Rr. 109 Mittwoch de» 13. Mai 1891 Der Kietze»er Av-eiger erscheint täglich, aiit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener MemikienStülter »erden dem Anzeiger «dchmtlich dreimal bttfldegL Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzerger. Bierteltähriger AvounementspreiO l 2 Mark 20 Pfg. mH Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, ExpedNie» und Druckerei: Kchststratze Kr.I. Fernsprecher 51. Aints- Und Anzeigeblatt für den Nkeis Gieren. In nobm* »on Anzeigen zu der Nachmittags für deu fn(«W«MWW»WWWW>WW>WWWMMWW>W>M«»8W Thsrl. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Dar Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind solgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; b) ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit den Freiwilligen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und den sonstigen mllitärberechtigten Lehranstalten) durch den Director dec Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach dem Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom, 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein muffen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 39, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüsungs - Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Bekanntmachung, Errichtung eines chemischen Untersuchung - Amtes für die Provinz Oberheffen betreffend. Unter dem Namen „chemisch«» Untkrsuchung»- Amt für di« Provinz Ob«rb«ffen" ist m Gießen (Liebigftraße 12) eine Provinzial - Anstalt zrw technischen Untersuchung, namentlich von Nahrungs- und Genußmitteln, sowie Gebrauchsgegenständen, errichtet worden. Sowohl den Staats- und Gemeinde-Behörden als auch Privatpersonen steht die Inanspruchnahme dieser Anstalt gegen Bezahlung der tarifmäßigen Gebühren frei. . Für Untersuchungen, welche im Auftrage der Kreisämter oder Gemeinden der Provinz in amtlicher Eigenschaft oder für amtliche Zwecke veranlaßt werden, wird nur die Hälfte der Tarifsätze berechnet- Der Taris kann von den Großh. Kreisämtern oder direct von dem Untersuchungs-Amte bezogen werden und ist in demselben auch angegeben, welches Quantum von den einzelnen Untersuchungsgegenständen einzusenden ist. Die Einsendung von Untersuchungsgegenständen kann vom IS. Mai d, I, an erfolgen und hat portofrei an das chemische Untersuchungs-Amt in Gießen zu geschehen; für persönliche Einlieferung derselben Seitens des Publikums sind die Stunden von 10—12 Uhr Vormittags und 3—5 Uhr Nachmittags (mit Ausnahme der Sonn- und Festtage) bestimmt. Gießen, den 25. April 1891. Großherzogliche Provinzialdirection Oberheffen. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 11. Mai. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 13 enthält Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Errichtung eines Landescreditkasse betreffend. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau. Berlin, 11. Mai. Das Abgeordnetenhaus überwies die Gesetzentwürfe, betreffend die Heranziehung der Fabriken u. s. w. mit Vorausleistungen für den Wegebau in der Provinz Schleswig-Holstein und in der Rheinprovinz an die Gemeindecommission. Der Entwurf einer Wegeordnung für die Provinz Sachsen geht an eine besondere vierzehn- gliederige Commission. Die übrigen aus der Tagesordnung befindlichen unerheblichen Gegenstände wurden erledigt. — Morgen 12 Uhr: Kleinere Vorlagen. Berlin, 11. Mai. Herrenhaus. Auf die Interpellation Frankenbergs über den ununterbrochenen Fortgang der Canalisirung der oberen Oder und über die Anlegung eines neuen Schifffahrtsweges durch Breslau oder um Breslau erklärte der Regierungscommissar Schulz, die Canalisirung solle ungestört weiter erfolgen, unbeeinflußt durch die Frage, wie die Schifffahrtsverhältniffe sich in Breslau gestalten würden. Bezüglich der Anlegung eines neuen Schiff- sahrts-Canals seien die Ermittelungen noch nicht abgeschlossenes sei aber anzunehmen, daß die Regierung sich für den Umgehungscanal entscheiden werde, dessen Vortheile überwiegend seien. Das Haus erledigte sodann eine Reihe Commissionsberichte und Petitionen. Morgen 11 Uhr Einkommensteuer- und Wildschadengesetz. Berlin, 11. Mai. Die Einkommensteuer-Commission des Herrenhauses hat mit 9 gegen 2 Stimmen die vom Abgeordnetenhause beschlossene Fassung betreffs der vier- procentigen Besteuerung der höheren Einkommen angenommen. Köln, 11. Mai. Wie die „Kölnische Volksztg." erfährt, würde der Preis für Saarkohlen vom 1. Juli ab für den einsachen Waggon im inländischen Versandt um 2,6 Mk. ermäßigt werden, für den Versandt außerhalb des Zollgebietes dagegen würde eine kleine Erhöhung eintreten. München, 11. Mai. Der Professor der Botanik, Hos- rath Dr. v. Nägeli, ist gestorben. Die Leiche wird nach Zürich überführt werden. Helgoland, 11. Mai. Bei dem gestrigen F e st d i n e r anläßlich der Eröffnungssahrt des hamburgischen Schnelldampfers „Cobra" brachte Staatsminister Bötticher einen Toast aus den Kaiser unter den Klängen der Nationalhymne aus. Regierungsrath Kelch theilte einen Gruß des Kaisers mit an die Vallinsche Rhederei und die Helgoländer. Reichstagspräsident Levetzow trank aus die Rhederei. An Bord der „Cobra" wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Hierauf fand ein Ball statt. Heute um 12i/2 Uhr Rückkehr nach Hamburg. Wien, 11. Mai. Der Buchdrucker st rike dauert fort. Die Zahl der Strikenden beträgt jetzt 3000. Wien, 11. Mai. In Vertretung 'des an der Generalstabsreise theilnehmenden Protectors Franz Ferdinand wird Taaffe am Samstag die südafrikanische Ausstellung eröffnen. Der Kaiser wird die Ausstellung besuchen. London, 11. Mai. Gladstone wurde gestern von einem Schüttelfrost befallen und der Arzt schrieb ihm vor, das Zimmer zu hüten. Seine Krankheit, die in einer Erkältung mit leichtem Fieber besteht, ist vorläufig unbedenklich. London, 11. Mai. In Newport (Wales) sand heute früh an Bord des mit Petroleum beladenen Dampfers „Tancarville" eine Explosion statt, wobei fünf Personen getödtet und 13 verwundet wurden. Der Dampfer ist sehr beschädigt. Paris, 11. Mai. Der „Temps" weist auf das gestrige Meeting der Boulangisten und die gestern in Perpignan statt- gehabte Versammlung der Royalisten hin, wo ebenfalls die Vorgänge in Fourmies zu maßlosen Angriffen gegen die Regiernng benutzt seien und bemerkt dazu, diese Kundgebungen verriethen, daß bei den Reactionären und Intransigenten eine Stimmung herrsche, welche jener gleiche, die den Fieberanfall des Boulangismus herbeigeführt habe. Der „Temps" hofft, die Radikalen würden angesichts solcher Symptome keine Politik der Spaltung und des inneren Krieges treiben. Brüffel, 11. Mai. Dem Vernehmen nach ist heute Boulanger aufgesordert worden, vor dem Sicherheitspolizeibeamten zu erscheinen. Brüffel, 11. Mai. Die hiesigen Tischler beschloffen gleichfalls, sich dem Strike anzuschließen. Die sich morgen versammelnden Mechaniker dürften diesem Beschlüsse ebenfalls beitreten. Fourmies, 11. Mai. Eine Arbeiter-Versammlung beschloß ein Tadelsvotum gegen Floquet, weil er es ablehnte, Arbeiter-Delegationen zu empfangen. Fourmies, 11. Mai. Die Arbeit ist überall wieder ausgenommen worden, außer in der Weberindustrie. Saint Etienne, 11. Mai. Sämmtliche dem Consortial- verbande angehörigen Mechaniker und Maschinisten der Bergwerksgesellschasten im Bassin Loire beschlossen, morgen zu striken- sie verlangen von den Gesellschaften, daß nur aus solchen Familien, welche dem Consortial- verbande ängehören, Lehrlinge angenommen werden. La Louviöre, 11. Mai. Der Ausstand in den Kohlen- und Hüttenwerken im Centralbassin hat zugenommen. Mons, 11. Mai. Der Gouverneur des Hennegaus erließ eine Proclamation an die Arbeiter, worin er die Arbeiter auffordert, sich nicht durch Drohungen oder