Rr. 267. Zweites Blatt. Sonntag den 15. November 1891 -»glich, latooN* kJ •kirte^l. »k Girtzikr 3N*w<*#ratfM le*er**toynlM 2 M«rk 20 Psg. M Bringcrtshv. Durch die Pv- be|eje 2 «fort 50 Vfo Rebectiwtt, SxpedWvv trab Druckerei: fltriHbM A«ch»«ch-r 6L Amts» und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Mcaäa t«g rrtodemkn »hurnnrr bU Bem. 10 Ufr. tSveltUge. gfflWIUlCIHHtUW. | fdt ben .Biegen» nrtftf. WBMIMWMWJJI.IIJL.JJI.IIWI ■ »- J!LlMBgBBWg" JH..I J JJ!«J!LE! MWWKgMMMWMWWMMBWWMWilMMMBM rlnrtlichev Theil. Bekanntmachung. Montag, den 23. November 1891, Nachmittags 2 Uhr, wird in dem Englischen Hof (bei Herrn Christian Wagner) zu Grünberg eine Generalversammlung des landwirthschast- lichen Bezirksvereins Gießen abgehalten werden. Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins und der landwirthschaftlichen Ortsvereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrer Leithiger zu Alsfeld, über: „Die rationelle Bewirthschaftung des Bauerngutes." 2. Vortrag des Herrn Kreisveterinärarztes Gerhard zu Grünberg, über: „Zucht und Pflege des Rindviehes mit besonderer Berücksichtigung der Zuchtbullen." Gießen, den 9. November 1891. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath. totales mtö provinzielles. Gießen, 14. November 1891. — Sitzung Großherzogl. Handelskammer vom 10. November 1891. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Heichelheim, Hornberger, Katz, Kraatz und Wort- mann. Die Neuwahl der Vertreter bei den Königl. Preuß. Bezirks-Eisenbahn-Räthen Köln, Frankfurt a. M. und Hannover ergab Wiederwahl der seitherigen Mitglieder: Herr F. C. B. Koch als Mitglied jener Körperschaft und Herr A. Katz als stellvertretendes Mitglied. — Bei der Ergänzungswahl Großherzogl. Handelskammer pro 1892 scheiden aus (sind aber wieder wählbar) die Herren S. Heichelheim, C. Klingspor und R. Scheel. Das Nähere besagen die Publicationen. — Die Handelskammer Mann- heim befürwortet eine durch das Reich oder die Einzelstaaten einheitlich zu organisirende Saatenstands-Berichterstattung und begründet die Vortheile einer solchen Statistik in eingehender Weise. Die Handelskammer beschließt, diese Bestrebung zu unterstützen. — Der Vorsitzende berichtet über die am 4. November stattgefundene Gesammtsitzung des Bezirks- Eisenbahnraths Köln. Dieser Körperschaft war von Seiner Excellenz dem Herrn Minister Thielen ein Antrag der Handelskammer Bielefeld — die Aushebung der Auslands-Tarife für Steinkohlen betreffend — zur gutachtlichen Aeußerung überwiesen worden. Dieser Gegenstand war nicht auf der Tagesordnung vorgesehen, doch ward die Dringlichkeit beschlossen, der Antrag dem Ausschuß überwiesen. Es soll dieserhalb eine Gesammtsitzung am 21. December l. I. stattfinden. Unser Vertreter präcisirte dort den Standpunkt unserer Kammer, welche zuerst (und zwar im Jahre 1889) die Aufhebung der Exporttarife beim Herrn Minister Maybach beantragt habe — leider ohne Erfolg. Inzwischen seien die Zustände noch bektagenswerther für den inländischen Con- sum, namentlich die minder bemittelten Volksklaffen geworden und auch die Hochofen-Industrie leide seit dem niedrigen Roheisenpreis sehr unter den Preisbildungen der Kohlen- Syndicate, sodaß aus jenem Lager jetzt eine wirksame Unterstützung in unserem Sinne zu erwarten sei. Die Kammer beschloß, aus's Neue selbständig vorzugehen, sowohl beim Königl. Preußischen Herrn Minister, wie auch bei Großh. Ministerium und die hessischen Handelskammern zu gleichem Vorgehen auszufordern. — Seitens der Handels- und Gewerbekammer in Wien geht uns eine Mittheilung, betr. Bestimmungen für die Neuregistrirung und Erneuerung der Registrirung von gewerblichen und Handelsmarken zu, was wir Interessenten mit dem Anfügen zur Kenntniß bringen, daß qu. Bestimmungen bei uns eingesehen werden können. — Der Getreidemarkt. Der europäische Getreidemarkt zeigt seit Wochen eine characteristische Signatur. Treten einige auf die Preissteigerung wirkenden Momente ein, so schnellen die Preise für Roggen, Weizen und Hafer per Tonne sofort um 2 bis 3 Mark in die Höhe. Alsbald zeigt es sich aber, daß sich zu den erhöhten Preisen nicht viel Kauflustige finden und das Geschäft verstaut wieder, weil eben die Preise an sich schon sehr hoch sind, und alle großen Händler und Mühlenbesitzer mit einem Preisabsall in Folge der großen Zufuhr amerikanischen Getreides rechnen. Gegen die Vorwoche ist in Folge des Preisdruckes in Amerika sogar ein kleiner Rückgang der Preise für Weizen, Roggen und Hafer von 1 