Rsttne ’Waagen ^ftniction. nmt? cb, MllstM Sctttt' 1)01': einen Portmg übet: vttbnnben mit '$cmo!i- präcis Nachmittags 2 Uljr des Vereins sind gebeten, Ter Vorstand. schäft heute ab isse 27, BL. Fuhr. ■miethen. und höher. Freie Stimmnng. cerfen, Tanznnterhaltungeneto, i der Tranaportkoaten). 131 ilung, Neuenweg 3. >3 St. |4W 819') 7750 )16fv 43!^ 2»^ 11^ 1S4> 116> esk» icbt a, SankgeM Jtbruar M 15 M »* gfts* £♦**&»>*• “ L Mdon^' sS«'"" Nr. 39 Drr s^ch«nr »aglich, B*t Ausnahme deS RontagS. SW Gießener HEttteaVküLrer WAtR dem Anzeiger dreimal ßei-er-gt. Erstes Blatt. Sonntag den 15. Februar 1891. ... -■ ■— Miran ■ 11'111taanwtfni nmr ... ■ — ——n——i m —i ■ —1 —■■ 111 Weßmer Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. vierteNSHri-er Jllfl*enee«Uyre?e> 2 Merk 20 Mg. «Ä SringcrloHn. Durch die Post bezog«- 2 Mark 50 Pfß. Rcboction, LxpettrWv ottb Druckerei: -chntstraße Kermi-recher 5L Amts« tinb Anze«gebl«»tt für den Kttif Gieren. Uvaahme ooe Anzeige» zu der Nachmittag- für d« f ft Äflc Annoscen-Bureaux der In» und Auslandes nchnmü Tag erscheinenden Nummer bi- vor«. 10 Uhr. | GMNSVkrlage. GleDMer AtNkrUeKVLSHer. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. M M..LLLJ_LULL '1 ..LiJiiyQBggBBBSgg-jdLL-JBim Amtliche Thett. Bekanntmachung, betreffend das Einkleben der für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu verwendenden Marken in die Quittuugskarten. Vom 6. Februar 1891. Es sind neuerdings Klagen darüber laut geworden, daß die zur Entrichtung der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsbeiträge in die Quittungskarten eingeklebten Marken leicht abspringen, wenn die Karten nach außen gebogen oder in einem warmen Raum aufbewahrt werden. Die Ursache dieses Uebelstandes ist nicht darin zu suchen, daß der Klebestoff der Marken etwa seiner Beschaffenheit «ach mangelhaft oder in zu geringer Menge aufgetragen wäre. Nach technischem Urtheil muß vielmehr das Abspringen der Marken darauf zurückgesührt werden, daß das zu den Quittungkarten verwendete Papier bei ungenügender Anfeuchtung der Marken den durch die Flüssigkeit aufgelösten Theil des Klebestoffes vollständig einsaugt, bevor der letztere seine Wirkung äußern kann. Das Reichs-Versicherungsamt sieht sich daher veranlaßt, im Verfolg seiner Bekanntmachung vom 9. September 1890, betreffend die für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu verwendeten Beitrags- und Zusatzmarken (Nr. 219 des „Deutschen Reichs-Anzeigers" vom 11. September 1890) darauf aufmerksam zu machen, daß, um ein gutes Haften der Marken auf den Quittungskarten zu erzielen, nicht nur die Marke, sondern auch diejenige Stelle der Karte, auf welche die Marke geklebt werden soll, reichlich angefeuchtet und die Marke nach dem Auskleben einige Zeit mit der Hand fest angedrückt werden muß. Berlin, den 6. Februar 1891. Das Neichs-Verficherungsamt, Abtheilung für Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Dr. Bö diker. Gefunden: 1 Säckchen, 1 Mütze, 1 Gärtnerscheere, 1 Körbchen, 1 Fensterladen, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Griffelbüchse, 1 Hut, 1 Kämmchen, 1 Teppich, 1 Wagen, 1 Haarlocke und 1 Armband. Gießen, den 14. Februar 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Derrtjctzes LLeictz. Darmstadt, 13. Februar. Die Finanzausschüsse beider Kammern bewilligten den Neubau eines physikalischen Instituts in Gießen und 1025 000 Mk. für Erweiterung des Landes- hosvitals in Hofheim. Der Ausschuß der zweiten Kammer Lehnte die Erbauung eines Gefängnisses für jugendliche Ver- brecher ab (252 000 Mk.). Deutscher Reichstag. 64. Plenarsitzung. Donnerstag, 12. Februar 1891, 1 Uhr. (Verspätet eingegangen.) Bor Eintritt in die Tagesordnung theilt Abg. Dr. Mehnert (cons.) eine schriftliche Eiklärung seines Parteigenossen Freiherrn ». Friesen mit, welche die Behauptung des Abg. Bebel zurückweise, der Vater des Fhrn. v. Friesen sei im Mai 1867 in die Werkstatt Bebels zu Leipzig gekommen und habe diesen zu seiner Rede gegen den Norddeutschen Bund beglückwünscht. Frhr. v. Friesen erklärt, sein Vater habe damals Bebel gar nicht persönlich gekannt und nie gesehen und er sei auch während des ganzen Jahres 1867 nicht nach Leipzig gekommen. Abg. Bebel (Soc.) erhält dieser Erklärung gegenüber seine Behauptung im vollen Umfange aufrecht. Der Vorgang habe ohne fein Zuthun vielfach in der sächsischen Wahlbewegung eine Rolle gespielt. Auf der Tagesordnung: Zweite Berathung der Novelle zur Gewerbeordnung (Ardeiterschutzgesetz). Abg. Hitze (Crr.) conftattrt als Referent, daß der Entwurf in der vorliegenden Fassung gegen zwei Stimmen angenommen worden fei. Die beiden Mttalieder, welche dagegen gestimmt, ständen prtnciptell ebenfalls auf