'VÄ"* «n, f werde«. Bruno, id, ’ ?! bte reiche ^^tigen Eindruck ' fo oft bestraft, ^geklagter: lbent/ aber ob et S» mir ein be- 'offiziere." - 1 Hnnmel-Donner- rGzier aus?"- ien." ; Tagen ein neues deiner Nachbarin »Ich habe mich be- spielt die denn bt jetzt Rache/' „Was ftnb Sie — Einjähriger: was, Mineraloge! sollen die dummen Selterwasser- sten. ior vr.A. Martin, slege, gestorbm. art Rammesberg, KlivnMt Berlin, virthschaft, Radt im sMiscken M Lckweinm. Die « bis 68 M., »weiter Sorte 59 bi9 60 Psg., Am Dtmstag wurde ein Mck Malten. ien AirsLenmarkt chwnne aufgetrtebev. etliche Preise etM von 30-50, L'ausn nlaust. Der nächste [alten. Bei der großen Ae durch kaltes Trinkm >iese Thatsache auch lst, )chaltung noch >te nachlhMm Folgen a, ul®. tn AugenM M g je erWto *Ä"äS ÄÄ “ rfr Midwr ess S»*#*1* .**•***8» r(b au« nü, rtlfrh tm= em »W '“L mb »WjSitdi«: '■„«»fite Ä'$S iffS® t Fl^aMch- :' • Rasche Lieferung aller weniger gebräuchlichen Wässer. O ^M6 Mineral-Pastillen, Quellsalze, Quellsalzseife. Badesalze, Mutterlaugen, als Nauheimer, Kreuznacher, Seesalz etc., sowie alle sonstigen <476 I. Es kommen zur Versteigerung eine große Parthie Attrttffe, Lacke, Leinöle, Aarbmühlen u. dgl-, eine große Parthie Gerüst- stangen, Berfchal««gsbretter, Doppeldiele«, eine Parthie Rohr, Handwagen, überhaupt -aS sämmtliche Inventar, welches zum Betrieb eines größeren Geschäftes gehört, zwei sowie noch ein gut erhaltener Oeconomiewage« und etwas Oeeonomiegeraty- ... OTTO SCHAAF I Die Kreisseuerlöschordmmg | 5 für den Kreis Gietzen j X ist zum Preise von SO Pfg. vorriithig in der D Erpedition -es „Gießener Anzeiger", g Statt jeder besonderen Anzeige Bekannten und Freunden die traurige Mittheilung, dass heute Morgen unsere liebe unvergessliche Schwester und Tante Fräulein Henriette Höhl 6550 nach kurzem Krankenlager sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 16. Juli 1891. Wir empfehlen bestens: Der Borstand. Publikum zur Verfügung. 6560 4639 Die Zellen sind durch Dampf geheizt. [395 6556 Bl- abzugeben. Der Vorstand. Hierzu ladet ergebens! ein Auf Obiges Bezug nehmend, empfehle meine Wirthschaft mit guten Speisen und Getränken, sowie aufmerksamster Bedienung. [6558 Geissler, Festwirth. 113 00 Reichsbank-DiS^ont 4 vCt. — Frankfurter Bank-DiScont 4 vCt. 4% Mainzer St.-Anl. Gelsenk. Bergw.-Act. 175.80 136.40 139 20 111 70 97.00 255 25 246.62 92.00 415 87 186 25 133 50 130.70 11* 30 62 30 91.40 91 40 80 00 70 50 Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, daß unsere unvergeßliche Mutter iLomb. E--B.-Act. Buschtherader E-B.-Aet. Elbthal-Bahn-Act. ,Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. .Marienburger E.-B.-Act (Siehe die Karte). Der Bo rstand. 6552] Ein kleines Logis zu vermiethen- Wallthorstraße 19. Die Beerdigung findet Samstag den 18. d. M., Nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause, Bahnhofstrasse 6, aus statt. Gesangverein „Heiterkeit“ Samstag den 18. Juli: Familien - Menü auf der „Schönen Aussicht". 101.801 $er. KSnigS-Lauraü^Act- 155 801 Tendenz: schwach. Schlußcovrfe 1 Uhr 15 Min. 85.00 4% Ung. Gold-Rente 98.80 50/0 Jtal. Rente 85.10 41/51% Oest. Silber-Rente 98.85 50/0 Ruff. in. Orient Preis des 2 therligen Apparates Mark 22.