bis li/2 Mark per Tonne eingetreten. Nachrichten aus Petersburg wollen nun aber wissen, daß in Folge des großen Nothstandes in Rußland dort wahrscheinlich auch noch ein Ausfuhrverbot für Weizen und Hülsenfrüchte erlassen werden dürste, ein Umstand, welcher natürlich wieder steigernd auf die Getreidepreise wirken würde. △ Aus Oberheffeu, 12. November. Für die landwirthschaftlichen, kleineren Brennereien in unserer Provinz (Großbrennereien gibt es bei uns nicht) ist ein Bundesrathsbeschluß, der kürzlich gefaßt wurde, von Wichtigkeit. Der Mais (das Welschkorn) gehört zu den Getreidearten. Wer Getreide brennt und zur Hefebereitung übergeht, kann bei der nächsten Neucontingenttrung um ein Achtel — 121/2 Procent vermindert werden. Nun sind aber die Kartoffeln in den letzten Wochen so im Preise gestiegen, daß der Doppelcentner, wie ihn der Acker gibt, d. h. nicht ausgelesen, mit 6 Mk. und darüber bezahlt wird. Jeder Land- wirth kann sich daraus berechnen, daß er besser thut, die Kartoffeln zu verkaufen, anstatt den Aufwand für Brennmaterial, Arbeitslohn, Gerstenmalz und Steuer zu machen, um den Branntwein aus den Kartoffeln zu ziehen. Doch kommt das warme Futter, welches dem Vieh so zuträglich und gesund ist, sehr in Betracht und nur ungern missen es die Landwirthe. Sie können es erreichen, wenn sie Mais brennen, denn dieser ist billiger als die diesjährigen Kartoffeln; er gibt einen etwas rauheren Branntwein, aber daneben ein vortreffliches Viehsutter. Allerdings gehört er zu den Getreidearten, aber wer ihn brennt, ohne daß er zur Hefenbereitung übergeht, dem wird das Kontingent in der nächsten Neucontingentirung nicht vermindert. Es ergibt sich daraus, daß den Brennern das Verarbeiten von Mais empfohlen werden kann. Der preußische Finanzminister hat in einer Verfügung an die Steuerbehörden ausgesprochen, daß die kleinen landwirthschaftlichen Brennereien, welche sonst nur Kartoffeln verarbeiten, für das Betriebsjahr 1891/92 befugt sein sollen, ohne besondere Genehmigung der Steuerbehörden zum Verarbeiten des Maises in beliebigem Umfange überzugehen. Bei uns wird das auch eintreten, Ferrilletsn. Sie «nd ihr Viertelsvetter. Erzählung von I. Bonnet. (6. Fortsetzung.) Da hörte sie einen Schritt in ihrer Nähe. Wahrscheinlich Lieutenant Hecht! Bevor sie ihre Thränen vollends getrocknet hatte, stand der Vater vor ihr. „Aber, Kind," sagte er mißgestimmt, „was soll das? Alles fragt fiach Dir, Hecht ist verzweifelt, was muß man von Dir denken? Bist Du unwohl?" „Nein, Papa!" „Nun, ich bitte Dich!" „Lieber, guter, bester Papa!" schmeichelte sie, ihn zu sich niederziehend. „Liebling, was hast Du in aller Welt? Wir haben wirklich keine Zeit. Komm!" „Erft antworte mir, bitte, bitte, allerbester Papa! Weß° halb erscheint Herr Emling nickt unter unseren Gästen? Ich bin ihm so viel Dank schuldig!" „Das ist ja alles ganz gut, liebes Kind, jedoch, in der Thal, er paßt wirklich nicht in unsere Kreise." „Ah, er ist nicht nur hier gewesen, Ihr habt ihn sogar kennen gelernt?" rief Ottilie aufspringend. „Wenn er es war, ich glaube, hm, ja- Mama sprach mir von dem jungen Menschen. Du ließest ja nicht nach, und da hat sie ihn angenommen, als er kam, und . •" „Und?" rief Ottilie. „Mama sagt, er mag ja ganz nett und tüchtig sein in seiner Weise, jedoch, liebes Kind, wir gehören uns wirklich nicht allein, wir sind gehalten, Rücksichten zu nehmen, meine Stellung, unser Haus ... Es geht nicht, mein Kind. Du weißt, Mama hat ein treffendes Urtheil. Genug, es geht nicht." „Papa!" „Liebes Kind, ich werde zusehen, daß ich dem jungen Mensa-en nützen kann, wir wollen ernstlich bestrebt sein, uns ■ ihm in anderer Weise dankbar zu erweisen. Sei gewiß, ich / thue es. Wir sprechen noch darüber. Jetzt aber komm und bedenke Deine Pflicht als Tochter des Hauses." Er legte ihre Hand unter seinen Arm und zog sie mit i sich fort. Erst tief in der Nacht war das Haus von Gästen leer. , Ein Frösteln überlief Ottiliens Glieder, die weiten Räume ‘ wie ausgestorben zu sehen. Was hatte man schließlich von i all dem rauschenden Leben, wenn Leere innen und außen 1 zurückblieb? Im vergangenen Jahre war ihr dieser Ge- ? danke, dieses Gefühl nie gekommen, jetzt aber peinigte es sie. ; Jedes Familienglied zog sich todmüde zurück. Man schlief > bis in den Tag hinein. Der folgende Abend brachte neue , gesellschaftliche Pflichten, neue Erschöpfung, und so fort. Eins \ gehörte dem andern nicht, man gehörte allen und keinem, ä Es war eine ewige Erhitzung der Sinne, weiter