fit. 113 Zweites Blatt Sonntag den 17. Mai 1891 Gießener Anzeig er Keneral-UnzWger. Amts- mtb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. NedacNon, Lxpedtti«» und Druckerei: -chutstrateAr.'öt Fernsprecher 61 BictteljShrigcr AvsnnementspreLs t 2 Mark 20 Pfg. mft Bringerloh«. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. «nnabw, doa Anzeige« zu der Nachmittags für den folgens en Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Di« Gießener Da«itte«Stttter »erde» dem Anzeiger wbchentlich dreimal beigelegt. Der Kteßenrr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme d«S Montag-. —■ - — IW* 1 ?■■■'—IM-1- ■■ L^UH!LU"LL!_JL." chratisöeitage: Gießener AaMüenökätter. politifd?e Wochenschau. Gießen, 15. Mai 1891. Nach einer langen und überaus angestrengten Thätigkeit hat der deutsche Reichstag nunmehr am 9. Mai seine Arbeiten bis zum 10. November vertagt. Indem so die gegenwärtige Session nicht geschlossen, sondern nur unterbrochen ist, erreicht sie eine Ausdehnung, die am 10. Mai 1890 eröffnet wurde, wie keine frühere Session des Reichstages. Noch in seiner letzten Sitzung vor der Vertagung hatte der Reichstag eine Reihe wichtiger Beschlüsse entgültig zu fassen. Im Vordergrund des politischen Interesses stand die Zuckersteuervorlage, deren Schicksal infolge der nach allen Richtungen der Windrose auseinandergehenden .Anschauungen im Hause Vis zum letzten Augenblicke zweifelhaft war. Es ist bekannt, daß am 1. August 1888 die Steuer auf Zuckerrüben (sog. „Materialsteuer") von 1,70 Mk. aus 70 Pfennig pro Doppel- centner herabgesetzt wurde (was für den Doppelcentner Zucker noch etwa 6,40 Mk. Steuer ergiebt) und daß an die Stelle des ausfallenden Betrags der Materialfteuer eine Verbrauchsabgabe von 12 Mark für den Doppelcentner Zucker trat. Indessen erwies sich die Materialsteuer auch in ihrer neuen Gestaltung rasch als unbrauchbar und ist jetzt durch die neue Vorlage gänzlich abgeschafft worden. Dagegen hat zugleich eine Erhöhung der Verbrauchsabgabe von 12 aus 18 Mark stattgefunden. Weit umstrittener als diese Verhältnisse war eine weitere Bestimmung des neuen Zuckersteuergesetzes. Nach der Festsetzung vom Jahre 1888 nämlich wurde bei der Ausfuhr deutschen Zuckers in das Ausland den Exporteuren für den Doppelcentner Zucker die Summe von 8,50 Mk. aus der Reichskaffe erstattet, d. h. also der Betrag der Materialsteuer plus 2,10 Mk. Ausfuhrprämien. Diese letzteren sollten nach der Regierungsvorlage jetzt beim Wegfalle der Materialsteuer auf 1 Mark herabgesetzt werden und nach 3 Jahren ganz aufhören. Der Vorschlag der Regierung wurde jedoch von Seiten der Conservativen und des rechten Flügels des Centrums im Interesse der Zuckerfabriken lebhaft bekämpft. Nach langen Verhandlungen über die verschiedenartigsten Gegenvorschläge wurde schließlich mit geringer Majorität ein Vermittlungsantrag der Centrumspartei angenommen, nach dem in der Zeit von 1892—1895 eine offene Prämie von 1,25 Mk. für den Doppelcentner, von 1895—1897 eine solche von 1 Mk. gewährt werden soll. Darnach aber wird die Ausfuhrprämie ganz in Wegfall kommen. — Eine geringere Bedeutung als dem Zuckersteuergesetz ist der Branntweinsteuernovelle zuzumessen. Es handelt sich hier in der Hauptsache um zwei Punkte: einmal um die Erhöhung desjenigen Eontingentes Spiritus, welches zum niedrigeren Steuersätze von 50 Pik. hergestellt werden dars und zweitens um die Eingangszölle aus Liqueure und sonstigen Branntwein. In Bezug aus den ersten Punkt wird man sich erinnern, daß durch das Gesetz vom Sommer 1887 zu der bereits früher eingeführten Maischbottich- bezw. Materialsteuer von ungefähr 13 Mark für das Hectoliter noch eine Verbrauchsabgabe von 70 Mark pro Hectoliter hinzugekommen ist. Zugleich beschloß damals die Mehrheit des Reichstages, den seitherigen Branntweinbrennern zu gestatten, ein contingentirtes Quantum und zwar zunächst von 2 000 000 Hectolitern zu dem niedrigeren Steuersätze von 50 Mark herstellen zu dürfen. Dabei wurde bestimmt, daß nach Verlauf von 3 Jahren im Verhältniß zu dem Wachsthum der Bevölkerung eine Erhöhung des con- tingentirten Quantums zu erfolgen habe, an dem auch die in der Zwischenzeit entstandenen Brennereien Theil erhalten sollten. Die Branntweinsteuernovelle entspricht also den 1887 gefaßten Beschlüssen insoweit, als sie eine Erhöhung des Niedriger besteuerten Quantums um Vs für die kleineren Brennereien festsetzt. Daneben unterwirft sie die aus dem Auslande eingehenden Liqueure einem Eingangszoll von 180 Mk. pro 100 Kilogramm, während für die übrigen Branntweinsorten, sofern sie in Fässern eingeführt werden, 125 Mark an Zoll zu entrichten sind. Arrac, Cognac und Rum zählen nicht zu den Liqueuren. — Unter den Forderungen des Nachtragsetats zog besonders diejenige für unsere Colonie Kamerun die Aufmerksamkeit auf sich- Sie beträgt rund anderthalb Millionen, die theils zum Zwecke von Hafenanlagen, theils zur Einrichtung von zwei etwa 300 Kilometer langen Befestigungsketten mit je fünf militärischen Stationen verwendet werden sollen. Bis jetzt haben wir bekanntlich drei Stationen in Kamerun: Die Barombi-, Bali- und Jauadestation. Während von Seiten der Regierung die Forderung als im Interesse der Würde des Reiches Aöthig bezeichnet wurde, behauptete der Redner der Freisinnigen, 2aß im Ganzen nur etwa 32 deutsche Handlungsgehilfen sich in Afrika befänden. Die betreffenden Ausgaben würden ! stur zwei Hamburger Firmen zu Gute kommen und wahr- ■ scheinlich allein eine Steigerung der gefährlichen Schnapseinsuhr nach Kamerun zur Folge haben. Die Forderung wurde schließlich gegen die Stimmen der Freisinningen und Socialdemokraten angenommen. — Endlich ist noch die Annahme der Gewerbenovelle (Arbeiterschutzgesetz) zu vermerken, die in weit kühlerer Stimmung vollzogen wurde, als man nach der enthusiastischen Begrüßung der Vorlage im Mai 1890 hätte erwarten sollen. Damals glaubte Mancher in allem Ernste, die Berathung des Gesetzes könne in sechs Wochen vollendet werden, und nun ist ein volles Jahr darüber hingegangen. Auch der Umfang der Neuerungen, die das Gesetz bringt, ist nicht so erheblich, als man zuerst anzunehmen geneigt war. Hinsichtlich des Coalitionsrechtes bleibt so ziemlich alles beim Alten- einschneidende und bei richtiger Handhabung des Gesetzes sicher auch wohlthätige Neuerungen des Gesetzes betreffen im Wesentlichen nur die Einschränkungen der Frauen- und Kinderarbeit und die Sonntagsruhe. In Preußen sind die Würfel über das neue Einkommensteuergesetz jetzt endgültig gefallen. Bekanntlich hatte das Herrenhaus den Steuersatz von 4% für die Einkommen von 100,000 Mk. an, den das Abgeordnetenhaus in den Taris der Regierungsvorlage eingefügt hatte, wiederum auf 3% erniedrigt. Aber das Abgeordnetenhaus blieb bei seinem Beschlüsse, so daß das Herrenhaus vor der unerfreulichen Alternative stand, entweder nachzugeben oder einen bedenklichen Conflict zu beschwören. In dieser Verlegenheit übernahm es, entsprechend der Verhaltungen der Minister v. Caprivi und Miquel, die Rolle des Klügeren und fügte sich, obwohl der frühere Staatsminister v. Camphausen die Annahme des höheren Steuersatzes als einen ersten Schritt zur Beseitigung des Herrenhauses bezeichnet und ein Graf PfeillHausdors geäußert hatte, daß der Satz von 4% den Beginn einer Vermögens- confiscation bedeute, eine Uebertreibung, die den Ministerpräsidenten zu der scherzhaften Versicherung veranlaßte: er könne erklären, daß die Staatsregierung keine Confiscation beabsichtige. Was die Begebenheiten im Auslande anlangt, ist zunächst hervorzuheben, daß in Folge der Verwirrung der österreichischen Parteiverhältnisse des österreichischen Abgeordnetenhauses nicht ein Mal eine gemeinschaftliche Adresse des Hauses als Antwort auf die Thronrede zu Stande gekommen ist, obwohl schon Wochen lang die Friedensschalmeien aus allen Tonarten geblasen wurden. Man hat sich