Rr. 135. Erstes Blatt. Sonntag den 14. Juni 1891 D« uHchilM täglich, •H Lusnahm« de» Mont ogf. >k Oteßmer gki*irit*irattei ■w*cn km Lnzeig« GDchentlich Iteimel IdgdqiL Gießener Anzeiger Kmerat-Mnzeiger. 8ierwtji>rtt<8 AHnneemibnrtM 2 R«rk 20 Pb. «R Bringerlßin. Durch die Post S «ark 60 Pfg. Rebaction, tmb Druckerei: S*wttteV Aernbeecher 51, Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Giefzen. *« lag erschktnmhrn Nummer 6U Corrn. I0AH». | HraLisöeitage: Gießener KamitLenötätter. | Anrtlichev Theil. Statut, die Benutzung der Gemeinde-Biehwaage zu Reiskirchen betreffend. Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 6. Juni l. I. zu Nr. M. I. 15977 und unter Zustimmung des Kreisausschusses des Kreises Gießen wird wegen Benutzung der Gemeinde-Viehwaage zu Reiskirchen bestimmt: § 1. Alle zur Verwiegung gebrachten Gegenstände müssen durch einen verpflichteten Wiegemeister gewogen werden. Außer dem Wiegemeister und dessen Stellvertreter hat Niemand das Recht, aus der Waage wiegen zu lasten. § 2. Der Wiegemeister oder dessen Stellvertreter haben der ihnen zugehenden Aufforderung alsbald Folge zu leisten. Die Aufforderung hat von den Betheiligten (Käufer oder Verkäufer) direct an den Wiegemeister zu geschehen. Wenn derselbe der Aufforderung nicht entspricht, so ist sich an die Großh. Bürgermeisterei zu wenden, die denselben zum Wiegen anhalten und nöthigenfalls Großh. Kreisamt Anzeige erstatten wird. § 3. Der Wiegemeister oder dessen Stellvertreter haben über die von ihnen besorgten Geschäfte ein Tagebuch zu führen, in welchem unter fortlaufenden Nummern anzugeben ist: a. der Ort des Wieggeschäfts, b. der Name des Verkäufers und Käufers, c. Datum der Verwiegung, d. Art der gewogenen Gegenstände, e. das Gewicht der einzelnen gewogenen Gegenstände, f. der Betrag der erhobenen Wieggebühren. § 4. Der Wiegemeister hat dem Käufer oder Verkäufer einen dem Eintrag im Tagebuch gleichlautenden Wiegschein auszustellen, aus dem sowohl das Gesammtgewicht der einzelnen verwogenen Gegenstände als auch der erhobene Gebührenbetrag zu ersehen ist. § 5. Gebührentarif. An Wieggebühren sollen erhoben werden: A. Von Ortseinwohnern 1. für Kleinvieh, als Schweine, Schafe, Kälber, u. s. w. von jedem Stück ......5 Pfg. 2. für Großvieh, als Ochsen, Kühe, Rinder u. s. w. für jedes Stück..........15 Pfg. über 10 Ctr. von einem jeden Stück . . .20 „ 3. für jeden anderen zur Verwiegung kommenden Gegenstand, als Frucht, Kartoffeln, re. bis zu 3 Ctr..............10 Pfg. für jeden weiteren Centner......2 „ B. Von Ortsfremden wird das Doppelte der oben erwähnten Wieggebühren erhoben. § 6. Sogleich nach stattgefnndener Wiegung sind die vor- bemerkten Wieggebühren nebst 5 Pfg. Vergütung für jeden gewogenen Gegenstand an den Wiegemeister zu entrichten. § 7. Am Schluffe eines jeden halben Jahres hat der Wiegemeister das Tagebuch abzuschließen, sodann hat er einen Auszug aus demselben anzusertigen, über die im verflostenen Halbjahr gewogenen Gegenstände, als auch über bezogene Gebühren, woraus das Gewicht wie auch die gewogenen Gegenstände ersichtlich sind. Diesen Auszug hat er in beglaubigter Form der Bürgermeisterei zu überreichen. Die erhobenen Wieggebühren werden sodann an den Gemeinde-Einnehmer in Einnahme decretirt und von dem Wiegemeister an denselben ausbezahlt. § »• Der Wiegemeister und dessen Stellvertreter werden von dem Ortsvorstand aus Widerruf ernannt, und von Großh. Kreisamt verpflichtet und unterliegen als Gemeindebeamte Len für solche geltenden Disciplinarvorschriften. Gießen, den 11. Juni 1891; Großherzogliches Kreisamt Gießen; v. Gagern. Bekanntmachung. Da die Maul- und Klauenseuche auf drei Stunden im Umkreise von Homberg a. d. O. eine größere Verbreitung gewonnen hat, so sind wir genöthigt, die Abhaltung des Viehmarktes am 17. d. Mts. zu Homberg zu verbieten. Alsfeld, den 10. Juni 1891. Großherzogl. Kreisamt Alsfeld. _________________v. Gro lman._________________ Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß an einem Tage der nächsten Woche gegen Abend eine unvermuthete Allarmirung der hiesigen Feuerwehr zu Uebungs- zwecken stattfinden wird. Gießen, den 12. Juni 1891. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Fresenius._______________ Gefundene Gegenstände: 1 Schulmappe, 1 Münze, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Waschbütte, 1 Peitsche, 1 Broche, 1 Sonnenschirm, 1 Regenmantel, 1 Theebrett, 1 Notizbuch, 1 Strohhut. Gießen, den 13. Juni 1891. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. politische Wochenschau. Gießen, 13. Juni. Auch nach der Erklärung des Reichskanzlers, daß die Regierung nicht gewillt sei, eine Herabsetzung oder Aufhebung der Getreidezölle eintreten zu lassen, sind die erregten Erörterungen über die Frage, ob eine derartige Maßregel in der That unumgänglich sei, nicht zur Ruhe gekommen. Die freisinnige Partei hatte den Versuch gemacht, sofort auf die Erklärung v. Caprivis zu antworten, war aber daran mit dem Hinweis auf die geltende Geschäftsordnung des preußischen Abgeordnetenhauses gehindert worden. Infolgedessen stellte die Partei den Antrag, die Regierung zu ersuchen, das Material, welches dem Urtheil des Ministeriums über die zur Zeit verfügbaren Getreidebestände und die diesjährigen Ernteaussichten zur Grundlage gedient hätte, dem Hause mitzutheilen, soweit dabei nicht vertrauliche Gutachten in Frage kämen. Daraufhin suchte der Reichskanzler zunächst aus dem Wege privater Besprechungen mit einzelnen freisinnigen Abgeordneten die Angelegenheit zu erledigen, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen. Indessen verlautete, daß die Regierung dem freisinnigen Antrag für den Fall der parlamentarischen Verhandlung Folge zu geben gedenke. Erst auf diese Nachricht hin wurde der Antrag für Donnerstag auf die Tagesordnung gesetzt. Aber noch bevor das Haus in die Discussion eintrat, ergriff der Reichskanzler das Wort, um zu betonen, daß die Regierung noch genau aus dem Standpunkte seiner früheren Erklärung stehe. Das Material, das die Unterlage zu der Entschließung des Staatsministeriums