rmte5rere 31. ^bigstratz. tztz. TqV®® A». »va WL? i'jssa Sl8« Mfttitt. ’SSF't 6c^mtt, wt, in dem Neu- rge, sowie eine Man- tznterbause daselbst: MtWohnungm Matze yn sofort zu iteustM.__ sow. ein Stübchen MM 11. iFWohnung von süns iiethen und sofort zu ei bis drei unmöblirte che A. M.i-Ladm. i Neubau, Krofdorfer- : Wohnungen zu ver- ist das Haus oudj zu 1V., Heuchelheim- tze 11, Ecke der Aber« re Stock zu vermietheil. im 3. Stock. ienlogis zu vermDen. WMorstraße 36. gis vermiethet er, SteiMatze 43 >gis zu nefatben. !, 2 sreundi. Zimmer ib Wasserleitung, an rmiethen. Kaplansgasse 27. fnüttiÄW^ öu-eb-, zu oermietben. 3 SMerftraße 2?._ uer mb» mit! Wasserleitung mb I ethen. I it, BMaMr. 1 Sübantaae 18J1L- Stckmi! 4, rsSÄ®1"' SchMr^K^- Men. 1891 Mittwoch den 14. October Nr. 239 Der **|dgn *r*4iint täglich, <1: '«^rnahm« btfl '^ontagl. hw Girßrner t4®iru*erattet dem Änyiitr »»ch«tlich bratmal brigdegt Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. IHcrtiftdtyriger A»o**e*c*bytttoa 2 Mark 20 Pst. «Ä Bringerlohn. Durch die Post begeye 2 Mark 50 Vff Äcbaction, LxpedM« and Druckerei: >4*ntr*ic Ar.» tzerujprechrr 51. Anrts- und Anzeigeblatt für den Nrei» Gieren. __ —ä— JM Lazetgea für dm „Gießener Anzeiger" cntgcye. Aiyub«* lag erfcheinmden Nummer bi» Bonn. 10 llhr. ö v 'ö fc --------------—— — — _____ Amtlicher Theil. Bekanntmachung, bett, den Oberhessischen Obstbauverein. In Folge der Erweiterung des bisherigen Wetterauer zum Oberhessischen Obstbauverein ist für den Vereinsbezirk (Kreis) Gießen die Neuwahl eines Vorsitzenden und dessen Stellvertreters erforderlich geworden. Zur Vornahme dieser Wahl lade ich die Mitglieder des Obstbauvereins^aus dem Kreis Gießen zu einer Generalversammlung auf Sonntag den 18. October l. I., Nachmittags präcis 23/< in Steins Garten zu Gießen ergebenst ein. Gießen, den 7. October 1891. Der bisherige Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen. Nebel, Amtmann. Deutsches Reich. Berlin, 12. October. Der Kaiser hat sich in Begleitung der Kaiserin am Montag Nachmittag von der Wildparkstation bei Potsdam aus zu mehrtägigem Aufenthalt nach Jagdschloß Hubertusstock begeben. — Der B u n d e s r a t h hat bei seinem Wiederzusammentritte in voriger Woche u. A. den Entwurf des neuen Trunksuchtsgesetzes den zuständigen Ausschüssen zur Vorprüfung überwiesen. Allseitig herrscht die Anschauung vor, daß der Entwurf noch nicht so bald aus den Ausschüssen an das Plenum zurückgelangen werde, da er in den Ausschüssen einer tiefgreifenden Umarbeitung unterzogen werden dürfte. Dieselbe macht sich im Hinblick auf die überwiegend ungünstige Aufnahme, welche der genannte Entwurf seitens der öffentlichen Meinung erfahren hat, sowie angesichts des Widerspruchs, den einige Bundesregierungen dem Vernehmen nach gegen verschiedene Bestimmungen des.Entwurfs erhoben haben, nothwendig. Es läßt sich darum auch noch durchaus nicht übersehen, zu welchem Zeitpunkte etwa die Trunksuchts- Vorlage an den Reichstag gelangen wird- möglicher Weise geschieht dies in der bevorstehenden Winter-Session noch gar nicht. — Die Wiedereröffnung des Reichstages soll nunmehr aus den 17. November festgesetzt sein- da es sich lediglich um die Fortsetzung der am 9. Mai vertagten Session handelt, so erfolgt natürlich die Wiederaufnahme der Reichstagsverhandlungen ohne besondere Förmlichkeiten. Bedauerlich bleibt es aber, daß das Reichsparlament zu einem so späten Zeitpunkt seine Arbeiten für die Wintersesston aufnimmt. Denn nach wenigen Wochen muß dann der Reichstag seine Berathungen wegen des Weihnachtsfestes wieder unterbrechen, im Januar aber tritt der preußische Landtag zusammen und erfahrungsmäßig wirkt das Zusammentagen desselben mit dem Reichstage ungünstig aus den Fortgang der Arbeiten in beiden Parlamenten ein. Die späte Wiederaufnahme der Reicbstagsverhandlungen wird damit zu begründen gesucht, daß der Reichsetat für 1892/93 nicht eher fertiggestellt werden könne. Wenn dem wirklich so ist, so gibt es indessen doch anderes Berathungsmaterial, das zum Theil schon fertig ist, wie die Novelle zum Krankenkassen- ^esetz und das Telegraphengesetz, oder das bis Anfang November jedenfalls zur parlamentarischen Erörterung reis sein wird. Der Reichstag verliert demnach durch seinen späten Zusammentritt unnöthig kostbare Zeit und es wäre in der That höchst wünschenswerth, wenn noch jetzt Veränderungen in den betreffenden Disposttionen getroffen würden. Berlin, 12. October. Nach der im Reichs-Eisenbahn- amt ausgestellten veröffentlichten Nachweisung der aus deutschen Eisenbahnen - ausschließlich Bayerns - im Monat August ds. Js. beim Eisenbahnbetriebe (mit Ausschluß der Werkstätten) vorgekommenen Unfälle waren im Ganzen zu verzeichnen: 6 Entgleisungen und o Zusammenstöße aus freier Bahn, 19 Entgleisungen und 15 Zusammenstöße in Stationen und 201 sonstige Unfälle (Ueber- fahren von Fuhrwerken, Feuer im Zuge, Kesselexplosionen und andere Ereignisse beim Eisenbahnbetriebe, sofern bei letzteren Personen getödter oder verletzt worden sind). Bei diesen Unfällen sind im Ganzen, und zwar größtentheils durch eigenes Verschulden, 221 Personen verunglückt, sowie 58 Eiien- b»l)nfahrzeuge erheblich und 130 unerheblich beschädigt. Von den beförderten Reisenden wurden zwei getödtet und elf verletzt und zwar entfallen je eine Tödtung aus die Verwaltungv- bezirke der Königlichen Eisenbahn-Directionen zu Hannover und zu Berlin, vier Verletzungen auf den Verwaltungsbezirk der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Erfurt, je zwei Verletzungen aus die Königlich württembergischen Stacttsersen- bahnen und auf den Verwaltungsbezirk der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Köln (linksrheinisch), je eine Verletzung aus die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen, auf den Verwaltungsbezirk der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Altona und auf die Grobherzoglich badischen Staatseisenbahnen. Von Bahnbeamten und Arbeitern im Dienst wurden beim eigentlichen Eisenbahnbetriebe 33 getödter und 148 verletzt, von Steuer- u. s. w. Beamten 1 verletzt, von sremden Personen (einschließlich der nicht im Dienst befindlichen Bahnbeamten und Arbeiter) 15 getödtet und 11 verletzt. Außerdem wurden bei Nebenbeschäftigungen 42 Beamte verletzt. Von den fämmtlichen Unfällen beim Eisenbahnbetriebe entfallen auf: A. Staatsbahnen und unter Staatsverwaltung stehende Bahnen (bei zusammen 33 658,36 Km. Betriebslänge und 1 016 467 630 geförderten Achskilometern) 234 Fälle, davon sind verhältnißmäßig, d. h. unter Berücksichtigung der geförderten Achskilometer und der im Bettiebe gewesenen Längen, in den Verwaltungsbezirken der Königl. Eisenbahn-Direction (rechtsrheinisch) zu Köln, auf der Main- Neckar-Eisenbahn und in dem Verwaltungsbezirk der Königl. Eisenbahn-Direction zu Altona die meisten Unsälle vorgekommen. B. Privatbahnen (bei zusammen 2529,33 Km. Betriebslänge und 36 264 292 geförderten Achskilometern) 12 Fälle, und zwar auf