dem Boden der Vorlage, aber dieselbe gehe ihnen noch nicht wett genug. Sellen sei ein Gesetz von solcher Bedeutung be- rathen worden, welches sich so wie dieses der Zustimmung aller Parteien erfreue. S 105a bestimmt nach der Commisstonsfassung: „Zum Arbeiten au Sonn- und Festtagen können die Gewerbetreibenden die Arbeiter nicht verpflichten. Arbeiten, welche nach den Bestimmungen dieses Gesetzes auch an Sonn- und Festtagen oorgenommen werden dürfen, fallen unter die vorstehende Bestimmung nicht." Abg. Ort er er (Clr.) beantragt für den zweiten Satz folgende Fassung: „Arbeiten, welche nach der Natur des Gewerbebetriebes einen Aufschub oder eine Unterbrechung nicht gestatten, fallen unter Die vorstehende Bestimmung nicht." Abg. v. Stumm (Rp.) weist darauf hin, daß es sich bei den ^ommtssionsbeschlüssen um Lompromtffe handle und befürwortet dementsprechend die Commissionsfassung. Abg. Dr. Krause (dfr.) erklärt im Allgemeinen, daß das Gesetz den Behörden zu weit gehende Befugnisse einraume und nur den Rahmen für einen noch zu schaffenden Inhalt blldc. Er spricht sich sodann gegen den Antrag Orterer aus, der eine weitere Com- plication bringe. Abg. Dr. Hartmann (cons.) wendet sich gleichfalls gegen den Antrag Orterer, der nur auf dem Papier, nicht aber in der Praxis den Arbeitern mehr gewähre. Abg. Bebel (Soc.) erklärt, daß seine Partei auch der Tendenz einer Anzahl Bestimmungen des vorliegenden Entwurfs nicht zustimme und spricht sich dann für den Antrag Orterer aus. Preuß. Handelsminister v. Berlepsch bittet dagegen das Haus, sich der Commissionsfassung anzuschließen. Abg. Bötticher (natl.) plaidirt gleichfalls für Commissions- fassung. Abg. Orterer (Ctr.): Dieselbe enthalte eine Verschlechterung des bestehenden Zustandes. Die Socialdemokraten nähmen auch diesem Gesetze gegenüber eine ablehnende Haltung ein, obgleich dasselbe den Arbeitern zweifellos Vortheile biete. Abg. Bebel: Das Gesetz würde in dieser Fassung mehr schaden und seine Partei lasse sich nicht in kleinliche Eompromiffe ein. Abg. Bötticher: Ohne gegenseitige Verständigung fei eine solche Gesetzgebung nicht möglich. Die socialdemokratische Partei wolle eine solche nicht, weil sie wisse, daß ihre Existenz auf der Unzufriedenheit der Arbeiter basire. Abg. Bebel: Mit diesem Gesetze werde die Unzufriedenheit der Arbeiter nicht beseitigt, dieselbe werde erst mit den herrschenden Klaffen verschwinden. Der Antrag Orterer wird abgelehnt und S 105a in der Commissionsfassung angenommen. S 105b bestimmt in Absatz 1: „Die den Arbeitern zu gewährende Ruhe hat für jeden ^nn- und Festtag mindestens 24, für zwei aufeinanderfolgende Sonn- und Festtage 36, für das Wethnachts-, Osterund Pfingstfest 48 Stunden zu Dauern. Die Ruhezeit ist von 12 Uhr Nachts zu rechnen, in Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht, sofern sie unter § 105d fallen oder der Bundesrath es sonst für ein unabwetsliches Bedürfniß erachtet, frühestens von 6 Uhr Abends des vorhergehenden Werktages, spätestens von 6 Uhr Morgens des Sonn- und Festtages, und mutz bei zwei aufeinanderfolgenden Sonn- und Festtagen bis 6 Uhr Abends des zweiten Tages dauern." Abg. Holtzmann (natl.): In diese Bestimmungen sei ein neues, sehr bedenkliches Princip aufgenommen; man beschranke sich hier nicht auf die Sonntagsruhe Der Arbeiter, sondern man gehe dazu über, die Betriebe auf 24 Stunden zum Stillstand zu ver- urthetlen. Namentlich würden Mühlen, Holzstofffabriken und Papierfabriken davon schwer betroffen. Die Production würde damit um ein Siebentel vermindert und die Unkosten entsprechend erhöht, der Arbeiter aber werde einen Lohnausfall von mindestens 60 Mk. pro Jahr erleiden, denn die Verhältnisse der in Frage kommenden Industrie gestatteten nicht die Hoffnung auf eine entsprechende Lohnerhöhung. Den Arbeitern solle ihre 24stündige Sonntagsruhe in vollem Maße zu Theil werden, aber man möge nicht darüber hinaus- gehen und auch die Betriebe selbst zwingen, still zu liegen. Er bitte deshalb um Streichung des zweiten Satzes von § 105a, Abs. 1. Abg. Frhr. v. Mün ch (wilddem.) beantragt: „Die den Arbeitern zu gewährende Ruhe hat für jeden Sonn- und Festtag mindestens 32, für das Weihnachts-, Oster- und Pfingstfest und für aufeinanderfolgende Sonn- und Festtage mindestens 56 Stunden zu dauern; sie hat spätestens um 12 Uhr Nachts zu beginnen und frühestens um 4 Uhr Morgens des darauffolgenden Werktages zu endigen." Auch er stehe auf dem Standpunkte, sich bezüglich seiner Anträge in keine Compromtsse einzulafsen. (Heiterkeit). Eine Ausdehnung der Sonntagsruhe werde der Qualität der deutschen Arbeit zu Gute kommen. Abg. Bebel begründet den socialdemokratischen Antrag: „Die den Arbeitern zu