m. 213. >«r -ßch-i-tt tägttch, ** tSLlTU*M W •tonteel. We Otchmer ÜH*tHe*IWtoe ervke km Änjeiget ieigeUet Zweites Blatt. Sonntag den 13. September Meßmer Anzeiger Heneral'-Mnzeiger. 1891 einMHWif« Abrnmimii. 9 Werf 20 VN. »/ Vrmßerloha. Durch die Post bcgefcy, 2 Warf 50 PN Äebacttan, ExpedM - und Dnukret: Hch»tßr«t« S«r»tprech.r 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Metzen. IWilli l« »!W»N!«W«^W!1^.UW»II! 1!^ ff»!! I gjanMggMg-l’SJ^h'WM l^llllB«ffaB»MBHHgWaWgK555aMWMe=!3—M 5 |l der «^mittags fir ö« ÄrflftcfirifiuM* dftfrfitttfl* fildtffT «le MmE«M»re°»r M 3«. tmb litflkmM atfm, '-döe* tag trjcheinenötn Shruunft bis «orwt 10 Uhr. | ^IIUIWUUJ^. ^UIUUWUVIUUW. I »«zeigen für kn „Gietzeoer Anzeige^ nttgegw j i . IM > > '«WW^NW^W»W^.»«MMWS»WWWWW»WWWWWMW»WW^^WWW>»W»««»S»SWWWWWWWWWMMMWMMWWWMWML Zur Beachtung für unsere Landwirthe. Bekanntmachung. Hauptversammlung des landw. Vereins von Oberhefsen. Zur diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung des Vereins beehre ich mich, die Mitglieder sowohl, wie alle Freunde der Landwirthschaft auf Mittwoch den 23. September d. I., Vormittags 11 Uhr in Steins Garten zu Gießen hiermit ergebenst einzuladen. Gegenstände der Verhandlungen werden sein: 1. Der Entwurf eines Reichs-Heimstättengesetzes. Referent: Herr Amtmann Rebel-Gießen. 2. Die Bildung von landw. Verkaufs-Genossenschaften. Referent: Herr Dr. Ullmann-Büdingen. 3. lieber Obstverwerthung. Referent: Herr Landwirth- schastslehrer Reichelt-Friedberg. Laubach, den 20. August 1891. Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen: Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Ausschutzfitzung des landw. Vereins von Oberhessen betr. Der auf Mittwoch den 23. September d. I. anberaumten Hauptversammlung soll um 10 Uhr Vormittags eine Ausschußsitzung vorangehen, zu der ich die Mitglieder einzuladen mich beehre. Laubach, den 20. August 1891. Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen: Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Ein alter Bäckermeister schreibt dem „Mainzer Journ.": Die diesjährige Roggenernte liefert leider in den meisten Gegenden Deutschlands nicht den vollen Bedarf für unser Brod, wie wir es zu esien gewohnt sind, ein großer Theil Kornfrucht muß daher — wenn wir uns nicht wirthschastlich einzurichten verstehen — vom Ausland zu hohen Preisen erkauft werden. Das russische Ausfuhrverbot verbreitet bereits seinen dunklen Schatten und die Treiber und Kornwucherer an den Getreidebörsen lachen sich ins Fäustchen, weil sie glauben, gute Geschäfte zu machen. Der Kornpreis wird Heuer um 8 bis 10 Mk. die 100 Kilo theuerer sein als Gerste, welche gut gerathen ist. Auch der Hafer übertrifft allenthalben im Ertrag die Ernten früherer Jahre. Wir haben also weniger Korn, dagegen mehr Gerste und Hafer. Es wäre daher gerathen, ja, klug und weise, wenn unsere Landwirthe sich dieses Jahr behelfen, ihr Korn zu hohen Preisen verkaufen und sich ihr Brod aus Gerste und Hafer herstellen würden. Wohl ist Gerste für sich allein zum Verbacken etwas rauh und spröde, weil sie gar wenig Kleberstoff besitzt. Das Brod davon wird schneller trocken, nicht wie Kornbrod, das länger die Feuchtigkeit behält. Dagegen würde der Hafer (ein Drittel bis zur Hälfte), mit gemischt und mit der Gerste vermahlen, den Brodteig zäher, elastischer und backsähiger machen und ein ausgezeichnetes, gesundes und kräftiges Brod liefern, das dem Kornbrod an Rahrkrast nicht zurücksteht. Man wird mir vielleicht entgegnen: „Das wäre ja ein neues Recept? Der Hafer ist für die Pferde." Eine solche Ansicht wäre ein großer Jrrthum. Die Aerzte kennen schon längst den großen Nährwerth des Hafers und verordnen das Hafermehl häufig für Säuglinge, die der Muttermilch entbehren, zur besseren gedeihlichen Entwickelung und für Schwache und Kranke. Hafer befördert den Knochenbau und gibt dem Körper Festigkeit. Was also hier für diese heilsam ist, das dürste doch ohne weiteres Bedenken auch der erwachsenen Bevölkerung zur Ernährung empfohlen werden. Da Korn seither unsere gewohnte Brodfrucht gewesen, so wurden Gerste und Hafer für Backzwecke weniger beachtet und blieben außer Uebung. Nur in hohen Gebirgsgegenden wird Haferbrod gegessen, da dort andere Getreidearten selten reifen. Die Zubereitung des Gerfte-Haserbrodes ist die gleiche, wie die des von Korn erzeugten. Nur möchten wir empfehlen, daß man bei Behandlung des Einmehrens bis zur Teig- bereitung sorgsamer, pünktlicher verfahre, als es leider in mancher Haushaltung geschieht, wo bisweilen die Einmehrung 7 bis 9 Stunden steht und total versäuert, bis endlich der Teig gemacht wird. Das ist ein großer Fehler in der Brod- bereitung, denn die Zuckerbildung geht verloren und die Essigsäure tritt ein, was dem menschlichen Magen nicht zuträglich, sondern schädlich ist. Das Wasser zum Einmehren darf nicht zu warm genommen werden, da es die Gährung zu sehr beschleunigen würde. Bei richtiger Wärme des Wassers, 20 bis 30 Grad nach Reaumur, je nach der Jahreszeit, hat das „Merschel" bei entsprechendem Zusatz von gesundem Sauerteig in beiläufig 4—472 Stunden feinen Gährungsproceß beendet und die aufsteigenden Bläschen (Gase) deuten an, daß man mit dem Teigmachen sofort beginnen soll. Feuilleton. Bittgesuch - Stilbtüthen. Wenn Kaiser Wilhelm I. so recht bei guter Laune war — und das war gottlob gar oft der Fall — da ließ er es sich nicht nehmen, einige der manchmal in unglaublicher Anzahl einlaufenden Bitt- und Gnadengesuche mit Randbemerkungen zu versehen, manche ohne weitere eingehende Prüfungen gleich birect zu bewilligen und hauptsächlich auch marcante Stellen in den Gesuchen, die ob ihrer Originalität, Naivetät, Stupidität oder Ueberschwänglichkeit zum Lächeln oder Kopfschütteln Veranlassung gaben, mit dem Bleistift zu unterstreichen oder mit einem Ausrufungszeichen zu versehen. Das Hauptcontingent der Bittsteller liefert, wie leicht begreiflich, der „im Dienst ergraute, schlachtenerprobte Soldat a. D." und es befand sich ein apartes Ressort im Kriegsministerium , an welches die betreffenden Gesuche behufs weiterer Ermittelungen in Sachen der Stichhaltigkeit der angegebenen Facta gelangten. Die Arbeiten in diesem Reffort sind vielseitiger und umständlicher, als