— n n 1 4.70 bei Andreas Cnler. räalich geöffnet von 6 Uhr Morgen- bi- *1 Uhr Abend- Sonntag- bi- Mittag 12 Uhr. Hotel Xoiiy Wetzlar Bahnhofstrasse Wetzlar Dejeuners, Diners, Soupers für mehrere Personen bei vorheriger Bestellung stets zu haben. Separat-Zimmer für 20 bis 30 Personen stehen stets dem Gefl. Offerten unter „Büffetier* an die Geschäftsstelle d8. Bl. abzugeber Wittwe Dietrich nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 16. Juli 1891. Die Beerdigung findet Samstag den 18. d. M., Nachmittags 5 Uhr, von der oberen Gartenstraße aus statt. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 17. Juli 1891. 3% Reichsanleihe 31/a% do. 30/0 Preuß. ConsolS 3%% do. Diseonto-Command^Anth. Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Nordd. Lloyd-Att Wiener Bankoer.-Act- Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Aet. 6®=* Gehr reiche Dame (Waise>2lJ7, mit Kind, welches adoptirt werden muß wünscht sofort zu heirathen. Vermögen Nicht beansprucht. Nicht anonyme Off. erbeten „Redlich" Post 12 Berlin. [6498 5460] Ein tüchtiges Dienstmädchen gesucht. ______C» Steinhäuser, Buchbinder. . 6265] Tüchtiger HauSbursche auf sofort gesucht.__Asterweg 26. „BüfEetier“, zuverlässig, in gesetztem Alter, sucht zu Anfang October und eoent. früher, Engagement. Derselbe wäre auch geneigt, einen Bierausschank zu übernehmen. [6431 Beste Referenzen. . Redaction: A. Scheyda, — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Di< heutige Rümmer umfaßt 6 Seite« md AkWMte verschiedener Construetion und in allen gangbaren Grützen. wird mit diesen Gaskochapparaten in etwa 1 Liter Wasser von Brunnentemperatur 5 Minuten mit ungefähr 30 Liter Gas zum Sieden gebracht. Die Kosten dieses Gasverbrauchs betragen bei Speisung aus der Leuchtgasleitung (Gaspreis 22 H pro cbm) 0,66 = % H, bei Benutzung einer von der Leuchtgasleitung abgezweigten Heizgasleitung mit besonderem Gasmesser (Gaspreis 16 pro cbm) 0,48 — nicht ganz 1k ™ • 4, 97 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die reichen Blumenspenden sagt innigsten Dank 6564 Namens der trauernden Hinterbliebenen: Joh. Wagner Wwe. nebst Familie. Außer verschiedenen Salzen und Mutterlaugen sind sämmtliche Bade- tzxtraete, als: Fichtennadel-, Malz-, Loh- und Weizenkleie-Extracte zu haben. W Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. L Kirchweihfest. ™ Sonntag den 19. und Montag den 20. Juli findet Kirchweihfest im Burggarten zu Trohe statt, wozu ergebenst einladet esee I— Schwarz. Liederkranz. Samstag den 18. Juli, Abends 8 Uhr: FatnilieaaM auf Textors Hardt Steins Garten. Samstag den 18. Juli: GROSSES MILITÄR-CONCERT ausgeführt von der Kapelle des Königl. bayer. Infanterie- Regiments Nr. 11 „von der Tann" unter Leitung ihres Musikmeisters S. Wenzel. 6548 Anfang 8 Uhr.Entree 50 Pfg. Staufenberg. Sonntag den 19. und Montag den 29. Juli feiert der hiesige Kriegerverein bei Wirth Geißler sein Iahnenweihfeß. Anfang 2'/r Uhr Nachmittags. stdrr Stellensuchende sofort «Ul’* flute dauernde Stelle. Verlangen Sie [6499] Vermischte Anzeigen. Ein zuverlässiges, gewandtes, ältere- Kindermädchen rum 1. August gesucht. Sofort zu melden 6561__Marburgerstraße 35. Ein tüchtiger und solider Kiftenschreiner find, dauernde Beschäftigung. Eintritt sofort. V. Fiesser, 6494 Cigarrenfabrik, Neue Kliniken. Ein im Kochen gewandtes starkes Mädchen ans sofort gesucht. [6510 Für Studenten und Vereine! 