gewährende Ruhe hat für jeden Sonn- und Festtag mindestens 36, für zwei aufeinanderfolgende Sonn- und Festtage mindestens 60 Stunden zu dauern. Die Ruhezeit hat am vorhergehenden Werktage spätestens Abends 6 Uhr zu beginnen." Nur durch diesen Antrag werde unter Berücksichtigung der für den Schlaf und ben Weg von und zu der Arbeitsstätte den Arbeitern nöthigen Zett ein wirklich freier Sonntag gesichert. Das Verbot der Sonntagsarbeit werde ohne gesetzliche Vorkehrungen ein Ueberhandnehmen der Nachtarbeit zur Folge haben. Die Industrie könne die längere Sonntagsruhe sehr wohl ertragen. Holtzmann habe nur für das Capital gesprochen. Zuerst das Capital, dann nochmals das Capital, in dritter Linie der Capitaltst und erst zuletzt der Arbeiter. Abg. Payer (Volkspartei) begründet den von seiner Partei gestellten Antrag auf 30stündige Sonntagsruhe. Der Mann, der bis Samstag Nacht 12 Uhr im Dienst war, dürfe nicht vor Montag früh 6 Uhr wieder in Dienst gestellt werden. Abg. Dr. Hartmann (cons.): Die Commissionsfassung biete den Arbeitern mehr, als die Vorredner annehmen, denn effectiv werde die Sonntagsruhe bis 36 Stunden dauern. Man möge die Commission nicht überbieten, da man Damit leicht das Ganze gefährden könnte. Der Antrag Holtzmann sei bei den zahlreichen Ausnahmen, welche die Vorlage zulasse, entbehrlich. Redner befürwortet sodann das von ihm gemeinsam mit den Abgeordneten Dr. Gutfleisch und Letocha eingebrachte Amendement: Die Worte im Dritten Satze „in Betrieben" bis „und Festtags" zu streichen und folgenden Satz anzufügen: „In Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht kann die Ruhezeit frühestens um 6 Uhr Abends des vorhergehenden Werktages, spätestens um 6 Uhr Morgens des Sonn- oder Festtages beginnen, wenn für die auf den Beginn der Ruhezeit folgenden vter- undzwanzig Stunden der Betrieb ruht." Abg. Holtzmann beantragt den Schlußsatz dieses Amendements: „Wenn für Die auf den Beginn Der Ruhezeit folgenden 24 Stunden der Betrieb ruht." Abg. Dr. Hirsch (dfr.) tritt für die möglichst uneingeschränkte Durchführung Der Sonntagsruhe ein. Eine Pause von 36 Stunden zwischen dem Wochenschluß und dem Wiederbeginn der Wochenarbeit sei nicht zu groß, man wolle sich indessen auch einstweilen mit einer 30ftünbigen Pause begnügen, jedoch stets die weitere Ausdehnung im Auge bebalten. Die Sonntagsruhe sei vom gesundheiUichen, cnlturelleu und sittlichen Standpunkte ans zu begründen. Abg. Freiherr v. Stumm (Reichsp.) empfiehlt die die Vorschriften des S 105 b der Vorlage abmildernden Anträge Gutfleisch und Genossen. Abg. v. Pf etten-Arnbach (Centrum) empfiehlt ebenfalls diesen Antrag. Abg. Leu sch ne r (Reichsp.) warnt vor zu großer Ausdehnung der Ruhepausen und Ruhetage, Denn sie haben zur Folge, daß der Arbeiter weniger verdient. Die alten soliden Arbeiter verlangen diese größeren Pausen auch gar nicht. Redner bittet, den Antrag Auer abzulehnen. Abg. Schmidt (Soc.) tritt seinen Vorrednern entgegen; die Herren rechts sehen sehr wohl ein, daß sie das, was sie hier zubilligen, bewilligen müssen, wenn sie nicht bei den nächsten Wahlen ganz aus dem Hause verschwinden wollen. Bei der Abstimmung wird nur der Antrag Gutfletsch und Genossen angenommen, alle übrigen Anträge werden abgelehnt. Mit den durch den Antrag Gutfleisch bedingten Aenderungen wird $ 105b der Vorlage genehmigt. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Fortsetzung der Berathung. Schluß 6 Uhr. 65. Plenarsitzung. Freitag, 13. Februar 1891, 1 Uhr. Die zweite Berathung der Novelle zur Gewerbeordnung (Arbeit er sch utzgesetz) wird fortgesetzt. Absatz 2 des S 105b regelt die Sonntagsruhe im Handels- geroerbe wie folgt: „Im Handelsgewerbe dürfen Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter am elften Wethnachts-, Oster- und Pfingsttage überhaupt, im Uebrigcn an Sonn- und Frfttagen nicht länger als fünf Stunden beschäftigt werden. Durch statutarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines weiteren Communalverbandes kann diese Beschäftigung für alle oder einzelne Zweige des Handelsgewerbes auf kürzere Zeit eingeschränkt ober ganz untersagt werden. Für die letzten 4 Wochen vor Weihnachten, sowie für einzelne Sonn- und Festtage, an welchen örtliche Verhältnisse einen erweiterten Geschäftsverkehr erforderlich machen, kann die Polizeibehörde eine Vermehrung der Stunden, während welcher die Beschäftigung stattfinden darf, anordnen, u. werden diese unter Berücksichtigung Der für den öffentlichen Gottesdienst bestimmten Zeit durch statutarische Bestimmungen oder soweit solche nicht erlassen sind, von der Polizeibehörde festgestellt. Die Feststellung kann für die verschiedenen Zweige des Handelsgewerbes verschieden