Versuche der Gewaltthätigkeit einschüchtern zu lassen, vielmehr die Arbeit furchtlos sortzusetzen- die Behörde werde sie zu schützen wissen. Es seien alle Maßregeln getroffen, um jeden Angriff auf die Freiheit der Arbeit zurückzuweisen. Gent, 11. Mai. Nachmittags kamen an den Docks mehrere Zusammenstöße vor. Die Strikenden versuchten das Ausladen der Schiffe zu hindern. Zwei Arbeiter wurden ins Wasser geworfen. Abends tagen behufs der Agitation für den allgemeinen Strike mehrere Meetings. Moskau, 11. Mai. Die französische Ausstellung wurde heute Nachmittag eröffnet. Der Vicepräsident der Ausstellung, Senator Dietz, hielt eine französische Ansprache und ersuchte den stellvertretenden Generalgouverneur, General Kostanda, die Ausstellung zu eröffnen. Kostanda und die übrigen zur Feier Geladenen besichtigten sodann die Ausstellung. Athen, 11. Mai. Die Lage in Corsu verschlimmert sich. Das jüdische Stadtviertel ist förmlich belagert und es droht eine Hungersnoth auszubrechen. Seit drei Tagen ist es unmöglich, Beerdigungen vorzunehmen. Pavia, 11. Mai. Der P o und der Ticino steigen fortwährend. Eine Ueberschwemmung wird befürchtet. Bukarest, 11. Mai. Joan Br atianu ist schwer erkrankt. Heute Mittag trat eine leichte Besserung in seinem Befinden ein. Belgrad, 11. Mai. Gerüchtweise verlautet, Excapitän Uzunow, der Bruder des erschossenen Majors Uzunow, sei sammt mehreren Complicen als Mörder Beltschews in Krajowa verhaftet. Newyork, 11. Mai. In Couders Point (Pennsylvanien) soll ein Zug mit ungefähr 100 Arbeitern, welche entsandt waren, um ein Waldfeuer zu löschen, im Walde entgleist und umgestürzt fein. Mehrere Waggons geriethen in Brand. Es sollen gegen 80 Personen verbrannt und eine Anzahl schwer verwundet sein. Tokio (Jeddo), 11. Mai. Zn der Nähe vou Kyoto wurde der Thronfolger Rußlands von Japanern durch Schwertstreich verwundet. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich. Ausland. London, 10. Mai. Das Reuter'fche Bureau meldet aus Rangun, daß der Regent von Manipur am 8. ds. gefangen genommen worden fei. Paris, 10. Mai. Im Tivoli-Saal von Vauxhall fand heute ein boulangi st isches Protest Meeting gegen die Vorgänge in Fourmies statt, welchem etwa 1500 Personen beiwohnten. Die Redner, darunter die boulangistischen Deputirten Granger, Roche und Gabriel, griffen sämmtlich die Regierung an. Die Versammlung nahm eine gegen das Vorgehen der Regierung protestirende Tagesordnung an. Die beim Verlassen des Locales auf der Straße sich ansammelnden Gruppen wurden durch die Polizei zerstreut. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen. Calais, 10. Mai. Heute wurde hier ein Protest Meeting wegen der Vorgänge in Fourmies abgehalten. Ein aus mehr als 1000 Personen gebildeter Zug setzte sich nach demselben mit dem englischen Deputirten Cunningham Graham an der Spitze nach dem Kirchhofe in Bewegung, um dort Kränze niederzulegen. Als die Polizei den Theil- nehmern an der Kundgebung den Eintritt in den Kirchhof verwehrte, kehrten dieselben ohne Zwischenfall in die Stadt zurück. Heute Abend wird ein weiteres Meeting in der Salle Elysee abgehalten werden. Loyales «nd provinzielles. Gießen, 12. Mai. — Der Richard WagnerZweigverein Gießen beging am verflossenen Sonntag, den 10. Mai, seine diesjährige Jahresfeier durch einen Musik-Abend mit einem sich daran schließenden gemeinschaftlichen Mahle im großen Saale des Gesellschafts- Vereins. Bisher wurde diese Feier stets am 22. Mai, dem Geburtstage des Meisters abgehalten, diesmal verbot sich das, weil der gedachte Tag in der Pfingstwoche liegt. Der Verein tritt nicht oft in die Oeffentlichkeit und auch das erst in den letzten Jahren. Wenn er aber seine Freunde bittet, sich mit ihm an edler, schöner Musik zu erfreuen, so können dieselben sicher sein, etwas Genußreiches dargeboten zu bekommen- freilich müssen diese Freunde Verehrer einer ernsten Richtung sein, dem seichteren Geschmack wird in keiner Weise eine Concession gemacht. Eine erschöpfende Kritik der einzelnen Leistungen in unserem Blatte zu bringen, verbietet uns das vorliegende Programm, welches die Namen der Mitwirkenden discret verschweigt, wir können es aber nicht unterlassen, zu constatiren, daß das Gebotene sich weit über alles Dilettantenhafte erhob, theilweise sogar echt Künstlerisches bot. Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß auch der 10. Mai der strebsamen Vereinigung, welche neben der Wagner'schen Muse die Pflege jeder guten Musik auf ihre Fahne geschrieben hat, neue Freunde und Mitglieder zuführen wird- der Verein macht kein Geheimniß daraus, daß seine Musikabende eine ideale Werbetrommel sein sollen, um neue Rekruten für das Heer der edlen und schönen Königin „Musika" zu werben. — Die gestrige Generalversammlung der Gewerbebank, eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, war von 94 Mitgliedern besucht. Die aus der Tagesordnung stehenden Berathungsgegenstände fanden nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes Erledigung im Sinne der gestellten Anträge. Für den durch Tod aus dem Aussichtsrathe ausgeschiedenen Herrn Jul. Hoch, sowie für den als Stellvertreter des Vorstandes erwählten Herrn Wilh. Seuling wurden die Herren Carl Berg und Daniel Heil neu-, die seitherigen statutengemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrathes Dr. Gutfleisch, Ehr. Leo, Carl Loos, Chr. Schopbach und PH. Uhl wiedergewählt. Der beantragten Gehaltserhöhung der Kaflenbeamten ertheilte die Versammlung die Genehmigung. ö — Am dritten Pfingstseiertage wird der Gießener mit demMarburger Geschichtsverein einen Ausflug nach Gelnhausen und Büdingen unternehmen. Es ist schon sehr lange her, daß der Gießener Verein einen höchst gelungenen und genußreichen Ausflug nach Büdingen unternahm- in Gelnhausen war er noch nicht und ist um so dankbarer die von Marburg kommende Anregung zu einem so lehrreichen Ausfluge zu begrüßen. Die Zeiteintheilung ist folgendermaßen festgesetzt: von Gießen 7 Uhr 5 Min. früh in Gelnhausen 9 „ 30 „ von ,, 12 ,, 5 „ in Büdingen 12 „45 „ von „ 5 „ 5 „ in Gießen 6 „56 „ Auch der Hanauer Bezirksverein wird sich in Gelnhausen an die Marburger und Gießener Gesellschaft anschließen. Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß auch von hier aus die Betheiligung eine sehr zahlreiche sein wird. Nicht nur daß die Gegend landschaftlich viele Reize darbietet, so sind auch die beiden alterthümlichen Städte, die Barbarossaburg und die Kirche re. in Gelnhausen, Schloß, Rathhaus usw. in Büdingen höchst sehenswerth, namentlich wenn man die Gewähr hat, unter guter Führerschaft die geschichtlichen Merkwürdigkeiten gezeigt zu bekommen. — In dem Jnseratentheil dieses Blattes veröffentlicht der hiesige Reformvereiu für Bestattungswesen seine Sitzungen. Derselbe ist nach derartigen in vielen Städten bestehenden Vereinen eingerichtet und beabsichtigt nach § 2 der Statuten weder die Gefühle der Pietät zu verletzen, noch durch Agitation gegen die Blumenspenden bei Beerdigungen es dahin zu bringen, daß die durch die Poesie verherrlichten Gebräuche ganz abgeschafft würden. Er will nur dem übertriebenen Luxus steuern und die Zeichen der Liebe zum Andenken an die Verstorbenen sollen durch die Karten zugleich in Gaben der Barmherzigkeit verwandelt werden, nach Anweisung des Bibelwortes dazu bestimmt, die Hungrigen zu speisen, die Nackten zu kleiden und die Kranken zu erquicken. Es dürfte wohl nicht leicht eine bessere, schönere Verwendung geben. Außerdem sind diese in angemessener Ausstattung gehaltenen Karten ein dauernderes Andenken als Kränze, die durch Regen, Sturm und Frost in kürzester Zeit vernichtet werden. Erstere zeugen noch in später Zeit, wer den Verstorbenen geehrt und werden ausbewahrt werden an dem Ort, an dem man