die Hessische Ludwigs-Eisenbahn zehn Fälle und aus die Lübeck-Büchener Eisenbahn zwei Fälle - verhältnißmäßig sind auf der Lübeck-Büchener Eisenbahn die meisten Unfälle vorgekommen. Nemcftc Nachrichten. WotffL telegraphisches Lorrespondenz-Bureau. Bayreuth, 13. October. Der Reichstags-Abgeordnete Feuster ist gestorben. Stuttgart, 12. Oktober. Der „Staatsanz." meldet: Der König genehmigte das Pensionirungsgesuch des Finanz- mimsters- den anderen Ministern, welche anläßlich des Thronwechsels ihre Portefeuilles zur Verfügung stellten, gab der König unter der Versicherung seines Vertrauens den Entschluß zu erkennen, eine Aenderung des Ministeriums nicht zu verfügen. — Heute Nachmittag findet die Eröffnung der letztwilligen Verfügung des verstorbenen Königs statt. Straßburg, 12. October. Der Statthalter empfing den Gemeinderath, welcher Namens der Einwohnerschaft für die Erleichterungen im Grenzverkehr dankte. Wien, 12. October. In der heutigen diesjährigen ersten wissenschaftlichen Sitzung des Wiener medicinischen Doctoren- collegiums gedachte Prof. Stricker anläßlich des 70. Geburtstages Virchows dessen Verdienste aus dem Gebiete der Anatomie und Pathologie. Die Versammlung beschloß einstimmig, ein Telegramm an den Jubilar zu senden. Außerdem wurde Professor Meynert beauftragt, die Beglückwünschung des Collegiums in Berlin zu übermitteln. Wien, 12. October. Heute Vormittag begannen die Verhandlungendes Eongresses der Nahrungsmittelchemiker und Mikroskopiker. Jnosficiell nahm unter Anderen auch der bekannte Fachmann Herr Raubenstrauch aus Wiesbaden Theil. Hofrath Ludwig begrüßte die Versammlung und drückte den Wunsch aus, der Congreß möge eine internationale Vereinigung zur Unterdrückung der Nahrungsmittelverfälschung anbahnen. Budapest, 12. October. Eine Deputation der Bürgerschaft' unter Führung des Oberbürgermeisters drückte beim Ministerpräsidenten ihre Freude aus, daß die Vorsehung den Monarchen bei dem Rosenthaler Eisenbahnfrevel vor Gefahr bewahrt habe. Graf Szapary sprach freudig seine Bereitwilligkeir aus, die Kundgebung der Hauptstadt des Landes an den Kaiser gelangen zu laffen. Die Congrega- tionen des Pester und des Temeser Comitats sprachen sich in gleichem Sinne aus. Depeschen des „Bureau Herold". Berlin, 12. October. Nach der „Nordd. Allgem. Ztg." wurden 120 russische Auswanderer, welche wegen Arbeitsscheu dem städtischen Asyl zur Last lagen, heute an die russische Grenze befördert. Berlin, 12. October. Das ehrengerichtliche Verfahren gegen die beiden Verteidiger im Heinze'schen Mord- proceß ist wegen Secttrinkens während der Sitzung und anderer Ungehörigkeiten eingeleitet. Berlin, 13. October. Hiesige Blätter melden aus Leipzig: Auf Requisition der Berliner Staatsanwaltschaft wurde in verschiedenen Buchhandlungen Paaschs „Offener Brief an den Reichskanzler" beschlagnahmt. Breslau, 12. October. Die Polizei fahndet nach einem gewiffen Steinert aus Krakau, dem vermeintlichen Urheber des Attentats in Reichenberg. Oppeln, 12. October. Ein nach Breslau gerichteter Güterzug ist entgleist, acht beladene Waggons wurden zertrümmert, ein Beamter verwundet. Das Geleise ist säst gänzlich zerstört. Posen, 12. October. Der frühere hiesige Weihbischos Janizewski ist gestorben. Herne, 12. October. Aus der Zeche „Julia" wurden drei Bergleute durch Herabstürzen des Förderkorbes getödtet. Paris, 12.October. Die Artillerie-Commission prüft das Modell eines 8 Mm. kalibrigen Revolvers, welcher viel leichter ist, als der gegenwärtig in der Armee eingeführte. Chicago, 12. October. Der amtliche Bericht berechnet die diesjährige Ernte in Weizen aus 509 Millionen, in Mais auf 2000 Millionen und in Hafer aus 725 Millionen Bushels. Der Ertag an Weizen übersteigt die bisherige Schätzung um 40, an Mais um 10 und an Haser um ca. 25 Millionen Bushels. totales und ^provinzielles. Gießen, 13. October. — Durch Entschließung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 6. October ds. Js. wurde der Großherzogl. Amtmann Dr. Wüst in Worms beauftragt, die Stelle eines Amtmannes bei dem Kreisamte Gießen zu versehen. — Oberhesfische Obstausstellung. Unter Vorsitz des Herrn Oberbürgermeister Gnauth sand gestern eine Sitzung des Local-Comites für die Obstausstellung statt. Die Anwesenden nahmen zunächst Kenntniß von einem Schreiben Gr. Direction der Oberhessischen Eisenbahnen, in welchem mit- getheilt wird, daß den Besuchern der Ausstellung die nachgesuchte (in voriger Nummer d. Bl. bereits mitgetheüte) Fahrpreis-Ermäßigung bewilligt sei. — Aus dem weiteren Verlaufe der Sitzung sei mitgetheilt, daß beschlossen wurde, am Tage der Eröffnung, Donnerstag, den 15. October, Nachmittags 2 Uhr in Steins Garten ein Festessen zu veranstalten. An demselben können Aussteller und Freunde des Obstbaues theilnehmen. Was die Eröffnungsfeierlichkeiten betrifft, so soll nach einer der Bedeutung der Sache entsprechenden Ansprache durch den Präsidenten und daraus folgender Berichterstattung über das Ausgestellte ein Rundgang stattfinden, nach dessen Beendigung die Ausstellung dem Publikum geöffnet wird. — Der Eintrittspreis beträgt am ersten Tage 50, an den folgenden Tagen 20 Psg. pro Person- von der Ausgabe von Dauer- bezw. Familienkarten soll abgesehen werden. Dagegen wurde den Schülern, sowohl der hiesigen wie auswärtigen (auch der benachbarten preußischen) Schulen, sobald sie unter Führung ihrer Lehrer die Ausstellung besuchen, eine Ermäßigung des Eintrittspreises bewilligt. Das Eintrittsgeld wurde auf 5 Psg. für Kinder der Volksschule, aus 10 Psg. für diejenigen der höheren Schulen festgesetzt. — Vergangenen Samstag sand im großen Saale von Steins Garten die Seitens des hiesigen Kaufmännischen Vereines veranstaltete Feier des diesjährigen 18. Stiftungsfestes statt. Dieselbe war von Mitgliedern genannten Vereines, sowie geladenen Gästen und Familien stark besucht. Arrangement und Verlaus kann in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden. Nach Vortrag einiger Concertstücke durcy einen Theil der hiesigen Regimentscapelle unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirectors, Herrn C. Krauße, begrüßte der derzeitige Vorsitzende des Vereines, Herr C. Orbig, die Anwesenden, hob in kurzen Worten Zweck und Ziel des Vereines sowie die Bedeutung des Tages hervor und gab dem Wunsche Ausdruck, der Verein möge auch fernerhin als Bildungsstätte zu Nutz und Frommen der jungen Kaufmannschaft segensreich wirken. Hierauf wurde von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters das vieractige Lustspiel von Oscar Blumenthal „Das zweite Gesicht" gegeben, dessen Aufführung und Wirkung allgemein die Vortheilhasteste Beurtheilung fand. Hieran schloß sich ein Tanzkränzchen. In dessen Pause brachten Mitglieder des Vereines unter gütiger Mitwirkung einiger Damen die komische Pantomime „Die Zaubertrommel" zur Aufführung, welche wiederholt recht lebhafte Anregung der Lachmuskeln verursachte. Die sich gebildete Feststimmung unter den Theilnehmern