nichts. Zum j eigenen Ausleben kam keins. Was wohl Robert dazu sagen würde? dachte Ottilie. i Ob der Vater nicht im Recht war mit der Behauptung, er ] passe nicht in diesen Kreis? Vielleicht war es gut, daß er J nicht hineingezogen worden war. Wer weiß, ob er sich darin j wohl gefühlt hätte? Und wenn nicht, sie hätte es nicht er- ! leben mögen, daß ein tadelnder Blick von ihm sie streifte, ] so oft sie selbstvergessen dem Rausche des Augenblickes sich \ ergab. Mit solchen Gedanken entkleidete sie sich, erleichterten und \ beschwerten Herzens zugleich. „Wie er wohl lebt und was er wohl treibt den ganzen I Tag und den späten Abend," dachte sie, sich zur Ruhe legend. „Getrennt wie beide Welten ist unser beider Ziel," seufzte es in ihr auf, und dann fielen ihr die müden Augen zu und sie träumte, er und sie stunden fern voneinander auf den entgegengesetzten Ufern des Blankensees, bis er auf ein- ! mal einen Kahn löste, hineinsprang und sie herüberholte, wo- l zu der Onkel, die Tante und alle die Cousinen zunächst der kleinen Schaar lebhaft Beifall klatsckten. Ob Robert in derselben Nackt Aehnliches träumte? So viel steht fest, mit offenen, wie mit geschlossenen Augen träumte er oftmals von dem lieblichen Mädchenbilde, das ihm so nahe gewesen und nun so fern geschieden war. Nach ihr blickte er aus, wenn er durch den vornehmen Westen Berlins ging, und sie meinte er zu sehen, wenn ein Wagen mit einer Dame an ihm vorüberrollte. Die eiserne Pflicht trieb ihn vorwärts auf sein Ziel zu. Aber noch eins! War es Ehrgeiz oder was sonst, die Erinnerung an sie beflügelte seinen Geist, seine Kraft und seine Arbeit. Ottilie sollte wenigstens hören, daß er, wenn die Jahre ihren Staub über die schönen Blankenseer Erinnerungen gestreut hatten, ein ganzer Mann geworden war, dessen sie sich nicht zu schämen brauchte. Eines Tages erhielt er eine Vorladung vor den Decan der juristischen Facultät, dem er durch eine vorzügliche Stipendiumsarbeit bekannt war. Der Decan freute sich, ihm mittheilen zu können, daß für seine nächste Zukunft gesorgt sei. Ein hoher Gönner habe ihm aus einer Stiftung die hübsche Summe von dreitausend Mark für die nächsten drei Jahre erwirkt. Robert wurde vor Glück über und über roth. Hatte doch seine Zukunft nebelgrau vor ihm gelegen, während jetzt durch dieses seltsame Begebniß alle seine Sorge mit einem Schlage beseitigt war. Plötzlich aber brachte er aus einem dunklen Triebe die Frage über die Lippen, wem er solch unverhofftes Glück zu verdanken habe. „Mein lieber Herr Emling," entgegnete der Geheimrath v. Bader, „das sollte eigentlich auf sich beruhen. Jndeß ehre ich Ihren Wunsch, den unbekannten Wohlthäter, der übrigens ausdrücklich auf jede Aeußerung des Dankes verzichtet, zu erfahren. Es ist kein Geringerer, als der Präsident Rehmer, Excellenz Nehmer, zu dessen Familie Sie ja wohl in entfernter Beziehung stehen." Robert war bleich geworden. „Herr Geheimrath," sagte er, „das Wohlwollen des Herrn Präsidenten verkenne ich nicht. Aber es gibt Bedürftigere als ich. Glücklicherweise befinde ich mich in einer Lage, die es mir leicht macht, die Annahme der Unterstützung mit Dank abzulehnen." (Fortsetzung folgt.) denn es handelt sich um einen Beschluß des Bundesrathes. Die Zeit ist gekommen, wo die Brenncampagne beginnt- in manchen Brennereien hat sie schon begonnen. Bei den hohen Kartoffelpreisen empfiehlt es sich mehr als je für den kleinen landwirthschastlichen Brenner, genau auszurechnen, wie ihn das Rohmaterial steht, damit er kein Geld zwecklos zum Fenster hinauswirft. Die Nebenausgaben in beiden Betrieben, als: Steuer, Arbeitslohn, Brennmaterial, Malz usw. sind wohl die gleichen. — Der Bundesrathsbeschluß hat wahrscheinlich den Zweck, die Kartoffeln als menschliches Nahrungsmittel möglichst zu erhalten, was bei dem Brennen zu Spiritus nicht der Fall ist. cos Nieder Gemünden, 12. November. Volle 53 Jahre hat Herr Lehrer Rücker in hiesiger Schule mit seltener Pflichttreue und unermüdlichem Diensteifer gewirkt. Die Bürde seines Berufes, die bei einer sehr starken Schülerzahl an einer einklassigen Volksschule eine überaus anstrengende Thätigkeit erforderte, hat er mit Jugendkraft bis ins hohe Alter hineingetragen. Vor drei Jahren feierte er unter regster Theilnahme der ganzen Gemeinde, seiner Collegen und der vorgesetzten Behörde sein 50jähriges Dienstjubiläum. Von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste das silberne Verdienstkreuz Philipp des Großmüthigen verliehen. Jetzt hat