die Gegenstände der Erinnerung an Freud und Leid hinlegt, in dem Familienschrein, zu dem man hingehe in weihevollen Stunden des Lebens, um vergangener Zeiten und der Lieben zu gedenken, die von uns geschieden. Nach alledem ist kaum anzunehmen, daß irgend eine feindselige Strömung, geleitet durch materielle Interessen, gegen den Verein sich geltend machen könne, weil zudem die zur Verwendung kommenden Gelder auch in die Hände von Geschäftsleuten gelangen. Im Sinne obiger Ausführungen ist der neue Verein zu betrachten, derselbe legt seinen Mitgliedern keine bindenden Verpflichtungen auf und stellt nur die Bitte an die Bewohner unserer Stadt, das humane Werk durch zahlreiche Beitrittserklärungen, '.die an den Verkaufsstellen entgegengenommen werden, zu unterstützen. Auch an Mitglieder werden Karten abgegeben. — Psiugstverkehr auf den Eisenbahnen. Die Königliche Eisenbahn-Direction zu Hannover beabsichtigt in diesem Jahre zur Bewältigung des zu erwartenden lebhaften Pfing st Verkehres besondere Vorkehrungen im größeren Umfange zu treffen. So werden namentlich außer Sonderzügen auf einzelnen Strecken vor den Personenzügen mit erfahrungsmäßig starkem Personenverkehr Vorzüge zur Ablaffung kommen; diese Vorzüge werden den fahrplanmäßigen Personenzügen in geringem Abstande vorauffahren, aus denselben Stationen wie letztere halten und in Bezug aus Fahrkarten genau wie die Hauptzüge behandelt werden. Den Reisenden kann nur dringend empfohlen werden, sich möglich st frühzeitig zur Benutzung der Vorzüge aus den Abgangsstationen einzusinden, wobei darauf aufmerksam gemacht wird, daß diese Züge mit Sicherheit die Anschlüsse aus den Uebergangsstationen erreichen. An den beiden Pfingstfeiertagen werden außerdem die regelmäßigen Sommer-Sonntagssonderzüge zur Ablaffung kommen. Soweit der Verkehr der hiesigen Gegend in Frage kommt, sind besonders folgende Sonderzüge bemerkenswerth: Am 16. Mai (Samstag): Vorzug zu Zug 100 von (Deutz) Gießen bis Frankfurt a. M. 10 Min. vor dem 4 Uhr 42 Min. Nachm. von Gießen abgehenden Personenzuge- Vorzug zu Zug 97 von (Deutz) Gießen bis Cassel 10 Min. vor dem 4 Uhr 40 Min. Nachm. von Gießen abgehenden Personenzuge. — Am 17. Mai (1. Pfingstfeiertag) Sonder-Personenzug von Gießen bezw. Bad-Nauheim nach Frankfurt ab Gießen 9 Uhr 20 Min. Abends, in Frankfurt 11 Uhr 5 Min. Abends. — Am 18. Mai (2. Pfingstfeiertag): Dieselben Sonder-Personenzüge von Gießen bezw. Bad-Nauheim nach Frankfurt a. M. wie am 17. Mai- ferner Vorzug zu Zug 104 von Gießen bis Frankfurt a. M. 10 Minuten vor dem 7 Uhr 59 Min. Abends von Gießen abgehenden Personenzuge. — Am 19. Mai (Dienstag): Vorzüge zu den Personenzügen Nr. 100 und 97 wie am 16. Mai. — Nach einer neuerlichen Entscheidung des Reichsversicherungsamtes ist der zur Erlangung einer Altersrente erforderliche Nachweis über die vorgesetzliche Beschäftigung der Versicherten im Sinne des § 157 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes im Allgemeinen schon dann als ausreichend geführt anzunehmen, wenn sich ergibt, daß der Versicherte als ein eigentlicher Berussarbeiter zu betrachten ist und daß er während der vorgeschriebenen 141 Wochen in einem versicherungspflichtigen Arbeits- oder Dienstverhältnisse gestanden hat, ohne daß es des weiteren Nachweises bedarf, daß das Arbeits- oder Dienftverhältniß an sämmtlichen einzelnen Tagen der in Frage kommenden 141 Wochen in der Form wirklicher Beschäftigung und Thätigkeit in die Erscheinung getreten ist. Der Kaiser in Schlitz. (Originalbericht des „Gießener Anzeiger".) *** Schlitz, 11. Mai 1891. Ueber den Verlauf des gestrigen Tages berichte ich Ihnen Folgendes: Se. Majestät begab sich nebst Gefolge zum Gottesdienste in die Kirche und verweilte nach demselben noch längere Zeit darin, um sie eingehend zu besichtigen. Die alte, aus der Zeit der Karolinger — theilweise — stammende Kirche wurde in den letzten Jahren sehr hübsch restaurirt. — Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit mit dem ersten Geistlichen, Herrn Oberpfarrer Dr. Dieffenbach und bestieg dann unter Hurrah- rufen der umstehenden Menge den bereit stehenden Wagen. — Gestern Mittag i/22 Uhr wurde im Schloßparke eine in den Kriegsjahren 1870/71 unter den Fenstern des Grafen aufgegangene Eiche, welche mittlerweile zu einem stattlichen Baum herangewachsen war, aus einen freien Rasenplatz verpflanzt. Der Kaiser legte bei der Pflanzung selbst Hand an, wechselte mit dem Hosgärtner freundliche Worte, erkundigte sich nach der Beschaffenheit des Bodens und sprach die Hoffnung aus, daß der gepflanzte Baum sich gut weiter entwickeln möge. Die unter Mithilfe des Kaisers gepflanzte Eiche wird für immer Kaisereiche genannt werden. Der Moment der Pflanzung ist durch den Hofphotographen Held aus Weimar photographisch festgehalten resp. ausgenommen worden. — Am Nachmittag überreichte der Kaiser zur Erinnerung an seine diesjährige Anwesenheit dem Grafen seine lebensgroße Photographie in Brustbild. — Am heutigen Morgen waren drei Herren aus dem Gefolge des Kaisers auf der Auerhahnbalz im Revier Schlitz, zwei derselben erlegten je einen Hahn. — Heute Morgen um 11 Uhr sand der Bauernaufzug der Bewohner des Schlitzerlandes statt. Se. Majestät erschien auf der Freitreppe des Schlosses und besichtigte die vielen Wagen, — fünfzig an der Zahl — die meistens mit Männern und Frauen, Burschen und Mädchen, auch Kindern in Nationaltracht besetzt waren. Am meisten interessirten die aus den Wagen dargestellten Gewerke, wie Weberei und Schnitzerei, auch Spinnstuben fehlten nicht. Das Schönste unter Allem war der im Auszuge vorgesührte Hochzeitszug mit Musik, Vorreitern, dem landesüblichen Brautwagen, Burschen mit Sträußen und bändergeschmückten Mädchen und dann das zum Hochzeitszuge nöthige Brautpaar. Wie es hier in den Dörfern Sitte, führten die Burschen und Mädchen drei Tänze auf- nach diesen ließ der Kaiser dem Brautpaare ein Geschenk überreichen, welches in einer Broche und einer Uhr bestand. Um 1 Uhr fuhr Se. Majestät aus den Richthof, den Sommerausenthalt des Grafen. In der Nähe desselben soll Fuchsgraben stattsinden. Auf dem Wege dahin besichtigte der Kaiser nochmals die auf der Chaussee zwischen Schlitz und Hutzdorf ausgestellten Bauernwagen, dankte rechts und links für" die dargebrachten Grüße und suhr unter stürmischem Hurrah der Menge weiter. Die Zahl der Fremden, die heute anwesend, zählte nach Tausenden, das Wetter war prachtvoll. Rebgeshain, Kreis Schotten, 10. Mai. Bei einem heute Nachmittag 5 Uhr über hiesige Gegend gezogenen Gewitter schlug der Blitz in die Hofrailhe des Heinrich Dreher VL, wodurch in dessen und in der Hofraithe des Heinrich Kraft ein Brand ausbrach, welcher jedoch alsbald gelöscht wurde. § Grünberg, 11. Mai. Unsere Erwartung, daß der sehr hohe Preis der Kartoffeln, wie er auf dem vorletzten Fruchtmarkte stand, sich nicht dauernd ' erhalten würde, hat sich schon auf dem vorgestrigen Fruchtmarkte bestätigt. Der Preis für 100 Kilo betrug im Durchschnitt wieder Mk. 6—6,50. Die Auffahrt von Kartoffeln aus der Wetterau war eine sehr starke. K. Stockheim, 11. Mai. In hiesiger Gemeinde hat sich vor Kurzem ein Schützenverein gebildet. Derselbe zählt bereits schon 18 Mitglieder. Zum Vorsitzenden ist Herr Ruppert, Director der Zuckerfabrik, und zum Schriftführer Herr Biligmann von hier erwählt worden. Der Schießstand, den der Verein erworben hat, ist ein sehr geeigneter. Am vorigen Sonntag hat das erste Schießen daraus stattgesunden. — Eine Anzahl Hilfsgerichtsschreiber und Aspiranten im Großherzogthum hatten an die Zweite Ständekammer eine Petition um Anstellung aller Hilfsgerichtsschreiber (seither nur 20, vorausgesetzt, daß sie daß 30. Lebensjahr überschritten haben) gerichtet und hatte der Abg. Lautz einen Antrag in gleichem Sinne eingebracht. Nunmehr liegt ein vom Abg. Jöckel erstatteter Bericht des Finanzausschusses vor, welcher entgegen den Ansichten der Regierung ein Ersuchen empfiehlt, inhaltlich dessen alle Hilssgerichtsschreiber nach fünfjähriger guter und ersprießlicher Dienstsührung und zwar von der Absolvirung des Examens an gerechnet, widerruflich anzustellen und der Minimalgehalt (seither 1000 Mark) aus 1200 Mark zu erhöhen sein würde. — Die Zeit der Maifröste (Mamertus 11., Pankratius 12. und Servatius 13. Mai) ist wieder da. Die Regelmäßigkeit, mit welcher, wenn überhaupt, diese Nachtfröste zu bestimmter Zeit (vom 11.