hielt an bis zur Trennung in vorgerückter Morgenstunde. Den Abschluß der Feier bildere Nachmittags ein Ausflug nach dem Schiffenberg, welcher in gleich schöner Weise verlausen ist. Genannter Verein hat wiederum gezeigt, daß er das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden versteht. Hoffen wir, das die schöne Feier auch ihren Zweck, Förderung des Vereinslebens, erfüllen und nicht allein eine Erinnerung an jene Zeit, in welcher der Drang des Wissens in der hiesigen jungen Kaufmannschaft zur Gründung des Vereins führte, bilden, sondern auch Zweck und Ziel des Vereins in immer weitere Kreise tragen und demselben neue Mitglieder und Freunde zuführen möge. — Die Frage des HeimstättenGesetzes ist vom Deutschen Landwirthschaftsrath den landwirthschaftlichen Vereinen zur Begutachtung übergeben worden. Es liegen jetzt von solchen Begutachtungen mehrere vor. Die Jahresversammlung des „Landwirthschaftlichen Vereins in Bayern" verhandelte über diesen Gegenstand am 6. October. Referent war Herr Justizrath Bachmair, Königlicher Notar in Neumarkt an der Rott. Sehr lange Debatten entspannen sich bei der Berathung dieses Punktes, und es fand schließlich folgende Resolution Annahme: „Zur reichsgesetzlichen Einführung und Ausgestaltung des Heimstätteinstitutes erscheinen die erforderlichen, auf das Erbrecht und die Creditverhältnisse sich beziehenden gesetzlichen und thatsächlichen Voraussetzungen zur Zeit noch nicht gegeben,- so Wünschenswerth auch eine Verwirklichung des Heimstättegesetzes ist, so scheint wegen der für seine Regelung besonders in Betracht kommenden Verschiedenheiten der wirthschaftlichen und erbrechtlichen Verhältnisse des ländlichen Grundbesitzes Aussicht auf Erfolg zur Zeit nicht vorhanden zu sein."' — Die am 8. October inWeimar versammelt gewesene Landwirthschaftliche Centralstelle für d as G r o ßh erz o gt h um S a ch sen kam, von einem von Herrn Professor Freiherrn von der Goltz erstatteten Referat ausgehend, nach eingehenden Verhandlungen im Ganzen zu dem Schluffe, auszusprechen, das Bedürsniß nach Maßregeln, welche zur Erhaltung eines leistungsfähigen Bauernstandes führen, sei voll empfunden und anerkannt, doch könne die Centralstelle einen Erfolg in dieser Richtung von einem Gesetz im Sinne des Entwurfs nicht erwarten. In der Begründung ging man u. A. auch davon aus, daß von der Befugniß zur Errichtung von Besitzstellen, welche in gewissen Grenzen von Gläubigern unangreifbar sein sollen, wegen der in der Ausführung sich aufthürmenden Schwierigkeiten und wirthschaftlichen Bedenken dort zu Lande wohl kaum Gebrauch gemacht werden dürfte. — Unter den Hauptgewinnen der Silberlotterie des z Lahrer Reichswaisenhauses ist vielleicht der interessanteste das Holbein-Früh st ücksservice. Hans Holbein der jüngere, mit Albrecht Dürer der erste deutsche Maler seiner Zeit, ging bekanntlich im Jahre 1532 auf immer von Basel nach England und sand nach einigen Jahren Anstellung im Dienste König Heinrichs VIII., des modernen Blaubart. Im Auftrage desselben fertigte Holbein nun auch zahlreiche Entwürfe für kunstindustrielle Arbeiten, besonders der Goldschmiedekunst, in denen er sein Stilgesühl und seine reiche Phantasie glänzend bewährte und mustergiltige, noch heute nachahmens- werthe Beispiele für das Kunsthandwerk hinterlassen hat. Diese Entwürfe werden im britischen Museum aufbewahrt und nach einem von ihnen ist nun das Frühstücksservice gefertigt. Dasselbe besteht aus zwölf reinsilbernen Dessertmessern mit flachen Klingen, 12 reinsilbernen dazu passenden Dessertgabeln und 12 silbernen Dessertlöffeln mit antiken Schöpfbecken. Alle Griffe sind in schönster getriebener Arbeit hergestellt. Dem Service dient zur Aufbewahrung ein Kasten aus bestpolirtem Walnußholz mit Seidensammet gefüttert. Der glückliche Gewinner wird seine Freude daran haben. — Der erste Hauptgewinn, im Werihe von 10,000 Mk., besteht in einer kostbaren Tafelgarnitur im Gesammt-Silbergewicht^ von 34,170 Gramm, der zweite im Werthe von 5000 Mk. in einer solchen von 19,530 Gramm Silbergewickt, der dritte im Werthe von 3000 Mk. mit 16340 Gramm Silbergewicht, der vierte im Werthe von 2000 und der fünfte im Werthe von 1500 Mk. Das Gewinnverhältniß dieser Lotterie ist, obgleich dieselbe einem Wohlthätigkeitswerk gewidmet, das denkbar günstigste, denn auf 19 Loose fällt ein Gewinn. Friedberg, 10. October. Heute fand im Saale des Predigerseminars die feierliche Aufnahme der neu eingetretenen zehn Candidaten in der üblichen Weise statt. Geh. Kirchenrath Dr. Diegel hielt die sehr ergreifende Festrede. Zusammen mit den noch hier verbliebenen zehn Candidaten beträgt die Zahl nunmehr zwanzig. Friedberg, 10. October. In dem Garten des Reallehrers Lang stehen augenblicklich ein Birn- und Aepselbaum in voller Blüth.enPracht. Reichelsheim i. d. W., 10. October. Die Vermessungsarbeiten für die zu erbauende Secundärbahn st recke Friedberg-Reichelsheim-Nidda werden jetzt eifrig betrieben. Seit dem 23. September befinden sich zur Vornahme genannter Arbeiten hier im Auftrage der Baubehörde ein Ingenieur und ein Forstassessor. Bretzenheim, 8. October. Ein Hündchen als Beleidigungsvermittler abzurichten dürfte die neueste Erscheinung spitzfindiger Frauenlist sein. Seit längerer Zeit wohnten zwei Wittwen mit zahlreicher Kinderschaar dahier unter einem Dache. Es gab aber in letzter Zeit der Zerwürfnisse so viele, daß die eine Wittwe vorzog, auszuziehen, so daß die andere nicht mehr Gelegenheit hatte, ihrer allzeit schlagfertigen Zunge die Zügel schießen zu lassen. Das war aber nicht nach ihrem Geschmack und sie verschaffte nun ihrem gepreßten Herzen in folgender Weise Lust. Sie heftete dem Hündchen der ersteren Frau, das auch nach dem Wohnungswechsel täglich den Weg zum alten Heim aufsuchte, Schmähbriefe an das Halsband. Man ließ nun heu^ unter Zeugen absichtlich das Hündchen von zu Hause wegeilen. Kaum war eine Viertelstunde vergangen, so kam es mit einem neuen Schmähzeltel behangen zu seiner Herrin zurück. Die tragikomische Geschichte wird nun ein gerichtliches Nachspiel finden. Sauer Schwabenheim, 8. October. Heute wurde hier ein junger Mann beerdigt, welcher sich beim Kegelspiel während des Marktes durch das Eindringen eines Holzsplitters unter den Fingernagel verletzt hatte und an den Folgen hiervon vor einigen Tagen gestorben ist. Der Splitter war etwa gliedstief in den Finger eingedrungen und konnte nur mit großer Mühe entfernt werden. Trotz ärztlicher Hülfe traten nach einigen Tagen Wundfieber und Starrkrampf ein, welche den Tod herbeisührten. Der Verstorbene hinterläßt Frau und Kind. VevmischLes. * Wie aus Frankfurt gemeldet wird, befinden sich dort und in der Umgegend zur Zeit zahlreiche französische Obstaufkäufer, die ausschließlich bestes Tafelobst zu hohen Preisen erstehen und nach Frankreich einführen. Eine Wetterauer Gemeinde soll z. B. für 36000 Francs Aepfel verkauft haben. Die Waare wird in Frankreich zierlich und geschmackvoll verpackt und geht dann