er um seine Pensionirung nachgesucht und sie ist ihm unter Allerhöchster Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste gewährt worden. Um der Liebe und Werthschätzung — schreibt das Kreisblatt —, welche die Gemeinde dem aus dem Amte Scheidenden entgegenbringt, Ausdruck zu geben und als Zeichen ihrer Dankbarkeit wurde Herrn Rücker von dem Gemeinderathe einstimmig das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Nieder-Gemünden verliehen und die künstlerisch ausgestattete Urkunde hierüber von Herrn Bürgermeister Berg an der Spitze des Gemeinderaths unter herzlichen Worten der Anerkennung und Verehrung überreicht. Herr Rücker dankte in von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden schlichten Worten für die schöne und so überaus ehrende Ueberraschung, die man ihm bereitet. Er werde in seiner neuen Eigenschaft die mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch bethätigte Antheilnahme an dem Wohl und Wehe der mit ihm so innig verwachsenen Gemeinde um so lieber und stets zum Ausdruck bringen, soweit nur der ihm noch zugemessene Rest der Tage und die ihm noch beschiedenen Kräfte dies gestatten würden. — Möge Herr Rückert den wohlverdienten Ruhestand noch recht lange glücklich und in Frieden genießen! Vermischtes. * Marburg, 11. November. Ein lebhaftes Interesse erregt hier die seit gestern vor dem Schwurgericht verhandelte Untersuchungssache gegen den 24 Jahre alten Geschäftsführer Friedr. Wilh. Adolf Jüngst von Biedenkopf, zuletzt technischer und kaufmännischer Leiter der seinem Vater gehörigen Kunstwollspinnerei I. Jüngst & Co. zu Battenberg, der der Brandstiftung angeklagt ist. In der Nacht zum 2. August d. I. brannte das Fabrikgebäude, sowie das angrenzende Wohngebäude des Spinnmeisters nieder. Während des Brandes schlief der Angeklagte in seiner neben dem Maschinensaale der Fabrik belegenen Wohnung so fest, daß die verschlossene Thür aufgeschlagen und er aus dem Schlaf aufgerüttelt werden mußte. Einige Zeit vor dem Brand war die früher mit 4OOOOMk. versicherte Fabrik mit 128000 Mk. bei der Nassauischen Brand-Versicherungs-Anstalt versichert worden und Angeklagter machte hieraus wiederholt die Bemerkung, daß es gar nicht schaden könne, wenn die alte Bude nun abbrenne. Angeklagter glaubt, daß das Feuer durch Selbstentzündung naßgewordener Wolle entstanden sein könne. Der Spinnmeister belastet den Angeklagten sehr schwer und hält ihn für den Brandstifter. Zu den bisher erschienenen 18 Zeugen sind noch weitere 30 Zeugen vorgeladen worden. (Nach Schluß der am 12. fortgesetzten Verhandlung wurde der Angeklagte freigesprochen. Red.) * Wegen Selbstverstümmelung ist der Schuhmacher Klausen aus Graul von der Kieler Strafkammer zu einem Jahre Ge- fängniß verurtheilt worden. Kl. sollte Ende März zur Stellung- seine Braut, die durchaus im Herbst heirathen wollte, erklärte ihm, wenn er Soldat würde, so sei die Verlobung ausgehoben. Darauf hieb er sich das erste Glied vom rechten Daumen mit einem Beile ab und hoffte nun bestimmt, vom Militärdienst befreit zu werden. Kl., der vorher zum Dienst mit der Waffe befähigt, wurde wider Erwarten nach der Selbstverstümmelung zum Oeconomiehandwerker bestimmt- er gab Anfangs an, er sei das Opfer eines Raubanfalls geworden, mußte aber schließlich die That einräumen. Literatur uud Amust. — Unter dem Titel: ,Die Werkstatt, Meister KonradS Wocherrzetturlg" erscheint als Central-Organ und Anzeigeblati für alle deutschen Gewerbe-Vereine ein Blatt, über dessen Brauchbarkeit und Nützlichkeit für alle Handwerker wenig Worte zu verlieren sind. Die uns vorliegende Nummer enthält z. B. u. A. folgende Artikel: Bemalte Möbel, Schöne Marmorirung auf Zink, Fortschritte in der Herstellung von tadellos gespannten Sägeblättern, Nützliche Anwendung der Mannesmann-Röhren, Holzimprägnirung; unter der Rubrik: „Aus der Welt" eine gedrängte Uebersicht über wichtige Weltbegebenheiten; für „Werkstatt und Comptoir": Betrachtungen über Arbeiter- Verhältnisse; zur „Fortbildung und Belehrung": Der deutsche Handwerker in Nord-Amerika, Moltke als Bräutigam, Electrisch gebändigte Thiere, dichtende Handwerker usw. Das Blatt kostet durch die Post bezogen 1.15 Mk. pro Vierteljahr. — Es ist uns eine Freude, heute unfern Lesern ein Buch empfehlen zu können, das fich^zwar besckeidentlich nur eine Bismarck- Anthologie nennt, — Stuttgart, Verlag von Otto Weifert, elegant gebunden 6 Mk. — aber in seinem reichen, sorgfältig ausgewählten und geordneten Inhalt nicht einfach eine