gebildet habe, könne er jedoch nicht mittheilcn. Es setze sich in der Hauptsache aus den Mittheilungen einzelner Geschäftsleute zusammen, die durch eine Veröffentlichung ihrer Gutachten geschädigt würden, und aus Consularberichten aus dem Auslande, die mit Rücksicht auf die hinter den bezüglichen Angaben stehenden Gewährsmänner geheim bleiben müßten. Ueberhaupt habe die Staatsregierung ein durchaus ziffernmäßiges und mittheilbares Material der Natur der Sache gemäß gar nicht gehabt, sondern auf Grund einer mehr allgemeinen, aus der Kenntnißnahme der verschiedenartigsten Meinungsäußerungen von Sachverständigen gewonnenen Anschauung gehandelt. In der folgenden Discussion richtete namentlich der Abgeordnete Eugen Richter scharfe Angriffe aus die Regierung. Er behauptete, daß diese gewiß mit ihrem Material nicht hinter dem Berge halten werde, wenn sie der Ansicht wäre, mit einer Veröffentlichung irgend welchen Eindruck zu machen. Er verlange auch gar nicht zu wissen, wie viel Getreide Hinz und Cunz noch auf Lager habe oder aus der Ernte erwarte, sondern nur eine zusammenfassende Darstellung der ausschlaggebenden Gründe, um sich überzeugen zu können, ob eine Zollherabsetzung thatsächlich unnöthig sei. Wenn die Regierung kein ganz festes Fundament zu ihrer Beschlußfassung gehabt habe, so dürfe man es ihm erst recht nicht verübeln, wenn er die Brodtheuerung immer wieder zur Sprache bringe. Die Debatte, die am Freitag ihre Fortsetzung fand, endete damit, daß der freisinnige Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. In Preußen zieht gegenwärtig der Bochumer Steuerprozeß die allgemeine Aufmerksamkeit aus sich. Ueber die Vorkommnisse, die zu dem sensationellen Prozesse geführt haben, sind die Leser des „Gießener Anzeigers" bereits von anderer Seite hinreichend informiert worden. Uns erübrigt es, auf die politische Bedeutung des Ereignisses hinzuweisen, die darin besteht, daß es als erwiesen gelten kann, daß in Preußen in Folge Wahlrechtes eine Zusammensetzung der städtischen Körperschaften im Sinne und Interesse gewisser Kreise herbeigeführt werden kann. — Außerdem ist die Annahme des Rentengutsgesetzes zu verzeichnen, das die Errichtung von Rentengütern durch bie Gewährung von Staats- credit erleichtern soll. Von den Verhältnissen des Auslandes kommen zunächst die fortgesetzten Erörterungen über die weitere Ausdehnung des Dreibundes in Betracht. Die auch von uns erwähnten Gerüchte über offizielle Beziehungen Englands zum Dreibunde werden in der„A. St.", dem offiziösen römischen Blatt, dementirt: es könne versichert werden, daß diese Angaben, insofern sie richtig verstanden sein sollten, einer willkürlichen persönlichen Muthmaßung des verstorbenen Prinzen Jerome Napoleon, auf den sie zurückgeführt werden, entstammten. Gegen diese Behauptung protestirt neuerlich der französische Abgeordnete Millevohe, der die betreffenden Gerüchte zuerst colportirt hatte, mit dem Bemerken, auch die französische Regierung sei über die in Frage kommenden Thutsachen vollkommen unterrichtet.— Ein Gegenstück zu diesem Rattenkönig von Behauptungen und Dementis mit Bezug auf ein englisch-italienisch-österreichisches Bündniß bilden die Meldungen und Gegenmeldungen über die Versuche Frankreichs, in ein festesVertragsverhältniß zu Rußland zu kommen. Einmal heißt es, von Frankreich sei vor wenigen Wochen dem Zaren ein förmliches Vertheidi- gungsbündniß angetragen worden. Die Antwort habe jedoch besagt, daß Rußland einen solchen Vertrag nicht schließen werde, da der Hauptzweck des Zaren der sei, den Frieden aufrecht zu erhalten. Dies könne er aber nur, wenn er freie Hand habe. Die letzten Nachrichten lauten indessen einigermaßen anders: Das bezeichnete Anerbieten sei bereits vor Monaten gemacht worden, aber bisher unbeantwortet geblieben. — Hinsichtlich der russischen Judenaustreibungen haben wir schon neulich berichtet, daß Baron Hirsch die Absicht verfolgt, die Auswanderer in Argentinien anzusiedeln. Zur Ergänzung unserer Mittheilung fügen wir hinzu, daß eine Grundfläche von etwa 9 Millionen ha erworben werden soll, die je nach Bedarf in der Weise besiedelt werden würde, daß je ein Marktflecken mit etwa 5000 Bewohnern im Mittelpunkte von 10 Dörfern mit je 1000—2000 Einwohnern zu liegen hätte. Zu den Judenaustreibungen in Rußland kommen übrigens jetzt auch Bedrängungen von Protestanten, wie aus einer Meldung über die Lage in Odessa hervorgeht. — Die gegenwärtig in China ausgebrochene Bewegung gegen die Fremden nimmt einen immer bedenklicheren Umfang an. Französische Kirchen und Waisenhäuser sind zerstört, Zollbeamte und Missionäre getödtet worden. Die Vertreter Frankreichs und der Vereinigten Staaten haben die chinesische Regierung aufgefordert, die französischen und amerikanischen Staatsangehörigen wirksam zu schützen. Für den Fall, daß China sich nicht zur Genugthuung und Schadloshaltung herbeiließe, droht die französische Regierung mit einem Bombardement aus Nanking. DerrtscheS Leich. Darmstadt, 12. Juni. Wie der „Darmst. Ztg." aus Balm oral, 10. Juni, weiter gemeldet wird, haben sich Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog und Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Battenberg in Begleitung von Generalmajor Wernher nach Ballata und von da per Bahn über Aberdeen nach Jnverneß begeben. Dort nahm die Dacht „Sheila" des Prinzen Heinrich die Allerhöchsten Herrschaften an Bord und es wurde die Fahrt durch den CaledonianCanal nach der Westküste von Schottland angetreten. Darmstadt, 12. Juni. Wie man der „Darmst. Ztg." aus Potsdam schreibt, haben Seine Majestät der Kaiser Seiner Königlichen Hoheit dem Erbgroßherzog in Anbetracht dessen, daß die für Höchstdenselben gemiethete Wohnung am Canal den gestellten Ansprüchen nicht genügte, eine Wohnung im Cabinetshause zur Verfügung gestellt, welche in früherer Zeit der Höchstselige Kaiser Friedrich als Kronprinz in Potsdam bewohnte. Neueste Nachrichten. Wolfis telegraphische» Lorrespondenz-Bureau. Berlin, 12. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf betr. die Rheinischen Gewerbegerichte in erster und zweiter Lesung en bloc an. Hieraus wurde die Berathung des Antrages Rickert fortgesetzt. Nachdem Gras Kanitz sich gegen den Antrag, Brörnel für den Antrag ausgesprochen, erklärte der Reichskanzler nochmals die Mittheilung ausländischer Berichte für unausführbar- ein russischer Bericht besage, die Gefahr, daß wir aus Rußland nicht genügend mit Getreide versorgt werden könnten, liege nicht vor. Die Stadt Berlin sage in einer ihm zugesandten Denkschrift, die Handelsstetigkeit sei für die arbeitende Bevölkerung die Hauptsache, aber die Agitation trage nicht dazu bei. Die Stetigkeit sei nur in dem Verhalten der Regierung. Schließlich weist der Reichskanzler energisch den Vorwurf zurück, daß die Regierung das Wohl der Arbeiter nicht genügend im Auge habe. Abg. v. Eynern erklärt, die Nationalliberalen ließen die Frage, ob Schutzzoll oder nicht, unbehandelt- entscheidend sei für sie, die Stellung der Regierung nicht zu erschweren, da dieselbe mit wichtigen auswärtigen Transactionen beschäftigt sei. Abg. Rickert vertheidigt die Berechtigung der Freisinnigen zur Agitation. Schalscha bekämpft dieselbe und greift die Börsenfixgeschäfte au. Zum Schluß der Debatte erklärt Richter im Schlußwort, die Minorität für diesen Antrag werde sicher größer sein, als die Minorität der Rechten bei der Abstimmung über den österreichischen Handelsvertrag. Richter schließt mit einer Kritik über das Verhalten der Conservativen. Hieraus wird der Antrag Rickert in namentlicher Abstimmung mit 223 gegen 20 Stimmen abgelehnt. — Nächste Sitzung morgen 11 Uhr: Wildschadengesetz. Berlin, 12. Juni. Das Herrenhaus nahm den Gesetzentwurf betreffend die Aenderung des Wahlverfahrens debattelos an. Die Denkschrift über das Ansiedlungsgesetz in den Provinzen Posen und Westpreußen wurde nach kurzer Debatte durch Kenntnißnahme erledigt. Die Petition um Gewährung einer Beihülfe von 300 000 Mk. behufs Eindeichung der linksseitigen Odermündung wird der Regierung zur Erwägung überwiesen. Bei der ersten Lesung des Sperrgeldergesetzes erklärte Fürstbischof Kopp, das Gesetz bestimme, Unruhe und Unzufriedenheit zu beseitigen, er werde selbst berechtigte Wünsche zurückstellen, um das Zustandekommen nicht zu gefährden - er bitte, die zweite Lesung der Vorlage im Plenum zu berathen. Das Haus beschloß dem-, entsprechend. Nächste Sitzung: morgen. Rentengüter, Landgemeindeordnung. Berlin, 12. Juni. Die „Nationalzeitung" berichtet, das Comite zur Niederlegung der Schloßfreiheit habe die Bestimmung des Kaisers oder des Staatsministeriums erbeten, wann mit dem Abbruch vorgegangen werden soll. Die Stadt Berlin lehne noch immer die Uebernahme der Häuser in Eigenthum und Verwaltung ab, bis die Frage des Denkmals entschieden sei. Straßburg, 12. Juni. Der Landwirthschafts- rath von Elsaß-Lothringen wurde heute in Gegenwart des Statthalters eröffnet. Unterstaatssecretär Schraut theilte mit, daß nach angestellten Ermittelungen für Winterfrüchte im Elsaß eine Mittelernte, in einzelnen Kreisen sogar eine bessere Ernte zu erwarten sei- in Lothringen seien die Aussichten weniger befriedigend. Für Sommer-Getreide, Futter, Kartoffeln und Obst seien die Aussichten überall sehr gut. Esten a. d. Ruhr, 12. Juni. In der heutigen Sitzung beantragte der Staatsanwalt gegen den Chefredaeteur Fußangel zwei Jahre und gegen den Redacteur Lunemann ein Jahr Gesängniß. Rom, 12. Juni. Im Senat gab heute der Finanzminister Luzzatti dem festen Willen des Cabinets Ausdruck, das Gleichgewicht im Staatshaushalte durch wirkliche, unverzüglich wirksame Ersparnisse herbeizuführen. Das Gleichgewicht, sagte der Minister, sei bis auf fünf ober sechs Millionen Lire erreicht und es sei keine Uebertreibung, wenn die Regierung behaupte, daß es ihr gelingen werde, auch diese letzte Deckung, und zwar noch vor Schluß des lausenden Etatsjahres, zu finden. Es sei unmöglich, alle alten Uebel in nur fünf Monaten wieder gut zu machen- er wünsche daher, daß man mit dem, was bereits geschehen, rechne. Das Cabinet werde dann das Revisionswerk sortsetzen. Ein Beweis hierfür sei auch das Gesetz, betreffend die Herabminderung der Ausgaben für neue Eisenbahnbauten auf 50 Millionen. London, 12. Juni. In einer heute Abend abgehaltenen Versammlung der Omnibusbediensteten wurde der Strike für beendet erklärt. Die Angestellten werden die Arbeit morgen wieder aufnehmen. Cocates tmb Orovinzicües, Gießen, 13. Juni. — Sitzung Großherzogl. Handelskammer vom 8. Juni 1891. Anwesend waren die Herren: Scheel, Gail, Heichelheim, Homberger, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Seitens des Präsidiums des Deutschen Handelstags ist an die Kammer die Anfrage gerichtet worden, ob der Plan einer etwa im Jahre 1895 zu veranstaltenden Industrieausstellung in Berlin — als welche zunächst eine national-deutsche in Aussicht genommen sei — die Billigung und Unterstützung der industriellen Kreise im hiesigen Bezirke finde. Die von der Kammer veranstalteten Umfragen haben ergeben, daß die betheiligten Industriellen des hiesigen Bezirks dem Projekte große Shmpathieen entgegenbringen und ist deßhalb die Anfrage des Präsidiums des Deutschen Handelstages in diesem Sinne beantwortet worden. — Zu dem Entwurf eines Gesetzes über das Telegraphenwesen des Deutschen Reiches hat die Kammer durch an den Reichstag gerichtete Petionen die nachfolgenden Anträge befürwortet, in dem neuen Gesetzentwurf Bestimmungen dahingehend aufzunehmen: 1. daß die Telegraphen- und Fern- sprech-Anlagen so angelegt werden müssen, daß sie gegen die Einwirkungen benachbarter electrischer Einrichtungen und Leitungen, mögen dieselben bestehen oder erst in Zukunft her- gestellt werden, in sich selbst geschützt sind- 2. daß die Festsetzung der Telegraphen- wie Fernsprech - Gebühren durch Reichsgesetz erfolge- 3. daß Theilnehmer von Fernsprech- Anlagen, welche außerhalb eines Ortsbestellbezirks wohnen, zur Zahlung vo« Beiträgen zu den Anlagekosten nur für die über den Ortsbestellbezirk hinausführende Leitungslinie herangezogen werden dürfen und zwar nur in Höhe der Selbstkosten der