jetzt nach dem Anträge des Abgeordnetenhauspräsidenten Dr. Smolka damit begnügt, eine anderweitige jedes politischen Charakters entkleidete Loyalitätskundgebung zu veranstalten. — In Frankreich haben die parlamentarischen Verhandlungen über die bedauerlichen Blutscenen, die am 1. Mai in Fourmies stattfanden, noch eine Weile weiter gedauert. Es war eine Amnestie für alle Betheiligten geplant, die indessen nach den Reden der Minister Fal- lisres und Freycinet von der französischen Kammer nicht beschlossen wurde. Im Anschluß an diese Vorgänge regte auch Boulanger seine nfüben Glieder wieder einmal. In einem „Protestmeeting" in Paris griffen boulangistische Abgeordnete die Regierung wegen der Vorfälle aufs heftigste an- der Minister des Innern Constans wurde neben anderen Liebenswürdigkeiten mit dem Titel Mörder beehrt und bergt mehr. — Der Ausstand in Belgien, der im Anfang eine bedrohliche Ausdehnung zu gewinnen schien, hat offenbar feinen Höhepunkt bereits überschritten. Im Hinblick auf die Arbeiterbewegung hat die belgische liberale Vereinigung die Regierung ersucht, die Wahlreform im Sinne einer weiteren Ausdehnung des Stimmrechtes möglichst zu beschleunigen. — Großes Aufsehen hat das in der Nähe der japanischen Stadt Kioto erfolgte Attentat eines japanischen Polizeibeamten auf den russischen Thronso lger erregt. Die That wird allseitig auf religiösen und nationalen Fanatismus zurückgeführt. Die Verwundung des Thronfolgers, dem Prinz Georg aus Griechenland bei dem Uebersalle sofort beisprang, ist nur unbedeutend. — Die Judenausweisungen in Rußland nehmen immer noch ihren Fortgang, obwohl man nachgerade das Verderbliche der sl> aßregel am eigenen Leibe zu spüren beginnt. Für eine ganze Anzahl von russischen Kaufleuten waren nämlich die zum großen Theil den ärmeren Klaffen angehörigen Juden die einzigen Abnehmer ihrer minder- werthigen Waare, die sie pünktlich bezahlten und zum Hausir- handel verwandten. Infolge dessen ist die Erbitterung der Geschädigten über die Ausweisungen eine sehr große, auch der Finanzminister Whschnegradsky soll den Zaren in einer längeren Audienz umzustimmen versucht haben. — Eine ähnliche Bewegung, nur in noch brutalerer Form, richtet sich gegenwärtig auf den Inseln Korfu und Zante gegen die Juden. Die sanatisirte Bevölkerung wirft diesen gewiße Vergehen zum Zwecke ritueller Handlungen vor. Es ist bereits so weit gekommen, daß das Judenviertel von Korfu vollkommen belagert ist, Beerdigungen nur unter dem Schutze des Militärs möglich sind, Brandstiftungen drohen u. f. w. Die entsetzliche Noth der unglücklichen Juden hat die Mächte Oesterreich, Italien, England und Frankreich zu energischem Einschreiten veranlaßt. provinzielles. — Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 13. d. M. die Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Mainz Wilhelm Stautz und Karl Schmidt zu Revisionscontrol- lenren bei diesem Amte zu ernennen- den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Darmstadt Heinrich Rühl zum Steueramtscontrolleur bei dem Steueramte Bensheim zu ernennen; den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Steueramte Mainz Peter Joseph Nebel in gleicher Dienfteigenschaft an das Hauptsteueramt Worms zu versetzen- die Finanzaspiranten Friedrich Kammer aus Gießen, Philipp Weiß aus Neustadt im Odenwald, Peter Jakob Karn aus Heubach, sowie den Steuerassessor Christian v. Grolman aus Darmstadt zu Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Mainz zu ernennen- die Finanzaspiranten Konrad Heinrich Zimmermann aus Eifa und Philipp Fornosf aus Ober- Kinzig zu Hauptsteueramtsassistenten bei den Hauptsteuerämtern Darmstadt, bezw. Offenbach zu ernennen. — Die Zahl bet Todesfälle, ausschließlich der Todtge- bnrenen, betrug in der Woche vom 26. April bis 2. Mai ik Mainz mit Castel 24, in Darmstadt 26, in Offenbach 17, irr Worms 20 und in Gießen 14, zusammen 101, darunter 26 int ersten Lebensjahre.— Die Todesursache anlangend, ver- starben an Scharlach 1 (Worms), an Diarrhoe und Brechdurchfall 3 (Worms 2, Mainz 1), an Wochenbettkrankheiten 1 (Mainz), an Lungenschwindsucht 14 (Darmstadt 6, Mainz 3, Offenbach und Worms je 2, Gießen 1), an entzünd!. Krankheiten der Athmungsorgane 15 (Mainz und Worms je 4, Darmstadt und Offenbach je 3, Gießen 1), an Gehirn-Apoplexie 4 Personen (Worms 2, Mainz und Offenbach je 1). — Bohnenstangen werden gewöhnlich, noch mit der Rinde bekleidet, auf den Markt gebracht und auch so in Gebrauch genommen. Jrn ersten Jahr sitzt die Rinde fest an der Stange, im zweiten jedoch löst sie sich schon, und benutzen dies viele schädliche Jnsecten, um unter der abgelösten Borke und in den Rissen und Spalten der Stange ihre Eier unterzubringen. Man untersuche nur einmal solche alten Stangen und mau wird zahlreiche Eier, Larven und Puppen darauf finden. Man löse also vor Gebrauch die Rinde von den Bohnenstangen. — Durch das Schulgesetz vom 16. Juni 1874 ist es bekanntlich den kirchlichen Behörden nicht gestattet, für kirchliche Functionen Schulkinder während der Schulzeit ztr beanspruchen. Nunmehr hat eine Anzahl katholischer Geistlichen ein Gesuch an den Großherzog gerichtet, in dem die Aushebung der angeführten Bestimmung verlangt wird. Das Gesuch ging an das Ministerium, welches dermalen Erhebungen bei den einzelnen Kreisschulcommissionen und durch diese bei den Ortsvorständen anstellen läßt, um die Bedürsnißfrage feststellen zu können. Scholten, 14. Mai. Das schöne Dichterwort „O lieb' so lang Du lieben kannst" hat ein biederer Bewohner unseres Kreises nach des Dichters kühnster Phantasie zur That gemacht. Im vorigen Herbst starb dem 83 jährigen seine dritte Gattin, nach langem Krankenlager. Die süße Gewohnheit des Verheirathetseins scheint er jedoch nicht lange entbehren zu können, denn wiederum hat er sich ein liebendes Wesen erkoren, mit dem er in den hochzeitvorausgehenden Brautstand getreten. Zwar ist die Holde fein Kind mehr, die 74 Sommer nnb Winter haben aber ihr liebeglühendes Herz nicht zu erkalten vermocht, und rüstig sind sie noch beide. Der glückliche Bräutigam ist der Nachtwächter Müller in Eschenrod, der schon seit 52 Jahren und jetzt noch sein mühsames Amt jede Nacht bei geringem Lohne (200 Mk.) versieht, zu welchem knappen Einkommen seit diesem Jahre die Reichs-Altersrente getreten ist- die Braut ist vom nahegelegenen Burkhards. Des Ueberfluffes reichgefüllte Schale hat sich nie über den Hochbetagten ergossen, kärglich, wie sein Lohn ist, hat er sein langes Leben gefristet, ärmlich und beschränkt ist seine Wohnung, doch Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar. Pas Dorkommen von Diehseuchen in Hessen wahrend des Monats März 1891. Milzbrand wurde sestaestellt im Kreise Friedberg in NeichelS- heknam 3., Büdesheim am 10., Okarben am 13., Ockstadt am 26. und Wohnbach am 28., im Kreise Büdingen in Gettenau am 9., Berstadt am 14. nnd Echzell am 21. März bet je einem crepirten Rinde, ferner in einem Schlachthause zu Mainz am 10. bei einem geschlachteten Ochsen aus Württemberg, und in Bürstadt, Kreis Bensheim, am 31. März bei einer nothgeschlachteten Kuh. Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Ober-Ram- stadt, Kreis Darmstadt; in Bürstadt, Kreis Bensheim; in den Orten des Kreisen Dieburg: Nieder-Modau, Groß - Zimmern und Brensbach; ferner in Gießen; in Homberg a. d. O. und Neu- Illrichstein, Kreis Alsfeld; in Engelthal, Kreis Büdingen; in Ober- Erlenbach und Steinfurth, Kreis Friedberg; in den Orten des Kreises Alzey: Bosenheim, Albig und Weinheim; in Ensheim und Gau-Bickelheim, Kreis Oppenheim; in Gundersheim und Bechtheim, KreiS Worms. Die Seuche herrscht fort in Darmstadt, in Leusel, Kreis Alsfeld, in Maar und Angersbach, Kreis Lauterbach, und in Eichloch, KretS Oppenheim. Die Seuche wurde im Monat März festgestellt und war am Schlüsse desselben wieder erloschen in Staffel, Kreis Bensheim; in den Orten des Kreises Dieburg: Dieburg, Zeilhard und Spachbrücken ; in Neustadt, Kreis Erbach, in Mörlenbach und Krcidach, Kreis Heppenheim; in Weiskirchen, Kreis Offenbach; tn Geilshausen, Kreis Gießen; in Obernheim und Flonheim, Kreis Alzey; in den Orten des Kreises Bingen: Nieder-Jngelheim, Heidesheim, Ockenheim, Büdesheim und Frei-Weinbeim; in Bechtolsheim und Undenheim, Kreis Oppenheim; in den Orten des Kreises Worms: Heppenheim a. d. W., Westhofen, Hangen-Weisheim und Osthofen. Die Seuche wurde im Monat März festgestellt und herrschte am Schluffe desselben noch fort: in Eberstadt und Pfungstadt, Kreis Darmstadt; in Bickenbach, Kreis Bensheim; in den Orten des Kreises Erbach: Hainstadt, Beerfelden, Hinterbach und Unter-Sens- ——aUIIMII III. IIHWIWIIMII—irniffll EMHBtWSHKaaE bach; in Rimbach und Unter-Schönmattenwag, Kreis Heppenheim: in den Orten des Kreises Gießen: Annerod, Trohe und Allendorf a. d. Lahn; in Arnshain, Kreis Alsfeld; in den Orten des Kreises Friedberg: Ockstadt, Büdesheim und Nauheim; auf dem Viehhofe in Mainz; in den Orten des Kreises Alzey: Flomborn, Hackenheim, Bornheim, Wöllstein, Tiefenthal, Pleitersheim, Zotzenheim und Fürfeld; in den Orten des Kreises Bingen: Gau-Algesheim, Sauer- Schwabenheim und Gensingen; in den Orten des Kreises Oppenheim: Wallertheim, Nikrstein, Hillesheim, Partenbeim, Ober-Saul- heim und Eimsheim, und in Gimbsheim und Hamm im Kreise Worms. Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh ist erloschen in Groß-Bieberau, Kreis Dieburg, in Kelsterbach, Kreis Groß Gerau, und in Eichenrod, Kreis Lauterbach. In Albach, Kreis Gießen, und in Hahnheim, Kreis Oppenheim, herrscht die Seuche fort. Festgestellt wurde dieselbe am 2. in Wetterfeld, Kreis Schotten, am 16. in Offenheim, Kreis Friedberg, am 20. in Hüttenthal, Kreis Erbach, am 25. in Blofeld, Kreis Büdingen, und am 18. in Liederbach, Kreis Alsfeld. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Hof Albach,Kreis Gießen, in Rodheim, Kreis Friedberg, in MeicheS und Herchenhain, Kreis Schotten. Verkehr, Land- nnd VolkswirLh^chaft. — Vermehrung der Stachel- und Johannisbeersträucher. Anfang Juni ist die Zeit, wo man die Vermehrung dieser Sträucher durch Absenker vornimmt. Man legt zu diesem Zweck kräftige jährige Triebe nieder und bedeckt sie in der Mitte stark mit Erde. Ein Feststecken mit gabeligen Zweigen ist zu empfehlen. In kurzer Zeit haben diese sogen. Absenker Wurzeln geschlagen und können vom Mutterstrauch getrennt und auf ein kräftig gedüngtes Beet gepflanzt werden. Beabsichtigt man Sträucher zu ziehen, so werden die Absenker im kommenden Frühjahr gestutzt, will man Hochstämme ziehen, die eine Zierde jedes Gärtchens sind, so schneidet man die unteren Triebe ab und bindet den Haupttrieb an einen Blumenstock. Außer der Vermehrung durch Absenker ist eine solche durch Stecklinge möglich. Letztere wachsen verhältniß- mätzig schnell an. Man setzt sie zunächst an eine schattige Stelle, am besten mit sandigem Boden, nachdem zuvor die Blätter bis an die Spitze entfernt sind. Die Augen dürfen selbstredend beim Entfernen der Blätter nicht beschädigt werden. Sind Wurzeln in genügender Weise gebildet, so verpflanze man die jungen Pflanzen auf einen nährstoffreichen Boden. Die Vermehrung durch ©amen ist nur dort zu empfehlen, wo es sich um Neuzüchtung hervorragender Sorten handelt. Haupttreffer Arc. 400,000. Geringster Treffer Are. 400 bei der W» Ziehung am 1. Juni ■ der 4498 Türken-Loose. «ÄU Gießen, Stets vorrathia bei Frankfurt a. M Marktftr. 4. Schulhof & Co. Zeil 69. Auch auf Theilzahlungen ohne bes. Zuschlag. Bei Gebrüder Stamm (Markt- und Schulstraßen- Ecke I. und II. Stock) findet man die größte Auswahl der schönsten Herren« und KnabenkLetder zu bedeutend ermäßigten Preisen. E3396 Submission. Zwecks Umbaues einer Straßen- tzrecke sollen nachstehende Arbeiten mittelst Submission vergeben werden, grämlich: Grundauffüüung, Maurerarbeit, Steiuhauerarbeit, BasalLsteinlieserung. Steinsuhrlobn, Chausfir- arbeit und Pflasterarbeit. Voranschlag, Plan und Uebernahms- bedingungen hierfür liegen aus dem Stadtbauamt offen, woselbst die einschlägigen Angebote biszumLL.l.M., Vorm. 11 Uhr, einzureichen find. Gießen, den 15. Mai 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 4667 Versteigerung. In Folge freiwilligen Anstehens bringt der unterzeichnete Gerichtsvollzieher Mittwoch den 20. Mai, von Vormittags 9 Uhr an, folgende Gegenstände auf der Mittelst« wühle bei Älten-Buseck gegen Baarzahlung zur Versteigerung: Aünf Pferde, darunter ein Paar junge Acker- unb Wagenpferde (Rappen), zwei Kühe, etwa 60 Hühner, mehrere Oeconomie« unb Müller« wagen, einen Kohlenwagen, brei Wogentücher, sechs Pferbegtschirre, größere Parthien Drell- unb Exportsäcke, Pflüge, Eggen, barunter eine Wiesenegge, ein Pfuhlfaß, eine Obstkelter, Fässer, eine Fegmühle, eine Dickwnrzmühle unb anbere Oeco- nomiegeräthschaften ber verschiebeusten Art. Die Mittelstmühle ist von Gießen per Wagen auf guter Straße in einer knappen Stnnbe zu erreichen unb eine halbe Stunbe von ber Station Großen-Bnseck der Oberhessischen Eisenbahn entfernt. Wiederholt sei hier bemerkt, daß diese, nach neuestem System eingerichtete, an der Wieseck gelegene Mühle nebst Oeco- nomiegebäuben und ca 80 Morgen besten, in unmittelbarer Nähe ber Mühle gelegenen Landes, welches einen Viehstand von mehr als 50 Stück Rindvieh unb Pferben zulätzt, ebenfalls zum Verkaufe steht; nicht mtnber bie bei Beuern gelegene, erst vor etwa zehn Jahren erbaute, mit Wasser- und Dampskraft ausgestattete Nenmühle. Auch diese ist etwa eine halbe Stunde von ber Station Großen- Buseck entfernt. Der Verkauf dieser Mühlen findet zwecks Auseinandersetzung statt. Nähere Auskunft erthellt Herr I. Böck dn Gießen- Gießen, 12. Mai 1891. 4558 Geißler, Großh. Gerichtsvollzieher. Keilgeöoterres. für Glaser Md Schreiner. Fensterglas in allen Sorten, Spiegelgläser, Gold- und Politurleistrrn in größter Auswahl, Ott'schePatenr-GehrnngS sägen, Glaserdiamante, Glaserkitt [4256 empfiehlt billigst Otto Hochstätten Marktstraße 28. 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Sowohl den Staats- und Gemeinde-Behörden als auch Privatpersonen steht die Inanspruchnahme dieser Anstalt gegen Bezahlung der tarismäßigen Gebühren frei. Für Untersuchungen, welche im Austrage der Kreisämter oder Gemeinden der Provinz in amtlicher Eigenschaft oder für amtliche Zwecke veranlaßt werden, wird nur die Hälfte der Tarifsätze berechnet Der Tarif kann von den Großh. Kreisämtern oder direct von dem Untersuchungs-Amte bezogen werden und ist in demselben auch angegeben, welches Quantum von den einzelnen Untersuchungsgegenständen einzusenden ist. Die Einsendung von Untersuchungsgegenständen kann vom 15. Mai d. I. an erfolgen und hat portofrei an das chemische Untersuchungs-Amt in Gießen zu geschehen; sür persönliche Einlieferung derselben Seitens des Publikums sind die Stunden von 10—12 Uhr Vormittags und 3—5 Uhr Nachmittag» (mit Ausnahme der Sonn- und Festtage) bestimmt. Gießen, den 25. April 1891. Großherzogliche Provinzialdirection Oberheffen. v. Gagern. Betreffend: Errichtung eines chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberhessen. Gießen, am 6. Mai 1891. Das Hroßljerzogtiche Kreisamt Hießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Polizeibehörden des Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung rubr. Betreffs empfehlen wir Ihnen dringend die Benutzung des Untersuchungsamtes zu den durch das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 ungeschriebenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen. Ein Exemplar des Tarifs lassen wir Ihnen k. H. zugehen. v. Gagern. Tarif des chemischen Untersuchungs-Amtes für die Provinz Oberhessen. Caboratorium Liebigstraße 12 (Hygienisches Institut der Tandes-Ilniversttät). Gegenstand der Untersuchung. -irr Srnnntreriu -rod Sutter Chemische Präparate Sacao nub Chorolabt Chlorkalk Cichorienkaffee Conbitorwaareu «sßS Farben uub gefärbte Segeukände, gemäß der Kaiser!. Verordnung 14. Wär; 1883. Zett Fruchte, (eingemachte) Fruchtsaste Geheimmitte! Griffige Getränke 5nm, Arar, Cognar Gerbmaterialien Getreide -. Sämereien Gemurre Guwmivaaren Sgps Honig Kaffee, gebrannt „ ungebrannt Kaffresurrogate ßalisaye Käse Knochenmehl, rohes Perngnavo Korumehl etr. Kncheugeschirr Liqneure Fegirnugen M-Hl Bezeichnung der einzelnen Bestandtheile oder der vollständigen Analyse. --1-- Vollständige Bieranalyse, (Bestimmung von Alkohol- Extract-Zucker-Säure, der stickstoffhaltigen Bestand- theile, Phosphorsänre rc.)