3 Uh. >t. Abach. ft i« Saubad) m Ä dn m Echr«i„„ "s.en hiermit VN. t8JaNen In ■ °“f der Stabt. *' ®ri>6 dahin. ----4611 n. "sew unb ettln» ■" der Slutm^una, ÖHgen fommt ftrk 'x ^,401 Flasche. undEaropLischev alqvellin-Aktien. lM Odw. Mach-Beerfelden, ’iadukt und in Mitte mmer mit 50 Betten; ihöne Ausflüge in agen. — Badehaus - Vorzügliche Küche, i von Mk. 4 an. - eitwilligst durch den 4618 ndiunß I. 8r. 55 KMS' flflt Bitfw: er MMe IS H rt " ii " ' IaUBt M EmitüererHÄ Lör, auf 1. Ium zu vepler.- ©arknantbed, P« :.r iu vemietbm. ötiUberHlL MberWüesM^' tmem und hffiÄ* ir «n 1*»e W“ Eestanlage^-- ”:rOiSftr-6-J- iLLZ? «sS?fcs. E’.Si*' --"LLchL (i. Nr. 142 Samstag dm 16. Mai 1891 Der Gießener Arr-eiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-MnzAHer. vierteljähriger AVonnementrpreiB I 2 Mark 20 Pfg. mV Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pf,. Nedaction, LxpedtttO» und Druckerei: -chutstraßeAr.H. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt fite den Nreis Gieren. Annabm» don Anzeigen zu der Nachmittags für den faternotn Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. !■■■ —LIÜ»'— -WM ■ I1.UIWU 1' ------------" ■ — Gratisbeilage: Gießener JlaMtienökätter Eine politische Pfingflbetrschtnng. Denn die christliche Welt eines ihrer schönsten Feste, das liebliche Pfingsten, feiert, wenn Lenzessreude und Früh- lingshoffnungen Millionen von Herzen erfüllen, da kann der ringenden und sorgenden Culrurmenschheit wohl keine größere Genugthuung bereitet werden, als wenn der Weltsriede für gesichert erklärt wird und die politische Lage des Erdtheiles und insbesondere diejenige des Vaterlandes in keinem furchtbaren Widerspruche mit der reinen und edelen Freude des Pfingstfestes steht. Dank einer weisen Fügung der Vorsehung erfreut sich die europäische Culturwelt ja auch des kostbarsten Gutes, welches in der politischen Welt vorhanden ist, des Friedens, und zur Erhöhung der Pfingstsreude glauben wir aussühren zu muffen, daß man auch ferner auf eine friedliche Weiterentwicklung der Dinge, was die absehbare Zukunft anbetrifft, vertrauen kann, denn Großes und Dauer Versprechendes hat in dieser Hinsicht die deutsche, dann aber auch die österreichische und italienische Staatskunst vollbracht und zum Ruhme aller betheiligten Herrscher und Staatsmänner und zur Aufklärung und Beruhigung der Völker muß diese herrliche Thatsache wiederholt der zweifelsüchtigen und wankel- müthigen Welt ins Gedächtniß zurückgerusen werden. Zwar kann kein Herrscher und kein Staatsmann den Frieden unbedingt verbürgen, weil der Verlauf der Weltereignisse und die Anschläge feindlicher Nachbarn auch von den Mächtigsten der Erde nicht maßgebend beeinflußt werden können, aber was menschliche Voraussicht und der von edler Friedensliebe erfüllte Sinn erhabener Herrscher und ihrer weisen Rathgeber 'n Deutschland, Oesterreich und Italien vermochte, das ist auch geschehen, um in Mitteleuropa ein Bollwerk des Friedens zu errichten, wie die Welt noch kein zweites gesehen hat. Die vereinigte Macht dreier Großmächte wird sich wider die Friedensbrecher wenden und schon ein Blick auf die Starte Europas lehrt, auf welchen Seiten der mitteleuropäische Friedensbund immer mit Ueberlcgenheit seine Macht zur Geltung bringen kann, um für die Erhaltung des Friedens einzutreten. Immer mehr stellt sich aber auch heraus und dringt dementsprechend in das Bewußtsein der betheiligten Völker ein, daß nicht nur die Politik und die geographische Lage den Dreibund stützen, sondern daß im hohen Maße zwischen den verbündeten Staaten eine politische und wirth- schaftliche Interessengemeinschaft besteht, welche ihr Bündniß geradezu fordert. Deutschland, Oesterreich und Italien werden in keiner Weise durch Jnteressencouflicte in ihrem guten Verhältnisse beeinflußt und jede dieser Großmächte kann sich in ihrer Sphäre regen und bewegen, ohne der anderen irgend einen Nachtheil zu bereiten, keine braucht auch die Uebermacht der anderen zu fürchten, da der Bund die politische Gleichberechtigung und die Freiheit der Entschließungen nicht an- tastet. Wie ganz anders müßten sich aber die Verhältnisse für die Bündnißmächte gestalten, wenn es etwa Frankreich und Rußland gelingen sollte, im Westen und Osten Europas die maßgebenden Mächte zu werden? Man weiß aus der Geschichte Frankreichs zum Beispiel sehr gut, was die Franzosen unter politischer Gleichberechtigung verstehen und daß nur eine Reihe von Kriegen wiederum Europa zerfleischen würden, wenn Frankreich wieder zur Vormacht gelangte. Der mitteleuropäische Dreibund ist daher nicht nur ein Schutz und Schirm für den Frieden und die gemeinsamen Jntereffen, sondern auch ein Hüter der europäischen Cultur überhaupt. Deutsches Reich. nn. Darmstadt, 14. Mai. Zweite Kammer der Hessischen Stände. Nach Verkündigung einer Anzahl neuer Einläufe und Berichtsanzeigen, sowie mündlicher Berichte debattirt die Kammer über die Wahl eines Sonderausschusses zur Berichterstattung über die Vorlage Großh. Regierung betr. Revision der V er w a l t u n g s q e s e tz e. Nachdem von verschiedenen Seiten die Ansicht zum Ausdruck gebracht wurde, daß der Termin für diese Wahl verfrüht fei, da das Gesetz noch nicht einmal vorliege. Die Abgg. Frank und Osann beantragen Aussetzung dieser Wahl. Mit allen gegen 8 Stimmen beschließt das Haus demgemäß. Hiernach folgt die Fortsetzung der Berathung über das Forstschutz-Gesetz. Nach allen bis jetzt gehaltenen Reden hat das Gesetz schlechte Aussicht, von der Kammer angenommen zu werden, da man durch dasselbe auf der einen Seite einen birecten Eingriff in die Gemeinderechte durch die Forstbehörde, andererseits eine größere Belastung der Gemeinden herbei- gesührt durch Mehranstellung von Feldschutz-Personal. Gegen das Gesetz sprachen die Abgg. Frank, Wolz, Metz-Gießen, Osann, Haas, für dasselbe die Abgg. Kuglea, Schröder, Wolfskehl, Metz-Darmstadt. Nach erfolgter Abstimmung über Art. 1 des Gesetzes wird derselbe mit 15 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Aus