Postverwaltung- 4. daß in allen Postorten mit Fernsprechanlagen öffentliche Fernsprechstellen einzurichten sind. — Im Jahre 1893 findet eine Weltausstellung in Chicago statt. Der Reichscommissar für diese Ausstellung hat der Kammer eine Anzahl von Rundschreiben, betr. die Betheiligung Deutschlands an der Weltausstellung, nebst Programmen und Anmeldungen übersandt und liegen dieselben auf dem Bureau der Kammer zur Einsicht und Benutzung der Interessenten offen. — Seitens Großh. Ministeriums des Innern unb~ der Justiz wird der Kammer mitgetheilt, daß nach einer neuerdings erfolgten Anordnung der französischen Zollverwaltung hinfort in den Ursprungszeugnissen, welche in Frankreich bei der Einfuhr von Wein, Seide, Floretseide, Vieh, Olivenöl, Tafelobst, Email und Glasflüssen aller Art, Wildpret und lebendem oder todtem Geflügel, frischem oder gesalzenem Fleisch, Butter, Strohhüten, flüchtigen Oelen und Essenzen erfordert werden (Deutsches Hand.- Archiv 1888 I, S. 285/86, 739, 1889 I, S. 186) das Gewicht der einzuführenden Waaren nicht in Ziffern, sondern in Buchstaben anzugeben sind. — Das Programm des dritten historischen Orgelcoucertes bringt in dem vocalsolistischen Theile zwei geistliche Lieder von Beethoven (Bitten und Bußlied von Gellert), die als Muster in ihrer Art hochgeschätzt, aber leider nicht dem entsprechend oft auf den Programmen geistlicher Concerte zu treffen sind. Außer diesen Liedern enthält das Programm das nicht minder geschätzte Schubert'sche Lied „Ruhe in Frieden" (das in seinem Stimmungsgehalt einen weiten Schritt vorwärts gegen Beethoven thut) und einen Psalm von Rinck. Von Rinck werden heute noch in Schul- und Kirchenchören einige vierstimmige Motetten gerne gesungen. Seine geistlichen Lieder für Solostimmen sind dagegen fast völlig vergessen. Leider mit Unrecht! Denn dieselben stehen in ihrem musikalischen Werthe entschieden höher als ein großer Theil der einst und auch noch heute leider vielgespielten Orgelsachen jenes Componisten. Die Rinck'schen Orgelcom- positionen brachten durch ihr starkes Anlehnen an Mozart- Haydn'sche Ctaviermusik die Entwicklung des Orgelspiels in unserem Jahrhundert während langer Jahrzehnte auf eine falsche Bahn. Aus Rücksicht auf diese Thatsache wurden Rinck'sche für geistliche Concerte bestimmte Cornpo- sitionen, die eben nur Sprößlinge Mozart-Hahdn'scher Urbilder sind, nicht in das Programm aufgenommen, sondern es wurde für diese eine Mozart'sche Originalcornposition (Sonate für Orgel, 2 Violinen und Cello, herausgegeben und mit Cadenz versehen von Rheinberger) gewählt, um jene Entwicklungsphase der Orgelcomposition in ihren Anfängen zu zeigen. — Die claviermäßigen Formen drangen bei Rinck auch in Compositionen ein, die für den Gottesdienst bestimmt sind, wenn auch nicht in so crasser Form wie in seinen Concert- sachen- was die im Programm enthaltenen Choralvariationen zeigen werden. Rinck ist bei seinen Lebzeiten oft als letzter Ausläufer der Bach'schen Schule in panegyrischen Kritiken bezeichnet worden. Aber wie unrichtig diese Lobeserhebung war, kann man sehen, wenn man die Compositionen von Krebs, dem bedeutendsten Schüler Bachs, mit den Rinck'schen vergleicht. Auch der Vergleich Mendelssohns mit Rinck ist interessant. Während Rinck den Mozart und Haydn nach Form und Inhalt ohne weiteres auf die Orgel brachte, suchte Mendelssohn durch angemessene Verschmelzung des musikalischen Sinnen- und Seelenlebens seiner Zeit mit Bach'schen Formen dem Orgel- und Vocalstil neue Bahnen zu eröffnen. Nur der craffefte ästhetische Barbarismus kann die große Bedeutung, welche Mendelssohn in diesem Punkte für die Musikgeschichte hat, leugnen. Gewiß hasten Mendelssohn manche Schwächen an- und wenn wir" gerade mit seinen Orgelsachen zu thun haben, so kann speciell von seinen Fugen gesagt werden, daß dieselben zwar streng der Form nach gearbeitet und melodisch schön find, daß sie aber hingegen thematisch des eigentlichen Fugencharacters manchmal entbehren. Dennoch muß aber zugestanden werden, daß die Orgelcomposition durch Mendelssohn vornehmlich wieder zu dem unerschöpflichen Brunnen zurückgeführt worden ist, der sie für alle Zeit zu tränken im Stande ist- dieser Brunnen heißt eben Joh. Seb. Bach. — Dieselbe Richtschnur auf das Gediegene in der Form wie Mendelssohn bekundet auch Fr. Lachner. Bei ihm wächst aber auch der ideelle Gehalt auf streng classischem Boden. — Den Schlußstein des dritten Concertes bildet die Toepfer'sche ä-moll-Sonate. Dieselbe ist lange Jahrzehnte in den Concerten der Orgelspieler ganz besonders stark vertreten gewesen, wird aber jetzt erst allmälig von den Rheinberger'schen Sonaten verdrängt. Sie trägt in ihrem ersten und dritten Satze heroisch-pathetischen Grundcharacter, zu welchem der zweite Satz in seinem pastoralen Ton angenehm contraftirt. Namentlich der erste Satz dieses Werkes war mit seinen gewaltigen Tonmassen früher ein untrüglicher Probirstein für die Ansprache der alten mechanischen Orgeln - unsere jetzigen pneumatischen finden sich dagegen leicht mit Tyepser'schen Anforderungen ab. — Zum Schluß fei bemerkt, daß der Inhalt des dritten Concertes wie der folgenden dem heutigen musikalischen Geschmacke natürlich weit näher kommt als Bach und seine Vorläufer. — Mittelrhein. Kreistnrnsest. Die Einladungen zu dem diesjährigen Kreisturnseste, welches bekanntlich in Hanau stattfindet, sind nunmehr an die einzelnen Turnvereine des Kreises erfolgt. Hiernach müssen die theilnehmenden Turner bis zum 26. Juni an dem Festort angemeldet sein. Wie uns nun mitgetheilt, ist in dem hiesigen Turnverein die Einrichtung getroffen, daß Einzeichnungslisten für seine Mitglieder, welche sich an dem Feste betheiligen wollen, bis zum 24. l. M. auf dem Lahnstein und im Vereinslocale (Cafe Schnell) offen gelegt sind. — Theater. Wir wollen nicht verfehlen, hierdurch nochmals auf die am nächsten Sonntag den 14. statlfindende Gastvorstellung des Widmann'schen Ensembles vom Cur- theater zu Bad Naubeim ganz besonders aufmerksam zu machen. Nach Allem, was uns bis jetzt über den Character der Vorstellung