......... Bestimmung eines einzelnen normalen Bcstandtheiles . Prüfung auf anormale Bierbestandthcile, Hopfensurro- gatc rc. je nach dem Umfange der Untersuchungen . Mikroskopische Untersuchung der Trübungen und Hefe« absätzc ............... Qantitativc Analyse einer Bieraschc...... Bestimmung des Alkohols und Extractes quantitativ . Prüfung auf Farbstoffe qualitativ....... „ „ Metalle „ ....... Bestimmung des Wassergehaltes quantitativ .... „ der Asche „ und Prüfung derselben qualitativ .... „ auf fremde Mehlsorten „ .... Bestimmung von Wasser quantitativ . . . „ „ Fett „ ... „ „ fremden Fetten „ ... „ „ Kochsalz u. and. Salzen „ ... Prüfung auf Reinheit und Beschaffenheit qualitativ einzelne quantitative Bestimmung....... Bestimmung der Asche, des Fettgehaltes und des Wassers quantitativ.............. Bestimmung von Stärkemehl und Zucker quantitativ . „ des Theobromin „ Mikroskopische Prüfung........... Bestimmung des Chlorgehaltes quantitativ .... Quantitative Bestimmung der Asche und mikroskopische Prüfung............... Quantitative Bestimmung von Asche, Extract, Zucker und Wasser quantitativ.......... Nachweis giftiger Farben qualitativ...... Bestimmung des Gehaltes an Essigsäure (titrimetrisch) Nachweis von Mincralsäuren qualitativ..... „ „ scharfschmcckenden Pflanzenextracten qualitativ ................ Nachweis von gesundheitsschädlichen Metallen qualitativ „ „ „ ,, quantitativ a) Farben qualitative Bestimmung...... „ quantitative „ ...... b) Papier, Bekleidungsstoffc, Tapeten u. dgl. qualitativ .......... . c) Kinderspielwaaren und Gummiwaaren qualitativ Bestimmung des Wasicrgehaltes quantitativ . . Prüfung auf Reinheit und Beschaffenheit qualitativ . Prüfung auf giftige Metalle......... Prüfung auf fremde Zusätze, (Stärkezucker, Farbstoffe) (qualitativ)............ . (zum inneren Gebrauch) Pillen, Thec, Syrup qualitativ (zum äußeren Gebrauch) Haarfärbemittel, Salben . . Bestimmung des specifischen Gewichts, von Asche und Alkohol, quantitativ........... Prüfung auf fremde Beimischungen, qualitativ . . . Bestimmung des Gerbstoffes in Rinden, Sumach, Galläpfel rc. quantitativ........... Prüfung auf Reinheit und Keimfähigkeit..... Bestimmung des OelgehaltcS quantitativ..... Bestimmung deS Stärkemehlgehaltes quantitativ . . Bestimmung der Asche und mikroskopische Prüfung Prüfung auf Farben oder andere Zusätze qualitativ und Bestimmung von Blei- oder Zink quantitativ . . . Bestimmung des Wassers und schwefelsauren KalkeS quantitativ.............. Prüfung auf Reinheit qualitativ........ Quantitative Zuckerbestimmung vor und nach dem In- tcrviren, Polarisatton rc.......... Prüfung auf fremde Zusätze qualitativ..... Bestimmung von Asche und Extract quantitativ . . . Prüfung auf Färbung qualitativ....... siehe Cichorienkaffee. Bestimmung des Kali oder eines der übrigen Bestand- Prüfung auf Beschaffenheit, Stärkemehl qualitativ . . Quantitative Bestimmung der Feuchtigkeit, der organischen Substanz, der Asche, der PhoSphorsäure, des Stickstoffes, und des Sandes...... . Bestimmung der Feuchtigkeit quantitativ „ der Phosphorsäure „ „ deS Stickstoffes „ „ der im Wasser lösl. PhoSphorsäure „ Prüfung der Glasur auf Blei, qualitativ..... quantitativ..... Prüfung auf Reinheit (Fuchsin, Kupfergchalt) qualitativ Quantitative Bestimmung eines einzelnen Bcstandtheiles Prüfung auf mineralische nnd vegetabilische Beimengungen qualitativ............ Einzusendendes Quantum. 2 Liter - 1 „ 5-10 „ 74 „ 100 Gramm 25 „ 20 „ 100 „ 20 50 „ 30 „ 100 1 Stück Va Liter 25-30 Gramm 10—20 Dem 1—2 Stück 50 Gramm 100 „ 20 „ 100 „ 20—100 Gr. 20 „ V< Liter 250 Gramm ioo „ 50 „ 50 „ 50 „ 1 Stück 100 Gramm 50 „ 100 „ 20 „ 50 „ 25 „ 50 „ 1 Stück 100 Gramm 50 „ 50 „ 50 „ 50 „ 1 Stück 50 ccm 20 Gramm 50 „ Betr der Gebük JL 18 3 10-30 4 20 5 3 3 2 5 4 2 5 10 3 3 4 10 15 20 4 3 6 10 3 2 5 2 3 5 3 5 5 5 2 6 3 6 10 10 6 8 5 3 4 6 5 6 3 4 10 3 6 3 6 2 15 3 5 5 5 3 8 6 4 4 II B II 1 । । । 11 i i i i i i i i ii i i 11 i i i iiii । i i । । । i i i । iii ii । । । । । । । ii iiii ii i i i i i । i i i i Gegenstand der Untersuchung. Weh! Metalle Mineralien, Srie etr. Milch*)' Mineralwasser, künffl. Ma« Gele Papier Petroleum Potasche Aasrau Äenspulver Aal; (Kochlalj) Stift Aoda Spielsachen Ataniol Stärke Syrnp (Melasse) Tapeten Ttzee Kopfglasar Macho Masset**) Mein Wnrßwaareu Zucker nob Znckerwaaren. *) Die Einlieft lichst zu bes ** ) Die zur ch danach mit Glase einzu Korkstopfen spülen. Bezeichnung der einzelnen Bestandtheile oder der vollständigen Analyse Bestimmung des Aschengehaltes quantitativ .... siehe Legirungcn. Bestimmung des specifischen Gewichtes und der Trockensubstanz quantitativ........... Bestimmung des Fettes gewichtsanalytisch .... Prüfung auf Reinheit qualitativ ....... Bestimmung des Zuckergehaltes aus dem spezifischen Gewicht und der Säure (titrimetrisch)..... Prüfung auf Reinheit und Beschaffenheit qualitativ . „ „ Beimengungen von Harzölen und . . . „ „ Mineralölen qualitativ...... Prüfung auf Farben (Arsen, Blei), Holzstoff, Beschwerung .............. Prüfung nach Vorschrift der kaiserlichen Verordnung vom 24. Februar 1882 .......... bis zu 5 Proben (jede).......... „ H 10 „ „ .......... mehr als 10 Proben „ .......... Prüfung auf Verunreinigungen, Bestimmung des Han- dclswerthcs.............. Vollständige Analyse, Wasser, Unlösliches, Chlorkalium, schwefelsaures Kalium, kohlensaures Natron quanit. Prüfung auf Reinheit und Beschaffenheit, Aschenbestimmung, Wassergehalt qualitativ und quantitativ Prüfung auf Verunreinigungen qualitativ .... Vollständige quantitative Analyse....... Prüfung auf Verfälschung und Verunreinigung qualit. Vollständige quantitative Analyse....... Prüfung auf Verunreinigungen, Bestimmung des Han- delswerthes.............. Vollständige quantitative Analyse....... Prüfung auf giftige Farben.....qualitativ quantitativ Prüfung auf Blei und quantitative Bestimmung desselben ................ Mikroskopische Prüfung, quantitative Wasser- und Aschenbestimmung .............. Bestimmung von Zucker und Asche quantitativ . . . Prüfung auf Arsen qualitativ quantitativ Prüfung auf fremde Beimischungen qualitativ . . . siehe Küchengcschirr. Prüfung auf fremde Zusätze qualitativ..... Prüfung auf Brauchbarkeit al5 Trinkwasser .... Quantitative Bestimmung eines einzelnen Bestand- theiles ............... Vollständige Wafferanalysc.......... a) Einzelbestimmungen: Quantitative Bestimmung des Geholtes an Alkohol............ „ Säure............ „ Extract (gewichtsanalytisch)..... „ Mineralstoffc (Asche)........ „ Glycerin ........... „ Phosphorsäure.......... „ Schwefelsäure.......... Qualitative Prüfung auf Kartoffelzucker direct .............. mit Jnvertiren........... „ Alkoholfällung ......... „ Vergährung.......... b) sogenannte Handelsanalyse; diese erstreckt sich auf Bestimmung des spec. Gewichtes, des Alkohols, Extractes der Asche (Mineralstoffe) freien Säure, des Glycerin; bei Rothweinen auch der Schwefelsäure. Weiter werden ausgeführt die Prüfung auf Kartoffelzucker; bei Rothweinen auch auf Fuchsin, ferner qualitative Reactionen auf PhoSphorsäure, Kalk, Chlor, Gummi....... Prüfung auf Mehlgehalt qualitativ....... quantitativ Farbstoffe und andere Zusätze qualitativ..... Prüfung auf Zuckergehalt quantitativ...... Aschenbestimmung quantitativ......... Prüfung auf giftige Farben qualitativ..... rung der Milchprobcn ist wegen der bald eintretcnden chleunigcn. emischen Untersuchung bestimmten Wafferproben find in dem zu untersuchenden Wasser mehrfach auSgespülter liefern. Der Verschluß der Flaschen muß durch Glc bewirkt werden. Die Stopfen sind vorher mit dem zu u Einzusendendes Quantum. - 50 Gramm Vi—Va Liter 1 Flasche 7r Flasche 250 Gramm 1 Bogen 250 ccm 25 Gramm 50 „ 10 „ 20 „ 100 „ 30 „ 50 „ 25 „ 100 „ 1 Stück 10 Gramm 50 „ 100 „ 2r)Decm. 50 Gramm 1—2 Liter 1 „ io „ 72 Flasche 1-2 Flaschcn 100 Gramm ioo „ 150 „ 50 „ 50 „ 30 „ Zersetzung der sorgfältig gere Flaschen aui lsstopfen oder ntersuchendcn T Betr der Gebük 3 4 3 5 1 6 6 6 2 1 1 6 20 10 2 20 5 15 3 20 3 5 5 6 6 3 5 5 10 5 3 25-40 4 1 4 4 8 4 4 2 4 5 5 15 2 5 4 5 3 3 Milch tk inigten farblc durch öasser a ag ren 50 50 50 UN- nnd fern leue bzu- außerordentlich wohl in der Luft und zeigen dies durch lustiges Umhersprtngen an. _ „ „ Wir baden nun noch Einiges über die Ernähr««- der «nd MUchschweine, über Auswahl der Raffen, Behandlung der säugenden Tauen und oerfchiedenes Andere zu besprechen; aus Mangel an Raum und Zett müssen wir jedoch heute adbrechm und den Schluß auf später verschieben. Citeratur rrnv rinnst. — Rovellen-Bibliothek der Jlluffrirten Zeitung. Eine Sammlung ausgewählter Erzählungen. Neunter Band. VI und 382 Seiten. Preis geheftet 2 Mk., in Original-Leinenband 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Die zu einem in jeder Hinsicht hochelegant ausgestatteten Buche vereinigten 20 Novellen dürfen durchgehends dem Trefflichsten beigezählt werden, das die deutsche Literatur auf diesem so reich bebauten Gebiete aufzuweisen hat. In ihrer künstlerischen Form die reichste Mannigfaltigkeit bietend, gleichen sie sich doch wiederum in Bezug auf feine Ausarbeitung und edeln Gehalt. Es ist nicht leichte Durchschnittswaare, die uns hier geboten wird; manche dieser No- velletten und Sctzzen dringen, knapp geschürzt, in die bedeutungsvollsten Probleme der modernen gesellschaftlichen Ordnung ein, zum Nachdenken und weiterer, selbständiger Ausgestaltung stimmend, in psychologischer Tiefe Verstand, Gemüth und Phantasie gleichmäßig anregend und befruchtend. Wer mit seinen Wünschen und Ansprüchen nicht über ordinäres, herkömmliches Matz hinausgeht und an der Obel fläche der Dinge leichtltch hängen bleibt, wird unserm Urtheil vielleicht nicht beistimmen; tiefer dringende Naturen mit reiferem Verständntß des Lebens und der Welt finden, wir sind dessen sicher, hier reinen Genutz und volle Genüge. indem er ihm eine derbe Maulschelle verabreichte, weil der Junge eine schwere Zuchtsau dadurch quälte, daß er den Schwanz des Thieres herumleierte, wie die Kurbel an einer Drehorgel, was dem Thiere heftige Schmerzen verursachte. Ein klägliches Grunzen war die Folge und das schien dem gefühllosen Schlingel weidlich zu gefallen. Die saftige Ohrfeige war darum sehr an ihrem Platze und trägt roo$l Ae dA"Acksichtsvollen, ruhigen Behandlung der Haustbiere sind uns die Araber und Türken, auch andere sogen, ntchtgebildete Völker weit „über". Sie hauen ihre Thiere nicht, sie reden ihnen freundlich zu, streicheln sie, wenn es nicht vorwärts will und kommen dadurch viel weiter, haben auch viel länger an den Thieren, wie die Schinder und Quäler. ,, c , Wer mit Thieren, einerlei ob Säugethieren oder Vögeln, umzugehen pflegt, weiß sehr wohl, wie empfänglich diese Geschöpfe für freundliche Behandlung und gute Worte sind, das Schwein nicht ausgenommen. Daß die Schweine aber auch Intelligenz besitzen, beweist die Thatsache, daß man sie in neuester Zett zu Etrkuskunst- stücken abgerichtet hat. Als zweite Hauptbedingung für gute Erfolge in der Schweinezucht ist pünktliche, regelmäßige Fütterung auszuführen. Der Züchter versäume es nicht, genau nach der Uhr zu futtern, wenn es die Geschäfte in der Wirthschaft nur einigermaßen gestatten. Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit sind überall die Seele des Geschäftes, so auch hier. Eine pünktliche, regelmäßige Wirthschaft leistet viel mehr, als schlapperiqe. „Ordnung lehrt Dich Zeit gewinnen", sagt Mephisto zu dem Schüler. Der Militärdienst zeigt am Besten, was mit Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit geschafft werden kann. An Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit hinsichtlich der Fütterung schließt sich Reinlichkeit «nd Sauberkeit des Stalles und der Träge. Die meisten Menschen lachen vielleicht darüber, daß man für das Schwein, das schmutzigste Thier, das sich mit Wohlbehagen in Sümpfen und Cloaken herumwälzt, das alles Widrige und Häßliche verzehrt und dabei dick und fett wird, Reinlichkeit und Sauberkeit verlangt. Trotzalledem und alledem ist unsere Ansicht richtig, denn es handelt sich hier um Zucht und Zuchtthiere, für die andere Bedingungen zu stellen sind, als für die gewöhnlichen Schweine. Es kommt sogar noch die Forderung hinzu: gute Luft und Licht in den Ställen. In Betreff der Reinlichkeit in den Trögen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Futterrefte Saure und Fäulniß erzeugen, welche Durchfall und Krankheit verursachen. Mit den Bacillen, Bacterien und sonstigen Infusorien aber ist heutzutage nicht mehr zu spaßen. Ein großer Fehler bei der Schweinezucht wird dadurch sehr oft gemacht, daß die Thiere zu frühe zur Zucht verwendet werden. Wenn gute Ernährung ftattgefunden hat, kann man die Eber mit 9 Monaten, die Sauen mit 8 Monaten zulassen. Ein ähnlicher Febler wird begangen, indem man die Zuchtthiere zu alt werden läßt, d. h. zu lange zur Zucht benützt. Länger als 4, höchstens 5 Jahre sollte man einen Eber nicht benutzen; die größte Frucht- baikeit herrscht im dritten und vierten Jahre. Die Eberferkel laßt man am besten in der siebenten oder achten Woche castriren. Für Bewegung in freier Luft muß unbedingt Sorge getragen werden und zwar für jedes Alter. Die Thiere fühlen sich Süßer Natur-Medicinal-Ungarwein von I. Leuchtmann, Wien zeichnet sich den anderen im Handel vorkommenden Ungarweinen (Tokayer) gegenüber aus: I. durch seine natürliche ausschließlich edlen Trauben verdankende Süße, während der allermeiste als Tokayer verkaufte Wein mit Zucker versüßt, daher als Medicinalwein wertblos ist. II. enthält LeuchtmannS Süßer Ratur Medicinal Ungar- wein laut Gutachten der Autoritäten der Wissenschaft im höchsten Maße alle diejenigen Bestandtheile, die geeignet sind, Kinber und Kranke zu nähren, Schwache zu kräftigen und den ganzen Organismus zu beleben. LeuchtmannS hochinteressante Broschüre „Süße Medicinal- weine und ihre Verfälschungen", sowie die hochehrenden Anerkennungen von Seiten der Wiffenschaft für die hervorragenden Leistungen zur Förderung des reellen Handels mit süßen Natur- Medictnalweinen stehen Jedermann gratis zur Verfügung. 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Bet Sudmuhle soll an dem Werseflusse eine Schwimmanstalt und ein Boothaus errichtet werden.