Wunsch des Ministerialpräsidenten Weber wird sodann über das ganze Gesetz abgestimmt und daffelbe mit 15 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Für bauliche Aenderungen im Anatomiegebäude der Landesuniversität, sowie beim Neubau des chemischen Laboratoriums und der Directorwohnung und den neuen medicinischen Instituten daselbst werden außer den beim Bau ersparten 23 274 Mk. noch weitere 58000 Mk. angefordert. Abg. Osann fragt bei der Regierung an, ob mit dieser Nachforderung jetzt endlich einmal ein Abschluß eintrete, damit man sich ein klares Bild über die Kosten der Neubauten zu Gießen machen könne. Ministerialrath Knorr beantwortet diese Interpellation dahin, daß mit dieser Bewilligung Alles hergestellt werden könne, was noch nothwendig gewesen sei und daß Nachforderungen nicht mehr eintreten würden. Der angeforderte Betrag wird hiernach genehmigt. Eine Vorlage Großh. Regierung betr. Bewilligung eines Betrages von 18200Mk. zur Erweiterung der Bahnhofsgeleise auf den Stationen Stockheim und Alsfeld wird, da der Ausschuß die Nothwendigkeit dieser Aufwendungen anerkennt, ohne Debatte genehmigt. Ein Gesuch der Bürgermeister der Gemeinden Georgen- hausen, Zeilhard und Dilshofen wegen Herstellung einer Verladestelle für Waggonladungen bei Zeilhard wird für erledigt erklärt, da sich die Hessische Ludwigs- Bahn bereit gefunden hat, die gewünschte Erweiterung zur Ausführung zu bringen. Auch die von der Regierung geforderte Wohnungsgeldzulage für sechs VrückenwÜrter an der Brücke bei Worms ä 72 Mk. wird ohne Debatte genehmigt. Ferner wird für die Brückengeld-Erhebungsstelle zu Gernsheim der Betrag von 250 auf 300 Mk. erhöht. Ein Gesuch des Forstwarten Konrad zu Harreshausen um Gehalts-Erhöhung wird abgelehnt. Eine längere Discussion ruft eine Eingabe des Landtagsabgeordneten Ph. Müller (Soc.) an das Präsidium des Hauses hervor, worin er Protest einlegt wegen einer Vorladung vor Großh. Strafkammer, welche unter Androhung der Verhaftung bezw. Vorführung im Falle Ausbleibens in einer gegen ihn schwebenden Strafsache wegen den öffentlichen Frieden gefährdender Aufreizung verschiedener Klaffen der Bevölkerung, als Herausgeber der „Volksstimme", gegen ihn erlassen wurde und sich auf feine Immunität als Abgeordneter beruft. Ein gleicher Fall lag im Jahre 1886 mit dem Abg. Wasserburg vor. Staatsminister Finger kann auch heute noch nicht die volle Immunität eines Abgeordneten wegen eines den Staat und seine Einrichtungen gefährdenden Vergehens anerkennen. Die Regierung will jedoch, bevor sie die angedrohte Verhaftung oder eine Verhaftung überhaupt ausführt, den Beschluß der Kammer einholen. Hiermit ist das Haus einverstanden. Hiernach vertagt sich die Kammer bis zum Herbst d. I. nn. Darmstadt, 14. Mai. Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Heinrich von Preußen, welche gegenwärtig zu Besuch der Großherzogl. Familie sich hier befindet, wird am 20. d. Mts. zum Besuch der Kaiserin Friedrich nach Homburg reisen und dort einige Tage der Gast der Kaiserin sein. Hiernach begibt sich die Prinzessin nach Kiel. Berlin, 14. Mai. Dem Handelsminister Freiherrn v. Berlepsch ist durch die Verleihung des Rothen Adlerordens erster Klasse mit Eichenlaub von seinem erlauchten Souverän ein bemerkenswerthes Pfingstgeschenk gemacht worden. Allseitig erblickt man in diesem allerhöchsten Huldbeweis ein Zeichen der Anerkennung, welches der Kaiser den Verdiensten des genannten hohen Staatswürdenträgers um das Arbeiterschutzgesetz hat zu Theil werden lassen. Bekanntlich wurde auch der Staatssecretär im Reichsschatzamte, v. Ma ltzahn, gleichzeitig mit Herrn v. Berlepsch durch eine Ordensdeco- ration ausgezeichnet, durch den Stern zum Rothen Adlerorden zweiter Klasse, gleichfalls mit Eichenlaub. Es ist indessen noch nicht näher bekannt, was die äußere Veranlassung der Herrn v. Maltzahn zu Theil gewordenen Auszeichnung bildet. Neueste Nachrichten. WolfiS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 14. Mai. Das Herrenhaus nahm heute den Rest der Landgemeindeordnung ohne wesentliche Aenderungen an, nur in § 75 (betr. die unbesoldeten Ehrennämter) wurde die Abgeordnetenhaussaffung dahm abgeändert, daß der Gemeindevorsteher auf 12 statt auf 6 Jahre gewählt werde« soll,- Minister Herrfurth hatte sich dagegen ausgesprochen. Das Gesetz wurde im Ganzen mit großer Majorität angenommen. Die nächste Sitzung ist unbestimmt. Hannover, 14. Mai. Se. Majestät der Kaiser traf heute Morgen 7 Uhr hier ein und begab sich sofort von de« Bahnhofe aus zu Wagen nach der Vahrenwalder Haide, w« die Besichtigung des Königs-Ulanen-Regiments (1. Hannoversches Nr. 13) stattfindet. Hannover, 14. Mai. Nach der Rückkehr von der Besichtigung des Königs-Ulanen-Regiments nahm der Kaiser auf dem Waterlooplatze die Parade über die übrige Garnison ab. Nach zweimaligem Parademarsch ritt der Kaiser an der Spitze der Fahnencompagnie zum Schlosse und begab sich von dort kurz vor 12 Uhr nach der Dreifaltigkeitskirche, um der Trauung des Commandeurs des Königs - Ulanen - Regiments Oberftlieutenants v. Bülow mit der Gräfin Schulenburg beizuwohnen. Hannover, 14. Mai. Se. Majestät der Kaiser wohnte nach der Trauung des Oberstlieutenants v. Bülow mit der Gräfin Schulenburg dem Hochzeitsfrühstück in Kastens Hotel bei und brachte den Trinkspruch aus die Neuvermählten aus. Um 3 Uhr Nachmittags erfolgte die Rückreise Sr. Majestät nach Berlin. Königsberg i. Pr., 14. Mai. Nach einer offiziellen Mittheilung verbleibt es bei dem für die Enthüllung des Denkmals für den Herzog Albrecht anberaumten Termin. Der Kaiser trifft am 19. Mai zur Teilnahme an der Ent- hüllungsfeiev ein. Wien, 14. Mai. Eine M'ttheilung der japanischen Regierung an die hiesige japanische Gesandtschaft aus Tokio vom 14. Mai besagt: Der japanische Prinz Kita Schirobawa brach mit den Hofärzten in Begleitung der Minister deS Aeußeren und des Innern nach Kioto zu dem verwundeten Großfürsten-Thronfolger von Rußland auf. Das