mitgetheilt worden ist, verspricht uns der Abend ein für unsere Stadt hochinteressanter zu werden und sehen wir — da, wie wir bereits mittheilten, nur ein gut- besetztes Haus eine Fortsetzung der Gastspiele bringen kann — einem wärmeren Interesse unseres kunstliebenden Publikums entgegen. — Braud. Am Donnerstag Vormittag 10 Uhr entstand in dem untersten Stocke eines Hauses in der Schillerstraße dahier ein Zimmerbrand, der jedoch glücklicherweise noch vor weiterer Ausbreitung bemerkt und gelöscht wurde. Das Feuer ist angeblich dadurch entstanden, daß zwei mit Streichhölzern spielende Kinder in ihrem Unverstände ein brennendes Zündholz in ein Bett warfen. — Die Frist für den Umtausch der Postwerthzeichen älterer Art bauert bis zum 30. d. M. Vom 1. Juli ab sind die Verkehrsanstalten zum Umtausch älterer Postwerth- zeichen nicht mehr befugt. — Verzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhrssen pro 2. Quartal 1891: Montag den 15. Juni, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Johannes Hofmann von Rodheim v. d. Höhe wegen Körperverletzung und Todschlag. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Theobald. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. Dienstag den 16. Juni, Vormittags 10 Uhr: Anklage gegen Johannes Hermann II. von Busenborn wegen räuberischen Diebstahls. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schilling-Trygophorus. Vertheidiger: Rechtsanwalt Holzapfel. Mittwoch den 17. Juni, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Karl Dörr von Angersbach wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schilling-Trygophorus. Vertheidiger: Rechtsanwalt L a b r o i s s e. Donnerstag den 18. Juni, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Johannes Ruf ser von Eulersdorf wegen Urkunden- fälfchung und Unterschlagung. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Theobald. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Jung. Freitag den 19. Juni, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Karl Bloß von Heisters wegen Brandstiftung. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Schilling-Trygophorus. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Rosenberg. Alsfeld, 11. Juni. Ein höchst seltenes Ereigniß kommt am 1. Juli d. I. in unserer Stadt vor. Es ist das fünfzigjährige Dienstjubiläum eines Schuhmachergesellen, des jetzigen Altgesellen dieses Handwerks, mit Namen Jacob Kemmer von Alsfeld. Derselbe trat am 1. Juli 1841 bei Herrn Jeremias Diehl dahier in die Lehre, bestand diese mit großem Eifer zur Zufriedenheit seines Lehrherrn, setzte seine Thätigkeit als Geselle im Hause bis zum Ableben des Meisters fort, stand während diesen Jahren seinem Herrn bei schweren Krankheiten, welche die Familie betroffen hatte, mit großer Opferwilligkeit zu dessen Seite. Nach dem Tode des Herrn Diehl übernahm der Sohn, Herr Albert Diehl, das Geschäft, auch hier blieb Herr Kemmer in seiner Thätigkeit und weilt heute noch bei der Wittwe Diehl mit vollem Eifer auf seinem Stuhle. Ehre dem wackeren Manne! + Hopfgarten, 11. Juni. Am 8. dss. Mts. brach im hiesigen Gemeindebackhause Feuer aus, welches jedoch sofort gelöscht wurde und größeren Schaden nicht anrichtete. ' Die Entstchungsursache des Brandes ist nicht bekannt. Södel, 12. Juni. Gestern feierte Herr Lehrer Loos in voller Gesundheit sein 50jähriges Dienstjubiläum. Ist es auch nur Wenigen vergönnt, so lange ihrem Amte vorzustehen, so ist hier besonders hervorzuheben, daß der Jubilar ununterbrochen im Orte thätig war und sich rühmen kann, daß säst alle Bürger zu ihm in die Schule gegangen sind. Welcher Hochachtung er sich seitens der Gemeinde und seiner Collegen erfreute, zeigte der heutige Tag. Die Schulkinder überraschten ihn mit hübschem Gesang, der Gemeinderath, der Gesangverein und der Kriegerverein machten ihm werthvolle Geschenke. — Die unrichtige Declaration von Frachtgütern zum Eisenbahntransport behufs Ersparung der an sich geschuldeten Frachtgebühren ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 3. Strafst, vom 19. Februar 1891 als Betrug zu bestrafen, auch wenn die Eifenbahnverwaltung auf Grund des Reichseisenbahn-Betriebsreglements berechtigt ist, bei unrichtiger Angabe des Gewichts ober Inhalts eine Conventionalstrafe von dem Versender zu erheben und auch tatsächlich von diesem erhoben hat. — Eine wichtige Neuigkeit für Markensammler. Für jede der überseeischen französischen Colonien werden jetzt eigene Briefpostmarken verausgabt werden. Diese neuen Marken für die Colonien werden sich von den gegenwärtig im Gebrauch befindlichen dadurch unterscheiden, daß sie außer dem gewöhnlichen Bild noch eine aus zwei Kugeln gebildete Vignette besitzen, in der der Name jener Colonie, für welche sie Geltung haben, eingetragen sein wird. — In der Sitzung des Frankfurter Bezirkseisenbahn- raths vom 10. Juni fragte Herr Syndikus Puls an, warum noch keine Fahrpreisermäßigungen für den Besuch der Elec- trischeu Ausstellung eingeführt wären. Die Königl. Direction erwiderte, daß deßwegen Anträge beim Minister gestellt, von diesem aber abgelehnt worden seien. Inzwischen wurde bekannt, daß der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten zu Gunsten der Berliner Kunstausstellung nunmehr doch Fahrpreisermäßigungen eingeräumt habe und zwar nicht nur auf besonderen Extrazügen, sondern auf allen Zügen je an einem Tage in gewissen Zeitabschnitten. Der Ausstellungsvorstand hat diese Bewilligung zum.Ausgangspunkt einer zweiten Eingabe an den Herrn Minister genommen, um auch für die Elektrische Ausstellung, an welcher die Königl. Eisenbahn- Direktionen selbst einen io hervorragenden Antheil nehm.», die gleiche Vergünstigung nachsuchen. — Wie das „D. T." hört, haben sich die Vorstände der RettuLgsanstalten für verwahrloste Kinder in Arnsburg, Grafenhausen, Hühnlein und Jugenheim i. Rh. in einer ge- «einsamen Eingabe an Hrohd. Ministerium mit der Bitte gewandt, daß für die auf öffentliche Kosten nach Maßgabe der Bestimmungen des Zwangserziehungsgesetzes in den gedachten Anstalten untergebrachten Kinder