________________ Landwirthschaftliche Winke und Kaihschläge. Beiträge zur rationellen Schweinezucht. △ A«S Oberheffen, Mitte Mai. In den letzten Jahren ist die Schweinezucht wohl derjenige Zweig in der Viehzucht, der den größte« Rußen abwarf. Wiederholt ist in dieser Zeitung auf diese günstigen Resultate bingewiesen und die Landwirthe sind durch Vorführung von practischen Beispielen zur eifrigen Nachahmung angeregt worden. Wer dieser Anregung folgte, hat es nicht zu bereuen gehabt und obgleich sich ein kleiner Rückgang fühlbar macht, bleibt die Schweinezucht immer noch etne sehr lucrattoe Zucht, vielleicht mehr, als sich auf den ersten Blick zeigt. Kommt das amerikanische Schweinefleisch aber wieder auf unseren Markt, dann wird der Preisrückgang für uns noch deutlicher werden. Es schadet daher nichts, wenn fick der kleine Lanbwirth einmal tüchtig mit den Hauptregeln der Schweinezucht bekannt macht, so daß er ab- und zugeben kann und nicht blos in den Tag hinein züchtet. Wenn auch die Preise zurückgehen, bleibt immer noch ein Stück Geld zu verdienen und deshalb wollen wir die Sache heute einmal ein Bischen bespreckem^hnlich man Diejenigen, die keine Erfolge in der Schweinezucht haben, behaupten: Der und Der hat Glück in der Pferde-, Rindvieh-, Schaf-, Schweinezucht u. s. f., mir aber leuchtet kein guter Stern. Daran liegt etwas Wahres. „Ein Quentchen Glück" pflegte ein fehr gewiegter, in hohem Alter verstorbener Practiker zu dem Schreiber dieser Zeilen oft zu sagen, „ist häufig mehr werth, als ein Viertelcentner Verstand. Aber," pflegte er hinzu zu setzen, „seine Schuldigkeit muß man stets dabet thun; schaffen, wirken, arbeiten gehört dazu, das Glück allein machts nicht aus." Sehen wir also dem Dinge einmal ein Bischen in die Falle! In erster Linie ist es nothwendig, daß die Thiere Nicht roh «Ud gefühllos behandelt werden, wie es leider noch vielfach geschieht. Zwar ist Vieles besser geworden und daran haben die Lehrer, die es den Kindern einprägen, und die Thierfchnßvereine ein großes Verdienst. Es muß aber stets weiter gewirkt werden; alle Thiere müffen ruhig behandelt werden, ganz befovderS aber die Zucht- thiere, hier also die Zuchtsauen. Diese werden leicht träge und unbehülflich; manche Menschen glauben daher, man müsse die Thiere durch Fußtritte, Stockprügel usw. aus ihrem langsamen Tempo herausbringen. Gar oft sind durch solche Rohheiten schon Aborttr- erscheinungen, schwere Krankbeiten und der Tod der Thiere herbeigeführt worden, zum großen Schaden der Eigenthümer. Der Gerechte erbarmt sich auch seines Viehes — und „die Schweine sind sozusagen auch Thiere", rief jüngst ein Lehrer einem elfjährigen Bengel zu, Feuilleton. Ein Pfingstabend. Von Fritz Gotthold.! (Nachdruck verboten.) So saß ich denn zum ersten Male in meinem Leben mutterseelenallein in der Fremde — ganz allein zu Pfingsten! — „Ach, du Frühlingsfest, bringst du mir diesmal keme der Freuden, die sonst jede Brust erfüllen, — keine der Freuden, die vor Jahren das Knabenherz beseligten, wenn ich daheim unter meinen Lieben das Fest feierte? — Ach, wär ich doch daheim, wo die Nordsee wogt an dem sandigen Strande, wo lustiger Wind weht immer von Wester her und wo die Möven jetzt jauchzend schreien, daß Frühling, daß Pfingsten ist! Hier ächzen blos die Spatzen und schauen mich an, was der fremde Gesell hier will, der das schwäbische Deutsch so schlecht versteht. — Und das kleine Sperlingsweibchen, das vor mir auf dem Gartentische sitzt, schüttelt das Köpfchen: Hast du kein Liebchen, einsamer Mensch? — Warum bist du nicht bei ihr? — Willst Du denn nicht Pfingsten feiern?" — Und da kamen mir auf einmal große Thränen ins Auge und ich hob schnell eine Zeitung vom Tische und that, als ob ich lesen wollte — was versteht so ein Bogel, wie es ist, wenn einem „vom Liebsten, was man hat", die Treue gebrochen wird. So starrte ich denn auf das Blatt, aber die Augen waren umflort und das Herz schwer — wie sollte ich lesen ? Und doch. Mein Blick fiel auf eine kurze Annonce, die in bescheiden kleinen Buchstaben an wenig beachteter Stelle stand. Sie lautete aber so: „Eine arme Frau bittet Edeldenkende, zur Aufheiterung ihrer schwer gemüthskranken Tochter ihr eine Spieluhr zu leihen. Hofergasse 12." „Arme Frau, arme Tochter!" dachte ich. Dringt mcht der fröhliche Lärm dieses Tages, nicht die lustige Musik von allerorten hinauf zu eurem Leid? Wird sich wohl eine mitleidige Seele finden, die heute zu Pfingsten an euch denkt und euch nicht vergebens bitten läßt? — Aber Spieluhren haben nur reiche Leute, und die haben heute mehr zu thun, als kleine Anzeigen zu lesen — es ist ja Pfingsten! Und ich hörte von fern und nah das Juchschreien der fröhlichen Burschen und hörte die Fiedel munter klingen der Frühling blühte und duftete ringsum — und ich mußte au die arme Mutter denken, die jetzt einsam mit ihrer kranken Tochter im ärmlichen Stübchen saß und noch wartete auf ihre Pfingstsreude. „Sitzt jetzt nicht auch mein liebes Mütterchen daheim und ist bekümmert, weil der einzige Sohn heute so fern ist, so fern in der Fremde mit dem enttäuschten und betrogenen Herzen? — Ja, ich will zu der armen Frau im Hosergäßchen gehen und trauern mit den Traurigen!" Und ich stieg hinauf in mein Zimmer oben im Gasthause und suchte in meinem großen Koffer. Ganz unten auf dem Boden lag, was ich brauchte, ein länglicher, niedriger schwarzer Kasten, in ein Tuch gehüllt. Ich stellte ihn vor mich aus den Tisch, dann saß ich am offenen Fenster und schaute lauge hinaus in den kommenden Abend. — Wie kam es nur, daß ich immer und immer die Melodie im Innern nicht los wurde: „Verlassen, verlassen, verlassen bin ich, wie der Stein auf der Straßen.— verlassen bin ich!" Geist der Pfingsten, tröste mich doch! Endlich war die Zeit gekommen, ich nahm meinen Kasten unter den Arm und stieg die Treppe hinab. Unterwegs begegnete mir der Wirth und frug mich lachend: „Na, wo wullen S' no hin, gelle? Mit dem Dings do?" „Pfingsten feiern!" sagte ich leise, und kopfschüttelnd blickte er mir nach. Eilig drängte ich mich durch das Gewimmel auf den Straßen und frug nach der Hofergaffe. Sie lag ganz draußen am Ende des Städtchens, wo der Berg anhebt. Da draußen war freilich alles still, kaum daß ich einigen Menschen noch begegnete. Sie mochten wohl fort fein nach den belebten Orten, wo die lustige Welt sich freut. Hier war endlich das gesuchte Gäßchen und hier gleich das einstöckige Häuschen mit der Hausnummer 12. In den kleinen Fenstern brannte Licht. Da öffnete sich die Thür- eine schnarrende Stimme ertönte in dem Hausflur: „Also wem Se wirklich nich kaufen etne Spieluhr, mit lauter neue Walzer, for billiges Geld? Aber weinen Se doch nich so grausam, meine Dame, will ich doch geben meine Waare auf Borg, auf Credit auf lange!" Ich mußte wohl richtig sein. Der Jude betrachtete mich und meinen Kasten mit argwöhnischen Blicken, als er sich entfernte. Er mochte wohl Concurrenz befürchten. — Noch stand ich zögernd vor der Thür, dann trat ich rasch in den Hausflur und pochte an die niedrige Stubenthür, die sich vorhin aufgethan hatte. Eine alte Frau mit hagerem, verkümmertem Gesicht öffnete und noch liefen ihr die Thränen über die eingefallenen, durchfurchten Wangen, als ich sie begrüßte. „Ach, es sind schon drei dagewesen, die Spieluhren verkaufen wollten, aber ich habe ja kein Geld und wollte nur eine borgen!" sagte sie noch schluchzend, als sie mich erblickte. Sie hielt mich jedenfalls auch für einen, der Spieluhren verkaufen wollte. Ich faßte ihre Hand und dieselbe streichelnd, sagte ich: „ r „Nein, liebe Mutter, ich will auch keine verkaufen, ich wollte etwas anderes. Eine Spieluhr habe ich zwar nicht und verschaffen kann ich Ihnen auch keine- aber ich habe eine Zither, auf der ich spielen kann, und das klingt auch so schon. Darum wollte ich meinen Pfingstabend bei Ihnen und Ihrer armen Tochter zubringen! Ich bin auch verlassen und alleine und da gehören wir heute zusammen." Ich mußte der Alten wohl Zutrauen einflößen, denn sie blickte mir in die Augen, setzte mir einen Stuhl hin und schüttelte mir die Hände. Sprechen konnte sie wohl nicht viel, denn sie war noch ganz aufgeregt von vorhin. Es war ja auch nicht nöthig, ich verstand sie ohne das. Das Stübchen war ganz ärmlich eingerichtet- zwei Schränke, ein Bett, Tisch und Stühle waren bis auf die Schwarzwälder Uhr und einige Heiligenbilder alles, was sich darin befand. An dem Tische saß ein Mädchen von etwa zwanzig Jahren, ganz regungslos, den Blick starr geradeaus gerichtet. Sie war sehr schon. Aber auf den Zügen lag eine Traurigkeit und Schwermuth, die mich tief rührte. In den Händen hielt sie einen Rosenkranz, aber die Lippen regten sich nicht. Der Anblick des Mädchens war erschütternd. Armes Kind! arme