Ereigniß hat im japanischen Volke große Besorgniß verursacht und die einheimische Presse drückt einmüthig Bedauern unb Erbitterung über das Attentat aus. Wien, 14. Mai. Der „Polit. Corr." zufolge beschäftigt die Fortdauer der Anarchie in Korfu und in Zante die ernste Aufmerksamkeit mehrerer Eabmete. In Bezug auf die humanitäre Seite der Angelegenheit gilt in der diplomatischen Welt in erster Linie England zur Wortführung berufen, weil die jonischen Inseln ein Geschenk Englands an Griechenland seien. Einige andere Mächte müßten zugleich ihre Staatsangehörigen und Handelsintereffen schützen. Griechenland scheint nunmehr energische Maßnahmen zu ergreifen, von deren Wirksamkeit das weitere Verhalten der Mächte abhängt. Rom, 14. Mai. In der heutigen Sitzung der Kammer bei der Berathung des Budgets des Aeußeren erklärte Rudini, der Dreibund habe den Zweck, das europäische Gleichgewicht und den Frieden aufrecht zu erhalten. Eine große Nation müsse einer beständigen Richtschnur folgen, damit sie die Früchte ihrer Politik genießen könne. Betreffs der Vorgänge von New-Orleans dürfe man deren Bedeutung nicht übertreiben, noch daraus eine Frage der nationalen Würde machen. In der Politik der Handelsverträge bleibe er fest und werde er alles Mögliche aufbieten, um mit den benachbarten Mächten Handelsverträge abzuschließen. Rom, 14. Mai. Die demnächstige Encyclica des Papstes über die sociale Frage wird den Grundsatz des Collectiveigenthums zurückweifen und betonen, daß die katholische Lehre das vornehmste Element jeder Lösung der socialen Frage bilde. Die Encyclica erinnert an die Grundsätze des Evangeliums in Bezug auf die Brüderlichkeit der Arbeitgeber und Arbeiter. Die Kirche werde jederzeit das Ihre dazu beitragen, daß diese Grundsätze Anwendung fänden, und sie werde mit allen materiellen und moralischen Mitteln helfend eingreifen. Die Mitwirkung des Staates müsse sich auf die Regelung des Privateigenthums, auf die öffentliche Ruhe, auf das moralische und materielle Wohl der Arbeiter erstrecken. Das Ausschreiben behandelt sodann die Fragen der Feiertage, der Ausstände, der Löhne, Arbeitsdauer, Frauen- nnd Kinderarbeit, Kranken- und Unfallversicherung, der Hilfs- genoffenfchaften, sowie der Syndicate und schließt mit dem Lobe für das hierin bereits Geschehene und mit der Aufforderung an alle Betheiligten zur Pflichterfüllung. Paris, 14. Mai. Nach Meldungen aus Brest hat gestern 18 Meilen von Quessant entfernt zwischen dem deutschen Dampfer „Friedrich Krupp" und dem englischen Dampfer ^Mentana" ein Zusammenstoß ftattgefunben, in Folge letzterer sofort sank. Die Bemannung wurde gerettet und von dem deutschen Dampfer ausgenommen. Das Wetter war sehr nebelig. Paris, 14. Mai. Ein Telegramm aus Buenos AyreS besagt, eS circulire das Gerücht, der Congreß wolle eine neue Papiergeld-Emission und Einführung des Zwangs- Courses beschließen. Es werden zahlreiche Versammlungen veranstaltet, um hiergegen zu protestiren. St. Etienne, 14. Mai. Eine neue Versammlung der A rb eit er- De l e g ir ten steht wahrscheinlich bevor. Der Srrike dürfte scheitern. Luxemburg, 14. Mai. Der Mörder des Oberstlieute- uants Prager ist in dem benachbarten Dorfe Hollerich, wo derselbe bei einem Ackersmann bedienstet war, verhaftet worden. Derselbe, Namens Uebing, ist seiner Zeit aus dem deutschen Heere desertirt. Er hat die That eingestanden- der Chronometer und das Portemonnaie des Ermordeten wurden bei ihm vorgesunden. Brüssel, 14. Mai. Zahlreiche Arbeiter sammelten sich heute Abend in der Nähe der Börsesbehufs einer Kundgebung an. Die Polizei schritt ein und zerstreute die Arbeiter, welche sich jedoch bald wieder zusammenrotteten. Gegen 10 Personen wurden verhaftet. Mehrere Meetings zu Gunsten der Verfassungsrevision und der Weitersührung .des Strikes wurden von den Socialisten abgehalten. Danach zogen Arbeiterhausen, die Marseillaise singend, durch die Stadt und schlugen an vielen Häusern die Fensterscheiben ein. Die Polizei zerstreute die Tumultuanten mit Säbelhieben. Brüffel, 14. Mai. Ueber 3000 Metallarbeiter stellten heute Morgen die Arbeit ein und hielten Vormittags eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Sie zogen dann nach Molenbeck, um die Arbeiter zum Strike zu bewegen. In vielen Etablisiements wird in Folge des Strikes Abends das electrische Licht fehlen. Brüffel, 14. Mai. Der Bürgermeister giebt durch Schreiben an das Comite des Brüsseler Bundes der Arbeiterpartei bekannt, er werde bis aus Weiteres ein Meeting auf öffentlichem Platze nicht gestatten. Die Polizei werde jede den Verkehr hindernde oder Unordnung hervorrusende Versammlung zerstreuen. Lüttich, 14. Mai. Eine Besserung aus den meisten Gruben des Stadtgebiets ist bemerkbar. In den übrigen Becken wird die Arbeit ausgenommen. London, 14. Mai. Der Londoner Gemeinderath bewilligte heute dreitausend Pfund für den Empfang des deutschen Kaisers. Während der Sitzung wurde die Mittheilung gemacht, die Königin würde wahrscheinlich eingeladen werden, die City zu derselben Zeit zu besuchen. London, 14. Mai. Der Besuch des Kaisers Wilhelm ist jetzt endgiltig aus den 10. Juli festgesetzt. Es findet ein Dejeuner in der Guildhall mit Ueberreichung einer Adreffe in einem Goldkästchen statt. Gibraltar, 14. Mai. Der italienische Dampfer „Stura" mit 860 Auswanderern, von Neapel nach Newyork, stieß bei Punta di Europa mit dem englischen Dampfer „Buccaneer" zusammen. Von den Dampfern wurde der italienische so beschädigt, daß ein anderer Dampfer zur Weiterbeförderung der Passagiere telegraphisch bestellt wurde. Niemand ist verletzt. Petersburg, 14. Mai. Nach einer hier eingegangenen amtlichen Nachricht ist das Befinden des Großfürsten- Thronfolgers vollständig zufriedenstellend. Der Mikado, die Prinzen und die hohen japanischen Würdenträger statteten dem Großfürsten wiederholt Besuche ab und sie werden ihn nach Kobe begleiten, wo er sich an Bord des „Pamjät Asowa" einzuschiffen gedenkt. Petersburg, 14. Mai. Der „Nowoje Wremja" zufolge