erfolgen." Abgg. Dr. Gutfleisch, Dr. Hartmann, Letocha, Möller und Frhr. v. Stumm beantragen Zulassung einer zweistündigen Beschäftigung am ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingsttage. Dieselben Abgeordneten außer Dr. Gutfleisch beantragen ferner: im vorletzten Satze statt der Worte „durch statutarische Bestimmungen oder soweit solche nicht erlassen sind" zu setzen „sofern die Beschäftigungszeit durch statutarische Bestimmungen eingeschränkt worden ist, durch letztere, im Uebrigen". Abgg. Wöllmer und Hirsch (frs.) beantragen: daß im Handelsgewerbe Gehülfen rc. an Sonn- und Festtagen „nicht später als 3 Uhr Nachm. und nicht länger als Drei Stunden, in offenen Verkaufsstellen nicht länger als 5 Stunden beschäftigt werden dürfen." Abg. Wöllmer begründet diesen Antrag unter Hinweis auf die für Die übrigen Gewerbe beschlossenen Bestimmungen. Besorgnisse wegen eines erheblichen Ausfalls infolge der von ihm beantragten Beschränkungen seien nicht berechtigt. Englands Nationalvermögen habe durch die dortige absolute Sonntagsruhe nicht gelitten. Die Quelle der Gegnerschaft gegen die Einstellung der sonntäglich n Beschäftigung im Handelsgewerbe sei eine üble und dabei grausame Gewohnheit. Abg. Auer und Gen. (Soc.) beantragen, daß die Beschäftigung nicht nach 12 Uhr Mittags und nicht länger als 3 Stunden stattfinden darf, ferner, daß bei ausnahmsweise längerer Beschäftigung dieselbe spätestens 6 Uhr Abends beendet sein muß. Abg. Dr. Buhl (nl.) befürwortet die Commissionsanträge mit den Amendements Dr. Gutfleisch-Hartmann, und bittet im Interesse des kleinen Handelsgewerbes, das aus ländliche Kundschaft angewiesen ist, die Anträge Wöllmer und Auer abzulehnen. Abg. Singer (Soc.): Von einem freien Sonntag könne nicht die Rede fein, wenn der Sonntag zerrissen werde; das geschehe aber bei fünfstündiger Beschäftigung, die über Mittag hinaus Dauere. Der allgemein gewünschte Zweck der Sonntagsruhe werde nur erreicht, wenn Der Sonntag Nachmittag frei bleibe. Ferner müsse Dem Personal in Den Fällen einer ausnahmsweise längeren Beschäftigung an Sonntagen die Sicherheit gegeben werden, daß wenigstens der Abend von 6 Uhr ab frei bleibe. Der erste Weihnachts-, Osterund Pfingsttag müssen vollständig frei bleiben, und es fei unbegreiflich, wie Dr. Hartmann u. Gen. dazu kämen, die Angestellten im Handelsgewerbe auch an diesen drei Tagen ins Joch zu spannen. Abg. Schädel er (Ctr.): Am besten wäre eine vollständige Schließung Der Verkaufslocale an Sonn- und Festtagen, unD was in England möglich sei, müsse auch bei uns gehen; aber er wolle nicht aussichtslose Anträge stellen. Den Commissionsvorschlag begrüße er als einen Anfang zur Besserung. Den Antrag Gutfleisch lehne er für feintn Theil ab; der erste Weihnachts-, Ostern- und Pfingsttag müßten fiel bleiben. Abg. Schmidt-Elberfeld (Dfr.) befürwortet Die fünfstündige Sonntagsbeschäftigung unter Hinweis auf das Ladengeschäft in den kleinen Städten und die Verschiedenartigkeit der localen und Verkehrsoerhältnisfe. Dagegen wendet er sich gegen den Antrag Hartmann. Abg. v. Stumm (Rp.): Für große Städte gehe die Latitude einer fünfstündigen Beschäftigung vielleicht etwas über das nothwendtge Bedürfniß hinaus, für die kleineren Städte bestehe aber dieses Bedürfniß zweifellos. In der Debatte seien vielfach Recht und Pflicht verwechselt worden; es werde fein Geschäftsinhaber gezwungen, Sonntags fünf Stunden lang offen zu halten, et solle nur dazu berechtigt sein. Redner rechtfertigt sodann die von ihm mitgefteHten Anträge Dr. Gutfleisch-Dr. Hartmann. Preuß. Handelsminister v. Berlepsch erklärt das Einverständ- niß Der verbündeten Regierungen mit den Cornmisstonsanträgm, ausgenommen das unbedingte Verbot Der Beschäftigung am ersten Weihnachts . Oster- und Pfingsttage. Es gebe Geschäfte, insbesondere Comptoirarbeiten in großen Häusern, Die auch an Diesen Drei Tagen unbedingt erledigt werden müsien; es müssen einlaufende Briese und Telegramme eröffnet und beantwortet werden, wenn sich der Chef nicht unter Umstände» strafbar machen soll. Es werde fich vielleicht empfehlen, den Antrag Gutfieisch für jetzt zurückzuziehen »nd btS z»r dritten Lesung eine Fassung zu suchen, welche dem noth- wendigm Bedürfniß Rechnung trägt, ohne über dasselbe hinauszu- -ehen. Abg. Hirsch (dfr.): In dem Kaufmannsstande zeige sich neuerdings stärkere Hinneigung zur Socialdcmokratie, obgleich doch im socialdemokratischen Staate der Handel aufhören würbe. Diese Erscheinung sollte uns eine Warnung sein und uns veranlassen, den berechtigten Wünschen aus jenen Kreisen zu entsprechen. Abg. vr. Gutfleisch (dfr.) zieht seinen Antrag für diese Lesung -»rück, um denselben in anderer Fassung in dritter