Reihe von mehr oder weniger bekannten Aussprüchen Bismarcks, sondern eine Selbst- characteristik des Menschen und Staatsmannes bietet, wie fie treffender kaum gedacht werden kann. Was Bismarck gewesen und was er geworden, wie er unablässig an sich selbst weiterarbeitend stets nur das eine Ziel, Deutschlands Größe und Einheit vor Augen hatte, das wird diese Bismarck-Anthologie dem deutschen Volke vorführen als ein Vermächtniß des großen Mannes für seine Nation, in deren Dienst er sein ganzes Leben gestellt. Die einzelnen Abtheilrmgm dieser Bismarck-Anthologie, die Alles umfassen, was äußere unt innere Politik, die persönliche und die amtliche Stellung des Reichskanzlers angeht und in die richtige Beleuchtung rückt, sind mit feinem Verständnitz geordnet und wer den Entwicklungsgang Bismarcks kennen lernen, wer seine Stellung zu dm verschiedenen Parteien erfassen will, der nehme diese Bismarck-Anthologie zur Hand. Sie ist ein deutsches Buch in des Wortes bester Bedeutung. Sie zeigt, was wir besessen haben und was wir noch besitzen in diesem Manne und sie lehrt uns von Neuem bewundern und anerkennen das Werk, das er geschaffen. Das ist Zweck und Ziel dieses schön und geschmackvoll ausgestalteten Buches, und wenn wir dasselbe unseren Leser» empfehlen, so thun wir es namentlich auch mit dem Hinblick auf die bevorstehende Weihnachtszeit, wo diese Bismarck-Anthologie gewiß eines der schönsten und werthvollsten Geschenke bildet, die man auf dem Büchermärkte findet. Vermehr, Land- unb VolkswLvthschuft. C Grünberg, 12. November. Unseren heutigen sogenannten „letzten Gallmarkt" begünstigte ein wunderschöner Herbsttag, den man umsoweniger erwartete, als noch am gestrigen Tage ein starker Sturm mit einzelnen Regenschauern getobt hatte. Da dieser Markt der letzte Vtchmarkt des JahreS ist, so ist an ihm der Auftrieb mit Vieh, namentlich Schweinen, gewöhnlich febr stark. Das war auch beute wieder der Fall. Dec Handel mit Rindvieh ging flau; das Angebot übertraf die Nachfrage; denn um diese Zeit schafft eben der Landmann an Vieh ab, was er nicht nothwendig zu gebrauchen hat. Infolge dessen blieben die Preise etwas gedruckt. Auf dem Schweinemarkt zeigte sich ein lebhafterer Handel. Vielfach werden hier von Käufern noch Jungschweine zum Einlegen für das eigene Schlachten gekauft. Die Preise hielten sich auf dem nun gewohnten, sagen wir normalen Stand. Bezahlt wurde per Paar Ferkel 12 bis 18 Mk., 18 bis 24 Mk., 24 bis 36 Mk., für Läufer 40 bis 50 bis 60 Mk. und noch höher je nach der Qualität. — Der Krämermarkt war mit Verkaufsbuden gut besetzt und das schöne Wetter hatte vielen Besuch herbeigeführt. Händler mit warmen Schuhen und sonstigen Winter- waaren hatten gute Kundschaft. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig (alte'Leipziger) gegr. 1830. Bei der Gesellschaft wurden in der Zeit vom 1. Januar bis 31. October 18914783 Anträge über 32 949 550 JL Versicherungssumme gestellt (306 Anträge und 2193 000 Versicherungssumme mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) und 580 Versicherte mit einer Versicherungssumme von 3 562100 JL als gestorben angemeldet. Der Versicherungsbestand der Gesellschaft stellte sich am 31. October 1891 auf 53 000 Personen und eine Versicherungssumme von 354 Millionen Mark, der Vermögensbestand auf 93 Millionen Mark, die Dividende der Versicherten beträgt im laufenden Jahre, wie in jedem der letzten Jahre, 42pCt. der ordentlichen Jahresbeiträge. erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abgefaßt und typographisch angemessen ausgestattet sind,.ferner die richtige Wahl der geeigneten Zeitungen getroffen wird. Um dies zu erreichen, wende man sich an die Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., von dieser Firma werden die zur Erzielung eines Erfolges erforderlichen Auskünfte kostenfrei ertheilt, sowie Jnseraten-Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet werden lediglich die Original-Zeilenpreise der Zeitungen unter Bewilligung höchster Rabatte bei größeren Aufträgen, so daß durch Benutzung dieses Institutes neben den sonstigen großen Vortheilen eine Ersparniß an Jn- serationskosten erreicht wird. 8570 Vertreter in Gießen r Heinrich Wallach. 