ist die japanische Bevölkerung durch den Mordanfall gegen den Zarewitsch so erbittert und aufgebracht, daß sie den Attentäter nahezu getödtet hätte. Er wurde nur durch die Polizei vor weiteren Mißhandlungen gerettet. Athen, 14. Mai. Nach den aus Korfu eingegangenen Nachrichten ist die Lage dortselbst unverändert. Unter den Christen herrscht noch immer große Erregtheit. Das Jnden- viertel bleibt cernirt. Es sollen abermals zwei Inden getödtet sein. Shanghai, 14. Mai. (Reutermeldung.) Nach der Zerstörung der katholischen Mission in Wuhu steckten die Chinesen die Wohnhäuser der Zollbeamten in Brand und plünderten und zerstörten das englische Con sulat. Dem englischen Consul und den zum Consulat gehörigen Frauen gelang es, sich zu retten. Der Consul soll verwundet sein. Der Bericht schließt mit der Angabe, daß die Ruhe in Wuhu wiederhergestellt sei. Seraing, 14. Mai. Die Anzahl der strikenden Kohlengrubenarbeiter der „Societv Cockerill" nimmt ab, ebenso in den anderen Werkstätten. Buenos-Ayres, 13. Mai. Der Congreß berieth die Interpellation betreffs des Marsches der chilenischen Truppen entlang der argentinischen Grenze. In einer Resolution wurde die Regierung aufgefordert, die Neutralität zu wahren und einen starken Truppentheil in den Anden aufzustellen, um einen Uebertritt der Kriegführenden auf argentinisches Gebiet zu verhindern.. Die deutsche Ausstellung in London. (Nachdruck verboten.) London, tnt Mai 1891. Schon seit mehreren Jahren fanden hier in London jeden Sommer und Herbst specielle Ausstellungen verschiedener Nationen statt, welche dem Engländer die in jenen Ländern gemachten Fortschritte in Industrie, Kunst und Gewerbe re. vorführten. Den Anfang machten die Amerikaner mit Buffalo Bill (Oberst Cody) und seinen Rvthhäuten; ihnen folgten die Spanier, Italiener und Franzosen und nun ist dieses Jahr die Reihe an uns gekommen, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, dürften wir in keiner Weise unseren Vorgängern nachstehen. Soweit es eine ausgezeichnete Organisation, sowohl in Deutschland, als auch hier in London, was Mühe und Arbeit vermögen, verspricht Alles einen glänzenden Erfolg, nur über eins können wir nicht gebieten, das Wetter, und die kalten nassen Sommer der letzten Jahre waren für die vorhergehenden Ausstellungen ein großer Hemmschuh. Aber „Gott verläßt den Deutschen nicht" sagt das alte Sprichwort und hoffentlich wird es auch diesmal zur Wahrheit. Möge Jupiter Pluvius uns günstig sein! Nach den vielen schlechten Jahren und dem überaus langen kalten Winter könnte man annehmen, daß der Sommer von 1891 ein schöner und warmer sein wird. Die Ausstellungslocalitäten mit den dazu gehörigen großen Gärten und Anlagen, den Maschinenräumen rc. nehmen einen Flächenraum von über 6 Hectaren ein und sind im Westen von London, also in seinen besten Theilen, zwischen den Vorstädten West Brompton und Carls Court, belegen. Mehrere Eisenbahnen haben Stationen in unmittelbarer Nähe, und Omnibus und Pferdebahn helfen den Platz schnell und billig erreichen. Der Grund und Boden ist das Eigenthum der Eisenbahneompagnien, die also in diesen Ausstellungen ein pecuniäres Interesse haben- bis nur wenige Monate vor der Eröffnung der amerikanischen Schau war derselbe ein bloßer Krautgarten. Aber eine Armee von 1000 Arbeitern bei Tage und 1000 bei Nacht bewirkten die Verwandlung und in vier Monaten waren Gebäude und Gärten vollendet, aberdings mit großem Geldaufwand, der durch vielfache neue Anlagen und Veränderungen bis letztes Jahr nicht weniger als 150 000 Pfd. Sterl. betrug. Eine deutsche Ausstellung in London ist, wenn wir die große Eifersucht in Betracht ziehen, die der Engländer gegen alles Deutsche bekundet, ein nie dagewesenes Unternehmen. Keine Nation der Welt sieht er mit so scheelem Auge an, als gerade die deutsche, und aufrichtig gesagt, er hat genügend Grund dafür, wenn er in dem neugeeinten Reich einen gefährlichen Rivalen erblickt. Eben jetzt werden die officiellen Berichte über den Schisffahrtsverkehr durch den Suez-Canal im letzten Jahre veröffentlicht, welche zeigen, daß der englische Antheil daran, obwohl noch immer fast zwei Drittel des Gesammtverkehres ausmachend, doch, wenn auch nur um etwas Geringes, zurückgegangen ist, während sich der deutsche geradezu verdoppelt hat. Deutschland kommt jetzt darin direet nach England, Frankreich hat den dritten und Holland den vierten Platz. Das vor einigen Jahren erlassene Gesetz, daß alle in England eingesührten fremden Güter auf Emballage und auf den Fabrikaten selbst mit dem Namen des Ursprungsortes bezeichnet werden müssen, um hier Eingang zu finden, war vor Allem die Furcht vor der deutschen Concurrenz, der Engländer hat sich aber dadurch mit seiner eigenen Waffe geschlagen, denn die Bezeichnung „deutsches Product" ist nachgerade zu einer Reclame für diese Fabrikate geworden. Es ist wirklich comisch, in den englischen Seebädern Tassen und • Teller rc. zum Verkaufe ausgestellt zu sehen, die mit Ansichten dieser Platze ausgeschmückt sind, aber darunter die Bezeichnung „Deutsches Product" oder „Angesertigt in Deutschland" tragen. Wie dem auch immer sei, wir müssen anerkennen, daß wir von England gar Vieles gelernt haben und wir hoffen, ihm dies Jahr zu zeigen, daß wir ihm in keiner Weise nachstehen, ja es sogar in manchen Sachen, wie z. B. in Chemikalien, übertreffen. Die Leitung des Ganzen liegt in den Händen des Herrn John B. Whitey, der dieselbe Stellung in allen vorhergehenden Unternehmungen bekleidete, und ihm zur Seite steht ein berathendes Comite mit dem in der hiesigen deutschen Colonie so einflußreichen und hochgeachteten Herrn v. Ernst- Hausen als Vorsitzenden. In Deutschland steht Herr B. W. Voigts in Berlin an der Spitze des Comitös mit Fürst Blücher von Wahlstadt als Präsident. Nebenbei haben eine Anzahl von Nobelleuten, Künstlern und Gelehrten es unternommen, dem Empfang der in großer Anzahl zu erwartenden Gäste ihre Sorgfalt angedeihen zu lassen. Daß daL Unternehmen in allen