eine angemessene Erhöhung des Pflegegeldes stattfinden möchte. Die gedachten Anstalten begründen ihr Gesuch hauptsächlich damit, daß sie die ihnen aus dem Wege der freiwilligen Liebesthärigkeir zugehenden Gaben, nicht wie dies bei den jetzigen Pflegegeld' sätzen geschehen müsse, in hervorragender Weise zur Erfüllung der Vorschriften des Zwangserziehungsgesetzes mitverwenden dürfen. — Bezüglich der Lebensdauer der im Biergewerbe thätigen Personen hat Sendtner („lieber Lebensdauer und Todesursache beim Biergewerbe") unter Benutzung eines 30jährigen Sterberegisters der Stadt München nachgewiesen, daß die Lebensdauer solcher Personen ganz beträchtlich hinter dem mittleren Lebensalter zurückbleibt. Todesursachen sind meist Herzkrankheiten, wie überhaupt das Verhältniß der Sterblichkeit an Herzkrankheiten jur Gesammtsterblichkeit in der bayerischen Hauptstadt unter allen deutschen Städten am größten ist. Dieses Verhältniß ist übrigens im Lause der Jahre nicht constant geblieben, sondern hat überall zugenommen, am meisten in Berlin, für welche Stadt zugleich der Verbrauch importirter Biere in nahezu erschreckender Weise gestiegen ist. ** Villingeu, 12. Juni. Großes Aussehen erregt hier folgender Vorfall: Der 41 Jahre alte, schon längere Jahre leidende Landwirth Friedrich Z. von hier beauftragte am gestrigen Nachmittag seinen Sohn mit einem AuSgangc. Beim Zurückkehren des jungen Mannes fand derselbe seinen Vater in dem Zimmer, wo er sich vorher aufhielt, nicht mehr vor. Man suchte und fand Z. in dem in dem Keller befindlichen 1,25 Meter tiefen, mit Wasser angefüllten Brunnen stehend als Leiche. Ob man es hier mit einem Unglücks falle oder mit Selbstmord zu thun hat, wird nicht aufgeklärt werden- können. DermifdHe». * Weimar, 10. Juni. Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des „Vereins für Massenverbreitung guter Schriften" wird am 28. Juni dahier stattfinden. Gegenstand der Tagesordnung bilden außer dem satzungsgemäßen Jahresbericht, der Rechnungsablegung und der alljährlichen Ersatzwahl in den Hauptvorstand, Anträge auf Statutenänderung; desgleichen hofft man das Urtheil des Preisgerichtes über das im vorigen Jahre erlassene „Preisausschreiben", auf welches hin 83 Sendungen eingelaufen sind, verkünden zu können. Der Verein, dessen Proteetorat bekanntlich unser Großherzog übernommen hat, ist in erfreulichstem steten Wachsthum begriffen. Er zählt jetzt an 5300 Mitglieder, 32 Zweigvereine, sowie über 70 Ortsvertretungen und hat in einem Jahre rund 450,000 Einzelhefte unter's Volk gebracht. * X Aus Ostpreußen werden vom Ende der vergangenen Woche starke Nachtfröste gemeldet. Kartoffeln, Gemüse und selbst Obstbäume sind in Littaucn, dem fruchtbarsten Striche Ostpreußens, auf großen Strecken erfroren. Auch von der Mitte dieser Woche meldet die „Danz. Ztg.", es habe in Flatow so stark gefroren, daß Kartoffeln, junge Gemüse, Bohnen und Gurken vernichtet sind. Der Roggen ist, soweit er schon in Blüthe stand, derartig beschädigt, daß die Ernte als verloren gilt. Univcrfitäts - Nachrichten. Marburg, 11. Juni. Im Wintersemester 1890/91 betrug die Zahl der immatricultrten Studirenden 859, hiervon gingen ab 291, demnach verblieben 568. Dazu sind im Sommersemester 1891 gekommen 384, sodaß die jetzige Gesammtzahl 952 beträgt. Außer diesen immatricultrten Studirenden haben noch 18 Personen vom Rector die Erlaubniß zum Hören der Vorlesungen erhalten, danach erhöht sich die Gesammtzahl der Berechtigten mithin auf 970. Von den immatricultrten Studirenden entfallen 185 (145 Preußen, 40 Nichtpreußen) auf die evangelisch-theologische, 168 (150 Preußen, 18 Ntchtpreutzen) auf die jurlfliiche, 276 (231 Preußen, 45 Nichl- preußen) auf die medictntsche und 323 (240 Preußen, 83 Ntcht- preußen) auf die philosophische Facultät. Der Staatsangehörigkeit nach verthtilen sich die Studirenden auf folgende Länder: Preußen 747 (Hessen-Nassau 297), übrige Reichsländer 138, Oesterreich- Ungarn 9, Frankreich 1, Großbritannien 13, Niederlande 2, Rußland 5, Schweiz 9, Türket 1, Afrika 2, Amerika 1, Asien 4, Australien 1. Schiffsnachrichten. Bremen, 12. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capt. R. Bussins, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Juni von Bremen und am 3. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Eingesandt. Gießen, 13. Juni. Milchenr-Anftatt. Ein zeitgemäßes Unternehmen, wie es an allen größeren und vielen kleineren Plätzen schon lange besteht, soll demnächst auch in Birklar ins Leben treten. Der Pachter des Hofgutes Birklar beabsichtigt auf Anregung hiesiger Aerzte durch eigens diesem Zweck gewidmete Viehhaltung mit Trockenfütterung die sogenannte Curmilch zu produciren, welche den Abnehmern täglich in versiegelten Flaschen zuaestellt wird. Zur Kinder-Ernährung und für Reconvalescenten gilt diese Milch überall, wo sie etngeführt ist, als beliebte und segensreich wirkende Neuerung und steht zu erwarten, daß dieses Unternehmen auch hier sich rasch Eingang ver- schaffm wird. ttteratnx rind Kauft — Da- neue Buch der Statur. Von A. v. Schweiger- Lerchenfeld. (Mit ca. 400 Illustrationen, darunter zahlreichen Vollbildern.) Wien, Pest und Leipzig. A. Hartlebens Verlag. 