zu bedeutend erhöhten Preisen vielfach nach Deutschland und sogar wieder nach Frankfurt zurück. * Königshütte, 11. October. Ist der Ausdruck „Krähwinkel?" eine Beleidigung? Im Februar d. I. unterzog die „Königsh. Ztg." die Straßenbeleuchtung in Königshütte einer wenig schmeichelhaften Kritik. In dem Artikel gebrauchte der Redacteur der erwähnten Zeitung, Herr F. Ploch, den Ausdruck „Krähwinkel". Deswegen stellte die Stadt - Baudeputation resp. der Magistrat von Königshütte gegen den Redacteur einen Strafantrag wegen Beleidigung. Das Schöffengericht sprach den Angeklagten frei, weil, nach Kotzebue, das Wort „Krähwinkel" eine, kleine Stadt bedeute und Königshütte, trotz seiner ziemlichen Anzahl von Einwohnern, nicht zu den Großstädten gerechnet werden könne. Der Amtsanwalt, der vor dem Schöffengericht die Sache des Königshütter Magistrats vertreten hatte, war mit diesem Urtheil nicht zufrieden. Er apellirte und die Strafkammer zu Königshütte fand in dem Ausdruck „Krähwinkel" eine Beleidigung. In ihrer Sitzung vom 2. d. M. hob sie das freisprechende Urtheil-Erkenntniß auf und verurtheilte Herrn Ploch zu einer Geldstrafe von 30 Mk. Der Schutz des § 193 des Strafgesetzbuches (Wahrnehmung berechtigter Interessen) wurde dem Angeklagten, der seinen Mitbürgern eine bessere Straßenbeleuchtung verschaffen wollte, nicht zugebilligt. * Ein neuer kaiserlicher Salonwagen. In den Werkstätten der Breslauer Actiengesellschaft für Eisenbahn-Wagenbau (Linke) ist sür den Gebrauch des Kaisers soeben wiederum ein Salonwagen fertig gestellt worden, der an Comfort und Eleganz die bisher in denselben Werkstätten erbauten weit übertrifft. Wenn man den Wagen von der Stirnseite betritt, gelangt man in einen als Wartezimmer gedachten Vorraum und aus diesem in einen eleganten, durch meterbreite Spiegelglasfenster erhellten Salon, an welchem sich ein kleiner Salonraum anschließt. Dieser letztere läßt sich durch Einschieben einer Wand in einen Gang und ein Schlafzimmer verwandeln, so daß der Wagen auch für längere Reisen und besonders für Nachtfahrten benutzt werden kann. Au diesen zweiten Salon schließt sich ein Toilettenraum für den persönlichen Gebrauch des Kaisers; dieser Raum mündet in einen Gang, an welchem zwei ähnlich wie in den gewöhnlichen Schlafwagen eingerichtete Cabinen mit Toiletten rc. liegen, die sür die Herren des Gefolges bestimmt sind. Zuletzt kommt ein Raum sür die Dienerschaft, in einem Theile desselben befindet sich der Ofen für die Centralheizung, sowie das Wasserreservoir sür die verschiedenen Toiletten. Der Wagen wird in allen Abtheilungen durch Gas erleuchtet - für eventuelle Fälle ist zugleich eine Kerzenbeleuchtung angebracht. Es versteht sich von selbst, wie die „Bresl. Ztg." meint, daß die Salonräume mit demjenigen gediegenen und feinen Geschmack ausgestattet sind, welchen der Leiter des Etablissements bei den früher gebauten Salonwagen für den Gebrauch des Kaiserpaares an den Tag gelegt hat, und welcher der Breslauer Gesellschaft wiederholt derartige Aufträge zugesührt hat. Neben Gediegenheit und geschmackvollem Aussehen ist auch aus Bequemlichkeit die weitgehendste Rücksicht genommen- so kann z. B. in dem improvisirtcn Schlafzimmer vom Bette aus durch eine Zugvorrichtung die Beleuchtung gedämpft und durch electrischen Glockenzug können der Dienerschaft verschiedene Befehle ertheilt werden. An der Wand, welche die beiden Salons trennt, ist eine Platte angebracht, welche aufgeschlagen einen ziemlich bequemen Schreibtisch abgibt, und zwar läßt sich derselbe in jedem der beiden Salons Herstellen, ohne daß der Raum beengt wird, wenn der Kaiser sich nicht mit schriftlichen Arbeiten beschäftigt. Der neue Salonwagen ist bereits seinem Bestimmungsort zugesührt worden, um nach erfolgter Besichtigung und Abnahme durch die zuständige Behörde dem kaiserlichen Wagenpark eingereiht zu werden. * Bestrafung der Trunkenheit in England. Einem dieser Tage veröffentlichten amtlichen Ausweise zufolge wurden im Jahre 1890 in England und Wales aus einer Bevölkerung von 29 001018 Personen 173036 wegen Trunkenheit ver- urtheilt. Nicht weniger als 15942 wurden wegen Trunkenheit am Sonntag bestraft. Unter den Grafschaften nimmt Lancaster mit 23 212 Verurteilungen die erste Stelle ein, dann kommt Durham mit 10 773 und Dorkshire mit 9826. * Verunglückter Toast. Theobald Krühmel, ein Freund von Toasten, die er mit Citaten zu verflechten oder zu schließen liebt, ist jüngst bei seinem Freunde zur Hochzeitsfeier geladen. Er kann natürlich nicht umhin, an der Tafel zu sprechen. Nachdem er einige nichtssagende Worte vom Stapel gelassen, schließt er seine Rede mit den Worten: „Aber als Freund des Hauses richte ich nachfolgende Bitte an das Brautpaar: — Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte!" UrriverfitZts - Nachrichten. » . . Marburg, 10. October. Der bisherige Privatdocent Dr. Georg briedrtch Kohl ist zum außerordentlichen Profeffor in der phllo- fophischm Facultät der hiesigen Universität ernannt worden. r-7 der Geschichte Dr. Lorenz in Jena hat daS .^6luck gehabt, auf einem Auge zu erblinden, auch das andere Auge ist leidens, die Aerzte hoffen es jedoch erhalten zu können. w ir. Kaiserlicher Entschließung Dom 28. September ist eine Reihe von Profefforen-Ernennungen für die tschechische Universität in Prag vollzogen worden, durch welche die neue theologische Facultät an dieser Universität „acttvirt" erscheint. — Der bisherige außerordentliche Profeffor Dr. Scholz ist junr Honorarprofessor in der philosophischen Facultät der Universität Greifswald ernannt. Y relcn i" Kiel, welcher seit 1874 die medi- niedecgeleg/leitete, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Lehramt m —AuStelle des Privatdocenten Dr. Pfeiffer, welcher nach Berlin als Agriculturchemiker der Deutschen Landwirthschaftsgesell- wbergefiebelt ist, tritt Dr. Kalb bei dem landwirthschaftlichen Institut der Universität Göttingen ein. . l^Der Professor der Philosophie Dr. Stein in Zürich ist als ordentlicher Professor nach Bern berufen. Schrffsnachvichten. Bremen, 11. October. [Per transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Elbe, Capt. K. v. Gössel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 29. September von Bremen und am 30. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- nnd Volksrvirthschaft» Gieren, 13. October. Marktbericht. Auf dem hemiaen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnereier 1 St. —, 2 St. 13—15 H, Enteneier 1 St.--4, 2 St. — 4, Käse pr, St. 4-8 4, Käsematte pr. St- 3 4, Erbsen vr. Liter 25 4, Linsen pr. Liter 29 4, Tauben pr. Paar JL 0,50-0,70, Hühner pr. Stück JL 0,90—1.00, Hahnen pr. St. JC. 0,50-0,75, Enten pr. Stück VO-2,00 Ochsenfleisch pr. Pfd- 70—76 4, Kuh- und Rindfleisch 60-456 4, Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 50—74 4, Kalbfleisch 56—60 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00—9,00, Weißkraut pr. St.