Kreisen in Deutschland Anklang gefunden hat, wird schon dadurch bewiesen, daß der Name des Herzogs Ernst von Coburg-Gotha au der Spitze des Programms als Ehrenpräsident steht. Derselbe sandte eine Sammlung von Waffen, Schlingen und anderen Werkzeugen der Jagd, von den ältesten Zeiten bis auf heute, und Prinz Friedrich Leopold von Preußen folgt ihm darin nach in der Ausstellung von Trophäen der edlen Waidkunst. Ein Gleiches geschieht durch eine große Anzahl von deutschen Edelleuten. Was aber die Krönung des ganzen Unternehmens ausmachen wird, ist der fest versprochene Besuch unseres Kaisers, der aber leider nicht am Eröffnungstage (9. Mai) stattfinden konnte und da aus leicht begreiflichen Gründen, in Anbetracht der früheren Ausstellungen, kein Mitglied der englischen Königsfamilie an diesem Tage officiell zugegen sein konnte, so hat der Lord Mayor von London die Ausstellung eröffnet. Es ist natürlich jetzt noch viel zu früh, über die Ausstellungsgegenstände zu sprechen, wohl aber möchte ich Manches anführen, was auf das ganze Programm des Unternehmens Bezug hat. Das Arrangement der eingesandten Gegenstände liegt in den Händen des Herrn Jaffe vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin, während Herr Seidl, der bekannte Decorateur des verstorbenen Königs von Bayern, für alle Decorationen und scenische Ausschmückung sorgt. Der Besucher in diesem Jahre wird nicht, wie früher, eine ununterbrochene Doppelreihe von Ausstellungsgegenständen entlang der großen Halle, die gegen 350 m Länge hat, finden, sondern man hat dieselbe durch künstliche Bogen und Verzierungen in Höfe getrennt, von denen ein jeder eine bestimmte Klasse von Ausstellungsgegenständen enthalten wird. Die Mitte dieses Hauptgebäudes nimmt eine colossale Figur der Germania ein, deren lorbeergeschmückter Sockel mit den Wappen sämmt- licher deutschen Fürsten bedeckt ist. Da wo früher die Rothhäute von Buffalo Bill auf den etwas höher gelegenen Endpartien der Gartenanlagen ihr Lager ausgeschlagen hatten, da erhebt sich ein ungeheures Modell der Wartburg, nichts fehlt daran, das Lutherzimwer mit dem bekannten Tintenfleck und selbst das frische Glas Bier, was mau auf der alten Feste haben kann, hat seinen Weg übers Meer gesunden. In anderen Theilen der Gärten finden wir täuschende Nachahmungen von Scenerien vom Vater Rhein, Potsdam, München, eine alte Straße von Nürnberg und ein Holstein- sches Bauernhaus und schließlich auch das große Heidelberger Faß, in dessen Innern der Hungrige und Durstige für weniges Geld Speise und Trank finden kann. Für des Lebens Noth- burft ist überhaupt gut gesorgt, ein Jeder wird finden, was ihm zusagt und was ihm seine Tasche erlaubt und schon der Name unseres hier so wohl bekannten Kochkünstlers, des Herrn Gustav Bargen aus Berlin, birgt dafür, daß Reich und Arm zufriedengestellt werden wird. Und was den Durst anbetrifft, so genügt es zu sagen, daß Herr Sedlmeyer von München mit dem weit und breit berühmten Ruf seines Productes auch in London keine Unehre einlegen wird. Und wessen Beutel es erlaubt, der findet im ersten Stock desselben Gebäudes das feinste Gewächs vom Vater Rhein. Wohl keine der uninteressantesten Ausstellungsgegenstände werden eine lange Reihe von Wachsfiguren bilden, welche unsere deutschen Kaiser von Karl dem Großen her bis auf die neueste Zeit darstellen und die nach den Gemälden im Römer von Frankfurt a. M. modellirt sind. Auch unsere deutschen Künstler von Berlin, München und Düsseldorf nehmen ein reges Interesse an dem patriotischen Unternehmen, und die Abtheilung für Kunst verspricht das Großartigste zu werden, was London darin noch gesehen hat. Die edle Musika ist nicht vergessen worden, und Arrangements sind getroffen worden, um sie dem Engländer in allen Nüancen vorzuführen. Von militärischen Corps sind bis jetzt die des 1. Großh. Hess. Jns.-(Leibgarde-)Regiments Nr. 115 in Darmstadt, 'des 6. Kgl. Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 105 in Straßburg, des 2. Bayrischen Regiments Kronprinz in München, des Regiments des Herzogs von Ratibor, engagirt. Herr Gungl mit seiner Gesellschaft wird jeden Tag spielen und außerdem werden zwei Tyroler Banden und ein ungarisches Knabencorps gegenwärtig sein. Die große Arena, in welcher Buffalo Bill den Engländern das Leben im wilden Westen vorführte und die Sitze für 15 000 Personen enthält, ist dazu bestimmt, Scenen aus der militärischen Entwicklung Deutschlands von Karl dem Großen au zu zeigen und etwa 700 Personen und eine große Anzahl Pferde werden an der Reihe der verschiedenen Vor- stellungen theilnehmen. Ich glaube bereits genug gesagt zu haben, um das Interesse an diesem nationalen Unternehmen zu erregen. Gar viele unserer Landsleute rüsten sich bereits, um Deutschland in London selbst zu sehen, und den übrigen verspreche ich mein Bestes zu thun, um sie von Zeit zu Zeit über das Interessanteste informirt zu halten. Rudolph Schück. Cocate» nnö provinzielles. Gießen, 15. Mai. — Sitzung der Stadtverordneten vom 14. Mai. Anwesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Hornberger, Jughardt, Löber, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Dr. Thaer und Vogt. Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt Herr Oberbürgermeister Gnauth ein Schreiben des Kunstvereins zur Kenntuiß, worin der Verein für den bewilligten jährlichen Beitrag und das der Sache betätigte sonstige Interesse der Stadtverordneten - Versammlung seinen Dank abstattet. — Weiter wird mitgetheilt, daß sowohl die Lehrer an der hiesigen Volksschule wie die Handarbeitslehrerinnen ihren Dank ab- geftattet haben für den in der Sladtverordneten-Versammlung gefaßten, die Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse betreffenden Beschluß. — Das Gesuch des Herrn Wilh. Seuling um Uebertragung der Concession zum Ausschank von Branntwein über die Straße in sein neues, neben dem seitherigen belegenes Verkausslocal in der Nordanlage wird befürwortet. — Betr. Ausbaues des Erdkauterwegs im Sinne einer Eingabe des Herrn Steinbach, welcher den Weg als Zufahrtsstraße nach seiner neu errichteten Dampfziegelei benutzen will, wird, nachdem die in voriger Sitzung beschlossene Augenscheinseinnahme stattgefunden, nach dem Anträge der Baudeputation beschlossen. Danach soll die Chaussirung des Weges erfolgen, sofern Herr Steinbach den Steinfuhrlohn trägt, einen außer Betrieb*gesetzten Steinbruch im alten Feld unentgeltlich an die Stadt abtritt und die Anlieger das zur theilweisen Verbreiterung des Weges nöthige Gelände unentgeltlich überlassen. — Das Gesuch des Herrn Chr. Petri V. um Herstellung einer Einfahrt in seine Privatstraße von der Bahnhofstraße aus wurde in der Sitzung vom 9. April ds. Js. genehmigt unter der Bedingung, daß Gesuchsteller die aus ca. 550 Mk. veranschlagten Kosten für Errichtung zweier Einfallschächte, Gossen- pflasterung u. s. w. trägt. In einem neueren Gesuche legt Herr Petri dar, daß bei der verhältnißmäßigen Bedeutungslosigkeit dieser Privatsttaße die bedungenen Aufwendungen nicht nöthig seien, man solle ihm die Ableitung des Regen- Wassers nach dem vorhandenen Canal an der Bahnhofstraße, des Abfallwassers nach dem Stadlbach und weiter gestatten, die Gosse in der Bahnhofstraße auf 3 Meter Länge auswärts von dem bestehenden Einfallschachte an zu überbrücken. Das Gesuch wird bezüglich der Wasserableitung genehmigt, bezüglich der Gossenüberbrückung abgelehnt. — Die Sitzungen des Schwurgerichts am Landgericht der Provinz Oberhessen für das 2. Quartal 1891 werden am Montag den 15. Juni ihren Anfang nehmen. — Der Oberhesfische Verein für innere Mission wird nun fein Jahresfest am 17. Juni in Gießen halten. — Der Lrunusclnb ju Frankfurt a. M. unternimmt am 31. Mai eine Clubtour von Wetzlar über Hohensolms und Gleiberg nach Gießen. Herr Prof. Dr. Buchner hier hat die Führung während der sechsstündigen Marschzeit übernommen. — Ernennungen. Die Finanzaceessisten Chr. Braun in Gießen und Carl Damm in Mainz wurden zu Steuer- assessoren ernannt. 2\ 9libba, 13. Mai. Heute ward der neue Friedhof der israelitischen Gemeinde in Nidda eingeweiht. In Begleitung des Bürgermeisters und der Stadträthe ward vorerst Abschied von der alten Ruhestätte genommen. Herr Rabbiner Dr. Levi von Gießen hielt eine würdevolle Rede, worin er besonders betonte, daß man den verlaflenen Friedhof immer wieder besuchen möge, um die Anhänglichkeit an seine Geliebten, die dort ruhen, frisch zu erhalten. Auf dem neuen Friedhof — der dicht an den christlichen grenzt — hielt der Rabbiner wieder eine sehr gefühlvolle Rede und sprach die Wünsche aus, daß alle diejenigen, die da ihre letzte Ruhe finden mögen, so rein und unschuldig seien, als das kleine, halbjährige Kind, das man der Gruft übergebe, und daß nicht allein Frieden hier herrsche, sondern daß auch im täglichen Leben die Menschen sich als Brüder lieben und achten sollen. Außer den Jsraliten waren noch viele andere Bürger Niddas anwesend und hörten den Worten des greifen Gelehrten andächtig zu. -ck. Vom Vogelsberg, 14. Mai. Die gefürchteten drei „Eisheiligen" (11., 12. und 13. Mai) sind vorüber, ohne mir eine Spur, wenn man das unbedeutende Fallen der Temperatur in verflossener Nacht nicht in Betracht zieht, zu hinterlassen. Sie haben mithin unsere frühere ausgesprochene Erwartung erfüllt und gelinde Saiten aufgezogen. Vielleicht auch haben sie sich gescheut, vernichtend in den köstlichen Blüthenschmuck des Mai einzugreifen. In der That, wenn jemals der Mai den Namen „Wonnemonat" verdient, wenn er jemals die Dichter begeistert, so kann er nicht schöner gewesen sein als der jetzige. Das ist eine Blüthen- fülle, wie wir sie köstlicher niemals geschaut. Das sind nicht einzelne Blüthen, das sind ganze Blüthensträuße, welche von den Obstbäumen in schneeigem Weiß leuchten und die Lust mit ihrem würzigen Duft erfüllen. Die Kirschbäume haben schon abgeblüht, dagegen stehen die Birn- und Pflaumenbäume in voller Blüthe. Dazwischen leuchtet das zarte Mattrosa der Knospen der Apfelbäume- auch ihre Blüthen sind am Ausbrechen und dürften mit den Zwetschenbäumen in voller Blüthe am Pfingstfeste stehen, dieses herrlich ausschmückend. Dazu das einzig treffliche Maiwetter, welches ein vorzügliches Abblühen der Obstbäume ermöglicht. Die besten Vorbedingungen zu einer reichen Obsternte sind also vollauf gegeben. — Die ganze Vegetation zeigt durch das vortreffliche Wetter, das selbst Schulze Hoppe sammt dem vergessenen Winde nicht besser hätte machen können, ein überaus üppiges Wachsthum. Bon der strengen Herrschaft des Winters ist nichts mehr zu bemerken, außer den großen, kahlen Stellen im Wiesengrund, aus denen das Gras vollständig bis zur Wurzel erfroren ist, und die sich sonderbar im saftigen Gras-Teppich der Wiesen abheben. — Die landwirthschaftlichen Arbeiten sind fleißig von statten gegangen, und prächtig keimt die junge Sommersaat. Einzig vollkommen steht der Klee, dadurch dem Futtermangel bald abhelfend. — Auch die Birnen haben gute Zeit und können durch das gute Wetter die erste Tracht ausgiebig ansnützen. Alles in Allem: der wunderschöne Mai entschädigt uns reichlich für die Unbilden des Winters und macht so recht wahr das schöne Uhland'sche Wort: „Es blüht das fernste, tiefste Thal, das Blühen will nicht enden. Nun armes Herz, vergiß der Qual, es muß sich Alles wenden!" 8. C. Bad-Nauheim, 14. Mai. Die zwanglosen geselligen Zusammenkünfte der hier und in der Umgegend ansässigen und der zur Kur hier anwesenden alten Corps st u denken finden auch dieses Jahr wieder während der Dauer der Badesaison jeden Sonnabend Abends 8 Uhr im „Hotel Kaiserhof" dahier statt. Alle zum Kösener 8. O.