—13. Mai) bei uns eintreten, ließen längst aus eine Ursache schließen, welche nicht so wandelbar ist, als das Wetter sonst zu sein pflegt. Der Nachweis dieser Ursache ist vor einigen Jahren auch erbracht worden: Wenn die Sonne im Frühling allmählich höher steigt, verhält sich die Balkan-Halbinsel mit dem zugehörigen Hinterland für uns wie ein vorgeschobener Kontinent, welchen sie früher erwärmt als das nördliche Europa. So entsteht nun auch über dem ungarischen Tiefland eine wärmere Luftschicht, welche, weil leichter, sobald der Gegensatz groß genug ist, durch kältere, schwerere aus Norden kommende Luftströmungen ausgeglichen wird. Dies geschieht nun, wie bekannt, stets in links drehenden Wirbeln, sodaß in unserer deutschen Nachbarschaft mit einemmal, wenn jene Spannung den höchsten Grad erreicht hat, nordöstliche trockene Winde hereinbrechen, welche aus Rußland noch bedeutende Kälte mitbringen. Diese wehen so lange, bis jene Differenz ausgeglichen ist, und greifen, von Osten nach Westen fortschreitend, sogar bis Frankreich hinüber. Da die Ursache stets die nämliche und in letzter Instanz in dem regelmäßigen Lauf der Erde zu suchen ist, so ist die regelmäßige Wiederkehr der Fröste einleuchtend. Unsere Witterung hängt aber von den Stürmen ab, welche aus dem Atlantischen Ocean kommen, und nur in letzter Linie von den sog. Falb'schen Fluthfactoren. Falls nun gleichzeitig ein solcher Wirbel von Westen über uns herzieht und bedeckten Himmel ober gar Regen mitbringt, so schützt er uns bald mehr, bald weniger vor jenem kalten Russen, und diejenigen Gegenden, aber auch nur diese, welche zufällig in jenen Tagen bedeckten Himmel haben, bleiben vom Nachtfrost verschont. Vor einem Tagfrost schützt uns die hochstehende Sonne. — Ueber die Zwangsveröußerungen von Liegenschaften in dem Jahre 1887 im Großherzogthum Hessen ist eine ebenso umfangreiche als interessante Statistik erschienen, welcher wir Nachstehendes entnehmen: In dem Jahre 1887 hat die Zwangsveräußerung von Liegenschaften gegen die Vorjahre erheblich abgenommen- im Jahre 1887 erfolgten 409 Zwangsveräußerungen gegen 513 im Jahre 1886 und 590 im Jahre 1885, es ist daher gegen 1886 ein Rückgang von 20,3 pCt. und gegen 1885 ein solcher von 30,7 pCt. zu bezeichnen. Die 409 Zwangsveräußerungen betreffen zum größten Theil Gewerbetreibende re. mit einer Zahl von 273, dann kommen die Landwirthe mit 97 und andere Berufszweige mit 39. Was die Zwangsveräußerungen der Liegenschaften in den Provinzen betrifft, so kamen die meisten derselben auf Oberhesfen mit 180 oder eine auf 1406 Einwohner oder 307 Haushaltungen- dann Starkenburg mit 167 oder eine auf 2409 Einwohner oder 519 Haushaltungen. Am günstigsten steht Rheinhessen mit nur 62 oder eine auf 4697 Einwohner oder 1011 Haushaltungen. Betreffs der Zwangsveräußerungen in den einzelnen Kreisen steht der Kreis Mainz am besten - in ihm kommt eine Zwangsveräußerung auf 7746 Einwohner, dann folgt Darmstadt mit einer auf 7002, Oppenheim mit einer auf 4939, Alzey mit einer auf 4225 und Worms mit einer auf 3787 Einwohner. Am ungünstigsten ist der Kreis Schotten in Oberhessen daran - dorten kommt eine Zwangsveräußerung auf 703 Einwohner. Der Werth der veräußerten Liegenschaften betrug im Jahre 1887 1,276,138 Mk. gegen 1,969,067 Mk. im Jahre 1886 und 2,086,398 Mk. im Jahre 1885. Der Erlös aus den Zwangsveräußerungen im Jahre 1887 bezifferte sich auf 1,183,644 Mk. oder 92,8 pCt. des Werthes. Was nun die Ursachen anbelangt, welche die Zwangsveräußerungen veranlaßten, so wird angegeben, daß im häufigsten eigene Verschuldung, im besonderen schlechte Haushaltung, Trägheit, Arbeitsscheu, Nachlässigkeit, Trunk und Genußsucht in 50,2 Fällen von 100, zur liegenschaftlichen Zwangsveräußerung geführt haben, ferner freiwillige, ungünstige oder leichtfertige Uebernahme mit 14,2 pCt. erheblich zur Noth- lage beitrugen. Krankheit und ungünstige Familienverhältnisse folgen mit 12,8 pCt., sowie Unglück beim Geschäftsgang mit 9,4 pCt. Unglückliche Zeitverhältnisse mit 5,4 pCt. und unfreiwillige, ungünstige Geschäfts- oder Gutsübernahme erscheinen mit 4,5 pCt. Die Ausbeutung und Uebervortheilnng ‘Xä V^et YL 3tllW würde d°b btt Lb ?' bt!‘S liebertor 5* *"«■*■: Ä'-> ‘ '7 Wi« ; • Der Sdjtegftank, ;Sx Seetgneter. jJ )aw“f Hefmta ' »°d Giranten i« °°»° ©fänbeEanttner «'tefötei6er (fiit, ^-n«ichr übet, ^'Lautz einen An- ^ehr liegt ein Dom MNMSschusses vor m Ersuchen nad) süns- ^run9 mb M von WCtz widenM Qn. ther 1OOO Mach 11'/ Pankratius 12. • Die Regelmäßigkeit, htsröste zu bestimmter ^treten, ließen langst so wandelbar ist, als Nachweis dieser Ursache worden'. Wenn die steigt, verhält sich die i Hinterland für uns en sie früher erwärmt )t nun auch über dem Wicht, welche, weil nug ist, durch kältere, römungen ausgeglichen tonnt, stets in links deutschen Nachbarschaft den höchsten Grad er- hereinbrechen, welche bringen. Meie wehen ien ist, und greifen, sogar bis Frankreich bliche und in letzter , W p \* : eiMchtrnd. Stürmen ab, welche । und nur in letzter Uw .ften überun» n mitbringt, fo IW t jenem tM NW urtafeiWeriJ« bfeiben v°m W- ’ schützt un8 di- h°ch' ,aie ton 1* ’ VS 1881 er *,i«8ta9*e1881 5 „ 886 ein* :r9£ «"3O',p6t etn 1 betteffe« uBcr?^ ZgM von 273/ nit einer # 9 gerlif^ 7 md “nb Jet •fr”!? Iw? i tarn® b .f 1406* 5',8”3Wi >-r b>3L-° °» it n“162 M-sis iti'81(11 £r«*“n9 M mi‘ ei«« t mit einer "?!.s W(L°s-' fwrt’SÄ *e int iWS. 5i .£ Z-< SL-^ ■>ÄP* durch Andere, insbesondere beim Viehhandel tragen nur mit 1,5 pCt. zur Zwangsveräußerung bei. -r. Berushausen, Kr. Alsfeld. In dem Backbause des Andreas Schäfer III. auf der Gehrmühle bei Bernshausen brach am 9. Mai, Nachts zwischen 11 und 12 Uhr ein Feuer aus, das die in demselben befindlichen Backutensilien und sonstige darin aufbewahrten Mobilien zerstörte, das Gebäude selbst — weil aus feuerfestem Material gebaut — jedoch nicht beschädigte. Der Brand ist angeblich durch glühende Kohlen, welche sich in dem Backhaus befanden, entstanden. -r. Harbach, 10. Mai. Gestern Abend 9 Uhr ging ein in hiesiger Gemarkung aufgeschichtet gewesener Haufen Stroh von 5 bis 6 Fuder, dem Heinrich Münch III. dahier gehörig, in Flammen auf. — In der Vogelwelt hat leider der lang andauernde und strenge Winter stark aufgeräumt. Um so mehr erscheint jetzt sorgsamste Schonung im Interesse der Landwirtschaft angezeigt, denn ohne Vögel ist kein Landbau möglich. Das Ungeziefer ist der ewige Feind des Landwirths und nur die Vögel sind im Stande, dasselbe zu vertilgen. Wenn die berufenen Aussichtsbeamten (Waldhüter, Fluraufseher rc.) ihr Augenmerk auf das Treiben der Kinder im Walde richten, welche nur zu oft Nester ausnehmen u. s. w., so werden viele Vögel verschont bleiben. Auch die Herren Lehrer können durch Belehrung viel Gutes erwirken. — Ernennungen Die Gesangenwärter an dem Landeszuchthause zu Marienschloß: 1) Joseph Heinstadt, 2) Johannes Schließer, 3) Christian Schunk, 4) Christoph Graulich, 5) August Kempf und 6) Georg Stosser wurden zu Gefangenaussehern an der genannten Anstalt ernannt. — Erledigte Lehrerstellen. Eine Lehrerstelle an der ev. Schule zu Wimpfen mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1OOO—1300 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem zu ernennen- den Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an gedachter Schule übertragen werden. — Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Birklar mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. — Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burkhardsfelden mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. — Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Herrnsheim mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1400 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. — Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Assen heim mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. — Kleine Mittheilungen aus dem Grotzherzogthum Hessen. Auf der am Samstag eröffneten deutschen Ausstellung zu London concertirt die Capelle des 1. Großh. Hess. Jnfanterie-(Leibgarde-)Regiments Nr. 115 unter Leitung des Stabshobisten Hilge. — In Darmstadt ertränkte sich am Freitag früh im dortigen Woog ein Mann, nachdem er am Tage vorher den Versuch gemacht, sich von der Odenwaldbahn überfahren zu lassen, daran aber von einer Bahnwärterfrau gehindert wurde. — Am 5. d. Mts. kamen zwei werthvolle Pferde eines Niersteiner Fuhrwerksbesitzers während des Steinfahrens dem Ufer des Rheins so nahe, daß sie in den Strom fielen und sofort in den Fluthen verschwanden. — Der in den Lederwerken Meyer, Michel und Deninger in Mainz beschäftigte Arbeiter Valenün Hop beging am Montag das 60jährige Arbeiterjubiläum. Der Jubilar hat während dieser Zeit in fast allen Zweigen des Etablissements gearbeitet. — Ein in der Feldbergstraße zu Darmstadt wohnhafter Mann wollte einem Bekannten den Mechanismus eines Revolvers erläutern, bei dieser Manipulation entlud sich die Waffe und die Kugel drang der dabei stehenden Frau durch das Auge in das Gehirn, wo sie noch steckt. Die Frau wurde in das städtische Krankenhaus ausgenommen. vermischtes. * Darmstadt, 9. Mai. Ernannt wurden: am 4. d. Mts. die Forstaccessisten Berthold Walter zu Gießen nnd Hermann Wiener dahier zu Forstassessoren. * Darmstadt, 11. Mai. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herzogs vom 5. Mai l. Js. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Bingen: Carl Nehren, Seiler- meister- Johann Heinrich Wittuer, früher Spenglermeister, jetzt Privatmann- Simon Eich, Kaufmann. * Mainz, 11. Mai. Am ersten und zweiten Pfingst- feiertage findet hier ein für die Mitglieder der Gauvereine Frankfurt-Hessen und Mittelrhein des Unter st ützungs- vereinsdentscher Buchdrucker bestimmter Buchdruckertag statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1) Wesen und Wirken des Unterstützungsvereins deutscher Buchdrucker. 2) Der Allgemeine deutsche Buchdruckertarif. 3) Die Arbeitslosigkeit im Gewerbe und Verkürzung der Arbeitszeit. Mit diesem Buchdruckertage ist das 25jährige Jubiläum des Unterstützungsvereins, sowie eine typographische Ausstellung im kurfürstlichen Schlosse verbunden. *△ Mainz, 11. Mai. Der lang andauernde, mit einer Niederlage der Gesellen schließlich endende Schreiner^ ike hat an den letzten Abenden mehrfach zu Straßenscenen geführt, die das Einschreiten der Polizei erforderlich machten. Die aus den Fabriken ausgeschlossenen Gesellen versammelten sich zum Schluß der Arbeitszeit vor den größeren Geschäften und verhöhnten auf alle mögliche Art das aus den Fabriken kommende Arbeitspersonal. Besonders stark und teilweise den Straßenverkehr hindernd waren derartige Zusammenrottungen an der Rauch'schen Möbelfabrik und an 0er Billardfabrik von Dorfelder. Um ähnlichen Straßenscenen vorzubeugen, hat sich der Fabrikantenverband um verstärkten polizeilichen Schutz an das Kreisamt gewandt. * Oberhausen, 8. Mai. Böse Folgen hat eine Luftreise für einen auf der Eisenhütte beschäftigten Arbeiter gehabt. Aus reinem Uebermuthe setzte sich der leichtsinnige Mensch in den Kasten einer Drahtseilbahn, um sich von einem nach dem anderen Ende fahren zu lassen. Wahrscheinlich ist er unterwegs von einem Schwindel befallen worden, denn er stürzte plötzlich in ziemlich bedeutender Höhe aus dem Wagen und fiel zur Erde. Herbeieilende Arbeiter fanden ihn mit zerbrochenem Rückgrat auf. Die Verletzung ist derart, daß sie wahrscheinlich den Tod des Verunglückten zur Folge haben wird. * Cobleuz, 9. Mai. Gestern Nachmittag klopfte ein im hiesigen Arresthause eine längere Strafe verbüßender Gefangener an die Thüre. Als der Aufseher in die Zelle trat, wurde er von dem Arrestanten mit einem Wasserkruge zu Boden geschlagen und dann mittelst des eigenen Seitengewehres , das ihm der Arrestant abgenommen hatte, so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. = Frankfurt a. M., 10. Mai. Die Eröffnung der internationalen electrotechnischen Ausstellung, welche, wie Ihnen früher gemeldet, am Samstag den 16. Mai 12 Uhr Mittags stattfinden wird, verspricht eine imposante Feier zu werden. Es sind nämlich zu derselben eingeladen worden: Die hier und in der Umgebung residirenden Fürstlichkeiten, die Vertreter der Staatsregierungen Preußens, Bayerns, Württembergs, Badens, Hessens und Elsaß-Loth- ringens, die Präsidien des Reichstags, des Abgeordneten- und Herrenhauses, die königl. Provinzial-, Regierungs- und hiesigen Verwaltungsbehörden, die Königl. Justizbehörden, die Kaiserliche Oberpostdirection, die Königl. Oberpostdirectionen Bayerns und Württembergs, die Königl. Eisenbahndirection, die Generaldirectionen der Königl. Bayrischen, Königl. Württem- bergischen und Großherzoglich Badischen Staatsbahnen, die Verwaltungen der Hessischen Ludwigsbahn und der Main- Neckarbahn, die Generalconsuln und Consuln, Magistrat und Stadtverordnete, die Handelskammer, die höheren städtischen Beamten, die Directoren und Rectoren sämmtlicher Schulen, die Geistlichkeit aller Confessionen, die Vertreter der Presse, die Garantiefondszeichner, die Aussteller, die Vorstände der electrotechnischen Gesellschaft und des technischen Vereins, die Präsidenten zahl s icher anderer Vereine. Die Ausstellung wird durch unfern früheren Oberbürgermeister, jetzigen Finanz- minister Dr. Miquel eröffnet werden, nachdem der Vorsitzende des Ausstellungsvorstandes, Sonnemann, die Geladenen durch eine Ansprache begrüßt hat. An die Eröffnung schließt sich ein Rundgang durch die Ausstellung unter Führung des technischen Leiters derselben, Oscar von Voller. Von 2 Uhr ab hat auch das Publikum Zutritt zur Ausstellung. Während des Nachmittags werden 2 Capellen concertiren. Um 4 Uhr findet Festbankett, um 6 Uhr Festvorstellung im Victoria- theater der Ausstellung und von 7 Uhr Commers statt. * Ein neues Geschütz. Seit etwa 14 Tagen wird die Festungsartillerie in Mainz, wie von dort geschrieben wird, auf der sogenannten Esplanade mit einem neuen Revolvergeschütz eingeübt, einer sog. 5 Centimeterkanone. Das Geschütz ruht auf einem eisernen Unterbau, das Ganze ist von einem starken Stahlmantel umgeben, in welchem sich das Geschütz, welches zur Ausnahme des nur 5 Zentimeter langen Geschosses ein ganz dünnes Rohr hat, befindet. Der Stahlmantel hat die Form eines großen Bienenkorbes und nimmt die zwei Bedienungsmannschaften auf, welche dadurch vollständig gedeckt sind. Das Geschütz ist bestimmt, auf weitere Entfernungen, 4000—5000 Meter, Beobachtungsposten u. dgl. abzuschießen - in der Minute können 20 Schüsse abgefeuert werden. Das Geschütz läßt sich nach allen Richtungen hin mittelst einer einfachen Vorrichtung leicht drehen. * Die Nonne Barbara Ubryk, deren Schicksal Aufsehen in der ganzen Welt erregte, als sie 1869 im Karmeliterinnenkloster vollständig verwahrlost in einer kloakenartigen Zelle aufgefunden wurde, ist am vorigen Freitag im Krakauer Jrrenhaufe gestorben. Schisssnachrtchten. Ter Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. Mai wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Hamburg, 9. Mai. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Columbia", Capitän Vogelsang, von der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welcher am 2. Mai von Southampton abgegangen, ist am 9. Mai, 9 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 8 Tage 30 Minuten. Oceanfahrt von Southampton aus gerechnet 6 Tage 23 Stunden 30 Min., von Queenstown 6 Tage 8 Stunden 30 Min. verkehr, Land« un6 volkswtrthschaft. — Gießen, 9. Mai. Der am 5. und 6. d. M. hier abgehaltene Viehmarkt war sehr stark, hauptsächlich mit Schweinen befahren. Es waren aufgetrieben: 2 Pferde, 775 Stück Rindvieh und 1998 Schweine. Die Preise waren, wie bei dem vorhergehenden Markt, gedrückt. — Nächster Markt Mittwoch den 3. Juni d. I. Gießen, 12. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. ** 1,05—1,25, Hühnereier 1 St. 5-, 2 St. 9— H, Enteneier 1 St. 5-6 H, 2 St. - H, Käse pr. St. 5—11H, Käsematte pr. St. 3 -4, Erbsen vr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar X 0,60—0,90, Hühner pr. Stück X 1,00—1 30, Hahnen pr. St X 1,20—1,50, Enten pr. Stück X 2,00—2,30, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 H, Schweinefleisch 56—64 H, Hammelfleisch 50—76 H, Kalbfleisch 50—56 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 8.50-9,00, Weißkraul vr. 3—7 Zwiebeln per Centner X 7,50—0,00, Milch per Liter 12-18 4 Grünberg, 9. Mai. Frachtpreise. Weizens 24 20, Korn X 21.50, Gerste X 18.80, Hafer X 16.60, Erbsen X 20.—, Linsen X —, Wicken X —.—, Lein X —, Kartoffeln X 6.80, Frantfurt, 9. Mai. Marktpreise. Heu pro 100 Ko. X 6.80-8.-, Stroh X 6.00-6 60, Kartoffeln X -.- bis---, Butter per Pfd. X 1.20—1.40, Eier per St. 5—7 H, Roggenbrod 4 Pfd. 45 H, do. feines 47 H, gemischtes 6 Pfd. 94 H. Alsfeld, 9. Mai. Auf dem heutigen Fruchtmarkt wurden verkauft: 100 Kilo Korn zu 21 X. Gerste 18 90 X, Hafer 16.42 X. Erbsen 19.50 X, Kartoffeln 7.50 X Nachfrage nach Weizen, Korn rc. — In OberHessen finden im Monat Mai u. 9L folgende MLrtte statt: Den 13. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt. Den 13. in Wetzlar Vieh- und Krämermarkt. Den 14. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt. Den 19. in Bleichenbach Vieh- und Krämermarkt. Den 19. in Grünberg Vieh- und Krämermarkt. Den 19. in Lich Vieh- und Krämermarkt. Den 19. in Rodheim v. b. Hobe Krämermarkt. Den 26. in Langgöns Vieh- und Krämermarkt. Den 26. in Usingen Vieh- und Krämermarkt. Den 28. in Griedel Krämermarkt. — Wie beugt man dem Wnrmstichigwerden der Kirschen vor? Die Ursache des Wurmstigwerdens der Kirschen find die Maden der Ktrschfliege. Ende Mai legt die Fliege ihre Eier in die jungen Kirschen, nachdem sie in der Nähe des Stieles ein Loch gebohrt hat. Die sich aus den Eiern entwickelnden Larven (in jede Frucht wird nur ein Et gelegt) nähren sich bis zur vollen Entwicklung von der Kirsche, kriechen dann heraus und lassen sich zu Boden fallen, um sich in der Erde zu verpuppen. Fällt die nolhreife Kirsche schon vorher zu Boden, so kriecht die Larve hier heraus und in die Erde. Im kommenden Frühling erscheint wieder das vollkommene Jnsect, um von Neuem seine Eier in die Früchte zu legen. Es ergeben fid> hieraus die zu ergreifenden Vertilgungsmaßregeln. Madige Früchte müssen vernichtet werden, desgleichen die nothreif abgefallenen. Um auch den Puppen zu Leibe zu kommen, grabe man im Frühjahr die Baumscheiben tief um oder begieße, wo dieses wegen flacher Wurzeln nicht möglich ist, dieselbe mit concentrirter Jauche oder bestreue sie ziemlich dick mit Kalk. Lpielplan der vereinigten Frankfurter Ltadttheatrr. Opernha«-. Mittwoch den 13. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Robert und Bertr'am. Außer Abonnement. Donnerstag den 14. Mai: Der Waffenschmied. Gewöhnliche Preise. Freitag den 15. Mai geschlossen. Samstag den 16. Mai: Zum ersten Male: Cavalleria rusticana. (Sicilianische Bauernehre.) Melodram in 1 Act von Mascagni. Vorher: Der Dorfbarbier. Zum Schluß: Die Puppen fee. Große Preise. Sonntag den 17. Mai: Margarethe. Große Preise. Montag den 17. Mai: Zum ersten Male wiederholt: Cavalleria rusticana. (Sicilianische Bauernebre.) Vorher: Dorfbarbier. Zum Schluß: Die Puppenfee. Große Preise. Schauspielhaus. Mittwoch den 13. Mai: Clavigo. Vorher: Geschwister. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 14. Mai geschlossen. Freitag den 15. Mai: Fatinitza. Gewöhnliche Preise. Samstag den 16. Mai: Kabale und Liebe. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 17 Mai: Die gemeinschaftliche Hochzeitsreise. Gewöhnliche Preise. Montag den 18. Mai: Ehre. Gewöhnliche Preise. — Die Stadt Barletta Fr. 100 Obligationen können mit Recht die billigsten der Welt genannt werden, da dieselben jährlich vier Mal mit bedeutenden Gewinnen gezogen werden, auch falls ein Gewinn darauf fällt, stets ihren Werth behalten und jeden Tag auch wieder verkauft werden können. Alles Nähere ersehen unsere Leser aus der Annonce von Robert Oppenheim in Frankfurt a. M. in der gestrigen Nummer. — Minderwerthige Seifen sind für die Haut, was Mehlthau für die Pflanzen. Beide haben nachtheilige Wirkung. Erstere zerstören bei andauerndem Gebrauche, vermöge ihres hohen Gehaltes an freiem Alkali, die Haut, machen dieselbe unrein und rissig. So werden z. B. ausgerisfene Hände meistens nur durch diese Fegseifen, von denen unter hochtrabenden Namen der Markt so voll ist, hervorgerufen. Eine ächte, aesundheitlich-gute Seife soll neutral, soll mild, frei von alkalischen Schärfen sein, muss die Haut beleben und zur Thätigkeit anregen. Nur mit einer solchen Seife wird die Schönheit gefordert, der feine Teint erhalten, wird Aufspringen und Abschürfen der Haut verhütet. Von allen marktgängigen guten Seife ist Doerings Seife die beste. Ihrer soll man sich bedienen, wenn man schöne, zarte und gesunde Haut erstreben will. Doerings Seife ist unübertroffen an Güte wie an Billigkeit. Sie ist die beste der Welt. Zu beziehen ä 40 Pfg. per Stück in Giessen bei Gebrüder Adami, F. C. Conrad, Eberh. Dort, Drebes & Wallenfels, Fritz Egly, Emil Fischbach, Ad. Geisse, Gustav Gerhardt, L. Kalkhof, Gg. Kinkel, Ludwig Loth, Eberhardt Metzger. P. J. Mobs, Paul Möser, H. F. Nassauer, Äug. Noll II., Otto Schaaf, .1.M.Schulhof, P. F. Thomas, Aug. Voigt, Hch. 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Geißler, Schlußcovrs- 1 Uhr 15 Min. 85.05 4% Ung. Gold-Rente 98.95 50/0 Jtal. Rente 84 95 4Wo Oest. Silber-Rente 99.10 50/0 Ruff. Ul. Orient in 9 Tagen Zum Beischreiben von Büchern wird Jemand gesucht. L40'1 Zu erfragen in der Exped d. Bl. Agent gesucht. Eine leistungsfähige Ideutfche Cognae-Brennerei sucht f. Gießen und Umgegend gegen Hobe Provision einen tüchtigen Agenten, welcher bei Wirthen gut eingeführt ist. Offerten unter M. Z. 48 an Haafenstein & Vogler, A.-G«, Frankfurt a. M. [4546 in Gießen. Gießen, 12. Mai 1891. Geißler, Hochachtungsvoll JL. Feiltet Versteigerung. Donnerstag den 14. L Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathbause verschiedene F U h r - leistungen, veranschlagt zu 1635.40 «X, versteigert werden. Gießen, den 11. Mai 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 4531 Gnauth. Bekanntmachung. Die durch den Tod des Schuldieners St off er an der Stadtmädchenfchule frei gewordeneTchuldie »er- Stelle mit welcher je nach dem Dienstalter des Angestellten ein Gehalt von 600 bis 1100 Mark nebst freier Wohnung und Heizung, sowie Pensionsberechtigung und Wittwenverforgung nach Maßgabe der für die widerruflich an- gestellten Civllstaatsdiener geltenden Bestimmungen verbunden ist, soll neu besetzt werden. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche binnen acht Tagen bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Gießen, den 16. Mai 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 4507 Fahrplan der aus Station Gießen verkehrenden Eisenbahnzüge. Versteigerung. In Folge freiwilligen Anstehens bringt der unterzeichnete Gerichtsvollzieher Mittwoch den 20. Mai, von Vormittags 9 Uhr an, folgende Gegenstände auf der Mittelst- Mühle bei Alten-Buseck gegen Baarzahlung zur Versteigerung: Fünf Pferde, darunter ein Paar junge Acker- und Wagenpferde (Rappen), zwei Kühe, etwa 60 Hühner, mehrere Oeconomie- und Müllerwagen, eine« Kohlenwagen, drei Wagentücher, sechs Pferdegeschrrre, größere Parthien Drell- und Export- säcke, Pflüge, Eggen, darunter eine Wiesenegge, ein Pfuhlfaß, eine Obstkelter, Fässer, eine Fegmühle, eine Dickwurzmühle und andere Oeco- nomiegeräthschasten der verschiedensten Art. Die Mittelstmühle ist von Gießen per Wagen auf guter Straße in einer knappen Stunde zu erreichen und eine halbe Stunde von der Station Großen-Buseck der Oberhessischen Eisenbahn entfernt. Wiederholt sei hier bemerkt, daß diese, nach neuestem System eingerichtete, an der Wieseck gelegene Mühle nebst Oeco- nomiegebäuden und ca 80 Morgen besten, in unmittelbarer Nähe der Mühle gelegenen Landes, welches einen Viehstand von mehr als 50 Stück Rindvieh und Pferden zuläßt, ebenfalls zum Verkaufe steht; nicht minder die bei Beuern gelegene, erst vor etwa zehn Jahren erbaute, mit Wasser- und Damplkraft ausgestattete Neumühle. Auch diese ist etwa eine halbe Stunde von der Station Großen- Buseck entfernt. Der Verkauf dieser Mühlen findet zwecks Auseinandersetzung statt. Nähere Auskunft errheilt Herr I. Böck Durch Anlegung der besten Eiskeller der Neuzeit bin ich in der Lage, constant zu jeder Tageszeit Fleckseife, Potasche, Putzpapier, i Putzsteine, Lufah, 4484 Materialwaaren. Versteigerung. Dienstag den 12. Mai l. I., von Vormittags 9 Uhr an,, kommen auf der Oberschmitte» Papierfabrik zur öffentlichen Versteigerung : Ein achtmaliger Kalander, 1 große Papierschneidmaschine, 1 Wickelmaschine, neue und alte Maschinentheile, alte Walzen, 2 Decimalwaagen, 1 Winde, 1 Feldschmiede, 1 Flaschenzug, 1 großer Schleifstein, 1 Hand- feuerspritze, 1 Extincteur, Sortirtische, Stoffbütten, Ausschußkasten, Gummischläuche, Fabriklampen, 4 neue Filze, 1 Pumpe mit neuer Welle, 1 steinerner Holländer, 1 Partie Holz, eichene Bohlen, 1 Chaise, altes Eisen, Messing, Kleiner Laden, neu hergerichtet, mit oder ohne Logis zu vermiethen und alsbald beziehbar. 3861 MäuSburg 12. 4564] Eine Wohnung von 5 Zimmern in der Nähe der Aula oder Seltersthores zum Juli, event. 1. October von einer ruhigen Familie gesucht^ Zu erfra len in der Exped. d. Bl- Glockengießerei Kaiserslautern Joh. Gg. Pfeiffer früher Georg Hamm empfiehlt fick zur Lieferung von Kirchenglocken. Reine Stimmung, edle Töne, lange Garantie. 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Abgabe gegen Belohnung Ludwigstratze ii, 1. 1202 127 347 809 951 1145 12" 440 8^3* 911. T‘Q ß^QüBrT^.—4. Klasse)- 505 ßto 808 948 1000 1159 12io 441 505 735 867 906. 50b 808 948 11&9 441 735, ~62r~lÖööl2io 505. 642 1150 735 500 (bitz Alsfelds 705 1210 442 120 (bis Hungen)/ 705 1210 442 800. 705 1210 442 800. Deutz—Cöln _____Fulda__ Gelnhaufen Schotten b^zw. Nidda Gedern. Zaubach bezw. Stockheim 56» Uhr früh sind durch Unterstreichen der Mintttenzahlrn au«geze,ch»r1 Lohnkellner 4573 gesucht. H. Leib, Philosopbenwald- 4550] Ein gesetztes Mädchen für die Bade-Anstalt gesucht. L. Chr. Rübsamen Wwe. Oeffeutlilher Itifrnf. Johanne- Busch, Sohn der verstorbenen Christian Busch Eheleute, geboren am 25. März 1812 zu Watzenborn, ist seit langen Jahren an unbekanntem Orte abwesend und sein elterl. Erbe darum gerichtlich verwaltet; dasselbe beträgt nunmehr 483 Mark 77 Pfg. Auf Antrag des seitherigen Curators des Johs. Busch, Johs. Philipp VIII. von Watzenborn, werden genannter Johs. Busch oder seine etwaigen Erben bezw. Rechtsnachfolger aufgefordert, zum Empfange jene- Vermögens sich dahier bis längstens zum Termine Donnerstag d. IS, Juni 1891 Vormittags 11 Uhr zu melden und auszuweisen, als sonst Johs. Busch als tobt erklärt, sein Vermögen den zur Anmeldung gekommenen Erben ausgesolgt werden wird. Gießen, den 20. April 1891. Großherzogliches Amtsgericht. Fresenius. 3816 Ausschreiben. Die Stelle des Armenkasserechners der Stadt Gießen, welcher zugleich die Functionen des Secretärs der Armen-Deputation auszuüben hat, ist erledigt und soll im Wege des Ausschreibens wieder besetzt werden. Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 2000 «X, steigend von 5 zu 5 Jahren um 250 eX. bis zum Höchstbetrag von 3000 -X., sowie Pensionsberechtigung und Wittwen- versorgung nach Maßgabe der für die auf Widerruf angestellten Civil- staatsbeamten geltenden Grundsätze verbunden. Bewerber, welche ebensowohl in Armensachen wie im Gemeinderechnungswesen erfahren, auch in der Lage sind, eine Dienstsicherheit von 4000 «X zu stellen, wollen ihre Meldungen unter Beifügung eines Lebenslaufes und von Zeugniß- abschristen bis spätestens 20. d. Mts. hierher einreichen. Gießen, den 9. Mai 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Ieilgeöolenes. Prima Saat-Mais Erbsen und Wicken empfiehlt 4569 J. M. Schulhof. 4552] Kleine Setzkartoffelir, per Gentner 3 JL, abzugeben. Kennel, Riegelpfad 12. Marburg Fronhaufen (Local,.) Wetzlar Ems—Koblenz 3% Reicksanlethe 3V2% do. 3% Preuß. ConselS 31/1% do. 4551] Ein ordentliches Dienstmädchen gegen hohen Lohn gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 4560] Ein solides Mädchen, welches gründlich Gartenarbeit versteht, in eine kleine Familie gegen guten Lohn gesucht. ___Carl Wenzel. 4561] Lehrmädchen für mein Ladengeschäft unter günstigen Bedingungen ge^ sucht von H. Kühn- Papierbandlung. 4559] Wolfsgrauer Hund entlaufen.________Schäferei «tzba». Ein Lehrling gesucht. Hermann Katz, Manufactur- und Modewarengeschäft, 4563 Seltersweg Nr. 20 4556] Tüchtiger Arbeiter sofort ge- suckt.a« Happel. Frankfurt Friedberg (Localzug) Caffel Ankunft. | 112 800 940 1136 1 249 254 "32 604 728 8f2* 10&Z H57 620 (rührt 2.—4. Klaffe). 222 454 708* 1131 431 ($aS 753 821 1121. 222 454 616 ?b8* 1131 431 658 753 8^1 1123. 745 244 (führt 2.-4. Klasse)? 6^ 7d6 941 11'27 1241 334 433 606 727 811 1124 1151. 941 1241 334 612 811 1121- 1127 433 727 UM, 757 130 425 km 931» 307 606. 9 >o 307 626. 6ö8 930 Z07 606. Disconto-Command^Anth- Darmstädter Bank-Act. Dresdener Bank-Act. Rordd. Lloyd-Act Wiener Banker 'Aci- Oest. Credit-Act. Oest. Staatsb.-Act. 185.10 134.80 140 80 117 10 97.60 257 25 227.62 Lomb. E-B.-Act. Buschtherader E.-B.-Act. Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost-B.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.-B.-Act. 98 30 420 10 19537 148.80 144.00 114.50 68 40 4% Offenbacher Gclsenk. Bergw.-Act. 156.70 Der. Königs-Laurab.-Act. Tendenz: flau- 122.30 leretn. i dem Knabenhaus aur- xisenbahajüge- ir beträgt per Saison ) 4 . flott' ’^'N 9 m. »Ä * «w. j£” »ncutjjttuju k°rd. g0|i. &e> ,.