6362] Ein schönes Kneiplocal ab- zugeben. Zu erfragen in der Exp. d. Bl. "6007] Lehrling gesucht in ein Co- lonialwaaren-Geschäft en gros. Schriftliche Offerten unter P. an die Exped- d. 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DerVorstand^, kliSteiT L"L'»" [U6er dem 5)öU^ 9Q ZMbergerstraße 29. aus besserer kaiMon oder y z.(^ »n unter >• r, sacht M Samstag den 18 Juli (Siebener Anzeiger. Beilage zu Ar. 164. -1891 Dermif«^6s». * Städteheizung. Das großartige Beispiel amerikanischer Städteheizungen findet bis jetzt in Europa noch keine Nachahmung, obgleich es für große Städte doch wohl die Zukunft der Heizungstechnik darstellen dürfte. Allerdings wird die Unterbringung eines Dampf-, Heißwasser- oder Heizgasröhrennetzes im Untergründe unserer Straßen neben Canälen, Wasser- und Leuchtgasröhren, sowie electrischen Leitungen bedeutenden Schwierigkeiten begegnen, allein daß man die Sache einmal angreifen muß und mit Geschick auch — später noch in ausgedehnter Weise — befriedigend ausführen kann, das hat Kürten in Aachen gezeigt. Derselbe hat fich die Ausgabe gestellt, die gemeinsame Beheizung der Bauwerke eines Häuserblocks durchzuführen. Aus einem der Grundstücke eines solchen Blocks befindet sich die Dampskesselanlage. Der entwickelte Dampf betreibt zunächst eine Dampfmaschine, welche Electricität erzeugt und damit für Beleuchtung sorgt - sodann wird der Dampf in die Leitung der für den ganzen Block gemeinsamen Niederdruckdampfheizung entlassen. In den Häusern sind, mit Ausnahme der Küchen, keine Feuerungen, und da man mit Damps kochen, mit Gasflammen braten kann, so sind die Kohlenbehälter und das Herbeischaffen der Kohlen überhaupt entbehrlich. Die Unterbringung des Röhrennetzes auf den zugehörigen Grundstücken begegnet keinen ernsthaften Schwierigkeiten- die Röhrenweite und damit die Kosten und Wärmeverluste sind wegen der nicht großen Röhrenlänge, beziehungsweise der von jeder Anlage verbrauchten Dampfmenge gering. Es enthalte der Block 20 Häuser zu je 4 Wohnungen mit je 3 geheizbaren Zimmern, welche bei größter Kälte im Mittel je 4000 Wärmeeinheiten stündlich oder zusammen stündlich rund 960,000 Wärmeeinheiten oder etwa 1900 Kilogramm Damps verbrauchen. Jede Wohnung verbraucht durchschnittlich drei 16kerzige Glühlampen- es seien also 240 Glühlampen in Benutzung, für welche man etwa 26 Pferdekräste oder etwa 700 Kilogramm frischen Damps nöthig hat. Bei großer Kälte muß somit eine beträchtliche Dampsmenge unter Vermittlung eines Druckreglers von dem Dampfkessel in die Heizungsleitung geliefert werden, weil der Abdampf der Maschine nicht genügt. Bei Tage ist sämmtlicher Heizungsdampf auf diesem Wege zu entnehmen, und im Sommer muß man den Abdampf im Wesentlichen unbenutzt abströmen lassen. Diese Schwächen des Verfahrens lassen sich indeß durch Eleetricitätssammler mildern. Die Bedienung der Anlage kann, nach Angabe der „Neuesten Erfindungen und Erfahrungen", bei zweckmäßiger Einrichtung durch einen Mann bewirkt werden. * Ein merkwürdiges Abenteuer. Es war nach dem Gefecht von Oswiecim im Jahre 1866 und es galt nun, die auf dem Felde liegenden Verwundeten auszulesen, zu retten. Da erlebte der preußische Arzt Dr. Friedländer aus Breslau ein merkwürdiges Abenteuer. Dr. Friedländer sieht einen Husaren verwundet liegen, nähert sich ihm. Untersucht dessen Wunde und findet, daß er da rasch, an Ort und Stelle gleich, helfend eingreifen