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M., Berlin, Oldenburg und Giessen an den näher bezeichneten Stellen zahlbar sind. Die Tilgung des Anlehens erfolgt mit jährlich 1/2% des Capitalbetrages zuzüglich der durch die Capitalrückzahlungen ersparten Zinsen nach Massgabe eines den Schuldverschreibungen aufgedruckten Tilgungsplanes, erstmals am 1. Februar 1893. Die zur Rückzahlung bestimmten Schuldverschreibungen werden im November eines jeden Jahres durch Verloosung festgestellt und durch Ankündigung mindestens einer zu Darmstadt, Berlin, Frankfurt a. M., Oldenburg und Giessen erscheinenden Zeitung bekannt gemacht. Von dem 1. Januar 1900 an steht der Stadt Darmstadt das Recht zu, zu jeder Zeit mit vierteljähriger Kündigung die Schuldverschreibungen ganz oder theilweise behufs Rückzahlung des Capitalbetrages einzuberufen. Die Einlösung der Coupons sowie der zur Rückzahlung aufgerufenen Schuldverschreibungen erfolgt kostenfrei durch die Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisins & Co. in Berlin und deren Commandite Frankfurt a. M., das Bankhaus E. Wasser schieben m fliessen, die Oldenburgische Spar- und Leih-Bank in Oldenburg. Nach dem Verwaltungsberichte der Bürgermeisterei für das Jahr 1890/91 beträgt dasVermögen der Stadt Darmstadt Mk.9,777,791.— Dagegen betragen die Schulden ohne Berücksichtigung der neuen Anleihe Mk. 6,091,449.—. Das vorstehende Anlehen haben wir Unterzeichnete übernommen und legen dasselbe am Dienstag den 17. November er. zum Course von lOO3/4 Procent unter Rückvergütung der laufenden Zinsen bis zum 1. Februar 1892 zur Zeichnung auf. Die Abnahme der zugetheilten Stücke hat, wenn nicht andere Vereinbarung getroffen wird, am 25. November zu erfolgen. An Stelle der Schuldverschreibungen werden zunächst Lieferscheine ausgegeben, welche in unserem Auftrage von der deutschen Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius & Co. Commandite Frankfurt a. M. unterzeichnet sind. Die Notirung der Anleihe an der Frankfurter Börse ist bei der Handelskammer nachgesucht worden. Berlin, Frankfurt a. M., Giessen und Oldenburg, den 10. November 1891. E. Wasserschieben in Giessen. Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius & Co. in Berlin und deren Commandite Frankfurt a. M. Oldenburgische Spar- und Leih-Bank in Oldenburg. 10115 Geschäfts-Veränderung. Meiner geehrten Kundschaft von Gießen und Umgegend zur Nachricht, daß ich die von mir seither betriebene Glaserei mit dem Heutigen an Herrn Hugo Spier übertragen habe. Indem ich für das mir geschenkte Vertrauen herzlich danke, bitte ich dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. NB. Die Porzellanhandlung u. s. w. betreibe ich unverändert weiter und bitte ich ein geehrtes Publikum, mich auch hierin ferner unterstützen zu wollen. 9703 Achtungsvoll W. Fillmann Wwe. Kirchenplatz 15. Bezugnehmend auf Obiges erkläre ich, daß ich die betreffende Glaserei unter der Firma W. Fillmann Nachfolger unverändert weiter betreibe und bitte, indem ich mich in allen vorkommenden Glaserarbeiten, wie Anfertigen von Fenstern und Bleiverglasungen, Ein- rahmen von Bildern und Spiegeln, sowie Liefern von Schaufensterscheiben bestens empfehle, das meinem Vorgänger geschenkte Vertrauen auch mir zu Theil werden zu lassen unter Zusicherung reellster Bedienung. Gießen, 1. November 1891. Achtungsvoll Hugo Spie'r ___Glasermeister.______ Geschäfts Eröffnung. Verehrlichen Bewohnern von Gießen und Umgegend die höfliche Mittheilung, daß ich am heutigen Tage 17 Neuenweg 17 ein Manufacturwaaren- und Confections-Geschäft eröffnet habe. Indem es mein Bestreben sein wird, meine werthe Kundschaft durch prompte und streng rette Bedienung zufrieden zu stellen, lade hiermit ergebenst ein. Hochachtend ft« E. Spornhauer, 9951 Neuenweg 17, vis-ä-vis „Hotel zum Löwen". 3n Berlin konseroatorisch ausgebildet, erlheüe 'O'vfWWjy ich guten Gesang-Unterricht llttfrwtiflf Helene Ernst 9889 Nordanlage, Dammstr. 36 U. 10084] »raveS Dienstmädchen für iüOu7J Gut empfohlenes Dienstmäd. sofort gesucht chen zu Weihnachten gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl.__Flau Gabriel. Frankfurterstraße 67. FebenMrßcherllngs-GesellMt Leipzig (alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit gegründet 1830. Aie Verstcherten erhielten durchschnittlich an Zttvi dende gezahlt: 1840—48: 130/o I lil*. MM 1850-59: 160/0 1860-69: 28% 1870-79: 34«/o 1880—89; 4io/o 189011.91: 42O/o der ordentlichen Jahresprämie. gezahlte Aerstcherungs- snmme»: bis Ende 1888: r’ 57 Millionen tV."7 bis Ende 1890: V61 Millionen 53 Millionen JL ’ bis Ende 1889: Aerstcherungs- Aestand: Ende 1888: 296Millionen^ / Ende 1889: D 315 Millionen^ Ende 1890: 336 Millionen^ vermögen: Ende 1888: Mim 71 Millionen Ende 1889: 78 Millionen Ende 1890: 87 Millionen«^ GefellschaftSgebSude in Leipzig. Die Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig ist eine der ältesten, größten, sichersten und billigsten Lebensversicherungsanstalten und hat die günstigsten Ver« sicherungsbedingungen (Unanfechtbarkeit fünfjähriger Policen, Versicherung gegen Kriegsgefahr, sofortige Auszahlung der Versicherungssumme n. s. w.) Es werden von der Gesellschaft auch Ktnderversicherungen übernommen. 