sich mancher Bittsteller einbilden mag, da die Recherchen nichts weniger als oberflächlich vorgenommen werden. Einige Bittgesuch-Stilblüthen, die unserem alten Heimgegangenen Heldenkaiser wohl besonders ins Auge springend gewesen sein mochten, die er doppelt unterstrichen und mit Ausrufungszeichen versehen hatte, theilt Robert v. Hagen im „Deutschen Soldatenhort" mit: „Auf den Märschen in Frankreich habe ich eine neue Krankheit erobert." Gelegentlich der goldenen Hochzeit des Kaisers: „Und so wirft sich der Gnadenflehende vor den gnadentriefenden Stufen des heiligen Thrones nieder und bitten an diesem seltenen goldenen Hochzeitsfeste, welches die Naturgeschichte bis jetzt noch nicht ansgezeichnet und das noch von Kindeskindern bis ins tausendste Glied besprochen und gelehrt werden wird, um Gnade für die Freiheit, die ich mir zu erlassen erdreiste." „Schrecklich ist mir zwar der Gedanke, wie als ge- schoffenes Reptil vom Staate todtgefüttert zu werden, aber meine trauernde Lage ist eine bewußte, indem ich beide Feldzüge mitgemacht habe." „Und gleichzeitig sage ich mir, daß Euer Majestät nur ein guter edler Mann sein können, denn, verzeihen Sie mir, 'Majestät, Sie ähneln meinem alten Onkel, und Leute, welche ihm ähnlich sehen, können nur gute sein." „Aber Eure huldvolle Majestät erlauben Sie mir eine lFrage: „Wo bleibt da das Milithär-Pansions-Gesetz von 1871 und die daraus hervorgegangenen Motisen? Auch das Millitähr-Ehrenzeichen hatte ich verdient. Aber das Gesetz «st feinen Verpflichtungen nicht nachgekommen und aus diesem Grunde habe ich mit meiner zahlreichen Familie den schrecklichsten Martertod bis heute erlitten. Und so Erlaube ich mir zu bitten, mir über meiner Klage zum Recht zu helfen, denn es muß Euer Majestät und den Königlichen Hoheiten doch auch angenehm sein, wenn endlich einmal das ewige Correspontiren in meiner vorherrschenden Angelegenheit aufhört." Sehr deutlich ist der Sattlergehilfe Peter L. in seinem Gesuche um klingende Münze. Er schließt mit den Worten: „Und so sehe ich einer eilfertigen dringenden Antwort entgegen und bitte for meiner Familie um Seiner Majestät Porträtte auf Metall geprägt. Mit Ueberreichung von sechs Piessen (Piecen) als treuer Patergolt (wohl Patriot) und Vaterlandsvertheidiger Peter L . . ." Bei Anderen heißt es: „Erfahrungsmäßig stütze ich mich und baue bei Ueberreichung dieses Gesuches auf Eure Allerhöchst dieselben allbekannte Herzensgüte, selbst sogar gegen den allergeringsten Unterthan, wessen Geschlecht er immer angehören mag." „Ja, Eure Majestät, wenn Sie wollen, können Sie Alles, denn ein Wort meines Allergnädigsten Kaisers, zertrümmert Berg und Thal, wenn sie sich in ordnungsmäßiger Lage befinden." „Meine werthe Adresse lautet: An den rc. rc." „Wären es Sorgen gewöhnlicher Art, so würde ich den Staub der Thronesstufen nicht unnütz zu berühren wagen." „Bei den schlaflosen Nächten kommen mir Vorstellungen und Träume von meinen Kriegsjahren und da sehe ich Euer Majestät auf dem Schlachtfeld immer an mir vorbeireiten, was mich veranlaßt, meine Verhältnisse in einem jammervollen Zustande Euer Majestät zu überreichen und zu den gnadenreichen Füßen an Ort und Stelle abzugeben." „Drei Tage und drei Nächte bin ich vor Euer Majestät allerhöchsten historischen Eckfenster gestanden, ohne ein Auge zuzumachen und habe mein gegenwärtiges Gesuch in die Höhe gehalten, aber Euer Majestät haben mir nicht gesehen und dann hat mir der Schutzmann Nr. 538 fortgewiesen." „Im Feldzuge 1866 bekam ich einen leidenschaftlichen Fehler an den Füßen durch einen Pferdeschlag. Die Wunde ist unheilbar und blutet mir öfter, so daß ich dergestalt bin, in Verblutung zu erliegen, Außerdem bin ich von einem Kanonenschuß auf das linke Ohr unhörbar geworden." „Meine Gedanken richten sich oft auf meinen Kaiser und Vaterland, für das ich diente, kämpfte und starb." „Im vorstehenden Feldzuge war ich ein Mitarbeiter an der hocherhabenen, goldenen, mit Perlen und Edelsteinen und mit Lorbeer umkränzten Kaiserkrone. Diese welthistorische Ehre ist mir zwar lieber als Orden, Weib und Kind, aber wo ich mit meinen Thränen mich satt essen und mit einer Familie von drei Kindern das Leben befruchten muß, so fiel ich den allerdurchlauchtigsten General Oberstlieutenant brieflich zu Füßen mit der tiefgebeugtesten Bitte um Pension." „Ich habe kein Jnsallithengeld bekommen, sondern nur eine kleine Unterstützung, womit ich eine Kur durchmachte, um den mit Erfolg verlorenen Beruf als Gürtler wieder nachgehen zu können. Ich erhoffte von der Kur wenn nicht Genesung, so doch Linderung meiner Gesundheit, aber damit war es nichts." „Die Behörde, an die ich mich nun schon zum fünften Male wandte, wollte mit mir nicht weiter reflectiren und so bleibt mir nur der Ausweg, mich an die richtige Schmiede zu wenden, nämlich an Eure Majestät." „Wenn es in Berlin in der Lindenstraße noch ein Kammergericht gibt, so gibt es aber auch unter den Linden einen deutschen Kaiser, der auch noch etwas zu sagen hat. Hab ich Recht Euer Majestät?" „Da ich mich aber historisch in einer tiefbetrübten Lage befinde, die noch mit Krankheitsumstano verbunden ist, indem meine älteste Tochter Marie an Diefuß (Typhus) behaftet ; und mein Sohn, welcher Setzer ist, an Bleivergiftung erkrankt ■ ist, so will ich es bei Allerhöchst Eurer Majestät einmal mit \ einem Gnadengesuch riskiren." „Ich sehe es als eine gnädige Fügung des Himmels an \ und für mein Bittgesuch als eine gute Vorbedeutung, daß j ich gerade so wie Eure Majestät, am 22. März von meinen ■ Eltern geboren wurde und mit Vornamen ebenfalls Wilhelm ' heiße, und daß meine Frau ebenfalls Auguste, geborene \ Jähnicke, heißt." „Hoheiten Seiner Majestät dem Kaiser und Seinem ; allerhöchsten Throne Erlaube ich mir Tiesgeneigtest das nähere j meines Gesuches anheimzustellen. „Während meiner Militärzeit beim Turniren mußte ich i über den Kasten springen und ich traf auf die Ecke des ' Kastens mit meinem ganzen Körper aus allen zusarnmen- ’ genommenen Kräften zweimal so heftig, daß ich seither großen - innerlichen Husten mir im Leibe zugezogen habe. Infolge s der Mobilmachung ist dann dienstlich meine Gesundheit für < immer verloren gegangen." „Behufs meiner Brodlosigkeit