kann. Er zieht sein Besteck heraus und es gelingt ihm, die Kugel herauszuschneiden. Und nun sagt er zu dem Husaren: „Da grast ein Pferd, setze Dich daraus und reite langsam 100 Schritte, dort findest Du ein Lazareth, wo Du auch etwas zu essen und zu trinken bekommst." Da steht der Husar auf, streckt sich, fühlt sich dank dem gelungenen operativen Eingriff wieder ganz behaglich und — packt den Dr. Friedländer beim Kragen: „Ich hob die Ehre, Sie zu meinem Gefongenen zu mochen!" Und ehe Dr. Friedländer die merkwürdige Situation noch recht inne wird, springt der Husar aufs Pferd, selbstverständlich die Faust am Kragen des Arztes, und weiter ging es in scharfem Trab, bis die österreichischen Posten erreicht waren. Und so kam es, Oesterreich war damals noch nicht der Genfer Convention beigetreten, daß Dr. Friedländer dann den Rest des Feldzuges als Kriegsgefangener, in Krakau interniert, zubringen mußte. * Untrügliches Zeichen. „Nun, Frau Nachbarin, hat sich Ihre ostpreußische Amme während ihres zweimonatlichen Aufenthalts in Berlin schon ein wenig mit den großstädtischen Verhältnissen vertraut gemacht?" — „Vollkommen. Gestern hat sie bereits eine Lohnerhöhung gefordert!" * Kaserneuhofblüthe. Feldwebel (zu den Rekruten): „Nur Courage, Jungens! Alexander de^ Große ist auch nicht an einem Tage — Feldw ebel geworden!" * Trost. A.: „Meinem Sohne wurde aus der Mensur die Nase abgehauen." — B.: „Trösten Sie sich, er wird ja Staatsdiener, — da kriegt er Nasen gerade genug!" rinivcrfitäts - Nachrichten. — Für das Fach der Geschichte hat sich in Marburg Privat- docent Dr. Karl Wenck habilitirt. Die Antrittsrede behandelte den historischen Kern der Elisabethlegmde. — Prof. Dr. Brückner, bisher Lehrer an der Universität Dorpat, ist nach Jena übergesiedelt. — Privatdocent Ebert in Erlangen ist als Director der Sternwarte nach Frankfurt a. M. berufen. Schiffsnachrichten. Bremen, 15. Juli. sPer transatlantischen Telegraph^ Der Schnelldampfer Saale, Capitan H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Juli von Bremm und am 6. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 15. Juli. sPer transatlantischen Telegraph^ Der Postdampfer Weimar, Capitan H. Heinecke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. ___________ Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 14. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen. ______________________ Verkehr, Canb» uitö Volksrvirthschaft» Witten, 14. Juli. Das „Wittener Tageblatt" erfährt von unterrichteter Seite, daß die Eisenvahnoerwaltung Kohlenwagen, die bisher nur mit 200 Ctr. beladen werden durften, so hat einrichten laffen, daß sie jetzt 300 Ctr. fasten können. — Schutz geae« Stechfliege«. Es dürfte jetzt in der heißen Jahreszeit, wo die Belästigung der Thiere durch Bremsen, Mücken und Stechfliegen arg ist, wohl manchem Thierfreund willkommen fein, einige Mittel zum Schutze kennen zu lernen. Nach Martin wirkt eine Mischung von 64 Gramm Asa foetida mit 0,2 Liter Weinessig und 0,4—0,5 Liter Wasser unfehlbar. Diese Lösung wird mittelst eines Schwammes auf jene Stellen der Hausthiere aufgetragen, die am meisten dm Fliegmstichen ausgesetzt sind. Femer seien Waschungen mit dem Absud von Wallnußblättern bemerkt. Ferner sind gegen die Stiche der Zweiflügler Waschungen mit Wallnußblätter-Absud anzuwenden. Die Wallnußblatter