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November, Nachmittags 5 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Rentamtmann Bott in Gießen zugehörigen Grundstücke der Gemarkung Gießen: Flur I Nr- 466 — 744 qm Hofrarthe auf dem Seltersweg, Flur l Nr 467 — 3494 qm Grabgarten daselbst freiwillig öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 12. November 1891. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________I. A.: Bogt. 10069 Montag den 16. November, Nachmittags 2 Ubr, in der Bieker'scheu Hofraitbe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 2 Pferde, 2 Schweine. 2 Wägen, 1 Ladeneinrichtung, 2 Waarenschränke, 1 Gewebr, 1 Pianino, 1 Bett, 2 So- phas und sonstige Möbel, 1 Taschenuhr, Herrenkleidungsstücke. Engel, 10134__Gerichtsvollzieher. Nuhhch-VerKaus. Aus dem Gemeindewald der Gemeinde Steinbach, Districten Heegheck und Ameiscnkopf, sollen ca. 30 Festmeter KieferivGrubenholz submifsions- weise vergeben werden. 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Hier aber, in der nicht ausreichenden Geschäftsthätigkeit, scheint die letzte Ursache des Uebels zu liegen.^ aufsteigenden Conjunctur, in welcher dasl Publikum mit immer empfiehlt wachsenden Capitalien zur Börse drängte, — und diese Zett umfaßt nicht nur die mffre V. Nr. 30 b°tz bte a. »^1- partelbm un °r u°^g^ 8£ u auä MnEn Eff ctenumiätzm b-z-bl'- 10057] eonfee »en frifd) ein. ^ol steigende Conjunctur anhielt, wurde das nicht schwer erpsunden denn geteosten i iunge Erbstn, Bohnen, Spar- dm autzerordentiich gesteigerten Umsätz.n warfen selbst diese Proowonen Ettrag- gel, Champignons in Büchfen bis zu acht . b b u)ag feMte“ unb oft mehr als dies, crletzte o-r ständig steigende Werth Pfund, für Restaurants -c. f-br vorthetl- niss-^ad, T 9 ba unoeräutzerliche Bestände täglich V-rlust- ergeben, haft; ferner rüst. Sardinen, Sardinen m "r i Minimum zusammengefchwunden sind, wird die Unzuiäng- Oel, Hummern, Salme, Rollmöpse, ge empfunden, und manches ursprünglich solide Geschäft steht sich gebratene Harrnge. Brsmarck-tzarrnge, Clb- L J Deckung der wachsenden Verluste Speculationsge-vinne zu suchen. Eaoiar, Kreier Fett-Bücklinge rmt> Kteler ckg^^/dt- Speculationen seht schlagen, und neue Verluste bringen, wenn i-der Sprotten._____________ OOOWttIfaSblun« SRflrf, Äne Wiebocft die niedrigsten Course wieder errercht wurden. Es würde indessen sofort zu verkaufen. [10099 LoreUig fein, anzunehmen, daß die Schädigung, welche die Börse und das Bank- Offerten unter z. 100 an die Expedition geschäft durch die letzten Vorgänge erlitten Haben, /" dem erfolgten ^m-sturz voll k* Vs zum Ausdruck käme. Wenn das Publikum auf solche schmähliche Weise wie hier =g ■„ «efcheh-n, feste Geld nctitert, wenn es selbst Tttres, dte zur Etnho ung neuer Bogen , A b0s d««p5. iU °rr " naerei»! roEtbcn muBten, verloren steht, so muffen wohl Vorurthetl- erweckt werden, kaufen. W. W«nd.l,^St-instraß^3-; \ @lnflu8 auf dte ganze Gefchäststhäügkett haben, und deren MIWM—gM—*llwlmRainen auf lang- hinaus sich fühlbar machen werden. Hier wird ernstliche Arbeit W einfetzen wüsten, Arbeit, dte ntcht darauf ausgeht Gewinne zu erzielen, wenn fte fix auch ihren Lohn haben soll, sondern der es vor Allem darum zu thun ist zu zeigen, W daß st- des Vertrauens würdig ist, di- Fehler, die gemacht wurden erkenn und . ..... abstellt, di- unnachstchtlich ausräumt mit Allem, was aus Ausbeutung des Publikums Wer eine tlltcrcpante htnauslSuft, und hier mögen sich Diejenigen, welchen die Wohlsahrt des Landes J «rnftlto am Herzen liegt, die Hände reichen, dann werden später auch^wieder bessere BerllNer AtorgeN-ZeltttNg ^^^,„ten, und, was die Hauptsache ist. Ersten wie die gegenwärtige, werden 1 so leicht nicht wieder eintreten. Ä In Paxis ist die LigaidatiK ohne öffentlichen Zwischensall vorübergegangen und man erholt sich dort jetzt von dem überstandenen Schrecken. Aber die Cours- rückgänge bauern fort, unb mit den wachsenben Verlusten treibt der wirthschaftliche Unverstand seine tollen Blüthen. Er interpellirt die Kammer über-die Coursruckgänge