--4, Zwiebeln per Centner JL 4,50—5,50, Milch per Liter 12—18 4. Grünberg, 10. October. Fruchtpreise. Weizen 2420, Korn xAL 23.70, Gerste 16.70, Hafer 14.00, Erbsen JL 20—, Linsen v4L —— Wicken JL , ßein^M 25.—, Kartoffeln^—.—. Literatur und Runst. — Aus der von dem Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien geplanten, alle fünf Erdtheile umfassenden „Allgemeinen Länderkunde" liegt als deren erster Theil: Afrika, von Prof. Dr. Wilhelm Sievers, nunmehr abgeschlossen vor. Mit der Fertigstellung dieses Bandes ist der erste erfolgreiche Schritt zur Verwirklichung der dem Verlagsplan zu Grunde liegenden Absicht gethan. Es lag für die Herausgeber nahe, die Reihe dieser geographischen Handbücher mit einer übersichtlichen Darstellung unseres gesammten Wissens über Afrika zu eröffnen. Kann es doch keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Erdtheil zur Zeit bei allen europäischen Cultur- völkern im Vordergrund jedweden öffentlichen Interesses steht. Die neuere Bewegung für Afrika läßt sich in Europa bis auf die Mitte unseres Jahrhunderts zurückführen. Von da ab ist dieselbe in fortwährendem Steigen begriffen und hat als neueren Ausgangspunkt den Eintritt Deutschlands und auch Italiens in die Reihe der Colonialmächte gezeitigt. Seitdem ist die culturelle Entwickelungsgeschichte Afrikas in ein neues Stadium getreten. Die Beziehungen und Fühlungen des civilisirten Europa mit dem „dunkeln Erdtheil" find in unserer Zeit lebendiger und mächtiger als je: Afrika ist heute mehr als jeder andere Erdtheil in die europäische Interessensphäre hineingezogen. Je mehr sich dank dieser Culturbestrebungen der Schleier über Afrika lüftet, je mehr die Verfolgung politischer, wirthschaftlicher und humanitärer Interessen daselbst bei uns immer weitere Kreise zieht, um so größer wächst selbstverständlich der Drang nach Wissen über Alles, was Afrika heißt und damit zusammenhängt. Die Kenntniß des „dunkeln Erdtheils" ist in der Gegenwart nicht mehr allein Sache des Fachgelehrten, sie ist Bedürsniß für Alle. Aus dieser richtigen Erkenntniß ging unser Buch hervor, und es ist erstaunlich, mit welch richtigem Blick Autor und Verleger e8 verstanden haben, aus der Fülle deffen, was bisher über Afrika bekannt und geschrieben wurde, den Kern herauszuschälen und dem Gelehrten wie dem Laien in gleichverständlichem und fesselndem Text ein getreues Bild des Standes unserer heutigen Kenntniß von der Geographie Afrikas zu entwerfen. Das ist eine vernehmliche Eigenschaft des Sievers'schen Werkes. Zu dieser tritt als nicht geringere die klare und verständige Sichtung der besonders in den letzten Jahren stark angeschwollenen Afrika-Literatur, die selbst dem Fachmann den Ueberblick erschwert. Sievers bietet somit das gesammte Wissen der Gegenwart über Afrika in einem leicht erfaßbaren, übersichtlichen Aufbau, der, auf ein großes Publikum berechnet, seine anschauliche und reizvolle Darstellung Jedem zugänglich machen soll. Aus dem Inhalt des Buches heben wir folgende Abschnitte hervor, deren bloße Nennung schon den besten Maßstab für die gründliche und umfassende Bearbeitung gewährt. Abschnitt 1. Erforschungsgeschichte; 2. Allgemeine Uebersicht; 3. Oberflächengestalt; 4. Das Klima; 5. Die Pflanzenwelt; 6. Die Thierwelt; 7. Die nicht ftaatenbildende Bevölkerung; 8. Die Staaten; 9. Die europäischen Colonien; 10. Verkehr und Verkehrsmittel. Was die Jllustrations- beigaben anbelangt, so sind dieselben der angestrebten Anschaulichkeit des Werkes entsprechend äußerst zahlreich; außer 154 Abbildungen im Text, unter welchen die wohlgetroffenen Porträts der hervorragenden Afrikaforscher aus alter und neuer Zeit zu finden find, enthält „Sievers, Afrika" 6 Sondertafeln in vorzüglichem Chromo- druck, aus welchen wir auf die interessanten Bilder: „Wochenmarkt am unteren Congo" und „Bai von Kamerun" besonders Hinweisen möchten, und 10 Tafeln in Holzschnitt, darunter die ebenfalls sehens- wertben bildlichen Darstellungen. „Dorf der Mangbattu", „Landschaft auf Madagaskar". Die Meisterschaft eines Compton, Heyn, Kubnert, Mützel bewährt sich in diesen Illustrationen auf das Glänzendste. Die nothwendigste und werthoollste Ergänzung bildet in unserem Werk natürlich das Kartenmaterial, das denn auch ausgiebig vertreten ist. Aus demselben sind außerordentlich interessant: Meteorologische Karte; Tbiergeographische Karte; Culturkarte. Die carto- graphischen Beigaben (im Ganzen 12) find neu und nach den besten Quellen bearbeitet. Die Abbildungen im Text werden nach dem bewährten Muster von „Brehms Thierleben" durch zahlreiche Citate aus den Reisewerken anschaulich schildernder Forscher ergänzt, welche wie die Abbildungen selbst die sachlichen Darstellungen außerordentlich beleben. In Ansehung des geringen Preises von 12 Mk. für dm gebundenen Band kann die Bemühung der Verlagshandlung, das Werk technisch würdig auszustatten, nicht genug heroorgehoben werden. Dross-Seife ist in jeder Beziehung mindestens ebenso vorzüglich wie Dörings Seife. Preis: I Stück 30 Pfg., 12 Stück 3 Mark. [8214 1W Siehe Inserat. WS Federhaltung steil gestreckt Nr 3 1 Auswahl 30 Pf. In jeder Handlung vorrätig. Dünne Schrift Auswahl Nr 2 Soenne&eris Scfireify'federn I Welche Feder palst für meine Hand am besten? 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Transportiren und Vertheilen von 145 cbm Dungerde in 5 Loosen; 4. Anfertigen von 1664 l. m Drainagegraben, sowie Einlegen der Röhren, Zuwerfen der Graben 2c. in 4 Loosen. Die Versteigerung beginnt Nachmittags 3 Uhr. Zusammenkunft am Schafweiher. Nähere Auskunft erteilen Forstwart Sch lag zu Baumgarten und Güteraufseher Dern zu Hausen. Gießen, 12. October 1891. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. L :aphAm Instituts rthcile unwnbm eren erster Wil: mnehr abgeschlossm er erste erfolgreiche u Grunde liegenden rtesergeograpWen unseres gesäumten ich keinem Zweifel tropäifdien GoHui' nsses ML >is auf die Mitte t dieselbe in svtt- n nndMWWt Beziehungen und ieln Erdlheil' Imd it: Süitüa Ift (mit i bei EMr über weitere Kreise A a nach Misten ubtt wt Die Kenntntß Lmchr allein Sach- Buch hervor, und or und Verleger es bisher über Äfiiku ?,uii2len unbban SÄ’* nb♦♦♦♦#♦♦♦♦+♦♦♦* Dickwurz, Haferspreu u. Weizenstroh abzug. K. Euler, hammstr. 5. [9109 W* Heute Mittwoch, den 14. 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October, Abends ?72 Uhr: iHnmoristisch-dramatiseherReoterabend von August Junker mann, König!. Württ. Hofschauspieler. Sperrsitz ä Mk. 1.50, Karten ä 1 Mk. sind zu haben in der Gorner derreht von E. Wasserschletten, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 13. October 1891. Danksagung. . Für die Theilnahme bei dem Verluste unserer innigstgeliebten Gattin, Mutter, Schwester, Großmutter und Schwiegermutter Frau Elisabeths Weinrich, geborene Brotz, sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. . Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, welche bei dem Hmscheiden unseres innigstgeliebten Gatten, Vaters, Sohnes, Bruders und Schwagers Drn. Fabrikant Carl Engel uns geworden sind, sagen auf diesem Wege besten Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Norddeutscher Lloyd. Post- und Schnelldampfer von nach 3% Reichsanleihe 3Vs0/o do. 3% Preuß. ConsolS 3Vi°/8 do. ditf dauert nur noch eine ganz kurze Zeit und gebe ich den Rest ****111 meines Lagers zu sehr billigen Preisen ab. Einen großen Poften Buckskin - Refte, zu Anzügen und Hosen passend, gebe 50 pCt. unter gewöhnlichem Preis Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1889: 1890 nicht verändert. Lollar, am 10. October 1891. Das 1. Heft und den 1. Band liefert jede Buchhandlung = k___________ zur Aneicht ■ 256Hefteä50Pfennig.— ISHalbfranzbändeälOMark. 9057] Ein Bursche zu zwei Pferden sofort gesucht. —Zu erfragen in der Exped- d. Bl- Tüchtige Erdarbeitrr am Neubau der zweiten evang. Kirche gesucht. Dieselben erhalten event. Winter- arbeit. f9058] Win«. 8957] Einjunges Mädchen, welches die bürgerliche Küche versteht, auf ein Schloß gesucht; sowie Köchinnen und junge Mädchen nach hier und auswärts gesucht durch Frau Hüttenberger, Seltersweg 52. 8987] Ein tüchtiger tzriseurgehülfe, welcher gerne zu Gießen in Condition treten möchte, sucht Stelle. Zu erfragen Lickerstroße 6, UI. —9079] Braver Junge oder Hrau rum Austragen von Backwaaren gesucht. Wilhelm Locher. 7826] Penstonärin findet Aufnahme in einer ruhigen Beamtensamilie in der Nähe der Aliceschule. Steinstraße 55. Als Leichenfrau empfiehlt sich [8718 Achtungsvoll Frau Arndt, Kaplansgasse 10. langhaar. Hühnerhund, Lord Aözugeoen gegen Belohnung yll5J Asterweg 34. Mehrere Waggonladungen Kartoffeln werden von einem auswärtigen Hause gegen sofortige Baarzahlung zu kaufen gesucht. Offerten werden erbeten an die Expedition d. Bl. unter Chiffre B. A. Nr. 9129. 9132] Eine Frau sucht mögl. nahe am Bahnhof ein unmöbl. Zimmer mit Küche. Zu erfragen _________________Grünbergerstraße 29. 9107] Ein Pferdeknecht auf sofort gesucht. Ludwigstraße 57. 9117] Ein tüchtiger Schmiedgeselle findet dauernde Arbeit bei Schmiede- meister Bender, Rodheim a. d. B. Eine Lauffrau oder Laufmädchen sofort gesucht. 9122] Seltersweg 35. Ein braves Dienstmädchen mit gntem Zeugnitz bei zwei Kinder sofort gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl. [9123 Tüchtiger Hausbursche sofort gesucht. Activa. 1. Ausgeliehene Kapitalien 66 315 — 2. Kaffevorrath . . . 8 702 50 3. Ausstände .... 1969 66 4. Stückzinsen, welche bis Ende 1890 verfallen, aber noch nicht in Einnahme verrechnet sind 1387 50 Passiva. JL. H 1. Aufgenommene Kapitalien ...... 73 057 91 2. Geschäftsguthaben der Mitglieder .... 3900 — 3. Noch zu bezahlende Zinsen von Einlagen. . 445 80 4. Noch zu deckende Ber- waltungskosten. . . 377 43 5. Reservefond . . . 150 — 6. Reingewinn . . . 443 52 = 78 374 66 = 78374 66 174,40 Lomb. E.-B.-Act. 92.00 131.50 Buschtherader E.-B.-Act. 410 00 135.70 Elbthal-Bahn-Äct. 187 30 112 00 Gotthard-Bahn-Act. 131.90 93 75 Schweizer Nordost-B.-Act. 119.30 244 00 Mainzer E.-B.-Act. 110 90 243.00 Marienburger E.-B.-Aet. 54 80 101'801 Ver. Königs-Laurab>-Act 113.60 153.701 Tendenz: fest. 7i Uhr: unter »■ tratail iann, ™ haben in ilate. 9Q21 lg Vereins. b* M., Vormittag ben 22. b. M» ung [taltfinbeL %■» an ben folgen- in Begleitung ihrer Volksschulen 5 Pfg., oben wird. seitens Großherzogl. • Eisenbahnen freie lussetzung gewährt, len werben unb bie 9127 Comite. jen, 3i ark. u o o o > \Ubtntn. [9099 innigstgeliebten liegermutter imch, x-'L Wl mW* „ [9126 ;esch^' 91‘ 898» x. 89 50 18.90 37.30 ,,0 113.6° 9,00 410°° 187 3° 31? 1»,° ,90 j* 80 Mittwoch bea 14. Oktober (Stegner Anzeiger. Beilage zu Nr. 239. -1891 minder günstig gestalten sollte, wofür leider schon jetzt alle Anzeichen sprechen. Der animirte Geschäftsgang würde ohne Zweifel auch zu einem befriedigenden finanziellen Ergebniß geführt haben, wenn derselbe nicht von Umständen begleitet gewesen, die dies ausschloffen. Einestheils waren es Mißernten beliebter Einlage-Tabake, andererseits die Mac Kinley Bill, welche sich von störendem Einfluß erwiesen. Namentlich gilt dies von der letzteren, in deren Entwurf eine sehr viel erhöhte Eingangssteuer auf Sumatra-Tabak für die Einfuhr nach Amerika vorgesehen und damit der Anreiz zu Specu- lationskäufen Seitens der Interessenten dieses Landes gegeben war. Dieselben fanden denn auch in großartigem Umfange statt und steigerten die Preise der betreffenden Tabake bis zu Höhepunkten, wo es der deutschen Eoncurrenz kaum noch möglich war, zu folgen, oder dies nur in der sicheren Voraussicht auf jeden Geschäftsgewinn verzichten zu müssen. Unter Berücksichtigung dieser mißlichen Verhältnisse wird man denn auch mit einiger Sicherheit annehmen können, daß das geschäftliche Resultat der hier in Betracht kommenden Periode im Allgemeinen ein so wenig befriedigendes war wie in den vorausgegangenen Jahren und zwar trotz des vermehrten Umsatzes. Auch der nächsten Zeit vermögen wir nur mit Sorge entgegenzusehen, da die oben angedeutete Vermehrung der Production den normalen Bedarf weit überschreitet, der letztere aber in dem Maße zurückgehen muß, in welchem die Kaufkraft der Bevölkerung geschwächt wird. Dies aber ist unausbleiblich, wenn die auf vielen Gebieten wirth- schaftlicher Thätigkeit bereits begonnene Depression, wie zu erwarten, noch weitere Fortschritte machen sollte, sowie gegenüber dem hohen Preisstand der Lebensmittel und des Brennmaterials. — Nur nach einer Richtung hin erhoffen wir einen Umschwung zum Besseren. Wir hegen zu unserer jetzigen Reichsregierung ein größeres Maß von Vertrauen- wir sympathisiren aufs Lebhafteste mit deren Bestrebungen zur Herbeiführung der so nothwendigen Stabilität in den wirthschaftlichen Beziehungen. Wir erwarten, daß dieselbe den unsere Branche berührenden Fragen eine mehr objective Würdigung angedeihen läßt, wie dies früher der Fall war, und rechnen außerdem mit Bestimmtheit darauf, daß unsere Industrie fernerhin von allen systematischen Beunruhigungen, wie sie dem Regime Bismarck eigen waren, verschont bleibr. Nur dann kann die^lbe, auch unter schwierigen Verhältnissen, eine dem Wohle de Landes dienende Entwickelung nehmen. Zum Schluffe mögt wch erwähnt fein, daß das Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter im hiesigen Bezirke seither ein durchaus befriedigendes war. — Die wenig sorgfältige Behandlung, welche unsere Packetsendungen während des Posttransportes erfahren, bleibt eine stehende Klage [unb ist für die Betheiligten mit viel größeren Verlusten verknüpft, wie im Allgemeinen angenommen wird, findet aber leider bei der Postoerwaltung kein Gehör. — Die schon öfter zum Ausdruck gebrachte Bitte um Verlängerung des Zoll-Credits auf mindestens sechs Monate wiederholen wir auch diesmal mit dem Hinweis, daß in Folge zunehmender Eoncurrenz die Credit- sristen, welche wir unseren Abnehmern gewähren müssen, immer größere Ausdehnung erfahren. — Gegenüber dem nun für 1892 in Kraft tretenden preußischen Steuergesetz über die Veranlagung