•* SeS* ^DtW* I AMSL 1210 4,2 n*. Ztt Lor-and. MM MM Mittwoch den 13. Mai (Siebener Airzeigev. Beilage zu Rr. 109. - 1891. Feuilleton. Was der alte Yachtschiffer erzählte. Von Friedrich Meister. (Nachdruck verboten.) „Seit mein jüngster Enkel geboren ist, was an die sechs Jahre her sein kann, habe ich die Seesahrt an den Nagel gehängt- ich bin zu meiner Zeit mit allerlei Herren und aus den verschiedensten Fahrzeugen auf See herumgekreuzt, schon von Kindesbeinen an, ja, ich kann fast sagen, als ich noch nicht höher war als Ihr Knie, und so leicht hat Keiner mehr gesehen und erlebt, mags nun als Junge, als Matrose oder als Schiffer gewesen sein, als der alte Jacob Harschkamp, — das soll mir Niemand bestreiten. Das meiste davon habe ich zwar längst wieder vergessen, eine ganz merkwürdige Geschichte ist mir aber lebhaft im Gedächtniß geblieben. Die sollen Sie jetzt hören, und wenn Sie mir nicht glauben, je, denn Helpt dat nich. Was wahr ist, ist wahr, und Wenns sich auch noch so curios anhört. Na, hören Sie mal erst zu. Namen sind Nebensache und darum werde ich auch keine nennen, wenigstens nicht die richtigen. Lassen Sie also das Fahrzeug einen Schoner von hundert Tonnen gewesen sein und meinetwegen „Fortuna" geheißen haben. Den Eigen- thümer nennen wir meinetwegen Reinhold und den Schiffer- Jacob Harschkamp — das bin ich und der Name ist richtig. Seit vierzehn Tagen schon lagen wir in dem Hasen eines Seebadeortes, der den ganzen Sommer über von seinen Leuten aus allen Gegenden des Compasses wimmelte. Der englische Canal ist von dort nicht weit und man braucht nicht lange zu segeln, dann ist man im Atlantischen Ocean. Noch niemals hatte sich Herr Reinhold mit seiner Jacht so lange an einem Orte aufgehalten, namentlich wenn das Wetter so schön war, wie damals,- ich sollte mir aber nicht lange den Kopf darüber zerbrechen, denn eines Abends sah ich ihn mit einer sehr schönen Dame den Strand entlang spazieren. Herr Reinhold war Junggeselle und ungefähr vierzig Jahre alt — ein vornehmer, liebenswürdiger Herr, an dem mir am besten seine Stimme gefiel,- das Herz ging einem auf, wenn man ihn reden hörte. Die Dame, mit derer ging, hatte ein Paar Augen im Kopfe, wie mir seitdem nicht wieder vorgekommen sind. Sie war noch jung, höchstens achtundzwanzig, und hatte, was die Leute eine schöne Figur nennen. Na, ich für meine Person habe an dünnen Taillen mein Lebtag keinen Gefallen gesunden- mir gehts wie meinem alten Herrn, dem seligen Admiral Gräting, der liebte den I 'I ■»■IIII ■■■ IWIESM Bong Poäng, wie er zu sagen pflegte, und der war ein Kenner - hatte er doch die Frauenschönheit achtzig Jahre lang studirt. Herr Reinhold schien der Dame die Cour zu schneiden — der alte Jacob Harschkamp versteht sich auf so was- man ist eben nicht umsonst so lange Jahre Iachtschiffer gewesen. Die Sache aber ging mich nichts an. Ich hatte meine gute Stellung, konnte den ganzen Tag mit der Pfeife im Munde an Deck herumlaufen, hatte Nachts meine bequeme Ruhe und war sehr zufrieden. Eines Nachmittags kam der Herr Reinhold eiliger als sonst an Bord. „Harschkamp," sagte er zu mir, „um welche Zeit haben wir morgen Abend Hochwasser?" „Gegen neun Uhr," antwortete ich. „Dann machen Sie bis dahin das Fahrzeug seeklar," sagte er. „Wir gehen morgen Abend um neun Uhr nach Genua unter Segel." „Gut, Herr Reinhold." Ich wunderte mich ja etwas über diesen unerwarteten Entschluß, da wir mit der „Fortuna" noch niemals so weit nach Süden gegangen waren, im Allgemeinen aber war mirs schon recht. Am nächsten Abend um halb neun Uhr kam ein Boot längsseit, das Herrn Reinhold nebst einer dicht verschleierten Dame an Bord brachte. Sie hielten sich nicht erst lange an Deck aus- sie schienen es eilig zu haben. Der Bootsführer warf noch eine kleine Handtasche und eine Pappschachtel über die Regelmg und dann ließ ich den Anker hieven. Wir hatten einen fixen Landwind, die See war ganz glatt und am Horizont ging dunkelroth der Mond auf. Nach einer Weile kam Herr Reinhold aus der Cajüte. „Was halten Sie vom Wetter, Capitän?" fragte er mich. „O," sagte ich, „das scheint sich ja halten zu wollen." „Meinetwegen könnts Wind geben, je mehr je besser," meinte er. „Sparen Sie keine Leinwand, Harschkamp. Lassen Sie alles stehen, so lange es irgend stehen will. Sie wissen, was ich meine, nicht wahr?" „Vollkommc' ," antwortete ich. Dieser Best hl zum Parforce-Segeln erschien mir ebenso merkwürdig wie die Fahrt nach dem mittelländischen Meere. Herr Reinhold war nie ein Freund von gewaltsamen Fahrten gewesen und ich hatte von jeher das Zeug zu einem richtigen Sportsman in ihm vermißt. Ich konnte mir aber wohl denken, daß die Dame unten in der Cajüte mit dieser plötzlichen Sinnesänderung etwas zu thun haben müsse. Nachdem wir etwa zwei Stunden in See waren, erschien auch sie an Deck. Wir hatten jetzt Hellen Mondschein und ich konnte sie mit Muße betrachten. Wenn sie so zum Monde ausblickte, dann sahen ihre Augen wirklich prachtvoll aus. Ich bin ein Mann, der seine Töchter in Zucht und Ehren erzogen hat und so mußte ich im Stillen den Kopf darüber schütteln, daß diese junge Dame so ganz allein, ohne Begleitung von einer Schwester oder Freundin, an Bord gekommen war. Dann fiel mir ein, daß Herr Reinhold sie ja in dem Badeorte geheirathet haben konnte - so was war meines Wissens schon öfter passiert. Ich schaute ihr nach den Händen, wenn sie mit ihm an mir vorüber promenirte- Juwelen blitzten da genug, einen Ehering aber trug sie weder an der Rechten noch an der Linken. Die Fahrt durch den Canal geschah mit günstigem Winde, im Biscayischen Meere aber flaute es ab, bis sich kein Lüftchen mehr regte. Herr Reinhold wußte sich dem Anscheine nach vor Unruhe nicht zu fassen. Die Dame dagegen befand sich sehr wohl. Sie saß unter dem Sonnensegel und las in allerlei Büchern und einmal bemerkte ich, daß sie ihren Freund mit eigenthümlich triumphirendem Lächeln anblickte und dann ihre prachtvollen Augen rings um den Horizont schweifen ließ, als wollte sie sagen: „Haben wir hier nicht Platz genug?" Herr Reinhold aber konnte sich nicht zufrieden geben. Hundertmal fragte er mich, wann der Wind sich wohl wieder einstellen würde, was ich doch ebenso wenig wissen konnte wie er, und dabei lies er immer mit der erloschenen Cigarre im Munde umher, was ein sicheres Zeichen dafür ist, daß der Betreffende etwas aus der Seele hat. Daß ich über alles dieses so meine eigenen Gedanken hatte, wird mir Niemand verargen, denn der alte Jacob Harschkamp ist nicht als Stockfisch auf die Welt gekommen. Mit der Zeit machte sich wieder eine Brise aus, aber diesmal kam sie gerade daher, wo wir hin wollten. Ich preßte die Jacht unter vollen Segeln dicht an den Wind und jagte sie durch die hochgehende See, daß der weiße Schaum in Lee über die Regeling rauschte. Bald hatten wir ein reguläres schweres Wetter, trotzdem aber kreuzten wir mit aller Macht dagegen an - wir gingen über Stag, Schlag um Schlag, und das Fahrzeug arbeitete so unmäßig, daß zwei von der Mannschaft seekrank wurden- der eine sagte mir, daß er nicht mitgegangen wäre, hätte er gewußt, daß die „Fortuna" nach der Biscayischen See gehen würde. Unsere Dame aber war so seefest wie der Großmast selber. Sie kam in einem weiten Gummimantel an Deck und ihr Gesicht mit den großen Augen war noch einmal so schön, wie es so aus der Capuze herauslugte. (Fortsetzung folgt.) Vergebung von Bauarbeiten und Eisenconstructionen. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden und zwar: a. Brückenbau Ln Steinberg veranschlagt zu Grab- und Maurerarbeit 86 77 H Steinhauerarbeiten 827 „ 67 „ Chaussirungsarbeiten 48 „ 39 „ Pflasterarbeiten 31 „ 50 „ Eisenconstruction bestehend aus: 4480 kg Schmiedeisen 140 „ Gußeisen 1148 .50 an, < h Luftgewehre (zu Geschenk geeignet) jz Bo für Bolzen u. Kugeln, für Knaben M. 11, g c a> grösser u. stärker M. 20 u. 25. i_ - = Büchsflinten,ScheibenbUchsen, Revolver etc. “• 3 jähr. Garantie, Umtausch bereitwilligst, c Nachnahme oder Vorauszahlung. §5 Zu verkaufe« § ein brarrrrhaariger Pudel, l^/2jährig, sehr gelehrig. Näheres Licherstraße 1. 4190] Ein ^vorzügl. Billard zu verkaufen. Frankfurterstr. 7. Hefs. Hof. 4456] Ein jüngerer gewandter Kellner kann sofort eintreten im __in Wetzlar. 4455] Einen ordentlichen Jungen nimmt unter günstigen Bedingungen in die Lehre Ernst Aletter, Buchbinder mstr., Bad-Nauheim. 4451 Neu! 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