und agitirt gegen das Haus Rothschild, bas er zum Sündenbock für die erlittenen Verluste machen möchte. Wenn die Ansichten, die da vertreten werden, wirklich Am Hanger in Capitalistenkreisen haben, so ist die Lage weit bedenklicher, als sie sich bisher darstellte; denn dann können die größten Enttäuschungen nicht ausblerben, unb die späte Erkenntniß wird mit den schwersten Verlusten bezahlt werden müssen. „ i, Russen, Spanier unb Portugiesen smd nach wre vor die Werthe, mit deren Ent- BerlinerMoraen-Zeituna Wickelung das Geschick des Pariser Marktes eng wrtnupft bIclbt- su DeninerjjiuiyüU c y ber befte Wille, den nächsten Coupon zu bezahlen neben der Unmöglichkeit, die Mittel dafür aufzutreiben. Spaniens Geschick hängt von einem Vorsatz ab, über den seit Wochen verhandelt wird und der nicht zu Stande kommt, weil Bedingungen gestellt werden, die eine völlige Wandlung der Bankpolitik fordern und dadurch dem Staat seine beste Geldquelle verschließen würden. In Rußland aber Jorbert Die Hungerst,olh bte äußerste Maßregel, das Weizenausfuhrverbot. Dasselbe ist noch nicht veröffentlicht; aber Jedermann ist darauf vorbereitet und die Bewegung des Rubclcourses schlägt die Richtung ein, welche ein gänzliches Verstechen der Exporte erwarten läßt. In den letzten zwei Tagen hat der Cours wieder 8 JL. verloren, und Orientanleihen und Goldrussen folgen dieser Bewegung nach. In der Generalversammlung der Internationalen Bank rst das Abkommen mit ber Handelsgesellschaft, unter Protest zwar, aber mit erdrückender Maiorttät ratificirt wo, den. Die Internationale Bank hat demnach aufgehort zu existiren, ihre Actionäre erhalten das Reckt, Handelsaesellschafts^Antbeile m beziehen zu einem Umateur-Pliotograpbie. e(m B. wassersoüieben, junM« “8"’ “ *** -ä 6./XI. 13./XI. Cours vom 6 ./XI. 13./XL 103.90 104 — 4'/sO/llPortug.-Ä. 88 u.89 46.80 44.60 104.90 104 75 50/0 amort. Serb. Gold- 102.25 102 20 Rente .... 84.— 82.15 84.80 84.75 5% SerbischeEisenbahn- _ _ — _ Hyp.-Obl. L. A. . 85.75 85.— 93'75 93.70 4o/oSchwed.Oblig.!880r 101 15 101.95 93.90 93.80 l°/o Türken cono. Lit. D. 17 Vs 16.85 50/0 Argent. Gold - Anl. 39.30 37.50 59.— 59.45 v. 1887 . . . 95.50 95 05 3Vi°/o Egypt. prio. Anl. 88.45 88.85 92.70 92 — * Gise ndavn-Nette«. Ludwigshafen-Bexbachj. 221.— 220.45 Galiz.CarlLudw.-B.-Act. 175.25 1745/8 Hessische Ludwigsbahn. Pfälzische Nordbahn . 109.50 114 85 107.45 114.85 Oest. Rordw.-Bahn Lit.ö. Gotthardt..... 185.— 135.30 1815/8 135.20 Lübeck-Büchner . . . 142.30 142 45 Jtal. Mittelmeer . . 89.45 90 20 «auk «ttie«. Deutsche Reichsbank . 145.— 144.80 .TLesdener Bank. . . Mtteldeutsche Creditb. . Mrner Bank-Verein . 132.75 127.75 Berlin. Handelsgesellsch. Deutsche Bank . . . 135.45 144.95 129.55 142.20 96.— 91.50 92.— 89.25 DeutscheGenoffenschstsb. v.Soergel.ParrisiusLCo. 120.50 117.80 Wurttemb. Vereinsbank Deutsche Vereinsbank . 122.50 104.— 122.- 103.— Judrrflrie-Actien. Binding-Brauerei . . 157.— 157.50 Deutsche Verlagsanstalt 187.10 183.90 Stern- do. (Oberrad) Bad Anilin- il Soda- 128.90 128.60 Farbwerke,oorm.Meister, Lucius & Brüning. 274.90 274.50 fabrik .... 270.40 269.60 Riebeck'schcMontanwerke 176.— 171 50 Hibernia Bergw.-Ges. . 139.35 129 10 Bochumer Guß,tah! 109 45 107.90 Pfandvelefe. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 91 ab . . . 102.— 102.— 40/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr. . 100 80 100.80 ZVsO/gFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk^ Pfandbr. . . . 3Wo do...... 95.— 101.10 93 40 95.— 101.10 93 40 3V?Vo do...... 31/ ^>/o Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 40/. Meininger Pfandbr. 93 40 92.- 100.80 93.40 92 — 100.80 40/oPreuß. Centr.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... 100 20 100.70 Loofe. Oestr. 1860rfl.500-Loose 118.75 117.95 Braunschweig. 20 Thlr.- 102.40 102.20 „ 1854r fl 250- , 118.75 —.— Loose .... 40/0'Meininger Prämien- 3o/c Oldenburger Loose . 125.10 12490 Pfandbr. . . . 129.20 128.70 3Va°/o Köln-Mindn.Loose 132.85 131.60 «j»ertta«ifchr Mfendahn-Borrv». 6o/vChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . 113.30 113 30 40/0 Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 84.— 83 50 50/oChic.Mlw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 . 103 80 104.— 4i/8o/q California Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 60/oPacif.ofMissouri con- solidated I. M. r. 1920 102.65 103.50 6o/o Centr. Pacif. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . 104.80 105.— 103 80 103.70