muß ich mit meiner j Familie sehr kärglich leben und mit Brod und Salz den ; Hunger mit eine Thräne darauf würzen." „Eine viermalige Lungenschwindsucht zerrüttete meinen zur Ruine herabgesunkenen Körper, so daß ich sogar unhellbar aus dem Lazareth gewaltsam herausgeschafft wurde und jetzt an einer Anfälligkeit meiner Lunge für Erkältungen leide, die in galoppirende Schwindsucht auszuwachsen droht." „Für Eurer Majestät sind 25, 30, ja vielleicht selbst 40 Mark noch gar nichts, für mich aber sehr viel. Möchten das Euer Majestät nur allergnädigst bedenken." „Mit blutbenetztem Herzen bittet ein alter Jnfalid Euer Majestät um eine hilfsbedürftige Unterstützung." Mit dieser Auslese wollen wir schließen. Es ist selbstverständlich, daß bei Berücksichtigung oder Zurückweisung der gestellten Bitten Schrift, Stil und Orthographie keinen Einfluß übten, obwohl ein deutlich, correct, kurz und bündig geschriebenes Gesuch sich schon von vornherein empfiehlt. Es ist kein Kunststück, gutes, wohlschmeckendes Brod herzustellen, wenn die richtige Zeit des Gährungs-Processes wahrgenommen, der entwickelte Zuckerftoff festgehalten, das nöthige Salz beigegeben, der Teig gut verarbeitet und das Brod in entsprechender Reife in einem entsprechend geheizten Backofen gut ausgebacken wird. Prüfet Alles und das Beste behaltet! totales uns provinzielles. Gieße», 12. September. — Ordeusverleihuugeu. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht: am 18. August dem Rechner Karl Heidt zu Friedberg das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste" zu verleihen. — Das am 10. September ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 28 enthält die Verordnung, die Errichtung einer Ministerialabtheilung für Eisenbahnwesen betreffend. — Gerichtliche Zeuge» dürfen nur für wirkliche Erwerbs- versäumniffe sich entschädigen lassen. Es wird das nicht immer genügend beobachtet, kann aber eventuell schlimme Folgen haben, wie das jetzt wieder in Düsseldorf vorkam. Dort verurtheilte das Schöffengericht einen begüterten Rentner, der als Zeuge bei einer Strafkammer'Verhandlung für Er- werbsversäumniß sich 4 Mark hatte zahlen lassen, ohne in Wirklichkeit etwas versäumt zu haben, wegen Betrugs zu 30 Mark Geldbuße. Friedberg, 9. September. Einer Einladung zufolge wird der Gesangverein Liederkranz bei der 25jährigen Jubelfeier des Kölner „Sängerkreises" und dem damit verbundenen Internationalen Gesangwettstreit vom 12. bis 16. September durch eine Deputation, bestehend aus dem Ehrenpräsidenten, Dirigenten und 4 Mitgliedern, vertreten sein. Aus dem Rodgau, 9. September. In den meisten Gemeinden unserer Gegend ist man dermalen mit dem Ausdrusch des neuen Getreides beschäftigt. Dabei ergibt sich allerwärts die erfreuliche Thatsache, daß die Frucht nach Menge und Gewicht weit besser ausfällt, als man vermuthete. — Für die kürzlich 14 Tage lang im Rodgau mit Verpflegung ein- quartirten Soldaten wird aus der Militärkasse nur die übliche Vergütung von 65 Psg. pro Mann und Tag geleistet. Da jedoch die Verköstigung eines Soldaten um diesen Betrag unmöglich ist, so faßten die meisten Communalverwaltungen den Beschluß, die Entschädigung aus Gemeindemitteln auf 1 Mark zu erhöhen. Einzelne Gemeinden leisten auch 1 Mark 20 Psg., ja sogar 1 Mark 70 Pfg. Mainz, 9. September. In die Militärmagazine wurden gestern die ersten Ladungen Weizen eingeliefert, die für das neue Kommißbrod, das sogen. „Caprivi-Brod", jetzt Verwendung finden sollen und zwar zu einem Drittel Weizenmehl mit 8 pCt. und zwei Drittel Roggenmehl mit 15 pCt. Kleien-Auszug. Es sind zunächst Probebackungen angeordnet worden, nach deren Ausfall das Kriegsministerium nöthigen- salls eine andere Zusammensetzung des Mischmehls, feft- stellen wird. Ober-Jugelheim, 8. September. Mehrere Familien aus zwei Dörfern des Selzthales haben Antheile eines zerlegten polnischen Rittergutes angekauft und werden dieselben im Laufe des Winters nach der Provinz Posen übersiedeln. vermisstes. * Frankfurt a. M., 10. September. Von Freitag den 11. bis zum 23. September spielt in der Electrotechnischen Ausstellung die Großh. luxemburgische Militär- capelle unter der Leitung c>es Großh. luxemburgischen Musikdirectors Herrn Kahnt. — Der Besuch der Ausstellung in dieser Woche verspricht unter dem Einfluß der schönen Witterung und des Electrotechniker-Congreffes ein außerordentlich starker zu werden. Die Zahl der abgegebenen Tickets beläuft sich täglich auf 8—10000. Die laufende Woche dürste den stärksten Besuch seit Eröffnung der Ausstellung aufweisen. * Bingen, 10. September. Durch Beschluß des Gemeinderaths wurde die Schließung der Weinberge auf den 17. l. M. festgesetzt. Es muß noch sehr viel gutes Wetter geben, wenn das Erträgniß einigermaßen zufriedenstellende Qualität haben soll- die Menge fällt jedenfalls gering aus. * Ein unbeaufsichtigt gelassenes Kind hat kürzlich in Berlin einen schrecklichen Tod gefunden. Die Arbeiter K.'schen Eheleute zu Lanke ließen, um ihrer Arbeit nachzugehen, das l3/4 Jahre alte Töchterchen unter der Obhut ihrer 9 Jahre alten Schwester zurück. Diese verließ die elterliche Wohnung, nachdem ihre kleine Schwester eingeschlafen war. Als sie nach einiger Zeit zurückkehrte, fand sie die Kleine mit dem Kopfe zwischen der Stuhllehne hängend leblos vor. Das Kind muß versucht haben, zwischen die Lehne des Stuhles, welcher zur Sicherheit vor das Bett gestellt war, hindurch zu kriechen,- hierbei ist der Stuhl fortgerutscht und das Kind mit dem Kopfe hängen geblieben, wodurch es feinen Tod fand. * Auf das Preisausschreiben des Thierschutzvereins Gera über die Frage: „Was ist von den Besitzern, den Thierschutzvereinen und den Behörden zum Schutze der Ketten- und Zughunde zu thun?" sind neunzehn Arbeiten eingelaufen - bei der soeben stattgefundenen Preisvertheilung erhielten die Arbeiten des Lehrers I. Ziller in Niederhaßlau, des Hauptlehrers N. Metzroth in Elberfeld und des Lehrers A. Stiemert in Kräsem die ausgesetzten Preise. Außerdem wurden noch die Abhandlungen von Frau Marie Anderßen in Breslau und von F. Rungius in Coburg durch je ein Ehrendiplom ausgezeichnet. Die beste Arbeit wird demnächst als Sonder- schrift erscheinen. Schiffsnachrichte«, Der Postdampfer „Pennland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 8. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 9. September wohlbehalten in Newyork angekommen. Verehr, Land« uitö Polfswirtbfcbafl. — Zur Obsternte. Die Erntezeit für Kern- und Steinobst rückt immer naher heran und erfreulicher Weise bestätigt es sich, daß die Ernte darin fast in allen Thetlen Deutschlands gut ausfallen wird. Die alte Sorge, wie das Obst am besten zu verwerthen sei, tritt jetzt wieder von Neuem hervor und wird um so größer, je reicher der Obstsegm autzfällt. Im Interesse besserer Verwerthung des frischen Obstes geht man jetzt mit der Errichtung von Obstbörsm, auf welchen nach ausgelegten Proben der Früchte verkauft werden sollen, immer mehr vor. Solche haben früher schon z. B. in Erfurt und Hamburg stattgefunden und sind für dieses Jahr auch in Hamburg, Berlin und Frankfurt a. M. in Aussicht genommm. Es eignen sich jedoch nur ausgelesen schöne Früchte zum Frischverkauf und die übrigen können eine bessere Verwerthung nur durch Umwandlung in Dauer- waare oder in Obstwein erfahren. Die billigste und einfachste Art der Umwandlung in Dauerwaare bietet der Dörrbetrieb und zu diesem sind die von dem Amerikaner Dr. Ryder erfundenen Dörr-Apparate bekanntlich schon im Jahre 1887 durch die Deutsche Landwirthschasts- Gesellschaft als die bestgeeigneten bezeichnet und mit den beiden höchsten Preisen preisgekrönt worden. Die mit diesen Apparaten gedörrten Früchte bewahren die Eigenschaften der frischen Früchte besonders gut. Auch die Bereituna des Obstweines ist sehr einfach uud mtt geringen Kosten durchzuführen. Dazu gehört nur eine Obstmahlmühle und eine gute Obstpreffe. Bei der im vergangmen Herbste gleichfalls von der Deutschen LandwirthschaftS-Gesellschast oorgenommenen Concurrenz Prüfung der Maschinen zur Obstwein- und Weinberettung zu Colmar wurde der erste Preis der Obst- ub> Trauben-Presse „Hercules" zuerkannt. Diese Presse hat bei einer Füllung mtt 300 Kilogramm Aepfel und, von nur einem Arbeiter bedient, in drei Stunden Preßzeit 188 Kilogramm Most und damit von allen zur Prüfung vorhanden gewesenen Keltern dm höchstm Ertrag an Most geliefert, nämlich 62pCt. der Kelterfülluna. Diese „Hercules"-Keltern sowohl, als auch die vorerwähntm Dörr-Apparate, Patent Dr. Ryder, sind Fabrikate der bekanntm Firma PH. Mays art h & Co., Fabriken landwirthswaftlicher Maschinen in Frankfurta.M., Berlin N. und Wien II. Diese Firma hat sich schon mannigfache Verbimste um die vaterländische Landwirthschaft erworbm und nicht das kleinste derselbm bildet gerade die Vervollkommnung der Maschtum und Geräthe zur Obstoerwerthung. Citeratur uhO Kauft. — AuS dem Inhalt der uns vorliegmdm Nummern des Prs- testarrttscheir beben wir hervor: Der Einödsee. Ein hugenottisches Heldmpaar. Was der Papst segnet. Schund- literatur. Fromme Weisheit. Unser täglich Brod. Am Fenster. Ein neues Heldmlied. Der hl. Rock zu Trier, rc. — Nr. 32-34 der Wochenschrift Immergrün bltngm zunächst: Der Sonntag und seine Bedeutung für das christliche Volksleben. Um freien Glauben (Fortsetzung und Schluß). Eichkätzchen. Stillvergnügt. Kaiser Franz Joseph. Grüne Blätter. Knospm und Blumen. Hausapotheke, Recepte, Räthsel, Wochenrundschau rc. — Da- neue Buch der Statur. Von A. v. Schweiger- Lerchenfeld. (Mit ca. 400 Illustrationen, darunter zahlreichen Vollbildern.) Wien, Pest und Leipzig. A. Hartlebens Verlag. 1891. In 35 Lieferungen ä 50 Pfg. Später complet in 2 Bändm Groß- octao mtt zusammen 70 Bogen. In den vorliegmdm neuen Lieferungen (6—10) dieses verdienstlichen und anziehmdm naturwiffm- schaftlichen Werkes sind der Pflanzen-Anatomie und Pflanzen- Physiologte eingehende, sehr lichtvolle und durch die Art der Darstellung sehr ansprechende Abschnitte gewidmet. Wer da weiß, wie schwer es ist, die ziemlich verwickelten Verhältniffe von aö jenen Erscheinungen, die im Pflanzenlebm zum Ausdrucke kommen, dem nicht fachmännisch gebildeten Naturfreunde verständlich zu machm, wird überrascht durch die Art des Vortrages, den der stylgewandte Verfasser anschlägt. Die elementaren Lebmsäußerungen der Pflanzen, ihr anatomischer Bau, Ernährung und Wachsthum, Bewegungserscheinungen, die Anpassung der Pflanzen an ihre Lebensbedingungm, die Fortpflanzung und Vermehrung der Pflanzen — dies sind in Kürze die wichtigen und hochinteressanten Themm, deren wissenschaftliche Bedeutung gewiß nicht darunter leidet, daß es der Verfasser vorzüglich verstanden hat, sie dem Laien mundgerecht zu machen. Seltm wohl find die Erscheinungen der Darwinschen Entwickelungslehre so leichtfaßlich, schier im unterhaltenden Plaudertone behandelt worden. Wer die Kunst deS Verfassers richtig beurtheilen will, lese beispielsweise aufmerksam den Abschnitt „Am Wiesen- und Feldraine". Eine Fülle von Thatsachm, die dem ununterrichteten Auge ganz und gar entgehen, wird hier, in Form von Spaziergängen im Freien, sehr anschaulich vermittelt. Blume auf Blume, Aehre aus Aehre wird gepflückt und Alles, was das allgemeine Jntereffe erregt, erläutert. Hier zeigt sich, daß die Welt im Kleinen groß ist. — Zur Erinnerung an Theodor Körners hundertsten Geburtstag (23. September) hat die Verlagshandlung der „Jllnstrirten Zeitung" in Leipzig (I. I. Weber) eine »KSrner Nremmer^ erscheinen lassen. Die schön ausgestattete Nummer mthält neben dem sehr lehrreich und seffelnd geschriebmen Texte eine stattliche Anzahl Bilder aus dem Leben des jugendlichen, im Kampfe für Deutschlands Befreiung auf dem Schlachtfelde gefallenen Dichters. Die erste Seite der Körner-Nummer ziert das BrustbUd Körners, nach einer im Körner-Museum zu Dresden befindlichen Kreidezeichnung von seiner Schwester Emma Körner. Diesem Bilde schließen sich an die Bilder von Körners Eltern und Geschwistern, ein Gratulationsbrief Schillers bei Körners Geburt, Körner als Knabe und sechszehnjähriger Jüngling, die Vollbilder: Theodor Körner am Vorabend seines Todes im Herrenhaufe zu Gottsgabe und: Die Lützower ander Leiche Körners, das Körnerhaus in Dresden, Theodor Körners Grab usw. Der Preis dieser wirklich gediegenen Nummer beträgt 1 JL Grummetgras Versteigerung. Das Grummetgras von den Wiesen der Gemeinde Klein-Linden soll nächsten Dienstag den 15. September, von Nachmittags 2 Uhr an, an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist an der Weiherwiese zunächst dem Ort. Klein-Linden, 9. September 1891. Großh. Bürgermeisterei Klein-Linden. Germer. 