zur Einkommen- und Gewerbesteuer erscheint es dringend nothwendig, daß im Interesse der hiesigen Fabrikanten, welche in Preußen Filialfabriken haben, eine Ver-- ständigung der beiderseitigen Behörden über die Ausführungsbestimmungen des Gesetzes stattfindet. In erster Linie würde dabei zu berücksichtigen sein, daß das aus diesen Filialen resultirende Einkommen nicht zum ganzen Betrage als in Preußen steuerpflichtig anzusehen, sondern daß nur eine Quote auf dort und die andere auf hier entfällt. Bei Feststellung des Gewerbecapitals bedarf es einer ähnlichen Auseinanderhaltung. — Die Schlußabrechnung des 19. Mittelrheiuifcheu Turnfestes in tzanau ergab an Einnahmen 61,408 Mk., an Ausgaben 55,875 Mk., mithin einen Ueberschuß von 5533 Mk. Hiervon wurden 1500 Mk. an Gratifikationen und milde Stiftungen vertheilt und der verbleibende Rest von 4033 Mk. 14 Pfg. wird nach § 11 der Satzungen unter die Hanauer vier Turnvereine nach der Kopfzahl vertheilt, wie folgt: Turngemeinde 431 Mitglieder 1953 Turngesellschaft 215 „ 974 Turnverein 130 . „ 589 Turn- u. Fechtclub 114 „ 516 Dudenhofen (im Rodgau), 9. October, für Abschätzung der durch die Exercitien Cavalleriedivision während der Uebungen Mk. 12 Pfg., // 29 „ „ U ,, " 01 „ Die Commission der combinirten in der Zeit vom 17. bis 30. August er. in den Gemarkungen Nieder-Roden, Dudenhofen, Jügesheim und Hainhaufen verursachten Flurschäden hat heute nach sechswöchiger Arbeit ihre Thätigkeit beendet. Nach der nun vorliegenden Zusammenstellung beläuft sich der Schaden, resp. die Vergütung, in der Gemarkung Nieder-Roden mit 3720 Parzellen auf 40,683.45 Mk., in der Gemarkung Dudenhofen mit 7020 Parzellen auf 96,118.80 Mk., in der Gemarkung Jügesheim mit 5050 Parzellen auf 56,618.10 Mk. und in der Gemarkung Hainhausen mit 600 Parzellen aus 6762.90 Mk., zusammen - 16,390 Parzellen und 200,183.25 Mk. Enischädigungsgelder. ! Die Commissionsmitglieder veranstalteten am Schluffe ihrer mühevollen Arbeit im Gasthause „Zur Mainlust" in Seligenstadt heute Nachmittag ein Abschiedsmahl. Die Entschädigungen werden demnächst durch die Großh. Districtseinnehmerei Seligenstadt ausgezahlt. Literatur und Ttunst — Die Waffercur und ihre ArrwendrrngAwetse. Von SanitätSrath Dr. E. Preller, Dtrector der Wasserheilanstalt zu Ilmenau. Mit 38 in den Text gedruckten Abbildungen. Preis 3 Mk., in Letnenband 4 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Dieses neu erschienene Büchlein bildet ein neues werthvolles Glied der Weber'schen illustrirten Gesundheitsbücher. Der rühmlichst bekannte Verfasser, Director der Wasserheilanstalt zu Ilmenau t. Thür., gibt in diesem Buche eine äußerst klare Uebersicht über den gegenwärtigen Stand des KaltwafferhellverfahrenS. Er beginnt mit der Geschichte und Literatur der Waffercur, spricht dann von dem Verhältniß der Waffercur zu anderen Curmethoden und von den Badecuren überhaupt. Es folgen Eapitel über die Beschaffenheit des, Wassers, die Haut des Menschen, Blut und Nerven, sowie über die physiologischen Wirkungen des Wassers im Allgemeinen. Der zweite Abschnitt handelt von den außerordentlich mannigfaltigen Anwendungswetsen des Wassers bei den verschiedensten Krankheiten. „Auf dem Princip der Laienhilfe" bei Krankheiten fußend, hat der Verfasser eine genaue durch neue Abbildungen erläuterte Beschreibung der Technik der Heilweise gegeben. Es wird also Jeder, der mit den allerdings gewaltig heilkräftigen Wirkungen des Wassers sich in einzelnen Krankheitsfällen näher vertraut machen will behufs eigener Erprobung, in dem vorliegenden Buch einen höchst zuverlässigen, gediegenen und kenntniß- reichen Führer finden. Ganz besonders zu empfehlen ist es Besuchern einer Wafferhellanstalt. Sie können dann selbst beurteilen, ob das Badepersonal die Verordnungen richtig ausfuhrt und vor Allem lernen sie sich während der Waffercur richtig verhalten, was die Cur wesentlich unterstützt. Die Industrie - Krifis und die Aussichten auf Befferung. Eine Menge Umstände wirken noch immer so nachtheilig auf den gesummten Jndustriemarkt, daß man noch immer von einer Industrie-Krisis reden muß. Klagen, nichts als Klagen hört man von Fabrikanten, Grossisten und Kleinhändlern und die üble Stimmung, in welcher sich alle beteiligten Geschäftsleute befinden, läßt die Krisis noch größer erscheinen, als sie wirklich ist. Es fehlt an Nachfrage nach Producten aller Branchen, man klagt auf dem Eisen- und Stahlmarkte, man jammert in der Baumwollbranche, Wehklagen erschallen auch aus den Kreisen der Textil-Jndustrie und selbst aus der Mode- und Luxusbranche werden schwere Klagen laut, denn der schöne, sommerliche Herbst beeinträchtigt den Ankauf von herbstlichen Modeartikeln. Natürlich wird auch über den Ausfuhrhandel sehr geklagt, doch ist dabei als beachtenswerth zu berücksichtigen, daß der Export um diese Jahreszeit gewöhnlich schwach ist, daß aber nach England, die Schweiz, Dänemark und nach den Balkanstaaten sich der Export einigermaßen gehoben hat und daß auch aus Südamerika wieder einige Aufträge eingegangen sind. Eine Thatsache ist aber wiederum, daß die meisten Fabriken mit ganz geringem Nutzen oder zum Selbstkostenpreise arbeiten und daß sogar verschiedene Großbetriebe mit Verlust jetzt arbeiten, nur um ihre Werke nicht still stehen zu lassen, das Vorhandensein einer über fast alle Branchen und alle Industrieländer ausgedehnten latenten Krisis ist also nicht zu bestreiten. Die Ursachen sind Ueberproduction, Mangel an Absatz durch Sinken des Exports und Verminderung des Verbrauchs im Jnlande wegen hoher Lebensmittelpreise und schlechter Löhne in den Jndustriebranchen und Besorgnisse wegen der künftigen Gestaltung der politischen Lage. Da nun aber doch der natürliche Bedarf an Jndustrieartikeln in allen Culturstaaten vorhanden ist, so können schon einzelne Momente, welche die politische und wirthschaftliche Lage günstig beeinflussen, auch anregend^aus den Jndustriemarkt einwirken. So hat sich seit den bekannten Reden des deutschen Reichskanzlers von Caprivi und des sranzösichen Ministers Ribot der Glaube an den Frieden wieder sehr befestigt. Die Wirkung zeigte sich sofort an allen Börsen, wo seit vorvoriger Woche die Hauffestimmung wieder die Oberhand hat, und endlich wirkt auch der Umstand, daß die Ernte doch noch viel besser war, als man noch vor sechs Wochen befürchtete, belebend auf die Geschäftsentwickelung, so daß ohne Zweifel einige Aussichten auf Befferung auf dem Jndustriemarkte vorhanden sind. Loyaler nnb provinzieller. Gießen, 13. October. — Neber die Cigarrenfabrikation innerhalb ihres Bezirks äußert sich der Bericht Großh. Handelskammer Gießen wie folgt: Während der diesmaligen Berichtsperiode war der Geschäftsgang in der Cigarrenindustrie zeitweise und im Anschluß an den Aufschwung, der so ziemlich alle Gebiete der Erwerbsthätigkeit umfaßt, ein recht lebhafter. Die vor- banbenen Arbeitskräfte erwiesen sich vielfach als unzureichenb zur Befriedigung des Bedarfs und fand