Lesung wieder einzubringen- Abg. Dr. Hartmann (cons.): Was die Eommission heute biete, sei mehr, als was s. Z. der soctaldemokrattsche Entwurf geboten, und jetzt erkläre dies Singer als unzureichend. Mit diesem Gesetze würde diese ganze Gesetzgebung noch nicht abgeschlossen sein. Abg. Biehl (Ctr.) hält für nöthtg, dahin zu wirken, daß am Sonntage auch kein Hausirhandel getrieben werden dürfe, weil sonst die Hausirer den Laden-Inhabern die größte Concurrenz machen würden. Nachdem noch ein bayrisches Bundesrathsmitglied auf die für Bayern in Betracht kommenden Bestimmungen über die Sonntags- r»he hingewiesen, wurde die wettere Debatte bis Samstag 1 Uhr vertagt. — Schluß 51/* Uhr. Neueste Nachrichten. Wa'.fsL telegraphisches Corrcspondenz-Bureau. Berlin, 13. Februar. Zu dem heutigen Diner beim Reichskanzler von Caprivi erschien der Kaiser so pünktlich um 6 Uhr, daß ein Th eil der Gäste erst später eintras. Er unterhielt sich mit den Anwesenden, auch mit Windthorst, dessen letzten Unfall er scherzend besprach, saß dann bei der Tafel zwischen dem Reichstagspräsidenten von Levetzow und dem Kriegsminister. Ihm gegenüber saß Reichskanzler v. Caprivi, zwischen den beiden Bicepräsidenten des Reichstags, Grasen Ballestrem und Dr. Baumbach. Die übrigen Gäste hatten ungefähr nach ihrem Alter geord- «et Platz genommen. Während der Tafel fand lebhafte zwanglose Unterhaltung statt. Nach Beendigung des Diners bildeten sich in den Nebenräumen, wo der Kaffee einge- nomrnen wurde, einzelne Gruppen, mit denen der Kaiser sich unterhielt. Er sprach mit dem Abgeordneten Huene, lange mit dem Grasen Konrad Preysing und stand dann bei seinem Weggange in lebhafter Unterhaltung mit dem Abgeordneten Porsch (Centr.) und dem Freisinnigen Schmidt-Eberseld. Der Kaiser berührte dabei mit einer überraschenden Kenntniß der Einzelheiten die Arbeiterschutzgesetzgebung und in Verbindung damit die Haltung der Socialdemokratie, die Zoll- und Steuerfragen, und besonders eingehend die Lage der Kohlen- und Eisen-Industrie. Auch der Waggonmangel wurde besprochen. Es schien, daß der Kaiser über die wahren Gründe der Angriffe aus den Eisenbahnminister aus den Kreisen der Großindustrie ganz genau unterrichtet ist, und daß ihm auch die Verhältnisse des Schienenkartells und was damit zusammenhängt, durchaus nicht fremd sind, so wenig, wie der Widerstand, der aus denselben Kreisen gegen die Socialpolitik erwächst. Porsch besprach die^Verhältnisse der Weber im Eulen- birge. Berlin, 13. Februar. Die Budgetcommission des Reichstages hat heute den Etat der Reichseisenbahnverwaltung erledigt, aber die Berathung über den Bau einer Eisen- , bahn von Mommenheim über Obermodern nach Saargemünd, welche im Ganzen einen Kostenauswand von 23,2 Millionen Mark verursachen würde, ausgesetzt, weil die Reichseisenbahnverwaltung keinerlei Material zur Beurtheilung der Forderung vorgelegt hatte. Dann wurde der Marineetat berathen, und die Mehrforderungen für Osfizierstellen bewilligt. Berlin, 13. Februar. Nach einer Mittheilung des „Reichsanzeigers" sind bei den Vorständen sämmtlicher Alters- renten-Versicherungs-Anstaltenlm Januar 27,897 Ansprüche aus Gewährung der Altersrente erhoben worden. Hiervon wurden im Lause des Januars 5331 anerkannt, 238 zurückgewiesen. Danzig, 13. Februar. Der Provinziallandtag bewilligte 310,000 Mk. zum Ankauf und zur Einrichtung des Ritterguts Eigel bei Könitz zur Begründung einer westpreußischen Arbeitercolonie behuss Bekämpfung der Wanderbettelei. Außerdem wurden 10,000 Mk. jährliche Subvention bewilligt. Liverpool, 13. Februar. Die Dockarbeiter nahmen die Arbeit wieder auf. Der Strike gilt für beendigt. Genua, 13. Februar. Das neue Personal der chinesischen Gesandtschaft für Berlin, aus 35 Personen bestehend, ist hier angekommen. Bologna, 13. Februar. Heute Nachmittag versammelten sich 2000 Arbeitslose außerhalb der Stadt und entsandten eine Deputation zum Präsecien, welcher baldige Arbeit versprach. Nach erregten Debatten gingen die Arbeiter bis aus 500 auseinander, welche die Polizei in die Stadt zu ziehen hinderte, wobei fünf Verhaftungen vorgcnommen wurden. Später versammelten sich die Demonstranten am Victor- Emanuel-Platze. Das Militär zerstreute dieselben, wobei neun weitere Verhaftungen vorgenommen wurden. Athen, 14. Februar. Bei den Ausgrabungen in Eretria wurde ein altes Theater entdeckt. Petersburg, 13. Februar. Heute Vormittag wohnte der Erzherzog Franz Ferdinand der Parade bei, ritt mit dem Kaiser die Fronten ab und nahm alsdann an dem nachfolgenden Dejeuner im Anitschow-Palais Theil. In letzterem findet heute noch ein Diner statt und Abends reist der Erzherzog nach Moskau. Aus dem gestrigen Hosballe, wozu circa 