1891. In 35 Lieferungen X 50 Pf. Später complet in zwei Bänden Groß- octao mit zusammen 70 Bogen. Wir haben unlängst unsere Leser mit diesem eigenartigen, fesselnd und belehrend geschriebenen Werke, dessen erste Lieferung uns damals vorlag, bekannt gemacht. Nun sind weitere vier Lieferungen (2 bis 5) in unsere Hände gelangt, deren Inhalt alle hcrvorgehobenen Vorzüge von Neuem bekundet. Ein geistvolles, längeres Capitel über das „Licht" führt uns die wundersamen Wirkungen vor, welche dasselbe auf die organische Natur auSübt. Sowohl dieser Abschnitt, als der nächstfolgende über die „Wärme", weichen wesentlich von der üblichen Darstellung in physikalischen Handbüchern ab. Es ist einer der nicht zu unterschätzenden Vorzüge des Schweiger-Lerchenfeld'schen Buches, daß es uns auf jeder Sette mitten in die Naturdinge hineinstellt und uns gewissermaßen zuruft: So liegt die Sache, schaue sie dir genau an, es bedarf ja hierzu nur offener Augen und verständigen Sinnes. Mit einer fefi«' üben Abhandlung über die Atmosphärische Electricität schließt der ent Theil des Werkes ab. Die nächstfolgenden Capitel sind den „@L.! enten der Bodenkunde" gewidmet. Sehr inftructtv ist der Abschnitt „Die Formen der Erdoberfläche", welcher sich wie ene amüsante Plauderei liest. Andere Capitel enthalten „Die chemischen Wirkungen auf die Erdoberfläche" und „Die Verwitterung und ihre Products, durchwegs trefflich gelungene Darstellungen. Die meisten Illustrationen sind sehr glücklich in Bezug auf die Dinge, die sie bildlich erläutern sollen, gewählt. Die Vollbilder sind prächtig, manche sehr anmuthig, wie z. B. die Darstellung „Im hohen Gras". Alles in Allem darf unser Urtheil dahin gehen, daß wir es hier mit einer überaus nützlichen und tüchtigen Arbeit zu thun haben. Arrszrrg aus den Stan-esaintsregisterir der Stadt Gießen. Aufgebote. Juni: 8. Löb Engel, Kaufmann dahier, mit Clara Katz von Garbentetch. 11. Heinrich Faber, Ackersmann zu Hochelheim, mit Marie Feller zu Großen-Linden. 11. Julius Hütt, Kellner zu Frankfurt a. M., mit Barbara Theresia Straub daselbst. 11. Wol Katz, Kaufmann, Wittwer dahier, mit Lena Heidelberger zu Burgsinn. 12. Georg Ferdinand Jost, Apotheker zu Freinsheim i. d. Pfalz, mit Sophie Mathilde Karoline Luise Limpert von hier. 12. Hans Louis Paul Alexander Müller, Photograph dahier, mit Luise Sophie Helene Pflüger hierselbft. Ehrschtießungeu. Juni: 10. Heinrich Meyer, Holzbildhauer dahier, mit Dorothea Lüttich Wittwe, geb. Stein, Hierselbst. 10. Johann Louis Lotz, Vicefeldwebel dahier, mit Elise Zell von Nidda. 10. Wilhelm Riebel, Locomotivheizer bei der Main-Weser-Bahn Hierselbst, mit Elisabeth Spies von hier. 10. Ludwig Großer, Apotheker dahier, mit Anna Wilhelmine Adolfine Johannette Beling Hierselbst. 10. Wilhelm Schneller, Taglöhner dahier, mit Eltsabetha Kreiling von Heuchelheim. 10. Philipp Rühl, Schreiner dahier, mit Elise Leuning Hierselbst. Geborene. Juni: 1. Dem Schuloerwalttr Georg Jacob Oehlenschläger ein Sohn, Georg Jacob. 2. Dem Druckerelbesitzer Curt v. Münchow eine Tochter, Erna Carola. 3. Dem Fuhrmann Ludwig Kreusiel eine Tochter, Henriette. 3. Dem Pfarrer Franz Schwabe eine Tochter. 3. Dem EiMlvreher August Smrtz em Sohn, Ther»dor Karl Peter Ludwig. 4. Dem Prioatdocent Dr. Lothar Heffter ein Sohn, Werner Constantin Wilhelm Karl. 5. Dem Bremser bet den Oberbesstschen Bahnen Heinrich Bender eine Tochter, Johanna. 6. Dem Waaner- metster Karl Ltndenstruth ein Sohn. 6. Dem Wagnermeister Louis Faber ein todtgeborenes Kind männlichen Geschlechts. 7. Dem Zu- chneider Heinrich Möller eine Tochter, Carola Henriette Marte Franziska Kätha. 9. Dem Kaufmann Wilhelm Fritsch eine Tochter. 10. Dem Buchhändler OScar Zack eine Tochter, Erna Bernhardtne Martha Ella Margarethe. Geftorbeue. Juni: 5. Ernst Gustav Philipp Wilhelm Schlatter, 6 Jahre alt, Sohn von Kaufmann Leopold Schlatter dahier. 7. Georg Ruhl, 21/» Jahre alt, Sohn von Dreher Conrad Ruhl zu Watzenborn. 7. August Gerbode, 16 Jahre alt, Sohn von Photograph Franz Gerbode hterlelbst. 7. Heinrich Schmidt, 66 Jahre alt, Lehrer dahier. 10. Marie Ftllmann, geb. Hochstätter, 47 Jahre alt, Wittwe von Kaufmann Heinrich Fillmann dahier. AASMg aus den MrcherrbSchern Xt Stuvt «Mtfcnu Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 10. Juni. Heinrich Meyer, Holzbildhauer zu Gießen, ein Wittwer, und Dorothea Lüttich, geb. Stein, Wittwe des Schneiders Friedrich Lüttich, zu Gteßm. Denselben. Wilhelm Schneller, Taglöhner zu Gießen, und Elisabethe Kreiling, Tochter des Hirten Heinrich Kreiling HI. zu Heuchelheim. Denselben. Johann Louis Lotz, Vicefeldwebel zu Gießen, und Elise Caroline Katbarine Zell, Tochter des verstorbenen Schreiners Philipp Zell zu Nidda. Denselben. Ludwig Größer, Apotheker zu Düsseldorf, und Anna Wilhelmine Adolfine Johannette Beling, Tochter des verstorbenen Locomotiosührers August Beling zu Gießen. Denselben. Philipp Rühl, Schreiner zu Gießen, und Elise Leuning, Tochter des verstorbenen Tuchmachers Konrad Leuning zu Gießen. Am 11. Juni. Friedrich Wilhelm Ernst Riebel, Locomotiv- heizer zu Gießen, und Elisabeth Anna Katharine Hermine Marie Spies, Tochter des Fuhrunternehmers Christoph Spies zu Gießen. «etautte. Am 7. Juni. Dem Bäckermeister Ludwig Kronenberg eine Tochter, Minna Elisabeth, geb. am 22. Mat. Denselben. Dem Gerichtsschretber-Aspiranten Carl Walbrach eine Tochter, Luise Henriette, geb. am 17. Mat. Denselben. Dem Schlosser Heinrich Deibel eine Tochter, Luise Elisabeth Katharine, geb. am 6. Mai. Denselben. Dem Zimmermann Christian Staffel eine Tochter, Marie Margarethe, geb. am 10. Mai. Denselben. Dem Bierbrauer Michael Theiler eine Tochter, Anna Marie Margarethe, geb. am 14. Mai. Denselben. Dem Schuhmacher Carl Amend eine Tochter, Emilie Philipptne, geb. am 9. Mai. Denselben. Dem Hetzer Philipp Wtßner eine Tochter, Elisabeth, geb. am 9. Mat. Denselben. Etne außereheliche Tochter, Clara, geb. am 20. April. Arn 10. Juni. Dem Rechtsanwaltsgehilfen Georg Eidmann etne Tochter, Marie Lina, geb. am 7. Mai. Beendigte. Am 7. Juni. Ludwig Wilhelm Schmidt, Gelbgteßer, alt 27 Jabre, starb am 5. Juni. Denselben. Wilhelm Schlatter, Sohn des Kaufmanns Leopold Schlatter, alt 6 Jahre, starb am 5. Juni. Am 9. Juni. Heinrich Schmidt, Lehrer an der erweiterten Mädchenschule, alt 66 Jahre, starb am 7. Juni. Denselben. August Gerbode, Mechanikus, Sohn des Photographen Franz Gerbode, alt 16 Jahre, starb am 7. Juni. Am 12. Juni. Marie Ftllmann, geb. Hochstätter, Wtttwe des Kaufmanns Heinrich Fillmann, alt 48 Jahre, starb am 10. Juni. verkehr, Land- und Volkswirthfchaft. Gieße«, 13. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd. X 0,75—0,95, Hühnerner 1 St. 5-6, 2 St. — 4, Enteneier 1 St. 6-7 4, 2 St. — 4, Käse pr. St. 7—9 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 16 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,80—1,00, Hühner pr. SMck X 1,50—180, Hahnen pr. St. X 1,50—2,30, Enten vr. Stück X 2,00-2,30, Ochsenfletsch pr. Psd- 70-74 4, Kuh- und Rindfleisch 60-64 4, Schweinefleisch 56-64 4, Hammelfleisch 50—76 4, Kalbfleisch 48-56 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6.00-7,00, Weißkraut vr St. 3—7 4, Zwiebeln per Centner X 7,50—0,00, Milch per Liter 12—18 4, Kirschen per Pfd. 40 4- Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 13. Juni, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 11, Lust 12x/e Grad Reaumur. L. Chr. Rübsamen Wwe. I Verkaufsstellen in fast allen Orten -xtra beste- Iagdpulver, in grober und feiner Körnung. gelangen. Darmstadt, 4. Juni 1891. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: Clavel. Mosel-Cognac aus der Destillerie von A. L. Elfen in Trier a. d. Mosel, Weindestiüat ohne den geringsten Spritzusatz; in Brüssel mit der silbernen Medaille gekrönt, empfiehlt die Vi-Flasche zu X 3 — und die | Vs-Flasche zu X 1.60 [3038 [ Ph. Bauer II., Bahnhofstr., Gießen^ Neu! Tropen-Duft. Neu! (nalTtr föratih 1 ' von der Parfümerie Union, Berlin (Iidiin tu ist Ein Parfüm von herrlichem entzückenden Körnungen 4 — 8. Aroma. Flasche Mk. l,üO und 1,50, zu । haben bei [5268 DrebeS & Wallenfels, Marktplatz, W! Wtlh. Gchomder, Neuen Baue. Preisen ausgezeichneten Fabrikate: Diana ; Die Kreisfeuerlöschordnung $ ; für den Kreis Gießen { । ist zum Preise von Sv Pfg. vorräthig in der G Expedition des „Gießener Anzeiger". • 5105 Deutsches Scheiben- Pulver Melchior Buchholz Sohn, Rönsahl, früher in Lennep, altrenommirteste Jagd- u. Scheiben-Pulverfabriken empfehlen ihre allen Anforderungen der modernen Waffentechnik entsprechenden und mehrfach mit den höchsten fluffige Kroncestrben. Mit den „flüssigen Broncen" aus der Adler-Drogerie zu Halle a/S-, welche in allen Farben hergestellt werden, kann man alle nur denkbaren Gegenstände, als: Gypsfiguren, Körbchen, Kinderwagen, Bilderrahmen u- s. w., schön und dauerhaft bronctren. Zu haben in Gieße« nur allein bei Drehes & Wallenfels in Fl. d 25 und 50 4. [1175 VetanntM ZEg Oraoißi® 8t Buchiiolz Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtuug! '"M ■ ■’v» wk IvMVI HM B in Gietzen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff ge- nommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen > «x> bezw. Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mit der genannten Stadt- i. Westf t. Harz, sernsprecheinrichtvng verbinden wollen, ersucht, chre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. Juli d. Js. an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Herstellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im nächstjährigen ersten Bauabschnitt zur Ausführuug 5629 5476 der (5492 bei 5520 5501 Der Vorstand. 16456 2) ■»mm Comite 3) Tanzunterhaltung 5493 5511 Um gütigen Zuspruch bittet Die Direktion. Turnverein Lollar 6527 Reichübank-DiScont Krämer, Bürgermeister. Original-Opern-ParodiHten-, Quartett- 2 u. ieHeIlHchaft (7 Herren). |g vorn, Gerichtsvollzieher. in der Wirtschaft von Adam Alegler statt. Hierzu ladet ergebenst ein findet Sonntag den 14. Juni statt. Anmeldung der Billete Mitglied Wtßner bis Sonntag Mittag 12 Uhr. Preise der Plätze: Im Vorverkauf: Sperrsitz 2 Mk., Erster Platz 1 Mk., Zweiter Platz 75 Psg. Abendpreise: Sperrsitz 2.50 Mk., Erster Platz 1.50 Mk., Zweiter Platz I Mk., Gallerie 40 Pfg. Billets zum Vorverkauf in der Eigarrenhandlung des Herrn Gustav Gerhardt, Lindenplatz, zu haben. l Zusammenkunft an der Neumühle. Altenbuseck, den 11. Juni 1891. Kaisers von Japan). Ur. Ch. ErneMt, Professor, preisgekrönter Salon Athlet. Max IVoiwer, Wiener Gesangshumorist. Frl. M. CaNNwer, Eostüm-Soubrette. Frl. K. Cayti, Liedersängerin. 11. Papst, Kapellmeister. Uud. Schadt, Director, artistische Leitung. zureichen sind Gießen, den 12. Juni 1891. Der Gtsenbahnbaumeister. I. V. Heinrich Backofen. Gießen, den 13 Juni 1891. Großherzogliche Obersörsterei Gießen. 5495 Block. Goarsbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Kranlfurter Börse vom 13. Juni 1891. Infolge Anfragen auswärtiger Turner und um weiteren Mißverständnissen vorzubeugen, berichtigen wir, daß der untenn 7. Juni sein 30jähriges Stiftungsfest feiernde „Turn- und Gesangverein" nicht der hiesige Turn» verein ist, sondern der 1861 zwar als Turnverein gegründete, auch mehrere Jahre als solcher bestandene und jetzt nur noch als Gesangverein bestehende hierein ist. Unsere auswärtigen Genoßen bitten wir dies zu beachten. Zu solchem Ehrentage hätten wir Sie selbstverständlich cingeladen. >6497 Der Vorstand bett Turnvereins Lollar. .HeugraS- Versteigerung. Die diesjährige Heugrasernte von den Domantalwtesen in der Ober- sörsteret Gießen wird versteigert: 1) Donner-tag den I8. Juni, Morgens 9 Uhr bei Wirth W. Rabenau zu Alten-Buseck, aus der Gemark. Alten-Buseck. Freitag den 19. Juni, Morgens 9 Uhr bet Wirth Dorseld in der Post zu Wieseck, aus der Gemark. Wieseck. Freitag den 19. Juni, Nachmittags 2V2 Uhr bei Wirth Leib im Phtlosophenwald, aus der Gemark. Gießen. Zu dieser Vorstellung ladet hochachtungsvoll und ergebenst ein ____________August Widmann, Theaterdirector. Gesangverein „Heiterkeit". Die wegen ungünstiger Witterung ausgefallene Parthie aus den Wieseck. Gesangverein „Jugendgrund" Sonntag den 14. Juni findet die Feier unseres achten Stiftungsfestes 4 pCt. — Frankfurter Bank-Diücom 4 pEt. Bekanntmachung. Das Turnfest, verbunden mit Fahnenweihe, welches am 7. und 8. d M. in Rodheim a. d. B. stattsinden sollte, ist wegen der schlechten Witterung an diesen Tagen aus den 146. und 1». d. M verlegt worden, wozu ergebenst einladet Der Vorstand. In Bezug auf Speisen und Getränke bei obiger Einladung hält sich bestens empfohlen 5356 Karl Stork, Gastwirt!). xxxxxxoxxxxxxx Steins Garten. Montag den 29. Juni 1891: Grosse humoristische Soiree Lenz’scher Felsenkeller. Heute Samstag den 13. Juni, Abends 8 Uhr: Beginn der Gastspiele des Frankfurter Orpheum- und Scheffelgarten-Ensembles. Auftreten von Specialitäten nur ernten Hangen. O’Torra, ächter japanesischer Drathfeilkünstler s.hofkünstler des Sonntag den 14. Juni: Tanzmusik Aeirgeöotenes. 5521) Äorti-, Hafer- und Weizen- («af