8089 Bekanntmachung. Folgende zum Plockischen Hospital- gut gehörigen Grundstücke, als: Fl. XXVI. Nr. 195 — 1980 Dm Acker am untersten Riegelpfad auf die Gärten, Fl. XV. Nr. 213 — 9187 Qm Wiese am Wolfshort, Flur XXV. Nr. 36 — 1275 Qm Wiese am Felsgraben in der Gemarkung Wieseck, Fl. XXV. Nr. 52 — 3363 Qm Wiese in der Oberlach beim Keffel in der Gemark. Wieseck sind leihfällig und sollen Samstag den 19. September, Bormittags 10 Uhr, auf dem Bureau des Armenamts — Zimmer Nr. 6 des Bürgermeisterei- Gebäudes — auf weitere 9 Jahre von Martini 1891 bis Martini 1900 verpachtet werden. Gießen, den 4. September 1891. Die Armendeputation derStadtGießen. Gnauth. B an Nähmaschinen N CT) in eigener Werkstätte und unter Garantie Th. Haubach, Nähmaschinengeschäft, Bahnhofstraße 40, 1 Treppe. WrxemMMils. Wegen Umzug nach der Ludwig- straße 12 verkaufe ich meine sämmt- lichen Schürzen zum Selbstkostenpreis aus. [6233 F. Lachmann, Südanlage 15. | Montag den 14. und Dienstag den 15. September, Nachmittags von 2 Uhr an, versteigere ich in Folge Auflösung eines hiesigen Geschäftes eine Parthie Waaren, bestehend in: Seidenstoffen, Plüschen, Seidesammten, Baumwollsammten in Coupons und Resten, Stickereien in reicher Auswahl, Haussegen, 2 Sophakiffen, Stick- und Nähseide in allen Farben, einer großen Parthie Schleifenbändern, Winterhüten für Damen und Kinder, Strauß- und anderen Federn, Flügeln, Perlbesatz, Litzen, Chenille mit Gold rc., Rüschen, Ballblumen, 4 Brautkränzen, Schleiertüll und anderen Schleierstoffen, ächten Spitzen u. f. w. (für Putzmacherinnen geeignet). Circa 30 Dutzd. Rollenzwirn (Brooks), Häkelgarn, Terneau-, Castor- und Zephyr-Wolle, Baumwollengarn, Kinderstrümpfe, Beinlängen, gestickte Kinderschürzen, 21 Dutzd. 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Weil die Leichname der wohlhabenden Herren, die sich in Bier zu Tode trinken, leider nicht zur Bereicherung der Wissenschaft an die anatomischen Institute abgeliefert zu werden pflegen, hatten sich die Anatomen gewöhnt, die Zerstörungen, welche übermäßiger Alkoholgenuß im menschlichen Körper anrichtet, immer nur auf den Branntwein zurückzusühren. In München aber, wo auch die wenig Bemittelten es mehr mit dem Bier halten, als mit dem Branntwein, gelang es Professor Bollinger nachzuweisen, daß gevade die Bierschlemmerei für gewisse, an seinem Leichenmaterial auffällige Befunde verantwortlich zu machen ist. Schon vor fünf Jahren schrieb er feine Aufsehen erregende Abhandlung über die durch übermäßigen Biergenuß erzeugte Verdickung und Erweiterung des Herzens. Jetzt hat sein Schüler, Dr. Sendter, praktischer Arzt in München, die Sache weiter verfolgt. Er untersuchte, unter Benutzung des städtischen Sterberegisters auf 30 Jahre zurück, den Einfluß der von Bollinger gefundenen Herzkrankheiten auf die Lebensdauer derjenigen Münchener, die durch ihr Gewerbe der Versuchung zum Biertrinken ganz besonders ausgesetzt waren. Da ist es denn lehrreich, zu erfahren, daß, während die Gefammt- bevölkerung Münchens über 20 Jahre ein durchschnittliches Lebensalter von 53.5 Jahren erreicht, die Bierwirthe durchschnittlich nur 51.35 Jahre, „ Bierwirthinnen „ „ 51.95 „ „ Brauer „ „ 42.33 „ „ Kellner „ „ 35.8 „ „ Kellnerinnen „ „ 26.8 „ alt werden. Mancher wird sich, wenn er diese Zahlen liest, dieses oder jenes Freundes erinnern, der, ein starker Biertrinker und dabei anscheinend ein Bild blühender Gesundheit, durch einen frühzeitigen jähen Tod -dahingerafft wurde. Die Lebensgefahr durch den heute noch von den Meisten als harmlos angesehenen reichlichen Biergenuß kündigt sich nicht durch die bei chronischen Krankheiten gewöhnliche Abmagerung, Blasse und Kraftlosigkeit an. Im Gegentheil (entsprechend der von Bollinger entdeckten übermäßigen Entwickelung des Biertrinkerherzens) fallen die Opfer aus durch Körperfülle, lebendige Farben, durch überströmende Energie und Lebensfreudigkeit, die allerdings nur so lange anhält, als der trügerische Freund Alkohol in den Adern kreist. Die Todesursache ist gewöhnlich ein Herz-, Lungen- oder Gehirnschlag, der zu einer für leicht erachteten Krankheit oder auch ohne Vorboten wie ein Blitz aus heiterem Himmel kommt. Daß manchmal Einer, der viel Bier trinkt, trotzdem ein hohes Alter erreicht, ändert nichts an der Thatsache, daß die Meisten sich durch diese Leidenschaft das Leben verkürzen. Landwirthschafiliche Winke und Rathschläge. △ Aus Oberhessen, Anfang September. Landwirthschafiliche Rück-, Um- und Borschau. ES ist schon längst an der Zett gewesen, wieder einmal Umschau bei uns Landwirthen zu halten, denn verschiedene Etappen, als da sind: Peter und Paul, Johanni, Jakobi und Ludwigstag sind voruber- gegangen, an welchen Gelegenheit gegeben war, auf die Thätigkeit des Ackersmannes, seine Erfolge und Hoffnungen hinzuweisen. Der Umschauer konnte sich aber nicht entschließen, den Gegenstand auf- zugreisen, weil sich nirgends ein Abschluß ergeben wollte. Ueberall zeigten sich unfertige Zustande, die jetzt, nachdem auch Aegidt oorübergegangen, eift ansangen, sich zu consolidtren. Darum wollen wir jetzt einmal versuchen, ein vorläufiges Facit zu ziehen. Soviel ist gewiß, wir haben bis dato einen Jahrgang gehabt, der dem Bauer, seinen körperlichen und geistigen Kräften, seinem Gespanne, seinen Arbeitern, seinem Geldbeutel Manches hat auf- »urathen gegeben. Auch der vorige Jahrgang hatte seine Mucken; der diesjährige aber trumpft ihn gehörig ab. Eine empfindlich niedrige Temperatur hielt zuvörderst bis Ende April an; sie verhinderte die Entwickelung jeder Vegetation, leerte Keller und Speicher und verdarb die Wintersaaten. Das war ein sehr wenig versprechender Anfang, welcher zwar durch die schöne erste Maihälfte einigermaßen wieder abgeschwacht, der aber noch viel unangenehmer wurde, als das Pfingstfest einen vollständigen Schneesturm brachte. Pfingsten im Schnee ist eine Erscheinung, welche alle hundert Jahre kaum drei Mal oorkommt. Glücklicher Weise war der Pfingstschnee doch auch nur mehr ein Schreckschuß, welcher ohne