koche man in Essig und nehme alle 14 Tage eine Waschung vor. Verdünnter Tabak-Absud (1 Theil Tabak und 30—40 Theile Wasser), verdünntes Benzin oder Petroleum haben ebenfalls eine gute Wirkung. Auch das Einreiben der Theile mit frischen Kürbisblättern soll die Jnsectm fern halten. A. Böhm in Pribyslau theilt Folgendes mit: Am 29. Juni erntete ich Heu und fand gleich bei Einbringung der erstm Fuhren, daß das vorgespannte Handpferd, ein Schimmel, so von Fliegen zerstochen war, daß ihm das Blut an der Brust, am Bauche und an den Beinen förmlich herunterrann. Da mich das Thier dauerte, ließ ich anhalten, gab in ein Gefäß Vs Liter Wasser, mischte hierzu ca. 1—2 Dekagramm Carbolsäure, ließ damit dem Thiere die zerstochenen Stellen abwaschen und fand, trotzdem dasselbe den ganzen Nachmittag angestrengt wurde und schwitzte, daß die Fliegen nunmehr fern blieben, weshalb dieses einfache Mittel, als erprobt, Pferdebesitzern bei ähnlichen Anlässen bestens empfohlen werden kann. Vielfach empfohlen wird auch folgendes Mittel: Man nehme Aloe, Koloquinten, Ochsengalle, Raute und Weihrauch, von Jedem gleich viel, laste sie in etwas Oel kochen und seihe sie schließlich ab. Beim Gebrauche streiche man den Ochsen oder Kühen etwas von der Salbe an solche Stellen des Körpers, an welchen sich die Fliegen am meisten ansetzen. — Stachelbeere« einzumache«. Nachdem die Beeren geputzt sind, brühe man sie mit kochendem Wasser, laste sie in der Sonne gut trocknen, fülle sie dann in gut geschwefelte Flaschen und verkorke dieselben. Die so aufbewahrtm Stachelbeeren halten sich vorzüglich. — Himbeersaft. Gut reife Himbeeren werden ausgelesen und gereinigt, in einem steinernen Topf mit einem Holzlöffel zerdrückt und acht Tage der Gährung überlasten. Schimmelbildung muß dabei durch häufiges Umrühren und durch Abschluß der Luft verhindert werden. Nach dieser Zeit preßt man den Saft ab, bringt ihn in einem breiten und flachen Kessel zum Feuer, wobei man auf ein Kilogramm Saft ein bis zwei Kilogramm Zucker, je nach Bedürfniß, hinzugibt, und läßt recht kräftig kochen. Der Schaum wird abgeschäumt und der erkaltete Saft in Flaschen gefüllt. Citeratur und An,ist. — Sommerfrische — Du Zauberwort für Alt und Jung, welch eine Fülle herrlicher Erinnerungen weckst du in den Herzen aller Erholungsbedürftigen. Sie ist wieder da die wonnige Zett, da das Ränzel geschnallt wird und der arbeitsmüde Mensch hinausfliegt aus der (Stuben dumpfer Enge in die sommerschöne Gotteswelt, all die großen und kleinen Sorgen weit hinter sich zurücklassend. Die schwierigen Fragen „Wohin gehm wir" und „Was nehmen wtt mit" machen uns keine Beschwerden, dann den Ort auswählen, welcher am geeignetsten ist, die Reisetasche packen, so daß nichts Nöthiges vergessen wttd, dabei hilft uns unsere Freundin in Freud und Leid, unser treues Blatt Ha«-". Doch nicht allein das, sie begleitet uns auch hinaus auf unseren Landaufenthalt und wird bei ihrem jedesmaligen Erscheinen aufs Neue jubelnd begrüßt, erweist sie sich doch vor Allem hier als unerschöpfliche Beratherin. Hier schildert sie Liebhabern von Blumen in eingehendster Weise das Pressen derselben, dort bringt sie eine hübsche einfache Arbeit, mit welcher Daheimgebliebene erfreut werden sollen, da erleichtert sie der Hausfrau durch vortheilhafte Speisezettel das Kochen an heißen Tagen, sie belehrt