900 Einladungen ergangen waren, tanzte der Erzherzog die erste Quadrille mit der Kaiserin. Paris, 14. Februar. Bischof Freppel, der gester» vom Papste empfangen wurde, erklärte, seine Reise entbehre jedes politischen Zweckes, der Papst wolle bei den französischen Bischösen die conciliante Haltung gegenüber der Republik durchsetzen. — Nach Meldungen aus Chile schossen die Insurgenten Pisaqua Jquique in Brand. OmIm meö protHnjUUe». Gieße», 14. Februar. w. Theater. Als Dora in Sardous gleichnamigem Stück eröffnete Frl. Thessa Klinkhammer gestern Abend ihr Gastspiel im „Neuen Theater." Wir wollen es gleich hier aussprechen, daß der Direction der volle Dank aller Theaterfreunde dafür gebührt, daß sie die Gelegenheit geschaffen hat, eine so außerordentliche Künstlerin kennen zu lernen. Ueber die Sardou'sche Dora haben wir wesentlich dasselbe Urtheil, wie über die „Fernande" desselben Autors und sind deshalb sicher, daß Thessa Klinkhammer in ihren weiteren Rollen, z. B. als Lorle in „Dorf und Stadt", Fanchon in der „Grille" u. s. w. einen noch tieferen Eindruck hinterlassen wird. Aber schon nach ihrem ersten Auftreten halten wir uns zu dem Urtheil (dessen nähere Präcisirung wir uns freilich Vorbehalten müssen) berechtigt, daß Thessa Klinkhammer über alle äußeren und inneren Eigenschaften, die wir bei einer Meisterin auf dem Gebiete schauspielerischer Darstellungskunst erwarten, in ganz seltenem Maße verfügt. Mit einer überaus anmuthigen Bühnenerscheinung, einem Organe von bestrickendem Wohllaute und einer souveränen Beherrschung aller technischen Ausdrucksmittel vereinigt sie eine hervorragende schauspielerische Verstandesschärfe, vermöge deren sie ihre Dora bis ins Einzelste erfaßt und ausgeprägt hat. Mit nahezu verblüffender Virtuosität wußte sie für jede der rasch wechselnden Gemüthswallungen der heißblütigen Frau den treffendsten und wahrsten Ausdruck zu finden. Der Beifall, den die Künstlerin sand, ging denn auch über das hier übliche Maß weit hinaus. Von unseren einheimischen Darstellern verdienen Herr Rudols Biebrach und Frl. Elisabeth Bischofs für ihre gut durchdachten und characteristischen Darstellungen alles Lob. — Theater. Ueber die Darstellungen des „Lorle" durch Frl. Thessa Klinkhammer in „Dorf und Stadt", das für Sonntag zur Aufführung vorgesehen ist, schrieben KönigsbergerZeitungen: „Ein paar leuchtende, sprechende Augen schauen aus dem hübschen von dichtem Haar umrahmten Kopf belebend in die Welt und üben einen eigenen Reiz aus, sie fesseln bei der ersten Begegnung und bannen den Zuschauer in das angenehme Gefühl eines wundersamen Zaubers. Dies Lorle, wie es gebadet im frischen Thau des Schwarzwaldes mit dem zierlichen Bachstelzenschritt „all in seiner Munterkeit" daher kam, wie es mit dem Vater schmeichelte, dem Bärbel schelmisch und sinnig schwätzte und erbebend vor dem Maler stand, — das war ein Bild, aus dem es uns von der Bühne her wie Lindeublüthen- duft am warmen Sommerabend entgegenwehte. . . . Sie ist einfach, schlicht und ungesucht und sie rührt uns das Herz, ebenso wie das silberhelle Lachen uns mit dem ganzen Zauber der heiteren Dorfgeschichte umspinnt. — Der Besuch des Kaiser-Panoramas bleibt nach wie vor ein anhaltender. Diese Woche kommt London mit seinen großen öffentlichen Gebäuden und Monumenten rc. zur Ausstellung, und wird diese Serie die Besucher des Panoramas um viele vermehren. — Vom kgl. preuß. Ministerium des Innern ist der Gr. Regierung die Erlaubniß zur Vornahme allgemeiner Vorarbeiten für eine Eisenbahn untergeordneter Bedeutung von Salzschlirf nach Schlitz bezüglich des preußischen Staatsgebiets ertheilt worden. x Hungen, 12. Februar. Der längere Zeit am hiesigen Amtsgerichte thütige Hilfsgerichtsschreiber Schmidt von hier wurde in dieser Eigenschaft nach Mainz versetzt. x Langsdorf, 13. Februar. Während ein hiesiger Wirth einige Augenblicke außerhalb seines Wirthslocals beschäftigt war, benutzte ein in der Wirthsstube allein anwesender Bursche von N. diese Gelegenheit und entwendete aus der daselbst befindlichen Kasse des Wirths etwa 14 Mk. Durch dabei entstandenes Geräusch wurde der Wirth aufmerksam und revidirte seine Kasse, wodurch er den Diebstahl sofort gewahr wurde. Die gerichtliche Bestrafung dieses Langfingers wird nicht ausbleiben. f Aus Oberheffeu, 13. Februar. Nachdem in letzter Zeit die Gehaltsbezüge der Landlehrer erhöht worden sind, hat der Abgeordnete Graf Oriola zu Büdesheim bei der zweiten Kammer den Antrag eingebracht, daß die bereits pen- sionirten Lehrer ebenfalls nach Maßgabe der jüngst erlassenen Gesetzesbestimmungen eine Erhöhung ihrer Pension erlangen sollen. Nidda, 11. Februar. Gestern Abend wurde im Hause des Herrn Kaufmann Moll