sonderlichen Schaden anzurichten verhallte. Von Pfingsten bis Anfang September hatten wir fast nur extreme Wtlterungserscheinungen. Besonders wunderlich bewiesen sich diese um den 23. Mat und 19. August, für welche Rudolf Falb heftige Naturerscheinungen: Erdbeben, Stürme, Gewitter, lieber; schwemmungen, schlagende Wetter vorausgesagt hatte. Leider sind diese schlimmen Dinge alle etngetroffen und es scheint sich doch nach und nach die Ansicht Bahn zu brechm, daß Falb nicht so ganz Unrecht habe. Die kühle nasse Witterung verzögerte die Ernte, sie verdarb viel Heu und beförderte die Entwickelung aller Blatt- und Knollengewächse; auch das Unkraut ist riesig emporgeschossen, wie ja selbstverständlich, denn wenn das Gute gedeiht, findet gewöhnlich auch das Böse, hier das Unkraut, die Bedingungen seines Gedeihens vor. Ein schweres Stück war es im Sommer 1891, die Ernte unter Dach zu bringen. Am Ende ist es doch gelungen und die hochgelegenen Orte des Vogelsberges, bet denen das Reifen der Früchte fast um einen Monat später zu erfolgen pflegt, als in den warmen Thälern, haben schließlrch noch das beste Erntewetter zu erwarten. Im vorigen Jahre ging es in letzterer Hinsicht fast gerade so. Beide Jahrgänge zeigen recht deutlich Folgendes: Der Bauer muß seine Schuldigkeit immer thun, wie jeder brave Mann. Das Bewußtsein strengerfüllter Pflicht ist das Beste, was Der tüchtige Mensch mit sich herumträgt. Geht es dann auch einmal schief, so braucht man nicht gleich zu jammern und zu klagen. Nichts ist häßlicher, als ein bäuerlicher Pessimist, der gleich den Kops verliert, wenn es einmal eine Woche regnet. Die Ernte ist noch immer unter Dach gekommen, zwar in trockenen, warmen Jahren besser, als in falten, nassen und in letzteren mit mehr Last und Muhe als in ersteren. Allein das findet sich in allen Ständen ähnlich. Ohne Erschütterungen und Stöße geht es im menschlichen Leben nie ab; es wäre auch nicht gut, denn nichts läßt sich schwerer ertragen, als . eine lange Reihe von guten Tagen. (Vergleichen wir nun einmal, was befürchtet wurde und was wirklich eingetretm ist, so wird jeder vorurtheilsfreie Landwirth zugeben müssen, daß es besser geworden, als die Menschen zu hoffen wagten. Für das ausgewinterte Korn säete man Gerste und Hafer, ober pflanzte Knollengewächse und man hat keinen schlechten Tausch gemacht. Das feuchte Wetter beförderte das Gedeihen der Futtergewächse; die Zuckerrüben werden sich schon noch herausmachen, wenn das trockene Wetter anhält und das scheint der Fall zu sein, denn die Witterung gleicht sich doch meistens aus, wie wir ja im vorigen Jahre zu aller Freude erlebt haben. Es aibt fast überall reichlich Obst, die Kartoffeln können sich noch in der Qualität bessern, folglich wird das Jahr ein befriedigendes werden. An Korn ist Mangel, das ist nicht zu leugnen, mithin werden die Broiprelfe hoch bleiben. Aber die Noth macht erfinderisch und Erfahrung ist eine gute Lehrmcisterin. Hoffentlich ahmen unsere Landleule dem preußischen Milttärfiscus nach und verwenden Weizen bei ihrem Brode. Mehr noch würde es den Schreiber dieser Zeilen freuen, wenn von einer größeren Anzahl Landwirthe Verlache mit einem Brode gemacht werden wollten, welches zur Hälfte a«S Gersten- und zur anderen Hälfte auS Hafermehl gebacken Würde. Der Hafer ist nämlich eine ganz vortreffliche (SMreiDtart unb übertrifft alle anderen Halmfrüchte an guten Nährstoffen um ein Bedeutendes. Wer fleißig Haferpräparate verzehrt, der wird gesund und stark. Vor einigen Monaten brachte diese Zeitung nähere Avgaben Über die trefflichen Eigenschaften des Hafers; für den Landwirth in rauheren, gebirgigen Gegenden besitzt er aber noch eine Eigenschaft, die die übrigen (Setretbeaiten in viel geringerem Grade besitzen, nämlich: es ist eine eisenfeste, wetterharte Halmfrucht, die mit weniger gutem Boden zufrieden ist, der ein nasser Sommer so leicht nichts anhaben kann und die sich daher überall mit Vortheil anbauen läßt. Man soll den Menschen nicht mit den Thieren vergleichen, aber es ist doch ganz gewiß, daß diejenigen Pferde, welche tüchtig mit Hafer gefüttert werben, eine ganz anbere Kraft, viel mehr Feuer und Ausdauer besitzen, als solche, die nicht mit Hafer, sondern mit anderen Stoffen genährt werben. Darum ist mit Sicherheit vorauszusagen, daß Menschen, welche fleißig Haferkost zu sich nehmen, es nicht zu bereuen brauchen. Nun noch eine kleine Vorschau! Ein gutes deutsches Sprichwort sagt: Mit Vielem hält man Haus, mit Wenigem kommt man aus. Darnach wird der kluge kleine Landwirth schon jetzt bandeln. Mit Obst, Hülsenfrüchen, Kartoffeln und Milchspeisen lassen sich große Ersparnisse an treuerem Roggenbrod machen. Da bie landwirthschaftlichen Probucte bes Jahres 1891 viel Wasser aufnehmen mußten, neigen sie zur Fäulnitz. Wir rathen deshalb die größte Sorgfalt an beim Einkellern der Kartoffeln, der Dickwurzel, Weißrüben und sonstigen Futtergewachse. Ein Gleiches gilt für Obst unb Gemüse. Die Vorräthe müssen von Zeit zu Zeit untersucht unb angestoßene Exemplare entfernt werden, wenn nicht der ganze Vorrath angesteckt werden soll. Wir haben oben darauf hingewiesen, daß bas Unkraut in Folge der feuchten Witterung stark gewuchert bat. Der Landwirth muß diesem nie ganz zu besiegenden Keinde mit allen Kräften zu Leibe gehen. Das ltdjerfte Mittel zur Vertilgung bei Unkräuter ist bas rechtzeitige flache Umpflügen ber verunkrauteten Grundstücke, sobald bie Ernte hinweggebracht ist. Der Unkrautsamen wird mit untergepflügt unb schon nach wenigen Tagen keimt er fröhlich empor unb wächst nach Herzenslust. Das will der Landwirth grade haben, denn nun kann das Unkraut keinen Samen mehr bilden und es mutz sicher zu Grunde gehen, einerlei ob der Acker noch einmal gepflügt wird ober nicht. Im letzteren Falle tobtet es der Winterfrost. Das Verfüttern bes Unkrautes bewirkt nicht bie Vernichtung beffelben, benn der Samen wird nicht verbaut: er gebt unverletzt burch den Thierkörper hindurch, das Lagern auf Der Mtststätte schadet ihm ebensowenig, mithin kommt er zuletzt wieder auf den Acker und treibt hier seinen Unfug. Man merke sich also genau: Nur wenn ber Unkrautsamen im Herbste zum Keimen gebracht wirb, ist seine Winterexistenz beseitigt, weil er um diese Zeit keinen Samen mehr bilden kann. Ieilgeöotenes. 