demzufolge, nament- l'ch aber im letzten Jahre, eine Erweiterung vieler Betriebe in so großem Umfange statt, daß empfindliche Rückschläge unausbleiblich erscheinen, sobald die allgemeine Geschäftslage sich Feuilleton. Eine gefährliche Begegnung. Von M. Walter. (Nachdruck verboten.) Es war ein rauher, stürmischer Novemberabend unb so recht ein Wetter, um einen Melancholiker noch um etliche Grabe schwermüthiger zu stimmen unb selbst einem vernünftigen Menschenkinde Unbehagen zu machen. Denn braußen heulte ber Winb, rüttelte an Läben unb Schornsteinen unb peitschte bie schweren Regentropfen gegen bie Fensterscheiben. Aber je ungemüthlicher es auf ber Straße war, besto behaglicher fühlten wir uns in unserem hellerleuchteten Clubzimmer, in besten Kamin ein mächtiges Feuer loberte, das eine angenehme Wärme verbreitete. Unser Stammtisch war heute vollständig besetzt, nur Major v. Wildern fehlte noch, aber nach einer Stunde erschien auch er und zwar in Begleitung eines jungen englischen Offiziers, ben er als feinen Freunb Macdonalb oor- stellte. Der Frembe war ein stattlicher, hochgewachsener Mann mit sehr energischen, stark gebräunten Gesichtszügen unb einer breiten Narbe auf ber Stirn, bie Zeugniß von bewiesener Tapferkeit ihres Trägers ablegte- Er hatte mehrere Jahre in Jnbien zugebracht unb zählte kaum dreißig Jahre, sah aber, wohl in Folge bes anstrengenben Lebens in ben Colonien, bebeutenb älter aus. Ogleich er geläufig deutsch sprach, war er anfangs sehr schweigsam, erst einige Gläser steifen Grogs lösten ihm die Zunge unb er erzählte uns manch Interessantes über feinen Aufenthalt in Jnbien. Die Schilderung eines grausigen Erlebnisses ist mir besonders in Erinnerung geblieben unb ich will versuchen, sie in seinen , eigenen Worten wieberzugeben. „Vor zwei Jahren," so erzählte der Offizier, „war ich mit meinem Regiment in einer kleinen, meist von Eingeborenen bewohnten Ortschaft, zehn Meilen von Calcutta entfernt, flationirt. Die tropische Atmosphäre, die während der heißen Jahreszeit über diesem Landesstrich brütet, machte den Äuf- enthalt zu einem wenig angenehmen unb obgleich wir Europäer uns bereits leidlich an bas indische Klima gewöhnt hatten, so litten wir doch stark unter der unerträglichen Hitze. Selbst in ben Gebäuben war es zum Ersticken, so daß die meisten es vorzogen, die Nacht im Freien zu verbringen. Auch ich hatte mich unweit des Hauses auf mein Feldbett ausgestreckt und nachdem ich ein Leintuch lose über mich geworfen, war ich, von Müdigkeit erschöpft, bald ein- geschlafen. Es mochte ungefähr Mitternacht fein, als ich plötzlich durch das furchtbarste, grauenvollste Geheul, das ich je in meinem Leben gehört habe, aufgeschreckt wurde. Das Brüllen eines Löwen und das Geschrei des Schakals klingen schlimm genug, aber dies war noch viel ärger und hatte etwas so Unirdifches, Schauerliches an sich, daß ich entsetzt in die Höhe fuhr. Ich spähte in die dämmerige Nacht hinaus, konnte aber nichts entdecken, obgleich die grausigen Töne rasch näher kamen. Ich hielt es für das Beste, mich vorläufig ruhig zu verhalten, zog aber, einem instinctiven Impulse folgend, rasch das Leintuch über den Kopf. Keine Minute zu früh, denn gleich darauf fühlte ich ein Thier auf meinen Körper springen und seine Pranken in mein Fleisch drücken, während es mit nervenerschütternder Gewalt jenes entsetzliche Geheul ausstieß. Sie können sich denken, meine Herren, daß meine Lage durchaus keine beneidenswerthe war, umsomehr, als ich jeden Augenblick gewärtig sein mußte, von ber greulichen Bestie, von deren Art ich mir keine Vorstellung machen konnte, zerrissen zu werden. Diese Ungewißheit unb die Furcht vor etwas Unbekanntem, Schrecklichem lähmte meine Glieder: ich lag — vielleicht zu meinem Gluck — vollkommen leblos da, während mir kalter Angstschweiß aus allen Poren drang. Volle drei Minuten, die mir wie Stunden erschienen, blieb ich in dieser Situation- dann sprang das Ungeheuer mit einem gräßlichen Aufschrei, ber mir bas Blut erstarren machte, zur Erde unb jagte davon. Ich wartete einige Augenblicke, bis bie Töne schwächer würben, bann sprang ich hastig auf unb eilte bem Hause zu- mir war alle Lust vergangen, braußen weiter zu schlafen. Kaum hatte ich jeboch bie Thüre erreicht, so ließ sich jenes Geheul wieber vernehmen, zugleich aber verworrener Lärm von Menschenstimmen. Rasch warf ich mich in meine Kleiber, riß mein Gewehr von ber Wanb und eilte bie Straße hinab. Ein Hausen Weiber unb Kinber, sowie einige Männer aus dem Dorfe der Eingeborenen, kamen schreiend angelaufen unb auf bie Frage, was es gäbe, stieß einer zitternd hervor: „Herr, rettet Euch! Ein toller Schakal!" — Damit floh er weiter. Ein toller Schakal! Daher also das unnatürliche, grauenvolle Geheul. Mich überlief es eiskalt- ich faßte mein Gewehr unb schritt bem Dovfe zu, dessen Bewohner sämmtlich auf den Beinen waren und den gefährlichen Ruhestörer durch Lärm und Geschrei zu verscheuchen suchten. Noch keine hundert Stritte hatte ich zurückgelegt, als ich an einer Biegung des Weges einen dunklen Schatten baherjagen sah. Es war ber Schakal. Auch er hatte mich gesehen, blieb plötzlich stehen unb bückte sich zum Sprung. Mit Blitzesschnelle stellte ich mich hinter einen Baum, legte das Gewehr an unb zielte. Es war ein kritischer Moment, auf Tod unb Leben, denn, wenn ich fehlte, war ich unrettbar verloren. Die Bestie war von riesiger Größe, aber völlig abgezehrt unb bot mit ihren glühenden, rollenden Augen und dem schaumbedeckten Rachen einen furchtbaren Anblick. Trotzdem war meine Hand vollkommen ruhig - ber Schuß krachte — mit wildem Schrei stürzte das Thier zu Boden, wo es nach kurzem Röcheln regungslos liegen blieb. Jetzt stürmten auch bie Eingeborenen, sowie einige Sepoys von der Wache herbei- sie umringten jubelnd den gefallenen Feind, der bereits einen armen Teufel von den Eingeborenen zerrissen hatte, und priesen mich als ihren Retter aus einer schrecklichen Gefahr. Seitdem habe ich noch oft das schauerliche Gebrüll wilder Thiere vernommen, aber nichts hat einen so tiefen Eindruck auf mich gemacht, als das Geheul jenes toll- wüthigen Schakals." 20 a ( 42b$r 2)St< Mt 45a i 44U 45 b- 26 a H 28 a H bJ c V 29 a V dJ c N d 3: e £ f 3 g E h 2 ■23 d 5 e 2 f 3- g 61 h i % N m' 25 a« 26 b c 27 a . D Sjne 2ln StfiaV e N 47a 2o b Si 46 a Kj bJr e 3ti 53 a Si Katz- geben 1) Hber tobei 4) Wie, Nach, pM da **a Göns, derselbe 1 Meß- Im Verlage von OTTO SPAMEB in Leipzig und Berlin n. Aechte Maronen [8783 eingetroffen bei es aod Erster Band: s N ® mein Erspamiss. Kaffee Kaffee Kaffee Ersparniss- Asgen zu verkaufen • oo REIS [1321 der Wäsche empfiehlt Emil Fischbach. Settersweg 2, 1. Stock, Kreuzplatz-Ecke H. Ellinger 8899 MckM-InbstrikKlcheMkn-Kikßkn oermiethen. H F. »affauer Alicestraße 25 8513 Don 4746 Feinste Gothaer [9024 die Exped. d- Bl. ' R»«ction: H. Schk,L«. - Dritck uni Berkg der BrShl'Ichcn Druckerei (Fr. LH,. Pietsch) in Gießen. 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