vom Hinterhause aus ein Einbruchsversuch gemacht. Herr Moll kehrte unvermuthet in das leerstehende Haus zurück und verscheuchte den Verbrecher, dem es gelang, unerkannt zu entkommen. Es muß ein mit der Oertlichkeit wohlbekanntes Individuum gewesen sein. — Kleise Mittheilungen aus dem Großherzogthum Hessen. Im Mainzer RochusHospital liegt ein Mann fast hoffnungslos darnieder,- der in der Nacht von Montag zum Dienstag auf dem Markt von einigen ihm unbekannten Personen überfallen und durch Messerstiche am Kopfe schwer verletzt wurde. Das Opfer des Ueberfalles hat feines Zustandes wegen noch nicht vernommen werden können. Wahrscheinlich liegt hier ein Raubversuch vor. — In Darmstadt fiel am 11. d. M. der Zimmermann Karl Müller aus Arheilgen, ein langjähriger, braver und fleißiger Arbeiter, so unglücklich von einem Neubau bei der Dampfmühle im Blumenthalviertel, daß er beide Beine brach und einen Schädelbruch erlitt. — Doppeltes Pech hatte in Offenbach ein junger Mann am Fastnachts-Dienstag. Derselbe wollte im „großen Biergrund" einem erwachsenen Mädchen einen Kuß geben. Dieses faßte jedoch die Sache falsch auf und versetzte ihm eine krästige Ohrfeige. Der junge Mann glitt auf dem Eise aus, fiel zu Boden und brach ein Bein. — Zwischen einem Lehrer und I einem Arzte entstand am 12. dss. Mts. aus dem Wege bei Bretzenheim Streit, der iu solche Schläge ausartete, daß jetzt beide Herren das Bett hüten müssen. — Ein vor circa 30 Jahren flüchtig gegangener Bierbrauer in EberSheim hat an seine damals unbefriedigt gebliebenen Gläubiger von Chicago aus die Mittheilung ergehen lassen, daß er ein deutsches Bankhaus angewiesen habe, ihr Guthaben sammt Zinsen auszubezahlen. — Am 12. d. M. fanden Fischer im Rheine bei Worms einen 40 Pfund schweren Mamuth- knochen. Derselbe wird dem dortigen Pcmlusrnuseum über- wiesen werden.___________________________ Wer starken und quälenden Hustenreiz, Kratzen im Hals oder Trockenheit im Hund verspürt, beugt am besten einer drohenden Erkältung vor, wenn er die ausschliesslich aus den Natron-Lithion-Salzen der Kaiser-Friedrich- Suelle hergestellten Pastillen als Schutzmittel gebraucht. ieselben lindern sofort. Zu haben in allen Apotheken, Mineralwasserhandlungen etc. 628 Verkehr, Land- tmö VolksrvirLhdchaft. Gießen, 14. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete.- Butter pr. Pfd. X 0,80—0,90, Hühnereier 1 St. 6-8, 2 St. — H, Enteneier t St.--H, 2 St. — Käse pr. St. 5—8 Käsematte pr. St. 3 Erbsen vr. Liter 30 Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,70, Hühner pr. Stück X 1,20—1.50, Hahnen pr. Sb X 1,40—1,70, Enten pr. Stück X 2,00—2,20, Ochsenfleisch pr. Vfd 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60-64 H, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 62-68 H, Kalbfleisch 60-64 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,00-6,50, Weißkraut pr St- 3—7 Zwiebeln per Centner X 6,50—7,50, Milch per Liter 12—18 L. Gänse pr. Pfd. 60— H._______________________ Arrszrrg au* veir Stan&esamtorcgMtern der Stadt Gießen. Ausgedote. Februar: 7. Johannes Weitz, Bahnarbeiter dahier, mit Marie Bierau hierselbst. 7. Adam Held, Fußgendarm dahier, mit Marie Katharina Straßburger zu Darmstadt. 9. Joh. Georg Bausch, Tag-- löhner dahier, mit Maria Katharina Koch zu Gießen. 9. DauiÄ Sonin, Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz, mit Antonie Luise Mathilde Therese Minna Bindewald dahier. Eheschlietzrmgerr. Februar: 11. Georg Dönges von Oberweimar, HilfSbremser bei der Main-Weser-Bahn dahier, mit Eltsabethe Pfeiffer vonGroßen- Buseck. Gevoreae. Februar: 3. Dem Feldwebel Heinrich Grub eine Locht«. 5. Dem Schneider Karl Dechert eine Tochter. 5. Dem Bremser Reinhard Kling eine Tochter. 6. Dem Korbmachermeister Ferdinand Parthier eine Tochter, Friederike Henriette Meta Anna. 6. Dß« Schlosser Karl Schäfer eine Tochter. 7. Dem Taglöhner Philipp Weiß ein Sohn, Wilhelm Philipp Karl. 8. Dem Wirth Johanne« Hartmann Schmitt ein Sohn, Karl Georg Hartmann. 8. De« Schneider Reinhardt Greb eine Tochter, Anna. 8. Dem Schuhmacher Wilhelm Kuhr ein Sohn, Emil. 8. Dem Schuhmacher Jacob Gilbert ein Sohn, Adam Wilhelm. 9. Dem Schneider Heinrich Freihöfer eine Tochter, Anna Eltsabethe. 9. Dem Locomotioheizer Jacob Ra« eine Tochter, Elisabetbe Margarethe Frieda. 10. Dem Hilfsbremser bei der Main-Weser-Bahn Emil Günther ein Sohn, Emil Martin Konrad. 11. Dem Schaffner bei der Köln-rechtsrheinischen Bahn Peter Josef Walterschetd ein Sohn, Franz Johann. Gestorbene. Februar: 5. Margarethe Lind, geb. Schröder, 38 Jahre alt, Ehefrau von Schreiner Georg Lind dahier. 6. Wilhelm Dunkel, li/4 Jahre alt, Sohn von Schuhmacher Johs. Dunkel dahier. 