7200] Gut erhalt, schwarzer Rock unb Weste preiswürbig zu verkaufen. Näheres_______________Linbenplatz 7. 8053] Ein ganz wenig gebrauchtes fast neues Deloeiped (Opel, Blitz) ist zu verkaufen. Näheres in der Erpedition bs. Bl. 8034] Eine Parthie Fichtenstangen, theilwclse zu Sparren geeignet, sowie einige Fichten- unb Ktefernstämme abzugeben bei ftadpav Jung IV., Klein-Linden. Fussbodenanstrich alle Arten alle Nüaneen. Benner & Krumm, Babnbcfstraße 40. 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Offenbar trägt die Geschäftsstille mit Schuld daran, wenn die Course nicht ein schnelleres Tempo der AufwärtSbewegung anschlagen können. Die Aufträge fehlen eben, und mit diesen fehlt den Speculanten auch der Muth zu energischerem Vorgehen. Deckungen laufen allerdings nebenher, und ihnen ist auch wohl der Hauptantheil an der Aufwärtsbewegung zuzuschreiben. Daß aber die Course immer von Neuem rückläufig werden, liegt daran, daß neben einer günstigeren Auffassung der Situation, wie sie sich in letzter Zeit geltend macht und in den glänzenderen Abschlüssen der Kohlenbau- gesellschaiten und den Verhandlungen über die russische Anleihe Nahrung findet, auch der alte Pessimismus sein Recht behauptet und theils durch passiven Widerstand, theils durch Neuoerkäufe auf jedem erhöhten Niveau seine Meinung zum Ausdruck bringt. An den Positionsverhältnissen mag durch dieses Für und Wider insoweit eine Verschiebung etntreten, als durch das Ueberwiegen von Deckungen eine Herab mi' derung der Blancorngagements und folglich der Kaufnachfrage herbeigeführt wird- Ob dieses Minus durch ein Plus der Meinungskäufe in gegenwärtiger Zeit überhaupt zu ersetzen sein wird, mag unentschieden bleiben; es ist eine Frage, die wesentlich davon abhängt, ob das Publikum nach all den schlimmen Erfahrungen wieder Vertraw-n zu der Situation fassen kann. Die politischen Befürchtungen sind allerdings an der Börse wieder in den Hintergrund getreten, aber im Publikum gähren sie noch fort — ein Punkt, der bei Beantwortung obiger Frage nicht außer Acht gelassen werden kann —, und auch die Börse wird daraus Rücksicht nehmen müssen, daß sie jede Stunde neu erstehen können. Tag für Tag drehte sich in der abgelaufenen Woche die Dtscussion an der Börse um die neue russische Anleihe, und wurde geschürt und genährt durch ständige Meldungen aus Parts über den Fortschritt der Verhandlungen. Für Deutschland hat ja diese Anleihe herzlich wenig Interesse, denn weder das Publikum noch die Börse wird Neigung haben, sich an ihr zu betheiligen. Wenn man trotzdem den Verhandlungen mit so regem Interesse folgt, so ist vielleicht nur der Gedanke maßgebend, daß man, im Falle dieselben zum Ziele führen, einen Beweis darin erblicken könnte, daß leitende Kreise die Situation wett besser beurtheilen als im Fiühjahr, da die Rothschtldgruppe von dem bereits abgeschloffenen Vertrag wieder zurücktrat. Daß die unterhandelnden Firmen in der Thal nicht frei von Befürchtungeen sind, darauf scheint der Vorschlag zu deuten, die Anleihe nur zur commtssionswetsen Einführung zu unternehmen, aber sollte auch dieser Vorschlag fallen gelassen werden, so müßte man doch selbst die Thatsache der definitiven Uebernahme der Anleihe noch immer mit Reserve begrüßen, weil zu dieser Entschließung wesentlich politische Sympathien beigetragen hätten. Auch eine sympattsche Aufnahme der Emmisston beim Publikum sollte nicht zu voreiligen Schlüssen verleiten, denn der Fehler, den man vielleicht begeht, indem man einem ohnehin geschwächten Markte die Aufnahme einer so großen Anleihe zumuthet, würde nicht im ersten Zetchnungstaumel sich geltend machen. Eine thatsächliche Stütze hat" jedoch der Markt erhalten durch die Abschlüffe der Zeche Dannebaum und der Harpener Bergbau-Gesellschaft, die in dieser Woche bekannt geworden sind. Man hat den vorzeitigen Meldungen, welche über diese Abschlüsse in Umlauf kamen, lange Zeit daS höchste Mißtrauen entgegen gebracht, weil man trotz aller Kohlenverkaufsvereine nicht für möglich hielt, daß die Gewinne des laufenden Jahres die vorjährigen noch übertreffen könnten. Der Beweis, den die Ziffern gebracht haben, ist für die Börse außerordentlich viel werth, denn es muß das gerade im Jndustrieacttenmark stark erschütterte Vertrauen neu beleben, mag auch die Coursentwickelung vorläufig nicht dieser Ansicht entsprechen. Es berührt allerdings etgenthümltch zu sehen, wie mitten in einer rückläufigen Conjunctur, da die ganze Industrie die Roth der Zett auf das Schwerste empfindet, die Kohlenwerke durch künstliche Aufrechterhaltung der Preise so ungeheure Gewinne erzielen können. Indessen bleibt die Frage, in wie weit die heutigen Kohlenpretse der Industrie eine lohnende Beschäftigung unmöglich machen, noch immer eine offene. Die Bereitwilligkeit, mit welcher Eisenwerke zu den heutigen Preisen Lieferungen auf Jahre hinaus annehmen, spricht jedenfalls dafür, daß auch bei den gegenwärtigen Kohlenpreisen ein wenn auch vielleicht geringer Verdienst übrig bleibt. Viel beachtet wurde in dieser Woche ein Rückgang der Scrips, die am Dienstag wieder bis auf 83 % sanken. Es ist später sestgestellt worden, daß das ganze Angebot, welches diesen Coursdruck von ca. % verursachte, nur etwa eine Million betrug und ein zufälliges war, das jedes politischen Hintergrundes, den man anfänglrch argwöhnte, entbehrte. Der Cours hat sich seitdem auch wieder gehoben, aber das Vorkommntß hat doch gezeigt, wie schwach der Markt dieses vornehmsten deutschen Anlagepapicrs ist. Daß sich das große Publikum noch immer nicht an den dreiprocentigen TupuS gewohnt hat und daß aus diesem Grunde noch immer massenhaftes Material in erster Hand liegt, mag mit Schuld daran tragen; der Hauptgrund der Schwäche liegt jedoch in den immer wiederkehrenden Ankündigungen von Neuemissionen, welche die Börse und Eapitaltsten von Anlagen in diesem Papier abschrccken. Man braucht dabei noch nicht an eine sofortige Emission zu denken, denn diese scheint, da ja erst die Be- w lligung neuer Credtte durch den Reichstag oorhergehen müßte, ausgeschlossen, aber selbst eine neue Anleihe, welche in den ersten Monaten des neuen Jahres zur Aus- gabe gelangte, würde