Mutter! Ich wußte alles, ehe die Alte wir erzählte. „— Es ist eine alte Geschichte, doch ist sie ewig neu — und wem sie just passiret, dem bricht das Herz entzwei!" — Diesem armen, wunderschönen Mädchen war das Herz entzwei gebrochen, das sah man in dem unsagbar traurigen Gesicht. Sie mußte geisteskrank sein, denn sie nahm keine Notiz von dem, was um sie vorging. Ach, und hier wollte ich die Aermste aufheitern, wo mir selbst das Herz blutete- was sollte ich wohl spielen? — Ich nahm meine Zither aus dem Kasten und legte sie vor mich auf den Tisch. Prüfend glitt ich über die lieben Saiten - ach, seit einem halben Jahre hatte ich sie nicht berührt und ihren süßen Klang nicht gehört! Jetzt sollte ich lustig aufspielen ! — Pfingstabend, Pfingstabend, dich feiern wir! Und fast unwillkürlich und unbewußt begann ich zu spielen: „O, du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit!" — Und bei der lieben, alten Weise und bei dem rauschenden Klingen meiner Zither ging mir das Herz so weit auf — und ich konnte nicht anders, ich mußte auch noch fingen dazu: „Christus der Meister — Heiligt die Geister — Freue dich, o freue dich, du Christenheit!" Und mir war, als wäre ich ganz allein mit mir, und während mir die Thränen erlösend aus den Augen traten, fpielte ich und sang immer lauter und stärker — viele Stücke nacheinander — und noch nie habe ich herzhafter und inniger mich an der Musik erfreut als damals, wo ich bei den beiden armen Frauenherzen Pfingsten feierte. Wie lange ich musizirt hatte, ich wußte es selber nicht — aber als ich endlich, ganz überrascht, aufhörte, da sah ich, wie das betrübte Antlitz des jungen Mädchens so freundlich erhellt war und wie ihre blauen Augen so selig glänzten, und wie die alte Mutter, den grauen Kopf auf die Hande gestützt, mich so glücklich ansah, — ja, es war mir geglückt, ich hatte zwei Menschenherzen auf eine Weile getröstet und sie ihr Leid vergeßen lassen. Und das Pfingstfest fühlten wir alle drei in unseren Herzen: „O, du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit!" Dann packte ich ohne viel Komplimente meine Zither ein und trat den Heimweg an. — Die Geschichte jener Armen habe ich nie erfahren, aber als ich in der herrlichen Frühlingsnacht nach Hause ging, da wußte ich, daß auch traurige Herzen zu Pfingsten wieder froh werden und daß man fröhlich sein kann, auch wenn die Augen weinen. Und wenn jetzt in Schleswig zu Pfingsten die Möven jauchzend kreischen und die See luftig braust, so denke ich an jenen Pfingstabend in Süddeutschland unten und spiele auf meiner Zither und finge: O, du fröhliche, o du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! M Hofgerichtsgebäude (Brand). Sonntag den 17. Mai, ermäßigter Eintrittspreis von 2V Pf. für Giessen und Umgegend 4330 fllß Zu haben In Glessen bei C. Fr. Conrad. [4616 Der Vorstand. 4602 in Helle Sommer-Westen, Mm Hkmdn 1891 « L'* K°mmer-K°cke, ist^zu vermiethen oder zu verkaufen ein iC O G Ri Ä CI Turner-Tricot-Hemdcn efflÖrifKiniBCfßn, ärztlich empfohlen 4268°^ n. UÜKSSMLN. _ FUafipr fine. 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WHsserNchleben, Bankgeschäft. Wie ungünstig auch die Börseanlage seit Wochen und Monaten beurtheUt wurde, und mit welchem Mißtrauen man namentlich dem Speculattonsmarkt begegnete, das hat Niemand anzunehmen gewagt, daß vom Rentenmarkt eine zweite Erschütterung ausgehen würde, und daß auf die trübseligen Erfahrungen, die man in Argentinien gemacht hat, uns vorbehalten sei, Aehnliches in Europa selbst zu erleben. — Der letzte Bericht war kaum zur Presse gegangen, als aus Portugal eine Nachricht einlief, die höchstes Befremden erweckte. Die Regierung hatte der Bank von Portugal gestattet, ihre auf Gold lautenden Noten mit Silber einzulösen. Das war eine so offenbare Willkür und Verletzung contractlicher Verpflichtungen, daß die Börse auf das Tiefste verstimmt wurde. Aber noch immer ahnte man nicht die wahre Lage der Dinge, und erst das königliche Decrct, welches zwei Tage nach dieser ersten Maßregel ein allgemeines sechzigtägtges Moratorium bestimmte, gab darüber vollen Aufschluß. Die Insolvenz, die man erst mit der Silberzahlung Der Goldnoten vermeiden zu können glaubte, war damit offen ausgesprochen. Diese Aufklärung kam so überraschend, daß sie einen panikartigen Sturz der Course zur Folge hatte und in Paris und London sowohl wie an den deutschen Börsen die größte Verwirrung heroorrief. Es ist erst verhaltnißmäßig kurze Zeit, daß die Einführung von portugiesischen Werthen in Deutschland begonnen hat. Sie fiel hauptsächlich in jene Jahre, da das Kriegsgespenft in deutschen Landen umging und das geängstigte Capital aus russischen, österreichischen und selbst heimischen Werthen hinaustrieb. Damals griff man freudig nach Den Schuldverschreibungen des kleinen Königreiches, dessen isolirte Lage Sicherheit vor allen Verwickelungen zu bieten schien. Im Jahre 1886 kam die erste portugiesische Anleihe, die Lissabonner Stadt- Anleihe an den deutschen Markt; ihr folgte schnell die Einführung der 3% Portugiesen, die Emission der fünfprocentigen seither convertirten und der 472% Anleihen, und alle fanden zu steigenden Eoursen Aufnahme. Man wußte freilich, daß das Land an einem chronischen Deficit litt, aber war das nicht früher bet den meisten Staaten der Fall gewesen und glücklich überwunden worden! Man hoffte, es werde auch Portugal gelingen, diese Klippe zu umschiffen. Darin hat man sich getäuscht, denn gerade dieses Deficit verbunden mit einer starken Verschlechterung der Handelsbilanz scheinen die Ursache der gegenwärtigen Krisis zu fein. Daß die Handelsconjunctur im Rückgang begriffen ist, kann nicht Wunder nehmen, davon wissen auch andere Culturstaaten zu erzählen; offenbar aber ist in Portugal der Rückgang verschärft worden durch die Umwandlung des Brasilianischen Kaiserreiches in eine Republik, die viele Beziehungen zum Mutterlande zerstörte, durch die ständigen Conflicte mit England und die Schwäche der Regierung, welche das Mißtrauen fördert, während sie jeden Unternehmungsgeist lähmt. Dies alles aber reicht doch nicht hin, die Frage zu beantworten, wie es kommen konnte, daß die Welt erst in dem Moment von dem commerciellen Ruin eines ganzen Landes Kenntniß erhält, in welchem die Katastrophe hereinbrtcht, und die Gewährung eines allgemeinen Moratoriums zur Nothwendigkeit geworden ist. Daß thatsächlich selbst die nächst- betheiligten Kreise Nichts derartiges ahnten, scheint der Abschluß der portugiesischen Tabaksanleihe zu beweisen, der sicherlich selbst bei allen Garantien nicht zu Stande gekommen wäre, wenn die Unternehmer die Möglichkeit einer commerciellen Krisis hätten in Erwägung ziehen müssen. Nur zweierlei erscheint möglich: entweder ist die Lage des Landes wirklich derart, daß sich die Maßregel als nothwendig erweist, dann ist ein beispielloses Vertuschungssystem geübt worden, das nicht ungerügt und ungestraft bleiben dürfte, ober sie ist es nicht; dann ist es die Regierung und nicht das Land, welche des Moratoriums bedarf. Das sind Unklarheiten, deren schleunige Aufklärung von den Emittenten dringend verlangt werden muß. Ihre Sache wird es sein, sich an Ort und Stelle über die wahre Lage des Landes zu unterrichten, und den Obligationeninhabern eine vollständige und ungeschminkte Klarlegung der Verhältnisse zu Theil werden zu lassen; dies schon mit Rücksicht auf die jedenfalls nöthige Vertretung ihrer Interessen. Eine Abstoßung des deutschen Besitzes ist nicht mehr möglich, da jedes stärkere Angebot die Course noch viel weiter zurückwerfen würde. Die Emittenten werden daher wenigstens dafür zu sorgen haben, daß was aus dem Schiffbruch noch zu retten ist, erhalten bleibe. Die Wirkung dieser Krisis auf die Börse ist tief einschneidend und ihre Folgen lassen sich noch nicht übersehen. Sie fügt zu den bereits erlittenen Verlusten neue hinzu, die abermals viele Millionen