und unterhält Groß und Klein und nicht zu viel gesagt, auch mancher strenge Herr und Gebieter greift lächelnd einmal nach dem Blatt, welches seiner Frau so unentbehrlich ist und ertappt sich dabei, daß er mit großem Eifer die Zeitschrift vom Anfänge bis zum Ende durchgelesen hat, um dann das Interesse seiner Frau erklärlich zu finden. Dieses ausgezeichnete Blatt, welches sich vermöge seines billigen Preises — vierteljährlich 1 Mark — in allen Kreisen Eingang verschafft hat, empfehlen wir daher gern aufs Neue. Eine Probenummer wird von jeder Buchhandlung, sowie von der Geschäftsstelle „Fürs Haus" kostenfrei abgegeben. — Die Bildermappe für H«nstfre«n-e, welche eine Sammlung der vorzüglichsten Holzschnitte aus der „Gartmlaube" enthält (Leipzig, Verlag von Emst Ketts Nachfolger), beweist durch die vorliegende zweite bis vierte Lieferung wieder, daß dies Volksblatt, abgesehen von den Vebutm und zeitgeschichtlichen Bildern, auch einen künstlerisch werthvollen Schatz besitzt in den nach den Gemälden namhafter Künstler ausgeführten Holzschnitten. Von den Genremalern sind mehrere hervorragende Meister vertreten; wir finden u. A. sehr anmuthende Bilder, welche diesem Bereiche angehören: Das entflohene Modell" von B. Vautier mit den vielen reizenden Mädchenköpfen; „Der Erstgeborene" und „Der Antrttt zum Tanze" von Franz Defregger, Bilder aus dem Volksleben der Alpenbewohner, welche echte Lebensfreudigkeit athmen und seltene Meisterschaft beweisen in der Auffassung volksthümlicher Characterköpfe; „Böse Zungen" von Klaus Meyer, ein modernes Hexenbild, auf welchem wir drei Klatschbasen bei der Arbeit sehen am brodelnden Hexenkeffel der Verleumdung, und E. Spitzers „Die Lehrerin kommt", eine ergötzliche Darstellung der chaotischen Zustände in der Zwischenstunde einer Mädchenschule. Eine Art von geschichtlichem Cultur- und Genrebild ist das Bild von I. F. Hmnings „Beim Wttth zur goldenen Sonne", in welchem wtt Lichtenstein-Kürassiere und andere Gäste in einem Waldwirthshause zechen sehen. — Bestellungen auf die Bildermappe für Kunstfreunde, welche in 10 Lieferungen zum Preise von je 1 Mk. vollständig erscheint, werden jederzeit in den meisten Buchhandlungen angenommen. Fenilleton Licht. Novellette von D. Freiin von Spättgen. (Nachdruck verboten.) Weit draußen am äußersten Ende von Williamsbourgk, einem Stadttheile Brooklyns, dort, wo die Straßen- und Häuserreihen bereits durch ausgedehnte Wiesenflächen und üppige Obstplantagen unterbrochen werden, so daß die Be- zetchnung „Stadt" daselbst eigentlich nicht mehr zutreffend erscheint, weil die Gegend schon allmählich den Character des Ländlichen annimmt — dort steht eine Reihe allerliebster, hüttenartiger Häuschen, deren Gesammtheit wegen der Zierlichkeit und Gleichheit der Gebäude im Volksmunde „Dolly Ward" (Puppensteig) benannt wird. Diese Miniaturvillen, eine aufs Haar genau so wie die andere, mußten unzweifelhaft aus der Hand desselben Baukünstlers hervorgegangen sein, der sie, wohl mehr um einer flüchtigen Laune zu genügen, als um praktische Behausungen zu schaffen, aus der Erde hervorgezaubert haben mochte. Jedes der Häuschen war mit einem niedlichen Vor- aärtchen, einer Art Veranda, woraus die Hausthür mündete, und einer grün angestrichenen, hölzernen Treppe versehen, deren Geländer ein säst elegant zu nennendes Schmtzwerk auswteö. Das