m.E. von nachtheiligster Wirkung auf den Coms fein. Der Discontsatz an der Bör e zieht langsam an und scheint damit im Gegensatz zu stehen iU dem Status der Retchsbank, der nach Ueberwindung des Monatswechsels wieder verhältnißmäßig starken Ruckfluß zeigt. Es kommt der Reichsbank zu statten, daß ihr die niedrigen Wechselcourse ermöglichen, Gold aus dem Ausland heranzuziehen und so einen-Thetl des zweifellos starken Jnlandbedarfs zu decken. Zudem lasse man sich durch die Ueberdeckung der Notenausgabe nicht täuschen, die bobe Ziffer ber SDepo^en ist eine Position, die in dieser Zett mehr wie je als Passtoum gezählt werden muß. Im Bankenmarkt war ein Courssturz der Darmstädter Bank-Actien nnf fällig, ble am Montag Abend bis auf 124 geworfen wurden. Es war daS Resultat eines falschen Gerüchtes, das von Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung sprach. Der CourSdruck war natürlich nicht von langer Dauer am Mittwoch nollrttn b<= Mellen bereit« wieder IM, schließen jedoch heule mit 128 genau auf dem vorwöchent tchen Niveau. Der Cours schwankt ständig mit dem der Portugiesen, weil noch immer nicht feststeht, wie groß der Besitz der Bank an ""d die Börse geneigt ist anzunehmen, daß der ganze Anthetl der Tabmsanleihe sich noch in den Händen der Bank befindet. Die übrigen Aciien zeigen kleine Avancen von etwa 1%, nur Handelsgesellschaft haben von einem größeren Gew nn 2% behauptet Credil |inb etwa 2 fl. besser! Die Wiener Boe" behauptet im Allgemeinen ihre feste Haltun?, aber es fehlt die Energie, mit welcher sie früher ihre Meinung vertheidigte, und die Course schwanken daber zremlieb oenau mit der Tendenz an den deutschen Börsen. Das Tempo der Aufwärtsbewegung hat sich deshalb auch hier verlangsamt. Einzelne Böhmische Bahnen machten anfänglich noch gute Fortschritte, gegen Ende der Woche sind jedoch Duxer scharf rückgängig geworden, anläßlich einer Nachricht, nach welcher die Regierung einen neuen Verstaatlichungsmodus — natürlich zu ihrem Vortheil — anzubahnen sucht, und damit ist auch die Bewegung der anderen Actien zum Stillstand gekommen. Vielleicht drückt auch die Ungewißheit über den Einfluß, welchen die neuen deutschen Staffeltarife auf den Getretdeexport haben werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Vergünstigung billiger Tarife das Getreide auf Bahnen zur Grenze führt, welche bisher nicht am Export betheiligt waren, aber den Vortheil des kürzesten Weges zur Grenze für sich haben. Schweizer Bahnen blieben unverändert, Mittelmeer zogen weiter an. Auch Montanactten haben die höchsten Course nicht behauptet, wahrscheinlich nur aus dem Grunde, weil mit Bekanntwerden der erwähnten Abschlüsse der Stimulus für die Speculatton gefallen ist. Indessen bleiben speciell Harpeuer noch 5% über den vorwöchentlichen Schlußcours, und die übrigen Kohlenactien ztigen Gewinne von 2 - 3%. Auch Eisenactien, namentlich Bochumer, sind bedeutend besser, und gründet sich deren Coursaufschlag vornehmlich auf ein Gerücht, nach welchem die Soci6b'> Cockerill in Unterhandlungen wegen Uebernahme deS Stahlwerkes Savona eingetreten sei. Der FoudSmarkt blieb bis auf das erwähnte Vorkommniß in ScripS ohne Bewegung, und die Course, namentlich der ausländischen Fonds, konnten sich behaupten, zum Theil auch kleine Fortschritte machen. Course der Frankfurter Börse. Staatsanleihen. Pfandvriefe. Cours vom 4./IX. 11./IX. Cours vom 4./IX. U./IX. t°/o Hessische Obligation. 103.50 103.15 4V^/oPortug.-A.88u.89 55.75 55.70 „ Bauern .... 104 90 104.75 5o/o amort. Serb. Gold- „ Baden..... 102 60 102.30 Rente .... 85.95 86.20 3°/0 Sächsische Rente. . 3V,°/o BremerStaatSanl. 84.90 84.60 5o/o SerbtscheEisenbahn- —— —— — — Hyp.-Obl. L. A. . 4o/oSchwed.Oblig.l880r 87.35 87.70 „ Hamb.Staatsrente —.— 95 50 100.65 101.— 4o/vOestr. Goldrente . „ GriechischeMonopol- 95.05 95.15 1% Türken cono. Ltt. D. 18.05 18.05 50/o Argent. Gold - Anl. 45 90 45.20 Anleihe . . . 63.— 63.80 v. 1887 ... 5o/o Rumänische Rente . 98.10 98.25 3Vi% Egypt. prio. Anl. 91.55 91.40 lo/o Russ. Consols S. III 97.30 —.— Giseirbahrr-PrioritLteir. 4o/o Pfälz. LudwigSbahn 5% Südbahn Lombarden 102 30 102.80 (Bexbach) . . . , Hessische LudwigSb. 101.95 101.95 4o/o do. do. 3% do. do. 94.40 63.20 93.55 63.- 68/69 garant. . 100.95 100.90 4% Prag-Duxer Gold . 98.20 98.15 , Eltsabethb. steuerfrei „ Rudolf Gold (Salzk.) 99.30 99.20 Gold .... 98.90 99.20 „ Franz-Josef Silber 83 60 82.60 5% Oestr. Staatsbahn. 105.15 105 — 3% staatl. garant. Jtal. 4o/o do. do. 98.25 98.75 Eisenbahn . . 54 85 54.20 3°/o do. do. 3% Lioorneser . . . 63 10 62.60 I.—VIII.Emiff. 84.— 83.95 4o/o Ruff. Südw Etsenb. 93 80 94.35 30/0 do. ErgänzungSnetz 5% Nordwestbahn Gold 81.— 104.90 81.40 104.55 4o/g Wladikawkas garnt. 4% gar. Sardin.Sec.stfr. 92.50 80.— 93 60 79.80 Etsaubahn-Aetie«. Ludwigshafen-Bexbach. 221.901 220.50 Galtz CarlLudw.-B.-Act. 1778/4 177.75 Hessische LudwigSbahn. 111.20 110 30 Otst Nordw.-Bahn Ltt.L. 1871/4 1877/s Pfälzische Nordbahn . 113.90 113 85 Gotthardt..... 130.45 129.30 Lübeck-Büchner . . . 148.— 150.50 Jtal. Mtttelmeer . . 93 40 94.- Barrl Aetterr. Deutsche Reichsbank . 141.80 142 — Dresdmer Bank. . . 133.55 134 90 Berlin. Handelsgesellsch. 131.95 183.— Mitteldeutsche Credttb. . 98.20 98 50 Deutsche Bank . . . 145.20 145.50 Wiener Bank-Verein . 94.50 943/8 DeutscheGenoffenschftSb. Württemb. Vereinsbank 122.10 122.— o.Soergel,Parristu8LCo. 121.- 121.50 Deutsche VeretnSbank . 104.— 104.50 Jnduftrie-Aetien. Bindtng-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) 155.20 150.— Deutsche VerlagSanstalt 196.70 198.20 131.80 131.20 Farbwerke,vorm.Meister, Bad. Anilifi- u. Soda- Lucius & Brüning. 276.50 277 - fabrtt .... 270.— 269 50 Riebeck'scheMontanwerkc 170 — 170.50 Htbernta Bergw.-Ges. . 152.70 152.40 Bochumer Gußstahl 108.40 109 50 Loose. 40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 91 ab . . . 3i/s°/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr. 102.— 95.50 102.— 95.50 4o/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfondbr. . W/o do...... 101.— 94.50 101 — 94 50 4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- Psandbr. . . . 101.30 101.30 31/ Vo Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 92 40 92.40 3