betragen, so daß man sich ängstlich fragen muß: wie wird es ertragen werden? Was Deutschland von portugiesischen Werthen besitzt, ist verschwindend gegenüber den Summen, die Frankreich und England ausgenommen haben, denn die portugiesische Staatsschuld beträgt mehr als zwei Milliarden Mark, und man vergegenwärtige sich nun die Reihe von Verlusten, die innerhalb von kaum mehr als zwei Jahren diese Länder betroffen haben. Auf den Panamakrach folgte der Kupferkrach, der Zusammenbruch der Firmen Comptoir d’Escompte, Baring Brothers und Sooietti des depots, die Verluste in Italien und aus amerikanischer Stlberspeculation und endlich der Bankrott Portugals. Man begreift, das Maß ist übervoll und das Vertrauen bedenklich erschüttert. Nun kommen auch die Gerüchte nicht zur Ruhe, die beute dieser, morgen jener Firma Verlegenheiten andtchten, ob mit Recht oder Unrecht, ist meist nicht zu controlliren, aber seitdem Baring gefallen ist und Marietta „gestützt" wurde, hält man Alles für möglich. Bereits hat man auch deutsche Firmen verdächtigt, aber zweifellos sehr mit Unrecht, denn die Verluste Deutschlands, wie groß sie sind, betreffen die Geschäftswelt am wenigsten. Es scheint vielmehr, als ob nur die deutschen Börsen berufen sein könnten, den Rückgang der Course aufzuhalten. Seit nahezu V/2 Jabren arbeitet die Berliner Börse nach unten, und wie die Dinge liegen, können nur Deckungen den Damm bilden, an welchem die Course zum Stillstand kommen. Vorerst ist freilich keine Aussicht dazu vorhanden, Berlin segelt noch im vollen Fahrwasser der Baisse, und London und Paris sind eben erst im Begriff, die Reinigung von speculativen Engagements vorzunehmen, die in Deutschland schon vor Jahresfrist durchgeführt wurde. Der Rückgang der Course betrifft den Rentenmarkt in erster Linie, und zwar hauptsächlich betzhalb, weil die Ueberladung des Pariser Marktes wahrscheinlich auf diesem Gebiet stattgefunden hat. Die letzten Tage haben zwar eine Erholung gebracht, aber die Freitagsbörse war doch wieder empfindlich matt, und wenn die Rentencourse trotzdem Stand hielten, so liegt dies nur an ihrer größeren Schwerfälligkeit gegenüber den Speculationswerthen. Portugiesen fielen von 74 auf 57 und schließen beute 65 o/0, während die 3% Anleihe sich von 47 auf 39 und 42% bewegte. Nächstdem wurden Spanier, Griechen, Türken und Egypter am Stärksten getroffen, und zwar schließen Spanier noch mit 5 o/o Verlust, während Griechen ihre Einbuße von 6 auf etwa 3 % herabgemindert haben. Von deutschen Fonds waren anfänalich die dreiprocentigen um nahezu 1 % schlechter, sind aber auch wieder zum Theil erholt, so daß sich der Verlust auf etwa V2 % beschränkt. Im Bankenmarkt richtete sich der Verkaufsandrang neben Disconto- Commandit, die stets das vorzüglichste Angriffsobject bilden, namentlich gegen die Emtssionsinstitute der portugiesischen Anleihen. Hier hat die Freitagsbörse die etn- getretene Erholung fast gänzlich wieder verwischt, so daß die Course nur wenig über dem niedrigsten Niveau schließen. Es verzeichnen Disconto 5%, Darmstädter 4%, Handelsgesellschaft 2,70 und Dresdener Bank 2,20 o/o Verlust. Wiener Banken werden weniger in Mitleidenschaft gezogen, weil der Wiener Markt, der fast gar keine fremden Werthe besitzt, bei solchen Vorfällen am besten seine Selbstständigkeit bewahren kann. Das kommt auch in den Coursen der Bahnen zum Ausdruck, von welchen Staatsbahn sogar eine mehrprocentige Steigerung erfuhren. Dagegen sind Galizier und Lombarden, allerdings aus anberen Grünben, stark gebrückt. Montanwerthe blieben fest; bie seither bestehenben Baissepositionen auf biesem Gebiet scheinen sich zu lösen. Die Bank von Englanb hat bie Vorsichtsmaßregel ergriffen, ihren Disconto- satz auf 5% zu erhöhen, unb bei bem ungünstigen Stanb ber Wechselkurse hat ihr bie Reichsbank vorläufig bis auf 4% folgen müssen. Ob es bamit sein Bewenben haben wirb, ist nicht ganz sicher; bisher hat bie Erhöhung keinen merklichen Einfluß gehabt, eine weitere Versteifung des Geldmarktes würde aber sicher von ungünstigen Folgen begleitet sein. Course der Frankfurter Börse Etaat-anleiherr. COBM V0M 8./V. 15./V. Coars vom 8./V. 15./V. 4% Hessische Obligation. 104.95 104 65 4Vr0/oPortuq.-A. 88 u.89 75 — 65 — „ Bauern .... 105.60 105 35 5% amort. Serb. Gold- „ Baden..... 103.75 103 60 Rente .... 89 — 86.90 3o/o Sächsische Rente. . 86.20 85.90 5o/oSerbischeEisenbahn- 3V,% BremerStaatsanl. 96 90 96 50 Hyp.-Obl.L. A. . 91.— 90.— „ Hamb.Staatsrente 96.50 96.10 4o/o Schweb. Oblig.1880r 102.95 103.— 4o/oOestr. Goldrente . 96.15 95.25 10/0 Türken conv. . 22.25 22.60 „ GriechischeMonopol- 50/o Argent. Golb-Anl. 49.20 47.20 Arlleihe . . . 68.80 66.35 v. 1887 ... 50/0 Rumänische Rente . 99.85 98.40 3Va°/o Egypt..... 91.70 91.60 4o/o Ruff. Gold-Anleihe S. in v. 90 . —.— —.— «iseub abu-Prioritäten. 40/0 Psälz. Ludwigsbahn 5% Sübbahn Lombarden 104.60 104.70 (Bexbach) . . . 102.50 102.35 4o/g bo. bo. 99.25 98.50 „ Hessische Ludwigsb. 3% bo. bo. 66.20 64.80 68/69 garant. . 101.90 101.70 40/0 Prag-Duxer Golb . 100.10 99.50 „ Elisabethb. steuerfrei „ Rubolf Golb (Salzk.) 100.55 100.10 Gold .... 100.80 100.30 „ Franz-Josef Silber 85.20 84.10 50/0 Oestr. Staatsbahn. —.— 107.— 3% ftaatl. garant. Jtal. 40/0 do. do. 100.60 100.30 Eisenbahn . . 56.35 55.70 3% do. do. 3% Lioorneser . . . 64.— 63.60 I—vni.@mtff. 84.20 84.20 40/0 Ruff.Südw Eisend. 95.50 95.30 30/0 do. Ergänzungsnetz 81.80 81.40 40/0 Wlabikawkas garnt. 95.05 95.— 50/0 Nordwestbahn Gold —.— 106.50 40/0 gar. Sarbin.Sec.stfr. 82.80 81.— «iserrbahn-Aetierr. Ludwigshafen-Bexbach. 225.40 224.20 Lübeck-Büchner . . . 166.50 166.50 Hessische Ludwigsbahn. 114.90 115.10 Mecklenburger . . . —.— —.— Pfälzische Nordbahn . 116.20 115.95 Gottharbt..... 148.40 147.80 Marienburger-Mlawka. 68.30 67 90 Jtal. Mittelmeer . . 100.30 98.95 Bank-Aetien. Deutsche Reichsbank . 144.10 143.35 Dresbener Bank. . . 143.60 141 — Berlin. Handelsgesellsch. 143.15 141.65 Mittelbeutsche Crebitb. . 103.30 103.— Deutsche Bank . . . 152.50 151.25 Wiener Bank-Verein . 97.75 97.25 DeutfcheGenoffenschftsb. Württemb. Vereinsbank 125.50 125 — v.Soergel,ParrisiusLCo. 126.30 124.80 Industrie-Papiere. Binding-Brauerei . . 166.50 165.80 Deutsche Verlagsanftalt 210.15 210.15 Stern- do. (Oberrad) 133.— 132.90 Farbwerke,voruuMeister, Bad. Anilin- u. Soda- Lucius & Brüning. 276 — 274.50 fabrik .... 272.— 273.10 RiebeckffcheMontanwerke 169.50 170.50 Pfandbriefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. 4o/oDeutscheGrunbfchlb.- v. 86 ab bis 90. 101.50 101.50 Bk.-Pfanbbr. . 100.80 100.80 3Ve°/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 95.50 95.40 3Vn°/o bo...... 95.40 95.40 4o/vPreuß.Hup.-Act^Bk^- 3Vs0/o Rhein. Hyp.-Bank- Pfanbbr. . . . 101.30 101.30 Pfanbbr. . . . 93 90 93.70 31/a<)/o do...... 95.50 95.50 4o/o Meininger Pfanbbr. 101.50 101.50 40/oPreuß. Centr.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... 101.05 101.— Loose. Oestr. 1860r fL 500-Loose 125.30 124.— Braunschweig. 20 Thlr^ „ 1854r fl.250- „ —- —— 121.20 Loose .... 104.50 104.50 4P/o Meininger Prämien- 3o/o Olbenburger Loose. 128.70 129.40 Pfandbr. . . . 128.35 128 — 3V,o/gKöln-Minbn.Loose 136.55 135.95 «merttauische Giseubahu-Bouds. 8°/°Chic.Mllw.s.St.P-ul 4% Chicago Burlington Prt., rückzahlb. 1910 . 113.50 —— — Nebraska 1927 . . 82.70 82.70 5o/oChic.MÜw.f.St.Paul 41/3% California Pacis. Prt., rückzahlb. 1921 . 103.10 101.75 I. M., rückzahlb. 1912 - — —.- 6°/o Centr. Pacts.I.Mrtg. 6o/oPacif.ofMissouri con- rückzahlb. 1896 . . 105.10 104 90 folibatcb I. M. r. 1920 106.25 104.20 Diverse Obligationen. bo/o BuderuS-Obligat. . 104.45 103.75 1 4»/s0/oGrafHmkelv.Don- nersmark, rückz. A 105 •'ÄÄÄ”- Bad Salzschlirf. “'SÄ'”“ Sool- und Moorbäder. BonifaciuSbrrrnrien, stärkste Lithiumquelle der Wett. Ferner 3 Stahl-, Schwefel- und Bttterwasserquellen. 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