Innere einer solchen Villa bestand aus nur zwei größeren Zimmern im ersten Stock, sogen, ^rlours, drei Mansardenstnbchcn und der großen, Hellen Küche im Merkwürdiger Weise stand nur äußerst selten ein Häuschen der Dolly Ward zu vermiethen. Die meisten derselben befanden sich schon seit vielen Jahren in festen Händen, was ihr Aeußeres auch fast durchweg verrieth. Die Gärtchen zeigten sich auf das Sorgsamste gepflegt, ihre schmalen Gange waren mit rothem Kies bestreut, während verschiedenes femes Strauchwerk die etwas primitiven Staketenzäune, welche die Grundstücke von der Verkehrsstraße trennten, verdeckte und dadurch eine Art hübsche lebende Hecke bildete. Rosen und andere duftende Blumen erfreuten im Sommer das Auge der Vorübergehenden und die stets blitzblank geputzten Fensterscheiben und sauberen Gardinen vollendeten den guten Eindruck, den diese Villen auf den Fremden ausübten. Die Bewohner von Dolly Ward, zum Theil bejahrte Leute, welche sich nun ins Privatleben zurückgezogen hatten, zum Theil Angestellte großer Geschäfte von Brooklyn und Newyork, welche ihrer Familie wegen die bei Weitem billigeren und gesünderen Wohnungen hier draußen dem Geräusch und dem Staube der Großstadt vorzogen, und einige alte Fräuleins, welche Pensionäre hatten, bildeten eine förmliche feste Clique, so daß auf Dolly Ward jeder neue Ankömmling anfänglich allseitigem Mißtrauen begegnete. Im Anfänge des Frühlings 188 . war Mr. Holstein, der deutsche Eigentümer des Häuschens Nr. 9, plötzlich gestorben und bald daraus hatte seine Wittwe den guten Bekannten von rechts und links Lebewohl gesagt, weil sie ihren Aufenthalt fortan nach Jersey City zu einer verheirateten Tochter zu verlegen gedachte. Mr. O'Reilly, der Nachbar zur Rechten, welchem die alte Dame vor ihrem Scheiden die vortheilhafte Vermietung ihres Besitztums noch recht eindringlich ans Herz gelegt hatte, hing eigenhändig die weiße SafeQum Fenster^hinaus, auf welcher mit großen Lettern zu lesen stand: „to let.“ Etwa vier Wochen lang zerbrach man sich in Dolly Ward die Köpfe, wer wohl seinen Weg hier heraus nach dem entlegenen Theile von Williamsbourgk nehmen würde, denn die guten Leute der kleinen Villeneolonie waren äußerst exclusiv und fürchteten begreiflicher Weise das Niederlaffen des ersten besten Rowdie in ihrer friedlichen Ansiedelung. Da verkündete Mr. O'Reilly eines Morgens einer wißbegierigen Dame, daß des seligen Holsteins Häuschen vermietet worden sei und die neuen Bewohner, in Gestalt von Mutter und Tochter, demnächst schon eintreffen würden. Das gab natürlich viel zu reden. Allein auf alle an ihn gerichtete Fragen vermochte Mr. O'Reilly keine weitere Auskunft zu geben, als daß beide Damen sehr respectabel aussähen und gebildet schienen. Vier Tage später war die kleine Villa von den neuen Bewohnern bezogen. „Wer mag das wohl sein? Weßhalb kommen Leute, die solch eine Masse von eleganten Möbeln mit sich führen, hier heraus? Die Geschichte gefällt uns nicht — das hat sicher noch einen Haken!" So flüsterte man sich gegenseitig zu nach dem Eintreffen von Mrs. Northland und ihrer selten schönen Tochter auf Dolly Ward. Nachdem jedoch zwei und drei Monate ins Land gegangen und die beiden Damen trotz ihrer großen Zurückhaltung bekannter geworden waren, fing man an, sie gerade um ihrer Zurückhaltung und vornehmen Würde willen mit