-Verbande gehörenden A. H. A. H., Aetive und Nicht- active, sind freundlichst und ergebenft eingeladen. vermischtes. *△ Mainz, 13. Mai. Der Gouverneur der hiesigen Festung, General v. Reibnitz, veröffentlicht in der Streitsache zwischen dem Architekten Heyl und zwei Offizieren heute eine Erklärung, der wir Nachstehendes entnehmen: Das Gouvernement schreibt, daß nach dem Ergebniß der noch nicht abgeschlossenen Untersuchung die bisherigen Zeitungsdar- ftellungen sich keineswegs als zuverlässig, vielmehr zum großen Theil als sehr übertrieben, gehässig und besonders auch als aushetzend erwiesen haben. Insbesondere steht fest, daß Lieutenant Leydhecker ohne seinerseits gegebene Veranlassung auf das Schwerste von dem Architekten Hehl beleidigt und zu einem Einschreiten gegen diesen provocirt worden ist, weß- halb es angezeigt erscheint, das Resultat der Untersuchung abzuwarten, bevor namentlich die Presse sich Urtheile erlaubt, die auf unbegründeten Annahmen beruhen. — Die strikenden Schreinergesellen sind mit der Niederlage, welche sie bei dem Ausstande erlitten, nicht zufrieden und versuchen jetzt, einen General st rike in Scene zu setzen, d. h. die Arbeits- eiiistellung auch auf diejenigen Werkstätten auszudehnen, in welchen die Forderungen bewilligt wurden und zwar auf so lange, bis die aus verschiedenen Werkstätten ausgeschlossenen Gesellen wieder Aufnahme gesunden haben. In einer gestern stattgehabten Versammlung wurde ein diesbezüglicher Beschluß gefaßt. Wie die Verhältnisse eben liegen, läßt sich für die Gesellen von diesem neuesten Schritt auch kein Erfolg versprechen. * Frankfurt a. M., 13. Mai. Das Panorama der Schlacht von Weißenburg, gegenüber dem Palmengarten, hat für die Dauer der electro-technischen Ausstellung den Eintrittspreis auf 1 Mk. an Wochentagen und aus 50 Pf. an Sonn- und Feiertagen ermäßigt, so daß das Entree an beiden Pfingstfeiertagen bereits 50 Pf. beträgt. * Paris, 10. Mai. Die Eheleute Cournon im Onol- thale bei Marseille zeigten vor einigen Tagen dem Polize,- commissar ihres Bezirks an, sie hätten, von einem Ausgange zurückgekehrt, ihre 23jährige Magd Anna Faure im Bassin ihres Gartens ertrunken gefunden. Sie habe in den Händen einen Papagei gehalten und fei gewiß, indem sie den Vogel habe fangen wollen, ins Wasser gestürzt. Wie der Staatsanwalt jedoch in Erfahrung gebracht, ist diese Erzählung unwahr. Es handelt sich um ein lange von dem Ehepaare Cournon und einem gewissen Ardisson vorbereitetes Verbrechen. Der Staatsanwalt schöpfte Verdacht, als er erfuhr, daß das Leben der Magd für 100,000 Francs versichert sei. Die angestellte Untersuchung ergab, daß Cournon im Einverständniß mit Ardisson bei allen Stellenvermittlern nach einem für seine Pläne geeigneten Mädchen gesucht habe. Anna Faure, die jung und voü kräftiger Gesundheit war, schien ihm geeignet zu sein; er behandelte si? gut und schlug ihr eines Tages vor, sich für 100,000 Francs zu versichern. Cournon ging nun zur Lebensversicherungs - Anstalt „La France", stellte Anna als junges Mädchen aus guter Familie vor, die von einem älteren Herrn, Ardisson, beschützt werde. Das Versichernngsgeschäft wurde am 10. April abgeschlossen. Vier Wochen später fiel das Mädchen der Habgier Cournons zum Opfer. Sie ist erst mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen und betäubt worden. Dann hat man sie nach dem Bassin geschleppt. Universität» > Nachrichten. — Der Kaiser hat dem ordentlichen Professor Dr. Franz Melde an der Universität zu Marburg den Charakter als Geheimer Regierungsralh verliehen. — An der Universität Greifswald wurden für da» laufende Sommerhalbjahr 310 Studirende immatrikulirt. Im Ganzen wird jetzt die Universität mit den auS dem verflossenen Winterhalbjahr verbliebenen von 832 Studenten besucht und zwar von 286 in der theologischen, von 87 in der juristischen, 386 in der medizinischen, 73 in der philosophischen Facultät. Orrkrhr, Ca*b« nnö OMfiwWWt- — Ararrkfrrrt a. M», 14. Mai. Gestern sind die ersten Kirschen zum Markt gebracht worden. EL ist südfranzösische Maare, die mit Mk. 1.50 -200 da« Pfund verkauft wurde. — Der gestrige Markt im städtischen Viehhof war befahren mit 449 Kälbern und 437 Schweinen; am Dienstag waren 132 Schweine am Markt gestanden. Die Urnsatzpreise steütm sich bei Kälbern erster Sorte auf 60-65 Pfg., zweiter Sorte auf 50 bis 55 Pfg., bei Schweinen erster Sorte auf 52-54 Pfg., zweiter Sorte auf 50-51 Pfg. per Pfund Schlachtgewicht. - Roher Krrrchtsast. Durch das Kochen büßt der Saft von fein aromatischen Beeren und Fruchten meist ganz beträchtlich an Aroma ein; um diesem vorzubeugen, sowie um einen möglichst klaren Hellen Saft zu erzielen, mache man aus 400 Gewichtstheilen reinem Wasser und einem Gewichtstheil Weinsteinsäure eine Lösung und gieße diese über die zu extrahirenden Beeren. Nach 24 Stunden schüttet man die Beeren in einen Spitzbeutel, läßt den Saft durchlaufen und setzt gleiche Gewichtstheile raffinirten Zucker zu. Die Rückstände der Beeren sind in der Küche noch zu verwenden. 2ttrchttche Anzeige« bet Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst- Samstag den 16. Mai: Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dingeldey. Pfingstsonntag, 17. Mai: Vormittags 9Vt Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 9Vt Uhr in der Friedhofscapelle: Pfarrer Dingeldey. _ „ Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nach den Gottesdiensten Collecte für die hessische Luther- sttftung- Pfingstmontag, 18. Mai: Vormittags 9Vr Uhr in der Kirche: Pfarrer Schlosser. (Konfirmation der Mädchen und Feier des heiligen Abendmahls. Vormittags 9Vi Uhr in der Friedhofscapelle: (Kandidat Michel aus Ostheim. Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach den Gottesdiensten C o l l e c t e für die Armen der Gemeinde. An Stelle der Nachmittagsgottesdienste werden vom Trinitatts- fonntag, 24. Mai, an FrühgotteSdie nste um 73/< Uhr gehalten werden. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 23. Mai besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Pfingstsonntag, 17. Mai: Samstag: Morgens um Vr7Uhr Taufwafferweihe; um 7 Uhr hl. Messe. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vt8 Uhr Gelegenheit zur hl> Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Va7 Ubr Austheilung der hl (Kommunion; um */r8 Uhr Militär- gottesdienst mit Predigt; um 8/<10 Ubr Hochamt mit Prediat. Nachmittags um Va3 Uhr Festandacht; nach Beendigung derselben Gelegenheit zur hl. Beichte. Pfingstmontag, 18. Mai: Montag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um '/»7 Uhr Austheilung der hl (Kommunion; um Vi8 Uhr MilitLr- gottesdienst mit Predigt; um ®/<10 Uhr Hochamt. Nachmittags um V23 Uhr Maiandacht. Freitag: Abends 6 Uhr Maiandacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, 16. Mai. Freitag Abend 7°° Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 400 Uhr, Samstag Abend 830 Uhr. Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 15. Mat, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 12^2 Grad Reaumur. L. (Khr. Rübsamen Wwe. Emser, Selters, Fachinger, Salzschlirfer, Friedrichshaller- und Hunyadi-Janos-Bitterwasser etc. Zuthaten Schwimmunterricht und Badezeit für Kinder von Vormittags 10—12 Uhr und Praktisch! von Bernhard Töpfer, Lingenfeld, gewissenhaften tüchtigen Leuten geführt. - Die Anstalt ist von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr, an Sonntagen nur Vormittags von 6—12 Uhr geöffnet. Die Liste zur gefälligen Einzeichnung liegt in der Anstalt offen, woselbst auck alles Nähere zu erfahren ist, und lade zum Abonnement ergebenft ein. 4657 Ptu Carl Euler. Bade, und Dcbwimm Anstalt von Ph. Car! Euler ist eröffnet. Voranschlag, Plan und Uebernahms-( SHwmimunrerrrau ur Bahnhofstraße 40. en detail» e> dingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Lollar zur Einsicht offen. Gießen, am 13. Mai 1891. Der Kreisingenieur Die Vaterländische Sagel-Nerßlheruugs-GeseWaft m Elberfeld, gegründet mit einem Kapitale von drei Millionen Mark, versichert zu billigen und festen Prämien, bei welchen nie eine Nachzahlung erfolgen kann, Bodenerzeugniffe aller Art, sowie Glasscheiben gegen Hagelschaden. (4326 Die Versicherungen können auf das laufende Jahr, oder auf unbestimmte Dauer, oder auf eine bestimmte Reihe von Jahren abgeschlossen werden; für letztere wird ein entsprechender Prämien-Rabatt gewährt. Die Schäden werden in liberaler Weise regulirt und die festgestellten Entschädigungsbeträge prompt innerhalb Monatsfrist voll ausgezahlt. Nähere Auskunft über die Versicherungsbedingungen und Antragsformulare bei den unterzeichneten Agenten: anerkannt vorzügliche- Fabrikat, empfiehlt I. Happel, Neustadt 56 Vergebung von Pflasterarbetten. Die zu 1079 25 veranschlagten Pstasterarbeiten an der Kreisstraße Gießen-Rödgeu sollen Dienstag den 26. Mai l. I., Vormittag- 9 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst der Voranschlag und die Bedingungen zur Einsicht offen liegen, im Submissionswege vergeben werden. Gießen, am 13. Mai 1891. sowie alle übrigen Farben, Lacke, Firnisse, »roneen, Pinsel und Materialwaaren empsehlen Benner & Krumm, Zu bevorstehenden Festtagen bringe mein Weinlager in empfehlende Erinnerung. Daniel Heil, Ausverkauf von Uhren, Gold- »nd Silberwaarcn zu Fabrikpreisen. Einjährige Garantie für jede von mir gekaufte Uhr. 4073 VFilke SSoycr» Emil Schmall Zum Frankfurter Hof. Kragen-u Manschetten* Knöpfe, Hosenträger, sowie sämmtliche Unterzeuge in Wolle und Baumwolle, jeder Jahreszeit aus besten Wetterauer Aepfeln gekeltert empfiehlt in Flaschen und Gebinden Emil Schmall, Zum Frankfurter Hof. Ziehung bestimmt 30. Mai. 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Der Abonnementspreis beträgt per Saison: a. Ordentliche Mitglieder . . 3 Jl. Eintrittsgeld......1 „ b. Außerordentliche Mitglieder . 3 „ Söhne von Mitgliedern zahlen, wenn sie sich in dem Knabenhaus aus- uud ankleiden, unter 14 Jahren nichts. Großes eingezäuntes Bassin sür Nichtschwimmer. 4567 ______________________Der Vorstand. Samstag den 16. Mai Gietzener Anzeiger. Beilage,« Ne- 11t. - 1891; awi der Heidelbeere rein und unverfälscht dargestellter Beerenwein, welcher ärztlicherseits als Ersatz der zumeist gefälschten Tokaver - Weine dringend empfohlen wird. — Dr. Aumann’s Süsser Heidelbeer-Wein ist em vorzügliches Getränk zur Kräftigung für Keconvalescenten und Kinder, und auch als Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenleiden etc. etc. mit gutem Eriolg angewendet — 1/1 Originalflaache Mit. l-ZO-t Man achte den Namen Dr. Aumann. Zu haben in nacWolg. Depots : Vergebung von Bauarbeiter». Die nachstehenden, zur Erbauung eines Schulhause- für die Ge° meinde Lollar erforderlichen Ar- beiten und Lieferungen sollen am Freitag den 22» Mai, Vor-! mittag- 9 Uhr, ’ im Gemeindehaus daselbst im Sub-i missionswege vergeben werden und zwar • veranschlagt zu! Erd- und Maurerarbeiten 3824 30 ■ | Behrens’schen « Linoleum-Fustbodenlack » ^5 bester Fussbodenanstrich S jlcpjedtici« it brwl nijwol „ Langsdorf „ „ Steinbach „ „ Steinheim „ „ Treis a./Ld. „ in Langgöns Hr. Konr. Brücket IX., H. Roth XI., Cr»sta»-Block-Eis (reinstes Natureis) in crystallklaren Blöcken von 100 bis 150 Pfund, außerordentlich kühlfähig, offerirt bei Lieferung fiir den ganzen Sommer zu äußerst billigem Preise Garantirt rein! Apfelwein Garantirt rein! Vergebung von Wegebauarbeiten. Die zum Ausbau des Landwegs von Caldern nach Dilschhausen (Kreis Marburg) erforderlichen Erdarbeiten (veranschlagt zu 5338 J&), Chaussi- rungsarbeilen (veranschl. zu 5216 J&), und Maurerarbeiten (veranschlagt zu 1300 «/<), sollen auf dem Submissionswege vergeben werden und sind verschlossene Offerten bis zum 30. d. M., Vorm. 11 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureicheu Zeichnung n und Bedingungen sind daselbsti.denVormirlagSstunden einzusehen. Abschriften der Massen- berechnungen können gegen Erstattung der Schreibgebühren verabfolgt werden. Marburg, den 13. Mai 1891. Der Landes-Bauinspector: __B rüni n^g._______4610 " Die Ger'ichtsfchreibereien Gr. Amtsgerichts Gießen suchen geübte Schreib- gehülfen im Alter von 17 bis 24 Jahren zum sofortigen Eintritt gegen eine jährliche Vergütung von 400 bis 500 Mark. _____4615 Dampftreschmaschinen- Persteigerung. 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