9. Wilhelm Gustav August Möhl, 23 Tage alt, Sohn von Kaufmann Wilhelm Mohl. 9. Katharine Hut, 71 Jahre alt, ledig, dahier. au» de« Kirchenbücher« de» Stadt eufrä. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 8. Februar. Johann Heinrich Pseuster, Schlosser in Gieß«, und Marie Margarethe Hohmeyer, Tochter des verstorbene» Leinwebers Christian Hohmeyer in Gießen. Den 11. Februar. Georg Dönges, Hilfsbremser, und Elisabeth Pfeiffer, Tochter des Ackersmanns Johannes Pfeiffer von Großen- Buseck. Getaufte. Den 7. Februar. Dem Mctzger Karl Krauskopf eine Tochter, Lina Luise Wilhelmine, geboren den 11. Januar. Den 8. Februar. Dem Schweizer Johannes Franz ein Sohn, Heinrich Christian Adolf Emil Balthasar, geboren Den 3. Januar. Denselben. Dem Schuhmacher Peter Hofmann ein Sohn Georg, geboren den 29. November. Denselben. Dem Schutzmann Johannes Schmidt eine Tochter, Marie Katharine Emilie, geboren den 23. December. Denselben. Dem Güterarbeiter Karl Weber ein Sohn, Wilhel«, geboren den 16. December. Denselben. Dem Schneider Heinrich Heinze eine Tochter, Martha Lina Katharine Gertrud Elisabeth, geboren den 26. December. Denselben. Dem Schreinermeifter Louis Emil Beil ein Sohn, Louis Heinrich, geboren den 5. December. Den 9. Februar. Dem Professor der Rechte Dr. Reinhard Frank ein Sohn, Wilhelm Ferdinand Friedrich Georg, geboren den 12. Januar. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Heinrich Jakob, geboren den 16. Januar. Beerdigte. Den 8. Februar. Jakob Dörr, Privatmann, alt 80 Jahre, gestorben den 6. Februar. Den 11. Februar. Katharina Hut, alt 71 Jahre, starb den 9. Februar. Der Postdampfer „Westernlond" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 12. Februar wohlbehalten in New- york angekommen. Brodpreise vom 15. Februar bis 1. März 1891. Bei de« Bäcker«. 4 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod..............W 2 , (4 „ ) Weißbrod....... 58 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte.........27 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte.........54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte.........25 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte .........50 3 , (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte bei 8. Keil, I. Lein, «. Haas 75 1 2 1 2 3 1 2 3 Bei de« BrodverkLirferrr. A Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod......... 29 * (2 * ) Schwarzbrod 1. Sorte.........27 : (4 Z ) „ 1. Sorte.........64 w (6 , ) „ 1. S^rte....... • • " , (2 . ) „ 2. Sorte...... - -A , (4 , } „ 2. Sorte....... . 50 , (6 w . 2. Sorte....... • • — Gießen, den 14. Februar 1891. Grsßh. Polizeramt Gießen» Fresenius. Uten, te. W-'K R°d) ju Gieirrn vÜS »em. Obenveimar, Wkem* ^tsaöühe PWer vovSroben-. u Trub eint totite. e röchln. 5. Dem Hrewin n Roibmadjtinielftex ^etbinanb tnrittte Meta Anna. 6. Dm • l-Dm TaOhver tzhlliv- ”L_ 8- Dem Wirth Johanna 1 Georg Hartmann. 8. Dm r< 8nna. 8. Dem Schuh»achn t!em Schuhmacher Jacob (Sibert n Schnetdtt Heinrich FreiM an Locomotiohcher Jacob Ra stieda. 10. Dem Htlfsbreaser tfa ein Sohn, Gmil Martin t Wn- rechtsrheinischen Wn ranz Johann. u. «b. Schien, vÄ t bochin. 6. Mhüm Dvic, machet JohS. Dunkel daht« 3 Tafte alt, Sohn von Äatt|w» 71 Jahre alt, ledig, dahier. Airchmbüchmr et**» Gemeinde. bu« richPseMSchWrinSiK rochler des verstorbene, mb; S htlfsbremier, und NM Johannes Pfeiffer von N«; Ufunh ■-,anbE'> ”'8t *°»° er beto!* u L^Mtel^k. deniaallcn5»tkk*«; sf °'80^be?M« iVta*5 fc? i^ad Arauskops eine Dichter, L ioW. ryshÄ» rember. .. Dr, MMd 5*f*Ul*'**“ h-rtt ■ jvite ' bei«. ■ ' > • ‘ J • ' J • ’ r» • ‘ .öö jette -orte 1891 ll» *’ 7ANL.» ’ ' .M«’6 'orte j. Lein, 4 bei«.,tU' .? b", * X hfl estt' • ecrft • ■ 's ■: > 54 2) Im großen Thiergarten: 54,08 H 60 50,00 ii 47 von 1334 1338 Leichenkaffe Gesellschaft N Feier des lüvjiihr. Griindungstages der LeichenKaffc-KMschast 30 bis 14 Meter Länge, Fichtenderbstangen, 5 bis 14, 418 Meter lang, 647 Fichten-Reisstangen. ver- G erichts vollzieh er. 1331 Schwarz. 1323 9 Tage. 6 4259 76 1891. Wir gestatten uns hiermit, unsere vorzüglichen mit 151 Mit Bremen nach Amerika als bestes Heizmaterial für Ofen- und Herdbrand zu empfehle«. be» 16,8 Hundert Wellen Fichten-ReiS- 14 nach von 162 12 158 Petri. 1317 [3197 -der dessen Agenten r Zwei Heu Hothaer LeöensverstcherungsbanK = Soeben beginnt zu erscheinen: = Bankfonds am 1. Januar 1891 168000000 l) öfN 1336 9 Verlag1 des Bibliographischen Instituts in Leipzig* u. Wien. ssnwrcTiEntnoaBatt« 304 335 6 299 38 6000 127 2 33 49 ’i iä 14 10 3555 303 59 0,64 14,19 73 62 84 29 88 47 23 2 3 4 1 2 3 4 5 72 71 16 57 Berfich.-Bestand am l.Ian.1891:75 200 Pers, mit586 200 000Mk Neu-Zugang im Jahre 1890: 4625 Vers, über 34500000