anderen Augen anzusehen und nun sagten die Nachbarn von rechts und links unter sich: „Feine Leute sind es offenbar, das bezeugt ihr ganzes Auftreten, allein — wovon leben sie?" Nach amerikanischen Begriffen hat das Wort „Arbeit" die höchste und ehrendste Bedeutung und nur Der gilt als angesehen, welcher auf irgend welche ehrliche Weise durch eigene Arbeit sein Brod erwirbt. Die reichen Leute arbeiten aus angeborener und anerzogener Lust am Schaffen, die Un- bemittelten, um reich zu werden. — Müßiggang gibt es in den Vereinigten Staaten nicht und wer sich ihm hingibt, hat Mißtrauen zu fürchten über die Art, durch die er sich seinen Lebensunterhalt erwirbt. Da nun Mrs. Northland und ihre Tochter außer einer gelegentlichen Fahrt nach Newyork keine besondere Beschäftigung zu haben schienen, so war das selbstverständlich auch ein Grund, sich über die Lebensweise der beiden Damen aufzuhalten. (Fortsetzung folgt.) Strohhüte für Herren und Knaben in bedeutender Auswahl empfiehlt billigst [5247 I Happel, Neustadt 56 4295 berücksichtigt. 6345 Budernssche Eisenwerke 6487 403,75 Frische Eier 2021,80 n ver- 718,70 ver- % Renting. 6517 veranschlagt zu werden: 1500.— JL 90.- 6087 rewÄu», Weiße Kernseife beste Qualität L Rein. 6516 für Fr. Seibel 6087 Andreas Euler 88] Rhenser Mineral Brim wen. Wh 6549 Mtzevotenes [3474 2713 Allendorf a.d.Lda., 13. Juli 1891. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lda. 27 Pfg. Mk. 2.95 n n it anschlagt zu 3) Schreinerarb., anschlagt zu 4) Spenglerarb., anschlagt zu Bedingungen, r jnmB- ummai L öTl; j 1. Planir- u. Chaussir- arbeit 2. Liefern und Eindecken rc. von Steinen 3. Herstellung v.Mulden und Canälen 4. Maurerarbeit rc. 5. Pflasterarbeit 6. Weißbinderarbeit Zeichnungen können von Samstag den IS. d. Mts. an in dem Amtslocal unterzeichneter Behörde eingesehen werden, woselbst auch die Angebotschreiben bis zu dem Eröffnungstermin, den 24 d. M., Vormittags 11 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagstermin den 28. d. M. Gießen, den 16. Juli 1891. Großh. Kreisbauamt Gießen. 2 100 bei 5807 geben werden: 1) Maurer- und Stein- hauerarb., zus. veranschlagt zu 2) Weißbinderarb., ver- Arbeitsvergebung. Montag den 20. Juli l. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf hie- sigem Nathhause nachstehende Arbeiten rc. wenigstnehmend in Accord gegeben 300.— 130.50 21.— 28.— Verdingung. Die Abfuhr der Latrinen- und Müllgrubenstoffe aus den Garnisonanstalten wird am Samstag den 1. August 1891, Bormittags 10 Uhr, von der Garnisonverwaltung, bei welcher auch die Bedingungen ausliegen, verdungen. Wegen der Zeitdauer des Geschäftes werden die Wünsche der Unternehmer rohe Kaffees, per Pfd. von Mk. 1.20 an, gebrannte Kaffees per Pfd. von Mk. 1.50 an. Vorzügl. kohlensaur. Mineralwasser Ausgezeichnet begutachtet v. eahlr. Professoren u. Aerzten- Vortreffliches Tafelwasser — bevorzugtes diätetisches Getränk. Besonders geeignet zum Mischen mit Wein und Spirituosen. Niederlage In Orlglnalgefäsaen bei Emil Fischbach. 6527] Im früh. Meyer'scheuWaaren- haus ist die Ladeneinrichtung, sowie noch eine gr. Parthie Waaren bill. zu verkaufen. H. E. Werner, Eichgärten Nr. 10, neben Gärtner Berger. in erlesenen feinsten und feinen Qualitäten, roh und gebrannt, empfiehlt [1320 Emil Fischbach. Brennholz. 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